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Der Zusammenbruch des Kommunismus: Die verschwiegene Geschichte

2012/11/17

Jamie Glazov interviewt Robert Buchar über den „toten Sowjet“.

Zu Gast beim heutigen Frontpage-Interview ist Robert Buchar, außerordentlicher Professor und Autor des Kameramann-Programms (author of the Cinematography Program) am „Columbia College“ in Chicago — und politischer Flüchtling aus der ehemaligen Tschechoslowakei. Er produzierte den Dokumentarfilm „Velvet Hangover“ über die Filmemacher der tschechoslowakischen „Neuen Welle“ (1963-1969), wie sie die Zeit der „Normalisierung“ überlebten und ihre Reflexionen über die sogenannte „Samtene Revolution“ des Jahres 1989. Er ist außerdem der Autor von „Czech New Wave Filmmakers in Interviews“ und „And Reality be Damned … Undoing America: What The Media Didn’t Tell You About the End of the Cold War and Fall of Communism in Europe“. Sein neuester Dokumentarfilm ist „The Collapse of Communism: The Untold Story“.

FP: Robert Buchar, willkommen zum Frontpage-Interview. Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Dokumentarfilm.

Buchar: Danke für die Gelegenheit, darüber zu sprechen, Jamie. Es dauerte acht Jahre, ihn fertigzustellen, aber es ist vollbracht.

FP: Beginnen wir mit dieser Frage: Warum sollten wir über den Zusammenbruch des Kommunismus reden? Warum ist es wichtig?

Buchar: Richtig, warum über etwas reden, das vor 23 Jahren passierte? Das Wort Kommunismus ist nicht einmal mehr in unserem Wortschatz und die neue Generation hat keine Ahnung, was es eigentlich bedeutet.

Und dennoch eliminierte der Kommunismus während der 70 Jahre seines Bestehens über 100 Millionen Menschen. Das sind genug Leichen, um auf unserem Planeten den Äquator zu bedecken, wenn die Körper nebeneinander gelegt werden. Als der Kommunismus im Jahr 1989 „zusammenbrach“, warfen die Medien nie die Frage auf, wo die Verantwortlichen für all die Gräueltaten waren. Wir hörten in den Medien nie, daß jemand fragte, wohin all die Kommunisten verschwanden.

Sollten wir wirklich glauben, daß Millionen von Kommunisten über Nacht Kapitalisten und gute Bürger wurden? Überraschung! Sie erwiesen sich als die Führer des neuen Systems. Es spielt keine Rolle, welche politische Partei in den ehemaligen sowjetischen Satellitenstaaten Sie betrachten, sie alle, links oder rechts, wurden von ehemaligen Kommunisten geschaffen und werden von ihnen geführt.

Der Kommunismus ist also nicht wirklich verschwunden und weg. Er paßte sich einfach an, verwandelte sich in das neue System, um seine Mission fortzusetzen.

Als Ergebnis muß der Westen jetzt mit den Konsequenzen seiner eigenen Naivität leben. Und wir müssen nicht besonders weit gehen, um zu sehen, wovon ich rede. Sehen Sie sich an, was in Amerika los ist.

FP: Was ist mit dem Kalten Krieg, ist er wirklich beendet? Wer hat gewonnen?

Buchar: Es kommt darauf an, wen Sie fragen. Es gibt Linke, die sagen, daß es ihn nie gab. Sie glauben, daß der Kalte Krieg bloß unsere eigene Propaganda war. Und es gibt Konservative, die glauben, daß sie den Kalten Krieg gewannen. Sie werden leider nie akzeptieren, daß die Perestroika nur eine Täuschung war — aus dem einfachen Grund, daß sie ihren verkündeten Sieg aufgeben und eingestehen müßten, daß sie Unrecht hatten.

Es gibt in Amerika wirklich nur sehr wenige Menschen, die glauben, daß der Westen den Kalten Krieg verlor. Aber wie wollen Sie dann erklären, daß der Sozialismus nach dem „Fall des Kommunismus“ weltweit auf dem Vormarsch ist? Der internationale Terrorismus, vom KGB geplant und unterstützt, war nach dem Zerfall der Sowjetunion fast nicht mehr existent, doch im Jahr 1996 explodierte er in der neuen Form des islamischen Terrors dann erneut und der Antia-Amerikanismus wurde, wohin man sieht, zum bevorzugten Zeitvertreib.

Der Westen erklärte zwar den Sieg und das Ende des Kalten Krieges, doch Moskaus Täuschung war nicht zu Ende. Im Gegenteil, sie wurde noch intensiver. Tschekisten haben immer noch das Sagen. Der Westen tat genau, was die KGB-Strategen erwarteten: er baute seinen Schutz ab, eliminierte die Spionageabwehr, gab Rußland Millionen von Dollar und machte es zum gleichberechtigten Partner. Es ist daran zu erinnern, daß (Anm.: der zu den Sowjets übergelaufene) Aldrich Ames damals der CIA-Chef für die Ostblockländer war und daß alle unsere Spione in Moskau hingerichtet wurden, bis auf einen, Oleg Gordievsky. Er war der (Anm.: von den Sowjets übergelaufene) Agent der Briten und er spricht über all dies in meinem Film.

Und es ist daran zu erinnern, daß Marc Rich, die verantwortliche Person, die Rußland mit Millionen von Dollar versorgte und die in letzter Minute in einem magischen schwarzen Loch verschwand, von Präsident Bill Clinton begnadigt wurde. Er lebt jetzt wer weiß wo. CIA und MI6 sind sich einig, daß die Spionage des KGB/FSB jetzt stärker ist als je zuvor.

Es spielt also keine Rolle, ob wir es den Kalten Krieg oder den Zweiten Kalten Krieg nennen — das Streben der Tschekisten nach der Weltherrschaft geht weiter. Und es wird weitergehen, solange die Tschekisten im Kreml das Sagen haben.

FP: Was das aktuelle politische System und die Wirtschaft in den ehemaligen sowjetischen Satellitenstaaten betrifft, was weiß das amerikanische Volk darüber? Und warum sollte es darüber etwas wissen?

Buchar: Die amerikanischen Menschen wissen darüber sehr wenig oder gar nichts. Sie sind damit beschäftigt, einzukaufen und sich zu unterhalten. Sie haben keine Ahnung von ausländischen Mächten, die ihr Leben gestalten. Und wenn Sie es Ihnen sagen, sehen sie Sie ungläubig an.

Als ich mit dem Manuskript meines Buches „And Reality be Damned …“ fertig war, gab ich es meinem Kollegen in Chicago, um ein Feedback zu bekommen. Er antwortete: „Um zu akzeptieren, was in Ihrem Buch steht, müßte ich alles aufgeben, was ich mein Leben lang glaubte.“

Amerikaner mögen es nicht, schlechte Nachrichten zu hören (Anm.: Europäer erwähnen wir lieber auch nicht) und als Folge wird es sie hart treffen. Das Sprichwort sagt: „Du weißt erst, was du hast, wenn du es verlierst.“ In diesem Fall könnte es aber zu spät sein. Es steht zu viel auf dem Spiel. Die Menschen schaffen es nicht, aktuelle Ereignisse im Zusammenhang zu sehen, weil sie die Geschichte ignorieren und deshalb nichts aus ihr lernen können.

