Archive for the ‘Jimmy Savile’ Category

Jimmy Savile kam zu meiner Bar Mitzwa

2014/02/08

Jessica Elgot über Sir Jimmy im Kulturunterhaltungsauftrag für Lord Zion.

Termini technici
Bar Mitzwa: Religionsmündigkeitsfeier

Jimmy Savile came to my batmitzvah

3. November 2011 — Er behauptete, er »erfand die Disco«, doch Sir Jimmy Savile , der DJ und Moderator, der am vergangenen Wochenende starb, behauptete auch, seinen Beitrag zum Frieden im Nahen Osten geleistet zu haben.

Sir Jimmy sagte immer, daß er das israelische Kabinett im Jahr 1975 dafür schalt, nach dem Sechstagekrieg zu weich gewesen zu sein.

Der in Leeds geborene Moderator von »Jim’ll Fix It« und »Top of the Pops«, der Modeschmuck (bling) liebte und sich einmal als »der jüdischste Katholik, den Sie je kennenlernen werden« beschrieb, war ein starker Unterstützer von Israel und sammelte bei Spaßrennen (fun runs), Marathons und persönlichen Auftritten Spenden für viele wohltätige Zwecke, darunter die »Internationale Zionistenorganisation der Frauen« (»Women’s International Zionist Organization«, WIZO), die Stiftung Ravenswood und die »Britischen Freunde vom Laniado-Hospital« (»British Friends of the Laniado Hospital«) in Netanya.

Sein zehntägiger Besuch in Israel im Jahre 1975, als er Präsident Ephraim Katzir und Jerusalems Bürgermeister Teddy Kollek traf, wurde von John Levy von der »Erziehungs-Treuhandgesellschaft der Freunde Israels« (»Friends of Israel Educational Trust«) organisiert.

Die Reise wurde für die BBC-Sendung »Jim’ll Fix It« gefilmt, nachdem der neunjährige Gary Merrie aus Liverpool »das Land sehen« wollte, »in dem Jesus geboren wurde«.

Sir Jimmy erinnerte sich an seinen Rat an die Israelis: »Ich traf am Empfang ein. Der Präsident kam zu mir und fragte, ob ich meinen Besuch genießen würde. Ich sagte, ich war sehr enttäuscht: die Israelis hatten den Sechstagekrieg gewonnen, aber sie hatten das ganze Land wieder zurückgegeben, darunter die einzige Ölquelle in der Region, und nun mußten sie den Ägyptern für Öl mehr zahlen, als wenn sie es aus Saudi-Arabien gekauft hätten.

Ich sagte: ›Sie haben verlernt, jüdisch zu sein.‹ Er sagte: ›Würden Sie das meinem Kabinett erzählen?‹ Am nächsten Morgen ging ich in die Knesset und sie unterbrachen eine Kabinettssitzung und ich erzählte ihnen das gleiche, was ich ihm erzählte.«

John Levy erinnert sich: »Er war großartig, ein schelmischer und kreativer Charakter. Natürlich war er ein Egomane, aber er war unglaublich großzügig. Er wollte uns filmen, wie wir von Jerusalem nach Bethlehem gehen, also gibt es diese Szenen zu Fuß an den Bergen Judäas. Er hatte viele jüdische Freunde, er war ein echter Philosemit. Als wir zurückkamen, forderte ich ihn auf, ein ›Freund‹ der Treuhandgesellschaft zu sein, und er bestand darauf, daß ich ihn als einen ›Special Friend‹ in die Liste aufnehme.«

Während seines Besuchs verbrachte Sir Jimmy seine Zeit damit, in der Nähe des Sees von Galiläa zu campen und im Kibbutz Lavi, wo er für seine Sendung »Speakeasy« auf RADIO 1 ein Diskussionsprogramm aufzeichnete.

Berühmt für die Sendung »Clunk Click Every Trip« (Anm.: »Clunk Click« beschrieb klangmalerisch das Schließen der Autotür und das Anlegen des Sicherheitsgurtes) seine Verkehrssicherheitskampagne zum Tragen von Sicherheitsgurten, liebte Sir Jimmy fast alles an Israel, mit einer großen Ausnahme — das Autofahren. Als er nach seiner Reise und einem Treffen mit dem damaligen Verkehrsminister Moshe Dayan nach London zurückkehrte, präsentierte er dem israelischen Botschafter Gideon Rafael zwei Filme zur Sicherheit im Straßenverkehr und hoffte, daß sie im israelischen Fernsehen gezeigt werden.

Pearl Gruber aus Manchester und ihr verstorbener Ehemann Harold waren enge Freunde von Sir Jimmy und luden ihn 1968 zur Religionsmündigkeitsfeier ihrer Tochter Sharon ein. Pearl Gruber sagte: »Er war wunderbar, er sendete seine Radiosendung ›Saviles Reisen‹ (›Savile’s Travels‹) von der Religionsmündigkeitsfeier der ›Yeshurun Hebrew Congregation‹ in Cheadle. Einer der Jungen auf der Feier wollte tatsächlich ein Disc-Jockey sein und trieb ihn fast in den Wahnsinn.«

Sharon Gruber, die heute in Mill Hill lebt, erinnert sich: »Er kam in einem silbernen Anzug zu meiner Religionsmündigkeitsfeier, und die Leute flüsterten: ›Was glaubt dieser Mann, wer er ist, Jimmy Savile?‹ Sie wußten nicht, daß er es wirklich war!«

Einer seiner acht Wohnsitze war ein kleines Apartment im Herzen der jüdischen Gemeinschaft von Leeds in Roundhay. Er verbrachte viel Zeit im Restaurant »Flying Pizza«, einem beliebten örtlichen Treffpunkt in der Street Lane.

Er war ein regelmäßiger Gast bei Geldbeschaffungs-Festessen (fundraising dinners) in Synagogen in Leeds und Manchester, vor allem für die »Britischen Freunde vom Laniado-Hospital« und er spendete der Organisation große Summen.

Er sagte der »Söhne des Bundes Jugendorganisation« (»B’nai B’rith Youth Organization«, BBYO; BBYO group) in Leeds: »Ich wußte nichts über das Aufwachsen in der jüdischen Gemeinschaft«, doch der Besuch Israels hätte ihm bewußt gemacht, »die Welt schuldet der jüdischen Gemeinschaft sehr viel (a great debt).«

Laniados Vorsitzender in Manchester, Dov Hamburger, erinnerte sich an den Auftritt von Sir Jimmy beim jährlichen Wohltätigkeits-Abendessen, den er umsonst machte. Dov Hamburger sagte: »Ich kann mich an keinen Hauptredner erinnern, der sich jemals zuvor so großzügig verhalten hat.«

Die ehemalige Vorstandschefin von Norwood (Anm.: Norwood fusionierte 1996 mit Ravenswood) Norma Brier erinnerte sich an Jimmy Saviles Besuch im Schtetl Ravenswood im Jahr 1989. »Er kam, um in Ravenswood den Jahrmarkt zu eröffnen und war ein großer Hit, als er in seinem goldenen Rolls-Royce auftauchte. Er ging herum und sprach mit den Bewohnern und verbrachte dort viel Zeit. Wir waren sehr dankbar für seine Unterstützung.«

Hier finden Sie den Originalartikel, Jimmy Savile came to my batmitzvah.

Siehe auch:

Richtete es Jimmy Savile 1977 für Israel?

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Jimmy Savile war Teil eines Satanistenrings

2013/06/24

James Fielding über das Thema, das unsere Herrscher immer wieder erstaunlich kalt läßt.

(Ex-BBC-Journalist Tony Gosling: „Savile erklärte seinen Opfern, daß ihnen weder Polizei noch Presse glauben würden, wenn sie sich darüber aussprechen.“)

Jimmy Savile was Part of Satanic Ring

20. Januar 2013 — Während eines geheimen satanistischen Rituals in einem Krankenhaus schlug und vergewaltigte Jimmy Savile ein 12jähriges Mädchen.

Der perverse Star trug ein Gewand mit Kapuze und Maske, als er das verängstigte Opfer in einem mit einer Kerze beleuchteten Keller mißbrauchte.

Er sang auch „Ave Satani“ („Gegrüßet seist Du Satan“), als andere pädophile Teufelsanbeter dabei mitmachten, das Mädchen im „Stoke Mandeville Hospital“ in Buckinghamshire zu mißbrauchen. Der Mißbrauch, der im Jahr 1975 passierte, wirft auf die 54jährige Schreckensherrschaft des ehemaligen DJs ein unheimliches neues Licht.

