Archive for the ‘Prostitution’ Category

Weltweite Studie stellt fest, daß es in Israel Tausende von Sklaven gibt

2013/10/23

Lazar Berman über alte und profitable Geschäfte in der modernen und jungen jüdischen Nation.

Thousands of slaves in Israel, global study finds

20. Oktober 2013 — Israel hat laut einer neuen umfassenden Studie zur weltweiten Sklaverei bis zu 8.500 Sklaven. Im Global Slavery Index 2013, der vor kurzem von der australischen »Walk Free Foundation« veröffentlicht wurde, kommt Israel von 162 sklavenhaltenden Ländern auf Platz 111. Für Mauretanien wurde das Sklavereiproblem am schwerwiegendsten befunden.

Der Studie zufolge, die erstmals Land für Land untersucht, hat Israel 7.700 bis 8.500 Sklaven. Dennoch steht Israel verglichen mit den relativ niedrigen Standards im Nahen Osten gut da, obwohl Ägypten, der Libanon und Tunesien besser abschnitten als der jüdische Staat. (Anm.: Eine rhetorisch rundherum gelungene Relativierung.)

Die Palästinensische Autonomiebehörde und der von der Hamas geführte Gazastreifen wurden in der Erhebung nicht erfaßt.

In der Untersuchung des Risikos der Versklavung schnitt Israel gut ab. Die Umfrage maß fünf Faktoren zur Bestimmung der Politik des Landes zur Bekämpfung der Sklaverei, der Menschenrechte, der menschlichen und wirtschaftlichen Entwicklung, der politischen Stabilität und der Rechte der Frauen. Israel war das einzige Land im Nahen Osten mit einem geringen Sklavereirisiko, rangierte aber immer noch weit hinter den Plätzen der europäischen Staaten.

Die Studie behauptet, »Fremdarbeiter machen 40 bis 90 Prozent der Bevölkerung von Jordanien, Saudi-Arabien, Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait aus«. In Israel gibt es bei insgesamt 8 Millionen Einwohnern jedoch 300.000 ausländische Arbeitnehmer. Die »Walk Free Foundation« konnte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zur Klärung nicht erreicht werden.

Angetrieben wird der Trend in Israel durch die Sexindustrie und dem damit verbundenen Menschenhandel. Es gibt in Israel 15.000 Prostituierte, schrieb Rebecca Hughes von der »Arbeitsgruppe Menschenhandel« (»Task Force on Human Trafficking«) von ATZUM (Anm.: ein Akronym aus Avodot, Tzedakah, U’Mishpat — Arbeit, Gerechtigkeit und Gesetz) in der TIMES OF ISRAEL, die mit einem durchschnittlichen Alter von 14 Jahren in den Beruf einsteigen. (Anm.: Wie alt sind dann Israels jüngste Prostituierte?)

»In den 1990er Jahren etablierte sich Israel als Zielland für Menschenhandel und internationale Opfer des Menschenhandels für Sex hatten den lokalen Markt ersetzt«, schrieb Hughes. »Israels Fleischhandel (flesh trade) boomte und machte eine halbe Milliarde bis zu einer dreiviertel Milliarde Dollar pro Jahr. Es war ein besonders wünschenswerter Markt für Menschenhändler, weil der Kauf von sexuellen Dienstleistungen in Israel legal war und immer noch ist.«

Sie fügte hinzu: »In den 1990er Jahren fungierten Menschenhändler ungestraft und schmuggelten laut der ›Hotline for Migrant Workers‹ jährlich 3.000 Frauen nach Israel.«

Die sich verschlechternde Situation veranlaßte das US-Außenministerium, Israel in seinem »Bericht zum Menschenhandel« (»Trafficking in Persons Report«) als Nation der »Stufe 3« (»Tier 3«) einzustufen, der niedrigsten Stufe. Nationen der »Stufe 3« stehen vor potentiellen wirtschaftlichen Sanktionen. Der Bericht war ein Weckruf für Israels Regierung, die ein umfassendes Gesetz gegen Menschenhandel verabschiedete und zu einem Staat der »Stufe 1« aufgewertet wurde.

Laut dem Index gibt es auf der ganzen Welt fast 30 Millionen Menschen, die in Sklaverei leben.

Die Studie definiert Sklaverei als »Besitz und Kontrolle einer Person auf eine solche Art und Weise, daß die betreffende Person deutlich ihrer individuellen Freiheit beraubt wird, mit der Absicht, diese Person durch Nutzung, Verwaltung, Profit, Übertragung oder Veräußerung auszubeuten. Erreicht wird dies normalerweise durch Mittel wie Gewalt oder Androhung von Gewalt, Täuschung und/oder Zwang.«

Die Studie stützte sich auf sekundäre Quellen, vor allem Medienberichte, Nichtregierungsorgnisationen und Regierungen. Sie nutzte auch örtliche Erhebungen und Befragungen.

In absoluten Zahlen führte Indien die Liste mit bis zu 14,7 Millionen Sklaven an, gefolgt von China und Pakistan. Mauretanien hatte mit 3,8 Millionen Einwohnern und über 150.000 Sklaven die höchste Prävalenz.

Irland, Island und das Vereinigte Königreich weisen laut der Umfrage die niedrigste Prävalenz auf.

Die »Walk Free Foundation« ist ihrer Internetseite zufolge eine gemeinnützige Organisation, die die moderne Sklaverei zu beenden sucht. Die Organisation wurde im Mai 2012 durch den australischen Metallmagnaten Andrew Forrest gegründet, der erstmals auf das Problem aufmerksam wurde, als seine Tochter im Teenageralter in einem nepalesischen Waisenhaus neben Sklaven arbeitete.

Hier finden Sie den Originalartikel, Thousands of slaves in Israel, global study finds.

Advertisements

Größter Frauenhändler in Israels Geschichte endlich enttarnt

2013/10/17

Sharon Shpurer über das Profitsegment Frauenhandel.

Biggest trafficker of women in Israeli history finally exposed

5. Februar 2013 — Ein Richter vom Bezirksgericht Tel Aviv erlaubte HAARETZ am Montag nach über einem Jahr an juristischen Auseinandersetzungen, den Namen von David (Dudi) Digmi zu veröffentlichen, dem größten Frauenhändler in der israelischen Geschichte.

Richter Chaled Kabub beschrieb Digmi als zentrale Figur im größten Frauenhandelnetzwerk Israels, mit Auslandsverbindungen, die in der ehemaligen Sowjetunion, Großbritannien, Zypern und Belgien arbeiteten. Vier hochrangige Mitglieder des Netzwerks wurden zu drei bis 18 Jahren Gefängnis verurteilt und ein weiteres Mitglied zu rund 18 Jahren in einem russischen Gefängnis.

Obwohl Digmi das Netzwerk leitete, verhängte das Gericht über die Veröffentlichung seines Namens einen Maulkorberlaß, nachdem er zustimmte, Kronzeuge und Polizeiinformant zu werden. Die Vereinbarung war ungewöhnlich — im Rahmen des Handels wurden 24 schwere Fälle gegen Digmi eingestellt, einschließlich mutmaßliche Verbrechen wie versuchte Vergewaltigung, Frauenhandel, Zuhälterei, Erpressung, Drogenbesitz und viele weitere im Laufe von mehr als einem Jahrzehnt verübte Straftaten.

Im Gegenzug für die Einstellung der Verfahren stimmte Digmi zu, »vom Zeitpunkt der Unterzeichnung [des Abkommens] bis zum Ende seines Prozesses keine Verbrechen zu begehen, und keine Straftaten zu begehen, die seine Glaubwürdigkeit beschädigen würde«.

Doch Digmi hat sein Versprechen nicht gehalten. Auch nach der Unterzeichnung der Vereinbarung mit dem Staat geriet er weiter in Schwierigkeiten. Laut Gerichtsakten tat er sich bereits während des Prozesses gegen seine ehemaligen Menschenhandelkomplizen mit dem Kopf einer kriminellen Organisation zusammen und beging Erpressung. Während er ein Kronzeuge war, wurde er in seinem Auto mit Drogen und Schlagringen erwischt und war auch ein Miteigentümer von einem Club, in dem eine Frau wegen Anbietens von Sexdiensten verhaftet wurde.

Allerdings wurden von der Polizei mehrere Anzeigen eingestellt, die Digmi Erpressung und Androhung von Gewalt vorwarfen, nachdem er die Vereinbarung unterzeichnete.

Darüber hinaus unterstützte die Staatsanwaltschaft von Tel Aviv, die die Frauenhandelfälle zusammen mit der Polizei behandelte, weiterhin Digmis Anfragen an das Gericht, seine Involvierung mit der Strafverfolgung geheim zu halten. Die Staatsanwaltschaft behauptete, bei Aufdeckung seiner Identität wäre sein Leben in Gefahr, was wichtiger war als das Recht der Öffentlichkeit auf Auskunft.

Kabub akzeptierte das Argument von HAARETZ, daß es ein deutliches öffentliches Interesse gäbe, Digmis Identität zu enthüllen. »Digmi ist in der Affäre der zentrale und dominierende Kriminelle und hat schwere Vorstrafen. Unter anderem erhielt er erhebliche Vorteile, indem Dutzende von offenen Ermittlungen gegen ihn eingestellt wurden«, sagte der Richter. In seiner Entscheidung sagte Kabub auch, daß Digmi seine kriminellen Aktivitäten mit anderen angeblich fortsetzte, obwohl er die Vereinbarung unterzeichnete, ein Informant und Kronzeuge zu werden.

Der Fall von Menschenhandel wurde im Jahr 2009 enthüllt, und als Kabub die Angeklagten Anfang letzten Jahres verurteilte, beschrieb er die Affäre als »einen der umfassendsten und komplexesten Fälle von Frauenhandel, wenn nicht sogar der größte, der in den letzten Jahren vor den Gerichten angehört wurde.« (Anm.: Wieviele Gerichte ließen Digmi denn davonkommen?)

Nachdem es sie überzeugte, schmuggelte das Netzwerk Hunderte junger Frauen aus kleinen Dörfern und Städten in Rußland, der Ukraine, Weißrußland, Moldawien und Usbekistan nach Israel. Ihnen wurde erklärt, sie würden in Israel in Clubs Arbeit als Kellnerinnen oder Tänzerinnen finden. In einigen der Fälle setzten die Menschenhändler, einschließlich Digmi, schwere Gewalt gegen die Frauen ein. Die Frauen wurden entweder über die ägyptische Grenze nach Israel geschmuggelt oder über die Türkei eingeflogen.

Digmi erzählte der Polizei, wie das Netzwerk arbeitete: »Rami Saban [der in dem Fall verurteilt wurde] und ein weiterer Mann mieteten in der Yeshayahu Street in Tel Aviv eine Wohnung. Aus Ägypten brachten sie die Frauen direkt dorthin. Nach ein paar Stunden oder einem oder zwei Tagen riefen sie mich an, um in die Wohnung zu kommen und die Mädchen auszuwählen, die ich kaufen wollte. Ich kam in die Wohnung. Dort waren 10 bis 15 Mädchen, die über Ägypten aus Rußland kamen. Ich sah mir die Mädchen an und prüfte sie. Wie sie aussahen, ihre Brust ansehen, ihren Körper. … Diejenigen, die während der Prüfungen bei mir waren, übersetzten, was ich den Mädchen sagte, da sie [nur] russisch kannten. Sie übersetzten [seine Anweisungen], sich auszuziehen und sich umzudrehen, während ich sie prüfte«, erzählte Digmi der Polizei.

Hier finden Sie den Originalartikel, Biggest trafficker of women in Israeli history finally exposed.

Wie Goldman Sachs in Kindersexhandel investierte

2013/09/25

Cassie Murdoch über Einnahmequelle Nr. 2.001.911 des rothschildbürgerischen Weltreichs.

How Goldman Sachs Invested in Child Sex Trafficking

2. April 2012 — Die Investmentbank Goldman Sachs zählt nicht gerade zu Amerikas beliebtesten Institutionen, bedenkt man die Stimmung gegen Wall Street und die Rolle beim Zusammenbruch der Weltwirtschaft. Und jetzt werden die Dinge noch ein kleines bißchen schlimmer. Nick Kristof von der NEW YORK TIMES deckte auf, daß Goldman Sachs ein Anteilseigner an dem Unternehmen ist, das BACKPAGE betreibt, eine Internetseite, die er als »das größte Forum für Sexhandel mit minderjährigen Mädchen in den Vereinigten Staaten« bezeichnet. Oh nein. Kunden als Deppen (Muppets) zu bezeichnen ist schlecht, aber die Vergewaltigung von Kindern ist so tief, tiefer geht es nicht.

Betrachten wir also die grausigen Details. BACKPAGE gehört einem Unternehmen namens »Village Voice Media«, dem auch die berühmte Zeitung VILLAGE VOICE gehört. Es war nie zuvor klar, wer genau die Eigentümer von »Village Voice Media« sind, bis Kristof neugierig wurde und herausfand, daß es Finanziers privater Unternehmensbeteiligungen sind, zu denen auch Goldman Sachs gehört. Goldman Sachs hat einen Anteil von 16 Prozent, sie besitzen also nicht das ganze Ding, aber doch mehr als nichts. Sie werden nicht überrascht sein zu hören, daß Goldman Panik bekam, als die NEW YORK TIMES auftauchte, und versuchte, seine Aktien abzustoßen. Sehr edel. Am Freitagnachmittag erklärten sie Kristof, sie hätten »soeben eine Vereinbarung unterzeichnet, um ihre Anteile an das Management zu verkaufen«. Wie schön für sie. Gut, daß sie ihre Anteile an einem Unternehmen, das Kindersexhandel ermöglicht, an jemand anderen umschichten (unload), anstatt den besagten Betreiber für Kindersexhandel zu zerstören, Sie wissen schon, zum Wohle der Welt.

Während Kristof die Enttarnung von BACKPAGE zu seiner eigenen Mini-Mission — hier und hier sind seine beiden vorherigen Artikel — gemacht hat, sind auch viele andere hinter der Firma her. Sie wurden mit zahlreiche Protesten konfrontiert, einige kamen vom »Rebecca-Projekt für Menschenrechte« (»Rebecca Project for Human Rights«), das auch hinter der Internetseite CRAIGSLIST her war, die im Jahr 2010 ihre »erotischen Dienstleistungen« einstellte. Generalstaatsanwälte von 48 US-Bundesstaaten haben BACKPAGE ebenfalls aufgerufen, ihre Werbeanzeigen für Erwachsenendienstleistungen einzustellen, und 19 US-Senatoren haben jetzt einen ähnlichen Brief verfaßt. BACKPAGE hat bisher erklärt, daß sie nicht herausgegriffen werden sollten, weil viele andere Internetseiten ähnliche Probleme haben. Naja, keine besonders reichhaltige Entschuldigung. Sie haben auch gesagt, sie sollten weitermachen dürfen (get a pass), weil sie versuchen, Werbeanzeigen für Minderjährige auszusieben und den Behörden zu melden. Also Leute, dafür gibt es ein extradickes Lob. Gute Arbeit.

