Archive for the ‘Pierre Lacerte’ Category

Montreal: Blogger, der fromme Juden scharf kritisiert, gewinnt Verleumdungsklage

2014/04/30

Graeme Hamilton über Tsunamis in schwarz.

Montreal blogger harshly critical of Hasidic Jews wins libel suit brought against him by three prominent leaders

9. Dezember 2013 — Ein Blogger, der sich rühmt, daß seine Kritiken an jüdisch-frommen Führern in Outremont »empörende« Praktiken aufgedeckt und »Käfer« aus dunklen Ecken herausgespült haben, hat erfolgreich eine Verleumdungsklage gewonnen, die drei prominente Gemeindeführer gegen ihn anstrengten.

Eine Richterin des Obersten Gerichts von Quebec wies den Antrag der Kläger auf ein 375.000 Dollar Schadenersatz ab und kam zu dem Schluß, daß Pierre Lacertes Kommentar herb war, aber auf Tatsachen beruhte.

Die Entscheidung von Richterin Claude Dallaire vom 4. Dezember ist das neueste Kapitel in einem sechsjährigen Rechtsstreit, der das manchmal gespannte Verhältnis zwischen Outremonts wachsender jüdisch-frommen Gemeinde und seinen nichtjüdischen Nachbarn betont hat.

Pierre Lacerte, der gegenüber einer jüdisch-ultraorthodoxen Synagoge wohnt, startete seinen Blog im Jahr 2007 und nutzt ihn, um das anzuprangern, was er als Gesetzesbruch und politische Einflußnahme von jüdisch-frommen Führern erachtet.

Worte sind seine einzige Waffe

Der Blog berichtet häufig über Vergehen wie in zweiter Reihe geparkte Autos vor der Synagoge, Renovierungen ohne Genehmigungen und gemietete Busse, die auf Wohnstraßen Fahrgäste aufnehmen. Pierre Lacerte behauptet, daß Outremonts Stadtrat mit den frommen Juden im Bunde ist und beim Gesetzesbruch ein Auge zudrückt.

Den Immobilienentwicklern Michael und Martin Rosenberg — Vater und Sohn — und dem jüdisch-frommen Sprecher Alex Werzberger wurden die Angriffe zu viel. Michael Rosenberg, Präsident und Geschäftsführer von (Anm.: dem Immobilienunternehmen) »Rosdev Group«, sagte im vergangenen Januar aus, daß Pierre Lacertes Artikel sein Ansehen beschädigt haben. Und er behauptete in einem Interview, daß der Blog antisemitisch ist und beschuldigte Lacerte, in Outremont »eine Menge Probleme zu schüren«.

Pierre Lacerte erklärte dem Gericht, daß Worte seine einzige Waffe sind, und das Urteil führt Beispiele für die Artillerie auf, mit denen er Michael Rosenberg in der Frage des Falschparkens planierte. Er sagte, dem Entwickler »gefällt es, das Gesetz zu brechen«, nannte ihn einen »Fanatiker«, einen »ultrareligiösen Extremisten«, »einen jüdisch-frommen Krösus« und den »Rechten des Unrechts des Ghettos« (»righter of wrongs of the ghetto«).

Richterin Dallaire kam zu dem Schluß, daß die Sprache akzeptabel war, weil Pierre Lacerte die behaupteten Übertretungen dokumentierte. Sie verwarf Michael Rosenbergs Argument, daß er das Gesetz respektierte, weil er seine Strafzettel immer bezahlte.

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Pierre Lacerte macht häufigen Gebrauch von veränderten Fotos, um die jüdisch-frommen Führer zu verspotten. Eines über den jüdischen Feiertag Purim stellt einen sprechenden Michael Werzberger dar, der seine Worte undeutlich spricht, als er erklärt, daß die Busse, die von der Gemeinde während der Ferien verwendet werden, das Äquivalent von nach-Hause-Fahrdiensten (drive-home programs) für betrunkene Autofahrer sind. Richterin Dallaire fand, daß es ein fairer Kommentar war, da nicht klar ist, ob die Busse in der Stadt zugelassen sind.