Savile, der im Oktober 2011 im Alter von 84 Jahren starb, ist jetzt Großbritanniens schlimmster Sexualstraftäter, nachdem die Polizei aufdeckte, daß ihm mindestens 450 Personen im Alter von 8 bis 47 zum Opfer fielen.

Das Mädchen hielt die Qual fast 20 Jahre lang versteckt, bevor sie sich schließlich der Therapeutin Valerie Sinason öffnete.

Dr. Sinason sagte dem SUNDAY EXPRESS, daß sie mit dem Opfer erstmals im Jahr 1992 sprach. „Sie war 1975 im Stoke Mandeville Hospital Patientin, als Savile ein regelmäßiger Besucher war.

Sie erinnerte sich, daß sie in einen Raum voller Kerzen geführt wurde, irgendwo auf der untersten Ebene des Krankenhauses, die von den Mitarbeitern nicht regelmäßig genutzt wurde. Dort waren mehrere Erwachsene, darunter Jimmy Savile, der wie die anderen ein Gewand und eine Maske trug.

Sie erkannte ihn wegen seiner markanten Stimme und der Tatsache, daß sein blondes Haar an der Seite der Maske herausragte. Er war nicht der Anführer, aber er wurde als wichtig angesehen, weil er berühmt war.

Sie wurde vergewaltigt und geschlagen und hörte gesungene Worte, die wie ‚Ave Satanas‘ klangen, eine latinisierte Version von ‚Gegrüßet seist Du Satan‘. Es wurde nicht erwähnt, daß ein anderes Kind da war und sie kann sich nicht erinnern, wie lange der Übergriff dauerte, aber sie war sehr erschrocken und erschüttert.“

Zwischen 1965 und 1988 war Savile am Krankenhaus ein freiwilliger Portier und Spendensammler und hatte dort sein eigenes Quartier.

Fünf Jahre nach dem Übergriff im Krankenhaus mißbraucht er bei der Zeremonie einer anderen schwarzen Messe in einem Haus in einer wohlhabenden Londoner Straße ein zweites Opfer. (Anm.: Und da die Medien Staatsgeheimnisse bekanntermaßen hüten, erfahren wir weder Adresse noch Hausnummer.)

Die Frau war zu der Zeit 21 und mußte einer Orgie beiwohnen, die später eine dunklere Wendung nahm.

Dr. Sinason, Leiterin der Londoner „Klinik für Dissoziative Studien“ („Clinic for Dissociative Studies“), sagte: „1993 kam ein zweites Opfer auf mich zu. Sie sagte, sie war im Jahr 1980 auf einer Party in einem Haus in London als vermeintlich einwilligende Prostituierte ‚ausgeliehen‘ worden.

Der erste Teil des Abends begann mit einer Orgie, aber auf halber Strecke gingen einige der Teilnehmer.

Zusammen mit weiteren jungen Frauen mußte das Opfer in einem anderen Raum warten, und wurde dann wieder zurückgeführt, um Savile mit einer Gruppe, die Roben und Masken trug, als eine Art Zeremonienmeister vorzufinden. Auch sie hörte lateinischen Gesang und erkannte sofort satanistische Insignien. Obwohl das Mädchen eine junge Erwachsene war, die volljährig war (above the age of consent), hatte sie in der Vergangenheit sexuellen Mißbrauch erlitten und war extrem verwundbar.“

Beide Opfer kontaktierten Dr. Sinason, die Präsidentin des „Instituts für Psychotherapie und Behinderungen“ („Institute of Psychotherapy and Disability“), als sie an einer vom Gesundheitsministerium finanzierten Studie über sexuellen Mißbrauch bei Ritualen und religiösen Zeremonien beteiligt war. Sie sagte: „Beide Zeugen sprachen zu der Zeit mit der Polizei, sie waren aber gefährdete Zeugen, und um keine Überraschung oder einen Schock zu erleben, wagten sie es nicht, alle Details zu nennen.“

Die Polizei unternahm nichts.

Dr. Sinason fügte hinzu: „Wir dürfen nicht vergessen, daß Savile in den frühen neunziger Jahren immer noch eine riesige Berühmtheit war, und gegen ihn oder einen der anderen Beteiligten wurde nie etwas unternommen.

Die Mädchen kannten einander nicht, sie lebten in verschiedenen Teilen des Landes und kontaktierten mich im Abstand eines Jahres, doch ihre Erfahrungen sind sehr ähnlich. Ob Savile ein praktizierender Satanist war oder sich nur gerne kostümierte, um seine Opfer noch mehr zu erschrecken, wird vielleicht nie bekannt werden, doch bei den beiden Mädchen blieben psychische Narben zurück.“

Dr. Sinason hat die Details des Mißbrauchs an die Polizeibeamten der Ermittlung gegen Savile, „Operation Yewtree“, übergeben.

Ein gemeinsamer Bericht, der am Freitag von der Londoner Polizei und der Kinderhilfsorganisation NSPCC (National Society for the Prevention of Cruelty to Children) veröffentlicht wurde, deckte am Stoke Mandeville Hospital mindestens 30 Mißbrauchsvorwürfe auf.

Das Krankenhaus sagte, daß es einzelne Fälle nicht diskutieren kann, solange seine eigene Ermittlung, „Speaking Out“, noch läuft.

Anne Eden, Vorstandschefin des Nationalen Gesundheitsdienstes Buckinghamshire (Healthcare NHS Trust), sagte: „Wie der Name der Untersuchung schon sagt, ist sie sehr bestrebt, von jedem zu hören, der irgendetwas weiß, das der Arbeit helfen könnte, oder von jemand, der wegen Jimmy Saviles Verhalten Unterstützung braucht.“

Hier finden Sie den Originalartikel, Jimmy Savile was Part of Satanic Ring.

7.446 Kilometer weiter westlich, kurz vor der Sommersonnenwende …

Verdächtiger erwähnte Satanistensekte, als er im Walmart in Midwest City ein Kleinkind als Geisel nahm

19. Juni 2013 — Die Polizei hat den Namen des Polizisten freigegeben, der in Midwest City, Oklahoma, einen Verdächtigen erschoß, der in einem Kaufhaus mit vorgehaltenem Messer ein kleines Mädchen festhielt.

Die Polizei sagt, daß Sammie Lamont Wallace, 37, am Montag, dem 17. Juni in den „Walmart Neighborhood Market“ an der Kreuzung Reno Avenue und Midwest Boulevard ging, sich ein 2jähriges Mädchen vom Einkaufswagen ihrer Mutter schnappte und sie als Geisel nahm.

Laut einer einer Durchsuchungsverfügung begann Wallace über die Illuminaten zu sprechen, eine satanistische Sekte, während er das Mädchen hielt und mit einem Messer bedrohte. Die Polizei sagt, daß sie nach einer schnellen Recherche erfuhr, daß der 21. Juni für die Illuminaten ein Tag für Menschenopfer ist.

Die Polizei sagt, daß sie versuchte, mit Wallace zu verhandeln, doch mit tödlicher Gewalt reagieren mußte, als er gegenüber dem Kind bedrohliche Schritte tätigte (when he made threatening moves toward they child).

Die Polizei sagt, Hauptmann David Huff erschoß Wallace, um ihn daran zu hindern, das Kleinkind zu verletzen. Huff ist 22 Jahre alt und seit Januar 1991 bei der Polizeibehörde von Midwest City.

Das Mädchen, das als Geisel gehalten wurde, wurde bisher nicht genannt.

Die Polizei sagt, daß die Ermittlung im Gange ist und Wallaces Zuhause in den Parkview Apartments unter der Anschrift 2701 Turley Drive durchsucht wurde. Wallace hatte seit Januar in der Wohnung gelebt. Während der Durchsuchung beschlagnahmte die Polizei eine OG&E Rechnung (Oklahoma Gas & Electric), einen Kontoauszug und ein Notebook voller religiöser Schriften.

Hier finden Sie den Originalartikel, Suspect Mentioned Satanic Cult While Holding Toddler Hostage At MWC Walmart.

Der folgende satanistische Kalender findet sich auf AUFKLÄRUNGSGRUPPE-KROKODIL und auf GRUNICK-INFO (Karl-Heinz Grunick, geb. 1970 verschrieb sich mit 12 Jahren in einer „Schwarzen Messe“ dem Teufel und bekehrte sich mit 18 Jahren zum Christentum).

