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Robin Hood gegen die Besetzer

2011/12/14

Michelle Malkin über Occupy Wall Street und den G20-Gipfel.

Termini technici
Flea Party: linksdrehender Flohzirkus

(weitere Anmerkungen in Klammern)

Die endlose Pyjama-Party von Occupy-Wall-Street startet in eine neue Phase. Nicht arbeiten ist harte Arbeit. Nach einem Monat — in dem sie die Polizei lahmlegten, Berge von Müll produzierten, die Juden verfluchten, während sie Schilder gegen „Nazi Banker“ trugen, mit Perversen, Vergewaltigern und Dieben in ihren Reihen auskamen, mit bekennenden Kommunisten kommunizierten und mit 1-Prozentler-Promis, die 99-Prozentler-Kleidung trugen, auf Du und Du standen — sammeln sich die Besetzer um ein neues Maskottchen:

Robin Hood.

Der Verbrechens-geplagte Karneval der 1001 Forderungen konzentriert sich nun auf einen einheitlichen Tagesordnungspunkt: eine weltweite „Die-Reichen-müssen-bluten-Steuer“ auf Finanztransaktionen. Die kanadische Konzernbeschimpfungsmagazin „Adbusters“ — finanziert vom liberalen linken Wall-Street-Händler Robert Halper — initiierte im letzten Sommer die Occupy Wall Street Belagerung und veröffentlichte in dieser Woche ein neues Online-Manifest, das den Aufruf zu einem „Robin Hood Marsch“ am 29. Oktober 2011 erklärt:

„Überall auf der Welt marschieren die 99 Prozent! … Es ist nun an der Zeit, die gereizte Theatralik aufzudrehen … von der Norm abweichende Streiche, subversive Aufführungen und alle möglichen spielerischen Zweckentfremdungen.“ An Abweichungen von der Norm mangelt es leider nicht, bei all den Demonstranten, die ihre Notdurft auf Polizeiautos verrichten, auf Zelte urinieren, Essen und Telefone stehlen, und sich vor Kindern freimachen. Aber ich schweife ab. Da die Bewegung nun „reifer“ wird, ermahnten die Führer die Massen des widerspenstigen Pöbels in Guy-Fawkes-Masken, „den Kern unseres globalen Systems zu besetzen“.

Der 29. Oktober ist der Vorabend des G20-Gipfels in Frankreich, und das ist der Tag, an dem Adbusters will, daß sich seine Anhänger „erheben und verlangen, daß unsere G20-Führer sofort eine 1-prozentige ROBIN HOOD Steuer auf alle Finanztransaktionen und Währungsgeschäfte verhängen“. Langjährige Verfechter der Steuern sagen, das Geld würde dann „entscheidende Maßnahmen gegen den Klimawandel finanzieren“. Die Botschaft der Besetzer? „Wir möchten, daß Sie die 1.300.000.000.000 Dollar an leicht verdientem Geld, das jeden Tag rund um das globale Casino schwappt, ein wenig verlangsamen — genug Geld, um alle Sozialprogramme und Umweltinitiativen auf der Welt zu finanzieren.“

Was soll man dazu sagen? In Panik geratene Regierungen zweigten Billionen ab, um hoffnungslose Fälle ihrer politisch eingebundenen Banken zu retten, und die Lösung lautet, einzelne Anleger zu bestrafen, weniger effiziente Kapitalmärkte zu schaffen, und den Wohlstand an die Wächter der Klimaerwärmung und des Wohlfahrtsstaates zu verteilen?

Seien Sie versichert: den Text des Robin-Hood-Steuer-Manifests werden die schmuddeligen Zombies im Einheitsklang nach der gebetsmühlenhaften Methode des „menschlichen Mikrofons“ vortragen — in allen Zeltlagern der Besetzer von NYC bis San Francisco und jedem Punkt dazwischen. (Die Mischung aus Predigt und Kasperletheater, die wie ein Sprechchor klingt, dem die Luft ausging, heißt „human microphone“ oder „people’s microphone“, also Volks-Mikrophon.)