Die Kläger hatten sich über einen Artikel beschwert, in dem Pierre Lacerte eine Gruppe frommer Juden wegen ihrer unverwechselbaren Kleidung als »Tsunami von Männern in schwarz« (»tsunami of men in black«) bezeichnete. Richterin Dallaire entschied, daß es kein Hinweis auf Haß oder Spott sei, sich über die unverwechselbare Kleidung der Gemeinschaft zu äußern.

»Fromme Juden haben ein Aussehen, das sich von den anderen Bürgern von Outremont unterscheidet, da sie aufgrund ihrer Religion bestimmte Erkennungszeichen zeigen, wie den langen schwarzen Mantel«, schrieb sie. (Anm.: Welche Torarolle soll das bitte sein?) »Wir sind der Meinung, daß sie diesen Unterschied nicht zeigen und geltend machen können und sich dann beschweren, daß sich bestimmte Personen auf diese charakteristischen Symbole beziehen, wenn sie über sie sprechen.«

Sie zog den Schluß, daß die drei Kläger aufgrund ihrer Rolle als Wortführer und ^ihrer Beteiligung an einem interkulturellen Stadtteilkomitee alle Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sind.

Pierre Lacertes Sprache »kann stechen«, schrieb sie, seine Bemerkungen können als »aggressiv« erachtet werden, und sie sind manchmal nahe an der Grenze dessen, was akzeptabel ist. »Aber wir sind der Meinung, daß diese Grenze im spezifischen Kontext dieses Falls nicht überschritten wurde«.

Pierre Lacerte klagte seinerseits mit dem Argument, daß die Verleumdungsklage ein unbegründeter Versuch war, ihn mundtot zu machen. Neben Schadenersatz hatten die drei Kläger verlangt, daß der Blog abgeschaltet werden soll. Doch Richterin Dallaire entschied, daß die Verleumdungsklage, die Michael Rosenbergs erfolglosem Antrag auf eine Verfügung nach dem Strafgesetzbuch, die Pierre Lacerte abverlangt, ihn in Ruhe zu lassen, nicht mißbräuchlich oder von böser Absicht war. Sie lehnte Pierre Lacertes Gegenklage ab, die 765.000 Dollar Schadenersatz gefordert hatte.

Michael Werzberger sagte am Montag, er muß seinen Anwalt konsultieren, bevor er sich zu dem Urteil äußert. Pierre Lacerte gab seine Reaktion in einem triumphalen Blog-Artikel bekannt. »Die ehrenwerte Richterin des Obersten Gerichts kaufte keines der Argumente meiner drei Gegner ab«, schrieb er. »Meine Bemerkungen waren weder haßerfüllt noch erniedrigend oder demütigend oder beleidigend.« Der Artikel war von einer Fotomontage begleitet, der die drei gekreuzigten Kläger darstellte.

Hier finden Sie den Originalartikel, Montreal blogger harshly critical of Hasidic Jews wins libel suit brought against him by three prominent leaders.

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Unangenehme Nachbarn: Prominente jüdisch-fromme Führer bringen Montrealer Blogger wegen Verleumdung vor Gericht

2014/04/29

Graeme Hamilton über über die jüdische Gemeinschaft der kanadischen Welt.

Nasty neighbours: Prominent Hasidic leaders take Montreal blogger to court over libel claims

16. Januar 2013 — Jeder Leser von Pierre Lacertes Blog würde schnell folgern, daß er kein großer Fan von seinen jüdisch-ultraorthodoxen Nachbarn ist. In den fünf Jahren ihrer Existenz hat die Internetseite umfassend angebliche Verstößen der frommen Juden in Montréals Stadtteil Outremont dokumentiert, von zweispurigem Parken auf Wohnstraßen bis hin zu Synagogen, die nicht den Flächennutzungsplan einhalten.

