Archive for the ‘Landslide Productions’ Category

Toronto: Kinderpornographie-Verdächtige verhaftet

2013/01/05

Zwei weitere Artikel der CANADIAN BROADCATING CORPORATION über die größte Ermittlung gegen Kinderpornographie im Internet im Fall „Landslide Productions“.

Suspects arrested in Internet-porn case

16. Januar 2003 — Im Rahmen weltweiter Ermittlungen gegen Kinderpornografie verhaftete die städtische Polizei 10 Verdächtige und identifizierte 241 „Ziele“.

Aber sie sagt, daß sie die Hilfe der Bundesregierung braucht, um gegen Menschen vorzugehen, die aus dem Internet illegale Bilder herunterladen. (Anm.: Zum Glück gibt es bei Musiktauschbörsen weniger Probleme.)

„Die internationale Zusammenarbeit ist ein Traum“, sagte Detective-Sgt. Paul Gillespie der Polizei Toronto, Leiter des Abteilung Sexualdelikte, auf einer Pressekonferenz am Donnerstagmorgen. „Die nationale Zusammenarbeit ist ein Alptraum.“

Die Ermittlungenen, die zu den Festnahmen in Toronto führten, begannen 1999 in Texas. Dabei wurden mehr als 300.000 Abonnenten von Internetseiten mit Kinderpornographie identifiziert (Anm.: für die Thomas Reedy, im Bild oben neben seiner Frau, auf der Internetseite „Landslide Productions“ warb).

Ihre Namen wurden zu Polizeidienststellen rund um die Welt geschickt, was in den USA, Belgien, Frankreich, Großbritannien und Kanada zur Ausstellung von Tausenden von Durchsuchungsbeschlüssen führte.

An die 2.000 Kanadier sind in dem Fall Verdächtige.

Das internationale Vorgehen führte im Vereinigten Königreich bereits zu der Verhaftung von mehr als 1.300 Menschen, darunter Rockstar Pete Townshend.

Hier finden Sie den Originalartikel, Suspects arrested in Internet-porn case.

Und nun zu Pete Townshend.

Who-Gitarrist Pete Townshend wegen Besitz von Kinderpornos angeklagt

14. Januar 2003 — Am Montag verhaftete die Londoner Polizei den Rockstar Pete Townshend wegen des Verdachts, Kinderpornographie besessen zu haben.

Townshend, Gitarrist und Liederschreiber von The Who, wurde von der Polizei in seinem Zuhause in der Gegend von London befragt. Er hatte früher zugegeben, eine Kinderpornographieseite besucht zu haben.

Er wurde unter dem Kinderschutzgesetz festgenommen, nachdem die Polizei ein Geschäft und ein Haus in Richmond, Surrey, einem Vorort von London, wo er wohnt, durchsuchte.

Die Polizei sagte, sie hätten Computer beschlagnahmt und würden sie untersuchen.

Townshend sagte, er besuchte die Internetseite und verwendete eine Kreditkarte, um im Zuge von Recherchen für ein Buch über seine eigene Kindheit auf die Bilder dort zuzugreifen.

Der 57-jährige Townshend sagt, er ist kein Pädophiler, und vermutet, selbst ein Opfer von sexuellem Mißbrauch zu sein.

Er sagte am Samstag, daß er die Kinderpornoseiten besuchte, als eine Zeitung eine Geschichte über einen nicht identifizierten Rockstar veröffentlichte, gegen den wegen Herunterladens von Kinderpornographie ermittelt wird.

Bei umfangreichen Ermittlungen wegen Kinderpornographie gingen in Großbritannien 1.300 Verdächtige ins Netz, darunter ein Richter, Zahnärzte, Amtsrichter, Krankenhausberater und ein stellvertretender Schulleiter.

„Operation Ore“ sucht gezielt Menschen, die im Internet Kinderpornographie sehen. Die Ermittler haben im Laufe der Untersuchung 50 Polizisten verhaftet, acht von ihnen wurden angeklagt.

Die vom FBI geleitete „Operation Ore“ spürte durch Kreditkartentransaktionen 250.000 mutmaßliche Pädophile auf der ganzen Welt auf. Das FBI reichte die Namen der britischen Verdächtigen an Scotland Yard weiter.

Hier finden Sie den Originalartikel, Who guitarist Pete Townshend accused of possessing child porn.