Natürlich bietet BACKPAGE nicht nur Werbeanzeigen für Sex mit Minderjährigen, es gibt viele legitime Anzeigen von Erwachsenen, aber es ist keine Frage, daß sie ein Mitspieler in Sachen Zuhälterei von Minderjährigen und anderen schrecklichen Dingen sind, und als Ergebnis räumen sie danach schön auf. Kristof schrieb am 17. März:

»Laut dem Medienforschungsunternehmen ›AIM Group‹ entfallen auf BACKPAGE rund 70 Prozent der Werbung für Prostitution, von fünf Internetseiten, die in den Vereinigten Staaten solche Anzeigen schalten und an Werbeanzeigen für Prostitution jährlich mehr als 22 Millionen Dollar verdienen.«

22 Millionen Dollar sagen Sie? Kein Wunder, daß sie die Sexanzeigen nicht aufgeben wollen. Trotz halbherziger Dementis ist »Village Voice Media« grundsätzlich immun gegen den Druck der Öffentlichkeit, vor allem, weil sie in Privatbesitz sind. (Anm.: Ist eigentlich schon mal jemand aufgefallen, daß sich Politiker begeistert wie Bluthunde für Privatbesitz einsetzen, wenn es sich um private Beteiligungsgesellschaften handelt, sonst aber Privatbesitz unter dem Deckmantel der sozialen Verantwortung wie Bluthunde zerfleischen?) Doch jetzt, nachdem es Kristof gelang, Dokumente zu bekommen, die einige der Besitzer verraten, könnten sich die Dinge ändern.

Es scheint, daß die beiden größten Anteilseigner Jim Larkin und Michael Lacey sind, die zusammen etwa die Hälfte der Anteile besitzen und die Firma auch leiten. Goldman besitzt einen 16-Prozent-Anteil und ist offenbar der bekannteste der anderen Eigentümer. Sie investierten im Jahr 2000, bevor BACKPAGE mit »Village Voice Media« fusionierte. Weitere wichtige Anteilseigner sind eine Investmentgesellschaft namens Trimaran, die jetzt auch versucht, die Aktien loszuwerden, Alta Communications und Brynwood Partners.

Kristof weist darauf hin, daß Goldman ein gigantisches Unternehmen ist und diese Investition für sie nur winzig war:

»Ich habe keinen Grund zu denken, daß Goldmans Top-Führungskräfte von der Verbindung zu Sexhandel wußten. Goldman ist stolz auf seine Geschlechterarbeit (work on gender): seine Initiative ›10.000 Frauen‹ (›10,000 Women‹) leistet rund um den Globus hervorragende Arbeit zur Unterstützung von Frauen in der Wirtschaft.«

Junge, Junge, können wir bitte von der Idee loskommen, daß die Unterstützung einer guten Sache auf irgendeine Weise etwas anderes ausgleicht, das schrecklich ist? Und nur weil diejenigen an der Spitze des Eisbergs vielleicht nicht gewußt haben, was los war, gab es auf einer anderen Ebene sicherlich Leute, die es taten. Goldman hatte vier Jahre lang einen Sitz im Vorstand von »Village Voice Media«, und wie Kristof sagt: »Es gibt keinen Hinweis darauf, daß Goldman oder sonst jemand seine Eigentümerschaft verwendete, um ›Village Voice Media‹ aufzufordern, Begleitserviceanzeigen aufzugeben oder Altersüberprüfungen durchzuführen.« Das ist die Art von Note-1-Verhalten, das wir von »Bürgern« der Wall Street gewöhnlich erwarten können, es gibt also wirklich keinen Grund, erneut außer sich zu geraten.

Was an dieser ganzen Sache so amüsant ist, sprich: so verrückt, daß Sie zu einem jener Menschen werden, die in den Nebel blicken und über nichts Besonderes kichern, ist, daß, sobald Kristof neugierig wurde, sowohl eine Goldman-Sprecherin als auch ein Sprecher für Trimaran sagten, sie hätten »keinerlei Einfluß auf die Firmenoperationen«. Etwas ist an dieser Aussage unglaublich falsch. Es ist wahr, daß sie möglicherweise nicht am Tagesgeschäft des Unternehmens beteiligt waren, aber wenn Sie etwas besitzen, dann haben Sie darüber auch eine gewisse Kontrolle. Kristof weist zu Recht darauf hin, daß sie diese Kontrolle genutzt haben könnten, um etwas zu verändern:

»Würden die Minderheitsaktionäre, darunter Goldman, zusammenarbeiten, statt zu den Notausgängen zu hetzen, dann könnten sie auf ›Village Voice Media‹ Druck ausüben, um die Begleitserviceanzeigen aufzugeben.«

Das bringt uns nun in die perverse Position, eigentlich zu wünschen, daß sich Goldman weiterhin an einem Unternehmen beteiligen sollte, das Zuhältern und dem Verkauf von Kindern dient, in der Hoffnung, daß sie das Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt dazu bewegen könnten, etwas weniger böse zu sein. Natürlich müssen wir unsere hübschen kleinen Köpfe mit all diesen komplexen Fragen nicht belasten, weil sie offensichtlich bei den ersten Anzeichen von Ärger absprangen, ohne sich um das eigentliche Problem irgendwelche Sorgen zu machen. Während es zwar nicht viel geben mag, was man wegen Goldmans Rolle tun kann, abgesehen davon, angewidert zu sein, können wir diese Sache zumindest der offiziellen Liste von Gründen hinzufügen, auf Wall Street wütend zu sein, und es sollte den Demonstranten von »Occupy Wall Street« — ja, sie demonstrieren immer noch — etwas Neues geben, das sie auf ihre Schilder schreiben können. (Anm.: Während wir inzwischen keine Genies brauchen, um zu ahnen, daß die OWS-Bewegung künstliche Opposition war, können wir uns zumindest wundern, warum auf ihren Schildern nie einleuchtende libertäre Dinge standen wie »Das Geldsystem ist ein Pyramidensystem« oder »Ungedecktes Papiergeld ist wertloses Geld«, selbst wenn inzwischen bekannt ist, daß die libertären Juden Ludwig von Mises und Ayn Rand zwei weitere rothschildbürgerische Agenten waren.)

Hier finden Sie den Originalartikel, How Goldman Sachs Invested in Child Sex Trafficking.

Und hier die offizielle Goldman-Pressemeldung aus Rothschilds Nachrichten- und Aufklärungsabteilung REUTERS, gut plaziert an einem Sonntagnachmittag (Sun Apr 1, 2012 3:32pm), an dem Diskussionen am Arbeitsplatz statistisch etwas seltener stattfinden:

Goldman-Fonds steigt aus Unternehmen aus, das eine Seite für Sexhandel besitzt

1. April 2012 — Ein privater Beteiligungsfonds der Goldman Sachs Group (GS.N) hat sich bereit erklärt, die Beteiligung an dem Medienunternehmen, das ein Forum für Sexhandel betreibt, an das Management des Unternehmens zurückzuverkaufen, sagte eine Sprecherin am Sonntag.

GS Capital Partners III unterzeichnete am Freitag einen Verkaufsvertrag für seinen 16-Prozent-Anteil am Unternehemen »Village Voice Media«, das die Internetseite namens BACKPAGE besitzt.

Der Fonds begann im März mit »Village Voice Media« zu verhandeln, nach der Feststellung im Jahr 2010, daß »die Richtung des Unternehmens unbequem« wurde, und Goldmans Unfähigkeit, seine Operationen zu beeinflussen, sagte Andrea Raphael, eine Sprecherin von Goldman Sachs.

Der Verkauf wurde erstmalig am Samstag in einem Artikel von Nicholas Kristof in der NEW YORK TIMES berichtet. Der Fonds war auch letzte Woche Gegenstand eines Artikels von Kristof.

Raphael sagte, daß der Fonds im Jahr 2000 in »Village Voice« 30 Millionen Dollar investierte. Die Investition wurde im Jahr 2006 in eine 16prozentige Minderheitsbeteiligung umgewandelt, als »Village Voice« mit »New Times« fusionierte.

Sie lehnte es ab, den Verkaufspreis aufzudecken, sagte aber, daß der Fonds eine »große Mehrheit« seiner Investition verlor.

Village Voice Media stand nicht sofort für einen Kommentar zur Verfügung. (Anm.: Hätten Sie nicht bis Montag warten können?)

Internetwerbung für Prostitution erwirtschaftete im Februar auf fünf US-Internetseiten laut dem Medien- und Kleinanzeigenberater »AIM Group« mindestens 3,1 Mio. Dollar Einnahmen, ein Anstieg von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Fast 80 Prozent der Einnahmen wurden BACKPAGE zugeschrieben, sagte AIM in einem am 22. März veröffentlichten Bericht.

»Village Voice Media« besitzt die alternative Zeitung VILLAGE VOICE, die im Jahr 1955 gegründet wurde.

Im Laufe der Jahre veröffentlichte die Zeitung bahnbrechende Untersuchungen und erhielt drei Pulitzer-Preise. Die Anzeigenrubrik (back pages) hingegen ist seit Jahrzehnten eine Bastion der Begleitservicewerbung.

BACKPAGE veröffentlicht außerdem im ganzen Land Listen für Hunderte von anderen Kleinanzeigen (posts lists for hundreds of other classified advertising throughout the country).

Hier finden Sie den Originalartikel, Goldman fund to exit company owning sex traffic site.

Downing Street: Lügen, Sex und Vertuschung (und ein Déjà-vu)

2012/11/25

Giovanni Di Stefano über die unendliche Geschichte aus Politik- und Sexspielen.

Ronnie Kray hatte an diesem Tag eine besonders üble Laune und er war der schlimmere der Kray-Zwillinge. Er hatte Dot Brown besucht, seine Lieblings-Hellseherin, die ihm sagte, er sei die Reinkarnation von Attila dem Hunnen und damit unbesiegbar — als paranoider Schizophrener beschwichtigte ihn das aber nicht.

Die Stimmen in seinem Kopf sagten ihm etwas anders. Er mußte töten.

Dann bekam er die Nachricht, daß ein kleiner Bösewicht namens George Cornell in einer nahe gelegenen Kneipe wäre, dem „Blind Beggar“ in Whitechapel.

Vor vielen Jahren hatte Cornell Ron die Tracht Prügel seines Lebens verabreicht, eines der wenigen Male, daß er Schläge eingesteckt statt austeilt hatte. Die Demütigung wurmte ihn noch immer, und, verrückter denn je, auf einem Trip aus Alkohol und antipsychotischen Beruhigungsmitteln, würde er seine Rache bekommen.

Doch als Ron kam, war der „Blind Beggar“ leer, ein Gefolgsmann hatte Warnschüsse in die Decke gefeuert.

„Nun, sieh mal, wer da ist“, konnte Cornell gerade noch spotten, bevor Ron eine Luger-Pistole nahm und aus kurzer Entfernung eine Kugel in seine Stirn feuerte.

In Anbetracht der Tatsache, daß Ron und sein Bruder Reg ihren Feinden (und sogar einigen ihrer Freunde) seit einem Dutzend Jahren jede Form von Körperverletzung zugefügt haben, war die Tötung von Cornell im März 1966 überraschenderweise das erste Mal, daß einer von ihnen tatsächlich jemanden ermordet hatte.

Diese Grenze war jetzt überschritten, und bevor die Zwillinge zur Rechenschaft gezogen wurden, folgte eine Orgie an Todesfällen.

Doch die Krays hätten nie die Freiheit haben sollen, diese Morde zu begehen und ihr Prozeß war nichts anderes als ein vorsätzlicher Betrug. Rechtlich gesehen hätten sie wegen Erpressung und all ihren anderen gewalttätigen Gangsteraktivitäten bereits Jahre zuvor eingesperrt werden sollen. Doch zu der Zeit waren sie unantastbar.

Was ihnen die Freiheit zu morden gab und sie vor dem Gefängnis bewahrte, war der Schutz durch ein politisches Establishment, das sich vor dem fürchtete, was die Krays über einige ihrer prominentesten Mitglieder hatten. Nichts hat sich heute geändert — nur die Namen sind anders.

In einer Vertuschung, die bis zur Nummer 10 Downing Street reichte, wurde der Polizei befohlen, sich zurückzuhalten. Die Krays galten als unantastbar und, da niemand in der Lage oder bereit war, sie zu zügeln, liefen sie Amok.

Die Schlüsselfigur in diesem Skandal war Bob Boothby, eine unerhört alte Kanaille, aber die wohl populärste politische Berühmtheit seiner Zeit. Er hatte eine wechselvolle Karriere als Tory-Abgeordneter für 34 Jahre und wurde dann zum Mitglied im House of Lords geadelt, trotz seines Rufes, im Gegenzug für politische Gefälligkeiten Geld anzunehmen. Sein Auftreten als Radio- und Fernsehpersönlichkeit war ein Antrieb für das Ego in seinem späten Leben. Doch der sorglos eitle Boothby hatte immer eine verborgene Seite.

Hinter der berühmten fliegetragenden Persönlichkeit des öffentlichen Lebens mit seiner unverwechselbaren tiefen Stimme und einer Sammlung von guten Geschichten steckte ein Trinker, ein Lügner, ein rücksichtsloser Spieler und ein Bisexueller. Er hatte eine lange Affäre mit Lady Dorothy, der properen Ehefrau des konservativen Premierministers Harold Macmillan. Es war eine seltsame Konstellation.

„Sie hatte Oberschenkel wie Schinken und Hände wie ein Hafenarbeiter. Sie erinnerte mich an einen Caddy, den ich einmal in St. Andrews auf dem Golfplatz verführte“, sagte er einmal zur Erklärung.

Doch sein eigentlicher Geschmack galt rohem Sex und Teenagerknaben, und es war dies, was ihn in Kontakt mit den Krays brachte, die beide Homosexuelle waren. Was schlimmer war, ist, daß die Knaben häufig Minderjährige waren.

In einer Zeit, als eine solche Aktivität eine Straftat war, kannten sie alle Geheimnisse des schmutzigen Doppellebens seiner Lordschaft.

