Archive for the ‘Lady Gaga’ Category

Lady Gagas Kreuzzug für den Animalismus

2011/12/12

Ben Shapiro über Lady Gagas „Born This Way“ Stiftung.

(Eine ausführliche Analyse der Bildsprache des Videos — schließlich hat frau sich etwas dabei gedacht, Humanismus, Vaginas, Eierstöcke, Föten, Illuminati und Totenköpfe aneinanderzumontieren — liefert der Artikel „Deconstructing Lady Gaga’s ‚Born This Way‘ Video“ von Aylin Zafar auf theatlantic.com.)

Lady Gaga erklärte kürzlich, daß sie eine Stiftung gründet: Die „Born This Way Foundation“. Sie widmet sich „Themen wie Mobbing, Selbstvertrauen, Wohlbefinden, Betreuung und Karriereplanung“. Das klingt alles sehr schön. Keiner mag Mobber; die beste Art und Weise, mit ihnen umzugehen, ist, sowohl allgemein als auch in Besonderen, ihnen eine reinzuhauen. Das Problem liegt allerdings auf der Hand: Die „Born This Way Foundation“ will das entsprechende „Born This Way“ Ethos fördern. In Wirklichkeit untergräbt dieses Ethos jedoch den Kampf gegen Mobbing.

Was genau ist das „Born This Way“ Ethos? Werfen wir einen Blick auf den Text von diesem idiotischen Lady Gaga Song — die schlimmste Botschaft seit John Lennons geistlosem „Imagine“ (abwechselnd im Original und in der Übersetzung):

Just put your paws up
‘Cause you were born this way, baby …

Heb einfach deine Pfoten hoch
Denn wir sind nunmal so geboren, Baby …

I’m beautiful in my way
‘Cause God makes no mistakes
I’m on the right track baby
I was born this way …

Ich bin wunderschön auf meine Art
Denn Gott macht keine Fehler
Ich bin auf dem richtigen Weg
Ich bin nunmal so geboren …

Don’t be a drag – just be a queen
Whether you’re broke or evergreen
You’re black, white, beige, chola descent
You’re Lebanese, you’re Orient …

Sei kein ‚Langweiler‘, sei eine ‚Drag-Queen‘
Egal ob arm oder reich
Ob schwarz, weiß, beige, oder (geschminkt wie) eine Chola
Ob libanesisch, orientalisch …

No matter gay, straight, or bi
Lesbian, transgendered life
I’m on the right track baby
I was born to survive …

Egal ob schwul, hetero, oder bi
Lesbisch, transgender
Ich bin auf dem richtigen Weg
Ich bin geboren um zu leben …

Die innere Logik und die Philosophie des Liedes sind eindeutig. Ebenso wie die Hautfarbe genetisch vorbestimmt ist, so auch das Verhalten. Wir sollten alle „unsere Pfoten heben“ („put our paws up“) — im Grunde sind wir eine Gruppe von Tieren, getrieben von Kräften, die wir nicht verstehen, und von uns sollte nicht erwartet werden, daß wir sie kontrollieren. Das ist ein intellektuell tiefergelegter E.O. Wilson, der Soziobiologe aus Harvard, der glaubt, daß jede menschliche Handlung auf die Biologie reduziert werden kann. Allerdings ist Wilson nicht dumm genug, zu glauben, daß Biologie in irgendeiner Weise Moral genannt werden kann — es ist einfach nur Biologie, und Moral ist ein genetisch auf unserem biologischen Instinkt festgeschriebenes Gitternetz, das vorsieht, unserem Leben Ordnung und Sinn zu geben.

Lady Gaga bringt jedoch ist und sollte durcheinander und rotiert im klassischen naturalistischen Wald- und Wiesen-Fehlschluß (einer humanistischen Renate-Künast-Ethik), was in grundlegender Weise erstmals von David Hume artikuliert wurde. Nur weil etwas biologisch beeinflußt ist, heißt das nicht, daß ich auf diese Weise handeln sollte. Wenn doch, wäre das Leben grobkörnig, sinnlos und kurz. In anderen Worten, die menschliche Zivilisation würde ziemlich nach Occupy Oakland aussehen.

Die Freunde von Lady Gaga lieben diese Art von Logik, weil es sie von jeder Schuld und Verantwortung für ihre Taten freispricht. Will Lady Gaga Sex mit allem, was herumläuft und sich bewegt? Nun, Baby, sie ist nunmal so geboren. Will sie die Homosexualität unter zehn- bis zwölfjährigen fördern? Nun, Baby, sie ist nunmal so geboren. Will sie bizarren Fummel tragen und herumstampfen wie eine Hilfesuchende aus einem Tableau vivant (frz. lebendes Bild) von Salvador Dali? Sie haben es erraten — sie ist nunmal so geboren.

Wenn das aber wahr ist, dann sollten wir aufhören, Mobber zu bekämpfen, weil sie nunmal so geboren sind. Und diejenigen von uns, die religiös sind, und die von ihr verachtet werden, sollten stattdessen geliebt werden, weil wir nunmal so geboren sind. E.O. Wilson glaubt ebenfalls, daß religiöse Instinkte eine biologische Basis haben. Wenn Sexualität eine biologische Basis hat, dann auch der Glaube an Gott — und wenn alles, was eine biologische Basis hat, moralisch ist, dann sind Mobbing und Homophobie auch moralisch. Die Beweise scheinen tatsächlich zu zeigen, daß die Menschen deutlich als Mann und Frau geboren werden, und daß die liberale linke Vorstellung von der Formbarkeit des Geschlechts wissenschaftlich unsinnig ist.

Lady Gagas Aktion wird sich selbst besiegen. Die Wahrheit ist, daß „nunmal so geboren“ zu sein, kein Argument für oder gegen ein bestimmtes Verhalten ist. Wie Katherine Hepburn als Missionarin Rose Sayer in African Queen zu Humphrey Bogarts betrunkenem Kapitän Charlie Allnut sagt: „Natur ist das, Mr. Allnut, über das wir uns in dieser Welt erheben sollen“. Moralisches Handeln ist sehr oft die Bezwingung des Zwangs, schreckliche Dinge zu tun. Wenn Lady Gaga Mobbing beenden will, wird sie ihre deterministische Philosophie auf der nächsten Fünf-Sterne-Raststätte in die Tonne treten müssen.

Irgendetwas sagt mir, daß sie das nicht tun wird. Sie ist weit mehr daran interessiert, Mobbing zu pflegen als es wirklich zu stoppen, und eine „Born This Way“-Generation zu schaffen. Eine faule Generation, weil unsere Instinkte faul sind. Eine vulgäre Generation, weil unsere Instinkte vulgär sind. Eine Generation, die das Gefühl hat, etwas zu verdienen, weil unsere Biologie der gleichen Ansicht ist. Ist so etwas gut?

Die California Foundation, die MacArthur Foundation und das Berkman Center for Internet & Society an der Harvard University finden so etwas offenbar gut. Doch wenn sie Lady Gagas Philosophie unterstützen, bedeutet das nicht, daß sie an ihrer Philosophie interessiert sind, sondern an ihrer Politik. „Born This Way“ ist nur der nächste kürzeste Weg zum liberalen linken Utopia. Zum Leidwesen der liberalen Linken ist jedes Utopia, das auf den schwachen Füßen des naturalistischen Fehlschlusses steht, zum Scheitern verurteilt.

Hier finden Sie den Originalartikel, Lady Gaga’s Crusade for Animalism.