Archive for the ‘KGB’ Category

Rothschild und die schwulen Cambridge-Apostel

2013/07/02

AANGIRFAN über Nachrichtendienst-Marionetten.

Rothschild and the Gay Cambridge Apostles
Victor Rothschild

Lord Victor Rothschild war ein wichtiges Mitglied der als Cambridge-Apostel bekannten Geheimgesellschaft.

Die Cambridge-Apostel wurden 1820 von zwölf rechten evangelischen Studenten unter dem Namen „The Cambridge Conversazione Society“ gegründet.

Die Cambridge-Apostel erfreuten sich an „Homoerotik“ und „platonischer Liebe“.

Quelle: „Cambridge Apostles“ — Nikolai Endres

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Berühmte Mitglieder der Apostel waren unter anderem:

Erasmus Darwin (Bruder von Charles Darwin)

George Lockhart Rives (US-Ministerialdirektor und Planer der New Yorker U-Bahn)

A. J. Balfour (der britische Premierminister der sogenannten „Balfour-Deklaration“)

Bertrand Russell (Philosoph)

Paul Levy schreibt über die Apostel und Bertrand Russell: „Die Familie Llewellyn Davies führte zu meinem … Buch ‚Moore: G. E. Moore and the Cambridge Apostles‘ über das Leben des Philosophen, weil zwei der Brüder, Crompton und Theodore … Apostel waren, hübsche, kluge Burschen, die enge Freunde von Moore (und Bertrand Russell) waren.“

Eddie Marsh (Winston Churchills Privatsekretär)

John Maynard Keynes (Ökonom)

James Strachey (Herausgeber und Übersetzer von Sigmund Freud)

Ludwig Wittgenstein (Philosoph)

Victor Rothschild (Finanzier und Spion)

Anthony Blunt (Spion)

Guy Burgess (Spion)

Guy Liddell (Spion)

Noel Annan (Spion)

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Im Jahr 1940 hatte Victor Rothschild (oben) vorgeschlagen, daß Anthony Blunt eingeladen werden sollte, um sich dem Nachrichtendienst anzuschließen. Er vermietete auch ein Haus an seinen Freund Guy Burgess. Rothschild arbeitete mit Kim Philby in den MI6-Büros in der Pariser Familienvilla der Rothschilds.

Zwischen 1979 und 1982 wurden mehrere Apostel aufgedeckt, die Berichten zufolge dem von Lord Victor Rothschild geleiteten Spionagering angehörten, der angeblich nukleare Geheimnisse an Israel gab.

Der Spionagering umfaßte Kim Philby, der fast der Leiter des MI6 wurde; Guy Burgess, ein MI6-Offizier und Sekretär des stellvertretenden Außenministers; Donald Maclean, ein britischer Diplomat und KGB-Oberst; und Anthony Blunt, ein MI5-Offizier und Kunstberater der Königin.

Andere Personen, die in den Spionagering verstrickt gewesen sein sollen: John Cairncross, Michael Whitney Straight und Guy Liddell.

Autor Richard Deacon schrieb: „es war ein Beweis, wie die homosexuelle Mafia operieren kann und wie sie seit frühesten Zeiten dazu tendiert hat, eine schützende Geheimgesellschaft zu sein, in der das Band der Freundschaft genutzt wurde, um allerlei fragwürdige Aktivitäten zu vertuschen und manchmal sogar Mitglieder davor zu schützen, strafrechtlich verfolgt zu werden“.

Die Apostel neigten dazu, schwul zu sein.

Zu den schwulsten Aposteln zählten Tennyson (der Dichter), William Cory (der Berichten zufolge eine Affäre mit dem künftigen Premierminister Earl of Rosebery hatte), E. M. Forster, John Maynard Keynes, Ludwig Wittgenstein, Lytton Strachey, Rupert Brooke, Guy Burgess und Anthony Blunt.

Julie Anne Taddeo schrieb, daß die Apostel „[t]rotz der Kriminalisierung von Homosexualität … weiter den Dorianismus anriefen, Walt Whitmans Poesie lasen und eine kultartige Anbetung von Knaben betrieben“.

Quelle: „Cambridge Apostles“ — Nikolai Endres

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Victor Rothschild

Es sind nicht die Zionisten gegen die Faschisten, sondern die feudale Elite und ihre Mafia gegen den Rest. (Anm.: Rothschild ist ein Feudalist?)

T. Stokes schrieb in „Das größte Geheimnis des Zweiten Weltkriegs“:

„Lord Victor Rothschild … traf Churchills Entscheidungen, darunter die Bombardierung der Lebensmittelzüge in die Konzentrationslager und den anhaltenden Beschuss der Insassen.

Rothschild gab zu Protokoll: ‚In dem neuen Land wird es für Schnorrer keinen Platz geben.‘

Er wollte nur die Reichen, Mächtigen und Einflußreichen für das neue Land, der Rest sollte geopfert werden.“

Richard Loncraines „Blätter bugwärts“ (1980) von Dennis Potter basiert auf einem Spionage-Thriller von John Le Carré.

Er wurde 11 Monate nach Sir Anthony Blunts Enttarnung als „vierter Mann“ in „Rothschilds Cambridger Spionagering“ ausgestrahlt.

In „Blätter bugwärts“ basiert die Figur des britischen Ex-Spions Professor Jason Cavendish zum Teil auf Kim Philby, dem Spion, der James Jesus Angleton ausbildete.

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Cavendish lebt mit seiner zweiten Frau Linda und seiner 18jährigen Tochter Christabel, und mit seinem Butler und persönlichen Sekretär Jack Hill.

Eines Tages taucht ein junger Mann namens Daniel auf, um bei ihnen zu bleiben.

Daniels Vater, Andrew, war ein britischer Nachrichtenoffizier, der von Cavendish ermordet wurde, während er einen sowjetischen Überläufer in die britische Botschaft eskortierte.

Cavendish schreibt seine Memoiren, und zeigt sich und Hill sowie mehrere hochkarätige Abgeordnete als „sowjetische“ Sympathisanten.

Cavendish betrügt Hill, Hill betrügt Cavendish, Linda betrügt Cavendish, Christabel betrügt Cavendish.

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St. John Philby, links, und Familie

Kim Philbys Vater, St. John Philby, befürwortete die jüdische Einwanderung nach Palästina.

Er lernte die Rothschilds kennen.

In den 1930er Jahren arbeitete Harry St. John Philby für „Standard Oil of California“ (SoCal) und half, die Kontrolle über das Öl in Saudi-Arabien zu bekommen.

Unterstützt von Allen Dulles half Harry St. John Philby Saudi-Arabien, ein Abkommen auszuhandeln, damit Öl aus Saudi-Arabien Hitler-Deutschland erreicht.

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In Moskau: John Philby (Kims Sohn), Kim Philby, George Blake — Bildquelle: TELEGRAPH

Der TELEGRAPH schrieb in einem „politischen Nachruf“ auf John Philby, daß Guy Burgess 1948, als John Philby fünf Jahre alt war, zu einem Urlaubsaufenthalt in Kim Philbys weitläufige Villa in der Türkei kam.

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Guy Burgess

„Johns Mutter nahm Burgess seine enge Beziehung zu ihrem Mann übel und begann Unfälle zu inszenieren, um Aufmerksamkeit zu erlangen.

Sie wurde später in eine Schweizer Klinik zur Behandlung geschickt. Philby wurde im folgenden Jahr in die Vereinigten Staaten bestellt.“

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James Jesus Angleton

Angleton gehörte in der CIA der Pro-Israel-Fraktion an. Von 1954 bis 1975 war er bei der CIA der Leiter der Spionageabwehr.

Es gibt eine Theorie, wonach Schlüsselpersonen der CIA immer auf freundschaftlicher Basis mit Schlüsselpersonen des KGB und Schlüsselpersonen des Mossad gearbeitet haben.

„Leiten Juden die Nachrichtendienste?“ — AANGIRFAN

Und Juden sind in bestimmten Ländern sehr einflußreich.

Natasha Mozgovaya schrieb am 4. Dezember 2009 im Artikel „Amerikanische Juden mustern Obamas ‚Anti-Israel‘-Beauftragte“ auf HAARETZ: „Jeder Beauftragte der amerikanischen Regierung muß eine gründliche Überprüfung der Vergangenheit durch die amerikanische jüdische Gemeinschaft ertragen.“

James Jesus Angleton arbeitete für die CIA.

Womöglich arbeitete er auch für den Mossad.

Vielleicht hat er erkannt, daß der Mossad mit dem KGB arbeitete.

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USS Liberty

Michael Collins Piper schrieb am 21. November 1977 in THE SPOTLIGHT/AMERICAN FREE PRESS daß sich Angleton mit Israel verschwor, um die USS Liberty anzugreifen.

Angleton glaubte angeblich, daß der Untergang der Liberty wie „Pearl Harbour“ als ein Vorfall genutzt werden könnte, damit sich die Amerikaner gegen die Araber wenden.

Russell Warren Howe schrieb in der Buchbesprechung „Every Spy a Prince“ von Dan Raviv und Yossi Melman auf WASHINGTON REPORT, daß es Angleton war, der eine Vereinbarung aushandelte, wonach Israel und Amerika vereinbarten, einander nicht auszuspionieren.

Die Vereinbarung wurde von Admiral Stansfield Turner zunichte gemacht, als er Jimmy Carters CIA-Direktor war. Doch der Mossad setzte die enge Zusammenarbeit mit der CIA fort.

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Terence Hawkes schriebin der Buchbesprechung von Michael Holzmans „James Jesus Angleton“ in TIMES LITERARY SUPPLEMENT, Angletons Freundschaft mit dem Mossad „gab ihm eine wichtige Rolle bei der Erhaltung von Israels Verschwiegenheit über Sues. … Als für den israelischen ‚Bericht‘ zuständiger Offizier unterstützte er das israelische Atombombenprogramm.“

Nach Angletons Tod wurde für ihn in Jerusalem ein Denkmal errichtet.

(Anm.: Am 5. Dezember 1987 schrieb Glenn Frankel im Artikel „Die geheime Zeremonie; Israels Gedenkstätte für James Angleton von der CIA“ in der WASHINGTON POST:

„Die mächtigsten Mitglieder der israelischen Nachrichtendienstes aus Vergangenheit und Gegenwart kamen am letzten Wochenende in heimlicher Klausur auf einem kargen Hügel zusammen, um einen Baum zu pflanzen.

