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Der Zusammenbruch des Kommunismus: Die verschwiegene Geschichte

2012/11/17

Jamie Glazov interviewt Robert Buchar über den „toten Sowjet“.

Zu Gast beim heutigen Frontpage-Interview ist Robert Buchar, außerordentlicher Professor und Autor des Kameramann-Programms (author of the Cinematography Program) am „Columbia College“ in Chicago — und politischer Flüchtling aus der ehemaligen Tschechoslowakei. Er produzierte den Dokumentarfilm „Velvet Hangover“ über die Filmemacher der tschechoslowakischen „Neuen Welle“ (1963-1969), wie sie die Zeit der „Normalisierung“ überlebten und ihre Reflexionen über die sogenannte „Samtene Revolution“ des Jahres 1989. Er ist außerdem der Autor von „Czech New Wave Filmmakers in Interviews“ und „And Reality be Damned … Undoing America: What The Media Didn’t Tell You About the End of the Cold War and Fall of Communism in Europe“. Sein neuester Dokumentarfilm ist „The Collapse of Communism: The Untold Story“.

FP: Robert Buchar, willkommen zum Frontpage-Interview. Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Dokumentarfilm.

Buchar: Danke für die Gelegenheit, darüber zu sprechen, Jamie. Es dauerte acht Jahre, ihn fertigzustellen, aber es ist vollbracht.

FP: Beginnen wir mit dieser Frage: Warum sollten wir über den Zusammenbruch des Kommunismus reden? Warum ist es wichtig?

Buchar: Richtig, warum über etwas reden, das vor 23 Jahren passierte? Das Wort Kommunismus ist nicht einmal mehr in unserem Wortschatz und die neue Generation hat keine Ahnung, was es eigentlich bedeutet.

Und dennoch eliminierte der Kommunismus während der 70 Jahre seines Bestehens über 100 Millionen Menschen. Das sind genug Leichen, um auf unserem Planeten den Äquator zu bedecken, wenn die Körper nebeneinander gelegt werden. Als der Kommunismus im Jahr 1989 „zusammenbrach“, warfen die Medien nie die Frage auf, wo die Verantwortlichen für all die Gräueltaten waren. Wir hörten in den Medien nie, daß jemand fragte, wohin all die Kommunisten verschwanden.

Sollten wir wirklich glauben, daß Millionen von Kommunisten über Nacht Kapitalisten und gute Bürger wurden? Überraschung! Sie erwiesen sich als die Führer des neuen Systems. Es spielt keine Rolle, welche politische Partei in den ehemaligen sowjetischen Satellitenstaaten Sie betrachten, sie alle, links oder rechts, wurden von ehemaligen Kommunisten geschaffen und werden von ihnen geführt.

Der Kommunismus ist also nicht wirklich verschwunden und weg. Er paßte sich einfach an, verwandelte sich in das neue System, um seine Mission fortzusetzen.

Als Ergebnis muß der Westen jetzt mit den Konsequenzen seiner eigenen Naivität leben. Und wir müssen nicht besonders weit gehen, um zu sehen, wovon ich rede. Sehen Sie sich an, was in Amerika los ist.

FP: Was ist mit dem Kalten Krieg, ist er wirklich beendet? Wer hat gewonnen?

Buchar: Es kommt darauf an, wen Sie fragen. Es gibt Linke, die sagen, daß es ihn nie gab. Sie glauben, daß der Kalte Krieg bloß unsere eigene Propaganda war. Und es gibt Konservative, die glauben, daß sie den Kalten Krieg gewannen. Sie werden leider nie akzeptieren, daß die Perestroika nur eine Täuschung war — aus dem einfachen Grund, daß sie ihren verkündeten Sieg aufgeben und eingestehen müßten, daß sie Unrecht hatten.

Es gibt in Amerika wirklich nur sehr wenige Menschen, die glauben, daß der Westen den Kalten Krieg verlor. Aber wie wollen Sie dann erklären, daß der Sozialismus nach dem „Fall des Kommunismus“ weltweit auf dem Vormarsch ist? Der internationale Terrorismus, vom KGB geplant und unterstützt, war nach dem Zerfall der Sowjetunion fast nicht mehr existent, doch im Jahr 1996 explodierte er in der neuen Form des islamischen Terrors dann erneut und der Antia-Amerikanismus wurde, wohin man sieht, zum bevorzugten Zeitvertreib.

Der Westen erklärte zwar den Sieg und das Ende des Kalten Krieges, doch Moskaus Täuschung war nicht zu Ende. Im Gegenteil, sie wurde noch intensiver. Tschekisten haben immer noch das Sagen. Der Westen tat genau, was die KGB-Strategen erwarteten: er baute seinen Schutz ab, eliminierte die Spionageabwehr, gab Rußland Millionen von Dollar und machte es zum gleichberechtigten Partner. Es ist daran zu erinnern, daß (Anm.: der zu den Sowjets übergelaufene) Aldrich Ames damals der CIA-Chef für die Ostblockländer war und daß alle unsere Spione in Moskau hingerichtet wurden, bis auf einen, Oleg Gordievsky. Er war der (Anm.: von den Sowjets übergelaufene) Agent der Briten und er spricht über all dies in meinem Film.

Und es ist daran zu erinnern, daß Marc Rich, die verantwortliche Person, die Rußland mit Millionen von Dollar versorgte und die in letzter Minute in einem magischen schwarzen Loch verschwand, von Präsident Bill Clinton begnadigt wurde. Er lebt jetzt wer weiß wo. CIA und MI6 sind sich einig, daß die Spionage des KGB/FSB jetzt stärker ist als je zuvor.

Es spielt also keine Rolle, ob wir es den Kalten Krieg oder den Zweiten Kalten Krieg nennen — das Streben der Tschekisten nach der Weltherrschaft geht weiter. Und es wird weitergehen, solange die Tschekisten im Kreml das Sagen haben.

FP: Was das aktuelle politische System und die Wirtschaft in den ehemaligen sowjetischen Satellitenstaaten betrifft, was weiß das amerikanische Volk darüber? Und warum sollte es darüber etwas wissen?

Buchar: Die amerikanischen Menschen wissen darüber sehr wenig oder gar nichts. Sie sind damit beschäftigt, einzukaufen und sich zu unterhalten. Sie haben keine Ahnung von ausländischen Mächten, die ihr Leben gestalten. Und wenn Sie es Ihnen sagen, sehen sie Sie ungläubig an.

Als ich mit dem Manuskript meines Buches „And Reality be Damned …“ fertig war, gab ich es meinem Kollegen in Chicago, um ein Feedback zu bekommen. Er antwortete: „Um zu akzeptieren, was in Ihrem Buch steht, müßte ich alles aufgeben, was ich mein Leben lang glaubte.“

Amerikaner mögen es nicht, schlechte Nachrichten zu hören (Anm.: Europäer erwähnen wir lieber auch nicht) und als Folge wird es sie hart treffen. Das Sprichwort sagt: „Du weißt erst, was du hast, wenn du es verlierst.“ In diesem Fall könnte es aber zu spät sein. Es steht zu viel auf dem Spiel. Die Menschen schaffen es nicht, aktuelle Ereignisse im Zusammenhang zu sehen, weil sie die Geschichte ignorieren und deshalb nichts aus ihr lernen können.

Im Jahr 2005 wollte ich für meinen Film den Genossen Rudolf Hegenbart interviewen. Er war ein ranghohes Führungsmitglied des Politbüros der „Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei“ („Komunistická strana Československa“, KSČ) , Chef der Abteilung 13, zuständig für die Überwachung der Umstellung, einschließlich der Überwachung der Dissidenten. Er lehnte meinen Wunsch ab, denn nachdem Vaclav Havel Präsident war, wurde er von Havels Leuten gewarnt, daß, wenn er jemals reden würde, er in einem Sack am Grunde der Talsperre Slapy enden würde.

Doch nachdem ich mein Buch veröffentlicht hatte, schrieb er mir folgendes: „Ihr Buch ist historisch wichtig. Ihre Informationen sind korrekt. Als ich in Moskau studierte, wurden uns all diese Sachen gelehrt.“ (Anm.: wenn Sie Vaclav Havel mit seiner „Demokratie ohne Parteien“ bisher für einen den Kommunismus bekämpfenden Kapitalisten wie Gorbatschow 1986 mit seiner „Perestroika“ und Lenin 1921 mit seiner „Neuen Ökonomischen Politik“ hielten, bedenken Sie, daß Vaclav Havel im Januar 1990 Helmut Kohl fragte: „Warum arbeiten wir nicht zusammen, um alle politischen Parteien aufzulösen? Warum richten wir nicht einfach eine Partei ein, die Partei von Europa?“) Wenn Sie Amerikanern sagen, daß das Vorhaben, das kapitalistische Amerika zu zerstören, im Jahr 1922 begann, kurz nachdem in Moskau (Anm.: im Jahr 1919) die „Kommunistische Internationale“ gegründet wurde, dann denken sie, Sie sollten einen Psychiater besuchen.