Im Jahr 2005 wollte ich für meinen Film den Genossen Rudolf Hegenbart interviewen. Er war ein ranghohes Führungsmitglied des Politbüros der „Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei“ („Komunistická strana Československa“, KSČ) , Chef der Abteilung 13, zuständig für die Überwachung der Umstellung, einschließlich der Überwachung der Dissidenten. Er lehnte meinen Wunsch ab, denn nachdem Vaclav Havel Präsident war, wurde er von Havels Leuten gewarnt, daß, wenn er jemals reden würde, er in einem Sack am Grunde der Talsperre Slapy enden würde.

Doch nachdem ich mein Buch veröffentlicht hatte, schrieb er mir folgendes: „Ihr Buch ist historisch wichtig. Ihre Informationen sind korrekt. Als ich in Moskau studierte, wurden uns all diese Sachen gelehrt.“ (Anm.: wenn Sie Vaclav Havel mit seiner „Demokratie ohne Parteien“ bisher für einen den Kommunismus bekämpfenden Kapitalisten wie Gorbatschow 1986 mit seiner „Perestroika“ und Lenin 1921 mit seiner „Neuen Ökonomischen Politik“ hielten, bedenken Sie, daß Vaclav Havel im Januar 1990 Helmut Kohl fragte: „Warum arbeiten wir nicht zusammen, um alle politischen Parteien aufzulösen? Warum richten wir nicht einfach eine Partei ein, die Partei von Europa?“) Wenn Sie Amerikanern sagen, daß das Vorhaben, das kapitalistische Amerika zu zerstören, im Jahr 1922 begann, kurz nachdem in Moskau (Anm.: im Jahr 1919) die „Kommunistische Internationale“ gegründet wurde, dann denken sie, Sie sollten einen Psychiater besuchen.

FP: Man würde denken, daß die Marxisten/Sozialisten nach all dem Versagen, Gemetzel, Völkermord und Elend jetzt diskreditiert wären. Und dennoch sind sie auf dem Vormarsch. Sagen Sie uns, wie das möglich ist und warum.

Buchar: Eine sehr gute Frage. Es ist etwas, das mich immer genervt hat. In meinem Film sagt ein Student: „Ich denke, daß der Kommunismus funktionieren könnte, wenn er richtig gemacht wird.“

Die Idee des Kommunismus/Sozialismus war für schlecht gebildete und wirtschaftlich benachteiligte Menschen schon immer attraktiv. Die Menschen lieben schöne Träume. Es ist die alte kommunistische Propaganda-Leier: „Alle kriegen das, was sie brauchen.“ Ich erinnere mich noch, daß wir in der Schule gelehrt wurden, daß unter dem Kommunismus überall auf den Straßen Autos stehen werden, und wenn man eins zum Fahren braucht, sucht man sich bloß eins aus.

Es gibt diese nie endende Propaganda/Täuschung. Das Ziel ist nicht, den Sozialismus zu errichten, sondern die westliche Demokratie zu stören und zu zerstören, speziell in Amerika. Amazon verkauft „Das Manifest der Kommunistischen Partei“ sehr gut. Nikita Chruschtschow sagte im Jahre 1959 zu Vizepräsident Richard Nixon:

„Ihr Amerikaner seid so leichtgläubig. Nein, Ihr werdet den Kommunismus nichtn vorbehaltlos akzeptieren, aber wir werden Euch weiter mit kleine Dosen des Sozialismus füttern, bis Ihr schließlich aufwachen und feststellen werdet, daß Ihr den Kommunismus bereits habt. Wir werden Euch nicht bekämpfen. Wir werden Euch wirtschaftlich so schwächen, bis Ihr wie eine überreife Frucht in unsere Hände fällt.“ (Anm.: Zu diesem Zitat gibt es viele Jahreszahlen und KEINE Quelle, bessere Chruschtschow-Zitate sind jedoch belegt, zum Beispiel: „Wenn Stalin sagt: tanze, dann tanzt ein kluger Mann.“)

Und hier sind wir auch schon ziemlich dicht am Problem. Wie ich es sehe, haben Linke ein klares Ziel und eine langfristige Strategie, und sie haben ein weltweit etabliertes Netzwerk. Sie sind gut organisiert, diszipliniert und haben die Absicht, ihr Ziel unter allen Umständen zu erreichen. Konservative haben dagegen weder ein Ziel noch eine Strategie.

Sie sind mehr auf das Individuum ausgerichtet. Geblendet durch die politische Korrektheit, werden sie sich kaum einig, wer ihr Feind ist und finden aus diesem Grund nie eine erfolgreiche Gegenstrategie.

Der einzige Ausweg ist Bildung; den Menschen das zu zeigen, was sie in den Massenmedien nicht finden und in den Schulen nicht erfahren. Und wir sprechen hier nicht über Geheim-Informationen. Stellen Sie heute jemandem eine Frage über die „Venona-Papiere“, die „Operation Solo“, die „Kommunistische Internationale“ und so weiter — er hat keine Ahnung, noch nie davon gehört. Als ich mit dem Filmen meiner Dokumentation begann, gab es an diesem Thema überhaupt kein Interesse.

Seit der Veröffentlichung meines Buches „And Reality be Damned …“ erschienen ein paar sehr interessante Bücher. Da ist Paul Kengors „The Communist“, Pavel Stroilovs „Allegations“, oder Ihr „High Noon for America: The Coming Showdown“ — um nur einige zu nennen. Blickt man in die Geschichte, dann ist die Demokratie noch sehr jung und zerbrechlich. Sie muß sorgfältig gepflegt werden, und in einer ungebildeten, verwirrten Gesellschaft kann sie nicht funktionieren. Sind die Grundlage der Stimmabgabe eine Emotion, das persönliche Erscheinungsbild des Kandidaten, seine Rasse oder religiösen Überzeugungen, dann wird die ganze Nation zu einer dysfunktionalen Familie — ein perfekter Nährboden für den Sozialismus oder eine andere Form der Diktatur.

Nebenbei bemerkt erfordert die Installation des Sozialismus keine Mehrheit. Revolutionen kommen in der Regel durch eine stark engagierte Minderheit zustande — pathetische oder manipulierte Massen helfen dabei nur.

FP: Warum können die westlichen Geheimdienste und Regierungen das Konzept der Desinformation nicht begreifen?

Buchar: Für die westliche Kultur ist Täuschung ein Fremdwort. Joseph Douglass und Bill Gertz sprechen über dieses Thema in meinem Film. Nach ihnen hat das Establishment unserer Nachrichtendienste von dem, was Täuschung darstellt, ein sehr primitives und sogar falsches Verständnis. Nur mit Anatoli Golizyns „Perestroika Deception“ bekamen sie die Möglichkeit, das Gesamtbild zu sehen, aber sie haben diese Möglichkeit trotzdem vertan. Sie weigerten sich, seine Informationen zu akzeptieren.