Satanistischer Feste- und Feiertagskalender

In der satanistischen Ritual- und Magiepraxis kommen bestimmten Feiertagen mit ihren Festen eine besondere Bedeutung zu. Es fällt in diesem Zusammenhang auf, daß satanistische Feste sowohl auf die Traditionen christlicher Feste, Zeiten und Gedenktage Bezug nehmen als auch auf Volksbräuche und angeblichen keltischen Überlieferungen. Dabei kommt es häufig zur Verhöhnung christlicher Festinhalte. Der Jahreszeitenkalender beginnt am 31. Oktober/1. November (Samhain) auch Hexenneujahr genannt. Dabei ist nicht zu übersehen, daß der Kalender in allen Okkult-Ideologien mit der Reifezeit/Fruchtbarkeit korrespondiert. In keltischen Vorstellungen spielten die Nächte eine wesentliche Rolle in der Zeiteinteilung, ähnlich wie in Israel, wo der Tag mit dem Sonnenuntergang endet und der „Vorabend“ zum nächsten Tag gezogen wird.

Für den satanistischen Kalender (siehe Gabriele Lademann-Priemer, „Warum faszinieren Sekten?“ Claudius-Kontur, München 1998) sind die Vorabende und Nächte deshalb von besonderer Bedeutung, weil es sich meist um „dunkle“, nur nächtens zu feiernde und der „Finsternis“ geweihte Rituale handelt. Da sie „zwischen den Tagen“ stattfinden ist die Datierung oftmals mit einer gewissen Toleranz zu akzeptieren. Weitere Ritualzeiten beziehen sich auf die Geburtstage der Mitglieder. Satanismuspraktizierende benutzen diese Zeiten, um die Geburtstaghabenden in Ritualen zu mißbrauchen. Daneben kommt der Zeit des Vollmondes für Ritualopferungen oder sexuellen Orgien eine besondere Bedeutung zu. Nun darf man allerdings nicht der irrigen Vorstellung anheimfallen, daß in allen satanistischen Kreisen jeder der im Kalender aufgeführten Feiertage und Feste eine wesentliche Rolle spielen würde. Auch ist zum Glück nicht sicher gestellt, daß die Rituale, wie in der Theorie beschrieben, letztendlich auch so in der Praxis durchgeführt werden. Der Kalender soll deshalb eine Hilfe darstellen, um Verhaltensweisen von vielleicht involvierten Teilnehmern und (symbolhafte) Auffälligkeiten bei bestimmten Ritualorten besser einordnen zu können.

Satanistische Bezeichnungen, Interpretationen und Rituale sind kursiv gedruckt.

1. Januar: Neujahrsfest (Oktavtag von Weihnachten: Beschneidung und Namengebung Jesu).

Lichtfest: Die Neujahrsnacht birgt nach dem Volksglauben schlimme Gefahren in sich, es ist Geisterzeit. Häuser werden zum Schutz besonders durchräuchert. Fruchtbarkeitsriten wurden ausgeführt. Es heißt: Wie der Neujahrstag, so das ganze Jahr.

7. Januar: Winebaldstag (?)

Blutfest: Opfer von Tieren und Menschen, von Mädchen zwischen 7 und 17 Jahren. Suche nach menschlichen und tierischen Opfern, um sie zu verstümmeln.

Es ist nicht festzustellen, woher die Angabe „St. Winebald“ stammt. (Für den 1.7. ist St. Valentin von Passau und in der alt-irischen Kirche St. Brannoc belegt, in dessen Umfeld Schweine als Weisheitsträger gelten)

(Anm.: Laut S.A.F.F. ist der 7. Januar eine Fehlüberlieferung und St. Winebald auf den 18. Dezember zu datieren.)

17. Januar: Satanisches Fest

Oraler und vaginaler Sex

Eigentlich: St. Antonius, Mönchsvater in Oberägypten, Kämpfer gegen dämonische Versuchungen, Patron der am „Antoniusfieber“ Erkrankten, der unheilbaren und zum Wahnsinn führenden Krankheit, die vom Mutterkornpilz verursacht wird.

20. Januar: Vorabend von St. Agnes

Hexenfest: Praktizieren von Wahrsagerei

Die heilige Agnes, eine der beliebtesten Heiligen in Deutschland, deren Keuschheit nach der Legende durch ihren Bräutigam, Christus selbst geschützt wurde, starb als Märtyrerin durch das Schwert. Sie galt als Vorbild für christliche Jungfrauen, Patronin der Kinder. Mädchen glaubten, in der Nacht zum „Agnestag“ ihren künftigen Gatten zu erblicken. – Neujahrswünsche kommen bis zum „Agnestag“ rechtzeitig!

20.–27. Januar: Zeit der Opfervorbereitung

Zeit vor Februar: Imbolc

Zeit, Menschen zu kidnappen, sie einzusperren und zeremoniell auf das Opfer vorzubereiten.

25. Januar: Großer Gipfel – Höhepunkt

Oraler und vaginaler Sex. Fünf Wochen und einen Tag nach Winterbeginn: Sexorgien, Opfern von Frauen und Kindern.

Bekehrung des heiligen Apostel Paulus (Oktavtag des gallikanischen Cathedra-Petri-Festes).

2. Februar: Mariæ Lichtmeß

Hexenfest: Tierische und menschliche Opfer werden gebracht, sexuelle Riten praktiziert, sexueller Verkehr mit Mädchen von 7–17 Jahren sowie mit Tieren.

Begrüßung des Frühlings auf der Nordhalbkugel der Erde. Lichtmeß ist angeblich für das Wetter der kommenden Zeit und somit für die Fruchtbarkeit der Felder entscheidend. In der Messe zur Darstellung Jesu im Tempel werden Kerzen gesegnet, denen Schutzkräfte zugeschrieben wurden; sie sollen bei Gewitter angezündet werden. Das Haus wird vor Behexung geschützt. An Lichtmeß geborene Kinder holt die heilige Maria nach dem Volksglauben bald wieder aus der Welt. Vorchristlich ist die „Umwandlung der Göttin von der Mutter zur Jungfrau.“

25. Februar: St. Walburgistag

Blutmesse: Opferung von Tieren

Der 25. Februar wird als Todestag der heiligen Walburga gefeiert, die mit Bonifatius aus England auf den Kontinent kam. Sie gilt als Patronin der Bauern und Landwirte, wurde bei Hundebissen, Tollwut und Husten angerufen.

1. März: St. Eichardt (?)

Blutmesse: Trinken von Menschen- oder Tierblut zur Krafterlangung und Huldigung der Dämonen.

21. März: Frühlingsäquinoktikum, Frühjahrsanfang

Großes Fruchtbarkeitsfest: Sexueller Verkehr aller, ungeachtet Alter und Geschlecht. Opferung von Tieren und Menschen.

24. März: Fest des Tieres

Sechzehnjährige Mädchen werden in einer Hochzeitszeremonie die Braut Satans

Der 24. März ist der Vorabend zum Fest der Verkündigung der Geburt des Herrn (alter Name: Mariæ Verkündigung), neun Monate vor Weihnachten.

Der April spielt im „Festtagskalender“ eine besondere Rolle, nicht nur, weil die „Hochfeste“ der Christenheit, sondern als Äquivalent dazu auch wichtige Feiern und Rituale im Satanismus in diesem Zeitraum fallen. Die Datierung der Heiligen Woche, also Karwoche und Ostern ist abhängig vom ersten Frühlingsvollmond (der Ostersonntag kann frühestens am 22. März, spätestens am 25. April liegen). In der Tradition der lutherischen Kirchen kommt dem Osterfest als Vierzeitenfest zum Frühlingsanfang seine Bedeutung zu. Satanistische Vorstellungen nehmen die Tradition des Vierzeitenfestes auf:

Unheiliger Donnerstag

Karfreitag (Verspottung des Todes Christi, tierische und weibliche Opfer)

Karsonnabend (Vorabend des Osterfestes – menschliche und tierische Opfer) und

Ostersonntag – „unheiliger Sonntag“ (menschliche und tierische Opfer, auch Kinderopfer – es folgt ein dreitägiges Fasten und Singen) Fasten nach Ostern bedeutet Verneinung der Auferstehung Christi.

Christlich ist das Fasten von Aschermittwoch bis Karsamstag, also vor Ostern.

19. – 26. April: Vorbereitung auf das Große Opfer

Kidnapping und zeremonielle Vorbereitung der Opfer.

24. April: Vorabend des Tages des Evangelisten Markus (25. April: Fünf Wochen und ein Tag nach dem Frühjahrsäquinoktikum).