Die Besetzer, die hier ihren wirtschaftlichen Analphabetismus präsentieren, haben von den Konsequenzen ihres Umverteilungsgeschwafels in der realen Welt keine Ahnung. Und sie sind lächerlich selbstvergessen gegenüber der Ironie, ausgerechnet den Anti-Steuer-Kreuzritter „Robin Hood“ zu ihrem Helden zu machen.

Der angebliche Beweggrund des Anti-„Gier“-Pöbels mag zwar sein, die Volatilität des Marktes zu reduzieren, indem räuberische „Bankster“ bestraft werden. Das Endergebnis wäre jedoch ein schwächeres Wirtschaftswachstum, eine weiter anwachsende Regierung und Zwangskosten, die den Nicht-Reichen auferlegt werden. Ein Bericht der EU-Kommission über die Auswirkungen einer solchen Steuer zeigt, daß sie das BIP um 0,5 Prozent senken würde. In einer aktuellen Analyse erläutert der US-Ökonom Kenneth Rogoff, daß durch „die rückläufigen Geschäfte die Bemessungsgrundlage sprunghaft schrumpfen würde. Als ein Ergebnis würden sich die ultimativen Umsatzsteigerungen wahrscheinlich als enttäuschend erweisen, wie in Schweden, als vor zwei Jahrzehnten versucht wurde, Finanztransaktionen zu besteuern“.

Der „Verband der europäischen Finanzmärkte“ („Association for Financial Markets in Europe“, AFME) fand heraus, daß 60 Prozent des Handelsvolumens von Schweden nach London abflossen, nachdem Schweden die Steuersätze auf Eigenkapital in den 1980er Jahren vorübergehend erhöhte, und daß das Land laut Financial News einen 85-prozentigen Rückgang des Volumens im Renten-Handel erfuhr. Im Ergebnis wurde nicht einfach weniger volatil gehandelt. Es wurde weniger gehandelt, Punkt.

Die dämonischen Millionäre und Milliardäre, die Occupy Wall Street bestrafen möchte, wären nicht die einzigen, die die Kosten zu tragen hätten. Im Laufe der Zeit würde sich die Last der Robin-Hood-Steuer verschieben. Rogoff stellte fest: „Höhere Transaktionssteuern erhöhen die Kapitalkosten und reduzieren letztlich die Investitionen. Mit einer niedrigeren Kapitaldecke würde der Arbeitsertrag sinken, was die staatlichen Einnahmen reduziert und den direkten Gewinn aus der Steuer im Wesentlichen aufrechnet. Auf lange Sicht würden die Löhne fallen, und am Ende würden die gewöhnlichen Arbeiter einen erheblichen Anteil der Kosten tragen.“

Die echten Robin-Hood-Geschichten des Mittelalters feierten einen Renegaten, der sich gegen Steuermißbrauch und Eigentumsrechtsverletzungen erhob. Seine Erzfeinde waren nicht private Unternehmer oder Banker, sondern die Steuereintreiber der Regierung, der Sheriff von Nottingham und der nach noch mehr Macht greifende Herrscher, Prinz John. Robin Hood vertrat in anderen Worten viel eher die Tea Party und nicht den linksdrehenden Flohzirkus.

Wenn die Besetzer schon darauf bestehen, unverblümten Diebstahl von den Besitzenden im Namen der Nicht-Besitzenden zu feiern, sollten sie vielleicht aufhören, über die Taschendiebe und Plünderer zu jammern, die ihre Zeltlager befallen.

Lebe nach einem „sozial gerechten“ Kinderlied. Sterbe durch einen „sozial gerechten“ Verbrecherhieb. (Live by „social justice“ nursery rhymes. Die by „social justice“ crimes.)

Hier finden Sie den Originalartikel, Robin Hood vs. the Occupiers.