Der Kopf der pathologisch geheimnisvollen Spionagebehörde Mossad war dort, wie auch sein Amtskollege des israelischen internen Sicherheitsdienstes Shin Bet. Fünf ehemalige Leiter dieser Behörden und drei ehemalige militärischen Nachrichtendienstchefs waren ebenfalls anwesend. Ihre Mission: einem geliebten Mitglied (beloved member) ihrer verdeckten Bruderschaft (covert fraternity) die letzte Ehrung zu zollen — dem verstorbenen Leiter der Spionageabwehr der CIA, James Jesus Angleton.

Das Pflanzen von Bäumen, hier eine traditionelle Zeremonie der Verehrung, fand am Mittag statt, an einer Stelle etwa 10 Meilen …)

Einem engen Freund, Max Corvo, zufolge war James Jesus Angletons Vater „ultrakonservativ“ und ein faschistischer Sympathisant.

Es war während des Zweiten Weltkriegs, daß James Jesus Angleton ein Spion wurde.

Arthur E. Rowse schrieb am 23. Februar in „Gladio: Der geheime US-Krieg zur Unterwanderung der italienischen Demokratie“:

Angleton half angeblich, ‚Operation Gladio‘ einzurichten, um in Italien mithilfe von CIA-Milizen tödliche terroristische Anschläge zu verübte.

„Angleton baute in Italien auf Familien- und Geschäftsverbindungen, um die Grundlage für Gladio zu schaffen.

Er half auch berüchtigten Massenmördern der Nazis/Faschisten wie Junio Valerio ‚Black Prince‘ Borghese, sich am Ende des Krieges der Justiz entziehen.“

0212
Philby, ein Freund vom KGB und vom Mossad

Im Jahr 1943 wurde Angleton nach London geschickt, um von MI5-Offizier Kim Philby geschult zu werden, der, wie sich herausstellte, ein Freund vom KGB und vom Mossad war.

Im Jahr 1951 wurde Angleton nach Israel geschickt, wo er half, den Mossad einzurichten.

Eustace Mullins schreibt in „The World Order“, „Fünftes Kapitel – Die CIA – 3“: „Während er CIA-Chef in Rom war, arbeitete Angleton eng mit den zionistischen Terroristen Teddy Kollek und Jacob Meridor zusammen und wurde später zum israelischen Chef (chief of the Israeli desk) der CIA und half Philby, den verschwenderisch finanzierten internationalen Mossad-Spionagebetrieb einzurichten — alles bezahlt vom amerikanischen Steuerzahler.“

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Kim Philby — Bildquelle: MY JACOB FAMILY

1951 ermittelte die CIA gegen Kim Philby, den Top-Agenten des MI6 in Washington.

CIA-Direktor Walter Bedell Smith beauftragte Angleton und William Harvey, über Philby getrennte Berichte zu schreiben.

Harvey kam zum Schluß, daß Philby ein sowjetischer Spion war.

Angleton verteidigte Philby.

CIA-Direktor Walter Bedell Smith glaubte Angleton.

Philby entkam 1963 in die Sowjetunion.

Kim Philby wurde bei der Flucht in die Sowjetunion Berichten zufolge vom israelischen Mossad unterstützt.

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Angleton stellte der Warren-Kommission Informationen bereit.

Einige Leute haben behauptet, daß Angleton darin involviert war, die Beteiligung der CIA an der Ermordung von John F. Kennedy zu vertuschen.

(Anm.: Am 25. Juli 2004 schrieb Arieh O’Sullivan in der JERUSALEM POST den Artikel „Vanunu: Israel steckt hinter der Ermordung von JFK“)

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Anatoli Golitsin

Angleton interviewte den KGB-Agenten Anatoli Golitsin, der zur CIA überlief.

Golitsin behauptete, daß W. Averell Harriman ein sowjetischer Spion war, als er während des Zweiten Weltkriegs der US-Botschafter in Rußland war.

Eric Margolis schreibt in FOREIGN CORRESPONDENT über Angleton: „Er wurde sehr nützlich für Israels Mossad oder zumindest ein sehr enger Verbündeter und ein Verfechter der Sache Israels in Washington.“

Clare Edward Petty von der „Special Investigation Group“ (SIG) der CIA kam zu dem Schluß, daß Angleton mit einer „80- bis 85prozentigen Wahrscheinlichkeit“ ein Sowjetspion wäre.

1973 wurde James Schlesinger vorübergehend Direktor der CIA.

Angleton gab Schlesinger eine Liste von Personen, die er für sowjetische Agenten hielt.

Diese Liste beinhaltete Harold Wilson, den britischen Premierminister, Olof Palme, den schwedischen Ministerpräsidenten, Willy Brandt, den SPD-Vorsitzenden, Averell Harriman, den ehemaligen US-Botschafter in der Sowjetunion, Lester Pearson, den kanadischen Premierminister, und Henry Kissinger, den Nationalen Sicherheitsberater und Außenminister unter Präsident Richard Nixon.

Schlesinger dachte, Angleton würde unter Paranoia leiden.

Mitte 1973 wurde William Colby Direktor der CIA.

Colby war von Angleton nicht beeindruckt.

Colby sagte, er könne keine Beweise finden, „daß wir unter Jim (James Angleton) jemals einen Spion schnappten“.

Die Zeitung SCOTLAND ON SUNDAY berichtete am 16. September 2001, daß Osama bin Laden sein Vermögen teilweise dadurch machte, daß er in Qatar und Zypern mit jüdisch-russischen Mafia-Operationen arbeitete.

Sind die wichtigsten Schlapphüte also oft Verbündete?

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Wayne Madsen schrieb am 10. September 2007: „Das Bin-Laden-Drogen-Netzwerk überschneidet sich auch mit den Genfer Finanzunternehmen, die von George H. W. Bush gegründet wurden, als er CIA-Direktor und Vizepräsident und Präsident der Vereinigten Staaten war.“

Selbst Robert Anton Wilson schrieb: „Angleton hatte ein Bündnis mit der Mafia … das auf das Jahr 1944 zurückgeht, als er ein OSS-Offizier in Italien war. … ‚Operation Gladio‘ … beruhte auf Angletons faschistischen Mafia-Verbindungen und nutzte … die Mafia, um einige zu ermorden, die nicht bestochen werden konnten, z. B. Premierminister Aldo Moro.“

Hier finden Sie den Originalartikel, Rothschild and the Gay Cambridge Apostles.

Der Zusammenbruch des Kommunismus: Die verschwiegene Geschichte

2012/11/17

Jamie Glazov interviewt Robert Buchar über den „toten Sowjet“.

Zu Gast beim heutigen Frontpage-Interview ist Robert Buchar, außerordentlicher Professor und Autor des Kameramann-Programms (author of the Cinematography Program) am „Columbia College“ in Chicago — und politischer Flüchtling aus der ehemaligen Tschechoslowakei. Er produzierte den Dokumentarfilm „Velvet Hangover“ über die Filmemacher der tschechoslowakischen „Neuen Welle“ (1963-1969), wie sie die Zeit der „Normalisierung“ überlebten und ihre Reflexionen über die sogenannte „Samtene Revolution“ des Jahres 1989. Er ist außerdem der Autor von „Czech New Wave Filmmakers in Interviews“ und „And Reality be Damned … Undoing America: What The Media Didn’t Tell You About the End of the Cold War and Fall of Communism in Europe“. Sein neuester Dokumentarfilm ist „The Collapse of Communism: The Untold Story“.

FP: Robert Buchar, willkommen zum Frontpage-Interview. Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Dokumentarfilm.

Buchar: Danke für die Gelegenheit, darüber zu sprechen, Jamie. Es dauerte acht Jahre, ihn fertigzustellen, aber es ist vollbracht.

FP: Beginnen wir mit dieser Frage: Warum sollten wir über den Zusammenbruch des Kommunismus reden? Warum ist es wichtig?

Buchar: Richtig, warum über etwas reden, das vor 23 Jahren passierte? Das Wort Kommunismus ist nicht einmal mehr in unserem Wortschatz und die neue Generation hat keine Ahnung, was es eigentlich bedeutet.

Und dennoch eliminierte der Kommunismus während der 70 Jahre seines Bestehens über 100 Millionen Menschen. Das sind genug Leichen, um auf unserem Planeten den Äquator zu bedecken, wenn die Körper nebeneinander gelegt werden. Als der Kommunismus im Jahr 1989 „zusammenbrach“, warfen die Medien nie die Frage auf, wo die Verantwortlichen für all die Gräueltaten waren. Wir hörten in den Medien nie, daß jemand fragte, wohin all die Kommunisten verschwanden.

Sollten wir wirklich glauben, daß Millionen von Kommunisten über Nacht Kapitalisten und gute Bürger wurden? Überraschung! Sie erwiesen sich als die Führer des neuen Systems. Es spielt keine Rolle, welche politische Partei in den ehemaligen sowjetischen Satellitenstaaten Sie betrachten, sie alle, links oder rechts, wurden von ehemaligen Kommunisten geschaffen und werden von ihnen geführt.

Der Kommunismus ist also nicht wirklich verschwunden und weg. Er paßte sich einfach an, verwandelte sich in das neue System, um seine Mission fortzusetzen.

Als Ergebnis muß der Westen jetzt mit den Konsequenzen seiner eigenen Naivität leben. Und wir müssen nicht besonders weit gehen, um zu sehen, wovon ich rede. Sehen Sie sich an, was in Amerika los ist.

FP: Was ist mit dem Kalten Krieg, ist er wirklich beendet? Wer hat gewonnen?

Buchar: Es kommt darauf an, wen Sie fragen. Es gibt Linke, die sagen, daß es ihn nie gab. Sie glauben, daß der Kalte Krieg bloß unsere eigene Propaganda war. Und es gibt Konservative, die glauben, daß sie den Kalten Krieg gewannen. Sie werden leider nie akzeptieren, daß die Perestroika nur eine Täuschung war — aus dem einfachen Grund, daß sie ihren verkündeten Sieg aufgeben und eingestehen müßten, daß sie Unrecht hatten.

Es gibt in Amerika wirklich nur sehr wenige Menschen, die glauben, daß der Westen den Kalten Krieg verlor. Aber wie wollen Sie dann erklären, daß der Sozialismus nach dem „Fall des Kommunismus“ weltweit auf dem Vormarsch ist? Der internationale Terrorismus, vom KGB geplant und unterstützt, war nach dem Zerfall der Sowjetunion fast nicht mehr existent, doch im Jahr 1996 explodierte er in der neuen Form des islamischen Terrors dann erneut und der Antia-Amerikanismus wurde, wohin man sieht, zum bevorzugten Zeitvertreib.