FP: Man würde denken, daß die Marxisten/Sozialisten nach all dem Versagen, Gemetzel, Völkermord und Elend jetzt diskreditiert wären. Und dennoch sind sie auf dem Vormarsch. Sagen Sie uns, wie das möglich ist und warum.

Buchar: Eine sehr gute Frage. Es ist etwas, das mich immer genervt hat. In meinem Film sagt ein Student: „Ich denke, daß der Kommunismus funktionieren könnte, wenn er richtig gemacht wird.“

Die Idee des Kommunismus/Sozialismus war für schlecht gebildete und wirtschaftlich benachteiligte Menschen schon immer attraktiv. Die Menschen lieben schöne Träume. Es ist die alte kommunistische Propaganda-Leier: „Alle kriegen das, was sie brauchen.“ Ich erinnere mich noch, daß wir in der Schule gelehrt wurden, daß unter dem Kommunismus überall auf den Straßen Autos stehen werden, und wenn man eins zum Fahren braucht, sucht man sich bloß eins aus.

Es gibt diese nie endende Propaganda/Täuschung. Das Ziel ist nicht, den Sozialismus zu errichten, sondern die westliche Demokratie zu stören und zu zerstören, speziell in Amerika. Amazon verkauft „Das Manifest der Kommunistischen Partei“ sehr gut. Nikita Chruschtschow sagte im Jahre 1959 zu Vizepräsident Richard Nixon:

„Ihr Amerikaner seid so leichtgläubig. Nein, Ihr werdet den Kommunismus nichtn vorbehaltlos akzeptieren, aber wir werden Euch weiter mit kleine Dosen des Sozialismus füttern, bis Ihr schließlich aufwachen und feststellen werdet, daß Ihr den Kommunismus bereits habt. Wir werden Euch nicht bekämpfen. Wir werden Euch wirtschaftlich so schwächen, bis Ihr wie eine überreife Frucht in unsere Hände fällt.“ (Anm.: Zu diesem Zitat gibt es viele Jahreszahlen und KEINE Quelle, bessere Chruschtschow-Zitate sind jedoch belegt, zum Beispiel: „Wenn Stalin sagt: tanze, dann tanzt ein kluger Mann.“)

Und hier sind wir auch schon ziemlich dicht am Problem. Wie ich es sehe, haben Linke ein klares Ziel und eine langfristige Strategie, und sie haben ein weltweit etabliertes Netzwerk. Sie sind gut organisiert, diszipliniert und haben die Absicht, ihr Ziel unter allen Umständen zu erreichen. Konservative haben dagegen weder ein Ziel noch eine Strategie.

Sie sind mehr auf das Individuum ausgerichtet. Geblendet durch die politische Korrektheit, werden sie sich kaum einig, wer ihr Feind ist und finden aus diesem Grund nie eine erfolgreiche Gegenstrategie.

Der einzige Ausweg ist Bildung; den Menschen das zu zeigen, was sie in den Massenmedien nicht finden und in den Schulen nicht erfahren. Und wir sprechen hier nicht über Geheim-Informationen. Stellen Sie heute jemandem eine Frage über die „Venona-Papiere“, die „Operation Solo“, die „Kommunistische Internationale“ und so weiter — er hat keine Ahnung, noch nie davon gehört. Als ich mit dem Filmen meiner Dokumentation begann, gab es an diesem Thema überhaupt kein Interesse.

Seit der Veröffentlichung meines Buches „And Reality be Damned …“ erschienen ein paar sehr interessante Bücher. Da ist Paul Kengors „The Communist“, Pavel Stroilovs „Allegations“, oder Ihr „High Noon for America: The Coming Showdown“ — um nur einige zu nennen. Blickt man in die Geschichte, dann ist die Demokratie noch sehr jung und zerbrechlich. Sie muß sorgfältig gepflegt werden, und in einer ungebildeten, verwirrten Gesellschaft kann sie nicht funktionieren. Sind die Grundlage der Stimmabgabe eine Emotion, das persönliche Erscheinungsbild des Kandidaten, seine Rasse oder religiösen Überzeugungen, dann wird die ganze Nation zu einer dysfunktionalen Familie — ein perfekter Nährboden für den Sozialismus oder eine andere Form der Diktatur.

Nebenbei bemerkt erfordert die Installation des Sozialismus keine Mehrheit. Revolutionen kommen in der Regel durch eine stark engagierte Minderheit zustande — pathetische oder manipulierte Massen helfen dabei nur.

FP: Warum können die westlichen Geheimdienste und Regierungen das Konzept der Desinformation nicht begreifen?

Buchar: Für die westliche Kultur ist Täuschung ein Fremdwort. Joseph Douglass und Bill Gertz sprechen über dieses Thema in meinem Film. Nach ihnen hat das Establishment unserer Nachrichtendienste von dem, was Täuschung darstellt, ein sehr primitives und sogar falsches Verständnis. Nur mit Anatoli Golizyns „Perestroika Deception“ bekamen sie die Möglichkeit, das Gesamtbild zu sehen, aber sie haben diese Möglichkeit trotzdem vertan. Sie weigerten sich, seine Informationen zu akzeptieren.

Bill Gertz spricht über die anti-antikommunistische Denkweise der CIA. Pete Bagley erzählte mir, daß ihm erst nach dem Ende des Kalten Krieges klar wurde, daß alle Operationen der CIA in Polen vom KGB eingerichtet wurden, um die Opposition loszuwerden. Die Tatsache, daß die Opposition in den kommunistischen Ländern in Wirklichkeit eine „künstliche Opposition“ („controlled opposition“) war, ist für die in Demokratien lebenden Menschen schwer zu glauben. Als ich im Jahr 1980 aus der Tschechoslowakei überlief, wurde ich zweimal befragt. Zuerst in Österreich, dann in den USA. Mir wurde nie eine Frage von Bedeutung gestellt. Im Jahre 2005 fragte mich ein CIA-Beamter, wie mir „RADIO FREE EUROPE“ gefiel.

Er war überrascht, als ich ihm sagte, daß der Empfang dieser Sendung sehr stark gestört wurde und es unmöglich war, sie zu hören.

Die CIA hatte einfach keine Ahnung, was hinter dem Eisernen Vorhang los war. Sie interessierten sich nicht für Ideologie und Propaganda, sondern nur für militärische Informationen. Aus diesem Grund „verpaßten sie den Anschluß“. Das Buch „Disinformation“ von Generalleutnant Ion Mihai Pacepa und Ronald Rychlak wird dieses äußerst wichtige Thema an die Öffentlichkeit bringen. Hoffen wir, daß die Amerikaner in der letzten Minute erkennen, daß sie auf die Schippe genommen wurden.

FP: Warum ist es wichtig, sich Ihren neuen Film „The Collapse of Communism: The Untold Story“ anzusehen?

Buchar: Viele Amerikaner sind heutzutage nicht glücklich, welche Richtung ihr Land eingeschlagen hat. Sie fragen sich, wie die progressiven Linken so stark wurden, daß sie aus dem Land eine weitere große EU machen. Die Geschichte und das Wachstum der amerikanischen Linken sind zwar nicht besonders bekannt, aber gut dokumentiert — die Ausbreitung des Sozialismus in den Vereinigten Staaten ist aber kein rein internes Problem. Um vollständig zu verstehen, was heute in Amerika los ist, müssen wir wissen, wer den Angriff auf unser Leben begann, wann, und wie die Strategie aussieht.

Ich interviewe jetzt seit fünf Jahren Nachrichtendienst-Experten, Dissidenten, Überläufer und Kalte Krieger. Dabei erschloß sich mir eine ganz andere Realität. In den Vereinigten Staaten braut sich etwas zusammen und der Schlüssel zum Verständnis liegt in den Jahren 1989 und 1991. Da wir uns der Endstation der sogenannten Neuen Weltordnung nähern, ist es sehr wichtig, zu erkennen, wer diese Reise plante. Wäre es möglich, daß das politische Establishment im Westen einfach nicht die Wahrheit wissen will?

FP: Robert Buchar, ich danke Ihnen, daß Sie bei uns waren — und für diesen Film und Ihre Hingabe an die Wahrheit.

Wir möchten alle unsere Leser ermuntern, sich diesen neuen Film anzusehen und www.collapseofcommunism.com zu besuchen.

Hier finden Sie den Originalartikel, The Collapse of Communism: The Untold Story.

Besonders interessant ist der Ausrutscher, daß der islamische Terrorismus eine Erfindung ist, schließlich ist FRONTPAGEMAG eine islamkritische Seite, aber egal. Und abgesehen vom falschen Chruschtschow-Zitat ist ja soweit alles richtig.

Man muß aber kein Überläufer sein, um das zu erkennen, oder zu fragen, wo die Massenmedien gerade waren, um nach dem angeblichen Zusammenbruch der Sowjetunion über die Entsowjetisierung, die Prozesse gegen die Massenmörder, die aus den Gulags strömenden Häftlinge und die Familienzusammenführungen zu berichten.

Der verstorbene Alan Stang hatte diesen Gedanken bereits im Jahr 2008.

