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Warum liberale Linke Sarah Palin hassen

2012/03/08

Während die BILD-Zeitung immer mehr in Richtung taz abdriftet — die Kochstraße 50 ist von der Rudi-Dutschke Straße 23 nur noch 19 Sekunden oder 300 Meter entfernt — und hofft, daß Sarah Palin endlich aufgibt, gibt uns Evan Sayet handfeste Gründe, Sarah Palin aus tiefsten Vernunftgründen zu verachten.

(Harry Tisch hatte Evan Sayets Artikel auch entdeckt: Warum wir Sarah Palin hassen.)

(weitere Anmerkungen in Klammern)

Es ist wieder passiert.

Ich verbringe viel Zeit in meinem Coffee-Shop bei mir in der Nähe. Ich schreibe gerne außerhalb, und nebenbei habe ich die Möglichkeit, mit den Menschen, die kommen und gehen, politische Gespräche anzufangen — stets in der Hoffnung, sie darüber zu erleuchten, was Konservative wirklich glauben — und nicht, was ihnen die liberalen linken Medien erzählen.

Heute kam das Gespräch auf Sarah Palin und meine neueste Bekanntschaft platzte heraus: „Oh, ich hasse sie.“ Da sie meine politische Einstellung noch nicht kannte, und da wir uns in Los Angeles befanden, ist es logisch, daß sie erwartete, als Erwiderung das zu hören, was normalerweise in dieser Stadt erwidert wird: „Ja, ich hasse sie auch.“ Stattdessen fragte ich sie, warum.

An diesem Punkt hätte ich ihre Antwort vorhergesagt haben können — denn es ist die gleiche Antwort, die liberale Linke geben, ganz egal, von welchem konservativen Rechten die Rede ist: „Weil sie dumm ist.“ Ich antwortete: „Dumm zu sein, ist kein Grund, jemanden zu hassen, aber sagen Sie mir doch — was an ihrer Politik lehnen Sie ab?“ Ihre Antwort vorherzusagen, war nicht schwer: „Alles davon!“

Ich hakte weiter nach. „Na dann, wenn es alles davon ist, müßten Sie leicht ein Beispiel nennen können.“ Ihre Antwort? „Es ist zu viel, um es aufzuzählen.“

„Dann zählen Sie nichts auf — nennen Sie mir bloß ein Beispiel“, sagte ich.

Das ging eine ganze Weile, bis meine neue Bekanntschaft endlich zugab, daß sie nichts über die Politik von Sarah Palin wußte. Bevor sie weglief — Demokraten laufen immer weg, wenn Sie aufgefordert werden, Fakten zu liefern, um ihren Haß auf die Republikaner zu rechtfertigen — schaute ich ihr in die Augen und sagte: „Wenn Sie nichts von ihrer Politik wissen, sollten Sie vielleicht mal nachforschen.“ Sie versprach, es zu tun. Sie wird es nicht tun. Wenn es etwas gibt, auf das bei Demokraten Verlaß ist, dann ist es ihre Faktenlücke, die sie mit Haß aufgefüllt haben.

Aber es gab mir zu denken. Da diese Menschen keine der politischen Positionen von Sarah Palin kennen, warum hassen sie sie dann? Es muß ihre Lebensgeschichte sein. Für jeden anständigen Menschen könnte Sarah Palins Lebensgeschichte nicht lobenswerter sein. Sie heiratete ihre Highschool-Liebe, blieb verheiratet und offensichtlich liebt sie ihn immer noch. In der rauhesten Natur arbeitete sie in Todds kleinem Fischerei-Betrieb, der offenbar gut genug lief, um ein Haus zu kaufen und eine Familie großzuziehen. Trotz der vielen Stunden, die für den Familienbetrieb und die Kindererziehung nötig sind, trat Sarah Palin, als sie sah, daß die öffentlichen Schulen bei der Erziehung ihrer Kinder keine gute Arbeit leisten, dem örtlichen Lehrer-Eltern-Ausschuß bei und war so effektiv, daß die Menschen, die sie am besten kannten — und in kleinen Städten wie Wasilla gibt es sehr wenige Geheimnisse — sie zu ihrer Bürgermeisterin wählten.

Anscheinend war Sarah Palin in diesem Job so effektiv, daß die Bürgermeister der anderen kleinen Örtchen und großen Städte sie zur Präsidentin der Bürgermeisterkonferenz von Alaska wählten. Nach einer sehr erfolgreichen Zeit als Vorsitzende der „Alaska Oil and Gas Conservation Commission“ führte sie einen harten Kampf gegen einen etablierten republikanischen Gouverneur und wurde im größten Staat der Nation zur Gouverneurin gewählt. Sie machte ihre Arbeit so gut, daß ihre Beliebtheit in Umfragen — trotz ihrer Konkurrenz zur führenden politischen Familie in Alaska — 80 Prozent erreichte.