Der Westen erklärte zwar den Sieg und das Ende des Kalten Krieges, doch Moskaus Täuschung war nicht zu Ende. Im Gegenteil, sie wurde noch intensiver. Tschekisten haben immer noch das Sagen. Der Westen tat genau, was die KGB-Strategen erwarteten: er baute seinen Schutz ab, eliminierte die Spionageabwehr, gab Rußland Millionen von Dollar und machte es zum gleichberechtigten Partner. Es ist daran zu erinnern, daß (Anm.: der zu den Sowjets übergelaufene) Aldrich Ames damals der CIA-Chef für die Ostblockländer war und daß alle unsere Spione in Moskau hingerichtet wurden, bis auf einen, Oleg Gordievsky. Er war der (Anm.: von den Sowjets übergelaufene) Agent der Briten und er spricht über all dies in meinem Film.

Und es ist daran zu erinnern, daß Marc Rich, die verantwortliche Person, die Rußland mit Millionen von Dollar versorgte und die in letzter Minute in einem magischen schwarzen Loch verschwand, von Präsident Bill Clinton begnadigt wurde. Er lebt jetzt wer weiß wo. CIA und MI6 sind sich einig, daß die Spionage des KGB/FSB jetzt stärker ist als je zuvor.

Es spielt also keine Rolle, ob wir es den Kalten Krieg oder den Zweiten Kalten Krieg nennen — das Streben der Tschekisten nach der Weltherrschaft geht weiter. Und es wird weitergehen, solange die Tschekisten im Kreml das Sagen haben.

FP: Was das aktuelle politische System und die Wirtschaft in den ehemaligen sowjetischen Satellitenstaaten betrifft, was weiß das amerikanische Volk darüber? Und warum sollte es darüber etwas wissen?

Buchar: Die amerikanischen Menschen wissen darüber sehr wenig oder gar nichts. Sie sind damit beschäftigt, einzukaufen und sich zu unterhalten. Sie haben keine Ahnung von ausländischen Mächten, die ihr Leben gestalten. Und wenn Sie es Ihnen sagen, sehen sie Sie ungläubig an.

Als ich mit dem Manuskript meines Buches „And Reality be Damned …“ fertig war, gab ich es meinem Kollegen in Chicago, um ein Feedback zu bekommen. Er antwortete: „Um zu akzeptieren, was in Ihrem Buch steht, müßte ich alles aufgeben, was ich mein Leben lang glaubte.“

Amerikaner mögen es nicht, schlechte Nachrichten zu hören (Anm.: Europäer erwähnen wir lieber auch nicht) und als Folge wird es sie hart treffen. Das Sprichwort sagt: „Du weißt erst, was du hast, wenn du es verlierst.“ In diesem Fall könnte es aber zu spät sein. Es steht zu viel auf dem Spiel. Die Menschen schaffen es nicht, aktuelle Ereignisse im Zusammenhang zu sehen, weil sie die Geschichte ignorieren und deshalb nichts aus ihr lernen können.

Im Jahr 2005 wollte ich für meinen Film den Genossen Rudolf Hegenbart interviewen. Er war ein ranghohes Führungsmitglied des Politbüros der „Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei“ („Komunistická strana Československa“, KSČ) , Chef der Abteilung 13, zuständig für die Überwachung der Umstellung, einschließlich der Überwachung der Dissidenten. Er lehnte meinen Wunsch ab, denn nachdem Vaclav Havel Präsident war, wurde er von Havels Leuten gewarnt, daß, wenn er jemals reden würde, er in einem Sack am Grunde der Talsperre Slapy enden würde.

Doch nachdem ich mein Buch veröffentlicht hatte, schrieb er mir folgendes: „Ihr Buch ist historisch wichtig. Ihre Informationen sind korrekt. Als ich in Moskau studierte, wurden uns all diese Sachen gelehrt.“ (Anm.: wenn Sie Vaclav Havel mit seiner „Demokratie ohne Parteien“ bisher für einen den Kommunismus bekämpfenden Kapitalisten wie Gorbatschow 1986 mit seiner „Perestroika“ und Lenin 1921 mit seiner „Neuen Ökonomischen Politik“ hielten, bedenken Sie, daß Vaclav Havel im Januar 1990 Helmut Kohl fragte: „Warum arbeiten wir nicht zusammen, um alle politischen Parteien aufzulösen? Warum richten wir nicht einfach eine Partei ein, die Partei von Europa?“) Wenn Sie Amerikanern sagen, daß das Vorhaben, das kapitalistische Amerika zu zerstören, im Jahr 1922 begann, kurz nachdem in Moskau (Anm.: im Jahr 1919) die „Kommunistische Internationale“ gegründet wurde, dann denken sie, Sie sollten einen Psychiater besuchen.

FP: Man würde denken, daß die Marxisten/Sozialisten nach all dem Versagen, Gemetzel, Völkermord und Elend jetzt diskreditiert wären. Und dennoch sind sie auf dem Vormarsch. Sagen Sie uns, wie das möglich ist und warum.

Buchar: Eine sehr gute Frage. Es ist etwas, das mich immer genervt hat. In meinem Film sagt ein Student: „Ich denke, daß der Kommunismus funktionieren könnte, wenn er richtig gemacht wird.“

Die Idee des Kommunismus/Sozialismus war für schlecht gebildete und wirtschaftlich benachteiligte Menschen schon immer attraktiv. Die Menschen lieben schöne Träume. Es ist die alte kommunistische Propaganda-Leier: „Alle kriegen das, was sie brauchen.“ Ich erinnere mich noch, daß wir in der Schule gelehrt wurden, daß unter dem Kommunismus überall auf den Straßen Autos stehen werden, und wenn man eins zum Fahren braucht, sucht man sich bloß eins aus.

Es gibt diese nie endende Propaganda/Täuschung. Das Ziel ist nicht, den Sozialismus zu errichten, sondern die westliche Demokratie zu stören und zu zerstören, speziell in Amerika. Amazon verkauft „Das Manifest der Kommunistischen Partei“ sehr gut. Nikita Chruschtschow sagte im Jahre 1959 zu Vizepräsident Richard Nixon:

„Ihr Amerikaner seid so leichtgläubig. Nein, Ihr werdet den Kommunismus nichtn vorbehaltlos akzeptieren, aber wir werden Euch weiter mit kleine Dosen des Sozialismus füttern, bis Ihr schließlich aufwachen und feststellen werdet, daß Ihr den Kommunismus bereits habt. Wir werden Euch nicht bekämpfen. Wir werden Euch wirtschaftlich so schwächen, bis Ihr wie eine überreife Frucht in unsere Hände fällt.“ (Anm.: Zu diesem Zitat gibt es viele Jahreszahlen und KEINE Quelle, bessere Chruschtschow-Zitate sind jedoch belegt, zum Beispiel: „Wenn Stalin sagt: tanze, dann tanzt ein kluger Mann.“)

Und hier sind wir auch schon ziemlich dicht am Problem. Wie ich es sehe, haben Linke ein klares Ziel und eine langfristige Strategie, und sie haben ein weltweit etabliertes Netzwerk. Sie sind gut organisiert, diszipliniert und haben die Absicht, ihr Ziel unter allen Umständen zu erreichen. Konservative haben dagegen weder ein Ziel noch eine Strategie.

Sie sind mehr auf das Individuum ausgerichtet. Geblendet durch die politische Korrektheit, werden sie sich kaum einig, wer ihr Feind ist und finden aus diesem Grund nie eine erfolgreiche Gegenstrategie.

Der einzige Ausweg ist Bildung; den Menschen das zu zeigen, was sie in den Massenmedien nicht finden und in den Schulen nicht erfahren. Und wir sprechen hier nicht über Geheim-Informationen. Stellen Sie heute jemandem eine Frage über die „Venona-Papiere“, die „Operation Solo“, die „Kommunistische Internationale“ und so weiter — er hat keine Ahnung, noch nie davon gehört. Als ich mit dem Filmen meiner Dokumentation begann, gab es an diesem Thema überhaupt kein Interesse.

Seit der Veröffentlichung meines Buches „And Reality be Damned …“ erschienen ein paar sehr interessante Bücher. Da ist Paul Kengors „The Communist“, Pavel Stroilovs „Allegations“, oder Ihr „High Noon for America: The Coming Showdown“ — um nur einige zu nennen. Blickt man in die Geschichte, dann ist die Demokratie noch sehr jung und zerbrechlich. Sie muß sorgfältig gepflegt werden, und in einer ungebildeten, verwirrten Gesellschaft kann sie nicht funktionieren. Sind die Grundlage der Stimmabgabe eine Emotion, das persönliche Erscheinungsbild des Kandidaten, seine Rasse oder religiösen Überzeugungen, dann wird die ganze Nation zu einer dysfunktionalen Familie — ein perfekter Nährboden für den Sozialismus oder eine andere Form der Diktatur.

Nebenbei bemerkt erfordert die Installation des Sozialismus keine Mehrheit. Revolutionen kommen in der Regel durch eine stark engagierte Minderheit zustande — pathetische oder manipulierte Massen helfen dabei nur.

FP: Warum können die westlichen Geheimdienste und Regierungen das Konzept der Desinformation nicht begreifen?

Buchar: Für die westliche Kultur ist Täuschung ein Fremdwort. Joseph Douglass und Bill Gertz sprechen über dieses Thema in meinem Film. Nach ihnen hat das Establishment unserer Nachrichtendienste von dem, was Täuschung darstellt, ein sehr primitives und sogar falsches Verständnis. Nur mit Anatoli Golizyns „Perestroika Deception“ bekamen sie die Möglichkeit, das Gesamtbild zu sehen, aber sie haben diese Möglichkeit trotzdem vertan. Sie weigerten sich, seine Informationen zu akzeptieren.

Bill Gertz spricht über die anti-antikommunistische Denkweise der CIA. Pete Bagley erzählte mir, daß ihm erst nach dem Ende des Kalten Krieges klar wurde, daß alle Operationen der CIA in Polen vom KGB eingerichtet wurden, um die Opposition loszuwerden. Die Tatsache, daß die Opposition in den kommunistischen Ländern in Wirklichkeit eine „künstliche Opposition“ („controlled opposition“) war, ist für die in Demokratien lebenden Menschen schwer zu glauben. Als ich im Jahr 1980 aus der Tschechoslowakei überlief, wurde ich zweimal befragt. Zuerst in Österreich, dann in den USA. Mir wurde nie eine Frage von Bedeutung gestellt. Im Jahre 2005 fragte mich ein CIA-Beamter, wie mir „RADIO FREE EUROPE“ gefiel.