„Der Zusammenbruch der Sowjetunion“ unter der Lupe

Wie Sie wissen, ist die Regierung von Presidente Jorge W. Boosh beim gegenwärtigen Flächenbrand im Kaukasus der Auffassung, daß Georgien Recht hat und Rußland Unrecht. Zumindest in dieser Frage liegt Boosh damit bemerkenswert eng im Bett mit Obama, denn Senator Hussein Obamas Führungsoffizier (handler) ist Zbigniew Brzezinski, der im Namen von David Rockefellers Trilateraler Kommission Jimmy Carter als Präsident einstellte, und der nun offenbar den Auftrag hat, Hussein als Präsident einzustellen. Brzezinski stimmt Boosh sicherlich zu.

Während ich dies schreibe, konfrontiert Philip Berg, ein Rechtsanwalt und Demokratischer Beamter aus Philadelphia, Senator Hussein vor einem Bundesgericht mit der Behauptung, kein gebürtiger US-Bürger zu sein. Rechtsanwalt Berg sagt, er hätte Dokumente, die beweisen, daß Hussein Obama in Kenia geboren wurde, nicht in Hawaii, und daher nicht beanspruchen kann, Präsident zu sein. Bergs Internetseite ist www.obamacrimes.com. Sehen Sie nach und entscheiden Sie selbst. Wenn Hussein Obama überlebt, wird dies noch viel mehr über Zbig Brother Brzezinski sagen.

Gehen Sie jetzt vom Flächenbrand im Kaukasus ein paar Jahre zurück und betrachten Sie sich den „Zusammenbruch der Sowjetunion“. Woher wissen wir, daß die Sowjetunion „zusammengebrochen“ ist? Wir wissen, daß sie zusammenbrach, weil die Sowjetunion sagte, daß sie es tat, und die Spatzenhirne in unseren kommunistischen Massenmedien plappern schon lange nach, was die Sowjets sagen. Soweit ich mich erinnere, schluckten die Spatzenhirne das sowjetische Vogelfutter komplett.

Erinnern Sie sich an Mike Gorbatschow. Er ist der Mann mit dem Kainsmal auf seinem Haupt. Einst war er ein sowjetischer Diktator. Am nächsten Tag „fiel“ die Sowjetunion. Und am nächsten Tag taucht Mike in San Francisco auf, schlägt sein Hauptquartier im „Presidio“ auf, der historischen US-Militärbasis, und betreibt eine steuerbefreite Stiftung (Anm.: das „State of the World Forum“), die vor dem „Zusammenbruch“ der Sowjetunion geschaffen wurde. Wußte da oben vielleicht jemand Bescheid?

Wir reden über den Mann, der das „Reich des Bösen“ leitete, die KGB-Folterkammern, den Archipel Gulag, den Mann, der auf der ganzen Welt den Terrorismus finanzierte, etc. Warum tat Washington so etwas? Hatte Mike Reue gezeigt? War aus ihm jetzt ein überzeugter Verfechter der amerikanischen Werte und der Verfassung geworden? Überhaupt nicht! In seinen Büchern erklärt er, daß er sein Leben lang ein Kommunist ist, daß der Wandel in der Sowjetunion keinen Wandel seiner Absicht bedeutet, und daß „Perestroika“ einfach ein neuer Weg ist, um überall auf der Welt den Kommunismus durchzusetzen. (Anm.: Ein Ostblockwitz lautete: Q: What comes after perestroika? A: Perestrelka. — Frage: Was kommt nach Perestroika? Antwort: Erschießung.)

Jetzt war Mike ein „Öko“. Seine Gorbatschow-Stiftung veranstaltete Treffen, an denen George H. W. Bush und andere Weltregierungs-Verschwörer teilnahmen und die Frage diskutierten, wie viele Menschen auf der Welt für den „Umweltschutz“ ausgerottet und wie sie getötet werden sollten. Ted der Verräter Turner, der fünf Kinder hat, sagt zum Beispiel: „Eine Gesamtbevölkerung von 250 – 300 Millionen Menschen, ein Rückgang um 95% der heutigen Zahlen, wäre ideal.“ Seltsamerweise hat sich Ted der Verräter nicht freiwillig zur Exekution gemeldet.

Wir reden über ein Szenario, das so unglaublich ist, daß es mit Worten kaum zu beschreiben ist. Es wäre gleichbedeutend, wenn wir Onkel Hitler oder Onkel Heinrich aus dem Bunker oder dem Konzentrationslager hierher gebracht und zu Harvard-Professoren gemacht hätten. Über dieses Szenario hätte es bergeweise Belege geben müssen. Aber unsere kommunistischen Massenmedien haben es einfach so geschluckt, ohne zu rülpsen.

Was hätten wir sehen sollen, wenn der „Zusammenbruch der Sowjetunion“ echt gewesen wäre? Die Antworten liegen auf der Hand, wenn wir ihn mit dem Zusammenbruch der Nazis am Ende des Zweiten Weltkriegs vergleichen. Zunächst erinnern wir uns, daß die Konzentrationslager der Nazis befreit wurden. Die Tore wurden geöffnet, die Opfer strömten heraus. Wir sahen sie. Wir sahen amerikanische Truppen, die sich entsetzt die Nase zuhielten. Wir sahen endlose Berichte in den Medien. Bei einem echten Zusammenbruch der Sowjetunion hätten wir die gleiche Sache im Gulag sehen sollen.

Wir sahen es nicht. Es gab keine Befreiung, es gab keine Millionen, die strömten, keine tränenreichen Familientreffen. War das keine große Geschichte? Aber es gab keine Nachrichtenberichte, nicht einmal eine ehrenvolle Erwähnung. Dies muß bedeuten, daß der Archipel Gulag noch immer intakt ist, daß die Millionen noch immer dort sind und daß es keinen Zusammenbruch gab.

Als nächstes wurde das deutsche Militär aufgelöst. Die Wehrmacht war nicht mehr. Japan wurde ebenfalls entwaffnet. Das gleiche hätte beim „Zusammenbruch“ der Sowjetunion passieren müssen. Ist es passiert? Nein. Das Militär der Sowjets blieb intakt. Ja, zu der Zeit wurde etwas über die Zerstörung von einigen Raketen gesagt, aber diese Raketen hätten planmäßig ersetzt werden sollen. Deren Abbau hatte nichts mit Abrüstung zu tun. Die Sowjets sind nach wie vor eine gewaltige militärische Macht.

Drittens sollten nun andere Leute zu sehen sein. In Deutschland wurden die Nazis rausgeschmissen und gejagt. Israel ging nach Argentinien und entführte Eichmann. In Deutschland gab es neue Namen. Konrad Adenauer — „Der Alte“ — war Kanzler. General MacArthur tat das Gleiche in Japan. Togos Militaristen verschwanden. Und wer ist jetzt in Moskau zuständig? KGB-Oberst Vlad der Pfähler Putin.

Ja, Presidente Jorge W. Boosh blickte in Putins Augen und sah in seine Seele — und ihm gefiel, was er sah. Inzwischen hat Boosh seine Meinung vermutlich geändert. Wem glauben Sie? Wie es scheint, gibt es nach dem „Zusammenbruch“ die gleichen Leute wie zuvor. Und sollte es nicht wie in Nazi-Deutschland Prozesse gegen die Kriegsverbrecher geben, gegen die Männer, die den Gulag betrieben? Gab es welche? Nein.

Betrachten Sie schließlich die Tatsache, daß es all dies bereits früher gab. 1921 brachen die von Washington und dem Westen unterstützten Roten zusammen. Es herrschte Hunger, weil der „Kriegskommunismus“ keine Wirtschaft erlaubte. Der sowjetische Diktator Lenin machte einen Schritt zurück. Er schrieb sogar ein Buch und erklärte seinen Fanatikern, daß es zur Bewahrung des Kommunismus gut wäre, ein oder zwei Schritte zurück zu gehen.

Lenin führte die „Neue Ökonomische Politik“ ein, in der einen ein wenig Handel nicht gleich ins Gefängnis brachte. „NÖP-Männer“ tauchten auf; Händler, die ein wenig handelten. Der Westen hörte, daß Lenin „zur Besinnung gekommen“ wäre. Der Kommunismus hatte „versagt“. Das Sowjetsystem würde „umstrukturiert“ werden. Auf Russisch würden Sie es wahrscheinlich „Perestroika“ nennen.

Herbert Hoover, der sieben Jahre später US-Präsident wurde, traf in Moskau als Leiter der „American Relief Administration“ ein, mit Tonnen an Lebensmitteln und Investitionskapital. Die Sowjets feierten. Der Kommunismus war gerettet. Moskaus Verdauungsprozeß dauerte drei Jahre. Dann meldete sich der Kommunismus zurück.

Washington unterstützte die Kommunisten noch einmal und rettete sie vor dem Zusammenbruch. Im Zweiten Weltkrieg tat es die Verschwörung zur Weltregierung wieder. Bitte nennen Sie mir eine kommunistische Diktatur, irgendwo, die nicht von den Vereinigten Staaten geschaffen wurde. Rotchina? Falsch. Kuba? Wieder falsch. Zimbabwe. Falsch. Ich kenne keine. Zur Förderung des Kommunismus hat die US-Regierung auf der ganzen Welt mehr getan, als irgendein anderes Land. Ohne die Vereinigten Staaten wäre der Kommunismus eine Fußnote in einem staubigen Geschichtstext.

