Archive for the ‘Zensur’ Category

Zensur ist …

2013/01/23

Die Internetsuche nach „Helmut Schmidt offenbarte Frankreichs Präsident seine jüdische Herkunft“ entwickelt sich äußerst spannend.

Am 20. Januar um etwa 15 Uhr hieß es: „Aus Rechtsgründen hat ***** 74 Ergebnisse von dieser Seite entfernt. Weitere Informationen über diese Rechtsgründe finden Sie unter ChillingEffects.org.“

Am 22. Januar um etwa 15 Uhr hieß es: „Aus Rechtsgründen hat ***** 154 Ergebnisse von dieser Seite entfernt. Weitere Informationen über diese Rechtsgründe finden Sie unter ChillingEffects.org.“

Am 23. Januar um 17:26 Uhr hieß es: „Aus Rechtsgründen hat ***** 200 Ergebnisse von dieser Seite entfernt. Weitere Informationen über diese Rechtsgründe finden Sie unter ChillingEffects.org.“

ASSOCIATED PRESS streicht „Homophobie“, „ethnische Säuberung“

2012/12/06

Dylan Byers erklärt, wie uns  freie Journalisten mit freien Worten informieren  Propagandisten aus Nachrichtenkartellen berieseln.

Associated-Press

ASSOCIATED PRESS hat in den letzten Monaten „Homophobie“, „ethnische Säuberung“ und eine Reihe weiterer Begriffe aus dem sogenannten  ‚Zensurbuch‘  ‚Style Book‘ gestrichen.

Im  Internet‚Zensurbuch‘  Internet-‚Style Book‘ lautet der Eintrag für „Homophobie“ jetzt:

Eine irrationale, unkontrollierbare Angst, oft eine Form von Geisteskrankheit. Beispiele: Akrophobie, eine Angst vor Höhen, und Klaustrophobie, eine Angst, in kleinen, geschlossenen Räumen zu sein. Nicht in politischen oder sozialen Kontexten verwenden: Homophobie, Islamophobie.

Und im Eintrag für „ethnische Säuberung“ heißt es:

Ein Euphemismus für eine Kampagne, um eine Bevölkerung durch Vertreibungen und andere Gewalt, darunter oft Morde und Vergewaltigungen, aus einer Region zu zwingen. Der Begriff kam in den 1990er Jahren in den Vordergrund, um im ehemaligen Jugoslawien Gräueltaten sich bekriegender ethnischer Gruppen zu beschönigen, dann breitete sich die Nutzung auf andere Konflikte aus. AP selbst verwendet „ethnische Säuberung“ nicht. Es muß in Anführungszeichen gesetzt werden, zurückzuführen sein und erklärt werden. Verwenden Sie den Begriff nicht als Schlüsselbegriff (Schlagwort) oder in Überschriften.

„Ethnische Säuberung ist ein Euphemismus für ziemlich gewalttätige Aktivitäten, und eine Phobie ist ein psychiatrischer oder medizinischer Begriff für eine schwere psychische Erkrankung. Diese Begriffe wurden in der Vergangenheit ganz schön häufig verwendet, und wir haben nicht das Gefühl, daß das so richtig akkurat ist“, erklärte Dave Minthorn, der stellvertretende Normenredakteur von AP, gegenüber POLITICO.

„Wenn Sie ‚ethnische Säuberung‘ entschlüsseln ist es eine Tarnung für schrecklich gewalttätige Aktivitäten. Es ist ein Begriff, den wir sicher nicht propagieren wollen“, fuhr Minthorn fort. „Besonders Homophobie ist einfach daneben. Es schreibt jemandem eine geistige Behinderung zu, und suggeriert ein Wissen, daß wir nicht haben. Es scheint ungenau zu sein. Stattdessen werden wir etwas Neutraleres verwenden: anti-schwul oder so, wenn wir Grund zu der Annahme haben, daß das der Fall war.“

„Wir wollen, daß unsere Phrasierung präzise und genau und neutral ist“, sagte er.

Die Änderungen im  Internet‚Zensurbuch‘  Internet-‚Style Book‘ werden im nächsten Jahr in der gedruckten Ausgabe erscheinen.