Er war überrascht, als ich ihm sagte, daß der Empfang dieser Sendung sehr stark gestört wurde und es unmöglich war, sie zu hören.

Die CIA hatte einfach keine Ahnung, was hinter dem Eisernen Vorhang los war. Sie interessierten sich nicht für Ideologie und Propaganda, sondern nur für militärische Informationen. Aus diesem Grund „verpaßten sie den Anschluß“. Das Buch „Disinformation“ von Generalleutnant Ion Mihai Pacepa und Ronald Rychlak wird dieses äußerst wichtige Thema an die Öffentlichkeit bringen. Hoffen wir, daß die Amerikaner in der letzten Minute erkennen, daß sie auf die Schippe genommen wurden.

FP: Warum ist es wichtig, sich Ihren neuen Film „The Collapse of Communism: The Untold Story“ anzusehen?

Buchar: Viele Amerikaner sind heutzutage nicht glücklich, welche Richtung ihr Land eingeschlagen hat. Sie fragen sich, wie die progressiven Linken so stark wurden, daß sie aus dem Land eine weitere große EU machen. Die Geschichte und das Wachstum der amerikanischen Linken sind zwar nicht besonders bekannt, aber gut dokumentiert — die Ausbreitung des Sozialismus in den Vereinigten Staaten ist aber kein rein internes Problem. Um vollständig zu verstehen, was heute in Amerika los ist, müssen wir wissen, wer den Angriff auf unser Leben begann, wann, und wie die Strategie aussieht.

Ich interviewe jetzt seit fünf Jahren Nachrichtendienst-Experten, Dissidenten, Überläufer und Kalte Krieger. Dabei erschloß sich mir eine ganz andere Realität. In den Vereinigten Staaten braut sich etwas zusammen und der Schlüssel zum Verständnis liegt in den Jahren 1989 und 1991. Da wir uns der Endstation der sogenannten Neuen Weltordnung nähern, ist es sehr wichtig, zu erkennen, wer diese Reise plante. Wäre es möglich, daß das politische Establishment im Westen einfach nicht die Wahrheit wissen will?

FP: Robert Buchar, ich danke Ihnen, daß Sie bei uns waren — und für diesen Film und Ihre Hingabe an die Wahrheit.

Wir möchten alle unsere Leser ermuntern, sich diesen neuen Film anzusehen und www.collapseofcommunism.com zu besuchen.

Hier finden Sie den Originalartikel, The Collapse of Communism: The Untold Story.

Besonders interessant ist der Ausrutscher, daß der islamische Terrorismus eine Erfindung ist, schließlich ist FRONTPAGEMAG eine islamkritische Seite, aber egal. Und abgesehen vom falschen Chruschtschow-Zitat ist ja soweit alles richtig.

Man muß aber kein Überläufer sein, um das zu erkennen, oder zu fragen, wo die Massenmedien gerade waren, um nach dem angeblichen Zusammenbruch der Sowjetunion über die Entsowjetisierung, die Prozesse gegen die Massenmörder, die aus den Gulags strömenden Häftlinge und die Familienzusammenführungen zu berichten.

Der verstorbene Alan Stang hatte diesen Gedanken bereits im Jahr 2008.

„Der Zusammenbruch der Sowjetunion“ unter der Lupe

Wie Sie wissen, ist die Regierung von Presidente Jorge W. Boosh beim gegenwärtigen Flächenbrand im Kaukasus der Auffassung, daß Georgien Recht hat und Rußland Unrecht. Zumindest in dieser Frage liegt Boosh damit bemerkenswert eng im Bett mit Obama, denn Senator Hussein Obamas Führungsoffizier (handler) ist Zbigniew Brzezinski, der im Namen von David Rockefellers Trilateraler Kommission Jimmy Carter als Präsident einstellte, und der nun offenbar den Auftrag hat, Hussein als Präsident einzustellen. Brzezinski stimmt Boosh sicherlich zu.

Während ich dies schreibe, konfrontiert Philip Berg, ein Rechtsanwalt und Demokratischer Beamter aus Philadelphia, Senator Hussein vor einem Bundesgericht mit der Behauptung, kein gebürtiger US-Bürger zu sein. Rechtsanwalt Berg sagt, er hätte Dokumente, die beweisen, daß Hussein Obama in Kenia geboren wurde, nicht in Hawaii, und daher nicht beanspruchen kann, Präsident zu sein. Bergs Internetseite ist www.obamacrimes.com. Sehen Sie nach und entscheiden Sie selbst. Wenn Hussein Obama überlebt, wird dies noch viel mehr über Zbig Brother Brzezinski sagen.

Gehen Sie jetzt vom Flächenbrand im Kaukasus ein paar Jahre zurück und betrachten Sie sich den „Zusammenbruch der Sowjetunion“. Woher wissen wir, daß die Sowjetunion „zusammengebrochen“ ist? Wir wissen, daß sie zusammenbrach, weil die Sowjetunion sagte, daß sie es tat, und die Spatzenhirne in unseren kommunistischen Massenmedien plappern schon lange nach, was die Sowjets sagen. Soweit ich mich erinnere, schluckten die Spatzenhirne das sowjetische Vogelfutter komplett.

Erinnern Sie sich an Mike Gorbatschow. Er ist der Mann mit dem Kainsmal auf seinem Haupt. Einst war er ein sowjetischer Diktator. Am nächsten Tag „fiel“ die Sowjetunion. Und am nächsten Tag taucht Mike in San Francisco auf, schlägt sein Hauptquartier im „Presidio“ auf, der historischen US-Militärbasis, und betreibt eine steuerbefreite Stiftung (Anm.: das „State of the World Forum“), die vor dem „Zusammenbruch“ der Sowjetunion geschaffen wurde. Wußte da oben vielleicht jemand Bescheid?

Wir reden über den Mann, der das „Reich des Bösen“ leitete, die KGB-Folterkammern, den Archipel Gulag, den Mann, der auf der ganzen Welt den Terrorismus finanzierte, etc. Warum tat Washington so etwas? Hatte Mike Reue gezeigt? War aus ihm jetzt ein überzeugter Verfechter der amerikanischen Werte und der Verfassung geworden? Überhaupt nicht! In seinen Büchern erklärt er, daß er sein Leben lang ein Kommunist ist, daß der Wandel in der Sowjetunion keinen Wandel seiner Absicht bedeutet, und daß „Perestroika“ einfach ein neuer Weg ist, um überall auf der Welt den Kommunismus durchzusetzen. (Anm.: Ein Ostblockwitz lautete: Q: What comes after perestroika? A: Perestrelka. — Frage: Was kommt nach Perestroika? Antwort: Erschießung.)

Jetzt war Mike ein „Öko“. Seine Gorbatschow-Stiftung veranstaltete Treffen, an denen George H. W. Bush und andere Weltregierungs-Verschwörer teilnahmen und die Frage diskutierten, wie viele Menschen auf der Welt für den „Umweltschutz“ ausgerottet und wie sie getötet werden sollten. Ted der Verräter Turner, der fünf Kinder hat, sagt zum Beispiel: „Eine Gesamtbevölkerung von 250 – 300 Millionen Menschen, ein Rückgang um 95% der heutigen Zahlen, wäre ideal.“ Seltsamerweise hat sich Ted der Verräter nicht freiwillig zur Exekution gemeldet.

Wir reden über ein Szenario, das so unglaublich ist, daß es mit Worten kaum zu beschreiben ist. Es wäre gleichbedeutend, wenn wir Onkel Hitler oder Onkel Heinrich aus dem Bunker oder dem Konzentrationslager hierher gebracht und zu Harvard-Professoren gemacht hätten. Über dieses Szenario hätte es bergeweise Belege geben müssen. Aber unsere kommunistischen Massenmedien haben es einfach so geschluckt, ohne zu rülpsen.

Was hätten wir sehen sollen, wenn der „Zusammenbruch der Sowjetunion“ echt gewesen wäre? Die Antworten liegen auf der Hand, wenn wir ihn mit dem Zusammenbruch der Nazis am Ende des Zweiten Weltkriegs vergleichen. Zunächst erinnern wir uns, daß die Konzentrationslager der Nazis befreit wurden. Die Tore wurden geöffnet, die Opfer strömten heraus. Wir sahen sie. Wir sahen amerikanische Truppen, die sich entsetzt die Nase zuhielten. Wir sahen endlose Berichte in den Medien. Bei einem echten Zusammenbruch der Sowjetunion hätten wir die gleiche Sache im Gulag sehen sollen.

Wir sahen es nicht. Es gab keine Befreiung, es gab keine Millionen, die strömten, keine tränenreichen Familientreffen. War das keine große Geschichte? Aber es gab keine Nachrichtenberichte, nicht einmal eine ehrenvolle Erwähnung. Dies muß bedeuten, daß der Archipel Gulag noch immer intakt ist, daß die Millionen noch immer dort sind und daß es keinen Zusammenbruch gab.

Als nächstes wurde das deutsche Militär aufgelöst. Die Wehrmacht war nicht mehr. Japan wurde ebenfalls entwaffnet. Das gleiche hätte beim „Zusammenbruch“ der Sowjetunion passieren müssen. Ist es passiert? Nein. Das Militär der Sowjets blieb intakt. Ja, zu der Zeit wurde etwas über die Zerstörung von einigen Raketen gesagt, aber diese Raketen hätten planmäßig ersetzt werden sollen. Deren Abbau hatte nichts mit Abrüstung zu tun. Die Sowjets sind nach wie vor eine gewaltige militärische Macht.

Drittens sollten nun andere Leute zu sehen sein. In Deutschland wurden die Nazis rausgeschmissen und gejagt. Israel ging nach Argentinien und entführte Eichmann. In Deutschland gab es neue Namen. Konrad Adenauer — „Der Alte“ — war Kanzler. General MacArthur tat das Gleiche in Japan. Togos Militaristen verschwanden. Und wer ist jetzt in Moskau zuständig? KGB-Oberst Vlad der Pfähler Putin.

Ja, Presidente Jorge W. Boosh blickte in Putins Augen und sah in seine Seele — und ihm gefiel, was er sah. Inzwischen hat Boosh seine Meinung vermutlich geändert. Wem glauben Sie? Wie es scheint, gibt es nach dem „Zusammenbruch“ die gleichen Leute wie zuvor. Und sollte es nicht wie in Nazi-Deutschland Prozesse gegen die Kriegsverbrecher geben, gegen die Männer, die den Gulag betrieben? Gab es welche? Nein.