Boothby traf die Krays durch einen anderen Schurkenpolitiker und Homosexuellen, Tom Driberg, ein Labour-Mann, der die Gesellschaft von Kriminellen und Strichjungen genoß und von mächtigen Freunden oft aus dem Schlamassel gezogen werden mußte. Und wieder einmal hat sich heute nichts geändert.

Er nahm Boothby in den Spielklub der Krays in Knightsbridge mit, wo sich der Peer sofort in einen gut aussehenden Teenager namens Leslie Holt vernarrte, der dort Croupier war — und ein Fassadenkletterer und Prostituierter.

Holt gehörte auch zu Rons Knabenliebhaberbande. Als er berichtete, daß er gerade Boothby abgeschleppt hatte, befahl ihm Ron, ihn näher kennen zu lernen. Boothby könnte nützlich sein.

So kam es, daß der Politiker und der Gangster Freunde wurden. Der gaunerhafte Boothby wagte sogar, Ron zum Dinner im Oberhaus auszuführen und danach, für Getränke, zur Stütze des Establishments namens „White Club“ in St. James. Boothby fragte Ron, was er trinken möchte. „Ich wollte schon immer einen von diesen Krabbencocktails probieren“, antwortete Ron.

Gegen soziale Regeln zu verstoßen, indem er gewalttätige Kriminelle mit Oberhausjustizlern (law lords — Mitglieder des Oberhauses mit besonderem Verantwortungsbereich für Rechtsfragen), Majestätsbürokraten (civil service mandarins — die „Mandarine“ genannte Ministerialbürokratie ist die Leitungsebene des Civil Service ihrer Majestät) und anderen Promis in Kontakt bringt, war nicht das primäre Anliegen von Boothby. Gegen sexuelle Regeln zu verstoßen war seine wahre Obsession und dazu war Ron gerne bereit, wenn auch nicht in seiner Person.

Weder er noch Boothby wollten Sex mit erwachsenen Männern. Ihnen war nach jungen Männern zwischen 16 und 18, und Ron hatte seinen ganz eigenen lasterhaften Ring zum Teilen. In all den Jahren, die vergangen sind, hat sich nicht viel geändert. In privaten Wohnungen und Häusern veranstaltete er Sexveranstaltungen, die mit Erotikfilmen begannen und zu speziell auf den Geschmack derer zugeschnittenen Vorstellungen übergingen, die er beeindrucken wollte.

Boothbys besondere Perversionen, die selbst heute zu schockierend sind, um sie zu beschreiben, wurden voll erfüllt — Zeugen sprechen von Gewalt, Fesselungen und sogar Blutvergießen.

Rons Zweck ging über den Sex hinaus. Er genoß sein Gefühl der Macht, das daraus entstand, mächtigen Politikern wie Driberg und Boothby zu frönen. Er glaubte außerdem, daß die Oberschicht ihresgleichen immer schützt, weshalb es klug war, unter ihnen zu sein. Schließlich konnte ihre Hilfe vielleicht irgendwann nützlich sein.

Für seinen Teil stand Boothby auf gefährlichem Boden, und das nicht nur, weil er in Gesellschaft des wirklich beängstigenden Ronnie Kray masochistische Sexspiele spielte. Er riskierte seinen Ruf. Als Person, die in der Öffentlichkeit sofort erkannt wird, muß er gewußt haben, daß seine eklatante Präsenz in Gesellschaft von Verbrechern auffallen würde.

Doch Boothby war so eingebildet, daß er dachte, keine Autorität würde es wagen, dagegen etwas zu tun. Und wenn, dann hatte er die richtigen Kontakte in hohen Positionen, um die Karre für ihn aus dem Dreck zu ziehen. Seine Annahme war richtig — doch zu enormen Kosten für Großbritannien.

Die Polizei kam seiner engen Beziehung mit Ron tatsächlich auf die Spur und Scotland Yards Abteilung C11 legte über die Verstrickungen der Krays — in Erpressung, Großbetrug, Schutzgeldzahlungen und organisierte Kriminalität — ein umfangreiches Dossier an.

Im Frühsommer 1964 war Scotland Yard so weit, eine Großoffensive gegen die Zwillinge zu starten. Wäre dies in dieser Phase geschehen, hätte es das Ende von ihnen und ihrer Bedrohung bedeutet.

Fleet Street“-Polizeireporter Norman Lucas bekam von diesen polizeilichen Ermittlungen Wind, zusammen mit Informationen über die Verstrickung von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Politikern in einen lasterhaften Homosexuellenring, den die Zwillinge betrieben. Im Vertrauen auf seine Quellen bereitete er sich darauf vor, dies im SUNDAY MIRROR zu veröffentlichen.

Zur gleichen Zeit, so stellte sich heraus, wurden auch hochrangige Politiker über Boothby und seine kriminellen Verbindungen alarmiert.

Der konservative Premierminister Alec Douglas-Home, bewußt, daß die schädliche Profumo-Affäre erst ein knappes Jahr zurücklag, ordnete eine geheime Untersuchung seiner Mätzchen an, bevor es zu weiteren Verlegenheit kommt.

Er schickte seinen Innenminister Henry Brooke, um Boothby zu befragen. Die Antwort, die von seiner Herrschaft kam, war eine totale Verleugnung jeglicher Involvierung mit den Krays.

Der Innenminister sprach dann mit dem Polizeipräsidenten Sir Joseph Simpson — ein Mann, der wußte, wie man sich auf die Seite der Politiker stellt –, der ihm entgegen der Tatsachen sagte, daß es „keine laufende Ermittlung gegen irgendwelche organisierten Kriminellen“ gäbe.

Der Premierminister stieß einen Seufzer der Erleichterung aus, daß seine Ängste scheinbar unbegründet waren. Doch in Wirklichkeit hatte gerade eine Vertuschung auf höchster Ebene begonnen, die zu einem allmächtigen Skandal auswachsen würde. Es war zu diesem Zeitpunkt, daß Lucas‘ Geschichte die Zeitungsstände erreichte, mit der Titelseite „Peer und Gangster — Untersuchung durch Scotland Yard“.

Die Männer wurden nicht beim Namen genannt, sondern einfach als „ein bekannter Peer“ und „ein führender Schläger der Londoner Unterwelt, der in Schutzgelderpressung verstrickt ist“, identifiziert. Auch dies ist der BBC-NEWSNIGHT-Sendung über einen „Top Tory Peer“ sehr ähnlich.

Die Polizei soll eine angebliche homosexuelle Beziehung zwischen ihnen untersucht haben.

Es war eine sensationelle Geschichte, die der Inhaber des MIRROR, Cecil King, persönlich genehmigt hatte, in der Überzeugung, ihre Veröffentlichung würde zum Vorteil von Harold Wilson und der Labour-Partei sein und die Konservativen in den bevorstehenden Wahlen verdrängen.

Doch King lag in seiner Annahme falsch. Die Führer der Labour-Partei waren sich bewußt, daß das Aufdecken von Boothby unweigerlich zum Outing ihres eigenen Mannes, Driberg, führen würde. Es wird gesagt, daß er oft in seinen Netzstrümpfen auf Partys ging.

Sie wollten die Geschichte unter den Teppich gekehrt sehen, ebenso wie ein entsetzter Douglas-Home, dem das Blatt bei seinem Sonntagsfrühstück im Chequers übel aufstieß.

Als der alte intrigante Lügner, der er war, spielte Boothby den Unschuldigen und erklärte sich „völlig verblüfft“ darüber, wer der anonyme „berühmte Peer“ in der Geschichte sein sollte. Er bestand darauf, daß es unmöglich er sein könnte.

In Wirklichkeit aber hatte er Panik, vor allem nachdem der Innenminister und der konservative Fraktionsführer an der Türschwelle seines Hauses am Eaton Place auftauchten, um im Auftrag des Premierministers zu fragen, was er bezüglich der Anschuldigungen des SUNDAY MIRROR zu tun gedenke.

Doch er behielt seinen Kopf und stritt alles ab. Sie gingen, obwohl sie weiterhin deutlich Zweifel hegten.

Ein Anrufer an diesem Morgen war Geschäftsmann Harold Kissin, ein Freund von Boothby, und, wie sich herausstellte, von Wilson. Er beruhigte Boothby mit der Gewißheit, daß alles bereinigt werden könnte, wenn er die Dienste des führenden Anwalts des Landes, Arnold Goodman, in Anspruch nähme, bekannt als „Two Dinners Goodman“.

Es war immer ein Rätsel, warum Goodman, mit seinen engen Labour-Verbindungen, dazu kam, den erzkonservativen Boothby zu vertreten. Als Boothby im Jahr 1968 gebeten wurde, dieses Rätsel zu erklären, sagte er, es geschah auf Anweisung „des kleinen Mannes“ — Harold Wilson. Dann igelte er sich ein und hinterließ das Geheimnis, warum die Labour-Führer so entschieden handelten, um einen alten Tory-Schurken zu retten.

Die Antwort sollte erst nach 30 weiteren Jahren offenbart werden, in neu veröffentlichten Papieren des Kabinetts. Laut einer geheimen Notiz, die Sir Timothy Bligh am 19. Juli gemacht hatte, hatten zwei Tory-Abgeordnete, Brigadier Terence Clarke und Barnaby Drayson, den Fraktionsführer Martin Redmayne informiert, daß „Lord Boothby und Tom Driberg auf einem Hunderennen männliche Personen bedrängt hatten und mit Schlägertrupps verwickelt waren, die auf Hunderennen gehen, um ihr Geld loszuwerden“.

Das Ergebnis war, daß Premierminister Alec Douglas Home am 21. Juli ein dringendes Treffen der Mitglieder des Kabinetts, der Justizbeamten und der „Tory Chiefs“ einberief, um eine politische Katastrophe abzuwenden.

David Cameron tat letzte Woche das gleiche.

Wilson, so stellte sich heraus, war ernsthaft besorgt, daß Driberg — einer seiner ältesten und etabliertesten Freunde in der Politik, ein Mann, den er schließlich adeln und zum Labour-Vorsitzende machen würde — in die Affäre hineingezogen werden würde.

Mit einer bevorstehenden Wahl konnte er keinen Skandal riskieren, der die Gewinnchancen seiner Partei schmälern könnte.

Folglich hatten die konservative Regierung und die Labour-Opposition ein gemeinsames Interesse — absolut sicher zu stellen, daß die Geschichte des SUNDAY MIRROR unter dem Teppich verschwand. Die Aufgabe, dies zu gewährleisten, fiel „Two Dinners Goodman“ zu, wie der Anwalt wegen seines immensen Appetits und Umfangs genannt wurde.

Normalerweise würde Goodman in einem solchen Fall einen Schrieb aufgesetzt und die Sache dann vor Gericht geklärt haben. Aber das würde natürlich bedeuten, Boothby in den Zeugenstand zu setzen — und Goodman, sich bewußt, daß die Vorwürfe gegen seinen Mandanten im Großen und Ganzen stimmten, würde dieses Risiko nicht eingehen. Also wandte er sich an den Leitartikel-Redakteur des SUNDAY MIRROR, Hugh Cudlipp, der im Urlaub gewesen war, als die Geschichte erschien. Goodmans agiles Gehirn arbeitete aus, daß der ehrgeizige Cudlipp, der in einen Machtkampf mit dem Inhaber des MIRROR, King, verwickelt war, der die Geschichte in seiner Abwesenheit bewilligt hatte, die Chance ergreifen würde, die Absichten seines Rivalen zu vereiteln.

Goodman und Cudlipp kamen zu der Entscheidung, die Schotten dicht zu machen. Reporter des SUNDAY MIRROR, die gerade begeistert dabei waren, Informationen zu sameln, um Boothby fest zu nageln, fanden zu ihrem Erstaunen plötzlich, daß es an der Geschichte kein Interesse mehr gab.

„Sie ist einfach gestorben“, erinnerte sich einer. „Wir waren ratlos und frustriert, aber es gab nichts, was wir tun konnten. Die Anordnungen kamen von ganz oben.“ Und das war’s.

Doch Goodman reichte es nicht, die Geschichte zu begraben. Er wollte sie absolut diskreditiert sehen, und so, mit bemerkenswerter Kühnheit, ließ er Boothby in einem Brief an die TIMES, dem „schwarzen Brett“ des Establishments, öffentlich seine völlige Unschuld erklären.

Alistair McAlpines kürzlich unternommener Schritt, eine Erklärung abzugeben — als BBC NEWSNIGHT noch nicht einmal seinen Namen genannt hatte — war das Déjà-vu-Erlebnis.

Die Vorwürfe gegen McAlpine sind im Internet schon seit Jahren veröffentlicht, doch er ging erst an die Öffentlichkeit, nachdem NEWSNIGHT das Exposé über das Kinderheim in North Wales gesendet hatte.

Goodman diktierte und Boothby schrieb: „Ich bin in Mayfair noch nie auf reinen Männerpartys gewesen. Ich bin dem angeblichen König der Unterwelt (Ron Kray) nur dreimal begegnet, in geschäftlichen Angelegenheiten. Ich bin nicht homosexuell, und bin es nie gewesen.“

Auf rechtlichen Rat hin wurde von McAlpine eine sehr ähnliche Art von Erklärung gemacht.

Goodman rief dann King an und, unter dem Wissen, daß die Untersuchung der Zeitung, um die Vorwürfe gegen Boothby zu beweisen, durch Cudlipp gestoppt worden waren, forderte, die Geschichte zu widerrufen, seinen Mandanten zu entlasten und Schadenersatz zu zahlen. Ansonsten, sagte er, würde Boothby klagen.

Es war ein Bluff, aber ein guter. King hatte kein Rückgrat und einigte sich auf eine außergerichtliche Einigung in Höhe von 40.000 Pfund und eine Entschuldigung auf der Titelseite.

Die Summe des Geldes — zum heutigen Wert fast 1 Million Pfund — war zu der Zeit in einer Verleumdungsklage beispiellos, und zwar ganz bewußt, als Warnung für andere Zeitungen. Goodmans abgekartetes Spiel war komplett.

Wilson brauchte nicht zu fürchten, wegen Driberg irgendwie in Verlegenheit gebracht zu werden und konnte im Oktober desselben Jahres die Wahl gewinnen.

Was Goodman betrifft, sein Lohn war eine fast sofortige Erhebung in den Adelsstand durch eine dankbare Labour-Regierung und seine Bestätigung als unangreifbarer „Richter“ des Establishments für die kommenden Jahre.