Was Pete Townshend hier erzählt, ist ein Märchen und widerspricht jedem Naturgesetz, da man anhand seiner Beschreibung — wenn man vorgeblich russische Waisenhäuser unterstützen will — nicht auf Kinderpornoseiten landet.

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LANDSLIDE — Die weltweit größte Ermittlung gegen Kinderpornographie

2012/11/30

Im Gegensatz zu „Gigi“, der Liebeszeitung für Humanisten, sieht die CANADIAN BROADCASTING CORPORATION die Jagd nach Menschen, die ihre Zeit im Kinderschänder-Business verbringen, nicht als Hexenjagd.

Thomas Reedy Landslide Productions

5. November 2003 — Im Jahr 1999 begann die größte Ermittlung gegen Kinderpornographie im Internet. „Landslide Productions“ war ein Unternehmen, das Kinderporno-Internetseiten bewarb und Abonnenten für 29,95 Dollar Zugang bot.

In dem Glauben, daß Computer Anonymität bieten, registrierten sich rund 300.000 Menschen aus 60 Ländern, um die Bilder zu sehen und herunterzuladen. Doch nach der Zerschlagung von „Landslide Productions“ wurde die Kundenliste an die Behörden auf der ganzen Welt übergeben.

Der zeitliche Ablauf

1997 — Thomas Reedy startet den Betrieb von „Landslide Productions“.

April 1999 — Ermittler der Postpolizei USPIS (United States Postal Inspection Service) hören erstmals von Reedys Internetseite.

Mai 1999 — Inspektoren der Postpolizei USPIS finden ihren „unwiderlegbaren Beweis“, eine „Kinderporno“-Bannerwerbung.

8. September 1999 — Inspektoren der Postpolizei USPIS, die Polizei Dallas, das FBI und andere Behörden durchsuchen Reedys Haus. „Operation Avalanche“ startet fast unverzüglich.

April 2000 — US-Behörden erheben gegen die Reedys in 89 Punkten Anklage.

Sommer 2000 — Ein Ermittler der „Ontario Provincial Police“ (OPP) besorgt sich in Texas von Reedys Computer die Liste der kanadische Abonnenten. Die Liste enthält 2.329 Namen.

November / Dezember 2000 — Thomas und Janice Reedy stehen vor Gericht. Die Reedys bestanden darauf, daß die nichts Unrechtes getan haben und argumentierten, daß sie für den Inhalt nicht verantwortlich sein konnten, da sie das Material nicht veröffentlichten.

Januar 2001 — Die kanadische Polizei hält in Ottawa ein Treffen ab, um „Operation Snowball“ in Kanada zu starten. Die Polizei aus ganz Kanada nimmt daran teil.

August 2001 — Thomas Reedy wird zu 1.335 Jahren Gefängnis verurteilt, Janice Reedy zu 14 Jahren.

16. Januar 2003: Detective Sgt. Paul Gillespie von der Polizei Toronto und Detective Insp. Bob Matthews von der OPP verkünden auf einer Pressekonferenz, daß die „Operation Snowball“ in Kanada nicht funktioniert. In Kanada sind nur 5% der Tatverdächtigen verhaftet worden. (Anm.: Schon mal an freiwillige Helfer gedacht? Torontos Bürger sollten sich für eine Wiederaufnahme der Ermittlungen mit Schriftzügen vor das Polizeigebäude stellen und ihre Unterstützung anbieten, die Namen von ganz oben publik zu machen, wenn der Polizei dazu die Hände fehlen.)

12. Mai 2003 — Thomas Reedys Strafe wird auf 180 Jahre reduziert.

Festnahmen im Fall Landslide

Von 2.329 Namen, die der Polizei in Kanada gegeben wurden, sind nur 141 Personen wegen Kinderpornographie festgenommen worden.

Die britische Polizei hat fast 1.600 von 7.000 Abonnenten verhaftet, und sie hat nach über 3.000 gesucht. Das sind mehr Personen als bei jeder anderen Polizei auf der Welt.

Thomas Reedy

Thomas Reedy wurde in einer kleinen Stadt in Texas geboren. Wie viele Jugendliche hat er gesagt, daß er träumte, ein Rockstar zu werden, aber am Ende machte er ein Diplom als Krankenpfleger und arbeitete in verschiedenen Krankenhäusern, bevor er sich in den frühen 1990er Jahren selbst beibrachte, Computer zu programmieren.