Bill Gertz spricht über die anti-antikommunistische Denkweise der CIA. Pete Bagley erzählte mir, daß ihm erst nach dem Ende des Kalten Krieges klar wurde, daß alle Operationen der CIA in Polen vom KGB eingerichtet wurden, um die Opposition loszuwerden. Die Tatsache, daß die Opposition in den kommunistischen Ländern in Wirklichkeit eine „künstliche Opposition“ („controlled opposition“) war, ist für die in Demokratien lebenden Menschen schwer zu glauben. Als ich im Jahr 1980 aus der Tschechoslowakei überlief, wurde ich zweimal befragt. Zuerst in Österreich, dann in den USA. Mir wurde nie eine Frage von Bedeutung gestellt. Im Jahre 2005 fragte mich ein CIA-Beamter, wie mir „RADIO FREE EUROPE“ gefiel.

Er war überrascht, als ich ihm sagte, daß der Empfang dieser Sendung sehr stark gestört wurde und es unmöglich war, sie zu hören.

Die CIA hatte einfach keine Ahnung, was hinter dem Eisernen Vorhang los war. Sie interessierten sich nicht für Ideologie und Propaganda, sondern nur für militärische Informationen. Aus diesem Grund „verpaßten sie den Anschluß“. Das Buch „Disinformation“ von Generalleutnant Ion Mihai Pacepa und Ronald Rychlak wird dieses äußerst wichtige Thema an die Öffentlichkeit bringen. Hoffen wir, daß die Amerikaner in der letzten Minute erkennen, daß sie auf die Schippe genommen wurden.

FP: Warum ist es wichtig, sich Ihren neuen Film „The Collapse of Communism: The Untold Story“ anzusehen?

Buchar: Viele Amerikaner sind heutzutage nicht glücklich, welche Richtung ihr Land eingeschlagen hat. Sie fragen sich, wie die progressiven Linken so stark wurden, daß sie aus dem Land eine weitere große EU machen. Die Geschichte und das Wachstum der amerikanischen Linken sind zwar nicht besonders bekannt, aber gut dokumentiert — die Ausbreitung des Sozialismus in den Vereinigten Staaten ist aber kein rein internes Problem. Um vollständig zu verstehen, was heute in Amerika los ist, müssen wir wissen, wer den Angriff auf unser Leben begann, wann, und wie die Strategie aussieht.

Ich interviewe jetzt seit fünf Jahren Nachrichtendienst-Experten, Dissidenten, Überläufer und Kalte Krieger. Dabei erschloß sich mir eine ganz andere Realität. In den Vereinigten Staaten braut sich etwas zusammen und der Schlüssel zum Verständnis liegt in den Jahren 1989 und 1991. Da wir uns der Endstation der sogenannten Neuen Weltordnung nähern, ist es sehr wichtig, zu erkennen, wer diese Reise plante. Wäre es möglich, daß das politische Establishment im Westen einfach nicht die Wahrheit wissen will?

FP: Robert Buchar, ich danke Ihnen, daß Sie bei uns waren — und für diesen Film und Ihre Hingabe an die Wahrheit.

Wir möchten alle unsere Leser ermuntern, sich diesen neuen Film anzusehen und www.collapseofcommunism.com zu besuchen.

Hier finden Sie den Originalartikel, The Collapse of Communism: The Untold Story.

Besonders interessant ist der Ausrutscher, daß der islamische Terrorismus eine Erfindung ist, schließlich ist FRONTPAGEMAG eine islamkritische Seite, aber egal. Und abgesehen vom falschen Chruschtschow-Zitat ist ja soweit alles richtig.

Man muß aber kein Überläufer sein, um das zu erkennen, oder zu fragen, wo die Massenmedien gerade waren, um nach dem angeblichen Zusammenbruch der Sowjetunion über die Entsowjetisierung, die Prozesse gegen die Massenmörder, die aus den Gulags strömenden Häftlinge und die Familienzusammenführungen zu berichten.

Der verstorbene Alan Stang hatte diesen Gedanken bereits im Jahr 2008.

„Der Zusammenbruch der Sowjetunion“ unter der Lupe

Wie Sie wissen, ist die Regierung von Presidente Jorge W. Boosh beim gegenwärtigen Flächenbrand im Kaukasus der Auffassung, daß Georgien Recht hat und Rußland Unrecht. Zumindest in dieser Frage liegt Boosh damit bemerkenswert eng im Bett mit Obama, denn Senator Hussein Obamas Führungsoffizier (handler) ist Zbigniew Brzezinski, der im Namen von David Rockefellers Trilateraler Kommission Jimmy Carter als Präsident einstellte, und der nun offenbar den Auftrag hat, Hussein als Präsident einzustellen. Brzezinski stimmt Boosh sicherlich zu.

Während ich dies schreibe, konfrontiert Philip Berg, ein Rechtsanwalt und Demokratischer Beamter aus Philadelphia, Senator Hussein vor einem Bundesgericht mit der Behauptung, kein gebürtiger US-Bürger zu sein. Rechtsanwalt Berg sagt, er hätte Dokumente, die beweisen, daß Hussein Obama in Kenia geboren wurde, nicht in Hawaii, und daher nicht beanspruchen kann, Präsident zu sein. Bergs Internetseite ist www.obamacrimes.com. Sehen Sie nach und entscheiden Sie selbst. Wenn Hussein Obama überlebt, wird dies noch viel mehr über Zbig Brother Brzezinski sagen.

Gehen Sie jetzt vom Flächenbrand im Kaukasus ein paar Jahre zurück und betrachten Sie sich den „Zusammenbruch der Sowjetunion“. Woher wissen wir, daß die Sowjetunion „zusammengebrochen“ ist? Wir wissen, daß sie zusammenbrach, weil die Sowjetunion sagte, daß sie es tat, und die Spatzenhirne in unseren kommunistischen Massenmedien plappern schon lange nach, was die Sowjets sagen. Soweit ich mich erinnere, schluckten die Spatzenhirne das sowjetische Vogelfutter komplett.

Erinnern Sie sich an Mike Gorbatschow. Er ist der Mann mit dem Kainsmal auf seinem Haupt. Einst war er ein sowjetischer Diktator. Am nächsten Tag „fiel“ die Sowjetunion. Und am nächsten Tag taucht Mike in San Francisco auf, schlägt sein Hauptquartier im „Presidio“ auf, der historischen US-Militärbasis, und betreibt eine steuerbefreite Stiftung (Anm.: das „State of the World Forum“), die vor dem „Zusammenbruch“ der Sowjetunion geschaffen wurde. Wußte da oben vielleicht jemand Bescheid?