Was niemand zu bemerken schien, war jedoch, daß Goodmans Aktionen einem älteren geadelten Lustknaben nicht nur den Schutz des Gesetzes gaben, sondern auch einem psychotischen und potentiell mörderischen Gangster. Der verschlagene alte Anwalt hatte Boothby, Driberg und viele andere besorgte Politiker gerettet. Aber auch die Krays. Über die nächsten vier Jahre sollte ihr Wahnsinn rasant wachsen. In ihren Händen starben George Cornell, Jack „The Hat“ McVitie, der „Mad Axe Man“ Frank Mitchell und der ehemalige Driberg-Freund Teddy Smith.

Starb Teddy Smith als „Gefälligkeit“ für Driberg? Nur Ronnie Kray könnte dies sagen, aber Driberg wußte, daß er ein Bösewichte von der „alten Schule“ war und nie „petzen“ würde. Daß sie alle Kriminelle waren, macht keinen Unterschied. Die ungebremste Schreckensherrschaft der Krays unterminierte im Land das Gefüge von Recht und Ordnung.

Obwohl Boothby den Menschen sagte, daß seine 40.000 Pfund in wohltätigen Zwecken und in Trusts für seine Patenkinder landeten, ging ein großer Teil davon in Wirklichkeit an die Krays. Dies war sehr praktisch, als sie zwei Jahre später — trotz des Instinkts des Polizeipräsidenten, schlafende Gangster besser schlafen zu lassen — wegen Einzuschüchterung eines Club-Besitzers in Soho, der sich weigerte, ihnen Schutzgeld zu zahlen, verhaftet wurden.

Es schien ein klarer Fall zu sein, doch sie nutzten die Tausende von Boothby, um die besten Anwälte des Landes einzustellen und Jury-Mitglieder zu bestechen, damit sie nicht schuldig gesprochen werden. Die Kronanwälte Paul Wrightson und Sir Peter Crowder stellten ihre rechtliche Magie unter Beweis — und die Krays heuerten einen anderen Anwalt an, der die Namen und Adressen der Jury-Mitglieder herausfand. Mit Geld ging in diesem Fall alles.

Sie verließen den Strafgerichtshof „Old Bailey“ als freie Menschen, um ihre gewaltsamen Geschäfte fortzusetzen. Als ihr Fall neu angesetzt wurde, brachten sie Lord Boothby dazu, im Oberhaus zu erklären, wie ungerecht es wäre, den Fall der Krays neu zu verhandeln.

Der Sieg der Zwillinge war sogar noch größer — sie mußten weder das Gefängnis fürchten, noch Scotland Yard.

Den leitenden Polizeibeamten, die den Fall vorbrachten, wurden andere Aufgaben zugewiesen — so weit weg von London und den Krays wie möglich.

Sie wandten sich an Boothby, wann immer sie ein Wort an der richtigen Stelle benötigten. 1969 sollten die Krays endlich vor Gericht gestellt werden, dank einem neuen Präsidenten von Scotland Yard und der Hartnäckigkeit von Kriminalkommissar „Nipper“ Read, der seit Jahren an ihnen dran war und nicht aufgeben wollte.

Aber auch jetzt besorgte die Aussicht auf das, was vor Gericht enthüllt werden könnte, diejenigen, die vier Jahre zuvor in den vertuschten Skandal verwickelt waren. Premierminister Wilson und Goodman, größer und einflußreicher als je zuvor, hatten viel zu verlieren, wenn die Vertuschung, die sie eingeleitet hatten, aufflackern würde.

Sie mußten die Zwillinge für immer ausrotten — mit einer lebenslangen Haftstrafe in maximaler Sicherheitsverwahrung. Wir enthüllten zuvor, daß der Richter Melford Stevenson die Strafen bereits ausgestellt hatte, Monate bevor der Prozeß überhaupt begann, und daß der Staatsanwalt Leonard, dessen Tod noch heute ein Geheimnis bleibt, schwer gegen den Ethikkodex vertieß. Staatsanwaltschaft Leonard „starb“ nur wenige Tage nachdem in der SUNDAY TIMES ein Artikel mit einem Interview mit Giovanni Di Stefano erschien, besser bekannt als der Advocatus Diaboli, der enthüllende, zum Verfahren gehörende Dokumente „fand“.

Das ist ein Grund, warum für die Erreichung einer Verurteilung die Zustimmung erteilt wurde, selbst den schuldigsten Kriminellen Immunität vor der Strafverfolgung zu bieten, wenn sie als Kronzeugen aussagen würden. Diese Immunität wurde in einem Umfang gewährt, den es zuvor nicht gab.

Erstaunlicherweise dauert die Boothby-Vertuschung an, lange nachdem die Krays verurteilt wurden. John Pearson schrieb ein Buch über die Krays, zunächst in ihrem Auftrag und mit ihrer Zusammenarbeit. Ende 1971 war es fertig. Dem Verlag, Jonathan Cape Ltd., gefiel es und der OBSERVER bot 20.000 Pfund für die Serienrechte. Dann gab es Ärger.

Ron beauftragte seine Mutter, Pearson einen kleinen braunen Koffer auszuhändigen, den er ihr zur Verwahrung gegeben hatte und der eine persönlich unterschriebene Ausgabe von Boothbys Memoiren enthielt, zusammen mit Fotos von ihm mit Ron. Es gab auch Wappenpapier mit Notizen von Boothby an Ron. Nichts davon war auf irgendeine Weise schlüpfrig.

Es gab auch keine Erwähnung der Strichjungen oder der Partys — Ron hätte nie gewollt, daß seine Mutter weiß, daß er in solche Dinge verstrickt war. Doch aus den Inhalten ging offensichtlich hervor, daß die Beziehung weit über die drei geschäftlichen Treffen hinaus ging, mit denen Boothby in seinem Brief an die Times seinen Ruf verteidigte.

In seinem Buch schrieb Pearson daher über das wahre Ausmaß seiner Freundschaft mit Ron und die zuvor unbekannten Gelegenheiten, zu denen sie sich trafen. Pearson ging in den Urlaub und kehrte zurück, um zu entdecken, daß in sein Haus eingebrochen und es durchsucht worden war. Die Briefe von Boothby an Ron fehlten, ebenso eine Kopie des Manuskripts des Buches — glücklicherweise hatte er Duplikate.

Dann erzählte ihm seine Agentin, daß auch bei ihr eingebrochen wurde und ihre Unterlagen über das Buch fehlten.

Das Telefon klingelte. Goodman wollte Pearson sprechen. „Ich denke, Sie sollten wissen“ — einer seiner Lieblingssprüche, wenn er jemandem Angst machen wollte –, „daß ich Teile des Manuskripts Ihres Buches gelesen habe, die sehr beleidigende Behauptungen gegen Lord Boothby enthalten“.

Pearson bat ihn, zu erklären, auf welche Vorwürfe er sich bezog und er legte auf. Goodmans nächster Anruf muß an seine Verleger gegangen sein, denn kurz danach hörte Pearson, daß sie die Veröffentlichung des Buches aufgrund von Verleumdung nun ablehnen würden. Außerdem zog der OBSERVER — in dessen Konzern Goodman als Vorsitzender saß — sein Angebot einer Veröffentlichung als Serie zurück.

Als es durchfiel, war es für Pearson finanziell ruinös und er mußte sein Haus verkaufen.

Der Verleger George Weidenfeld rettete ihn, indem er das Buch übernahm und es Ende 1972 unter dem Titel „The Profession of Violence“ veröffentlichte. Aber alle Verweise auf den Boothby-Fall wurden entfernt.

Erst 1984, nach Boothbys Tod, wurde das Ausmaß des Skandals um ihn und Ronnie Kray offensichtlich. Seitdem haben Papiere, die im „Public Record Office“ (Anm.: das Nationalarchiv des Vereinigten Königreichs) veröffentlicht wurden, nicht nur alles bestätigt, sondern zeigten auch unwiderlegbar die Beteiligung von hochrangigen Politikern bei der Unterdrückung der Wahrheit. Diese Verstrickung von Politikern mit bekannten Kriminellen war skandalös genug — der Zynismus, mit dem er unter die Teppiche von Westminster gefegt wurde, war aber viel schlimmer.

Das gleiche „Vertuschen“ wird heute wiederholt. Lord McAlpine verfolgt die gleiche Taktik wie Lord Boothby, indem er erklärte, er sei unschuldig und die „Prügelknaben“ wären spektakulärerweise nur die BBC und deren Flaggschiff-Sendung NEWSNIGHT.

Seit Jahren ist jede britische Regierung wegen der Loyalität der BBC gegenüber der Regierung besorgt, wohingegen die BBC Unabhängigkeit anstrebt. Die BBC und NEWSNIGHT mußten gezügelt werden und die konservative Regierung rettete McAlpine und „zügelte“ die BBC.

Lord McAlpine ging an die Öffentlichkeit, als keine Notwendigkeit dazu bestand. Die BBC und die Medien haben ihn nicht beim Namen genannt. Bisher kam das einzige Opfer von der BBC. Doch nach der NEWSNIGHT-Sendung über die Kinderheime in North Wales folgte der Geschichte jede Zeitung. Kein Redakteur der landesweiten Medien ist zurückgetreten. Stattdessen hat der größte Teil die BBC verurteilt, die in Wirklichkeit Mitbewerber sind.

Lord McAlpine hat erklärt, daß er unschuldig ist, und ein Opfer hat seine Geschichte zurückgezogen und sich entschuldigt. Doch die Beweise in zwei getrennten Untersuchungen und Berichten stützen sich nicht auf auch nur einen einzigen Zeugen. Es bleiben viele Fragen offen.

McAlpine erklärt: „ich war es nicht, aber es hätte ein anderes Mitglied meiner Familie gewesen sein können.“ In dieser Richtung wurde die Untersuchung nicht weiter verfolgt.

Stattdessen hat die Regierung Vorwürfe gegen den ehemaligen liberalen Abgeordneten Cyril Smith unterstützt, und dies hat von Lord McAlpine den Druck genommen, der in seiner Erklärung deutlich gemacht hat, daß er in Italien lebt, aber zurückkehren „kann“, wenn es erforderlich ist, um Fragen zu beantworten.

Lord McAlpine hat den Weg von Lord Boothby eingeschlagen und die BBC wird wahrscheinlich irgendeine Art von Entschädigung zahlen, aber er hat noch keine einzige Schrift/Forderung gegen irgendeine andere Einrichtung veröffentlicht, die tatsächlich seinen Namen nannte. Aber damals verklagte tatsächlich auch Boothby niemanden, weil — wie ‘Two Dinners Goodman’ wußte — dies bedeutete, daß Boothby als Zeuge hätte aussagen müssen.

Boothby konnte sich das damals genau so wenig leisten, wie McAlpine heute, und beide verlassen sich auf die Regierung, um Straftaten zu vertuschen, die der Gesellschaft zuwider sind.

Hier finden Sie den Originalartikel, Lies, Lies, Lies, Sex, a Downing Street Cover Up and a Déjà-vu.

Und die Moral von der Geschicht? Lord McAlpines Klageandrohungen gegen die Twitterer sind genauso ein Bluff wie die Nachrichten darüber!

FBI-Informanten: Eric Holders Justizministerium ignoriert Opfer des Sexgewerbe-Kinderhandels

2012/09/08

Ex-FBI-Informant Brandon Darby über das Zögern des Justizministeriums, Menschenhandelsopfern, vor allem Minderjährigen, zu helfen — ein Auszug von Elisabeth Meinecke aus der August-Ausgabe von TOWNHALL.

Termini technici
— operational human source: operative menschliche Quelle [Informant]
— Immigration and Customs Enforcement: Einwanderungsbehörde ICE
— Law Enforcement Declaration: Strafverfolgungserklärung

Aus Brandon Darbys Bericht „FBI Informants Speak Out: Eric Holder’s DOJ Is Ignoring Child Sex-Trafficking Victims“, der im August im Magazin TOWNHALL erschien:

Warum es wichtig ist, darüber zu sprechen

Meine Arbeit als verdeckter Ermittler für die „Joint Terrorism Task Force“ des FBI wurde durch die Medien gut dokumentiert, ebenso meine Konversion von einem liberalen linken Aktivisten zu einem Tea-Party-Aktivisten, der sich für das Gesetz und unsere Nation einsetzt.

Ich war eine operative menschliche Quelle, was in der Öffentlichkeit gemeinhin als eine Art Informant für das FBI bezeichnet wird. Agenten des FBI sagten unter Eid aus, daß ich vertrauenswürdig und zuverlässig war und daß meine Informationen immer korrekt und nie irreführend waren. Sie sagten unter Eid außerdem aus, daß meine Beweggründe als moralisch und ideologisch erachtet wurden, nicht als finanziell. Diese Faktoren machten mich zu einer „vertrauenswürdigen Quelle“, das heißt meine Worte waren in der Lage, zu bewirken, daß für das FBI richterliche Anordnungen ausgestellt werden. Ich habe von Themen Abstand genommen, die meine Erfahrungen mit dem FBI betreffen, es sei denn, sie sollten öffentlich gemacht werden oder mir wurde anderweitig versichert, daß es auf laufende Untersuchungen keine Auswirkungen haben würde. Und ich habe davon Abstand genommen, seit dem viel beachteten Prozeß des Jahres 2009 gegen die radikalen linken Möchtegern-Bomber, in denen ich der Kronzeuge für das FBI und die US-Bundesstaatsanwaltschaft war, über meine FBI-Arbeit zu diskutieren.

Es ist kein Geheimnis, daß ich innerhalb des FBI Beziehungen habe und daß ich diese Beziehungen genutzt habe, um Bürgern zu helfen, Verbrechen oder terroristische Aktivitäten zu melden. Ich habe nicht diskutiert, daß ich als operative menschlichen Quelle reaktiviert wurde, um das FBI zu unterstützen, den Menschenhandel zu stoppen. Ich arbeitete also wieder geheim. Da das Justizministerium nicht das geringste Interesse daran erkennen läßt und auch nichts unternimmt, gegen bekannte Fälle von Kriminellen vorzugehen, die einen Sexgewerbe-Kinderhandel betreiben, spreche ich jetzt ohne Genehmigung oder Zustimmung des FBI. Eine andere ehemalige menschliche Quelle des FBI, Dottie Laster, unterstützt mich in dem Bemühen, das Justizministerium dafür verantwortlich zu machen, Kinder zu ignorieren, von denen wir wissen, daß sie Sexsklavinnen sind. Die Verteidigung der Männer und Frauen, die im FBI und anderen Behörden unter dem Justizministerium dienen, steht, seitdem meine Identität im Zusammenhang mit dem oben genannten Prozeß aufgedeckt wurde, im Mittelpunkt meines Lebens. Ich verteidige jedoch nicht länger die politische Führungsspitze und deren Führungskräfte in den Organisationen. Es ist bedauerlich, daß mein Gewissen jetzt verlangt, über die Entscheidungen und Prioritäten der Führungsspitze zu sprechen. Es ist bedauerlich, daß ich mit der Kultur des Schweigens in den Strafverfolgungsbehörden unter dem Justizministerium brechen muß.