Hier finden Sie den Originalartikel, AP nixes ‚homophobia‘, ‚ethnic cleansing‘

Also, immer schön auf die staatlich gewünschte Formulierung achten:

Mord und Vertreibung ist eine Kampagne. Eine Gewalttat ist eine Aktivität. Und schwul ist Neutralsprech für homosexuell.

Und hier ist das Déjà-vu:

Neues Buch erklärt Journalisten die Berichterstattung über Homosexuellen-Themen

7. Juli 2008 — Nachrichtenreporter erhalten in Kürze Zugang zu einem neu gestalteten  ‚Zensurbuch‘  ‚Stylebook‘, das sie bei ihrer Berichterstattung über Geschichten, die mit Homosexualität in Verbindung stehen, anleitet. Kritiker behaupten jedoch, daß die Empfehlung des  ‚Zensurbuches‘  ‚Stylebooks‘, Begriffe wie ‚Lebensstil‘ und ‚sexuelle Vorliebe‘ (‚sexual preference‘) zu vermeiden, nicht geeignet ist, um eine faire und korrekte Berichterstattung zu fördern.

„Was wir schaffen wollen, ist ein genaues und präzises Nachschlagewerk zur sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität“, erklärt Chuck Klein, Leiter der 10-köpfigen  ‚Zensurbuch‘Arbeitsgruppe  ‚Stylebook‘-Arbeitsgruppe vom ‚Nationalen Lesbisch-Schwulen Journalistenverband‘ (‚National Lesbian and Gay Journalists Association‘, NLGJA) und stellvertretender Nachrichtenredakteur bei THE NEWS AND OBSERVER in Raleigh, North Carolina.

Der NLGJA, eine 12 Jahre alte Organisation mit 1.100 Mitgliedern, veröffentlichte am Dienstag die Online-Version des  ‚Zensurbuches‘  ‚Stylebooks‘ aus dem Jahr 2002 und plant bei seiner Versammlung im September kommenden Jahres eine Verteilung in Druckform.

Laut Small ist dies die „erste Grundüberholung“ des  ‚Zensurbuches‘  ‚Stylebooks‘ seit der ersten Veröffentlichung von 1997. Seitdem wurde die Mission vom NLGJA „erweitert, um integrativer für bisexuelle und transgenderelle Leute zu sein, und deshalb soll das neue  ‚Zensurbuch‘  ‚Stylebook‘ diese Mission wiedergeben“.

Der NLGJA hofft, daß die neue Version verwendet wird, um  ‚Zensurbücher‘  ‚Stylebooks‘ zu ergänzen, die bereits von den Medien genutzt werden.

Der achtseitige Leitfaden (Anm.: der 2010 bereits zwanzig Seiten hat) ist eine „maßgebliche Ressource“, die „genaue und unverzichtbare Erkenntnisse über die Identitäten und aktuellen Ausdrücke bietet, die schwule, lesbische, bisexuelle und transgenderelle Menschen so ziemlich charakterisieren“, sagte Pamela Strother, die verantwortliche Direktorin von NLGJA.

„In der Vergangenheit sahen wir Begriffe wie ‚bekennender Homosexueller‘ [und] ‚Zimmergenosse‘ (‚admitted homosexual‘ [and] ‚roommate‘), um Schwule und Lesben zu beschreiben, was wir als voreingenommen und unfaire Berichterstattung betrachten“, sagte Strother. „Unsere Terminologie hilft Journalisten, zu verstehen, wie eine passendere und gerechtere Terminologie aussieht.“

Unter den mehr als 50 Einträgen befindet sich eine Definition für Lebensstil: „eine ungenaue Bezeichnung, die manchmal verwendet wird, um das Leben von schwulen, lesbischen, bisexuellen und transgenderellen Menschen zu beschreiben. Vermeiden.“ Ebenso rät der Leitfaden Journalisten, den Begriff ‚sexuelle Vorliebe‘ (‚sexual preference‘) zu vermeiden und stattdessen ‚sexuelle Orientierung‘ zu verwenden.

„Ex-Schwule“ beschreibt laut Leitfaden „die vor allem in konservativen Religionen verwurzelte Bewegung, die die sexuelle Anziehung von Personen des gleichen Geschlechts zu Personen des anderen Geschlechts ändern will (to change the sexual attraction of individuals from same-sex to opposite-sex)“.