Wir reden über den Mann, der das „Reich des Bösen“ leitete, die KGB-Folterkammern, den Archipel Gulag, den Mann, der auf der ganzen Welt den Terrorismus finanzierte, etc. Warum tat Washington so etwas? Hatte Mike Reue gezeigt? War aus ihm jetzt ein überzeugter Verfechter der amerikanischen Werte und der Verfassung geworden? Überhaupt nicht! In seinen Büchern erklärt er, daß er sein Leben lang ein Kommunist ist, daß der Wandel in der Sowjetunion keinen Wandel seiner Absicht bedeutet, und daß „Perestroika“ einfach ein neuer Weg ist, um überall auf der Welt den Kommunismus durchzusetzen. (Anm.: Ein Ostblockwitz lautete: Q: What comes after perestroika? A: Perestrelka. — Frage: Was kommt nach Perestroika? Antwort: Erschießung.)

Jetzt war Mike ein „Öko“. Seine Gorbatschow-Stiftung veranstaltete Treffen, an denen George H. W. Bush und andere Weltregierungs-Verschwörer teilnahmen und die Frage diskutierten, wie viele Menschen auf der Welt für den „Umweltschutz“ ausgerottet und wie sie getötet werden sollten. Ted der Verräter Turner, der fünf Kinder hat, sagt zum Beispiel: „Eine Gesamtbevölkerung von 250 – 300 Millionen Menschen, ein Rückgang um 95% der heutigen Zahlen, wäre ideal.“ Seltsamerweise hat sich Ted der Verräter nicht freiwillig zur Exekution gemeldet.

Wir reden über ein Szenario, das so unglaublich ist, daß es mit Worten kaum zu beschreiben ist. Es wäre gleichbedeutend, wenn wir Onkel Hitler oder Onkel Heinrich aus dem Bunker oder dem Konzentrationslager hierher gebracht und zu Harvard-Professoren gemacht hätten. Über dieses Szenario hätte es bergeweise Belege geben müssen. Aber unsere kommunistischen Massenmedien haben es einfach so geschluckt, ohne zu rülpsen.

Was hätten wir sehen sollen, wenn der „Zusammenbruch der Sowjetunion“ echt gewesen wäre? Die Antworten liegen auf der Hand, wenn wir ihn mit dem Zusammenbruch der Nazis am Ende des Zweiten Weltkriegs vergleichen. Zunächst erinnern wir uns, daß die Konzentrationslager der Nazis befreit wurden. Die Tore wurden geöffnet, die Opfer strömten heraus. Wir sahen sie. Wir sahen amerikanische Truppen, die sich entsetzt die Nase zuhielten. Wir sahen endlose Berichte in den Medien. Bei einem echten Zusammenbruch der Sowjetunion hätten wir die gleiche Sache im Gulag sehen sollen.

Wir sahen es nicht. Es gab keine Befreiung, es gab keine Millionen, die strömten, keine tränenreichen Familientreffen. War das keine große Geschichte? Aber es gab keine Nachrichtenberichte, nicht einmal eine ehrenvolle Erwähnung. Dies muß bedeuten, daß der Archipel Gulag noch immer intakt ist, daß die Millionen noch immer dort sind und daß es keinen Zusammenbruch gab.

Als nächstes wurde das deutsche Militär aufgelöst. Die Wehrmacht war nicht mehr. Japan wurde ebenfalls entwaffnet. Das gleiche hätte beim „Zusammenbruch“ der Sowjetunion passieren müssen. Ist es passiert? Nein. Das Militär der Sowjets blieb intakt. Ja, zu der Zeit wurde etwas über die Zerstörung von einigen Raketen gesagt, aber diese Raketen hätten planmäßig ersetzt werden sollen. Deren Abbau hatte nichts mit Abrüstung zu tun. Die Sowjets sind nach wie vor eine gewaltige militärische Macht.

Drittens sollten nun andere Leute zu sehen sein. In Deutschland wurden die Nazis rausgeschmissen und gejagt. Israel ging nach Argentinien und entführte Eichmann. In Deutschland gab es neue Namen. Konrad Adenauer — „Der Alte“ — war Kanzler. General MacArthur tat das Gleiche in Japan. Togos Militaristen verschwanden. Und wer ist jetzt in Moskau zuständig? KGB-Oberst Vlad der Pfähler Putin.

Ja, Presidente Jorge W. Boosh blickte in Putins Augen und sah in seine Seele — und ihm gefiel, was er sah. Inzwischen hat Boosh seine Meinung vermutlich geändert. Wem glauben Sie? Wie es scheint, gibt es nach dem „Zusammenbruch“ die gleichen Leute wie zuvor. Und sollte es nicht wie in Nazi-Deutschland Prozesse gegen die Kriegsverbrecher geben, gegen die Männer, die den Gulag betrieben? Gab es welche? Nein.

Betrachten Sie schließlich die Tatsache, daß es all dies bereits früher gab. 1921 brachen die von Washington und dem Westen unterstützten Roten zusammen. Es herrschte Hunger, weil der „Kriegskommunismus“ keine Wirtschaft erlaubte. Der sowjetische Diktator Lenin machte einen Schritt zurück. Er schrieb sogar ein Buch und erklärte seinen Fanatikern, daß es zur Bewahrung des Kommunismus gut wäre, ein oder zwei Schritte zurück zu gehen.

Lenin führte die „Neue Ökonomische Politik“ ein, in der einen ein wenig Handel nicht gleich ins Gefängnis brachte. „NÖP-Männer“ tauchten auf; Händler, die ein wenig handelten. Der Westen hörte, daß Lenin „zur Besinnung gekommen“ wäre. Der Kommunismus hatte „versagt“. Das Sowjetsystem würde „umstrukturiert“ werden. Auf Russisch würden Sie es wahrscheinlich „Perestroika“ nennen.

Herbert Hoover, der sieben Jahre später US-Präsident wurde, traf in Moskau als Leiter der „American Relief Administration“ ein, mit Tonnen an Lebensmitteln und Investitionskapital. Die Sowjets feierten. Der Kommunismus war gerettet. Moskaus Verdauungsprozeß dauerte drei Jahre. Dann meldete sich der Kommunismus zurück.

Washington unterstützte die Kommunisten noch einmal und rettete sie vor dem Zusammenbruch. Im Zweiten Weltkrieg tat es die Verschwörung zur Weltregierung wieder. Bitte nennen Sie mir eine kommunistische Diktatur, irgendwo, die nicht von den Vereinigten Staaten geschaffen wurde. Rotchina? Falsch. Kuba? Wieder falsch. Zimbabwe. Falsch. Ich kenne keine. Zur Förderung des Kommunismus hat die US-Regierung auf der ganzen Welt mehr getan, als irgendein anderes Land. Ohne die Vereinigten Staaten wäre der Kommunismus eine Fußnote in einem staubigen Geschichtstext.

Was sind die Folgen des letzten „Zusammenbruchs“ der Sowjetunion? Es floß wieder einmal Investmentkapital. Die Sowjets erlebten einen diplomatischen Triumph. Ihr Mann Michael Gorbaschrott erklärt jetzt amerikanischen Industriellen, was zu tun ist. Dem sowjetisch geförderten Terrorismus wird keine Aufmerksamkeit mehr gewidmet. Der Fokus liegt jetzt auf dem „islamischen Fundamentalismus“, der auf mysteriöse Weise mitten auf der Bühne auftauchte, während die Sowjets an den Seiten verschwanden, fast so, als ob die ganze Sache ein Plan war.