Sammlung von Kräutern und betäubende Pflanzen

Der „Markustag“ hatte besondere Bedeutung für die Landwirtschaft; an ihm waren die Litaniæ maiores – der ältere Bittgang – zu halten, mit Litanei und Bittamt. In der Litaniæ maiores, eine von Papst Gregor d. Gr. neubelebte römische Flurprozession, ging es um die Bitte um fruchtbaren Regen. Er wird daher zu den „Los- und Wettertagen“ gezählt. Man fürchtete Schaden durch Dämonen in der Nacht zum „Markustag“.

26. – 30. April: Das Große Opfer

Zeit vor Beltaine, Sommerbeginn (altirisch)

30. April: Walburgisnacht (auch Walpurgisnacht)

Satans Geburtstag – einer der wichtigsten Feiertage im satanistischen Kalender. Mädchen zwischen 1 und 25 Jahren können geopfert werden. In der Harzregion wird die große Hexennacht noch heute als touristische Attraktion gepflegt.

In der Walburgisnacht regen sich nach dem Volksglauben die Geister und allerlei Zauber wirk sich aus. (In Würzburg, so sagt man, fährt der Teufel in einer prächtigen Kutsche durch die Stadt, unterirdische Glocken läuten; die Saale fordert ihre Opfer.) Der 1. Mai und die Nacht davor sind den Hexen preisgegeben, Haus und Hof mußten durch Schutzmittel gesichert werden. Jedoch: wenn es in der Walburgisnacht regnet, gibt es ein gutes Jahr. Wer mit einem körperlichen Schaden vor 11 Uhr an einen Kreuzweg geht, lasse den Schaden dort und die Hexen nehmen ihn mit zum Brocken (anderorts ist der Blocksberg der Hexenberg).

1. Mai: Tag der heiligen Walburga, Walpurgis (Datum ihrer Heiligsprechung)

Beltane (Beltene): Beginn des Sommerhalbjahres (altirisch)

Feuerfest, „druidisches“ Feuerritual, Einleitung (?) des Hexensabbats

Schon die Druiden trieben Beschwörungen zum Schutz des Viehs vor Krankheit. Die Nacht vom 30. April zum 1. Mai und der 1. Mai sind eine Mischung aus Gut und Böse, Nahtstelle zwischen den Jahreszeiten. An dieser Nahtstelle gibt es Liebesorakel und Orakel über den Tod. Die Elfenwesen ziehen wieder aus ihrer Welt in die irdische Natur ein (Entsprechung zum 1. November).

Ende Mai – Anfang Juni: Fronleichnam

Hochfest des Leibes und Blutes Christi am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag (= Sonntag nach Pfingsten. Also abhängig vom Osterdatum, da Pfingsten der 50. Tag der Osterzeit ist).

Verspottung des Leibes und Blutes Christi (Umkehrung des Festinhaltes).

21. Juni: Sommersonnenwende, Sommeranfang

Allgemeiner Festtag, sexueller Verkehr aller, auch Sodomie; tierische und menschliche Opfer.

24. Juni: Fest der Geburt Johannes des Täufers (Tradition in der lutherischen Kirche: Vierzeitenfest zum Sommeranfang)

Sommerfest – die Sonne wird angerufen, Tag der Zauberer und Feuerfest.

Die natürliche Sonne hat ihren höchsten Stand erreicht und nimmt von nun an ab, der Blick richtet sich auf Christus, die himmlische Sonne, deren Vorläufer Johannes ist. Johannisfeuer sind vor allem in Skandinavien verbreitet.

1. Juli: Satans Festnacht

Sexuelle Vereinigung von „Satan“ und seinen Anhängerinnen. Mißbrauch minderjähriger Mädchen, besonders von Jungfrauen. Sammeln von Kräutern.

Möglicher Bezugspunkt:

2. Juli: Fest der Heimsuchung Mariæ

10. Juli: „Unheiliger Tag“ des Palladium

Lesen alter satanistischer Ritualbücher

(Palladium: Heiligtum, heiliges Bild; ursprünglich himmlisches Bild – Kultbild der Pallas Athene)

20. – 27. Juli: Vorbereitung des Großopfers

Kidnapping und zeremonielle Vorbereitung

Zeit vor Lammas (Erntezeit)

25. Juli: Apostel Jakobus

Satanischer Feiertag, Vorabend des Opferfestes

St. Jakob wird als Apostel und Märtyrer verehrt sowie als Pilger (Legende von der wunderbaren Reise seines Sarges nach Compostela und seiner damit verbundenen Erscheinung als Maurenbekämpfer in Spanien). Er wird angerufen für das Gedeihen der Feldfrüchte. – Beginn der Heuernte.

26. Juli

Fünf Wochen und ein Tag nach der Sommersonnenwende. Oraler und vaginaler Verkehr. Opferung von Frauen und Kindern.

1. August: Lammas (Beginn der Erntezeit – altirisch)

Tierische und menschliche Opfer

Lammas markiert die Wende vom Sommer zum Herbst. „Lammas“ vermutlich abgeleitet von „loaf mass“, Laibmesse als Fest des frischen Brotes. Eine andere Ableitung bezog sich auf „Lugnasad“ und dem keltischen Gott Lug.

3. August: Satanisches Fest

Mißbrauch von Mädchen zwischen 1 und 17 Jahren. (Wahrscheinlich besteht ein Bezug zum 1. August.)

24. August: Apostel Bartholomäus

Kräutersammeln und Fest mit Feuerwerk

Bartholomäus soll in Indien und Armenien das Evangelium verkündet haben, dort habe er den Märtyrertod durch Schinden und Enthauptung erlitten. Er gilt als Helfer in der Krankheit.

7. September: Satans Hochzeit

Opferung und Verstümmelung von Mädchen unter 21 Jahren

20. September: „Mitternachtsmesse“

Verstümmelung von Mädchen unter 21 Jahren

(Vorabend des Herbstäquinoktikum und des Tages des Apostel und Evangelisten Matthäus.)

21. September: Herbstäquinoktikum (und des Tages des Apostel und Evangelisten Matthäus)

Sexueller Verkehr aller, tierische und menschliche Opfer

Bemerkenswerterweise enthält der satanistische Kalender keinen Hinweis auf den 29. September, das Fest des Erzengel Michael und aller Engel. (Tradition in der lutherischen Kirche: Vierzeitenfest zum Herbstanfang.)

22. – 29. Oktober: Vorbereitung des Großopfers

Kidnapping und zeremonielle Vorbereitung

Zeit vor Samhain (altirisch – siehe 1. November)

26. Oktober: Fünf Wochen und ein Tag nach dem Herbstäquinoktikum

Oraler und vaginaler Verkehr, Opferung von Frauen und Kindern

29. Oktober: „Heiliger Abend“ (Blutfest)

Sexueller Verkehr aller

30. Oktober: Vorabend von Halloween

Alle heiligen Säfte

31. Oktober: Halloween

Blut- und Sexualrituale, sexuelle Vereinigung von „Satan“, „Dämonen“ und Mitgliedern. Tierische und menschliche Opfer.

Halloween wird im Volksbrauch mit Vermummung, evtl. mit der Darstellung von Toten gefeiert. Im Volksbrauch werden Tote bewirtet. Es geht um die Auseinandersetzung mit den Mächten des Chaos. Fruchtbarkeit und Leben tragen jedoch den Sieg davon.

1. November: Samhain-Jahresbeginn (Beginn der Zeit der Finsternis, (altirisch)

Die Nacht vorher ist gleichsam zeitlos, die Trennung von Mensch und „Anderswelt“ ist aufgehoben. Die Gestalten der „Anderswelt“ drängen hervor, Helden sterben am Samhain. Die Finsternis kommt. Die Elfenwesen ziehen sich am 1. November aus dieser Welt in die „Anderswelt“ zurück (Entsprechung zum 1. Mai).

1. und 2. November: Feier des Todes

Opferung von Menschen

Liturgisch ist der 1. November „Allerheiligen“, Gedenktag der Gemeinschaft der Heiligen aller Zeiten, der 2. November „Allerseelen“, Gedenktag der Verstorbenen.

4. November: Satanisches Fest

Mißbrauch von Mädchen zwischen 1 und 17 Jahren. (Wahrscheinlich besteht ein Bezug zum 1. Und 2. November.)

21. Dezember: Apostel Thomas, Wintersonnenwende

Feuerwerk, tierische und menschliche Opfer

Der kürzeste Tag des Jahres galt als geeignet zur Erforschung der Zukunft, er galt ferner als Unglückstag, da an ihm Luzifer aus dem Himmel gestoßen worden sein soll. Man könne sich an diesem Tag dem Teufel verschreiben, die „wilde Jagd“ gehe um. Zum Schutz wurden Haus und Stall ausgeräuchert, daher die Bezeichnung „Rauhnacht“.