Darüber hinaus sind ‚Bürgerrechte für Schwule‘ (‚gay civil rights‘), ‚gleiche Rechte‘ und ‚Schwulenrechte‘ akzeptable Alternativen zu ‚Sonderrechten‘ — laut dem Stylebook ein „politisch aufgeladener Begriff, der von Gegnern der ‚Bürgerrechte für Schwule‘ verwendet wird“.

„Grundsätzlich glauben wir, daß der Zweck eines  ‚Zensurbuches‘  ‚Stylebooks‘ darin besteht, Journalisten [mit] so genauen, präzisen Informationen wie möglich zu versorgen — weil auch wir Journalisten sind“, sagte Small.

Doch Reed Irvine, der Vorsitzende von Accuracy in Media, hinterfragt den Anspruch von NLGJA auf „Genauigkeit und Fairness“ und zitiert mehrere Punkte, die, wie er sagt, bequemerweise weggelassen wurden.

Irvine wies darauf hin, daß unter den mehr als 50 Einträgen Begriffe wie ‚F**ting‘, ‚G**den S**wers‘ und ‚B**ebacking‘ (Anm.: Analverkehr ohne Kondom — mal ehrlich, warum erklären Journalisten der freien Meinungsäußerung zuliebe nicht, was das Berauschende daran ist, den Penis in Exkremente zu tauchen?) fehlen.

„Das sind Dinge, die sie tun — ich denke, [sie] ziehen es vor, in der Öffentlichkeit nicht darüber zu sprechen“, sagte Irvine.

Und Irvine fügte hinzu, daß unter den etwa 40 wichtigen LGBT-Organisationen für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgenderelle, die im  ‚Zensurbuch‘  ‚Stylebook‘ aufgeführt werden, der ‚Nordamerikanische Verband für die Liebe zwischen Männern und Knaben‘ (‚North American Man-Boy Love Association‘, NAMBLA) „auffällig abwesend“ ist. „Ich vermute, daß sich die Leute von NAMBLA verletzt fühlen könnten, weil sie auf dieser ausgezeichneten Liste fehlen“, sagte Irvine.

„Ganz ehrlich, es kam nie zur Sprache“, sagte Klein auf die Frage, warum NAMBLA auf der Liste fehlt. Er sagte, „eine ganze Reihe von Gruppen“ wurden hinzugefügt, als der Leitfaden aktualisiert wurde, aber NAMBLA war nicht dabei.

Strother sagte, daß sich die Darstellung von Homosexuellen in den Medien „tiefgreifend verändert“ hat und führt vieles davon auf die Nutzung des  ‚Zensurbuches‘  ‚Stylebooks‘ zurück. Da das überarbeitete  ‚Zensurbuch‘  ‚Stylebook‘ derzeit nur online verfügbar ist, ist es schwierig, die Zahl der Journalisten zu schätzen, die es benutzen, sagte Strother. Sie fügte jedoch hinzu, daß der Leitfaden „für die Branche sehr nützlich“ gewesen ist.

„Von den Hochschulen kommen neue Lektoren und sie hatten noch nie mit schwulen und lesbischen Fragen zu tun,“ fuhr Strother fort. „Dies ist also ideal, um neue Lektoren [und] neue Reporter auszubilden.“

Hier finden Sie den Originalartikel, New Book Guides Journalists in Reporting of Homosexual Issues.

Zensur ist …

2012/11/23

Die Internetsuche nach „Wird Guido Westerwelle erpreßt?“ entwickelt sich äußerst spannend.

Um etwa 10 Uhr (MEZ) hieß es: „Aus Rechtsgründen hat ***** 139 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt. Weitere Informationen über diese Rechtsgründe finden Sie unter ChillingEffects.org.“

Um etwa 12 Uhr hieß es: „Aus Rechtsgründen hat ***** 162 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt. Weitere Informationen über diese Rechtsgründe finden Sie unter ChillingEffects.org.“

Um etwa 14 Uhr hieß es: „Aus Rechtsgründen hat ***** 196 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt. Weitere Informationen über diese Rechtsgründe finden Sie unter ChillingEffects.org.“

Um 14:28 Uhr hieß es: „Aus Rechtsgründen hat ***** 200 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt. Weitere Informationen über diese Rechtsgründe finden Sie unter ChillingEffects.org.“

Wahrscheinlich ist an meinem Browser irgendeine Schraube locker, denn so einen Highscore habe ich  selten  noch nie gesehen.