Betrachten Sie schließlich die Tatsache, daß es all dies bereits früher gab. 1921 brachen die von Washington und dem Westen unterstützten Roten zusammen. Es herrschte Hunger, weil der „Kriegskommunismus“ keine Wirtschaft erlaubte. Der sowjetische Diktator Lenin machte einen Schritt zurück. Er schrieb sogar ein Buch und erklärte seinen Fanatikern, daß es zur Bewahrung des Kommunismus gut wäre, ein oder zwei Schritte zurück zu gehen.

Lenin führte die „Neue Ökonomische Politik“ ein, in der einen ein wenig Handel nicht gleich ins Gefängnis brachte. „NÖP-Männer“ tauchten auf; Händler, die ein wenig handelten. Der Westen hörte, daß Lenin „zur Besinnung gekommen“ wäre. Der Kommunismus hatte „versagt“. Das Sowjetsystem würde „umstrukturiert“ werden. Auf Russisch würden Sie es wahrscheinlich „Perestroika“ nennen.

Herbert Hoover, der sieben Jahre später US-Präsident wurde, traf in Moskau als Leiter der „American Relief Administration“ ein, mit Tonnen an Lebensmitteln und Investitionskapital. Die Sowjets feierten. Der Kommunismus war gerettet. Moskaus Verdauungsprozeß dauerte drei Jahre. Dann meldete sich der Kommunismus zurück.

Washington unterstützte die Kommunisten noch einmal und rettete sie vor dem Zusammenbruch. Im Zweiten Weltkrieg tat es die Verschwörung zur Weltregierung wieder. Bitte nennen Sie mir eine kommunistische Diktatur, irgendwo, die nicht von den Vereinigten Staaten geschaffen wurde. Rotchina? Falsch. Kuba? Wieder falsch. Zimbabwe. Falsch. Ich kenne keine. Zur Förderung des Kommunismus hat die US-Regierung auf der ganzen Welt mehr getan, als irgendein anderes Land. Ohne die Vereinigten Staaten wäre der Kommunismus eine Fußnote in einem staubigen Geschichtstext.

Was sind die Folgen des letzten „Zusammenbruchs“ der Sowjetunion? Es floß wieder einmal Investmentkapital. Die Sowjets erlebten einen diplomatischen Triumph. Ihr Mann Michael Gorbaschrott erklärt jetzt amerikanischen Industriellen, was zu tun ist. Dem sowjetisch geförderten Terrorismus wird keine Aufmerksamkeit mehr gewidmet. Der Fokus liegt jetzt auf dem „islamischen Fundamentalismus“, der auf mysteriöse Weise mitten auf der Bühne auftauchte, während die Sowjets an den Seiten verschwanden, fast so, als ob die ganze Sache ein Plan war.

Erinnern Sie sich daran, daß die Sowjets die Rekrutierung, Ausbildung, Finanzierung und Etablierung von Strohmännern erfanden, die ihre Terrorismusarbeit erledigten, während die Sowjets als Philantrophen posierten. Erinnern Sie sich daran, daß der ekelerregende Jassir Arafat, Führer der Palästinensischen Befreiungsorganisation und Knabenliebhaber, sein Leben lang ein Angestellter der Sowjets war. Arafat ist natürlich nur ein Beispiel von vielen.

Die Sowjets planen solche Dinge nicht nur ein oder zwei Jahre im Voraus. Sie sind Schachmeister, sie planen in Jahrzehnten, in Generationen. Hat diese jüngere Geschichte etwas mit dem Flächenbrand im Kaukasus zu tun? Meine eine Antwort wird wie immer kurz, direkt und nachvollziehbar sein. Ich weiß es nicht. Offensichtlich gibt es eine Beziehung — ich weiß aber noch nicht, was es ist. Im Laufe der Zeit wird der Zweck vielleicht deutlich werden. Wir können uns wie üblich darauf verlassen, daß das, was uns gesagt wurde, so falsch ist wie ein Ein-Dollar-Schein.

Wir müssen uns gerade jetzt daran erinnern, was geschah. Wenn Sie nicht wissen, wo Sie in der Vergangenheit waren und was geschah, werden Sie nie verstehen, wo Sie jetzt sind und was zu tun ist. Fürs Erste ist klar, daß wir wieder zu einer amerikanischen Außenpolitik finden müssen, in der wir uns um unsere eigenen Angelegenheiten kümmern und darauf bestehen, daß andere Nationen sich um ihre Angelegenheiten kümmern.

Wir können uns leider nur auf die Tatsache verlassen, daß beide Seiten des Konflikts, Moskau und Washington, daran arbeiten, die Sache der Weltregierung voranzutreiben. Beenden wir diese kurze Übersicht mit einer Frage: Ist die gegenwärtige Inszenierung im Kaukasus eine typische Demonstration des dialektischen Materialismus, in dem die Verschwörung zur Weltregierung beide Seiten manipuliert?

Alan Stang war einer der ersten Skriptschreiber von Mike Wallace auf „Channel 13“ in New York, wo er einige der Skripte verfasste, die Mike Wallace zu CBS brachten. Stang war selbst Radiomoderator. In Los Angeles wurde er zeitgleich zu Larry King gesendet und hatte laut „Arbitron“ fast doppelt so viele Zuhörer. Er hat als Auslandskorrespondent gearbeitet. Er hat hunderte von Sonderbeiträgen in Zeitschriften im ganzen Land und etwa fünfzehn Bücher geschrieben, für die er zahlreiche Auszeichnungen erhielt, darunter eine Ehrung durch das Repräsentantenhaus von Pennsylvania für hervorragende journalistische Leistungen. Eines von Stangs Exposés hielt einen kriminellen Versuch auf, die Kontrolle über New Mexico zu erlangen, wo eine Bande ein Gerichtsgebäude eroberte, einen Richter als Geisel nahm und einen Stellvertreter ermordete. Der Plan stand kurz vor dem Erfolg bevor Stang eingriff. Ein weiteres Exposé von Stang inspirierte wichtige Reformen im bundesstaatlichen Arbeitsrecht.

Sein erstes Buch, „Es ist sehr einfach: Die wahre Geschichte der Bürgerrechte“ („It’s Very Simple: The True Story of Civil Rights“), war ein sofortiger Bestseller. Sein erster Roman, „Die höchste Tugend“ („The Highest Virtue“), der in der russischen Revolution spielt, errang eine Fünf-Sterne-Bewertung in der „West Coast Review of Books“, die in nur einem Prozent ihrer Bewertungen fünf Sterne vergab.

Stang hat in jedem amerikanischen Bundesstaat und auf der ganzen Welt Vorträge gehalten und wurde in vielen Sendungen begrüßt, darunter „Cross Fire“ auf CNN. Weil er und seine Frau in Santo Domingo in der Dominikanischen Republik die meisten Kinder hatten, wo sie damals lebten, wurde die ganze Familie gewählt, um in Sydney Pollacks „Havanna“ mit Robert Redford zu spielen, dem bis dahin teuersten Film. Alan Stang ist der Mann mit den angeklatschten Haaren in dem lächerlichen Harry-Truman-Hawaii-Shirt. Er sagt, daß er dazu gezwungen wurde.

Hier finden Sie den Originalartikel, "Soviet Collapse" Revisited.

Und hier die Definition von Außenpolitik laut George Washingtons Abschiedsbotschaft:

„… Die große Verhaltensregel hinsichtlich fremder Nationen liegt für uns darin, bei der Ausweitung unserer Handelsbeziehungen so wenig politische Verbindung wie möglich mit ihnen zu haben. Soweit wir bereits Verpflichtungen eingegangen sind, laßt sie in vollendet gutem Glauben erfüllt werden. — Hier aber laßt uns Halt machen.

Europa hat ein Gefüge primärer Interessen, die keine oder sehr entfernte Beziehungen zu uns haben. Deshalb muß es in häufige Auseinandersetzungen geraten, deren Ursachen unseren Anliegen wesentlich fremd sind. Daher also muß es unklug für uns sein, uns durch künstliche Bande in die gewöhnlichen Wechselfälle seiner Politik oder die gewöhnlichen Kombinationen und Zusammenstöße seiner Freund- oder Feindschaften zu verwickeln. Unsere abgesonderte und entfernte Lage veranlaßt uns und setzt uns instand, einen anderen Kurs zu verfolgen. Wenn wir ein einiges Volk unter einer wirksamen Regierung bleiben, ist die Zeit nicht fern, wo wir beträchtlicher Schädigung durch auswärtige Staaten trotzen können; wo wir eine Haltung einnehmen können, die die Neutralität achten lassen wird, die wir zu irgendeiner Zeit beschließen mögen; wo kriegführende Nationen angesichts der Unmöglichkeit, Erwerbungen bei uns zu machen, nicht leichthin damit spielen werden, uns zu provozieren; wo wir Krieg oder Frieden wählen können, wie unser Interesse, geleitet vom Recht, es geraten sein läßt.

Warum sich der Vorteile einer so besonderen Lage begeben? Warum unseren eigenen Boden verlassen, um auf fremdem zu stehen? Warum durch Verflechtung unseres Geschicks mit dem irgendeines Teils von Europa unseren Frieden und unseren Wohlstand in die Netze europäischer Ambition, Rivalität, Interesses, Stimmung oder Laune verstricken?

Unsere wahre Politik ist, uns fernzuhalten von allen dauernden Bündnissen mit irgendeinem Teil der ausländischen Welt; insoweit, meine ich, als wir jetzt frei sind es zu tun; denn laßt mich nicht so verstanden werden, als wäre ich für Untreue gegenüber bestehenden Verpflichtungen. Ich halte die Maxime für nicht weniger anwendbar auf öffentliche als auf private Angelegenheiten, daß ehrlich immer am längsten währt. Ich wiederhole es deshalb, laßt diese Verpflichtungen in ihrem wirklichen Sinn beobachtet werden. Aber meiner Meinung nach ist es unnötig und wäre es unklug, sie auszudehnen.

Wenn wir immer darauf sehen, uns durch geeignete Einrichtungen in achtunggebietendem Verteidigungszustand zu halten, können wir ohne Gefahr zeitweiligen Bündnissen für ungewöhnliche Notlagen vertrauen …“

Aus der „Abschiedsbotschaft“ George Washingtons, 1796

(Herbert Strauß: Botschaften der Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zur Außenpolitik, 1793-1947, S. 13 f.)

Der KGB-Brief über Ted Kennedy

2012/02/28

Deutschlandpremiere für ein historisches Dokument, unter dem die Medien vor Erschöpfung zusammenbrachen, bevor sie darüber berichteten. Der KGB-Brief über Edward „Ted“ Kennedy.