Die Entwirrung der Knoten

Dottie Laster, die sich seit Jahren für die Opfer von Menschenhandel engagiert, kontaktierte mich, um zu verstehen, warum das Justizministerium dem Anschein nach so wenig daran interessiert ist, Untersuchungen nachzugehen, in denen es um Sklaverei geht. Sie fragte mich zunächst, warum ich solche Einrichtungen verteidigen würde, wenn sie es ablehnen würden, den Opfern zu helfen, mit denen sie arbeitete. Ich erklärte ihr, daß wir als Bürger sicherlich etwas tun könnten, und fing an, die Sache zu erforschen. Ich diskutierte das Thema mit verschiedenen Agenten und anderen Personen, die im Justizministerium oder anderweitig darunter beschäftigt sind. Ich erfuhr, daß die Mehrzahl der Strafverfolgungsbehörden aufgrund von Komplikationen mit der Einwanderungsbehörde keine Ermittlungen wegen Menschenhandel aufnimmt. Durch Bundesmittel finanzierte Behörden sind gesetzlich verpflichtet, die Einwanderungsbehörde über solche Untersuchungen zu informieren und mit ihnen zusammenarbeiten. Leider machten Razzien seitens der Einwanderungsbehörde langfristige Untersuchung dann häufig unmöglich. Die Entfernung von möglichen illegalen Ausländern hatte gegenüber Strafverfahen den Vorrang. Erfolgte eine Razzia der Einwanderungsbehörde ICE zu früh, hatte die den möglichen Menschenhandel untersuchende örtliche Stelle wenig Beweise für Anklagen und damit dringend benötigte Gelder und Arbeitsstunden verschwendet. Die Menschenhändler hatten wenig zu befürchten und konnten ihre Sache fortsetzen, und die Strafverfolgungsbehörden scheuten sich, in solchen Fällen zu ermitteln.

Daß aber das FBI scheinbar ein so geringes Interesse an Fällen von Menschenhandel zeigt, war eine ganz andere Sache. Als eine führende Strafverfolgungsbehörde war sie gesetzlich nicht wie die lokalen oder staatlichen Stellen verpflichtet, die Einwanderungsbehörde ICE zu benachrichtigen. Beim FBI waren die Probleme sehr viel komplexer. Das FBI konnte eigenständig ermitteln und so gewährleisten, daß die Straftäter dieser modernen Sklaverei angemessen angeklagt werden. Leider fehlten dem FBI die entsprechenden Ressourcen, um den von ihnen und ihren Informanten geretteten Opfern kurz- und mittelfristig sicheren Schutz bieten zu können. Das FBI war auf die US-Bundesstaatsanwaltschaft angewiesen, die Opfer als Zeugen zu benennen, bevor den Opfern Mittel zur Verfügung gestellt werden können. Diese Abhängigkeit von der US-Bundesstaatsanwaltschaft für kurz- und mittelfristige Ressourcen schien, basierend auf meinen Recherchen und Gesprächen mit FBI-Agenten und stellvertretenden US-Staatsanwälten, der Engpaß zu sein, der vielen Opfern von Menschenhandel Freiheit und Sicherheit unmöglich machte. Menschenhändler suchten sich oft illegale Ausländer, die bereits in den Vereinigten Staaten waren, oder entführten in anderen Ländern Bürger und brachten sie über die durchlässige Grenze in die Vereinigten Staaten. Für viele Opfer wären deshalb verschiedene Arten von Visa erforderlich, wenn ihre Zeugenaussage nötig wäre, um die Straftäter der Sklaverei zu verfolgen und zu neutralisieren. Andere Opfer von Menschenhandel waren jedoch unterschiedlich suchtkranke US-Bürger oder minderjährige Ausreißer. Und Laster und ich erkannten, daß das Justizministerium in beiden Fällen wieder nicht helfen wollte.

Ein Teil der Lösung für diesen Engpaß im System richtete sich an die Schaffung verschiedener Visa, wie T-Visa (T Nonimmigrant Status) und U-Visa (U Nonimmigrant Status). Diese beiden Visa waren so konzipiert, daß Bundesbeamte und andere Strafverfolgungsbehörden einen Mechanismus hätten, der Zeugen dadurch, daß ihre Anwesenheit für eine Untersuchung als notwendig erachtet wird, ermöglichen würde, in den USA bleiben, um gegen die Straftäter von Menschenhandel auszusagen. Leider waren die Strafverfolgungsbehörden nur selten bereit, die Strafverfolgungserklärung zu unterzeichnen, die erforderlich war, um die Zusammenarbeit des Opfers zu belegen. Wieder schienen die Strafverfolgungsbehörden zu zögern, diesmal weil sie befürchteten, daß ihr die notwendigen Ressourcen zur Unterbringung und Verpflegung der Opfer fehlen würden — zu diesem Schluß kamen Laster und ich durch unsere Erfahrungen und Diskussionen, die wir mit verschiedenen Personen aus den Strafverfolgungsbehörden hatten. Nachdem ich Laster meine Ergebnisse präsentierte, erarbeiteten wir mögliche Lösungen, um die Hemmnisse zu beseitigen und den Opfern, mit denen sie arbeitete, besser zu helfen.

Die Aufdeckung

Wir beschlossen, den inzwischen verstorbenen Andrew Breitbart zu kontaktieren. Breitbart, Catherine Engelbrecht von „True the Vote“, Hannah Giles und ich schufen in kurzer Zeit eine gemeinnützige Einrichtung namens „Citizen Patriot Response“, um Tea-Party-Gruppen zu organisieren, damit sie bedürftigen Gemeinden und Einzelpersonen ohne staatliche Finanzierung und Abhängigkeit helfen. Obwohl die Organisation nicht nur gegründet wurde, um Menschenhandelsopfern zu helfen, hatte das Thema die oberste Priorität. Unter der Schirmherrschaft der neu gegründeten gemeinnützigen Organisation wurde mein Haus schnell in einen Zufluchtsort für Menschenhandelsopfer verwandelt. Die Idee war, daß mein Haus den Opfern Lebensmittel und den kurz- und mittelfristigen Schutz bieten könnte. Dies würde seitens des FBI hoffentlich weitere Untersuchungen ermöglichen. In Verbindung mit meiner Arbeit für das FBI sollte dieser Zufluchtsort ein Modell bieten, wie sich Bürgerinnen und Bürger organisieren können, um die Strafverfolgungsbehörden dabei zu unterstützen, einer größeren Zahl von Menschenhandelsopfern zur Gerechtigkeit zu verhelfen. Laster fing an, diesen Zufluchtsort für die Menschenhandelsopfer, mit denen sie arbeitete, in Anspruch zu nehmen. Ich fing an, jede mögliche Beziehung innerhalb des FBI zu nutzen, um die Organisation unter Druck zu setzen, mehr Ermittlungen über Menschenhandel aufzunehmen. Obwohl meine Bemühungen zunächst unfruchtbar waren, fand ich beim FBI schließlich einen sehr fürsorglichen Sonderermittler, den ich Sonderermittler X nenne. Sonderermittler X fing an, die Fälle, die Laster und ich präsentierten, pflichtbewußt zu untersuchen. Die notwendigen Formulare für die entsprechenden Visa-Anträge wurden in einer Reihe von Fällen unterzeichnet und es schien, daß mit ein wenig Druck von besorgten Bürgern und einem mitfühlenden Bundesbeamten endlich Gerechtigkeit eintreten würde. Außerdem forderte ich Laster auf, eine menschliche Quelle des FBI zu werden, so daß sie mehr für die Opfer tun und dabei helfen könnte, Ermittlungen einzuleiten, wenn ihr Netzwerk Informationen über neue Fälle hätte. Laster stimmte zu und wurde vom FBI als eine menschliche Quelle aufgetan.

Laster und ich präsentierten dem FBI Dutzende von Fällen. Viele der Fälle betrafen Minderjährige, die von Menschenhändlern bedroht und gezwungen wurden, mit Erwachsenen aus finanziellen Gründen Sex zu haben. Sonderermittler X arbeitete fleißig, um unsere Informationen aufzunehmen und Ermittlungen einzuleiten. Laster und ich bildeten uns weiter und lasen Richtlinien und Protokolle, die das Justizministerium in solchen Fällen verwendet. Wir fühlten uns durch unsere Nachforschungen darin bestärkt, daß es eine Frage des Rechts und eine Frage der Vorschriften wäre, daß das FBI bei Fällen, in denen Minderjährige beteiligt sind, Untersuchungen einleiten und handeln müßte. Alles schien in Ordnung.

Ein unwilliges Justizministerium

Doch aus der Mehrzahl der Fälle, an denen wir mit Sonderermittler X arbeiteten, wurden nie Untersuchungen für das FBI — selbst diejenigen nicht, in die Kinder verwickelt waren, durch die das FBI zum Handeln verpflichtet war. Obwohl die Richtlinien befolgt wurden, wurde Sonderermittler X in einen anderen Teil der Vereinigten Staaten verfrachtet und verboten, an dem Thema Menschenhandel weiter zu arbeiten. Ich wurde ohne Grund deaktiviert, ohne Pflichtverstoß. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung meldete sich der neue Sonderermittler, der Laster zugewiesen wurde, auf ihren Anruf, sprach mit ihr aber nicht über die Fälle. Auch Lasters auf Antrag des FBI angefallener Zeit- und Kostenaufwand wurden ihr nicht vollständig erstattet.

Obwohl meine erste Analyse der Probleme, die das FBI in Bezug auf Ermittlungen wegen Menschenhandel hat, richtig war, weiß ich nun, daß es noch viele andere Faktoren gab. …

Read on: FBI Informants Speak Out: Eric Holder’s DOJ Is Ignoring Child Sex-Trafficking Victims

Kindersex in Vancouver: Polizei jagt Freier

2012/07/10

Mark Clayton über das Pädo-Paradies Vancouver von 1997.

Verhaftung von Kunden könnte Mädchen Mut machen, auszusagen

Nachdem fast alles versucht wurde, um die steigende Zahl von Kindern im Vancouvers berüchtigtem Sexgewerbe einzudämmen, sagen Politiker und Polizei, das einzige, was übrig bleibt, ist, die Kunden zu bestrafen.

Seit Januar (1997) jagt die Polizei in Vancouver sowohl „Johns“, oder Kunden von Prostituierten, als auch Zuhälter, statt der von ihnen ausgebeuteten Kinder.

„Es macht keinen Sinn, die [Kunden] ungeschoren davonkommen zu lassen“, sagte Vancouvers Bürgermeister Philip Owen in einem Telefoninterview. „Sie haben diese unglaubliche Nachfrage von Männern mittleren Alters nach Mädchen, die erst 11 sind. Es ist verrückt, gegen die Kunden nicht Stellung zu beziehen.“

Vancouvers Ruf

Vancouver hat — zusammen mit mehreren nordamerikanischen Städten — einen Ruf erworben, dort leicht ein Kind für Sex finden zu können. Kinderschützer sagen, daß in einer Stadt mit 1,6 Millionen Menschen Hunderte von Kindern unter 17 Jahren in dem Gewerbe benutzt werden.

Die Polizei von Vancouver hat im letzten Herbst beschlossen, den Empfehlungen einer Anti-Prostitutions-Projektgruppe zu folgen und damit anzufangen, Kunden und Zuhälter zu verhaften. Die Projektgruppe empfahl, Kinder aus dem Sexgewerbe, wenn sie aufgegriffen werden, in Programme der Behörde und Bürgerhilfe aufzunehmen.

Während Vancouvers Verhaftung der Freier darauf ausgerichtet ist, die Prostitution zu verlangsamen, steht die Eindämmung des Wachstums der Kinderprostitution im Mittelpunkt, so der Bürgermeister und lokale Aktivisten.

Ein wesentliches Problem bei der Bekämpfung der Jugendprostitution ist laut Aktivisten, daß junge Prostituierte der Polizei mißtrauen, weil diese Gruppe das Hauptziel der Verhaftungen im Sexgewerbe ist. Aktivisten sagen, daß die Polizei das Vertrauen der Jugendlichen gewinnen muß.

Aktuell setzt das kanadische Recht die Beweislast für die Verurteilung von Vermittlern (Zuhälter) und Kunden (Freier) auf Beweismittel und Zeugenaussagen, die von den Frauen und Kindern erbracht werden. Aktivisten sagen, daß es wegen der Angst und dem Mißtrauen, das Jugendliche gegenüber der Polizei haben, sehr schwer, sie zu überzeugen, vor Gericht gegen Zuhälter und Kunden auszusagen.

„Es ist für Kinder und Frauen schwierig, zur Polizei zu gehen, wenn sie diejenigen sind, die angeklagt werden“, sagt John Turvey, verantwortlicher Direktor von Vancouvers „Downtown Eastside Youth Activities Society“, die mit Problemjugendlichen arbeitet. „Aber mit dieser Art von Verschiebung, wenn strafrechtlich die Kinderschänder (predators) verfolgt werden, könnte sich das wirklich auszahlen, wenn sich die Einstellung ändert.“

Der Aufbau von Vertrauen zwischen jugendlichen Sexgewerbe-Arbeitern (youth sex-trade workers) und der Polizei könnte die schnell wachsende Nachfrage im Raum Vancouver nach Sex mit Jugendlichen unter 18 Jahren langsam reduzieren. Letztes Jahr veröffentlichte Turveys Gruppe zum Beispiel einen Bericht mit dem Titel „Vancouver: Paradies für Kinderschänder und Pädophile“ („Vancouver: Predator and Pedophile Paradise“), der die Stadt kritisiert, nicht genug zu tun, um Kinder auf der Straße zu schützen.

In dem Bericht heißt es, daß die Polizei die Männer, die von Jugendlichen Sex kaufen, schon lange außer Acht lassen. Kinder in der Prostitution wurden für den Verkauf von Sex 59 Mal häufiger angeklagt, als die Männer, die sie ausnutzen, für den Kauf von Sex angeklagt werden, so der Bericht.

In sechs Jahren wurden in Vancouver nur sechs Männer für den Kauf von Sex von einem Kind angeklagt, aber 354 Jugendliche wurden für den Verkauf angeklagt. Von den sechs angeklagten Männern wurden nur zwei verurteilt, so der Bericht. In den letzten zwei Wochen im Februar wurden in Vancouver laut einem Sprecher der Polizei dagegen 10 Kunden für den Kontakt zur Inanspruchnahme von Prostitution (soliciting for prostitution) verhaftet und angeklagt.

