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Eine Brücke über die Kluft der Todesstrafe

2012/02/23

Dennis Prager über einen ‚Grünen Punkt’, mit dem Sie ein aktives Zeichen setzen können, um Leben zu retten.

(Anmerkungen in Klammern)

Ich möchte einen einfachen Vorschlag machen, der, wenn er in Kraft tritt, eine äußerst wertvolle Ressource erzeugen konnte: moralische Klarheit.

Er betrifft die Todesstrafe.

Die Gegner der Todesstrafe für Mörder argumentieren, daß der Staat kein Recht hat, einem Mörder das Leben zu nehmen. Eine Tatsache, die sie dabei vergessen oder übersehen, ist, daß der Staat im Namen der ermordeten Person und der Familie der ermordeten Person handelt, nicht nur im Namen der Gesellschaft.

Damit dies so klar wird wie möglich — hier ist mein Vorschlag: Die Menschen sollten in der Lage sein, zu erklären, was der Staat in ihrem Namen tun soll, falls sie ermordet werden. Diejenigen, die vom Staat wollen, daß ihr Mörder bis zu seinem natürlichen Tod am Leben bleibt, sollten zum Beispiel ein grünes Armband und / oder einen grünen Punkt in ihrem Führerschein oder auf ihrem Kfz-Kennzeichen tragen (siehe Bild oben mit der offiziellen EU-Regelung). Und diejenigen, die wollen, daß ihr verurteilter Mörder hingerichtet wird, können dann ein rotes Armband und / oder einen roten Punkt auf ihrem Kfz-Kennzeichen tragen.

So wie ich einen rosa Organspender-Kreis auf meinen Führerschein habe, was bedeutet, daß ich, falls ich sterben sollte, meine Organe anbiete, um zu helfen, daß eine Person am Leben bleibt, wünsche ich, daß bekannt ist, daß ich, falls ich ermordet werde, nicht wünsche, daß mein Mörder auch nur einen Tag länger am Leben gehalten wird, als es rechtlich notwendig ist.

Es gibt eine Reihe von Gründen, eine solche Regelung zu empfehlen.

Erstens ist es, wie erwähnt, ist es eine Klärung für den Einzelnen. Es ist leichter, abstrakt Stellung zu beziehen. Es ist eine Sache, die Todesstrafe abzulehnen, wenn andere getötet werden, aber wenn Sie zu entscheiden haben, was passiert, wenn Sie es sind, der ermordet wird, konzentriert sich der Geist sehr viel klarer.

Vor der Entscheidung sollte sich eine Frau vorstellen, vergewaltigt und dann erstochen zu werden. Und sie soll sich weiter vorstellen, daß, wenn ihr dies passiert, sie jetzt ein Mitspracherecht hat, zu bestimmen, was mit der Person geschehen soll, die ihr das angetan hat. Sie ist nicht länger eine stumme Leiche. Ihre Stimme wird gehört werden, und vielleicht sogar das Schicksal ihres Mörder bestimmen.

Ebenso wird die Frau, die wirklich für jeden Mörder die Todesstrafe ablehnt, egal wie abscheulich und sadistisch er handelte, nun die Möglichkeit haben, vom Grab aus zu sprechen. Familienmitglieder, egal wie sehr ihre Familie die Todesstrafe wünscht, werden kein Mitspracherecht haben. Jede Frau und jeder Männer, die oder der die Todesstrafe unter allen denkbaren Umständen leidenschaftlich ablehnt, kann nun dazu beitragen, daß zumindest in ihrem oder seinem Fall das Leben eines Mörders bewahrt wird, das ihm sonst vielleicht genommen worden wäre. Es gibt keinen direkteren Weg, um Gegnern der Todesstrafe das Recht auf Mitsprache über das Schicksal eines Mörders zu geben.