24. Dezember: Vorabend des Christfestes

Dämonischer Abend. Trauerabend wegen der in dieser Nacht gefeierten Geburt Christi. Sexueller Verkehr aller, tierische und menschliche Opfer.

(Tradition in der lutherischen Kirche: Christfest als Vierzeitenfest zum Winteranfang.)

Vorwürfe, daß ein Mädchen vergewaltigt und Knaben mißbraucht wurden: Ex-Tory-Chef droht Verhaftung wegen Kindersex

2013/02/18

Justin Penrose mit einer weiteren Episode aus der Serie „Großbritanniens Pädophilenring“.

(Interessant, daß es einen Pädo-Zulieferer namens Sidney Cooke gab, der als „Großbritanniens Fritzl“ galt, der in unseren freien Medien aber nie auftauchte, lediglich in einer Studie von Dipl.-Soz. Daniela Klimke und Prof. Dr. jur. Dr. phil. Rüdiger Lautmann, die mit dem wohlklingenden Titel „Die neoliberale Ethik und der Geist des Sexualstrafrechts“ irgendwie die Freiheit der sexuellen Selbstbestimmung auf Planet Gender abhandelt.)

The net closes: Ex-Tory chief faces child sex arrest over claims girl was raped and boys were abused
Ermittlungen gegen einen Ex-Minister, den berüchtigten Pädophilen Sidney Cooke, Jimmy Savile und den Abgeordneten Cyril Smith

Die Polizei bereitet sich auf die Festnahme eines ehemaligen Tory-Kabinettsmitglieds vor, nachdem sich eine Frau meldete, die behauptet, als Mädchen von ihm vergewaltigt worden zu sein.

Die Polizei untersucht auch Behauptungen, daß er Knaben mißbrauchte.

Wir können zeigen, daß der Ex-Minister vermutlich zu einem Promi-Pädophilenring gehörte, der vom Kinderschänder und Mörder Sidney Cooke regelmäßig Knaben für Sexorgien erhielt.

Der ehemalige hochrangige Abgeordnete, dessen Namen wir (Anm.: vermutlich wegen der sogenannten „D-Notices“) nicht nennen können, ist Gegenstand von Ermittlungen der Pädophileneinheit von Scotland Yard. (Anm.: „D-Notices“ / „Defence Notices“ stammen aus dem Jahr 1912 und verbieten den britischen Medien die Berichterstattung über bestimmte Fälle der „nationalen Sicherheit“ — siehe „Vertuscht Tony Blair den Pädophilenskandal?“)

Quellen, die der Ermittlung nahestehen, teilten dem SUNDAY MIRROR und der investigativen Internetseite EXARO Einzelheiten zu den neuen Vorwürfen mit.

Ein ehemaliger Polizist, der an der ursprünglichen Untersuchung gegen Cooke arbeitete, erzählte dem SUNDAY MIRROR, daß der Minister unter den Personen war, die 1986 angeblich bei einer polizeilichen Überwachung auf einem Gelände fotografiert wurden, wo Knaben abgesetzt wurden.

Weitere Personen waren angeblich Jimmy Savile, der Abgeordnete Cyril Smith und oberste Richter — obwohl keiner von ihnen jemals verhaftet wurde. (Anm.: Wie denn? In der sozialen Position?)

Der 85jährige Cooke — der, nachdem er im Jahr 1985 den 14jährigen Jason Swift folterte und tötete, Großbritanniens berüchtigtster Pädophiler genannt wurde — suchte sich die ahnungslosen Teenager abseits der Straßen um Kings Cross.

Er fuhr sie zu Pädophilen im Norden Londons, die bereits darauf warteten, sie wiederholt zu vergewaltigen.

Der ehemalige Polizist, der an „Operation Orchid“ arbeitete, die Cooke und seine Bande überführte, sagte letzte Woche, daß der Minister fotografiert wurde.

Der ehemalige Polizist sagte, daß bis zu 16 hochkarätige Persönlichkeiten verhaftet werden sollten. Doch am Tag davor wurde den Polizisten erklärt, daß die Operation aufgelöst wurde. (Anm.: Hmmm, warum nennen die damals ermittelnden Polizisten nicht einfach unter Eid die 16 Namen?)

Das bedeutet, daß Scotland Yard im Jahr 1986 von Vorwürfen wußte, die das Kabinettsmitglied und Jimmy Savile betreffen, aber nichts unternahm und stattdessen beschloß, die Behauptungen zu vertuschen.

Ein Insider sagte EXARO letzte Woche, daß hochrangige Polizisten, darunter Commander Peter Spindler, Leiter der Pädophileneinheit, eine geheime Einsatzbesprechung gehabt haben, um die Verhaftung des Ex-Ministers vorzubereiten.

Es wird davon ausgegangen, daß die Ermittlungen in einem frühen Stadium sind, es aber einen Plan gibt, ihn in den nächsten Wochen zu verhaften. (Anm.: Kommt er vorsichtshalber auf die Beobachtungsliste für suizidgefährdete Personen?)

Nachdem die 1986er Operation gegen Cooke aufgelöst wurde, wollte der ehemalige Polizist die Akte überprüfen, doch er konnte nur feststellen, daß die Fotos verschwunden waren — und jede Erwähnung der beteiligten Männer ebenfalls. (Anm.: Keine Fingerabdrücke?)

Der ehemalige Polizist sagte: „Es war klar, daß eine Vertuschung stattgefunden hatte.

Die Untersuchung ergab, daß Cooke Strichjungen abholte und zu Wohnungen oder Garagen brachte, wo große Gruppen von Männern warteten, um sie zu mißbrauchen. (Anm.: Keine Straßennamen?)

Diese Pädophilen, zu denen viele hochkarätige Personen wie der ehemalige Minister, Jimmy Savile und der Abgeordnete Cyril Smith gehört haben sollen, kannten einander und arbeiteten zusammen. Sie warteten und Cooke tauchte mit dem Knaben auf, der nicht wußte, was dann passiert.

Wir hatten fotografische Beweise, daß diese hochrangigen Persönlichkeiten Gebäude betreten oder verlassen, wo der Mißbrauch stattfand. Jeder wußte, daß Savile ein Pädo war, es wurde aber nie etwas getan.

Cyril Smith wurde fotografiert, als er mit einem hochkarätigen Regisseur eines der Grundstücke betritt.

Alle von den anderen wurden aufgenommen und sollten verhaftet werden, bevor der Hahn zugedreht wurde. Ich war angeekelt, und bis zu diesem Tag frage mich mich, wie viele Kinder wir hätten retten können, wenn uns erlaubt worden wäre, jene Männer zu verhaften.

Ich fühle mich schuldig, daß sie nicht verhaftet wurden, doch es gab nichts, was ich zu der Zeit hätte tun können, da die Beweise verschwunden waren.“

Der SUNDAY MIRROR kennt die Identität der Pädophilen in der Bande, hat sich aber entschieden, sie nicht zu nennen. (Anm.: Angst um den Arbeitsplatz?)

Im Jahr 1993 versuchte Kriminalkommissar Ed Williams die Orchid-Akte über Cooke aufzuspüren, um zu sehen, ob es irgendwelche Ähnlichkeiten mit der Entführung und Ermordung von neunjährigen Daniel Handley gab, doch er konnte den Ordner nicht finden.

Er fand ihn schließlich im Keller der Polizeiwache Arbour Square in Stepney, East London.

Es gab zwar Hinweise auf einen „breiteren Pädophilenring“, aber keine Fotos oder Namen.

Ed Williams sagte: „Ich war sehr aufgebracht, wie die Londoner Polizei Pädophilenfälle behandelt, aber ich war zu dieser Zeit ein Rufer in der Wüste und die Leute dachten, ich zeige zu großen Eifer. (Anm.: Die Formulierung im Originaltext, ‚over-emotional‘, wurde gemäß offiziellem EU-Parlamentsprech übersetzt — hier ein Beispieltext mit ‚over-emotional‘, hier die Übersetzung mit ‚zu großen Eifer‘.)

Ich fand die Orchid-Akten dort, wo sie zur Lagerung abgelegt worden waren, und jemand hatte völlig vergessen, sie zu Scotland Yard zurück zu schicken. Ich suchte Pädophile und Verbindungen zu anderen Fällen, und ich versuchte, ein Profil des Täters zu erstellen.

Der Bericht sprach von Knaben, die von Pädophilem zu Pädophilem gereicht wurden.