Erinnern Sie sich daran, daß die Sowjets die Rekrutierung, Ausbildung, Finanzierung und Etablierung von Strohmännern erfanden, die ihre Terrorismusarbeit erledigten, während die Sowjets als Philantrophen posierten. Erinnern Sie sich daran, daß der ekelerregende Jassir Arafat, Führer der Palästinensischen Befreiungsorganisation und Knabenliebhaber, sein Leben lang ein Angestellter der Sowjets war. Arafat ist natürlich nur ein Beispiel von vielen.

Die Sowjets planen solche Dinge nicht nur ein oder zwei Jahre im Voraus. Sie sind Schachmeister, sie planen in Jahrzehnten, in Generationen. Hat diese jüngere Geschichte etwas mit dem Flächenbrand im Kaukasus zu tun? Meine eine Antwort wird wie immer kurz, direkt und nachvollziehbar sein. Ich weiß es nicht. Offensichtlich gibt es eine Beziehung — ich weiß aber noch nicht, was es ist. Im Laufe der Zeit wird der Zweck vielleicht deutlich werden. Wir können uns wie üblich darauf verlassen, daß das, was uns gesagt wurde, so falsch ist wie ein Ein-Dollar-Schein.

Wir müssen uns gerade jetzt daran erinnern, was geschah. Wenn Sie nicht wissen, wo Sie in der Vergangenheit waren und was geschah, werden Sie nie verstehen, wo Sie jetzt sind und was zu tun ist. Fürs Erste ist klar, daß wir wieder zu einer amerikanischen Außenpolitik finden müssen, in der wir uns um unsere eigenen Angelegenheiten kümmern und darauf bestehen, daß andere Nationen sich um ihre Angelegenheiten kümmern.

Wir können uns leider nur auf die Tatsache verlassen, daß beide Seiten des Konflikts, Moskau und Washington, daran arbeiten, die Sache der Weltregierung voranzutreiben. Beenden wir diese kurze Übersicht mit einer Frage: Ist die gegenwärtige Inszenierung im Kaukasus eine typische Demonstration des dialektischen Materialismus, in dem die Verschwörung zur Weltregierung beide Seiten manipuliert?

Alan Stang war einer der ersten Skriptschreiber von Mike Wallace auf „Channel 13“ in New York, wo er einige der Skripte verfasste, die Mike Wallace zu CBS brachten. Stang war selbst Radiomoderator. In Los Angeles wurde er zeitgleich zu Larry King gesendet und hatte laut „Arbitron“ fast doppelt so viele Zuhörer. Er hat als Auslandskorrespondent gearbeitet. Er hat hunderte von Sonderbeiträgen in Zeitschriften im ganzen Land und etwa fünfzehn Bücher geschrieben, für die er zahlreiche Auszeichnungen erhielt, darunter eine Ehrung durch das Repräsentantenhaus von Pennsylvania für hervorragende journalistische Leistungen. Eines von Stangs Exposés hielt einen kriminellen Versuch auf, die Kontrolle über New Mexico zu erlangen, wo eine Bande ein Gerichtsgebäude eroberte, einen Richter als Geisel nahm und einen Stellvertreter ermordete. Der Plan stand kurz vor dem Erfolg bevor Stang eingriff. Ein weiteres Exposé von Stang inspirierte wichtige Reformen im bundesstaatlichen Arbeitsrecht.

Sein erstes Buch, „Es ist sehr einfach: Die wahre Geschichte der Bürgerrechte“ („It’s Very Simple: The True Story of Civil Rights“), war ein sofortiger Bestseller. Sein erster Roman, „Die höchste Tugend“ („The Highest Virtue“), der in der russischen Revolution spielt, errang eine Fünf-Sterne-Bewertung in der „West Coast Review of Books“, die in nur einem Prozent ihrer Bewertungen fünf Sterne vergab.

Stang hat in jedem amerikanischen Bundesstaat und auf der ganzen Welt Vorträge gehalten und wurde in vielen Sendungen begrüßt, darunter „Cross Fire“ auf CNN. Weil er und seine Frau in Santo Domingo in der Dominikanischen Republik die meisten Kinder hatten, wo sie damals lebten, wurde die ganze Familie gewählt, um in Sydney Pollacks „Havanna“ mit Robert Redford zu spielen, dem bis dahin teuersten Film. Alan Stang ist der Mann mit den angeklatschten Haaren in dem lächerlichen Harry-Truman-Hawaii-Shirt. Er sagt, daß er dazu gezwungen wurde.

Hier finden Sie den Originalartikel, "Soviet Collapse" Revisited.

Und hier die Definition von Außenpolitik laut George Washingtons Abschiedsbotschaft:

„… Die große Verhaltensregel hinsichtlich fremder Nationen liegt für uns darin, bei der Ausweitung unserer Handelsbeziehungen so wenig politische Verbindung wie möglich mit ihnen zu haben. Soweit wir bereits Verpflichtungen eingegangen sind, laßt sie in vollendet gutem Glauben erfüllt werden. — Hier aber laßt uns Halt machen.

Europa hat ein Gefüge primärer Interessen, die keine oder sehr entfernte Beziehungen zu uns haben. Deshalb muß es in häufige Auseinandersetzungen geraten, deren Ursachen unseren Anliegen wesentlich fremd sind. Daher also muß es unklug für uns sein, uns durch künstliche Bande in die gewöhnlichen Wechselfälle seiner Politik oder die gewöhnlichen Kombinationen und Zusammenstöße seiner Freund- oder Feindschaften zu verwickeln. Unsere abgesonderte und entfernte Lage veranlaßt uns und setzt uns instand, einen anderen Kurs zu verfolgen. Wenn wir ein einiges Volk unter einer wirksamen Regierung bleiben, ist die Zeit nicht fern, wo wir beträchtlicher Schädigung durch auswärtige Staaten trotzen können; wo wir eine Haltung einnehmen können, die die Neutralität achten lassen wird, die wir zu irgendeiner Zeit beschließen mögen; wo kriegführende Nationen angesichts der Unmöglichkeit, Erwerbungen bei uns zu machen, nicht leichthin damit spielen werden, uns zu provozieren; wo wir Krieg oder Frieden wählen können, wie unser Interesse, geleitet vom Recht, es geraten sein läßt.

Warum sich der Vorteile einer so besonderen Lage begeben? Warum unseren eigenen Boden verlassen, um auf fremdem zu stehen? Warum durch Verflechtung unseres Geschicks mit dem irgendeines Teils von Europa unseren Frieden und unseren Wohlstand in die Netze europäischer Ambition, Rivalität, Interesses, Stimmung oder Laune verstricken?