Zweitens verleiht eine solche Wahl dem Einzelnen große Macht. Gegner der Todesstrafe, die zum Beispiel in Texas leben, können jetzt in einer Angelegenheit von enormem moralischem Ausmaß ein Wörtchen mitreden.

Und Befürworter der Todesstrafe, die in Staaten leben, in denen die Todesstrafe entweder per Gesetz oder de facto abgeschafft wurde, haben wieder ein Gefühl der Macht über ihr Leben — oder ihren Tod, um genau zu sein.

Bis vor etwa 50 Jahren hatte das Individuum über sein eigenes Leben sehr viel Kontrolle. Aber seitdem ist diese Kontrolle untergraben worden und der Staat ist umso mächtiger geworden. Mordopfern ein Mitspracherecht über das Schicksal ihrer Mörder zu geben, wäre ein kleiner, aber symbolisch bedeutsamer Schritt zur Bekräftigung der Bedeutung des Individuums. Es ist schwer, sich eine angemessenere Arena vorstellen, als in Form der Bestimmung, was mit der Person geschieht, die Sie ermordete.

So dunkel die Gedanken über die eigene Ermordung auch sein mögen, wir alle denken darüber nach. Und ich glaube nicht, daß ich nur für mich selbst spreche, wenn ich sage, daß ich nur ein kleines bißchen besser ruhen würde, wenn ich weiß, daß, wenn ich ermordet wurde, mein Mörder nicht die Möglichkeit hätte, fernzusehen; Bücher zu lesen; zu turnen; Beziehungen mit Menschen innerhalb und außerhalb des Gefängnisses aufzubauen; im Internet zu surfen; zu singen; Musik zu hören; eine Sozialversicherung zu haben; und von Angehörigen besucht zu werden, während ich in meinem Grab liege.

Und diejenigen, die gegen die Todesstrafe sind, können auch ein bißchen entspannter ruhen. Sie werden die Gewißheit haben, daß sogar Männer, die zu ihnen nach Hause kamen, alle Frauen in ihrer Familie vergewaltigten, und dann das Haus mit der Familie, die sich darin befand, in Brand setzten — wie vor einigen Jahren in Connecticut — nie vom Staat getötet werden würden.

Drittens wäre es interessant, zu sehen, ob diese farbigen Markierungen irgendwelche Auswirkungen hätten, wer ermordet wird. Klar, wenn ein Mord ein Verbrechen aus Leidenschaft ist, dann ist es schwer vorstellbar, daß ein Möchtegern-Mörder davon absehen würde, jemanden zu töten, wenn er eine rote Markierung bemerkt. Aber Verbrechen aus Leidenschaft werden generell nicht mit dem Tode bestraft. Auf der anderen Seite könnte es bei Kapitalverbrechen möglich sein, nicht unbedingt wahrscheinlich, aber möglich, daß ein Mörder, oder, schon wahrscheinlicher, sein Komplize, wenn es einen gibt, die Ermordung der Opfer vielleicht überdenkt.

Viertens zwingt die Wahl der farbigen Markierung die Menschen nicht nur zu einer Konfrontation mit ihrem eigenen Gewissen — sie wird zweifellos auch für intensive Diskussionen mit anderen sorgen. Um nur ein Beispiel zu nennen, könnte dies sicher Singles helfen, die zu einer Verabredung gehen. Wenn Sie gegen die Todesstrafe sind, und ihre Verabredung taucht mit einem roten Armband und / oder Punkt auf seinem Nummernschild auf, werden Sie entweder eine viel intensivere Diskussion haben, als Sie sie sonst gehabt hätten, oder Sie werden sich die Zeit und Kosten für eine Verabredung ersparen, die vermutlich zu nichts führen wird.

Dies sind einige der Argumente für diesen Plan. Mir fällt kein einziges gutes Argument dagegen ein — außer, Sie wären ein Gegner der Todesstrafe, der Angst davor hätte, rot zu sehen.

Hier finden Sie den Originalartikel, Bridging the Death Penalty Divide.