Reedy sah schnell, welche finanziellen Möglichkeiten Computer bieten und gründete ein Internetunternehmen für Erwachsenenpornos. Es lohnte sich für ihn — und er erkannte schnell, daß er noch mehr Geld machen konnte, wenn er die Kinderpornoindustrie anzapft. Was er auch tat. Reedy nannte seine Firma „Landslide Productions“.

Seine Frau, Janice, arbeitete als Buchhalterin des Unternehmen. Auch sie galt als Computerfreak. Sie kamen sich im Jahr 1996 näher, und als sie ein Jahr später heirateten, war es für beide die dritte Ehe.

„Landslide Productions“ nahm in zwei Jahren fast 10 Millionen Dollar ein. Das Paar lebte in einem 500.000-Dollar-Haus am Stadtrand von Fort Worth, Texas, und beide fuhren Mercedes-Sportwagen. Bei der Durchsuchung ihres Hauses im Jahr 1999 fand die Polizei Dutzende von Computern und mehrere Server, die sie, sobald sie analysiert waren, zu einer Liste von 300.000 Kunden in 37 Staaten und 60 Ländern führte. Die „Landslide“-Internetseite machte die Reedys zu Millionären. Für den Zugang auf die Kinderpornoseiten zahlten die Abonnenten von „Landslide“ je 29,95 Dollar. In dem Monat, bevor das Paar verhaftet wurde, verdiente ihr Unternehmen 1,4 Millionen Dollar. Thomas Reedy produzierte die Kinderpornos nicht selbst. Er fungierte als Mittelsmann, der eine Internetseite anbot, um für Material zu werben, das von anderen Leuten, die als Webmaster bezeichnet wurden, in Ländern wie Indonesien und Rußland, veröffentlicht wurde.

Die US-Behörden sagen, Reedy glaubte nie, daß er irgendetwas Unrechtes tat und nie gedacht hätte, erwischt zu werden. Seine eigene E-Mail-Adresse war Houdini. Sein Sturz begann im April 1999, als sich mehrere Personen, die seine Internetseite besuchten, über Kinderpornografie beschwerten. Er warb unverhohlen für das, was er auf seiner Internetseite verkaufte: „Klicken Sie hier für Kinderporno“, hieß es.

Die Gerichtsverhandlung

Vor Gericht argumentierten Reedy und sein Anwalt unter anderem, daß die ausländischen Webmaster für die Veröffentlichung des Materials verantwortlich wären, nicht Reedy, und er deshalb für den Inhalt des Materials nicht verantwortlich wäre. Die Jury stimmte dem nicht zu und befand ihn in allen 89 Anklagepunkten für schuldig, darunter Verschwörung zur Verbreitung von Kinderpornografie und Besitz von Kinderpornografie.

Im August 2001 verurteilte ihn ein Richter zu 1.335 Jahren Gefängnis. Seine Frau Janice, die in 87 Punkten verurteilt wurde, erhielt eine Haftstrafe von 14 Jahren. Reedys Anwalt legte gegen Thomas‘ Strafe, die er als hart bezeichnete, Berufung ein, und ein Richter reduzierte seine Zeit hinter Gittern auf 180 Jahre.

Die texanischen Staatsanwälte boten Thomas und Janice Reedy vor dem Prozeß ironischerweise eine Vereinbarung an. Im Austausch, die Behörden dabei zu unterstützen, die tatsächlichen Leute zu verurteilen, die Kinderpornographie anbieten, wurden Thomas Reedy 20 Jahre angeboten und Janice fünf Jahre. Die Reedys glaubten, sie hätten nichts Unrechtes getan und lehnten das Angebot ab. Ihre Fälle gingen vor Gericht und sie wurden verurteilt.

Thomas Reedy und seine Frau Janice verbüßen ihre Strafen jetzt im Gefängnis.

Hier finden Sie den Originalartikel, The World’s Biggest Child Porn Investigation.

Und daß Internetunternehmer Kim Schmitz im basisdemokratischen Informationsdachverband Wikipedia einen Eintrag hat, Thomas Reedy dagegen nicht eingetragen ist, spricht irgendwie auch Bände.

Sie glauben mir nicht? Dann versuchen Sie doch mal, diesen sachlichen Artikel auf Wikipedia zu veröffentlichen und zählen Sie dann die Sekunden, bis er gelöscht wird.

Aber vielleicht irre ich mich ja.