Kimberly Daum, die Forscherin, die den Bericht schrieb, sagt, sie denkt, daß der neue Ansatz womöglich einige Vorteile bringt, betont aber, daß immer noch die Gesetze geändert werden müssen, damit andere Beweismittel erlaubt sind, als die Zeugenaussagen von Jugendlichen, wenn das Kindersex-Gewerbe verlangsamt werden soll.

Das Problem war immer, daß Undercover-Polizisten zu alt sind, um sich als jugendliche Prostituierte auszugeben — was es für Zuhälter und Freier sicherer macht, wenn sie statt einem Erwachsenen ein Kind für Sex suchen. Das Problem bleibt bestehen, trotz der veränderten Ausrichtung, sagt Daum.

„Die Zurückhaltung von Kindern, als Zeugen auszusagen, war schon immer das Problem“, sagt sie. „Nichts an diesem neuen Programm wird das ändern. Diese Kinder fürchten nicht nur die Zuhälter, sondern ihre Kunden.“

Daum sagt, wenn Vancouvers neuer Ansatz wirken soll, muß die Bundesregierung für Kanadas Datenschutzgesetz eine Befreiung ausstellen, um unter bestimmten besonderen Umständen eine Audio- und Videoüberwachung für den Kontakt zur Inanspruchnahme von Prostitution bereitzustellen — diese Umstände sind dann gegeben, wenn Menschen versuchen, Jugendliche mit der Absicht aufzugreifen, um sie sexuell auszubeuten.

Kanadaweites Interesse

Vancouvers Ansatz wurde auf Bundesebene vom Abgeordneten Randy White aufgegriffen, der sagt, daß die Polizei landesweit anfangen sollte, Kunden zu verhaften.

„Es ist die einzig vernünftige Sache, die getan werden muß“, sagt Bürgermeister Owen. „Einfach die Prostituierten zu verhaften, hat weder in Toronto funktioniert, noch in Montreal oder Ottawa. Sie müssen die Nachfrage stoppen.“

Hier finden Sie den Originalartikel, To Curb Vancouver’s Big Trade In Child Sex, Police Nab ‚Johns‘

Derweil, im Vancouver von heute …

US-Pädophiler versteckte sich in Vancouver

Mann aus Arizona auf Rückweg aus Venezuela in Montreal gefaßt

Einer von Amerikas meistgesuchten Flüchtigen, der verurteilte Pädophilen Steven William Dyer, lebte acht Jahre unerkannt in der Innenstadt von Vancouver, bevor er am Mittwoch auf einem Montrealer Flughafen verhaftet wurde.

Nun läßt die Polizei von Vancouver, die nur durch Dyers Verhaftung von seiner Existenz erfuhr, Sexualverbrechens-Ermittler mit ihren Kollegen aus Lower Mainland und der kanadischen Grenzbehörde daran arbeiten, festzustellen, ob Dyer, 44, in British Columbia Kinder mißbrauchte.

„[Die Ermittler] werden alle ungelösten Dateien durchgehen, um festzustellen, ob Dyer dem Profil des Verdächtigen entspricht“, sagte Lindsey Houghton von der Polizei Vancouver am Mittwoch.

„[Dyer] war uns bis zu diesem Morgen überhaupt nicht bekannt“, sagte er.

Einen Durchsuchungsbefehl für seinen Wohnsitz hat die Polizei von Vancouver nicht erhalten, dies bleibt aber eine Option.

Dyer steht wegen 13 Fällen von Kindesmißbrauch in Arizona vor einer Mindesthaftstrafe von 169 Jahren in einem US-Gefängnis, nachdem er am 16. April 2002 in Abwesenheit in allen Anklagepunkten für schuldig befunden wurde. Laut Gerichtsakten aus Arizona wurde Dyer, der ursprünglich aus Kalifornien stammt, für schuldig befunden, von 2000 bis 2001 mit einem 12-jährigen Knaben eine sexuelle Beziehung gehabt zu haben.

Laut der kalifornischen CONTRA COSTA TIMES war Dyer ein „Big Brother“-Jugendtrainer und verdiente für die Arbeit in einem medizinischen Versorgungsunternehmen pro Jahr zwischen 100.000 und 200.000 Dollar.

Die Zeitung berichtete außerdem, daß Dyer mindestens ein weiteres Opfer hatte und mit den Knaben „Sex-Partys“ feierte, die Alkohol und Pornographie beinhalteten.

Ab 2002 erhielt er eine Arizona-Ausweiskarte, einen New-Mexico-Führerschein und einen US-Paß mit den Informationen seines Bruders Ronald Dyer.

Es ist bekannt, daß Dyer im Jahr 2007 bei zwei Gelegenheiten mit dem Lexus-Geländewagen seines Vaters von British Columbia in die USA fuhr.

Dyer stand während der Flucht auch in Kontakt mit seiner Familie und ist dafür bekannt, Treffen besucht zu haben, auf denen seine Eltern und andere Personen den Kindern und Enkeln der Familie ermahnten, niemandem zu erzählen, daß sie Dyer in Kalifornien sahen, da er ein internationaler Spion wäre.

Er wird derzeit in Vancouver keiner Straftat verdächtigt, sagte Houghton, aber das könnte sich durch die Ermittlung noch ändern.

Dyer, der im Jahr 2004 in betrügerischer Weise einen kanadischen Ausweis erhielt, wurde am „Pierre Trudeau“-Flughafen in Montreal festgenommen.

Ermittler der kanadischen Grenzbehörde CBSA (Canada Border Services Agency) erfuhren im Dezember 2011 von Dyers falschem Ausweis und daß er zu der Zeit in Venezuela war.

Er wurde bei seiner Rückkehr nach Kanada identifiziert.

Hier finden Sie den Originalartikel, U.S. pedophile hid out in Vancouver.

Ein passender Kommentar? Voilà!

Kinder landen auf dem Weg zur Schule im Bordell

2012/06/30

Carol Marbin Miller über Schulkinder als Prostituierte.

(Ist das die Art von Schule, in der Kinder die wichtigen Dinge lernen, die wir laut Politikern und Soziologen täglich im Leben brauchen?)

„Professionelle Raubtiere“ ködern Kinder von Pflegefamilien als Prostituierte

Teenager-Pflegekinder nannten die Rendezvous mit Männern, die für ihre Zuneigung bezahlten, „Termine“. Manchmal hatten sie mehrere pro Tag.

Ihr mutmaßlicher Abfertiger, den sie „E-Nasty“, oder einfach nur „E“ nannten, schickte den Mädchen auf die Handys, die sie von ihm hatten, Textnachrichten. „Du wirst heute einige Termine haben“, pflegte er zu schreiben, verriet ein Insider dem MIAMI HERALD.

An hektischen Tagen würden die Mädchen am Morgen zur Schule gefahren werden, sie aber nicht betreten. Stattdessen würden die Kinder ihre Zuhälter anrufen oder ihnen eine SMS schicken, um sie abzuholen. „Es war die perfekte Tarnung“, sagte die Quelle. „Die Leute dachten, sie würden zur Schule gehen.“

Read on: Foster kids would leave for school, detour to brothel

Frankreichs Pädophilen-Herrschaft

2012/06/02

Judith Reisman über die sexuelle Norm unserer Systemelite.

(Anmerkungen in Klammern)

„All diese Rituale auf dem Markt der Epheben, auf diesem Sklavenmarkt, erregen mich mächtig … Der Überfluß an sehr attraktiven und sofort verfügbaren Knaben versetzt mich in einen Zustand der Begierde …“

Frédéric Mitterrand, 2009 französischer Kulturminister, in seiner erfolgreichen Autobiographie „La mauvaise vie“ („Das schlechte Leben“) aus dem Jahr 2005

„The Art Newspaper“ verkündete am 1. September 2009: „Die in diesem Sommer vorgenommene Ernennung von Frédéric Mitterrand — Fernsehschauspieler, Filmproduzent, Schriftsteller, Schwulenaktivist und Neffe des letzten sozialistischen Präsidenten François Mitterrand — zum neuen Kulturminister wurde von Frankreichs kulturellen Gruppen mit Begeisterung aufgenommen.“ [1]

Am 27. September (2009) wurde der flüchtige Roman Polanski für seine Vergewaltigung einer 13-Jährigen im Jahr 1977 von der Schweizer Polizei für eine mögliche Auslieferung an die USA festgenommen. Seine Freilassung gegen Hinterlegung einer Kaution wurde abgelehnt. Die Schweizer befürchten, er könnte fliehen, nun ja. Mitterrand sagte, er wäre über die Verhaftung seines Freundes „verblüfft“ und fügte hinzu, er „bedauert, daß jemandem ein neues Martyrium auferlegt wird, der schon so viele erlebt hat“.

Am 7. Oktober (2009) wurde Mitterrand selbst als homosexueller Pädophiler identifiziert — als ein Päderast. Minister Mitterrand hatte offen damit geprahlt, sich in Bangkok mittellose, junge Knaben als Opfer zu suchen. Der Kulturminister schreibt, er kannte „die schmutzigen Details“ des Sexhandels. Während seiner Reise durch Thailand hatte er „die Gewohnheit angenommen, für Knaben zu zahlen ….. diese Rituale auf dem Markt der Epheben, auf diesem Sklavenmarkt, erregen mich mächtig … Man könnte ein solches Schauspiel von einem moralischen Standpunkt als abstoßend bezeichnen, aber es gefällt mir über jede Vernunft hinaus … Der Überfluß an sehr attraktiven und sofort verfügbaren Knaben versetzt mich in einen Zustand der Begierde, den ich nicht mehr bremsen oder verbergen muß.“

Mächtige Leute umgeben sich im Allgemeinen mit jenen, die ihre Ideale teilen und ihre eigenen Geheimnisse schützen. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy wußte von Mitterrands Kindesmißbrauchsgewohnheiten, als er den Straftäter in sein „Regenbogenkabinett“ berief. Laut „Independent Online“ hatte Sarkozy „Das schlechte Leben“ gelesen und Mitterrands „Sextourismus Buch als ‚mutig‘“ bezeichnet.

Polanski posierte für französische Magazine mit jungen Mädchen und Mitterrand sagte in seinem Buch, er suchte „junge Knaben“ für Sex. Obwohl Polanski und Mitterrand als Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Kinderschänder sind, wurden sie von der französischen Elite gefeiert.

Nach Mitterrands lautstarker Verteidigung von Polanski forderten einige Mitglieder der französischen Oppositionspartei seinen Rücktritt. Ein politischer Gegner des Ministers zitierte in einer TV-Debatte aus seiner Autobiographie. Sogar ein Sprecher der Sozialistischen Partei sagte, es sei „schockierend“, daß der Kulturminister ein Kindersextourist wäre.

Sarkozy hat nicht die Verhaftung seines „mutigen“ Päderasten-Ministers gefordert, der jetzt sagt, daß er mit „Knaben“ in Asien in Wirklichkeit Männer seines Alters meinte.

Mitterrand ist allerdings nicht der einzige europäische Regierungschef, der mit Kindesmißbrauch prahlt. Denken Sie an Daniel Cohn-Bendit, Co-Präsident der Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz [2] im Europäischen Parlament der Europäischen Union. [3]

Im Jahr 1975 schrieb Cohn-Bendit in „Der Grosse Basar“: „Es ist mir mehrmals passiert, dass einige Kinder“ sexuelles Interesse zeigten, woraufhin er seine sexuelle Reaktion beschreibt. Als er später des Kindesmißbrauchs beschuldigt wurde, sagte er (am 28. Januar 2001 in „The Observer“), „was ich geschrieben habe, ist heutzutage nicht hinnehmbar“.

YouTube zeigt einen Ausschnitt aus einer französischen Literaten-Sendung vom 23. April 1982 auf „Antenne 2“, heute „France 2“. [4] (Entweder hier oder hier deutsch untertitelt, ansonsten via Google-Suche hier.)

Cohn-Bendit sagt darin, er und seine Grünen-Genossen hatten „sehr wenige Orgien … viele Drogen. Milde Drogen, wir verteidigen das. Haschisch-Küchlein sind fantastisch. Ich habe heute Abend eins gegessen: Fantastisch … Jetzt arbeite ich mit kleinen Kindern … Mann, was die mit mir tun! [schüttelt provozierend seine Hand und lacht] … zwischen 16 Monaten bis 2 Jahren …“

Dann beschreibt er seinen seinen französischen Künstlerkollegen den Mißbrauch von Kindern, wie wir „schmusen … anfassen … die Sexualität eines Kindes ist etwas Fantastisches … ein kleines 5-jähriges Mädchen … ein absolut trieb-erotisches Spiel (c‘ est un jeu absolument érotico-maniaque).“

Seine bekifften Enthüllungen im französischen Fernsehen lösten nicht die geringste Aufregung aus. In den 1980er Jahren versuchten die Grünen natürlich, Sex mit Kindern, der so „érotico-maniaque“ ist, zu legalisieren. [5]

Unterdessen wurden britische Künstler im „Tate Modern“ gezwungen, ein Nacktfoto einer 10-jährigen Brooke Shields (eingeölt und stark geschminkt) aus ihrer pornographischen „Museums“-Ausstellung („Pop Life: Art in A Material World“) zu entfernen.

Historisch gesehen flüchteten unsere Vorfahren aus der „alten Welt“, um auf Basis der Bibel und jüdisch-christlicher Imperative eine sexuell zurückhaltende und unglaublich produktive „puritanische“ neue Welt zu schaffen. (Moment mal: Sollte Prostitution dann nicht nur in den USA, sondern erst recht in Israel verboten sein? Als ich den Satz „Da Israel zur Freien Welt gehört, ist Prostitution selbstverständlich legal“ zum ersten Mal las, wollte ich ihn nicht glauben.)

Mitterrand, Polansky, Cohn-Bendit, das „Tate Modern“ und seine elitären Leitschafe sagen uns, „du hast einen langen Weg zurückgelegt, Baby“. (Virginia Slims, eine Zigarettenmarke von Philip Morris, wurde 1968 für junge Frauen mit dem Spruch „you’ve come a long way, baby“ beworben.) Nun, der klügste Schritt wäre sicher, wenn wir das Volk rückwärts statt vorwärts gingen.