Unsere wahre Politik ist, uns fernzuhalten von allen dauernden Bündnissen mit irgendeinem Teil der ausländischen Welt; insoweit, meine ich, als wir jetzt frei sind es zu tun; denn laßt mich nicht so verstanden werden, als wäre ich für Untreue gegenüber bestehenden Verpflichtungen. Ich halte die Maxime für nicht weniger anwendbar auf öffentliche als auf private Angelegenheiten, daß ehrlich immer am längsten währt. Ich wiederhole es deshalb, laßt diese Verpflichtungen in ihrem wirklichen Sinn beobachtet werden. Aber meiner Meinung nach ist es unnötig und wäre es unklug, sie auszudehnen.

Wenn wir immer darauf sehen, uns durch geeignete Einrichtungen in achtunggebietendem Verteidigungszustand zu halten, können wir ohne Gefahr zeitweiligen Bündnissen für ungewöhnliche Notlagen vertrauen …“

Aus der „Abschiedsbotschaft“ George Washingtons, 1796

(Herbert Strauß: Botschaften der Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zur Außenpolitik, 1793-1947, S. 13 f.)

Israelischer Marxismus

2012/04/28

Steven Plaut über die Chorknaben der Neuen Sozialistischen Internationale.

(Anmerkungen in Klammern)

Es ist schwierig, Menschen, die außerhalb von Israel leben, und besonders den Amerikanern, zu erklären, wie sehr die Israelis wirklich an den Kommunismus glauben.

Manchmal nennen sie es Sozialismus, im Grunde meinen sie aber Kommunismus.

Das soll nicht heißen, daß sie sich in ihrem Privatleben wie Kommunisten verhalten. Ganz im Gegenteil, Israelis leben wie das ultimative Ideal des Kapitalismus. Sie sind enorm individualistisch. Sie sind außergewöhnlich gut darin, Unternehmen zu gründen und zu verwalten, und auch in der Entwicklung und Vermarktung von Innovationen. Das Land Israel hat mehr Start-up-Unternehmen als ganz Europa. Es meldet mehr Patente an als jedes europäische Land.

Doch genau diese Israelis, die jeden Tag unter Beweis stellen, auf den Märkten bestehen zu können, hassen Märkte. Das Wort „Sozialismus“ hat für die Israelis eine enorme romantische und positive Bedeutung. Besonders unter den gebildeten Israelis, die nicht in Rußland geboren wurden. Das Wort Kapitalismus ist für die meisten Israelis so etwas wie eine Obszönität. Ich vermute, daß jemand, der wegen Körperverletzung festgenommen wird, vor Gericht freikommen könnte, wenn er behauptet, das Opfer hätte ihn einen Kapitalisten genannt — eine Form von Volksverhetzung. Die israelischen Medien gebrauchen das Wort „Kapitalismus“ immer in Verbindung mit dem Wort schweinisch. Die einzige Ausnahme bildet ironischerweise der Wirtschaftsredakteur von Haaretz, der einen kapitalistischen Markt unterstützt, während sich der Rest der gleichen Zeitung nach dem Kommunismus sehnt. Die einzig denkbare Form von Marktwirtschaft in den Köpfen der israelischen Redner-Klasse (chattering class) ist der „schweinische Kapitalismus“. Sie würden nicht glauben, wie viele israelische Professoren und Intellektuelle diesen Ausdruck verwenden. Der Kopf der Histadrut, Israels größter organisierter Kriminellen-Familie, verwendet ihn — als loyaler Anhänger des schweinischen Kommunismus.

Darauf hinzuweisen, daß jemand der Kommunistischen Partei angehört, ist in normalen Ländern in der Regel mehr als genug, um diese Person zu diskreditieren. Nicht in Israel. Wer einen Mitgliedsausweis der kommunistischen Partei hat, trägt diesen mit Stolz. Die meisten Mitglieder des Fachbereichs Geschichte an der Universität Tel Aviv sind solche Kommunisten. Ebenso Unmengen anderer Akademiker.

Einerseits machen die funktionierenden Märkte Israel zu einem erfolgreichen, lebensfähigen Land — zu einem Land, das in den letzten 4 Jahren während der globalen Finanz-Krise fast keine Implosion erlebte. Andererseits sind Märkte jedoch etwas, das Israelis unterdrücken wollen. Gebildete Israelis bestehen unisono darauf, daß die Märkte das Problem auf der Welt sind, und daß die Unterdrückung der Märkte die Antwort auf Israels Probleme ist. Märkte sind böse, sie belohnen die Selbstsucht. Was gebraucht wird, sind wohlwollende staatliche Bürokraten, die die Wirtschaft kontrollieren.

Nicht jeder Israeli, wohlgemerkt. Russische Israelis, die heute vielleicht ein Fünftel der Bevölkerung ausmachen, haben für die Predigt der Wunder des Kommunismus keine Geduld. Und sie fehlen vor allem auf den aktuellen Kundgebungen und Märschen für „soziale Gerechtigkeit“, oder, wie ich es genannt habe, auf dem Woodstock-Festival im Yarkon Park. Aus dem Mund orthodoxer Juden kommen die nostalgischen Slogans für eine bolschewistische Zentralplanung der Märkte nur selten, es gibt aber auch Ausnahmen. Der Kommentator der wöchentlichen Tora-Lesung in Maariv kann von Kommunismus nicht genug bekommen und besteht darauf, daß die Unterdrückung des Schweine-Kapitalismus die höchste Form der jüdischen Ethik ist.

Israelische Akademiker sind nahezu komplett anti-kapitalistisch. Ich stehe auf dem Verteiler einer Chat-Liste der Mitglieder des Lehrkörpers für israelische Sozialwissenschaften, und in den letzten Wochen hat es Hunderte von Mitteilungen gegeben, die sich nach sozialistischen Kontrollen sehnen und den Kapitalismus verurteilen. Die Absender phantasieren generell von einem Israel, das einen „Sozialismus“ im skandinavischen Stil kopiert. Abgesehen von einigen Zweifeln darüber, wie angenehm das Leben in Skandinavien wirklich ist, beispielsweise vor kurzem in Norwegen, ist der skandinavische „Sozialismus“ eigentlich nicht wirklich angenehm. Er besteht im Wesentlichen aus freien Märkten, gemischt mit sehr hohen Steuersätzen und einem gigantischen Wohlfahrtsstaat, der soziale von-der-Wiege-bis-zur-Bahre-Leistungen auf Staatskosten bietet. In anderen Worten, die skandinavischen Länder sind immer viel kapitalistischer gewesen als Israel, und sicherlich kapitalistischer als Israel vor den 1980er Jahren. Darüber hinaus hat Israel immer wohlfahrtsstaatliche Leistungen im skandinavischen Stil erbracht, doch ohne die für Skandinavien charakteristische Liberalisierung der Märkte und der Produktion.