Was sind die Folgen des letzten „Zusammenbruchs“ der Sowjetunion? Es floß wieder einmal Investmentkapital. Die Sowjets erlebten einen diplomatischen Triumph. Ihr Mann Michael Gorbaschrott erklärt jetzt amerikanischen Industriellen, was zu tun ist. Dem sowjetisch geförderten Terrorismus wird keine Aufmerksamkeit mehr gewidmet. Der Fokus liegt jetzt auf dem „islamischen Fundamentalismus“, der auf mysteriöse Weise mitten auf der Bühne auftauchte, während die Sowjets an den Seiten verschwanden, fast so, als ob die ganze Sache ein Plan war.

Erinnern Sie sich daran, daß die Sowjets die Rekrutierung, Ausbildung, Finanzierung und Etablierung von Strohmännern erfanden, die ihre Terrorismusarbeit erledigten, während die Sowjets als Philantrophen posierten. Erinnern Sie sich daran, daß der ekelerregende Jassir Arafat, Führer der Palästinensischen Befreiungsorganisation und Knabenliebhaber, sein Leben lang ein Angestellter der Sowjets war. Arafat ist natürlich nur ein Beispiel von vielen.

Die Sowjets planen solche Dinge nicht nur ein oder zwei Jahre im Voraus. Sie sind Schachmeister, sie planen in Jahrzehnten, in Generationen. Hat diese jüngere Geschichte etwas mit dem Flächenbrand im Kaukasus zu tun? Meine eine Antwort wird wie immer kurz, direkt und nachvollziehbar sein. Ich weiß es nicht. Offensichtlich gibt es eine Beziehung — ich weiß aber noch nicht, was es ist. Im Laufe der Zeit wird der Zweck vielleicht deutlich werden. Wir können uns wie üblich darauf verlassen, daß das, was uns gesagt wurde, so falsch ist wie ein Ein-Dollar-Schein.

Wir müssen uns gerade jetzt daran erinnern, was geschah. Wenn Sie nicht wissen, wo Sie in der Vergangenheit waren und was geschah, werden Sie nie verstehen, wo Sie jetzt sind und was zu tun ist. Fürs Erste ist klar, daß wir wieder zu einer amerikanischen Außenpolitik finden müssen, in der wir uns um unsere eigenen Angelegenheiten kümmern und darauf bestehen, daß andere Nationen sich um ihre Angelegenheiten kümmern.

Wir können uns leider nur auf die Tatsache verlassen, daß beide Seiten des Konflikts, Moskau und Washington, daran arbeiten, die Sache der Weltregierung voranzutreiben. Beenden wir diese kurze Übersicht mit einer Frage: Ist die gegenwärtige Inszenierung im Kaukasus eine typische Demonstration des dialektischen Materialismus, in dem die Verschwörung zur Weltregierung beide Seiten manipuliert?

Alan Stang war einer der ersten Skriptschreiber von Mike Wallace auf „Channel 13“ in New York, wo er einige der Skripte verfasste, die Mike Wallace zu CBS brachten. Stang war selbst Radiomoderator. In Los Angeles wurde er zeitgleich zu Larry King gesendet und hatte laut „Arbitron“ fast doppelt so viele Zuhörer. Er hat als Auslandskorrespondent gearbeitet. Er hat hunderte von Sonderbeiträgen in Zeitschriften im ganzen Land und etwa fünfzehn Bücher geschrieben, für die er zahlreiche Auszeichnungen erhielt, darunter eine Ehrung durch das Repräsentantenhaus von Pennsylvania für hervorragende journalistische Leistungen. Eines von Stangs Exposés hielt einen kriminellen Versuch auf, die Kontrolle über New Mexico zu erlangen, wo eine Bande ein Gerichtsgebäude eroberte, einen Richter als Geisel nahm und einen Stellvertreter ermordete. Der Plan stand kurz vor dem Erfolg bevor Stang eingriff. Ein weiteres Exposé von Stang inspirierte wichtige Reformen im bundesstaatlichen Arbeitsrecht.

Sein erstes Buch, „Es ist sehr einfach: Die wahre Geschichte der Bürgerrechte“ („It’s Very Simple: The True Story of Civil Rights“), war ein sofortiger Bestseller. Sein erster Roman, „Die höchste Tugend“ („The Highest Virtue“), der in der russischen Revolution spielt, errang eine Fünf-Sterne-Bewertung in der „West Coast Review of Books“, die in nur einem Prozent ihrer Bewertungen fünf Sterne vergab.

Stang hat in jedem amerikanischen Bundesstaat und auf der ganzen Welt Vorträge gehalten und wurde in vielen Sendungen begrüßt, darunter „Cross Fire“ auf CNN. Weil er und seine Frau in Santo Domingo in der Dominikanischen Republik die meisten Kinder hatten, wo sie damals lebten, wurde die ganze Familie gewählt, um in Sydney Pollacks „Havanna“ mit Robert Redford zu spielen, dem bis dahin teuersten Film. Alan Stang ist der Mann mit den angeklatschten Haaren in dem lächerlichen Harry-Truman-Hawaii-Shirt. Er sagt, daß er dazu gezwungen wurde.

Hier finden Sie den Originalartikel, "Soviet Collapse" Revisited.

Und hier die Definition von Außenpolitik laut George Washingtons Abschiedsbotschaft:

„… Die große Verhaltensregel hinsichtlich fremder Nationen liegt für uns darin, bei der Ausweitung unserer Handelsbeziehungen so wenig politische Verbindung wie möglich mit ihnen zu haben. Soweit wir bereits Verpflichtungen eingegangen sind, laßt sie in vollendet gutem Glauben erfüllt werden. — Hier aber laßt uns Halt machen.

Europa hat ein Gefüge primärer Interessen, die keine oder sehr entfernte Beziehungen zu uns haben. Deshalb muß es in häufige Auseinandersetzungen geraten, deren Ursachen unseren Anliegen wesentlich fremd sind. Daher also muß es unklug für uns sein, uns durch künstliche Bande in die gewöhnlichen Wechselfälle seiner Politik oder die gewöhnlichen Kombinationen und Zusammenstöße seiner Freund- oder Feindschaften zu verwickeln. Unsere abgesonderte und entfernte Lage veranlaßt uns und setzt uns instand, einen anderen Kurs zu verfolgen. Wenn wir ein einiges Volk unter einer wirksamen Regierung bleiben, ist die Zeit nicht fern, wo wir beträchtlicher Schädigung durch auswärtige Staaten trotzen können; wo wir eine Haltung einnehmen können, die die Neutralität achten lassen wird, die wir zu irgendeiner Zeit beschließen mögen; wo kriegführende Nationen angesichts der Unmöglichkeit, Erwerbungen bei uns zu machen, nicht leichthin damit spielen werden, uns zu provozieren; wo wir Krieg oder Frieden wählen können, wie unser Interesse, geleitet vom Recht, es geraten sein läßt.

Warum sich der Vorteile einer so besonderen Lage begeben? Warum unseren eigenen Boden verlassen, um auf fremdem zu stehen? Warum durch Verflechtung unseres Geschicks mit dem irgendeines Teils von Europa unseren Frieden und unseren Wohlstand in die Netze europäischer Ambition, Rivalität, Interesses, Stimmung oder Laune verstricken?

Unsere wahre Politik ist, uns fernzuhalten von allen dauernden Bündnissen mit irgendeinem Teil der ausländischen Welt; insoweit, meine ich, als wir jetzt frei sind es zu tun; denn laßt mich nicht so verstanden werden, als wäre ich für Untreue gegenüber bestehenden Verpflichtungen. Ich halte die Maxime für nicht weniger anwendbar auf öffentliche als auf private Angelegenheiten, daß ehrlich immer am längsten währt. Ich wiederhole es deshalb, laßt diese Verpflichtungen in ihrem wirklichen Sinn beobachtet werden. Aber meiner Meinung nach ist es unnötig und wäre es unklug, sie auszudehnen.

Wenn wir immer darauf sehen, uns durch geeignete Einrichtungen in achtunggebietendem Verteidigungszustand zu halten, können wir ohne Gefahr zeitweiligen Bündnissen für ungewöhnliche Notlagen vertrauen …“

Aus der „Abschiedsbotschaft“ George Washingtons, 1796

(Herbert Strauß: Botschaften der Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zur Außenpolitik, 1793-1947, S. 13 f.)

Die „Neue Europäische Sowjetunion“

2012/09/12

Vilius Brazenas über die Zukunft Europas.

Termini technici
one-worlders: Eine-Weltler
Regulatory nightmare: Staatliche Regulitis

(Anmerkungen in Klammern und Linkverweisen.)