Es gab keine Bilder in der Akte. Es wurde erwähnt, daß es einen breitere Ring von Einzelpersonen gab, aber nicht Jimmy Savile oder ein Kabinettsmitglied.“

Sidney Cooke wurde im Mai 1989 zusammen mit drei Komplizen — Leslie Bailey, Robert Oliver und Steven Barrell — des Totschlags von Jason Swift für schuldig befunden. Sie wurden mit bis zu 20 Morden in Verbindung gebracht.

Cooke soll den siebenjährigen Mark Tildesley ermordet haben, aber die Staatsanwaltschaft entschied, keine Anklage zu erheben, da er schon eine 19jährige Strafe für Jasons Tod absaß. (Anm.: Warum wird dieses aufklärerische Rechtsprinzip nicht auch bei Schwarzarbeitern angewandt, die, nachdem sie in ihrem Leben die erste Strafe erhalten haben, künftig nicht mehr verfolgt werden?)

Er wurde im Jahr 1998 unter einem öffentlichen Aufschrei freigelassen, wurde im folgenden Jahr aber verhaftet und lebenslänglich eingesperrt, weil er in den 1970er Jahren systematisch zwei Knaben mißbrauchte. (Anm.: Zuerst keine Bestrafung für aktuelle Verbrechen, dann Bestrafung für historische Verbrechen? Spielte Justizia mal wieder Maulwurf und war blind?)

Savile wurde im vergangenen Jahr als einer der produktivsten Pädophilen Großbritanniens aufgedeckt — mit 450 Opfern. Die Polizei sagte, er „nutzte (groomed) eine Nation aus“, indem er der Justiz entging (Anm.: Wer’s glaubt), während er über einen Zeitraum von 54 Jahren Hunderte von Kindern mißbrauchte.

Die Polizisten von „Operation Yewtree“, die die Behauptungen untersuchten, verhafteten auch Promis, darunter Gary Glitter, Komiker Freddie Starr, DJ Dave Lee Travis, Publizist Max Clifford und Komiker Jim Davidson. Alle haben jegliches Fehlverhalten abgestritten und nicht bei allen Anschuldigungen sind Personen unter 16 Jahren involviert.

Scotland Yard erklärte, laufende Ermittlungen nicht zu kommentieren.

Besuchen Sie die Internetseite EXARO, um mehr zu erfahren. (Anm.: Wozu? Hat man dort medientechnisch den Mut, Namen zu nennen?)

Hier finden Sie den Originalartikel, The net closes: Ex-Tory chief faces child sex arrest over claims girl was raped and boys were abused.

Jimmy Savile — „Er war die Spitze des Eisbergs“

2013/01/16

Eileen Fairweather über den populären Promi-Pädo und seine Freunde.

(Der Rest des Eisbergs wird stückchenweise auftauchen — regelmäßig dann, wenn ein Bandenmitglied aus Großbritanniens Pädophilenring unter den Radieschen-Radar abtaucht.)

Die umfassende Untersuchung von Sir Jimmy Saviles verdorbenen Aktivitäten richtet die Aufmerksamkeit erneut auf Vorwürfe eines möglichen Pädophilenrings auf Jersey und eine „Kultur der Vertuschung“.

Jimmy Savile: 'He was the tip of the iceberg’

Das Kinderheim „Haut de la Garenne“. Sir Jimmy Savile bestritt, jemals auf Jersey gewesen zu sein

In den düsteren Tagen des März 2008 versammelten sich die Medien der Welt vor dem Kinderheim „Haut de la Garenne“ auf der Insel Jersey. (Anm.: Wie könnte die Top-Lage für eine Kinderhändler-Immobilie wohl aussehen? Mitten im Stadtzentrum? An einer gut frequentierten Straße? Von den Nachbarn einsehbar? Insel mit schalldichtem Keller? Ich weiß es nicht.) Die Polizei suchte nach möglichen menschlichen Überresten und anderen Beweisen, nachdem fast 200 ehemalige Bewohner des Heims Mißbrauchsvorwürfe durch Mitarbeiter und Besucher behaupteten, einschließlich Folter und Vergewaltigung, über viele Jahre hinweg, und daß einige Jugendliche „verschwunden“ waren.

Britische Polizeikräfte vom Festland, die zuvor die Leitung übernahmen, um die „endemische Korruption“ in Jerseys Gendarmerie auszurotten, leiteten die historisch einmalige Ermittlung gegen Kindesmißbrauch auf der Insel.

Nun stützen zwei jener Polizisten, Jerseys ehemaliger Polizeichef Graham Power und der ehemalige stellvertretende Polizeichef Lenny Harper, der leitende Ermittler im Mißbrauchsfall „Haut de la Garenne“, die Forderungen der Opfer nach einer externen Stelle zur Untersuchung der Vorwürfe, daß Sir Jimmy Savile und andere Personen, darunter einige Promis, auf Jersey regelmäßig Kinder sexuell mißbrauchten. (Anm.: Wenn die beiden ihre Ergebnisse nicht anonym / unter Künstlernamen im Internet veröffentlichen, sind sie so gut wie tot — oder werden kaltgestellt wie Hans Meiser, nachdem er zu laut „Pädophilie bei Politikern üblich“ dachte.)

Die schockierenden Enthüllungen über Saviles verdorbenes Verhalten haben, zur Erleichterung der Mißbrauchsopfer von Jersey, die Aufmerksamkeit erneut auf „Haut de la Garenne“ gelenkt. Ihrer Ansicht nach bestätigt es ihre Vorwürfe, daß das Haus den Mittelpunkt eines gut geschützten Pädophilenringes bildete.

Während der Untersuchung im Jahre 2008 wurden gegen Savile und andere berühmte und mächtige Leute Anschuldigungen erhoben. Anfang dieser Woche enthüllte der TELEGRAPH, daß der Schauspieler Wilfrid Brambell aus der Fernsehkomödie „Steptoe and Son“ ein weiterer Täter war. Einer der beiden Knaben, die er in den siebziger Jahren in der Oper von Jersey in einem Hinterzimmer mißbrauchte, stammte aus dem Kinderheim „Haut de la Garenne“.

Die Polizei Jersey hat bestätigt, daß ein Bewohner von „Haut de la Garenne“ im Jahre 2008 während der Untersuchung Mißbrauchsvorwürfe gegen Savile in der Mitte der Siebziger vorbrachte, aber sagte, es gab keine ausreichenden Beweise für eine Untersuchung. Die Behörde hat auch bestätigt, daß sie in den letzten Tagen von drei weiteren Savile-Opfern auf Jersey kontaktiert wurde.

Carrie Modral, Vorsitzende der „Jersey Care Leavers‘ Association“ (Anm.: leaver = Abgänger), eine Wohltätigkeitsorganisation von Menschen, die in Pflegeheimen lebten, sagt: „Es ist gut, daß der Savile-Skandal die Menschen jetzt mehr über das nachdenken läßt, was hier geschah. Aber warum gibt Jersey es im Fall Savile jetzt zu? Weil er tot ist, und er kann nicht sprechen oder all die anderen großen Namen zu Fall bringen. (Anm.: Hervorhebung von mir.) Sie sehen es so, daß wir, die Opfer, weiter über Promis reden, die in ‚Haut de la Garenne‘ Kinder mißbrauchen, also gut: ‚Hier ist einer, er ist tot, und er kann nicht reden.‘ Savile war aber nur die Spitze des Eisbergs.“

Lenny Harper stimmt zu: „Savile wählte seine Opfer mit großer Sorgfalt; Jugendliche mit Schwächen und Problemen in Pflegeheimen. Wenn sie sich beschwerten, wurden sie als Unruhestifter bezeichnet, oder brutal runtergemacht. Wir wissen aus Gerichtsverfahren und Aussagen, die [während der Untersuchung im Jahr 2008] an mein Team gemacht wurden, daß Kinder aus Pflegeheimen auf Jersey unter dem Vorwand von Erholungsreisen an die Mitglieder der Jacht-Gesellschaft und andere prominente Bürger ‚ausgeliehen‘, dann aber mißbraucht und oft vergewaltigt wurden.

Wenn sich diese Kinder beschwerten, wurden sie geschlagen und [in ‚Haut de la Garenne‘] in Kellern eingesperrt, deren Existenz die Behörden von Jersey im Jahr 2008 bestritten, die auf Filmmaterial auf YouTube jedoch noch immer zu sehen sind. Welche Chancen hatten sie? Das war für Savile das perfekte Jagdrevier. Die Mächtigen von Jersey hofieren jeden mit noch so losen Verbindungen zum britischen Königshaus. Saville war für sie ein hohes Tier und Kinder hätten nicht die geringste Chance gehabt, sich über ihn zu beschweren. Es war für ihn so einfach.“

In „Haut de la Garenne“ waren Mißbrauchsgerüchte seit Jahren weit verbreitet, doch laut Harper wurden die Versuche von jüngeren Polizisten, denen zu helfen, die Anschuldigungen machten, „von korrupten älteren vereitelt“. Er behauptet, daß die Untersuchung von 2008 das Establishment von Jersey so wütend und verlegen machte, daß eine Kampagne initiiert wurde, um die leitenden Polizisten zu verleumden und Sie als leichtgläubig und geldverschwendend zu bezeichnen.