Es gibt zwar Ausnahmen, doch akademische Ökonomen schließen sich in der Regel nicht den geweihten Herden an, die sich nach dem Bolschewismus sehnen. Israelische Ökonomen gehören zu den wenigen, die wissen, was ein Markt ist, was ein Preis ist, und was ein Lohn ist. Die Demonstranten haben davon keine Ahnung. Israel hat jedoch eine lange Geschichte der akademischen Prostitution und man kann immer ein paar akademische Ökonomen finden, die bereit sind, die dümmsten „Ideen“ von denen zu unterstützen, die nichts von Wirtschaft verstehen, wenn es ihnen einen Silberling einbringt oder ihrer Karriere hilft. Der leidenschaftlichste Befürworter der Erhöhung der Mindestlöhne ist „Ökonom“ Avishai Braverman, der Kerl, der die Ben Gurion Universität in Hamastan verwandelte, und es finden sich ähnliche Fälle von Ökonomen, die für kontrollierte Mieten, Verstaatlichungen und andere grundlegende Axiome des wirtschaftlichen Bolschewismus auf die Straße gehen.

Die meisten Menschen sind sich dessen nicht bewußt, aber Israels Existenz begann als ein Land mit einem zentral gesteuerten bolschewistischen System. Ben Gurion implementierte in den ersten Jahren ein System nahezu vollständiger Preis- und Lohnkontrollen und massiver Verstaatlichungen. Es unterschied sich nur wenig von der von Lenin geschaffenen wirtschaftlichen Struktur. Wegen dem Unabhängigkeitskrieg und dem nationalen Notstand konnte sich Ben Gurion das eine Weile erlauben. Wie in dem alten Witz, daß es in der Sahara durch Kommunismus zu einem Mangel an Sand kommen würde, war in den frühen 1950er Jahren in Israel alles knapp, und irgendetwas zu kaufen war mit endlosen Warteschlangen im Sowjet-Stil verbunden, wobei die meisten Produkte nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich waren.

Ben Gurion ist jedoch anzurechnen, daß er in den frühen 1950er Jahren die Unnachhaltigkeit des Systems der bolschewistischen Kontrollen erkannte. Seltsamerweise hatte dies auch Lenin verstanden und unternahm Schritte zum Abbau der Kontrollen, bloß daß er starb und von Stalin ersetzt wurde, bevor es in der Sowjetunion zu ernsthaften Reformen kam. Lenin nannte seinen Plan zur teilweisen Entbolschewisierung der Wirtschaft „Neue Ökonomische Politik“ oder NEP, exakt der gleiche Name, den Ben Gurion seinen Reformen in den frühen 1950er Jahren gab. Das war kein Zufall!

Die meisten Preiskontrollen wurden zwar beendet, andere Formen des wirtschaftlichen Bolschewismus ließen Ben Gurion und seine MAPAI Parteigenossen jedoch erhalten. Riesige Teile der israelischen Industrie wurden verstaatlicht, und vieles von dem, was übrig blieb, wurde teilverstaatlicht und, weil es dem Gewerkschaftsverband Histadrut übergeben wurde, auf grobe Weise schlecht verwaltet.

Wettbewerb sollte überall durch die Wirtschaftspolitik unterdrückt werden. Sie wollte die Zahl der Monopole und Kartelle in der Wirtschaft maximieren. Die Regierung kontrollierte enorme Ressourcen, die sie als politische Gefälligkeiten verteilte, oft an Amigos und Oligarchen aus der Partei. Die Steuersätze waren enorm und überstiegen manchmal 100 Prozent. Die Gewinne der Unternehmen entstammten vor allem staatlichen Subventionen und Zuteilungen. Die Politik der Regierung war protektionistisch und wünschte keinen Wettbewerb. Der Kapitalmarkt wurde unterdrückt und verstaatlicht. Die Philosophie der Regierung verlangte im Wesentlichen, daß die Israelis ihr gesamtes Einkommen, ihre Ersparnisse und ihr Vermögen an den Staat übergeben, und die staatliche Bürokratie würde dann wiederum die Bedürfnisse der Öffentlichkeit und Bürger berücksichtigen.

Das Ergebnis war eine Dritte-Welt-Wirtschaft, wenn auch eine, die unter einem politischen System stand, das sogar Wahlen und parlamentarische Prozesse kannte. Israel wurde durch den Bolschewismus verelendet und es blieb arm und unterentwickelt.

Erst in den 1970er Jahren fingen die Dinge an, sich auf signifikante Weise zu ändern. Durch die Unterzeichnung und den Beitritt zu verschiedenen internationalen Handelsabkommen wurde Israel gezwungen, seine Wirtschaft zu liberalisieren und einen Teil der sozialistischen Kontrollen aufzugeben. Die Vertragspartner weigerten sich, der israelischen Regierung zu erlauben, ihre Politik fortzusetzen. Durch die lange Zeit des Null-Wachstums nach dem Jom-Kippur-Krieg wurden sich außerdem einige Leute der Notwendigkeit einer funktionellen Wirtschaft bewußt.

In den 1950er und 1960er Jahren war es nicht ungewöhnlich, die Politik und den Zustand der israelischen Wirtschaft mit dem von Ägypten und anderen verschlafenen Nestern aus der Dritten Welt in einen Topf zu werfen.

In den 1980er Jahren änderten sich die Dinge deutlich. Der Großteil der verstaatlichten Industrien wurde privatisiert, vor allem weil Staatsunternehmen so viel Geld verloren. Teilweise lag es daran, daß sich die öffentliche Bereitschaft, die Kontrollen zu dulden, änderte. Teilweise lag es an der wachsenden Zahl von Menschen, die angefangen hatten, Wirtschaftswissenschaften zu studieren und die Idiotie der bolschewistischen Kontrollen begriffen. Teilweise lag es am High-Tech-Wachstum, das die Regierung weder verstehen noch kontrollieren konnte. Teilweise lag es am Druck internationaler Handelsabkommen.

Es gibt immer noch viele bolschewistische Kontrollen. Israels Gesundheitssystem besteht aus einer staatlichen Einheitskrankenkasse (single-payer: Beitragszahlungen gehen an eine Krankenkasse, und die ist staatlich) mit vier streng regulierten HMO-ähnlichen Anbietern. (Health Maintenance Organisationen bieten den Versicherten ein Leistungspaket mit Basis- und Zusatzversorgung und HMO-Ärzte erhalten meistens ein nach Kopfpauschalen berechnetes Budget.) Es funktioniert besser als man erwarten würde — aus versicherungsfremden Gründen: In Israel gibt es an jeder Ecke einen Dr. med. und eine junge Bevölkerung, die sich gut ernährt. Monopole und Kartelle gibt es immer moch in Mengen. Die Landwirtschaft ist immer noch weitgehend ineffizient und gegen Wettbewerb, und sie wird von Kartellen beherrscht, die von der Regierung errichtet wurden. Die Steuern sind zu hoch. Die Regierung besitzt einen großen Teil des Landes. Einige Bereiche sind durch den Protektionismus noch immer verzerrt, vor allem der Lebensmittelsektor.

Die Woodstock-aus-dem-Yarkon-Park-Demonstranten sind im großen und ganzen liberale linke säkulare Israelis, die eine Rückkehr zu den bolschewistischen Kontrollen der 1950er Jahre fordern. Sie sehnen sich nach der Rationierung und den Kürzungen der damaligen Zeit, weil sie glauben, daß sie von einer Kürzung nicht betroffen sein werden. Die zentrale Forderung der Demonstranten ist die Kontrolle der Mieten.