Dieser Brief wurde 1991 von dem Reporter Tim Sebastian von der Londoner ‚Times’ entdeckt, als die Sowjetunion zum wiederholten Male das Scheitern des Kommunismus vortäuschte und dafür dieses Mal sogar die KGB-Archive öffnete — Besichtigungstouren der Konzentrationslager des kommunistischen Schreckensregimes oder bewegende Bilder über die Freilassung politischer Gefangener gab es leider keine.

Der Brief findet sich als Anlage auf Seite 317 in Paul Kengors Buch ‚The Crusader: Ronald Reagan and the Fall of Communism’ aus dem Jahr 2006.

Besondere Wichtigkeit

Ausschuß zur Staatssicherheit der UdSSR 14.05.1983 No. 1029 Ch/OV

Moskau

Betrifft Senator Kennedys Anfrage an den Generalsekretär der Kommunistischen Partei Genosse J. W. Andropow

Genosse J. W. Andropow

Am 9. und 10. Mai dieses Jahres war Senator Edward Kennedys enger Freund und Vertrauter J. Tunney in Moskau. Der Senator beauftragte Tunney, über vertrauliche Kontakte die folgende Meldung an den Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, J. Andropow, zu übermitteln:

Senator Kennedy ist wie andere vernünftige Menschen sehr besorgt über den aktuellen Stand der sowjetisch-amerikanischen Beziehungen. Durch die Entwicklung der Ereignisse werden diese Beziehungen, gekoppelt mit dem allgemeinen Zustand der globalen Angelegenheiten, die Situation noch gefährlicher machen. Der Hauptgrund dafür ist Reagans Kriegslust, und seine feste Entschlossenheit, in Westeuropa neue amerikanische atomare Mittelstreckenwaffen zu stationieren.

Laut Kennedy ist die aktuelle Bedrohung auf die Weigerung des Präsidenten zurückzuführen, sich für irgendwelche Modifikationen seiner Politik zu verpflichten. Er fühlt, daß sein inländischer Status wegen der gut publizierten wirtschaftlichen Verbesserungen gestärkt wurde: die Inflation ist stark reduziert worden, und die Produktion steigt wie die allgemeine Geschäftstätigkeit. Aus diesen Gründen werden die Zinsen weiterhin sinken. Das Weiße Haus porträtierte dies in den Medien als „Erfolg der Reaganomics“.

Natürlich ist auf wirtschaftlichem Gebiet nicht alles nach Reagans Plan verlaufen. Einige bekannte Ökonomen und Mitglieder aus Finanzkreisen, insbesondere aus den nordöstlichen Bundesstaaten, sehen bestimmte verborgene Tendenzen voraus, die in den USA eine neue Wirtschaftskrise hervorbringen kann. Dies könnte im Präsidentschaftswahlkampf von 1984 zum Fall führen, wovon die Demokratische Partei profitieren würde. Dennoch gibt es für diese Entwicklung keine sicheren Zusagen.

Die einzigen wirklichen potenziellen Bedrohungen für Reagan sind Probleme, die Krieg und Frieden und die sowjetisch-amerikanischen Beziehungen betreffen. Diese Fragen werden laut dem Senator ohne Zweifel das Wichtigste im Wahlkampf werden. Die Bewegung, die ein Einfrieren der nuklearen Arsenale beider Länder befürwortet, gewinnt in den Vereinigten Staaten weiterhin an Stärke. Die Bewegung ist auch bereit, Vorbereitungen für ihr anhaltendes Wachstum zu akzeptieren, vor allem von Kennedy. In politischen und einflußreichen Kreisen des Landes, auch innerhalb des Kongresses, gewinnt der Widerstand gegen die wachsenden Militärausgaben an Stärke.

Doch laut Kennedy ist die Opposition gegen Reagan noch sehr schwach. Reagans Gegner sind gespalten und die Präsentationen, die sie machen, sind nicht voll leistungsfähig. Unterdessen ist Reagan in der Lage, jede Propaganda effektiv zu bekämpfen. Um Kritik zu neutralisieren, daß die Gespräche zwischen den USA und der UdSSR unkonstruktiv sind, wird Reagan pompös, aber subjektiv propagandistisch. Zur gleichen Zeit werden sowjetische Vertreter, die über Abrüstung sprechen, aus dem Kontext zitiert, zum Schweigen gebracht oder grundlos und skurril abgewertet. Obwohl die Argumente und Aussagen von Vertretern der UdSSR in der Presse erscheinen, ist es wichtig zu beachten, daß Zeitungen oder Zeitschriften von der Mehrheit der Amerikaner nicht ernsthaft gelesen werden.

Kennedy glaubt, daß, in Anbetracht der gegenwärtigen Lage, und im Interesse des Friedens, es klug und zeitgemäß wäre, die folgenden Schritte gegen Reagans militaristische Politik und seine Kampagne zu unternehmen, um die amerikanische Bevölkerung psychologisch zu belasten. In dieser Hinsicht bietet er dem Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion J. W. Andropow die folgenden Vorschläge an.

1. Kennedy bittet J. W. Andropow zu prüfen, den Senator im Juli dieses Jahres zu einem persönlichen Treffen nach Moskau einzuladen. Der Hauptzweck des Treffens wäre nach dem Senator, die sowjetischen Vertreter bezüglich des Problems der nuklearen Abrüstung mit Erklärungen zu bewaffnen, so daß sie bei Auftritten in den USA besser vorbereitet und überzeugender sein können. Er möchte Sie auch darüber informieren, daß er eine Reise durch Westeuropa geplant hat, wo er damit rechnet, Englands Premierministerin Margaret Thatcher und Frankreichs Präsident Mitterrand zu treffen, wobei er bezüglich des gleichen Problems ähnliche Vorstellungen austauschen wird.

Sollten seine Vorschläge im Grundsatz akzeptiert werden, würde Kennedy seinen Vertreter nach Moskau entsenden, um Fragen bezüglich der Organisation eines solchen Besuchs zu lösen.

Kennedy meint, der Nutzen eines Treffens mit J. W. Andropow wird verbessert, wenn er außerdem einen der bekanntesten Republikanischen Senatoren einladen könnte, zum Beispiel Mark Hatfield. Ein solches Treffen wird auf die amerikanischen und politischen Kreise in den USA einen starken Einfluß haben. (Im März 1982 schlugen Hatfield und Kennedy einen Lösungsentwurf vor, um die nuklearen Arsenale der USA und der UdSSR einzufrieren und veröffentlichten zu diesem Thema auch ein Buch.)

2. Kennedy glaubt, daß es wichtig wäre, im August-September dieses Jahres im Fernsehen übertragene Interviews mit J. W. Andropow in den USA zu organisieren, um die Amerikaner zu beeinflussen. Ein direkter Appell an das amerikanische Volk durch den Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion wird im Land ohne Zweifel ein großes Maß an Aufmerksamkeit und Interesse auf sich ziehen. Der Senator ist überzeugt, dies würde insofern die maximale Resonanz erhalten, da die effektivste Methode an Massenmedien und -information das Fernsehen ist.

Wenn der Vorschlag als würdig anerkannt wird, werden Kennedy und seine Freunde geeignete Schritte veranlassen, damit die Repräsentanten der größten Fernsehanstalten in den USA für die Interviews J. W. Andropow wegen einer Einladung nach Moskau kontaktieren. Insbesondere der Präsident vom Vorstand von ABC Elton Raul und die Fernseh-Journalisten Walter Cronkite oder Barbara Walters könnten Moskau besuchen. Der Senator betonte die Bedeutung, daß diese Initiative als von der amerikanischen Seite kommend gesehen werden sollte.

Mit dem gleichen Ziel vor Augen würden in den USA ferner eine Reihe von Fernseh-Interviews mit niedrigeren Sowjet-Vertretern organisiert werden, insbesondere aus dem Militär. Sie würden außerdem eine Möglichkeit haben, sich wegen den friedlichen Absichten der UdSSR direkt an das amerikanische Volk zu wenden, mit ihren eigenen Argumenten, in militärischer Hinsicht ein echtes Kräftegleichgewicht zwischen der UdSSR und den Vereinigten Staaten zu erhalten. Dieses Problem wird von der Reagan-Administration schnell verzerrt.

Kennedy bat, zu vermitteln, daß dieser Appell an den Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion seine Bemühung darstellt, einen starken Vorschlag beizusteuern, der die Gefahr eines Atomkriegs ausrotten würde, und die sowjetisch-amerikanischen Beziehungen zu verbessern, so daß sie die Sicherheit der Welt bestimmen. Kennedy ist von den Aktivitäten von J. W. Andropow und anderen sowjetischen Führern, die ihr Bekenntnis ausdrückten, die internationalen Angelegenheiten zu heilen und das gegenseitige Verständnis zwischen den Völkern zu verbessern, sehr beeindruckt.

Der Senator unterstrich, daß er sehnsüchtig auf eine Antwort auf seinen Appell wartet, die Antwort, die möglicherweise Tunney überbringen könnte.

Nachdem er Kennedys Appell an den Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion vermittelte, erklärte Tunney außerdem, daß Senator Kennedy in den letzten Jahren aktiv aufgetreten ist, um die Gefahr eines Krieges zu reduzieren. Weil er sich formell weigerte, am Wahlkampf des Jahres 1984 teilzunehmen, würden seine Reden ohne Vorurteile aufgenommen werden, da sie an kein Wahlversprechen gebunden sind. Tunney bemerkte, daß sich der Senator im Jahr 1988 für das Präsidentenamt bewerben will. Zu dieser Zeit wird er 56 sein und seine persönlichen Probleme, die sein Ansehen hindern könnten, werden beigelegt sein (Kennedy hat gerade eine Scheidung hinter sich und plant, in naher Zukunft wieder zu heiraten). Zusammengenommen läßt Kennedy nicht unberücksichtigt, daß sich die Demokratische Partei während der Wahlkampagne 1984 offiziell an ihn wendet, um den Kampf gegen die Republikaner anzuführen und ihren Präsidentschaftskandidaten zu wählen. Dies würde erklären, warum er überzeugt ist, daß keiner der heutigen Kandidaten eine echte Chance auf einen Sieg über Reagan hat.

Wir warten auf Anweisungen.

Präsident des Komitees V. Tschebrikow

Sie finden den englischen ‚Text of KGB Letter on Senator Ted Kennedy’ auch im Internet.

Ein Säpo-Chef spricht

2012/02/25

Per Gudmundson über die Enthüllung, daß Schwedens Ministerpräsident Olof Palme versucht hatte, die Zusammenarbeit mit dem KGB zu fördern.

Hätten Sie gedacht, daß ein friedensbewegter Atomgegner ein Kommunist sein kann?