Die Grabungsarbeiten in dem Heim wurden diskreditiert, angeblich wurde nichts gefunden, doch selbst Harpers kritische Nachfolger in der Untersuchung geben zu, daß mindestens drei menschliche Knochenfragmente gefunden wurden und die Zähne von Kindern — von 10 bis 65 Kindern aller Altersstufen. (Anm.: Wenn aus staatlichen Heimen in Großbritannien jährlich fast 10.000 Kinder „verschwinden“, kann dies nur durch einen von ganz oben abgesegneten Selbstbedienungsladen geschehen, an dem nicht nur die trottelige Politik beteiligt sein muß, sondern auch deren korrupte Sprachrohre, schließlich sind den britischen Medien die Namen der Pädophilen bekannt, auch dem TELEGRAPH, doch sie zu veröffentlichen würde dem langfristigen EU-Ziel, Pädophilie zu legalisieren, so kräftig ans Bein pinkeln, daß es zehn Meilen gegen den Wind zu bemerken wäre, selbst für Leute, die an Nasenblindheit leiden.)

Dies wurde laut Harper nie ausreichend geklärt. „Sie waren nicht von einem Friedhof von vor langer Zeit oder allesamt Tierknochen, doch es war unmöglich, die Knochen zu datieren. Ein Anthropologe sagte, sie wären ein paar Jahrzehnte alt, ein anderer sagte jedoch, sie könnten nicht datiert werden. Wir werden es nie wissen. Sie waren definitiv menschlich und von Jugendlichen.“

Harper trat im Herbst 2008 in den Ruhestand, um mehr Zeit mit seiner Tochter und ihre jungen Familie zu verbringen, nachdem sein Schwiegersohn, ein Offizier in der Armee, im Irak getötet wurde. Sein unterstützender Polizeichef Graham Power, ein ehemaliger leitender Polizist der Londoner Polizei und Empfänger des Polizeiordens der Königin, wurde im November 2008 suspendiert. Gegen beide Polizisten wurde später, im Rahmen der Jersey-Untersuchung, durch externe Stellen ermittelt, für Fehlverhalten wurden aber keine Beweise gefunden. (Anm.: Da haben Sie es!)

Jerseys ehemaliger Gesundheitsminister, Stuart Syvret, der in den Ermittlungen 2008 die Opfer und Polizei unterstützte, wurde auch entlassen. Er wurde im vergangenen Jahr wegen der Veröffentlichung einer schweren Anschuldigung inhaftiert, die eine andere Materie betrifft, welche aus rechtlichen Gründen nicht beschrieben werden kann. (Ooooch, und kein britischer Journalist hat einen befreundeten Journalisten im Ausland, zu dem er etwas durchsickern lassen kann?)

Syvret erklärte dem Telegraph: „Jimmy Savile mißbrauchte auf Jersey Kinder. Ich glaubte seinen Opfern. So wie ich den beiden Menschen glaube, die mir von Kindesmißbrauch auf Jersey in den Siebzigern durch eine andere TV-Persönlichkeit erzählten [die in dieser Woche als Brambell bestätigt wurde]. So wie ich denjenigen glaubte, die mir erzählten, daß die Behörden zu jener Zeit ihre Beschwerden über jahrelangen Mißbrauch in Jerseys Kinderheimen durch andere Personen ignoriert hatten. Savile ist tot, warum müssen wir also in den elenden Details graben? Weil das entscheidende Merkmal in diesem Fall nicht so sehr die einzelnen Verbrechen sind, so schlimm — und schädlich für die Opfer — sie auch sind. Es ist vielmehr das, was ich die ‚Kultur der Vertuschung‘ nenne.“

Als Ergebnis der Auswirkungen (fallout) der Ermittlungen gegen „Haut de la Garenne“ wurde die Öffentlichkeit in dem Glauben gelassen, daß Harper und sein Team auf die Mißbrauchsvorwürfe überreagiert hätten. Doch als Ergebnis der Untersuchung sind seitdem drei Menschen wegen Mißbrauchs verurteilt worden und für über 100 Opfer sind zum jetzigen Stand Entschädigungen vereinbart worden — viele weitere Zivilprozesse sind anhängig. Die Polizei hatte Vorwürfe gegen 150 Personen, viele wurden nie ausreichend untersucht — einschließlich Savile. (Anm.: Denken Sie noch einmal daran, daß aus staatlichen Heimen jährlich 10.000 Kinder „verschwinden“.) Aus Jersey gibt es mindestens vier bekannte Opfer von Savile, und mindestens ein Opfer offenbarte deren Mißbrauch im Jahr 2008 bei der Polizei, doch erst jetzt werden ihre Vorwürfe ernsthaft in Betracht gezogen.

Jerseys Polizei hat bestätigt, daß ein Opfer im Jahr 2008 gegen Savile Vorwürfe erhob. Doch aus Gründen, die noch unklar sind, wird angenommen, daß die Vorwürfe nicht in die Aussagen abgetippt wurden, die die hochrangigen Polizisten sahen. (Anm.: Wahrscheinlich war die Schreibmaschine kaputt.) Es wird angenommen, daß Savile immer leugnete, in „Haut de la Garenne“ gewesen zu sein und drohte, eine Zeitung zu verklagen, die behauptete, daß er das Heim besuchte. (Anm.: Zu verklagen? Es ist nicht zufällig etwas seltsam, daß die Medien, die sich bis in alle Ewigkeit als Watergate-Kämpfer für die Wahrheit feiern werden, die bereit sind, dafür bei lebendigem Leib im Fernehen zur Hauptsendezeit verbrannt zu werden, in diesem Fall den Klagedrohungen nachgeben und darauf verzichten, berühmt zu werden?)

Obwohl die Londoner Polizei die Anfragen wegen angeblicher Verbrechen Saviles in ganz Großbritannien koordiniert, sind es individuelle Polizeikräfte, von denen erwartet wird, sie im Detail zu untersuchen. Carrie Modral sagt, daß wenige der Opfer Jerseys Polizei vertrauen, dies zu tun. „Diese Gelegenheit schwand, als Jerseys Establishment die guten Polizisten los war“, sagt sie.

Es war ein Mitglied der „Jersey Care Leavers’ Association“, die der Polizei im Jahr 2008 sagte, daß sie im Heim „Haut de la Garenne“ von Savile mißbraucht wurde. „Die Nachrichten über Savile brachten alles zurück, sie ist in großer Not“, sagt Modral. „Savile war ein regelmäßiger Besucher, nicht nur in ‚Haut de la Garenne‘, sondern auch in anderen Kinderheimen auf der Insel. Er war nicht der einzige Besucher. Das Opfer hat einen weiteren bekannten Namen genannt, der das Heim mit Savile besuchte.“

Sie fügte hinzu: „Ich kann Ihnen sagen, daß zwei Mitarbeiter, die sie in einem anderen Heim mißbrauchten, inhaftiert wurden, und daß die Behörden mit ihr eine finanzielle Entschädigung vereinbart haben. Doch ein anderer Mann, in einer Machtposition, der ‚Haut de la Garenne‘ regelmäßig besuchte und sie dort mißbrauche, ist noch frei ist wird nun durch den Staat in einer verantwortungsvollen Position beschäftigt.“

Lenny Harper hat dem TELEGRAPH bestätigt, daß er diesen Mann wegen angeblicher Vergewaltigung zwei anderer Kinder in dem Heim verhaftete: „Ich gab den Behörden eine Menge von Informationen über ihn, aber er wird von ihnen noch immer in einer leitenden Position beschäftigt“, sagt Harper. „Es gab zwei solide Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn, die zu einem weiteren Vorgehen geführt hätten, wenn es in Großbritannien gewesen wäre. Es gab ähnliche Beweise. Doch der Generalstaatsanwalt von Jersey entschied, daß es keine gab.