Als Sarah Palins politische Aussichten immer größer wurden, wurde sie schwanger, mit ihrem vierten Kind, einem Baby mit Down-Syndrom. Obwohl sie schon vorher wissen kann, daß dieses Kind noch mehr Aufmerksamkeit und Pflege benötigen wird als andere Kinder, entschied sich Sarah Palin, ihrem Kind — Trig — das Leben zu geben.

Wenn also diejenigen, die Sarah Palin hassen — hassen!!! — nichts über sie wissen, was über diese Tatsachen hinausgeht, was an Sarah Palins Lebensgeschichte erzeugt dann diesen blinden Haß? Die Antwort ist, daß Sarah Palins Geschichte die Mythen der Opferrolle und Ichbezogenheit entlarvt, die im Mittelpunkt der modernen liberalen linken Ideologie stehen.

Zunächst ist Sarah Palin verheiratet und hat Kinder. Der wohlbehütete Schatz der Demokratischen Partei lautet, daß Frauen mit Kindern — besonders jene, die sich die Zeit nehmen, sich selbst um sie zu kümmern — unterdrückt, schikaniert und dazu verdammt sind, ein Leben ohne persönliche Erfüllung zu führen. Sarah Palins Leben beweist das Gegenteil und die Demokraten hassen sie dafür. Wenn Sarah Palin eine Demokratin wäre, würde sie das letzte Kind nicht haben, es ausgeschaltet haben, bevor es geboren wurde, so daß sie mehr „Ich“ Zeit hätte, um ihren eigenen Wünschen und Freuden nachzugehen. Es läuft eindeutig etwas sehr „falsch“ bei dieser Frau, die einem Kind mit „besonderen Bedürfnissen“ zu leben erlaubt. Dafür hassen sie sie.

Einer der offensichtlichsten demographischen Unterschiede zwischen liberalen Linken und konservativen Rechten ist, daß Kinderlose — diejenigen, die zu egozentrisch und eifersüchtig auf andere sind, die ihnen „ihre“ Aufmerksamkeit stehlen, wütende und hasserfüllte „Feministinnen“, radikale Homosexuelle und Schüler, die zu jung sind, um eine Familie zu gründen — in der Wahlkabine so gut wie sicher zum Schreibtischtäter werden, wenn irgendjemand ein „D“ neben seinem Namen stehen hat. Diejenigen, die verheiratet sind und Kinder haben, erkennt man regelmäßig daran, daß sie „R“ wählen. (In Nachrichten kennzeichnet der oft auch in Klammern stehende Buchstabe „D“ bzw. „R“ die Parteizugehörigkeit — in deutschsprachigen Medien gilt die goldene Journalistenregel, das „D“ bei Skandalen, also immer, wegzulassen und das „R“ in jedem Fall mit Fanatiker, Extremisten, Multimillionäre, Rechtsradikale, Umstürzler, Reaktionäre zu ergänzen.)

Und Sarah Palin hatte einen kleinen Betrieb. Demokraten betreiben keine Unternehmen. Tatsache ist, Demokraten tun nichts. Wären von Wahlen alle ausgeschlossen, die nichts anderes tun, als reden — Akademiker, Nachrichtensprecher, Schauspieler, Politiker — und diejenigen, die das System austricksen, auf der Jagd nach „Abfindungen“, Sozialhilfe, Essensmarken und Unterstützung für Arbeitslose, wie viele Menschen, die Demokraten wählen, würden übrig bleiben?

Sagen wir es so: wäre es eine Vorbedingung, gearbeitet haben zu müssen — etwas getan zu haben, das entweder körperliche Arbeit voraussetzt, oder das eigene Geld zu riskieren — um einen Job im Weißen Haus zu bekommen, dann müßte Barack Obama 94 Prozent seiner Top-Berater feuern. Das ist eine echte Zahl. Neunzig Prozent von Obamas Top-Beratern haben noch nie so etwas getan, wie ein kleines Unternehmen zu führen, eine Brücke zu streichen, die Leitungen in einem Haus zu verlegen oder irgend etwas anderes, als mit ihren Lippen zu klappern.