Termini technici
Säpo: Kurzform für Säkerhetspolisen

Olof Frånstedt, bis 1978 ein Jahrzehnt lang Leiter der Spionageabwehr des Sicherheitsdienstes, gibt in der aktuellen Ausgabe von Focus (gemeint ist eine schwedische Zeitschrift) ein Interview. Vieles davon betrifft Olof Palme, und Frånstedt wird wirklich deutlich.

„Er mischte sich in unsere tägliche Arbeit ein. Er war getrieben von politischem Pathos und behinderte uns bei unserer Arbeit.

Ich traute ihm nicht, weil er versucht hatte, uns zu stoppen, mit der CIA zu kooperieren, und eine Kooperation mit dem KGB zu starten. Ein Staatsoberhaupt, das solche Dinge sagt, ist entweder im russischen Netz gefangen oder bewegt sich zumindest innerhalb seines Einflußbereichs.“

Die Kommunisten zu Hause — Palme wollte ein Auge auf sie haben.

„Während des Bergarbeiterstreiks in Malmfälten 1969 zum Beispiel suchte ich die Informationen über die Kommunisten heraus, die selbst beteiligt waren.“

Man darf auf die Memoiren, an denen Frånstedt arbeitet, gespannt sein.

Hier finden Sie den Originalartikel, En Säpo-chef berättar.

Die Macht des neuen KGB

2012/01/16

Danila Galperovich interviewt Wladimir Bukowski.

(Lesen Sie außerdem hier Paul Beliens Interview mit Wladimir Bukowski vom 27. Februar 2006 „Former Soviet Dissident Warns For EU Dictatorship“ und hier Wladimir Bukowskis Vortrag in Brüssel vom 23. Februar 2006 „Wie Gorbatschow, Giscard d’Estaing und andere die EU neu erfanden“)

(weitere Anmerkungen in Klammern)

[Danila Galperovich führte dieses Interview auf svobodanews.ru durch. Yelena Glazova hat es für Frontpagemag.com ins Englische übersetzt.]

Eine der bekanntesten und angesehensten Persönlichkeiten der russischen Dissidentenbewegung, Wladimir Bukowski, sprach mit Radio Liberty über die Prinzipien und Methoden, die KGB-Agenten gegen freiheitliche Denker anwenden. Welche dieser Methoden werden in naher Zukunft in Rußland gegen die neuesten Proteste zum Einsatz kommen?

Wladimir Bukowski war schon immer ein scharfer Beobachter, wie der KGB nach dem Machtverlust im Jahr 1991 allmählich seine Stärke wiedererlangte. KGB Vertreter besetzen heute die höchsten Ränge der russischen Machtstruktur. Was wird in naher Zukunft passieren? Was sollte von den Teilnehmern der Proteste erwartet werden?

Dieses Interview wurde in England durchgeführt, zu Hause bei Wladimir Bukowski in Cambridge. Der erste Teil erschien in gedruckter Form am 30. Dezember 2011, Bukowskis 69. Geburtstag. Der zweite Teil des Interviews wird am 4. bis 5. Januar veröffentlicht. Da wir unseren Lesern die Übersetzung des Interviews präsentieren, gratulieren wir Wladimir ganz herzlich zu seinem Geburtstag.

Galperovich: Die jungen Menschen, die zu dem Treffen am Bolotnaya Platz kamen, sind eta 20-25 Jahre alt, und sie sind Manager, Geschäftsleute, Künstler; die Stammgäste und Nutzer von Facebook. Sie verstehen das Phänomen des KGB nicht wirklich, weil der KGB in ihrem Leben nicht als ein sichtbares Phänomen existierte. Dennoch wird diese junge Generation mit den KGB-Agenten, die Schlüsselpositionen des Landes besetzen, zu tun haben. Was sollten diese jungen Leute über ihre Gegner wissen? Was sollten sie erwarten? Welches Bewußtsein ist für diese jungen Menschen in ihrem Kampf von zentraler Bedeutung?

Bukowski: Lassen Sie mich zunächst betonen, daß die KGB-Agenten in den letzten zwanzig Jahren viel von ihrem qualitativen Scharfsinn verloren haben. Zu meiner Zeit überwachte das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei die Aktivitäten des KGB, und ohne die Erlaubnis des Zentralkomitees war der KGB nicht einmal in der Lage, Durchsuchungen auszuführen. Diese Kontrolle von oben sorgte für geschliffenes Verhalten und präzise Aktionen; das Zentralkomitee konnte KGB-Agenten immer bestrafen, wenn sie zum Beispiel Fehler machten oder vorsätzlich und ohne Genehmigung handelten. Folglich war der KGB sehr diszipliniert, sehr professionell. Und obwohl diese Agenten auf der Höhe ihres Spiels waren, konnten wir trotzdem viele Siege erzielen, sozusagen auf ihrem eigenen Spielfeld. Alles in allem schnitten sie im Vergleich zu Stalins NKWD nicht mehr so gut ab.

Nach meiner Zeit sind sie jedoch viel tiefer gesunken. Ich bin häufig erstaunt — ihr Niveau entspricht dem einer unfähigen Landwehr aus der Provinz: sie sind nicht der KGB von früher. Sie können nicht einmal Gebäude in ihrer Hauptstadt sprengen, ohne sich zu enttarnen und Spuren zu hinterlassen. Genosse Stalin hätte sie alle erschossen. Als sie zum Beispiel Selimchan Yandarbiev in Katar töteten und danach sofort gefaßt wurden, erschien dies fast unwirklich. Warum beschlossen sie zu handeln, wenn sie von Kameras beobachtet werden? Wieso verwenden sie Telefone, die sich zurückverfolgen lassen und reisen dann zum Landhaus eines Diplomaten? Zu unserer Zeit wäre das undenkbar gewesen. Die damaligen Agenten waren viel qualifizierter.

Doch diese Realität hat auch einen erschreckenden Aspekt — diese Menschen begehen Morde, ohne wirklich nachzudenken oder zu planen und das mit voller Hingabe. Um in der Sowjetära einen Mord zu begehen, mußte man einen Plan machen, das Ziel längere Zeit beobachten, den Plan an das Zentralkomitee einreichen und dann auf die Genehmigung warten. Dies würde einige Zeit dauern. Deshalb wollte der KGB viele Morde nicht [verüben]; man mußte lange und hart arbeiten, um Morde vorzubereiten und sich mit viel Bürokratie befassen. Es war viel einfacher, die Person zu verhaften und ins Gefängnis zu schicken und dann in den Gulag. Aber heute ist es einfacher, zu töten, als zu verhaften — zu verhaften heißt, die Öffentlichkeit einzuladen, Offenheit (Glasnost) zu initiieren, Anwälte anzuziehen, und sogar die Presse, egal wie schwach oder minderwertig sie ist. Die Agenten wollen diesen Lärm nicht. Für sie haben Verhaftungen gefährliche Folgen.

Sasha Litwinenko war die erste Person, die mir diese neue Realität erklärte. Er erzählte mir, daß KGB-Agenten Morde planen, während sie in ihrer Cafeteria sitzen. Hier ist seine Geschichte: „Ich sitze ruhig da und esse meine Suppe. Ein Kollege aus einer benachbarten Abteilung setzt sich zu mir und fragt, ob ich zuverlässige kriminelle Kontakte habe. Ich sage, daß ich sie habe. Dann erklärt er: ‚Wir müssen den Deutschen aus dem Weg schaffen.‘ Ich frage: ‚Was meinen Sie mit aus dem Weg schaffen?‘ Und er sagt: ‚Es wäre auch für Sie gut; 30 Tausend ist Ihr Anteil.'“ So erledigen sie jetzt ihre Geschäfte, und so lösen sie ihre Probleme. Dies muß verstanden werden. Vergleichen Sie unsere damalige Zeit mit der heutigen, dann weist dieses Muster auf einen wichtigen, überraschenden Unterschied. Und gleichzeitig machen diese Agenten fortwährend die dümmsten Fehler. In der Sowjetunion gab es das „weise“ Zentralkomitee der Partei, wegen seiner Macht und seiner Kontrolle vom KGB gehaßt; die Agenten freuten sich, als sie von dieser Kontrolle endlich befreit waren, doch nun machen sie Fehler. Nichts funktioniert wirklich so, wie es sollte.

Galperovich: Können sie die Teilnehmer der Protestbewegung töten, die sie für die gefährlichsten halten?

Bukowski: Zu unserer Zeit war es schwierig, doch jetzt … Ich begann mit der Diskussion der Unterschiede zwischen dem sowjetischen KGB und dem KGB von heute — ich ziehe es vor, den FSB bei seinem alten Namen zu nennen. Ich muß aber auch auf einige grundlegende Gemeinsamkeiten aufmerksam machen, die, wie auch immer, bestehen bleiben. Das erste, was sich die neuen Demonstranten vor Augen halten sollten, ist, daß es aussichtslos ist, mit dem KGB irgend etwas zu vereinbaren. Alle westlichen Politiker — mit Ausnahme von Ronald Reagan — machen hier einen grundlegenden Fehler. Westliche Politiker begreifen einfach nicht, daß es unter der Spezies des Homosapiens diesen ganz besonderen Typus gibt. Mit den Vertretern dieses Typus können Sie keine Vereinbarungen treffen, weil sie nicht vorhaben, Vereinbarungen zu treffen. Ihre Aufgabe ist es, Sie zu ihren Agenten zu machen. Sie sind entweder ein Agent — potenziell oder tatsächlich — oder ein Feind; etwas anderes existiert nichts. Sie denken vielleicht, daß Sie sich selbst auf eine zivilisierte Art und Weise benehmen, wenn Sie irgendwelche Kompromisse finden, aber für sie ist jeder Kompromiss ein Zeichen von Schwäche, und es bedeutet, daß weiter Druck und Zwang aus Sie ausgeübt werden sollte. Man muß also eines bedenken — je schneller man sie durchschaut, desto weniger ist man ihr Opfer.

Ich kann Ihnen eine Geschichte erzählen. Nun, sie klingt manchmal etwas umgangssprachlich, aber ich werde versuchen, die Ecken und Kanten zu glätten.