(Und ich dachte immer, unsere Leute in der Regierung arbeiten nie.)

Google: Obama-Administration verlangt routinemäßig Benutzerdaten

2012/06/19

BREITBART / CNN über das Neue Internet.

Laut einem Transparenz-Bericht von Google haben die US-Regierungsbehörden Google aufgefordert, über 6.000 Suchergebnisse zu Blogeinträgen oder Videos zu löschen, die Google automatisch archiviert. Und das sind nur die letzten sechs Monate des Jahres 2011. Wie CNN berichtet, ist das eine Steigerung von 718 Prozent in den sechs Monaten seit Anfang 2011. Die Strafverfolgungsbehörden haben Google wiederholt aufgefordert, angeblich „verleumderisches“ Material zu entfernen. Aus dem Grund bekam Google von den Regierungsbehörden 6.321 Anfragen für Nutzerdaten — und Google sagte in 93 Prozent der Fälle ja.

Für Google war das Problem nicht weiter verwunderlich, weil „wir jedes Jahr mehr Produkte und Dienstleistungen anbieten und eine größere Anzahl von Benutzern haben“. Es stellt sich jedoch die Frage, warum die Zahl in die Höhe schnellte und ob das etwas mit der Politik zu tun hat.

Hier finden Sie den Originalartikel, Google Says Obama Admin Agencies Routinely Requesting User Data.

Präsidentin Marie Antoinette

2012/05/01

Arnold Ahlert über die Kompensation des US-Sparkurses.

(Anmerkungen in Klammern)

Am Freitag wurde wieder einmal über das „unerwartet“ schwache US-Wirtschaftswachstum berichtet, das auf eine Jahresrate von 2,2 Prozent sank und damit deutlich unter den von den Ökonomen vorhergesagten 2,5 Prozent liegt (siehe „das unerwartet schwache US-Wirtschaftswachstum“ auf FOCUS.de). Dieser blasse Trend repräsentiert die schwächste wirtschaftliche Erholung seit der Großen Depression. Die meisten Amerikaner verstehen, daß eine solche Realität von ihnen erfordert, den Gürtel enger zu schnallen und zu sparen. Nicht so sehr Präsident Obama und die First Family. Eine Reihe von XXL-Urlauben, die im Wesentlichen vom Steuerzahler übernommen werden, sind auch weiterhin ein integraler Bestandteil des Lebensstils der Obamas.

Kaum ein vernünftiger Amerikaner würde dem Präsidenten oder seiner Familie keine „Auszeit“ gönnen. Doch in einer Zeit, in der das Wort „Urlaub auf Balkonien“ ein zunehmend vertrauter Bestandteil des amerikanischen Lexikons ist, könnte man denken, daß ein Präsident, der die Reichen schmäht und die Amerikaner daran erinnert, daß er nicht „mit einem silbernen Löffel im Mund“ geboren wurde, vielleicht ein bißchen sensibler an die Art des Urlaubs herangeht, den der Präsident und seine Familie nehmen.

Er macht es jedoch auf eine ziemlich seltsame Art und Weise. Als Malia, die 13-jährige Tochter des Präsidenten, mit 12 ihrer Freunde und 25 Secret Service-Agenten einen Frühlingsurlaub nach Mexiko nahm — einen, der den Steuerzahler laut Berichten 2,5 Millionen Dollar kostete — wurde dies von den Medien schnell verborgen. Die erste Meldung kam von AFP, später wurde die Geschichte von Yahoo, der Huffington Post, und der International Business Times aufgegriffen, und auch ausländische Publikationen wie The Daily Mail, The Telegraph und The Australian berichteten darüber.