Fußnoten:

1. Positive Reaktionen auf neuen französischen Kulturminister. Frédéric Mitterrands Pläne für Frankreich
2 Die Grünen/Europäische Freie Allianz
3. Satzung der Fraktion „Die Grünen/Europäische Freie Allianz im Europäischen Parlament
4. Blip.tv Daniel Cohn-Bendit
5 Biografie: Daniel Cohn-Bendit

(Artikel auf Deutsch:
Mitterrand verteidigt Strichersex
Der Minister, der Knaben zahlt, und sein Präsident
Auszüge auf Französisch:
„La Mauvaise Vie“ de Frédéric Mitterrand: les passages qui dérangent)

© 2009 Judith Reisman — Alle Rechte vorbehalten

Dr. Judith Reisman / The Institute for Media Education, hat häufig über Alfred Kinsey geschrieben. Sie ist Autorin von „Kinsey: Crimes and Consequences, The Red Queen and the Grand Scheme“ und „Kinsey’s Attic: How One Man’s Sexual Pathology Changed the World“.

Sie erreichen Dr. Judith Reisman unter jar@drjudithreisman.com und auf ihrer Internetseite http://drjudithreisman.com/

Hier finden Sie den Originalartikel, French Pedophile Leadership.

VIPs mit Reagan, Bush in Untersuchung über Homosexuellen-Prostitution verwickelt — „Callboys“ auf Mitternachtstour durchs Weiße Haus

2012/04/16

Paul M. Rodriguez und George Archibald über den US-Prostitutionsskandal — nein, nicht die „geheime Dienstleistung“ („Secret Service“) unter Obama, sondern das, was laut Washington Times unter Ronald Reagan geschah.

(Die Scans der Washington Times vom 29. Juni 1989 finden Sie hier, oder hier und hier.)

(weitere Anmerkungen in Klammern)

Dies sind drei von Hunderten von Kreditkartenbelegen, ausgestellt auf Professional Services Inc., die der Washington Times zugingen. Namen und Nummern der Kunden, die auf den Originalen zu sehen sind, wurden hier gelöscht.

Bundes- und Bezirksbehörden ermitteln gegen einen Homosexuellen-Prostitutionsring, zu dessen Kunden unter anderem ranghohe Vertreter der Regierungen Reagan und Bush, Militärs, Kongreß-Helfer sowie US-amerikanische und ausländische Geschäftsleute mit engen sozialen Bindungen zu Washingtons politischer Elite gehören, wie Dokumente, die die Washington Times erhielt, zeigen.

Einer der hochkarätigen Kunden des Rings hatte so gute Verbindungen, daß er am Sonntag, dem 3 Juli des letzten Jahres (1988) im Weißen Haus, mitten in der Nacht, eine Tour für seine Freunde arrangieren konnte. Unter den sechs Personen auf der außergewöhnlichen 01.00 Uhr Tour waren zwei männliche Prostituierte.

Die Times erfuhr, daß die Bundesbehörden, darunter der Secret Service, die strafrechtlichen Aspekte des Rings untersuchen wird und daß den männlichen Prostituierten und ihren homosexuellen Kunden mitgeteilt wurde, daß eine Grand Jury während des Sommers über die Beweise beraten wird.

Reporter dieser Zeitung untersuchten Hunderte von Kreditkartenbelegen, ausgestellt auf Firmen- und persönlichen Karten und zahlbar an den Escort-Service, der den Homosexuellenring betrieb. Viele der Belege wurden über ein sogenanntes „Sub-Merchant“ Unterkonto des Chambers Bestattungsinstitutes von einem Sohn des Besitzers gebucht, ohne das Wissen des Unternehmens.

Unter den Namen der Kunden auf den Belegen — identifiziert durch Prostituierte und Escort-Vermittler — sind Regierungsbeamte, lokal stationierte US-Militärs, Geschäftsleute, Anwälte, Banker, Kongreß-Helfer und anderes Fachpersonal.

Redakteure der Times sagten, die Zeitung würde nur die Namen derjenigen drucken, die in sensiblen staatlichen Stellen oder einflußreichen Positionen tätig sind. „Es gibt nicht die reißerische Absicht, irgendwelche Namen oder Fakten über die Operation zu veröffentlichen“, sagte Chefredakteur Wesley Pruden. (Erinnern Sie sich, was geschah, als Hans Meiser einen Prostitutionsskandal aufdecken wollte?)

Das Büro von US-Justizminister Jay B. Stephens, dem ehemaligen stellvertretenden Berater des Weißen Hauses unter Präsident Reagan, koordiniert die Untersuchung, weigerte sich aber, über die Ermittlungen oder die Grand Jury zu diskutieren.

Laut den Kreditkarten-Datensätzen finden sich mehrere ehemalige Mitarbeiter von Jay B. Stephens aus dem Weißen Haus unter den Kunden des Homosexuellen-Prostitutionsringes, und diese Personen haben die Buchungen bestätigt.

Jay B. Stephens‘ Büro, das zuerst zusagte, bei der Untersuchung der Times zu kooperieren, zog das Angebot gestern zurück und lehnte auch ab, zu sagen, ob Stephens den Fall aufgrund möglicher Interessenkonflikte wegen Befangenheit abgibt.

Mindestens ein hochrangiger Vertreter der Bush-Regierung und ein reicher Geschäftsmann, die von dem Escort Service, der den Ring betrieb, homosexuelle Prostituierte bezogen, kooperieren laut mehreren Quellen mit der Untersuchung.

Unter den Kunden, die in den vergangenen 18 Monaten Homosexuellen-Prostituiertendienste über gängige Kreditkarten abrechneten, sind Charles K. Dutcher, ehemaliger stellvertretender Direktor des Präsidentenpersonals der Reagan-Administration, und Paul R. Balach, Verbindungsmann von Arbeitsministerin Elizabeth Dole im Weißen Haus.

Charles K. Dutcher war in den 1970er Jahren ein Kongreß-Berater des ehemaligen republikanischen Abgeordneten Robert Bauman von Maryland, der aus dem Repräsentantenhaus zurücktrat, nachdem er sexuelle Beziehungen mit jungen männlichen Prostituierten einräumte. Charles K. Dutcher arbeitete auch im Mitarbeiterstab von Vizepräsident Dan Quayle, als er im Repräsentantenhaus einen Bezirk von Indiana vertrat.

Ein Zahlungsvorgang wurde auch auf der Kreditkarte eines ehemaligen Mitarbeiters des Weißen Hauses festgestellt, der in der Reagan-Administration die tägliche Zusammenfassung der Nachrichten für den Präsidenten vorbereitete. Todd A. Blodgett sagte, er hätte die Zahlung nicht getätigt.

Einer der zahlungskräftigen Großkunden des Rings ist Craig J. Spence, laut Dokumenten und Interviews mit Vermittlern und Prostituierten, die mit Craig J. Spence Sex hatten, ein Angehöriger der feinen Washingtoner Gesellschaft und ein internationaler Handelsberater.

Craig J. Spence zahlte pro Monat mehr als 20.000 Dollar für männliche Prostituierte, die ihm und seinen Freunden Sex boten, darunter anscheinend Militärpersonal, das sich als seine „Bodyguards“ ausgab. Es war Spence, der die nächtliche Tour durch Reagans Weißes Haus anordnete. Wiederholte Versuche, Spence zu erreichen, per Telefon, Fax und persönlich zu Hause, waren erfolglos.

Kreditkartenbelege bestätigen, daß Craig J. Spence über American Express- und Visa-Karten Tausende von Dollar zahlte und seine Karten für einen Escort-Service namens Professional Services Inc. manchmal auch mehrmals am Tag in Höhe von 600 Dollar belastete.

Professional Services ist laut Werbung in Washingtoner Boulevard-Zeitungen und den Gelben Seiten eine von mehreren Dachgesellschaften (one of several umbrella companies), die von den Betreibern genutzt wird, um männliche Prostituierte als Begleitpersonen zu vermitteln.

Kreditkarten-Unterlagen zeigen, daß auch Mitglieder großer Nachrichtenagenturen Escort-Dienste von dem Ring bezogen. Darunter Stanley Mark Tapscott, der ein assistierender Chef vom Dienst der Washington Times war. (Warum gibt es eigentlich keine investigativen Berichte über das „Coming Out“ von Redakteuren von Tageszeitungen, die käufliche Liebe machen?)

Stanley Mark Tapscott, dessen Rücktritt am 20. Juni 1989 angenommen wurde, sagte, er habe keine homosexuellen Begleitpersonen oder sexuelle Dienstleistungen irgendeiner Art in Anspruch genommen. Er sagte in einem Interview, er habe mit zwei Frauen gesprochen, die er über den Escort-Service im Rahmen einer Untersuchung eines Telefon-Sex-Dienstes traf, die er ein Jahr zuvor begonnen hatte, als er Redakteur des Finanzteils der Zeitung war. (Klingt fast wie die Selbstverteidigung dieses SPD-Freibeuters.) Die Zahlungen wurden auf der American-Express-Karte seiner Firma verbucht. Seinen Redakteuren war eine solche Untersuchung nicht bekannt.

Vor seiner Tätigkeit bei der Times arbeitete Stanley Mark Tapscott in der Reagan-Administration für das Büro des Personal-Managements.

Manager des Escort-Rings sagten, daß für Kunden mit spezifischen Wünschen „ein paar Frauen“ genutzt wurden, daß aber der normale Stall (the regular stable) insgesamt männlich war.

Die Dokumente zeigen, daß eine Reihe von Kunden — Rechtsanwälte, Ärzte und Geschäftsleute — Firmen-Kreditkarten nutzten, um Escort-Dienste in Anspruch zu nehmen und daß eine Reihe von Offizieren aus den Vereinigten Staaten und verbündeten Ländern — darunter ein ausländischer Offizier mit der Kreditkarte eines Verteidigungsministeriums — männliche Escort-Dienste buchten.

Ein ehemaliger ranghoher Vertreter des Pentagon sagte, daß die militärischen und zivilen Geheimdienstbehörden seit den letzten acht Jahren besorgt sind, daß „ein Nest von Homosexuellen“ auf höchster Ebene der Reagan-Regierung von sowjetisch unterstützten Spionen durchdrungen worden sein könnte, die sich als männliche Prostituierte ausgeben.

Ein großes Problem wäre laut dem ehemaligen Vertreter mit langjährigen Beziehungen zu hochkarätigen militärischen Geheimdienst-Offizieren, daß feindliche ausländische Geheimdienste junge männliche Prostituierte nutzen, um ranghohe Regierungshomosexuelle (top administration homosexuals) zu kompromittieren und erpressbar zu machen.

„Uns ist seit vielen, vielen Jahren bekannt, daß es eine Abteilung des KGB gibt, deren Aufgabe es ist, sexuellen Abweichlern nachzustellen“, sagte der pensionierte Generalleutnant Daniel Graham, ehemaliger Leiter des Verteidigungsnachrichtendienstes DIA (Defense Intelligence Agency).

Weil „heimliche“ Homosexuelle im Staatsdienst durch Erpressung für Spionagezwecke leicht „umgedreht“ werden können, so General Graham, „waren wir immer sehr bemüht, bekannten Homosexuellen keine als geheim eingestuften Informationen zu geben“.

Die von der Times Befragten bestätigten, daß es Erpressungsversuche seitens männlicher Prostituierter gab, die Geld und andere Vergünstigungen verlangten, um das geheime sexuelle Leben von Kunden zu schützen.

Die befragten Kunden sagen, daß eine Polizeirazzia am 28 Februar in einem Haus in Washington mit der Adresse 6004 34th Place NW durch Berichte über Erpressung und möglichen Kreditkartenbetrug sowie Beschwerden von Hotelbetreibern über Prostitution in Gang gesetzt wurde. (2011, als ich diesen Artikel entdeckte, fand ich hier noch ein Foto des Hauses mit der Adresse 6004 34th Place NW, das inzwischen verschwunden ist.)

Bei der von der Washingtoner Außenstelle des Secret Service geleiteten Razzia fanden die Behörden eine Telefonzentrale, die genutzt wurde, um ein halbes Dutzend von Homosexuellen-Escortdiensten zu betreiben.

Während der Razzia beschlagnahmten Secret Service Agenten und leitende Ermittler der Bezirkspolizei finanzielle Aufzeichnungen sowie Geschäftsbücher, Fotos, Tagebücher, Telefonaufzeichnungen, Adressverzeichnisse und Kundenlisten des Prostitutions-Netzwerkes und luden im Anschluß vor das Washingtoner Landgericht.

Obwohl das beschlagnahmte Material noch am Tatort der Bezirkspolizei übergeben wurde, sagen Zeugen und Strafverfolgungsbehörden, daß der Secret Service eine Kiste mit Dateien behielt, die Namen und andere Informationen über hochrangige Regierungsbeamte enthielt, die Kunden des männlichen Escortdienstes waren.

Verteter der Bezirkspolizei sagen, daß dies ihres Wissens nach das erste Mal ist, daß der Secret Service jemals an einer solchen Razzia in dieser Gegend beteiligt ist.

Zunächst bestritt der Secret Service, an der Razzia beteiligt zu sein, doch nachdem an der Adresse 34th Place am 18. Mai eine zweite Razzia erfolgte, räumte die Behörde ihre Beteiligung an der Untersuchung ein.

Secret-Service-Sprecher Bob Snow sagte, daß die Behörde wegen ihrer Zuständigkeit für Kreditkartenbetrug an der Durchsuchung und Beschlagnahmung teilnahm: „Wir greifen in der Regel auf Antrag eines US-Anwalts in solche Operationen ein … wenn der Betrug 10.000 Dollar oder mehr beträgt … Wir sind an keiner Untersuchung über lokale Prostitution beteiligt.“

Zeugen der Razzia vom Februar sagten, daß 12 Agenten des Secret Service in blauen Parkas das Haus betraten und mehrere Stunden lang Kisten mit Dateien sammelten und wegräumten.

Bundes- und Bezirksermittler haben seitdem sowohl mehrere Prostituierte verhört, die für den Ring arbeiten, als auch Kunden der Homosexuellen-Escortdienste, die unter Namen wie „Jovan“, „Man-to-Man“, „Metrodate“, „Ultimate Models“ und „Ultimate First Class“ arbeiteten.

Zusätzlich zu Kreditkartenbetrug konzentrieren sich die Ermittlungen auf illegale zwischenstaatliche Prostitution, Entführung und Ausnutzung Minderjähriger zum Zweck sexueller Perversion, Erpressung, Diebstahl sowie damit verbundenen illegalen Drogenhandel und -konsum durch Prostituierte und ihre Kunden.

Sowohl einer der wichtigsten Betreiber von Professional Services Inc. als auch ein regelmäßiger Kunde der Dienste spekulierten in getrennten Interviews, daß die Untersuchung eingestellt werden würde (would be restricted), weil „große Namen“ involviert wären.