Dieser ursprünglich am 6. September 2004 veröffentlichte Artikel wurde von dem bekannten litauisch-amerikanischen Journalisten und Autor Vilius Brazenas für THE NEW AMERICAN geschrieben. Als Empfänger des Vytis-Ritterkreuzordens („Vyčio Kryžiaus ordino Riterio kryžius“), der höchsten zivilen Auszeichnung Litauens, war Vilius Brazenas, ein politischer Analyst, Schriftsteller und Redner, nicht nur in Litauen, sondern auch in den Vereinigten Staaten, Europa und vielen anderen Teilen der Welt bekannt. Vilius Brazenas starb am 3. Oktober 2010 in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Er wurde 97 Jahre alt. Dieser Artikel — der heute ebenso relevant ist, wie bei seiner Erstveröffentlichung — wird hier zu seinen Ehren erneut veröffentlicht.

Ich werde Ihnen eine Geschichte über Europa und Amerika erzählen. Es ist eine Geschichte über Tyrannei und Freiheit, über Hoffnung, Torheit, Täuschung und Verrat. Es ist auch eine Warnung. Besorgt über die Entwicklung, die ich sehe, fühle ich mich verpflichtet, diese Geschichte zu erzählen. Mit meinen 91 Jahren bin ich eine der wenigen lebenden Seelen, die die wichtigsten Ereignisse des letzten Jahrhunderts noch erlebt haben. Als Europäer und Amerikaner habe ich diese Ereignisse auf beiden Seiten des Atlantiks erlebt und studiert.

Ich bin gebürtiger Litaue und sah, wie mein kleines Land unter dem Totalitarismus der Nazis und Kommunisten litt. Meine Familie wurde in Rußland gefangen, als die bolschewistische Revolution die Kommunisten an die Macht brachte. Im Jahre 1922 wurde ich als kleiner Junge gezwungen, mit meinen Klassenkameraden in Moskau in der kommunistischen Mai-Parade zu marschieren, vor Vladimir Lenin persönlich. Wie große Teile von Europa wurde Litauen in den 1940er Jahren von der sowjetischen Roten Armee überrannt, dann von den Nazis, und dann wieder von den Sowjets. Im Jahr 1944, als die Rote Armee erneut in Litauen einmarschierte und sowjetische Panzer durch die Straßen rollten, konnte ich mit meiner Frau und Tochter entkommen. Im Jahr 1949 konnten wir nach Amerika gelangen und später, Gott sei Dank, US-Bürger werden.

Im Januar 2003 kehrte ich zurück, um in Litauen zu leben. Als Autor, Redner und Kolumnist versuche ich mein Talent und meine Möglichkeiten in der Zeit, die ich noch habe, zu nutzen, um meine Landsleute — sowohl die amerikanischen als auch die litauischen — vor den sehr realen und allgegenwärtigen Gefahren für die Freiheit zu warnen, die von der Entwicklung der Europäischen Union und dem sehr ähnlichen Projekt für Nord- und Südamerika ausgehen, das „Amerikanische Freihandelszone“ („Free Trade Area of the Americas“, FTAA) genannt wird.

Die meisten Amerikaner haben nur ein sehr verschwommenes Verständnis, was die EU ist, und eine noch verschwommenere Vorstellung davon, wie sie entstand. Leider haben auch die meisten Europäer ein sehr schlechtes Verständnis von diesen Dingen. Sie erkennen erst seit kurzem, welche sehr realen Gefahren die wachsende Zentralisierung der Macht in der EU für ihre nationale Unabhängigkeit und ihre Freiheiten darstellt.

Der Hauptgrund, warum sowohl die Europäer als auch die Amerikaner solche diffusen Vorstellungen über die EU haben, ist jedoch, daß die Architekten und Förderer der EU die wirklichen Ursprünge und Zielsetzungen der EU absichtlich im Nebel hielten. Nur so konnten sie den Völkern Europas diesen Plan unterschieben. Hätten sie ihr wahres Ziel — die nationale Souveränität aufzuheben und einen nicht rechenschaftspflichtigen, sozialistischen Superstaat zu schaffen — offen verkündet, wäre der gesamte Plan von Anfang an mit überwältigender Mehrheit abgelehnt worden.

Als der frühere Sowjetdiktator Michail Gorbatschow im Jahr 2000 Großbritannien besuchte, beschrieb er die Europäische Union treffsicher als „die neue Europäische Sowjetunion“. Er sagte das mit offensichtlicher Anerkennung, denn er sieht die sich entwickelnde EU als die Erfüllung seiner Vision eines „gemeinsamen europäischen Hauses“, das sich „vom Atlantik bis zum Ural“ erstreckt, wie er es 1987 in seinem Buch „Perestroika“ beschrieb. Michail Gorbatschow ist sein Leben lang ein kommunistischer Herrscher, der sich standhaft geweigert hat, dem Kommunismus abzusagen.

Und er bleibt ein Kommunist. Am 23. Dezember 1989 erklärte Gorbatschow seinen Sowjetkollegen: „Ich bin ein Kommunist. Für einige mag das eine Fantasie sein. Aber für mich ist es mein wichtigstes Ziel.“ Am 26. Februar 1991 sagte Gorbatschow: „Ich schäme mich nicht, zu sagen, daß ich ein Kommunist bin und an der kommunistischen Idee festhalte, und damit werde ich in die andere Welt treten.“ Er hat diese Meinung oft wiederholt. In seinem Buch erklärte er auch: „Ich gestehe offen, daß wir froh sind, daß die Idee eines ‚gemeinsamen europäischen Hauses‘ nicht nur in Osteuropa, sondern auch in Westeuropa unter prominenten politischen und öffentlichen Persönlichkeiten Verständnis findet ….“

Es ist höchst bezeichnend, daß ein Marxist-Leninist der Spitzenebene wie Michail Gorbatschow über ein „gemeinsames europäisches Haus“ eine solche Affinität zu westlichen Führern finden kann und dann, 13 Jahre später, anerkennend feststellt, daß sich dieses gemeinsame Haus dem Sowjetmodell immer mehr annähert. War denn das Sowjetmodell schließlich nicht zusammengebrochen und gestorben? Doch in diesem Fall sagte Michail Gorbatschow die Wahrheit; die EU bewegt sich nach wie vor stetig in Richtung Sowjettyrannei.

Im Europäischen Parlament, in der Europäischen Kommission und anderen EU-Institutionen in Brüssel, Straßburg, Frankfurt und Den Haag herrschen radikale Sozialisten und engagierte Eine-Weltler, die entschlossen sind, die einmal unabhängigen europäischen nationalen Einzelstaaten unter dem Diktat des neuen EU-Politbüros in die Konformität von Sowjetbürgern zu zwingen.

Ein Staatsstreich

In ihrem Werk „The Great Deception: The Secret History of the European Union“ aus dem Jahr 2003 beschreiben Christopher Booker, ein britischer Journalist, und Dr. Richard North, ein ehemaliger Rechercheur innerhalb der EU-Bürokratie, die EU treffend als „einen Staatsstreich in Zeitlupe: der spektakulärste Staatsstreich der Geschichte“. Im Rest dieses Artikels versuche ich zu erklären, warum diese Beschreibung von Christopher Booker und Dr. Richard North keine Übertreibung ist und wie dieser spektakuläre Coup zustande kam. Meine Absicht ist auch, zu zeigen, daß der trügerische US-Freihandelsprozeß (NAFTA-FTAA process — NAFTA: „Nordamerikanische Freihandelsabkommen“, „North American Free Trade Agreement“; FTAA: „Amerikanische Freihandelszone“, „Free Trade Area of the Americas“) direkt mit der EU in Verbindung steht und nach dem gleichen Muster aufgebaut ist, um in Amerika zu einem vergleichbaren Staatsstreich zu gelangen.

Das „Projekt Europa“, wie die EU-Designer ihre voranschreitende Revolution nennen, wurde im Jahr 1957 mit dem „Vertrag von Rom“ ins Leben gerufen. Der „Gemeinsame Markt“ wurde im darauf folgenden Dezember geboren, als Italien die sechste Nation wurde, die den Vertrag ratifizieren sollte — und sich Frankreich, Belgien, der Bundesrepublik Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg anschloß. Den Völkern Europas wurde es als ein „Freihandels“-Abkommen verkauft, das Wohlstand bringen würde, indem durch den Abbau von Hindernissen ein freier grenzüberschreitender Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital geschaffen wird.

In Wirklichkeit war es ein Programm für den nationalen Suizid — für einen schrittweisen politischen und wirtschaftlichen Zusammenschluß der Mitgliedsstaaten in „Zeitlupe“. Booker und North schreiben, daß der belgische Premierminister Paul-Henri Spaak, in Europa bekannt als „Mr. Socialist“, dafür verantwortlich war, seine EU-Gründerkollegen zu überzeugen, daß „der effektivste Weg, um den politischen Zweck ihres Projektes zu verschleiern, wäre, es hinter dem Vorwand zu verbergen, daß es nur um die wirtschaftliche Zusammenarbeit ginge, die auf der Abschaffung von Handelshemmnisse basiere: ein ‚Gemeinsamer Markt‘.“

Der Vertrag von Rom war in Wahrheit eine als Vertrag getarnte Verfassung für eine neue Regierung. Traditionell ist ein Vertrag ein Vereinbarung zwischen souveränen Staaten über Grenzen, militärische Bündnisse, Handelsbeziehungen, Auslieferungsverlangen etc. Die Vertragsparteien bleiben souveräne Staaten; ihre Regierungsform wird nicht verändert und ihre Bürger sind den neuen Gesetzen oder Verpflichtungen nicht direkt unterworfen. Der Vertrag von Rom schuf jedoch eine neue, übergreifende „Gemeinschaft“, die von ihren Mitgliedsstaaten unabhängig ist und die die Macht beansprucht, Rechtsvorschriften zu schaffen, die nicht nur für die Mitgliedsstaaten gelten, sondern obendrein für ihre einzelnen Bürger.