Doch alle Geschichten waren am gleichen Abend verschwunden. Die aktualisierten Links führten entweder zu den Startseiten oder zeigten 404-Fehlerseiten, auf denen „Seite nicht gefunden“ zu lesen war. (The Blaze hat eine Sammlung mit Screenshots der ursprünglichen Meldungen.) Was war passiert? Das Weiße Haus brachte die willfährigen Medien dazu, die Geschichte zu bereinigen. Kristina Schake, die Kommunikationsleiterin der First Lady, bestätigte dies Politico: „Von Anbeginn der Administration hat das Weiße Haus die Nachrichtenagenturen gebeten, über die Obama-Kinder nicht zu berichten, oder sie zu fotografieren, wenn sie nicht bei ihren Eltern sind und es kein grundlegendes Interesse an Nachrichten gibt. Wir haben die Agenturen an diesen Wunsch erinnert, um die Privatsphäre und die Sicherheit dieser Mädchen zu schützen.“

Solche Bedenken für die Sicherheit der Mitglieder der First Family sind völlig legitim. Doch einige Fragen bleiben unbeantwortet. Wenn wenn texanische Amt für öffentliche Sicherheit warnt, nicht nach Mexiko zu gehen, weil „Kartell-Gewalt und andere kriminellen Aktivitäten eine erhebliche Gefährdung der Sicherheit darstellen, selbst in einigen Urlaubsorten“, warum sollte der Präsident seiner Tochter dann erlauben, dorthin zu reisen? Warum war es notwendig, ein Dutzend Freunde mitzunehmen, so daß die Reise teurer und die Sicherheit weitaus komplizierter wurde? Warum befolgen die Medien Marschbefehle aus dem Weißen Haus? Warum hat die Reise den Steuerzahler 2.500.000 Dollar gekostet?

Vielleicht weil der Apfel nicht weit vom Stamm fällt. Letzte Woche veröffentlichte Judicial Watch einen Bericht, der enthüllt, daß First Lady Michelle Obamas Reise nach Spanien an die Costa Del Sol im Jahr 2010 den Steuerzahler 467.585 Dollar kostete. Auch in diesem Fall wird jeder vernünftige Mensch einer Frau im Rampenlicht der Öffentlichkeit etwas Ruhe und Entspannung gönnen. Doch wie die New York Times berichtete, beinhaltete dieser Spaß einen Aufenthalt im „Fünf-Sterne-Hotel Villa Padierna bei Marbella, wo mindestens 30 Zimmer für das Gefolge reserviert wurden, einschließlich der Sicherheit. Das Hotel ist eine von Spaniens luxuriöseren Einrichtungen, mit Zimmern, die von 500 Dollar pro Nacht bis zu einer 6.600-Dollar-Suite mit 24-Stunden-Butler-Service reichen.“

Darüber hinaus ist Michelle Obama kaum zurückhaltend, wenn es um Urlaub geht. Ihre Reise nach Aspen, Colorado im Februar 2012 für ein Ski-Wochenende mit den Töchtern Sasha und Malia am (US-amerikanischen Gedenktag) President’s Day markierte den 16. Urlaub, den Obamas Familienmitglieder in etwas mehr als drei Jahren nahmen — die aktualisierte Zahl ist jetzt 17 — Camp-David-Besuche oder kurze Reisen, wie eine New-York-City-„Date-Night“ im Mai 2009, nicht mitgerechnet. Die First Lady oder der Präsident ist scheinbar auch nicht besorgt, dem Steuerzahler die Kosten für separate Flüge zu gleichen Zielen aufzubürden. Es kostete den Steuerzahler 100.000 Dollar, als die First Lady 2010 vor ihrem Mann zu einem Urlaub nach Hawaii flog, und Tausende mehr, als die First Lady in einem separaten Regierungs-Jet nur vier Stunden vor dem Flug des Präsidenten zu einem Urlaub auf Martha’s Vineyard reiste (das Sylt der USA). Ihre Zeit auf Martha’s Vineyard verbrachte die First Family auf der Blue-Heron-Farm, einem Anwesen, das laut Berichten für rund 50.000 Dollar pro Woche vermietet wird. Und Bo, der Hund des Präsidenten, und sein Betreuer flogen auf einer Reise nach Maine im Juli 2010 in einer separaten Maschine zu diesem Ziel.