„Henry Vinson (der Betreiber) sagte, ein hochrangiger Vertreter werde versuchen, die Ermittlungen zu blockieren und möglicherweise Erfolg haben“, erklärte Paul R. Balach, der Verbindungsmann der Arbeitsministerin zum Weißen Haus. Henry Vinson sagte, daß er glaubt, daß ein hochgestellter Regierungsvertreter, den er nicht nennen möchte, daran arbeitet, die Untersuchung zu behindern, wollte dies aber nicht näher ausführen.

Die Behörden untersuchen seit vergangenem Herbst einen möglichen Kreditkartenbetrug durch die Betreiber des Rings.

Bereits im Oktober letzten Jahres — Monate vor der Razzia — wurde Paul R. Balach von Ermittlern zu schwerem Großdiebstahls befragt, der laut ihm von einem männlichen Escort namens Jason Michael Manos begangen wurde.

In einem Interview sagte Paul R. Balach, daß er und Jason Manos im vergangenen Sommer traf und sich mit ihm nach einem bezahlten „Date“ von „Man-to-Man“ anfreundete, einer der von den Betreibern von Professional Services beworbenen Escort-Dienste. Befragungen von Freunden von Paul R. Balach bestätigten seine Beziehung zu Michael Manos.

Laut Paul R. Balach, der im Juni 1988 zum ersten Mal homosexuelle Prostituierte aus dem Netzwerk bestellte, wurden mehrere Kunden, darunter er selbst, von den Prostituierten erpresst.

Die Betreiber des Rings sagten gegenüber der Times, daß Videobänder, Tonbänder und Fotos von den sexuellen — und auch perversen — Handlungen zwischen den Kunden und den Callboys gemacht wurden.

Dokumente belegen, daß den Kunden „Videobänder“ berechnet wurden.

Professional Services versuchte für einige Kunden, den Verwendungszweck der Kreditkartenrechnung zu verbergen und stellte Rechnungen für harmlose Gegenstände wie „Urnen“ oder „Andachtsbildchen“ aus. Eines der Unternehmen für die „Kreditkarten-Abwicklung“ des Rings wurde von Robert A. Chambers gegründet, einem Beerdigungsleiter, dessen Familie Chambers Funeral Home besitzt.

Robert A. Chambers, der ein Interview ablehnte, soll in den Kreditkarten-Konten der Firma Chambers Funeral Home bei der Sovran Bank in Silver Spring sogenannte Sub-Merchant-Konten auf den Namen Professional Services Inc. eingerichtet haben. Über diese Sub-Merchant-Konten wurden die Kreditkarten-Belege und Schecks der männlichen Escort-Dienste abgewickelt.

Laut Angaben des Rechnungsprüfers von Chambers Funeral Home kündigten Vertreter der Firma auf Geheiß von W. W. Chambers, dem Oberhaupt des Familienunternehmens, das nicht genehmigte Professional-Services-Konto nach der Polizeirazzia am 28. Februar. Robert Chambers wurde zu diesem Zeitpunkt von seinem Vater offiziell aus dem Unternehmen gefeuert, sagte ein Unternehmenssprecher.

Henry Vinson, der Callboy-„Abfertiger“ („dispatcher“) von Professional Services, ist gelernter Bestatter, der auch einmal als Sachbearbeiter für das US-Represäntantenhaus arbeitete.

Paul R. Balach, der seine Prokura einmal Michael Manos verlieh, mit dem er eine „Liebesbeziehung“ hatte, sagte er sei durch die betrügerische Verwendung seiner Kreditkarte sowie durch gefälschte Unterschriften auf Schecks und Versicherungen um mehr als 40.000 Dollar geprellt worden.

Paul R. Balach ist wegen MasterCard-Rechnungen von Michael Manos in Paul R. Balachs Namen über die Zahlung von Tausenden von Dollar noch in einen Zivilprozeß mit einer örtlichen Bank involviert.

in einem Interview sagte Paul R. Balach, daß Michael Manos ihn im letzten Herbst hinters Licht führte, als er nach Griechenland reiste, um ein Beschäftigungsverhältnis bei einem griechischen Reederei-Großindustriellen zu finden, dem Michael Manos Homosexuellen-Dienste leistete.

Als Paul R. Balach aus Athen zurückkehrte, stellte er fest, daß Michael Manos von den Girokonten seiner Bank 4.000 Dollar genommen hatte — „meine Bankkonten waren überzogen“ — Sparbriefe eingelöst hatte, und bei großen Kaufhäusern entlang der Ostküste in seinem Namen rund ein Dutzend Spesenkonten eröffnet hatte.

Außerdem sagte Paul R. Balach, daß, als er auf der Reise nach Griechenland war, Michael Manos sein Auto stahl und es demolierte.

„Das war für mein Leben ein Albtraum“, sagte Paul R. Balach und erklärte, daß er sich wegen seiner „Einsamkeit und Bequemlichkeit“ („loneliness, laziness“) mit Michael Manos einließ.

Paul R. Balach sagte, seine finanziellen Verluste traten ein, nachdem Michael Manos drohte, seinen Regierungsvorgesetzten seine homosexuelle Verstrickung in den Prostitutions-Ring darzulegen. Paul R. Balach sagte, er meldete die Erpressungsversuche und andere Probleme im Zusammenhang mit Michael Manos seinem Vorgesetzten Edward Guss bei OPM (kurz für das Personalbüro der Regierung, „US Office of Personnel Management“).

Der Times ist es nicht gelungen, Michael Manos zu finden, der Berichten zufolge in den letzten Wochen in den Bezirk zurückkehrte.

Charles K. Dutcher, der jetzt eine private Beratungsfirma namens „The Dutcher Co.“ leitet, wurde angeklagt, während der letzten Jahre der Reagan-Präsidentschaft im öffentlichen Dienst Reagan-orientierte Konservative platziert zu haben.

Er beschreibt sich selbst als „bisexuell“ und sagte, „Streß“ trieb ihn dazu, zu einem männlichen Prostituierten zu gehen. „Ich nutzte den Dienst nur einmal. Ich sah die Person nur einmal. Diese Person war nicht länger als 35 Minuten da“, sagte Charles K. Dutcher.

Er bestätigte eine Zahlung von 155 Dollar, die über seine Visa-Karte gezahlt wurde. Die sexuelle Begegnung war kurz und der Sex „war sicher — sehr sicher … Ich habe Freunde, die an AIDS starben“, sagte Charles K. Dutcher.

Charles K. Dutcher sagte, er nutzte seine persönliche Position im Weißen Haus Personal nie, um irgendjemanden, von dem er wußte, daß er homosexuell war, in eine Regierungsposition zu bringen. „Meine Arbeit hatte Vorrang, nicht mein Privatleben“, sagte er.

Laut einem Kreditkarten-Beleg, wurde das Konto von Todd Blodgett am 19. Mai 1988 für männliche Escort-Dienste mit 325 Dollar belastet, „genehmigt“ durch („referral“ by) Professional Services.

Todd Blodgett, ein Mitarbeiter der Landesgruppe der Republikaner (Republican National Committee), zuständig für die landesweite „systematische Beobachtung der gegnerischen Kandidaten“ („Opposition Research“) der Demokraten, sagte in einer Reihe von Interviews, daß ein Freund, der homosexuell ist, seine Karte verwendete, um einen männlichen Escort zu beschaffen. (Homosexuelle sind eindeutig die besseren Freunde — wie viele gute Freunde haben Sie, mit denen Sie die Kreditkarte tauschen?)

Todd Blodgett brachte den Freund, Benedict J. Hastings, Antiquitätenhändler bei der Firma Bostin, am Dienstag zu einem Interview, um seine Behauptung zu untermauern, daß er nichts Illegales getan hat. Er sagte: „Ich bin unschuldig“.

Benedict Hastings sagte, daß Todd Blodgett ihm bei zahlreichen Gelegenheiten erlaubte, seine American-Express-Karte und seine Wohnung zu benutzen, und daß er wiederum Todd Blodgett gelegentlich erlaubte, seine Kreditkarte zu nutzen.

Benedict Hastings sagte, er verwendete Todd Blodgetts Kreditkarte, um unbemerkt von dem Republikanischen Mitarbeiter einen männlichen Escort zu beschaffen.

Benedict Hastings sagte, die Person wurde für ein schnelles Arrangement in Todd Blodgetts Wohnung im Bezirk als Barmann eingestellt. „Ich brauchte … jemanden, der bloß eine schwarze Fliege und Shorts tragen würde“, sagte er.

Todd Blodgett sagte, daß ihm Benedict Hastings diese und andere Rechnungen in bar erstattete, als er in die Stadt zurückkehrte. Er sagte, daß er die Details über diese Geschäfte erst in dieser Woche erfuhr, und daß er seinem Freund seit sechs Jahren „vertraut“.

Jerry Seper trug zu diesem Bericht bei.

Hier finden Sie den Originalartikel, Homosexual prostitution inquiry ensnares VIPs with Reagan, Bush — ‘Call boys’ took midnight tour of White House.

Wie naiv war eigentlich Hans Meiser, als er dachte, er könnte unter seinem Namen über Deutsche Minister im Bordell und Bundestagsabgeordnete als Kinderschänder berichten?

Hans Meiser und die Staatsgeheimnisse – Warum der bekannte Fernsehmoderator Insolvenz anmelden musste

Hans Meiser ist einer der bekanntesten deutschsprachigen Fernsehmoderatoren. Auf RTL moderierte er die Sendung »Notruf«, produzierte »Der heiße Stuhl«, die Talkshows »Bärbel Schäfer« sowie »Hans Meiser« und war auch als Quizmaster tätig. Der Mann ist ein lebendes Erfolgsrezept. Irgendwann hatte Hans Meiser die Nase voll von seichten Sendungen. Er wollte den Deutschen in einem Nachrichtenmagazin Dinge präsentieren, die sie noch nie gehört hatten: Deutsche Minister im Bordell, Bundestagsabgeordnete als Kinderschänder und viele andere wahre Begebenheiten. Doch das waren Staatsgeheimnisse. Und Hans Meiser traf auf eine Mauer des Schweigens. Seine Fernseh-Produktionsfirma hat nun Insolvenz angemeldet. Das freut die Hüter der Staatsgeheimnisse.

In der Leyboldstraße 12 in Köln-Hürth ist der Sitz der Fernsehproduktionsgesellschaft CreaTV. Zusammen mit Erich Wagner hat Hans Meiser dort ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut. Nun musste die Firma Insolvenz anmelden. Und Journalisten berichten, die von Hans Meiser produzierten Formate seien »offenkundig nicht mehr gefragt«. Das Gegenteil war der Fall. Hans Meiser und Erich Wagner hatten eine lange Liste mit Geschichten recherchieren lassen, die offenkundig als Staatsgeheimnisse angesehen werden. Die großen Fernsehsender waren begeistert, mochten sich allerdings mit den brisanten Reportagen nicht die Finger verbrennen.

Hans Meiser hatte im Print-Bereich schon einen Kooperationspartner gewonnen: den Bild-Chefredakteur Kai Diekmann. Die Bild-Zeitung war grundsätzlich bereit, exklusiv am Ausstrahlungstag vorab über die brisanten Fernsehreportagen der geplanten neuen Meiser-Produktion zu berichten – vorausgesetzt, sie waren gut recherchiert, hieb- und stichfest und hatten einen guten Sendeplatz. Hans Meiser hat vielen leitenden Redakteuren bei den bekannten Fernsehsendern eine lange Liste mit wahrlich exklusiven Geschichten vorgelegt.

Ausnahmslos alle Verantwortlichen waren bei den von Hans Meiser angesprochenen Fernsehsendern zunächst begeistert – dann bekamen sie kalte Füße und dachten an ihre eigene Zukunft. Kurzum: Keiner wollte die brisanten Themen im Programm haben.

Was aber waren das für Geschichten? Nachfolgend eine kleine Auswahl von mehr als 100 Themen, die eigentlich ein neues investigatives Sendeformat ergeben sollten:

Hans Meiser wollte einige Namen einer Liste von mehr als 100 deutschen Prominenten veröffentlichen, die neben Michel Friedman Kunden eines exklusiven Call-Girl-Rings gewesen waren. Hans Meiser verstand nicht, warum einzig Michel Friedman 2003 in Zusammenhang mit Zwangsprostituierten in die Schlagzeilen geriet, der Bundesinnenminister die Akte zur Chefsache machte und die Namen der anderen Kunden (unter ihnen ein Fußballtrainer, drei Fußballer der Bundesliga, zwei Schlagersänger, 17 Politiker, acht Unternehmer und 34 Journalisten) aber von der Bundesregierung wie ein Staatsgeheimnis gehütet wurden. Hans Meiser hatte viele solcher Geschichten.

Hans Meiser bot den Fernsehsendern einen Bericht über Bundestagsabgeordnete an, die regelmäßig vom Bundestag mit einem Taxischein – also auf Kosten der Steuerzahler – auf den Berliner Kinderstrich fuhren. Hans Meiser berichtete über einen ehemaligen deutschen Minister, der Stammgast in einem Berliner Bordellbetrieb ist und dort stets für Ekel unter den Prostituierten sorgt, weil sie sich in seiner Gegenwart stets eine Flasche Piccolo in den After schieben mussten – der Herr Minister pflegt den Inhalt der Flasche dann zu trinken. Der Herr Ex-Minister wirkt im Fernsehen immer so sympathisch – da kennen ihn zwei Berliner Prostituierte völlig anders. Sie bekommen Brechreiz, wenn sie den Mann sehen – aber sie brauchen das Geld. Es gab Belege für alle vorgenannten Geschichten. Und es gab bei Weitem nicht nur Rotlichtgeschichten. Hans Meiser hatte recherchieren lassen, welche Unternehmer und Politiker bestechlich waren. Und er hatte recherchieren lassen, welche Politiker eine kriminelle Vergangenheit hatten – und, kaum im Amt, die eigene Ermittlungsakte vernichten ließen.

Die Fernsehproduktionsgesellschaft CreaTV hatte Material, das kein anderer Sender in Deutschland hatte. Und nun meldete man Insolvenz an. Ein Verantwortlicher bei einem privaten Fernsehsender sagte Hans Meiser bei einem Treffen, die brisanten Themen seien wirklich gut und garantierten hohe Einschaltquoten. Er werde den Zuschauern aber vorsichtshalber lieber weiterhin Seifenopern vorservieren – alles andere sei politisch nicht durchsetzbar und schade der eigenen Karriere.

Nachdem Hans Meiser dieses Produktionsvorhaben bei vielen großen Sendern bekannt gemacht hatte, hieß es, seine Formate passten nicht ins Programm. Kurz: Es gab keine Aufträge mehr. Warum nur?