Die Menschen bemerkten dies zuerst nicht, weil die EU-Gründer darauf bedacht waren, ihren Bürgern nur die gutartigen Merkmale ihres Projekts zu zeigen. Es wurde entwickelt, um schrittweise umgesetzt zu werden, als ein kontinuierlicher Prozeß, so daß keine einzelne Phase des Projekts hinreichend Widerstand auslösen würde, um es etwa aufzuhalten oder zum Scheitern zu bringen.

Der ursprüngliche Vertrag von Rom wurde durch spätere Verträge und Rechtsvorschriften wiederholt geändert, was die Legislative, Exekutive und Judikative der zentralen EU-Regierung stark erweitert hat. Der „European Communities Act“ vom 17 Oktober 1972, die „Einheitliche Europäische Akte“ vom 17. und 28. Februar 1986, das „Schengener Abkommen“ vom 19. Juni 1990, der „Vertrag von Maastricht“ vom 7. Februar 1992, der „Vertrag von Amsterdam“ vom 5. und 27. März 1998, und der „Vertrag von Nizza“ vom 11. Dezember 2000 / 26. Februarr 2001 sind einige der wichtigsten Etappenziele, durch die große Machtkompetenzen stückchenweise nach Brüssel übertragen wurden, wo die EU ihren Sitz hat.

Die Euroföderalisten kleiden diesen zerstörerischen, revolutionären Prozeß in Codewörter wie „Integration“, „Harmonisierung“ und „Konvergenz“. Im Jahr 1991 trat die „Einheitliche Europäische Akte“ in Kraft und fing an, ihre sehr häßlichen Zähne zu zeigen. Sir Peregrine Worsthorne brachte damals, am 4. August 1991, in einer Kolumnne der großen britischen Zeitung SUNDAY TELEGRAPH zum Ausdruck, welchen Verrat und welche Empörung viele Menschen in Europa empfanden. „Vor zwanzig Jahren, als der Prozeß begann“, schrieb er, „stand der Verlust der Souveränität nie zur Debatte. Das war eine Lüge, oder zumindest eine unehrliche Verschleierung.“

Eigentlich waren es viele Lügen. Die EU-Gründer und ihre Nachfolger planen nichts Geringeres als einen dreisten Verrat, der als wirtschaftliche Handelspolitik ausgegeben wird. Und Verrat ist kein zu hartes Wort, da viele der wichtigsten Führungskräfte dieser Operation Regierungsbeamte sind, die ein heiliges Vertrauen verraten und ihre Wählerschaft geradezu belügen. Wie Sir Worsthorne aufzeigte, hatten die EU-Befürworter seit Jahrzehnten explizit gelogen, denn sie unterstrichen, daß die Entwicklung der EU die nationale Souveränität nicht beeinträchtigen würde, und daß die Gesetze und Verordnungen der EU die nationalen Gesetze und Verfassungen nicht aufheben würden. Sie sagten, das wären wilde, paranoide Fantasien.

Warnungen über die wahre Natur der EU wurden durch die global gesteuerte Pro-EU-Presse routinemäßig erstickt, zu der fast alle großen Medienorgane gehören. Jetzt, da das Projekt in die Endphase geht, lassen die Euroföderalisten jedoch alle Masken fallen und geben offen zu, was sie zuvor leugneten. Es ist nicht mehr zu ändern, jetzt, da die EU im Jahr 2002 einen Verfassungskonvent begründete, um für die „Vereinigten Staaten von Europa“ eine formelle „Verfassung der Europäischen Union“ auszuarbeiten. Das fast 300 Seiten lange Dokument ist eine offene Machtübernahme, ohne die Gewaltenteilung und Rechenschaftspflicht, die wir in unserer US-Verfassung genießen.

Es besteht kein Zweifel, daß viele Amerikaner den Gemeinsamen Markt und die EU als positive Schritte in Richtung größerer Freiheit betrachten. Sicherlich, es ist schließlich bequemer, den Kontinent zu erkunden und dabei nur eine Währung zu haben, den Euro. Doch welche Bequemlichkeiten der Euro auch immer bieten mag, sie werden durch weit ernstzunehmendere Bedenken ausgeglichen:

• Staatliche Regulitis. Britische Lebensmittelhändler wurden festgenommen und zu Geldstrafen verurteilt, weil sie Bananen und andere Produkte nicht gemäß den neu angeordneten metrischen Gewichten der EU verkauften, sondern weiterhin in Pfund. Ebenso schreibt die EU die Form und Größe von Gurken vor, die Konsistenz von Marmelade, die Textur und den Geschmack von Schokolade, und Tausende von anderen Konsumgütern.

• Gemeinschaftlicher Besitzstand. Die EU folgt der Doktrin des gemeinschaftlichen Besitzstandes, was bedeutet, daß alle Mitglieder das EU-Recht in seiner Gesamtheit annehmen müssen, und weiter, daß, sobald die EU das Recht usurpiert, auf neuen Gebieten Rechtsvorschriften zu beschließen, ihre Autorität auf diesem Gebiet auf Dauer garantiert ist. Somit wird sichergestellt, daß die Macht in einer Richtung fließt — von den Mitgliedsstaaten an die Zentralregierung.

• Corpus Juris. Das „Corpus Juris“ ist das neue, durch den Amsterdamer Vertrag eingeleitete Gesetzbuch, das unter anderem eine europäische Staatsanwaltschaft schafft, die in ganz Europa die strafrechtliche Kompetenz der Mitgliedsstaaten aufhebt. Gesetze zum Schutze der persönlichen Freiheit, Schwurgerichtsverfahren und andere wichtige Schutzmechanismen werden aufgelöst.

• Uneingeschränkte Zuwanderung. Die Unterzeichnerstaaten des Schengener EU-Abkommens haben das Recht aufgegeben, ihre Grenzen zu überwachen, so daß sich illegale Ausländer — darunter Terroristen — zwischen den Ländern frei bewegen können. Mit Rußland und anderen ehemaligen Sowjetstaaten als Mitgliedsstaaten, zusammen mit der Türkei, werden wir bald Millionen neuer Migranten haben, darunter viele Kommunisten und militante Muslime, die europaweit nach Belieben zuwandern — ähnliches könnte in den USA geschehen, wenn die „Amerikanische Freihandelszone“ („Free Trade Area of the Americas“, FTAA) umgesetzt wird.

• Wirtschaftliche Kontrolle. Mit Errichtung der Euro-Währung und der Europäischen Zentralbank haben die EU-Länder die Kontrolle über ihre Fiskal- und Geldpolitik sowie ihre Währungen verloren.

• Zerstörung der Landwirtschaft. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU hat sich fast der gesamten Landwirtschaft bemächtigt und hat die britische Landwirtschaft fast zerstört.

• Besteuerungsbefugnis. Die EU beansprucht bereits die Autorität, indirekte Steuern zu diktieren, wie Mehrwertsteuer auf Kleidung, Lebensmittel, öffentliche Verkehrsmittel, Kraftstoffe, Bauten, Immobilien, etc. Der „Vertrag über die Europäische Union“ erklärt in Artikel 192: „Entscheidungen des Rates oder der Kommission, die anderen Rechtspersonen als Staaten eine Zahlung auferlegen, sind vollstreckbare Titel.“ („Decisions of the Council or of the Commission which impose pecuniary obligation on persons other than States shall be enforceable.“) Das bedeutet direkte Steuern auf Einzelpersonen.

• Zwangsmaßnahmen des Militärs und der Polizei. Wenn die Eurokraten entscheiden dürfen, werden sie bald europäische Militär- und Polizeikräfte haben, um ihre zunehmend diktatorischen Edikte durchzusetzen.

Die NAFTA- und FTAA-Architekten verweisen offen auf die EU als Modell für ihren geplanten regionalen „gemeinsamen Markt“ für die westliche Hemisphäre. Zum Beispiel erklärte Mexikos Präsident Vicente Fox am 16. Mai 2002: „Unser langfristiges Ziel ist schließlich die Entwicklung … eines Ensembles aus Verbindungen und Institutionen, ähnlich denen, die durch die Europäische Union geschaffen wurden.“ Fox bezog sich zu der Zeit konkret auf die drei NAFTA-Länder USA, Kanada und Mexiko; die geplante „Amerikanische Freihandelszone“ würde das „Ensemble aus Verbindungen“ entwickeln und auf ganz Amerika ausdehnen.