Dies wird am Ende den israelischen Wohnungsbestand zerstören und ältere Besitzer von Mietwohnungen arm machen, die diese Wohnungen mit der Absicht erwarben, im Alter Mieteinnahmen zu erzielen. Wie in New York und anderen Städten mit Mietpreisbindung, werden die Mietgrenzen Engpässe erzeugen, die bedingen, daß die wahren Kosten für Mietwohnungen steigen, und nicht sinken.

Die Demonstranten sehnen sich nach der sowjetischen Steppe. Sie fordern Preiskontrollen, damit aus Israel ein Land der Breschnew-Ära wird, in dem die Menschen ihre Tage damit verbringen, in Schlangen auf Waren zu warten, die immer knapper werden. Sie verlangen Märkte, die unterdrückt werden, und in denen soziale Gerechtigkeits-Kommandos entscheiden, wer in welcher Wohnung lebt, wer die Waren konsumiert, die fehlen, und wer was verdient. Sie bestehen darauf, daß sich die Löhne nach dem richten, was sich die Menschen nach Meinung der Demonstranten gerechterweise verdient haben. Da es in Israel nicht eine einzige Person gibt, die das verdient, was sie sich ihrer Meinung nach gerechterweise verdient hätte, ergibt sich die Forderung nach einem Lohndirektorium im sowjetischen Stil, das die Löhne für alle Berufe festlegt, und mit denen anfängt, für die gestreikt wird, wie den Ärzten. In anderen Worten: Löhne müssen nach Meinung der Demonstranten nicht die Märkte räumen oder Engpässe und Überschüsse signalisieren. Löhne sollten Maßnahmen der „Fairness“ sein. Versuchen Sie sich vorzustellen, was passiert, wenn sich für die Hälfte der Arbeitsplätze in Israel keine Bewerber finden, weil die fairen Löhne dort nicht ausreichen, um Arbeiter anzuziehen, während sich bei den anderen Arbeitsplätzen für jede Position sechs Bewerber finden, weil die fairen Löhne dort viel zu hoch sind, um den Markt zu räumen. Versuchen Sie sich vorzustellen, wie das Leben aussehen würde, wenn ein marxistischer Soziologe oder ein fürsorglicher Sozialarbeiter zum wirtschaftlichen Diktator berufen wird, um in Zion alle wirtschaftlichen Angelegenheiten und Entscheidungen zu entscheiden.

Jede Gesellschaft auf der Erde und jede Gesellschaft in der Geschichte der Menschheit kennt notleidende und arme Menschen. Es gibt in allen Ländern arme Menschen, auch in Skandinavien. Die Menschheit hat noch keine Innovation entdeckt, die Not und Armut beseitigt.

Doch die fürsorglichen bolschewistischen Träumer vom Rothschild-Boulevard in Tel Aviv — man beachte die Ironie des Namens — fordern eine magische Pille, die alle Not und Ungleichheit sofort beseitigt. Und das Versagen der Regierung, eine solche Pille anzubieten, beweist, daß dafür die bösen „Wirtschaftsmagnaten“ („tycoons“) verantwortlich sind, die verhindern, daß die Regierung dem Volk dient. „Menschen statt Gewinne“ ist das Motto derer, die zu dumm sind, um zu begreifen, daß Gewinne die einzige Möglichkeit sind, um Produzenten dazu zu kriegen, den Menschen zu dienen und Dinge zu produzieren, die die Menschen wollen. Wer Gewinne verbietet, ruft ein Massensterben hervor.

Der Wirtschaftsmagnaten-Fetisch (tycoon fetish) beherrscht weiterhin die Proteste. Ich hatte den Vorschlag gemacht, daß Michael Lerner sein idiotisches Magazin von Tikkun in Tycoon umbenennt. Viele israelische Wirtschaftsmagnaten wurden vor allem zu Zeiten des MAPAI-Sozialismus durch die Sauhäfeli-Saudeckeli-Mentalität des politisches Establishments und ihrer Amigo-Geschäfte zu Wirtschaftsmagnaten gemacht, zumindest außerhalb des High-Tech-Sektors.

Eine andere Ironie ist, daß das Einzige, was die Demonstranten von Netanyahu an „Reformen“ gelernt haben, die Einberufung von „Schnellplanungskommissionen“ („Planning Speed-up Kommissionen“) ist. Und die größte Ironie hierbei ist, daß diese Kommissionen hauptsächlich dazu beitragen werden, die „Wirtschaftsmagnaten“ zu mästen.

Israels kommunale Bauplanung ist ein undurchdringlicher Dschungel aus Korruption und Ineffizienz. Eine Genehmigung, um auf der Veranda eine Fensterscheibe einzusetzen, kostet zwei Jahre und eventuell müssen Sie die Stadtverwaltung auch noch bestechen. Der pingelige Papierkrieg zieht die Bauzeit in die Länge und beeinträchtigt die Immobilienpreise und deren Verfügbarkeit. Gleichzeitig erlauben diese Planungsdinosaurier eine gewisse öffentliche Beteiligung und Intervention, vor allem bei der Bekämpfung von schmutzigen Geschäften zwischen den korrupten Amigos der Kommunen und den „Wirtschaftsmagnaten“ der Bauwirtschaft. Korrupte Kommunalbeamte sind ständig bemüht, die Genehmigung für Bauprojekte zu bekommen, die ihre Bauunternehmer-Amigos bereichern, selbst wenn diese Projekte illegal oder häßlich sind, dem öffentlichen Interesse schaden, und in einigen Fällen auf öffentlichen Parks und Stränden gebaut werden. Die Beamten versuchen, Verordnungen und Raumordnungsgesetze zu beugen, um „ihren Freunden zu helfen“.

Als Trostpflaster für die Demonstranten hat der Knesset soeben die von Netanyahu vorgeschlagene Schaffung von „Schnellplanungskommissionen“ verabschiedet, um die bürokratischen Hindernisse abzubauen. Die Idee hat nur einen Haken: es sind immer noch zwei Jahre und eventuell einige Schmiergelder nötig, um auf der Veranda eine Fensterscheibe einzusetzen. Die Oligarchen werden den Schnellplanungs-Prozeß nutzen, um sinnvolle Raumordnungsgesetze zu unterdrücken und öffentlichen Widerstand beiseite zu schieben. Netanyahu bietet den Oligarchen außerdem öffentliches Land zu Preisen unter dem Marktwert an — Netanyahu glaubt, daß die Immobilienpreise dadurch sinken werden. In Wirklichkeit weiß jeder, der ein Studium der Wirtschaftswissenschaften begonnen hat, daß die Immobilienpreise dadurch nicht einen Schekel fallen werden, sondern daß stattdessen nur die Gewinne der Amigos aufgeblasen werden, die in das Geschäft einsteigen.

Hier finden Sie den Originalartikel, Israeli Marxism.