Eine solche Vorliebe für Extravaganz hat sich zu einer ziemlich entmutigenden Zahl summiert. Die britische Daily Mail, die Quellen des Weißen Hauses zitierte, die die First Lady „einen Urlaubs-Junkie“ nannten, behauptete, Michelle Obama hätte — bis zum Stand August 2011 — „allein im vergangenen Jahr 10 Millionen Dollar an US-Steuergeldern für Urlaube ausgegeben“. Die ungenannte Quelle fährt fort: „Michelle genießt während ihrer Reisen auch teuren Suff (booze). Sie bevorzugt Martinis mit Wodka von bester Qualität und hat eine Vorliebe für reiche Schaumweine.“

Es überrascht nicht, daß ein Mitglied der Medien die Obamas verteidigte. Mark Knoller von CBS erklärt, daß die „Zahl der Tage“ der Urlaube des ehemaligen Präsidenten George W. Bush mehr als doppelt so hoch ist wie die von Obama im gleichen Zeitraum. Doch Bush war auf seiner eigenen Ranch in Crawford, Texas und die mit solchen Reisen verbundenen Kosten sind beispielsweise kaum mit Obamas Weihnachtsurlaub 2011 in Hawaii zu vergleichen, der laut dem Hawaii Reporter 1,5 Millionen überstieg.

Und dieselben Medien, die George Bush wegen seiner Golferei verspotteten, sind bemerkenswert still in Bezug auf zahlreichen Golf-Ausflüge von Präsident Obama, trotz der Tatsache, daß der aktuelle Präsident in seiner ersten Amtszeit öfter gespielt hat als Bush in zwei Amtszeiten. Eine Runde spielte er, anstatt an der Beerdigung des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski teilzunehmen (siehe „Obama spielt Golf während Kaczynski-Beerdigung“ auf RIAN.de).

Die First-Family-Übungen in Extravaganz werden langsam anstrengend, selbst für Demokraten. Der Meinungsforscher John McLaughlin und andere Republikanische Meinungsforscher reisten in 11 umkämpfte Bundsstaaten, um mit Wechselwählern zu sprechen, „größtenteils Demokraten“, die im Jahr 2008 für Obama stimmten, derzeit aber unentschlossen sind. Während die Befragten in Bezug auf die Wirtschaft deprimiert waren und sich über die Reichen und Regierungsarbeiter ärgerten, die ihre Steuergelder „aufsaugen“, äußerten viele der Befragten „bereitwillig Kritik an den Urlauben des Präsidenten, die beschnitten werden sollten“. McLaughlin erläuterte ihre Argumentation: „Sie nehmen alles durch ihre eigene persönliche Situation wahr und wenn sie es sich nicht leisten können, dann können sie es nicht genießen — sie mögen es nicht, daß Obama ihre Steuergelder für sich nutzt“, sagte er. „In diesem Fall sehen sie ihn als realitätsfremd. Während sie kämpfen müssen, nimmt er an diesem Kampf nicht teil, und er tut mit ihren Steuer-Dollars im Grunde genommen das, was sie nicht tun können.“

Ob zu Recht oder Unrecht, das Ergebnis einer Wahl hängt ebenso sehr von der Wahrnehmung ab, wie von den Fakten. Der Präsident ist bemüht, Reichtum im Allgemeinen und Mitt Romneys Erfolg im Besonderen als etwas darzustellen, das verunglimpft und / oder mißgönnt werden soll. Eine solche Botschaft erreicht zweifellos viele Amerikaner. Doch einige Amerikaner beginnen zu bemerken, daß ein wohlhabender Einzelner, dessen Reinvermögen etwa 5 Millionen Dollar beträgt, der einen anderen wohlhabenden Einzelnen verunglimpft, bestenfalls ein gewisses Maß an Unredlichkeit demonstriert und schlimmstenfalls Heuchelei. Verschärft wird diese Unziemlichkeit noch durch einen öffentlich verschwenderischen Lebensstil, der zumindest teilweise vom Steuerzahler übernommen wird, auch wenn der Präsident seine Landsleute zu „gemeinsamen Opfern“ aufgerufen hat.