Präsident Bush, Präsident Fox und die Machtelite der „Neuen Weltordnung“ im „Rat für auswärtige Beziehungen“ („Council on Foreign Relations“), im „Amerikarat“ („Council of the Americas“) und in der „Trilateralen Kommission“ haben, um ihr „Projekt Amerika“ zu beschreiben, alle die irreführende Terminologie der EU übernommen — „Integration“, „Harmonisierung“, „Konvergenz“. Sie haben einen aggressiven Zeitplan verabschiedet, der beabsichtigt, das, wofür die Eurokraten Jahrzehnte gebraucht haben, in ein paar Jahren zu erreichen.

Wir können und müssen diesen verräterischen Plan aufhalten — oder Michail Gorbatschow und seinesgleichen werden sich schon bald über die „Neue Amerikanische Sowjetunion“ freuen.

Weitere Artikel in THE NEW AMERICAN:

Vilius Brazenas: Lithuanian-American Freedom Fighter Extraordinaire

Vilius Brazenas: Frontline Freedom Fighter (An interview with Mr. Brazenas by William F. Jasper in the August 14, 2000 issue of The New American)

Hier finden Sie den Originalartikel, The “New European Soviet”

Eine historische Taktik der Linken: Nicht die Ideologie ist schuld, sondern der Vorgänger

2011/12/16

Ion Mihai Pacepa über Chruschtschow, Breschnew, Andropow, Ceausescu, Gorbatschow, Jelzin, Putin, Occupy Wall Street und die immer wieder neu aufgelegte Platte des Marxismus mit menschlichem Antlitz.

Termini technici
political necrophagy: politische Nekrophagie (neomarxistische Strategie der Vergangenheitsbewältigung)

(Generalleutnant Ion Mihai Pacepa ist der höchste Vertreter, der jemals aus dem Ostblock übergelaufen ist.

Zwischen 1957 und 1960 diente er als Chef der rumänischen Geheimdienststation in der BRD, zwischen 1972 und 1978 war er stellvertretender Chef des Auslandsgeheimdienstes.

Pacepa setzte sich im Juli 1978 im Zuge eines Aufenthaltes in der US-amerikanischen Botschaft in Bonn ab. Dorthin war er von Ceausescu mit einer Nachricht für Bundeskanzler Helmut Schmidt geschickt worden. Geheim wurde er in einer US-Militärmaschine auf die Andrews Air Force Base in der Nähe von Washington, D.C. ausgeflogen. Im September 1978 wurde Pacepa in Rumänien zum Tode verurteilt.

Ceausescu setzte eine Belohnung in Höhe von zwei Millionen Dollar auf seinen Kopf aus. Auch Yassir Arafat, über den Pacepa berichtet hatte, er sei homosexuell, und Muammar al-Gaddafi boten eine Million Dollar.

1989 wurde der rumänische Tyrann Nicolae Ceausescu nach einem Prozeß hingerichtet, dessen Haupt-Anklagepunkte Pacepas Buch „Red Horizons“ entnommen wurden, das anschließend in 27 Ländern wiederveröffentlicht wurde.)

Ich habe diese Strategie in der Sowjetunion erlebt, und jetzt sehe ich sie bei Occupy Wall Street. Sie schlägt immer fehl.

Die chaotische Occupy Wall Street Bewegung ist das Ergebnis der chaotischen Bemühungen der Demokratischen Partei, Bösewichte für ihre chaotische Wirtschaftspolitik zu finden, die 14 Millionen Amerikaner ihre Arbeit verlieren ließ. Die US-Verschuldung hat jetzt 15.000.000.000.000 Dollar erreicht, ein noch nie erreichtes Ausmaß, höher als die Gesamtverschuldung aller 41 Präsidenten von George Washington bis George H.W. Bush zusammen. Das bedeutet eine Schuld von 35.835 Dollar für jeden amerikanischen Haushalt. Das BIP fiel von einem Wachstum von 4,5% im ersten Quartal 2011 auf 1,3% im zweiten Quartal 2011.

Anstatt sich am Riemen zu reißen und die Produktion — nicht die Umverteilung — von Reichtum zu förden, machten die Demokratischen Führer im Weißen Haus und US-Senat den ehemaligen Präsidenten George W. Bush für die aktuelle wirtschaftliche Katastrophe verantwortlich. Kein Amerikaner hat es so richtig geglaubt. Also machten die Demokraten den japanischen Tsunami verantwortlich. Auch Pech. Den arabischen Frühling und die europäische Wirtschafts-Krise verantwortlich zu machen, führte auch nicht zum gewünschten Ergebnis. Jetzt machen die Demokraten Wall Street — was auch immer das heißt — und die Reichen verantwortlich. Sie sind das eigentliche Übel. Sie saugen den Menschen das Blut aus und zerstören Amerika.

Im Allerheiligsten des ehemaligen sowjetischen Imperiums, dem ich einst angehörte, wurde die Suche nach einem Sündenbock für die Fehler des Führers eines Landes als „politische Nekrophagie“ bezeichnet. Obwohl der Marxismus verkündet, daß „das Volk“ die entscheidende Rolle in der Geschichte spielen muß, glaubten die Marxisten, die auf dem Kreml-Thron saßen, daß nur der Führer zählt. Aus dem Munde von Chruschtschow selbst konnte ich immer und immer wieder hören: „Ändere das Bild des Führers in der Öffentlichkeit, und du änderst die Geschichte.“

Am 26. Februar 1956 erblickte die geheime „Wissenschaft“ der politischen Nekrophagie im Kreml das Licht der Welt. An diesem Tag enthüllte Chruschtschow in einer vierstündigen „Geheimrede“ „Stalins Verbrechen“ — um ihre Bedeutung zu betonen um Mitternacht unter einer geheimnisschwangeren Wolke während des öffentlichkeitswirksamen XX. Kongresses der Kommunistischen Partei der Sowjetunion.

New York Times Journalist Harry Schwartz schrieb: „Chruschtschow öffnete die Türen und Fenster einer versteinerten Struktur. Er ließ frische Luft und frische Ideen einströmen, die Änderungen hervorriefen, die, wie, wie sich bereits gezeigt hat, irreversibel und grundlegend sind.“

In Wirklichkeit war Chruschtschows „Geheimrede“ nur eine Show, die von der Brutalität des sowjetischen Marxismus und von seinem eigenen Bild als „Schlächter der Ukraine“ ablenken sollte. Nicht der Marxismus war Schuld, daß in der Sowjetunion 20 Millionen Menschen barbarisch getötet wurden, um den Marxismus zur einzigen Religion zu machen — es war alles Stalins Schuld. Nicht der Marxismus war Schuld, daß in den Jahren, als Chruschtschow der Vizekönig des Kremls in Kiew war, Hunderttausende von Ukrainern hingerichtet wurden — auch das war alles Stalins Schuld.

Ein paar Tage nach Chruschtschows „Geheimrede“ brachte sein brandneuer Geheimdienstchef, General Aleksandr Sakharovsky — der ehemalige Chefberater des sowjetischen Geheimdienstes für Rumänien — den Text meinem rumänischen Auslandsnachrichtendienst, dem DIE (Departamentul de Informatii Externe). „Dies ist das geheimste Dokument, das ich jemals in meiner Hand gehalten habe“, erzählte uns Sakharovsky — mit einem Augenzwinkern.

Er bat uns, die „Geheimrede“ an den israelischen Mossad weiterzuleiten, der gerade Diskussionen über ein geheimes Tauschgeschäft mit dem DIE begonnen hatte, um rumänischen Juden im Tausch gegen amerikanische Dollars die Auswanderung nach Israel zu ermöglichen. Das DIE spielte die Geheimrede gehorsam dem Mossad zu, der zu dieser Zeit eng mit der amerikanischen CIA zusammenarbeitete.

Im Juni 1956 wurde Chruschtschows „Geheimrede“ von der New York Times veröffentlicht, die einräumte, sie von der CIA bekommen zu haben. Darüber, wie diese Rede zur New York Times gelangte, gibt es viele öffentliche Versionen — der Mossad ist für die Verschleierung seiner Aktivitäten bekannt. Wie auch immer, Sakharovsky dankte dem DIE ein paar Monate später dafür, ihm geholfen zu haben, Chruschtschows neuen „Kommunismus mit menschlichem Antlitz“ der Welt vorzustellen.

Bald darauf wurde Chruschtschows „Geheimrede“ im gesamten Ostblock in allen Organisationen und Medien der Kommunistischen Partei diskutiert. Der Marxismus war rehabilitiert.

Rumäniens erster kommunistischer Herrscher, Gheorghe Gheorghiu-Dej, starb nur wenige Monate nachdem Chruschtschow gestürzt wurde, und die politische Nekrophagie erreichte nun auch Rumänien. Wie auf dem Balkan nicht anders zu erwarten, kam Rumäniens politische Nekrophagie in einer herrlich byzantinischen Färbung daher. „Wir brauchen keine Idole“, erklärte Nicolae Ceausescu, der neue Herrscher, dem Plebs. Dann „demaskierte“ Ceausescu den „beispiellosen“ Personenkult seines Vorgängers, und erlaubte dem Plebs, seine Augen auf den opulenten Palast von Gheorghiu-Dej zu werfen. Es dauerte nicht lange, bis sich Ceausescu selbst zum „Laien-Gott“ erklärte und rühmte, „ein Mensch wie ich wird alle 500 Jahre nur einmal geboren“. Ein paar Jahre später gründete Ceausescu die erste kommunistische Dynastie, und begann abwechselnd in 21 luxuriös eingerichteten Palästen, 41 „Wohn-Villen“ und 20 Jagdhütten zu residieren.