Das ist die Genesis der Idee, daß Palin „dumm“ ist. Liberale Linke sind überzeugt, daß mit arbeitenden Menschen „etwas los ist“. Das meinen sie mit „Was ist los mit Kansas?“, denn in Kansas arbeiten die Menschen — in Hollywood, Cambridge Massachusetts, den Sendestudios in Manhattan reden die Menschen. (Der Journalist Thomas Frank versucht in seinem 2004 veröffentlichtem Buch „Was ist los mit Kansas?“ — „What’s the Matter with Kansas?“ — zu erklären, warum die Menschen in seinem Heimatbundesstaat Kansas sich auf die Seite der Republikaner geschlagen haben.) Jeder, der arbeitet, muß für liberale Linke dumm sein, schließlich kann nicht jeder so gut reden wie sie, aber eine Ausrede dafür finden, von der Stütze abhängig zu sein und zu Hause zu sitzen.

In Wirklichkeit sind arbeitende Menschen für moderne, liberale Linke nicht nur dumm, sondern gefährlich. Diese Menschen „klammern“ sich an ihre Waffen und ihre Religion, weil sie für ihren Lohn arbeiten. Diese Leute leben ständig am Rande der Gewalt, ganz gleich, ob es ein Angriff ist, wie jener, den sie — nach der liberalen linken Schreibweise — in Tucson (gegen Gabrielle Gifford) verursachten oder ob sie einfach nach Hause gehen und ihre Kinder prügeln. Wie in Bruce Springsteens „Troubadour der Arbeiterklasse“ (dem Song „Factory“ von 1978):

„Früh am Morgen, die Werkssirene dröhnt
Männer wachen auf, und ziehen sich was an.
Das Mittagessen nicht vergessen und den ersten Bus nicht verpassen
Das ist die Arbeit, das ist das Arbeitsleben.

Spät am Abend, die Werkssirene heult
Männer kommen aus den Toren, mit dem Tod in ihren Augen.
Und du, mein Junge, wirst es heute Abend zu spüren kriegen.
Warum? So ist die Arbeit, so ist dieses Arbeitsleben!“

Was anderes zu tun, als zu reden, das ist die Arbeit, das ist das Arbeitsleben — deshalb ist Sarah Palin für diejenigen, die ihre Millionen gemacht haben, indem sie nichts anderes taten, als zu reden, dumm und gefährlich. Dies ist nicht Springsteens einziges Beispiel seiner Ansicht derjenigen, die arbeiten, da ist noch der Horror seines „Vaters“, der „sein ganzes Leben arbeitete, für nichts als den Schmerz“. In diesem Song, „Adam zog einen Kain auf“ („Adam Raised a Cain“, ebenfalls von 1978), prügelt Papa natürlich seine Kinder: „jetzt geht er durch diese leeren Zimmer, sucht nach etwas, dem er die Schuld geben kann“. Und es wird natürlich schlimmer, klar, weil ein Kind, das geschlagen wird, setzt die Spirale der Gewalt fort und prügelt sein Kind: „Du erbst die Sünden, Du erbst die Flammen“. Selbst für einen der sympathischsten liberalen Linken wie Springsteen werden somit nicht eine, nicht zwei, sondern drei Generationen zerstört, bloß weil „Papa“ arbeiten mußte.

Und sie hassen Sarah Palin, weil sie dem Lehrer-Eltern-Ausschuß beitrat, und die Sache besser machte. Nein, nein, das kann unmöglich passieren. Schulen (sprich: die Lehrer-Gewerkschaft) brauchen mehr Geld, allein mehr Geld kann die Probleme in den Schulen lösen. Sarah Palin muß zerstört werden!

Und schließlich hassen sie Sarah Palin, weil sie eine erfolgreiche Bürgermeisterin und Gouverneurin war. Die Geschichtsschreibung der Demokratischen Partei lautet, daß das amerikanische Volk zu dumm ist, um sich erfolgreich selbst zu regieren und Elitisten aus Harvard und Yale braucht, um ihnen zu diktieren, wie sie ihr Leben leben sollten. Wenn aber eine Absolventin der „Universität Idaho“ (wie Sarah Palin) erfolgreich den größten Bundesstaat (Alaska) führen kann, dann kann es auch ein Kind, das seinen Abschluß auf der „Texas A&M University“ (wie Rick Perry) machte oder sogar ein Kind mit einem Diplom vom „Eureka College“ (wie Ronald Reagan).

Es wäre eine Sache, wenn die Demokraten Sarah Palins Themen nicht zustimmen würden. Es ist aber nicht so, daß sie ihr „nicht zustimmen“, sie hassen sie, und sie hassen sie, ohne sich einen Deut darum zu kümmern, wie sie zu den Themen steht. Sie hassen sie, weil sie der lebende Beweis ist, daß die gesamte Deutungshoheit der Demokratischen Partei eine Lüge ist, und aus diesem Grund darf sie nicht gemocht werden — denn wenn Demokraten sie leiden könnten, würden sie ja vielleicht auf ihre Politik hören.

Hier finden Sie den Originalartikel, Why the Left Hates Sarah Palin.

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