In unserem Lager traf ich einen alten Lehrer aus Zakarpattia Oblast im Südwesten der Ukraine. Er war ein Gelehrter, konnte fünf Sprachen, war ein außergewöhnlicher Mensch. Doch ganz plötzlich fängt unser Vorgesetzter an, ihn zu bestrafen und ihn für 15 Tage in Isolationshaft zu schicken, und wiederholt dies immer wieder. Unter den Gefangenen gab es in den Lagern diesen multi-ethnischen Ausschuß — oder wie er genannt wurde. Menschen verschiedener Nationalitäten — Armenier, Juden, Ukrainer, Russen, Litauer — versammelten sich, um die Situation in der Zone zu diskutieren. Und hier taucht das neue Problem auf — unserem intelligenten Lehrer zu helfen. Ich, anstatt den Mund zu halten, sage: „Der Vorgesetzte versucht, aus ihm einen Spitzel zu machen, und unser Lehrer ist nicht in der Lage, sie alle zur Hölle zu schicken. Man sollte so schnell wie möglich das übelste Arsenal an Schimpfwörtern verwenden. Eine andere Sprache verstehen sie nicht.“

Nun, jede Initiative ist strafbar. Der Ausschuß beschloß, daß ich dem Lehrer die Situation erklären soll, sobald er aus seiner neuen Einzelhaft zurückkehrt.

Als der Lehrer aus seiner Einzelzelle kam, erklärte ich ihm die Situation und versuchte, ihm beizubringen, wie man flucht. Um die russische „Mat“, die Vulgärsprache des Fluchens (mit möglichst vielen F-Wörtern), in vollem Umfang zu nutzen — nach dem System von Stanislawski. Doch die Lippen des Lehrers wollten sich nicht bewegen. Er konnte es einfach nicht sagen. Er konnte fünf Sprachen, aber er konnte nicht fluchen. Drei Stunden wies ich ihn an. Schließlich lernte er; er begriff die Situation in voller Tiefe. Das nächste Mal, als ihn der Vorgesetzte für 15 Tage in die Isolationshaft schickte, fluchte der Lehrer laut und schmutzig, und als er mit seinen 15 Tagen fertig war, faßten sie ihn nie wieder an.

Diese Geschichte ist in der Tat eine Gulag Parabel. Sie zeigt, daß man sich gegenüber dem KGB nicht anders verhalten kann. Subtilität verstehen sie nicht; ihre Köpfe funktionieren anders. Sie wurden nur in einer Richtung ausgebildet. Und wenn Sie sie nicht mit den übelsten F-Wörtern loswerden können, halsen Sie sich ein großes Leid auf.

Galperovich: Also, diese Agenten sehen sich jetzt mit einem Massenprotest konfrontiert. Es hat in Rußland seit dem Ende der 1980er Jahre keine Massenproteste gegeben. Was wird der KGB jetzt tun?

Bukowski: Die Erfahrung gegnerischer Massenbewegungen machte der KGB während der Perestroika. Damals entschieden die Politiker, Massenbewegungen für ihre Zwecke zu entwickeln und zu pflegen. Und der KGB sollte sie kontrollieren und lenken, und diese Aufgabe wurde pflichtgemäß durchgeführt. Die Tatsache, daß niemand auf dieser Erde Massenbewegungen kontrollieren kann, ist eine ganz andere Frage. Der (von der Geheimpolizei unterstützte) Priester (Georgi Apollonowitsch) Gapon, das Phänomen Zubatovschina und sein Netzwerk aus Doppelagenten (des Polizeichefs Zubatov) — hier haben Sie die besten Beispiele für das unvermeidliche Scheitern dieser Versuche. Die Dienste dieser Agenten führten zur Revolution von 1905. Und dieses Muster taucht unvermeidlich wieder auf. Die Logik ist einfach: das Netz der Agenten, das die Massenagitation zu kontrollieren versucht, wird schließlich vor einem unausweichlichen Dilemma stehen. Die soziale Atmosphäre wird zu gegebener Zeit immer politischer und radikaler; die Protestbewegungen werden schärfer. Wenn die KGB-Strukturen diesem Prozeß widerstehen, werden sie überrumpelt und ihre Macht verlieren; wenn sie mitmachen, verlieren sie ihren Einfluß. Und dann, an einem ganz bestimmten Punkt dieses sehr dynamischen Prozesses — verlieren sie über die Massenbewegungen ihre Kontrolle.

Dennoch haben sie in der Manipulation der Massen sehr viel Erfahrung erworben. Man sollte nicht glauben, daß sie die 1980er Jahre mit Nichtstun verplemperten. Sie studierten die Muster der Manipulation und die Kontrolle der Massenagitation. Es ist auch wahr, daß dies Standardmethoden sind; der KGB hat sie nicht erfunden. Agenten aufzustellen, falsche Bewegungen zu schaffen — verschiedene „Volksfronten“ — all das ist nicht neu. Daß diese Methoden eingesetzt werden, daran habe ich keinen Zweifel. Dies sollte man erwarten. Es tauchen bereits einige Persönlichkeiten auf — ich will sie nicht nennen — die mich argwöhnisch werden lassen. Ich sehe sie mir an und etwas bleibt unklar. Aus welchen Tiefen sind sie aufgetaucht?

Galperovich: Aber da ist (Boris) Nemtsow (von der „Union der rechten Kräfte“, SPS), da ist (Georgi) Jawlinski (der Chef der Jabloko-Partei), da sind verschiedene Arten von Menschen, die nicht neu sind. Haben Sie das Gefühl, daß diese Menschen in diesen neuen Prozessen eine Zukunftsperspektive haben?

Bukowski: Einige dieser Leute haben natürlich eine Zukunft. Nemtsow zum Beispiel. Er besitzt eine einzigartige Kombination: auf der einen Seite hat er Führungserfahrung, da er Teil der Regierung war, selbst ein Gouverneur war, was in der Opposition sonst bei niemandem der Fall ist. Auf der anderen Seite sind seine Erfahrungen als Teil der Opposition glaubwürdig, und in dieser Hinsicht besitzt er Autorität. Ich bin mir sicher, daß man ihn brauchen wird. Was ist mit dem Rest? Die Persönlichkeiten, die in der Opposition am sichtbarsten sind, werden von der breiten Bevölkerung als Option nicht akzeptiert.

Zum Beispiel, mein Freund (der Ex-Schachweltmeister) Garri Gasparow — er ist ihnen zu intelligent, zu weit entfernt vom Volk, zumindest aus ihrer Sicht. (Eduard) Limonow ist eine sehr wichtige Persönlichkeit. Für einen bestimmten Teil der Jugend ist und bleibt er ein Führer — das ist unbestreitbar. Doch dies ist ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung. Von einer breiten Bevölkerung wird er nicht akzeptiert. Jawlinski hat auf allen Seiten gearbeitet. Er ist seit 1990 in der Politik und hat alle Wege versucht, Kompromisse akzeptiert, war in vielen komplexen Situationen, und all dies bleibt in Erinnerung, diese Last der Vergangenheit wird nicht vergessen. Also glaube ich nicht, daß Jawlinski vorhat, ein Führer zu werden.

Ich glaube tatsächlich, daß wir die wirklichen Führer nicht kennen. Normalerweise tauchen die Führer dann auf, wenn der Druck am größten ist, wenn es, symbolisch gesprochen, Zeit ist, auf die Barrikaden zu gehen. Dann werden Menschen, die klug und fähig sind, die sich aber auf ihre eigenen Aufgaben konzentrieren, ihre unmittelbaren Berufe verlassen und auf die Barrikaden gehen, weil es nicht mehr möglich ist, sich zu verstecken. Der Protest wird dann von innen heraus zur Notwendigkeit. Dann werden die wirklichen Führer erscheinen — im Moment der Konfrontation! Die wirklichen Führer können weder in friedlichen Zeiten auftauchen, noch kann in der friedlichen Atmosphäre von innen heraus eine ernsthafte Opposition entstehen. Ohne eine offene Konfrontation gibt es keine Opposition! An diesem Punkt schwellen die Proteste in den verschiedenen Schichten der Öffentlichkeit an — durch diejenigen, die nicht sicher sind, womit sie sich identifizieren sollen — also gehen sie zu verschiedenen Treffen. Der Rest ist mit seinen eigenen unmittelbaren Aufgaben beschäftigt. Eine echte Krise setzt privaten Aufgaben jedoch ein Ende. Zu diesem Zeitpunkt wird es unmöglich, privaten Beschäftigungen nachzugehen.

Galperovich: Dies ist also keine Krise?

Bukowski: Ich denke, daß die erste schwere Krise im Frühjahr stattfinden wird, im März oder April. Jetzt gibt es Aufwärmphasen, Schwellungen, die sich von innen aufschaukeln. Diese Stimmung wird im Frühling radikaler. Präsidentschaftswahlen werden im Vergleich zu Parlamentswahlen in der Regel als ein Prozeß angesehen, der schwerer wiegt. Was ist ein Parlament? Was kann es tun, selbst wenn es aus den idealen Mitgliedern besteht? Aber die Präsidentenwahl in Rußland ist ein schwerer Schritt — eine Person wird der Zar des Landes! Und das erzeugt Emotionen, Stimmungen, psychologische Intensität! Man muß kein Wahrsager sein, um vorauszusehen, daß die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen gefälscht werden — in der gleichen Weise wie die Parlamentswahlen, sogar noch mehr. Und dieser eklatante Betrug wird wieder einmal enthüllt. Es geht nicht anders, das Land ist sehr weit! Man sollte eine sprunghafte Zuspitzung der Auseinandersetzungen erwarten.

Schon jetzt hat sich die Situation sprungweise entwickelt, am 31. August gingen rund tausend Menschen zum Platz des Triumphes, während bereits 40.000 zu einer Kundgebung am Bolotnaya-Platz gingen. Die Beobachter sagen, es waren mehr — vielleicht 60.000. Dies ist eindeutig ein sehr sprunghafter Start. Man kann natürlich immer analysieren, warum dies geschah, aber man kann nicht die Realität dieses überraschenden Anstiegs negieren. Man kann nicht den Prozeß der Unruhen und Radikalisierung in der Gesellschaft verneinen. Und man muß mit einem ähnlichen Sprung im Frühling rechnen. Dies ist keine komplexe Prognose; es ist leicht absehbar. Und dann wird die Krise beginnen, und es wird Barrikaden geben, in welcher Form auch immer. Und dann werden Sie sehr viele Menschen sehen, die aus mittelmäßigen Unternehmen auftauchen, ihre Buchhaltung zur Seite legen und auf den Platz gehen, weil es sonst keine Zukunft gibt.

Das Gespräch wurde am 2. Januar 2012 um 4:00 Uhr und um 15.00 Uhr Moskauer Zeit auf russisch in einer Sonderausgabe der Sendung „Von Angesicht zu Angesicht“ [„Лицом к лицу„] ausgestrahlt.

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Hier finden Sie den Originalartikel, The Power of the New KGB.