Im Jahr 2008 schrieb er zum einjährigen Blog-Jubiläum: »Wir haben Fragen gestellt, Steine umgedreht und fragwürdige und abstoßende Praktiken aufgedeckt. Es ist irre, wie viele Käfer herausrannten, als wir unsere Taschenlampen in schattige Ecken richteten.«

Pierre Lacerte, ein ehemaliger Magazinautor, beharrt darauf, daß sein Blog aufgeschlossen bürgerlichen Journalismus produziert, doch die Ziele seines Werkes widersprechen vehement. Diese Woche sind drei prominente jüdisch-fromme Führer vor Gericht und klagen auf 375.000 Dollar Schadenersatz wegen Verleumdung; sie sagen, sein Schreiben sei antisemitisch und schädlich für ihren Ruf.

In seiner Aussage am Mittwoch nahm Pierre Lacerte am Vorwurf des Antisemitismus Anstoß. »Seit dem Zweiten Weltkrieg gibt es nicht viele Dinge, die für den eigenen Ruf so schädlich sind, wie als antisemitisch bezeichnet zu werden«, sagte er. »Nicht einmal Pädophilie.« Sein Blog, sagte er, greife nicht die Juden an, sondern spreche von »einer sehr kleinen Minderheit von Fundamentalisten«.

Wäre sein Schreiben antisemitisch, fügte er hinzu, hätte er darüber von »B’nai Brith« gehört, eine jüdische Organisation, die diskriminierende Taten überwacht.

Pierre Lacerte wohnt gegenüber einer jüdisch-frommen Synagoge und er verläßt sein Haus nur selten ohne Kamera, für den Fall, daß er auf einen in zweiter Reihe geparkten Lexus stolpert, der zu einem der jüdisch-frommen Führer gehört, die er im Visier hat. Er sagte, die drei Männer, die ihn verklagen, die Immobilienentwickler Michael und Martin Rosenberg — Vater und Sohn — und Gemeindesprecher Alex Werzberger, tragen zu 15% zum Inhalt seiner Blog-Veröffentlichungen bei.

»Ich bin nicht jemand, der besessen ist. Ich bin jemand, der etwas zu Ende bringt, wenn er es anfängt«, sagte er.

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Michael Rosenberg, der Präsident und Geschäftsführer der »Rosdev Group«, eine große Quebecer Immobiliengesellschaft, sagte am Montag aus, daß Pierre Lacertes Artikel auftauchen, wenn Personen über Google seinen Namen suchen, was schädigend für seinen Ruf sei.

In einem Interview sagte er am Mittwoch, Pierre Lacerte sei »besessen von den frommen Juden in Outremont«. Die Blogseite konzentriert sich ausschließlich auf Verstöße von Juden und ignoriert alle anderen, sagte er.

»Er ist definitiv ein Antisemit, und es ist bedauerlich, daß wir uns mit solchen Personen auseinandersetzen müssen. Seit er mit seinem Blog auftauchte und er alles verfolgt, was die Juden in Outremont tun, ist die Harmonie in Outremont enorm heruntergegangen«, sagte Rosenberg. »Leute wie er und ein paar seiner Kumpane schüren eine Menge Probleme.«

In der letzten von Pierre Lacertes rohen Karikaturen — viele davon zeigen jüdisch-fromme Führer — stellt er sich als Liliputaner dar, der Godzilla in der Person von Michael Rosenberg entgegentritt. Er sagte aus, er sei wegen der rechtlichen Schritte gegen ihn nicht in der Lage, Arbeit zu finden, und klagt in einer Gegenklage auf 725.000 Dollar.

Er beschrieb die drei Kläger als »extrem einflußreich« unter Politikern auf allen Ebenen der Regierung. »Wenn ich die Macht hätte, die er hat«, sagte er mit Bezug auf Michael Rosenberg, »würde ich eine Arbeit haben«.