Obama versucht, das Pferd von hinten aufzuzäumen. Es wäre mehr als ironisch, wenn der Mann, der die Ressentiments zwischen den Klassen schürt, im kommenden November dadurch annuliert wird, daß sich diese Ressentiments gegen ihn und seine Familie richten. Die kommenden Monaten werden zeigen, ob sich der Präsident und seine Wahlkämpfer für diese Option entscheiden.

Hier finden Sie den Originalartikel, Our Marie Antoinette President.

Internet-Zensur

2012/04/10

Wayne Madsen erklärt das neue Internet.

(Anmerkungen in Klammern)

Die Zensur des Internet kam nicht über Nacht, sondern näherte sich Amerikas Küsten langsam von den Testgebieten China und Naher Osten.

Administratoren journalistischer Internetseiten fangen an, es zu diskutieren, E-Mail-Nutzer verstehen langsam, warum es ihre E-Mails betrifft — die wichtigsten Suchmaschinen scheinen sich danach zu richten, und der Signal-Rausch-Abstand zwischen legitimen E-Mails und Spam-Mails scheint geringer zu werden.

In diesem Fall ist „es“ das, wovor Datenschützer und Computer-Experten schon lange warnten: nationale und globale Internet-Zensur in großem Maßstab. Das Internet wird seit vielen Jahren in vielen Ländern auf der ganzen Welt zensiert. Jetzt. Und auch in Amerika.

Die Abstimmung durch den Kongreß, einen erweiterten Patriot Act um weitere vier Jahre zu verlängern, wird den politischen Kräften der Bush-Regierung ermöglichen, die Zensur im Internet mithilfe der Strafverfolgung auszudehnen. (Dieser Artikel erschien am 9. Dezember 2005 im „Wayne Madsen Report“ — inzwischen sind wir wohl einen Schritt weiter.)

Internet-Zensur: Die Zeichen waren nicht zu übersehen

Die Warnzeichen für eine Internet-Razzia begleiten uns seit über einem Jahrzehnt. Die „Clipper-Chip“ Kontroverse der 90er Jahre (siehe „Escrowed Encryption Standard“ — Behörden hätten dabei Zugriff auf die Schlüssel bekommen können, die von zwei Benutzern zum Datenaustausch verwendet werden), John Poindexters „Total Information Awareness“ nach dem 11. September 2001 (TIA; siehe „Information Awareness Office“ — Aufgabe dieser Agentur war es, innerhalb einer Datenbank alle verfügbaren Merkmale der Bürger zu suchen und später auszuwerten), Geheimverträge zwischen der Regierung und den Internet-Providern und der Patriot Act läuteten eine neue Ära der Internet-Zensur ein, etwas, das Computer-Programmierer angesichts der Natur des Internets ein halbes Jahrzehnt zuvor für unmöglich hielten. Sie lagen falsch.

Nehmen Sie zum Beispiel das, was sich vor kurzem ereignete, als zwei Journalisten am Telefon über eine Geschichte sprachen, die auf Google News erschien. Die Geschichte handelte von einer streng-christlichen Bewegung im Kongreß, die im Sudan US-Streitkräfte einsetzen wollte, um den Völkermord in Darfur zu beenden. Die Geschichte erschien auf der englischen Seite von Google News in Katar. Doch die gleiche Google News Seite zeigte den Artikel nicht, wenn darauf zur gleichen Zeit in Washington, DC zugegriffen wurde. Diese Zensur erledigen Geolocation-Filter: die Änderung oder Einschränkung von Internet-Inhalten aufgrund des geografischen Standortes des Nutzers. Diese Filterung kann jetzt nach Ländern, Staaten, Städten und sogar einzelnen IP-Adressen umgesetzt werden.

Wenn die schwedische Zeitung Svensa Dagbladet heute berichtet, daß das US-Heimatschutzministerium den Flughafen-Behörden auf der ganzen Welt eine „Flugverbots-Liste“ mit 80.000 mutmaßlichen Terroristen zusandte, ist es nicht abwegig, daß den Internet-Providern auf der ganzen Welt eine „Liste zum Verbot oder zur Eingeschränkung des Internet bzw. von E-Mails“ zusandte. Die systematischen Störungen, die bei Internetseiten und E-Mails auftreten, deuten stark darauf hin, daß eine solche Liste existiert.