Nach Chruschtschow wurde die politische Nekrophagie im Kreml die Regel. Breschnew beschuldigte Chruschtschow, die Einheit der kommunistischen Welt zerstört zu haben. Als Gorbatschow kam, warf er Breschnew vor, die sowjetische Wirtschaft verwüstet zu haben. Gorbatschow hatte sogar einige von Breschnews Verwandten verhaften lassen — in einem offensichtlichen Versuch, zu beweisen, daß die sowjetische Wirtschaft durch korrupte Individuen verwüstet worden war und nicht durch den Marxismus. Jelzin beschuldigte Gorbatschows Perestroika, das „Land in den Ruin zu führen“ und dann gab Putin Jelzin die Schuld für den „Untergang der Sowjetunion, die größte Katastrophe des Jahrhunderts.“

Im Jahr 2004 — als unser Krieg im Irak auf die ersten Schwierigkeiten stieß — schmuggelte die Demokratische Partei die politische Nekrophagie des Kremls in die Vereinigten Staaten. Obwohl der Krieg von 296 Mitgliedern des Repräsentantenhauses und 76 Senatoren autorisiert war, bezeichneten ihn die Führer der Demokratischen Partei als Bushs Krieg. „Bush hat gelogen, Menschen sind gestorben“ („Bush lied, people died“) wurde zum Slogan der Demokratischen Partei, deren Führer plötzlich vergessen hatten, daß auch sie für diesen Krieg gestimmt hatten.

Die Fußmatte am Eingang zum Büro des Bundesvorsitzenden der Demokratischen Partei, Terry McAuliffe, stellte den US-Präsidenten dar und trug die Aufschrift „Gib Bush einen Tritt“ („Give Bush the Boot“). Der Demokratische Senator Tom Daschle, der Minderheitenführer, nannte Präsident Bush einen unglücklichen Störfall. Der pensionierte General Wesley Clark, ein ehemaliger NATO-Oberbefehlshaber, der ein Führer der Demokratischen Partei mit Blick auf das Weiße Haus wurde, forderte den Kongreß auf, zu „prüfen, ob Präsident Bush ein Verbrecher war, als er einen Krieg gegen Saddam Hussein befürwortete“. Im Jahr 2004 konzentrierte sich die Demokratische Nationalversammlung (Democratic National Convention) fast ausschließlich auf politische Nekrophagie. Mit Ausnahme von Senator Joe Lieberman verunglimpften alle anderen Sprecher den US-Präsidenten.

Zwei Tage nach Beendigung dieses Kongresses erklärte Teresa Heinz Kerry, die Ehefrau des demokratischen Kandidaten für das Weiße Haus, daß vier weitere Jahre der Bush-Regierung für Amerika vier weitere Jahre der Hölle bedeuten. Wie sie bin auch ich ein Einwanderer. Ich habe meine 33 Jahre in Amerika unter sechs Präsidenten verbracht — einige besser als andere –, aber ich habe immer das Gefühl gehabt, daß ich im besten Land der Welt lebe. Und in jenem Wahljahr hatte auch die überwältigende Mehrheit der Amerikaner dieses Gefühl.

Präsident Bush wurde wiedergewählt, aber die politische Nekrophagie der Demokratischen Partei hatte das internationale Ansehen der Vereinigten Staaten so unglaublich herabgesetzt, daß die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa dem Rest der Welt bescheinigen mußte, daß die Vereinigten Staaten im November 2004 freie Wahlen hatten.

Jetzt nähern wir uns wichtigen Neuwahlen, und die Demokratische Partei greift zu einer neuen Form der politischen Nekrophagie. „Zieht eure Pantoffeln aus und steigt in eure Schuhe zum Marschieren“ wurde der neue Slogan der Demokratischen Partei. Das Ergebnis: Occupy Wall Street Zeltlager.

Für Millionen von Menschen, die nach Freiheit strebten und in die Vereinigten Staaten kamen, war die amerikanische Staatsbürgerschaft der höchste Traum — wie für mich. Nun aber ersetzt die Demokratische Partei die amerikanische Staatsbürgerschaft durch ein „Ash-Sha’b yurid isqat an-nizam“ — „das Volk will den Sturz des Regimes“. „Bringt einen offenen Geist und einen Schlafsack“, schrieben die Organisatoren von Occupy Wall Street auf Facebook und Twitter. „Es wird eine große Sache und es wird global.“

Diese durch die politische Nekrophagie der Demokratischen Partei generierte Anarchistenbewegung hat sich in mehr als 200 Städten in den USA sowie 82 weiteren Ländern ausgebreitet.

Die politische Nekrophagie von Chruschtschow erschütterte das Bild der Sowjetunion als Arbeiter-Paradies. Die politische Nekrophagie und die Occupy Wall Street Zeltlager der Demokratischen Partei erschüttern das Bild der Vereinigten Staaten als Führer der freien Welt.

Ich könnte ein ganzes Buch über politische Nekrophagie schreiben, und vielleicht werde ich es eines Tages tun. Hier möchte ich nur sagen, daß, politische Nekrophagie — nach meiner Erfahrung — ein gefährliches Spiel ist. Sie verletzt den Nationalstolz der Menschen, und in der Regel wendet sie sich gegen den Verursacher.

Am 14. Oktober 1964 wurde Chruschtschow zum ersten sowjetischen Führer, der jemals entthront wurde. Das sowjetische Politbüro schätzte seine politische Nekrophagie als so unberechenbar und gefährlich ein, daß es ihn unter Hausarrest stellte — bewacht vom KGB, für den Rest seines Lebens. Als Chruschtschow starb, verfügte Breschnew, daß sein Vorgänger den historischen Respekt des Landes gegenüber dem Kreml schwer geschädigt hatte, und daß er unwürdig wäre, an der Kreml-Mauer neben den anderen ehemaligen Führern beigesetzt zu werden. Die sowjetische Regierung weigerte sich sogar, Chruschtschows Grabstein zu bezahlen. 1972, als ich Chruschtschows Grab auf dem Friedhof von Novodevichi besuchte, gab es darauf nur einen kleinen unbedeutenden Hinweis.

Leonid Breschnew, der Chruschtschow absetzte, endete dann aber so, daß er von den Russen und vom Rest der Welt als selbstverherrlichende Karikatur gesehen wurde. Seine politische Nekrophgie und sein Personenkult beschädigten das internationale Ansehen der Sowjetunion in einem solchen Maße, daß der KGB entschied, den Kreml zu übernehmen.

Yury Andropow, der erste Offizier des KGB, der im Kreml inthronisiert wurde, begann, die Sowjetunion in ein Land umzuwandeln, in dem, hinter einer Fassade des Marxismus, die politische Polizei des Herrschers den Vorrang über das ursprüngliche Werkzeug zur Führung des Landes einnahm — die Kommunistische Partei. Bereits todkrank, starb Andropow, bevor er seine Aufgabe erfüllen konnte.

Michail Gorbatschow, dessen Glasnost und Perestroika als ein Akt der politischen Nekrophagie geschildert wurden, die Rußlands historische Traditionen ändern sollten, endete im Exil.

Im Dezember 1989 wurde der rumänische Tyrannen Nicolae Ceausescu hingerichtet. Das außerordentliche Gericht, das ihn zum Tode verurteilte, entschied, daß seine politische Nekrophagie und sein anschließender Personenkult Rumäniens traditionellen Respekt gegenüber seinen Führern entehrt hatten, und daß er nicht einmal einen Sarg und ein Grab verdient. Ceausescus Leiche wurde deshalb in einen Beutel gepackt und in einem Fußball-Stadion in den Müll geworfen.

Die Sowjetunion und das kommunistische Rumänien waren extreme Fälle. Aber auch in den Vereinigten Staaten wird die politische Nekrophagie nicht funktionieren. Es gibt hier eine lange Tradition, die gewählten Führer zu respektieren. Während des Zweiten Weltkriegs gaben 405.399 Amerikaner ihr Leben, um den Nationalsozialismus und den Holocaust zu besiegen, aber die USA standen hinter ihrem Präsidenten. Die Vereinigten Staaten hielten während dieses Krieges Wahlen ab, aber kein Bewerber für ein Amt hatte auch nur daran gedacht, auf der Suche nach einem persönlichen Sieg die Einheit des Landes zu schädigen.

Die amerikanischen Traditionen können weder durch politische Nekrophagie noch durch demonstrierende Occupy Wall Street Mobs geändert werden.

Hier finden Sie den Originalartikel, Blame the Predecessor, Not the Ideology: A Historical Leftist Tactic.