Michael Rosenberg entgegnete, daß Pierre Lacerte selber schuld sei, wenn er Probleme hat, Arbeit zu finden. »Es bedeutet nicht, weil ich mehr Geld habe als er und weil ich härter arbeite als er und weil ich erfolgreicher bin, daß er das Recht hat, meinen Namen oder den Namen meiner Kinder zu beschmutzen«, sagte er außerhalb des Gerichtssaals. »Wenn er vielleicht arbeiten und nicht sechs, sieben oder 10 Stunden am Tag auf seiner Blogseite verbringen würde, hätte er auch eine Menge Geld.«

Er bestritt Pierre Lacertes Behauptung, daß die Rosenbergs nur zu einem kleinen Prozentsatz Gegenstand der Veröffentlichungen auf dem Blog seien. Er sagte, der Name Rosenberg tauche in einem Drittel der Artikel auf dem Blog auf. »Alles, worüber er spricht, bezieht sich auf die eine oder andere Art und Weise auf fromme Juden und die Probleme von Outremont.«

Der Prozeß vor Richter Claude Dallaire ist nicht Pierre Lacertes erste rechtliche Begegnung mit Michael Rosenberg. Der Entwickler ersuchte zuvor eine Anordnung nach dem Strafgesetzbuch, die Pierre Lacerte abverlangte, den Frieden zu bewahren und ihn in Ruhe zu lassen. Der Richter bezeichnete Pierre Lacerte als eine »besondere Persönlichkeit«, die »übertrieben, akribisch und leidenschaftlich« wäre, entschied aber, das wäre nicht genug, um einen Gerichtsbeschluß zu verlangen.

Hier finden Sie den Originalartikel, Nasty neighbours: Prominent Hasidic leaders take Montreal blogger to court over libel claims.

Kanadische Richterin: Des Antisemitismus beschuldigter Blogger darf Nachbarn weiterhin fotografieren

2014/04/28

VOS IZ NEIAS über die kanadische Blogseite ACCOMMODEMENTS OUTREMONT.

Canada - Judge: Montreal Blogger Accused Of Anti-Semitism Can Continue To Photograph Neighbours

22. März 2011 — Eine Richterin aus Quebec wies einen Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen einen Blogger aus Montréal ab, der über die jüdisch-fromme Gemeinschaft im Stadtbezirk Outremont berichtet.

Der Montréaler Pierre Lacerte betreibt seine umstrittene Blogseite seit sechs Jahren und beschreibt im Detail, was er als Verletzungen der städtischen Satzungen durch seine jüdisch-ultraorthodoxen Nachbarn auffaßt.

Michael Rosenberg — ein einflußreicher Geschäftsmann in der jüdisch-frommen Montréaler Gemeinschaft — ersuchte gegen Lacerte eine einstweilige Verfügung und behauptete, er schikaniere Rosenberg und seine Familie.

Lacertes Blogseite enthält Dutzende von Fotos, die in der Nähe einer nicht gekennzeichneten Synagoge in der Hutchison Street gemacht wurden, die von Rosenbergs Familie gegründet wurde.

Rosenberg und sein Sohn sind auf vielen der Blogfotos zu sehen.

Lacerte hat lange behauptet, die Synagoge — die in einem Mehrfamilienhaus untergebracht ist — verletze kommunale Vorschriften und sei die Ursache von Parkproblemen.

Seine Kritiker werfen ihm wegen seiner Blogseite Antisemitismus und Rassismus vor.

Die Quebecer Richterin Manon Ouimet wies Rosenbergs Antrag ab.

In ihrem Urteil vom Montag sagte sie, daß Lacerte »übertrieben, sorgfältig, leidenschaftlich und schwierig« sei, es aber keine Beweise gäbe, daß er »ein gewalttätiger Mensch« sei.

Rosenberg behauptet, eine einstweilige sei erforderlich, um die Sicherheit seiner Familie in der Nachbarschaft zu gewährleisten.

Lacerte steht bereits vor einer von Rosenberg eingereichten 375.000-Dollar-Verleumdungsklage.

Hier finden Sie den Originalartikel, Canada – Judge: Montreal Blogger Accused Of Anti-Semitism Can Continue To Photograph Neighbours.