Nachrichtungenmeldungen über CIA-Transportflüge von Gefangenen und geheime Gefängnisse verschwinden auf Google und anderen Suchmaschinen wie Alltheweb so schnell, wie sie erscheinen. Heute noch da und morgen schon weg ist die Regel.

Links zu Artikeln mit explosiven Informationen über die Bush-Regierung, den Krieg im Irak, Al Qaida und US-Polit-Skandalen fehlen auf Google systematisch. Außer Google arbeiten aber auch noch andere daran, den Internet-Diskurs zu ersticken. AOL, Microsoft, Yahoo und andere verwandeln das Internet langsam in eine Datenautobahn aus Barrikaden, Mautstellen und Ausfahrten, die zu Kontrollen, Engpässen und Sackgassen führen.

AOL erstickt die Freiheit im Internet am krassesten. Ein ehemaliger AOL-Mitarbeiter hat darauf hingewiesen, wie AOL und andere Internet-Provider mit der Bush-Administration zusammenzuarbeiten, um E-Mais zu zensieren. Der Patriot Act gab den Bundesbehörden die Macht, Informationen auf der Datenpaket-Ebene zu überprüfen und AOL wurde von Behörden wie dem FBI angewiesen, mehr zu tun, als nur in der Betreff-Zeile herumzuschnüffeln. Die Nutzungsbedingungen von AOL sind allmählich erweitert worden, um AOL nahezu universelle Macht in Bezug auf die Informationen zu gewähren. Vielen AOL-Benutzern ist wahrscheinlich nicht die flexible Klausel bewußt, die besagt, daß sie an die aktuellen Nutzungsbedingungen sowie sämtliche Nutzungsbedingungen gebunden sind, die AOL zukünftig jederzeit wählen kann. Die einst von AOL-Nutzern akzeptierten Vereinbarungen besagen im Wesentlichen, daß sie die Zensur und Nicht-Zustellung ihrer E-Mail gestatten.

Für Hotmail von Microsoft lauten die Bedingungen ähnlich, wie für die jeweiligen E-Mail-Dienste von Yahoo und Google.

Es gibt auch viele Fälle, in denen Googles Suchmaschine bestimmte Informationen nicht auflistet. Diese Situation ist laut einer Reihe von Administratoren von Internetseiten mit politischen Anti-Bush Inhalten im letzten Monat immer deutlicher geworden. Darüber hinaus berichten viele Administratoren von Internetseiten, daß die Besuche ihrer Internetseiten laut Analyse der Statistik dramatisch abfallen. Sie beklagen außerdem die Frequenz, mit der gefälschte Spam-Viren gemeldet werden, die von den Adressen ihrer Internetseiten kommen.

Die Störung der politischen Seite des Internet durch die Regierung kann leicht inmitten aggressiver Medienberichte über die neuesten Viren und Würmer versteckt werden, die mehr mit dem Verkauf von Anti-Viren-Software und -Dienstleistungen zu tun haben als mit tatsächlichen langfristigen Störungen von Banken, Energieversorgern oder Fluggesellschaften.

Internet-Zensur in den USA: Nicht länger eine Vorhersage

Google, Microsoft, Yahoo und Cisco Systems haben ihre Fähigkeiten in der Internet-Zensur seit Jahren in Ländern wie China, Jordanien, Tunesien, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Vietnam und anderen Ländern verfeinert. Sie haben viel gelernt. Sie wären die Letzten, die zugeben, daß sie ihre Zensur-Fähigkeiten in den Vereinigten Staaten auf Geheiß des Bush-Regimes importiert haben. Im vergangenen Jahr wurde während der Bush-Cheney-Wahl der internationale Zugang zu ihrer Internetseite www.georgewbush.com aus nicht näher erläuterten „Sicherheitsgründen“ blockiert.

Nur die Regierungsbürokraten und die beteiligten Unternehmen wissen, welche Geschäfte zur Internet-Zensur gemacht wurden und wie umfangreich die Internet-Zensur ist. Sie schulden ihren Kunden und ihren Mitbürgern die vollständige Offenlegung.

Hier finden Sie den Originalartikel, Internet Censorship.