Als wir die Ausgrabungen begannen, tauchte dieser Mann auf und verlangte Zugang zu der Stelle. Er wollte angeblich einige Sachen, die er vor Jahren zurückgelassen hätte. Doch der Name dieses Mannes weckte bei den Opfern mehr Angst als jeder andere in der Untersuchung.“

Carrie Modral war der gleichen Meinung: „Er kämpfte mit harten Bandagen. Und mir wurde gesagt, daß er klar machte, daß er Freunde hätte und sich in Sicherheit fühlte. Wenn er untergeht, wird er wegen dem, was er über andere Menschen weiß, die Regierung [von Jersey] stürzen. Die Presse muß sich nun all die anderen großen Namen ansehen, die das Heim besuchten.“

Was Savile dem Opfer antat, war „schrecklich, aber eine Kleinigkeit“ im Vergleich zu dem, was ihr andere angetaten, sagt Modral. „Savile legte sie auf sein Knie und schob seine Hand ihren Rock hoch. Dann versuchte er, ihre kleine Schwester zu berühren, und sie zog sie weg, als er anfing, sie zu liebkosen. Sie wurde in ‚Haut de la Garenne‘ bereits von Mitarbeitern mißbraucht, so daß sie wußte, was er tun würde. Stellen Sie sich vor, selbst so jung zu sein und zu versuchen, Ihre kleine Schwester zu retten. Sie waren 11 und neun.“

Modral sagt, sie begegnete Savile, als er einen Jugendclub auf der Insel besuchte. „Es ist lächerlich, daß er sagte, er war nie hier. Er kam immer auf die Insel, um Wohltätigkeits-Spaziergänge zu eröffnen, und das Kinderheim [zu besuchen] und die Kinder würden hingehen [um ihn zu sehen]. Ich mochte den Mann nicht, ich blieb ihm fern, ich fand ihn beängstigend, schon seinen Blick.“ (Anm.: An den Blick gewöhnt man sich zwangsläufig, schließlich sieht man auch Elton John oder Mick Jagger so häufig in den Medien, daß einen das irgendwann abstumpft.)

Nun tauchen mögliche Verbindungen zwischen dem Mißbrauch in Kinderheimen auf Jersey und dem früheren berüchtigten Pädophilenring in Kinderheimen im Londoner Stadtteil Islington auf. Eine Schlüsselfigur in dem Ring, Nicholas Rabet, Islingtons stellvertretender Leiter der Kinderheime, stammte von der Insel Jersey. Er war dort in der Kinderbetreuung tätig und nahm regelmäßig Kinder aus den Heimen im Norden Londons auf Campingreisen auf die Insel.

Rabet flüchtete aus Großbritannien, nachdem ihn die Presse bloßstellte, wurde im Jahr 2006 aber in Thailand angeklagt, dort 30 Knaben mißbraucht zu haben — der jüngste war sechs. Er hat sich umgebracht, bevor er vor Gericht gestellt werden konnte. (Anm.: Schon wieder einer weniger, der reden könnte.) Sein Verbündeter, Neil Hocquart, tötete sich im Jahr 1991 in der Untersuchungshaft in Ely, Cambridgeshire, nachdem Hunderte von Pädophilenvideos bei ihm gefunden wurden. (Anm.: Und wieder einer weniger, der reden könnte.) Er war in einem Heim in Norfolk aufgewachsen und wurde nach Guernsey gebracht, wo er der „Schiffsjunge“ eines Kapitäns wurde, bevor er nach Großbritannien zurückkehrte, um für den Pädophilenring Kinder zu rekrutieren. Karin Ward aus jener ITV-Dokumentation über Savile, die die aktuellen Untersuchungen auslöste, hat den Mißbrauch durch den Star während eines Camping-Ausflugs nach Jersey aus ihrem Kinderheim in Norfolk beschrieben.

Der ehemalige Polizeichef von Jersey, Graham Power, sagt, die Tatsache, daß mehr als 100 Opfer auf Jersey nun außergerichtliche Einigungen erhalten haben und eine erhebliche Zahl von Zivilverfahren noch anhängig sind, verdeutlicht das Ausmaß des Mißbrauchs. Er sagt, er versteht, warum die Opfer den örtlichen Polizeikräften mißtrauen, die Vorwürfe gegen Savile zu untersuchen: „Das Ausmaß des Mißbrauchs, zu dem es in dieser kleinen Gemeinde kam, war so groß, daß völlig klar zu sein scheint, daß den zuständigen Personen in den Behörden von dem, was vor sich ging, etwas bekannt gewesen sein muß — und von dem, was wir bisher wissen, scheinen sie nichts getan zu haben, um die Kinder zu schützen, die in Einrichtungen mißbraucht worden sind, die von ihrer eigenen Regierung betrieben wurden. Dies ist eine Angelegenheit, die eine ehrliche und unabhängige Prüfung verdient.“

Alan Collins, ein Anwalt der für „Pannone“ tätig ist, eine auf Mißbrauchsfälle spezialisierte Anwaltskanzlei, die 58 der Opfer vertritt, sagt, daß zunächst die Mitarbeiter und das Management von „Haut de la Garenne“ im Vordergrund lagen. „Jimmy Savile war ein Nebenschauplatz. Ich könnte wirklich nicht sagen, wie viele von ihnen Savile genannt haben. Allerdings gab es einige Personen, die ihn nannten — er wurde mehrfach genannt, nicht nur einmal. Alle Vorwürfe müssen jetzt en masse hinsichtlich ähnlicher Beweistatsachen betrachtet werden, denn jetzt sehen wir ein größeres Puzzle. Jeder einzelne Vorwurf macht jetzt mehr Sinn. Savile ist tot, aber andere, die sie mißbrauchten, sind es nicht.“

Der Kronanwalt, William Bailhache, gab im Juni 2009 eine Erklärung heraus, die besagt, daß zwei historische Ermittlungen wegen Mißbrauchs wegen eines Mangels an Beweisen fallen gelassen wurden. (Anm.: Und daran werden Politik, Justiz und Medien auch diesmal nichts ändern wollen.) „Fälle dieser Art sind oft schwierig. Es gibt selten irgendwelche unabhängigen Beweise, und die Fälle laufen häufig darauf hinaus, daß die Aussage einer Person gegen die einer anderen steht … Ein Verzicht auf die Strafverfolgung bedeutet nicht notwendigerweise, daß denjenigen, die Beschwerden vorgebracht haben, nicht geglaubt wird. Eine Entscheidung, keine Strafverfolgung aufzunehmen, bedeutet nur, daß der Kronanwalt nach gründlicher Erwägung aller verfügbaren Beweise und anderer Informationen entschieden hat, daß ein Freispruch wahrscheinlicher ist als eine Verurteilung.“ (Anm.: Wer künftig etwas hat, sollte also erwägen, es unter seinem Künstlernamen im Internet in einem Forum zu veröffentlichen, das sich außerhalb seines Heimatlandes befindet. Im schlimmsten Fall würde sich nur bestätigen, daß nicht nur die Medien kontrolliert werden, sondern auch das Internet. Doch der Künstlername hat immerhin den Vorteil, daß derjenige keine Angst haben müßte, am nächsten Tag tot aufzuwachen.)

Hier finden Sie den Originalartikel, Jimmy Savile: ‘He was the tip of the iceberg’

Und hier der Kinderhändlerstützpunkt „Basis Delta Zero“ im Kinderheim „Haut de la Garenne“ auf Jersey mit dem populären Promi-Pädo:

16-01

Zur Auffrischung pisageschädigter Gedächtnisse der Fall Hans Meiser vom 13. Februar 2009:

Hans Meiser und die Staatsgeheimnisse – Warum der bekannte Fernsehmoderator Insolvenz anmelden musste

Hans Meiser ist einer der bekanntesten deutschsprachigen Fernsehmoderatoren. Auf RTL moderierte er die Sendung »Notruf«, produzierte »Der heiße Stuhl«, die Talkshows »Bärbel Schäfer« sowie »Hans Meiser« und war auch als Quizmaster tätig. Der Mann ist ein lebendes Erfolgsrezept. Irgendwann hatte Hans Meiser die Nase voll von seichten Sendungen. Er wollte den Deutschen in einem Nachrichtenmagazin Dinge präsentieren, die sie noch nie gehört hatten: Deutsche Minister im Bordell, Bundestagsabgeordnete als Kinderschänder und viele andere wahre Begebenheiten. Doch das waren Staatsgeheimnisse. Und Hans Meiser traf auf eine Mauer des Schweigens. Seine Fernseh-Produktionsfirma hat nun Insolvenz angemeldet. Das freut die Hüter der Staatsgeheimnisse.

16-02

In der Leyboldstraße 12 in Köln-Hürth ist der Sitz der Fernsehproduktionsgesellschaft CreaTV. Zusammen mit Erich Wagner hat Hans Meiser dort ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut. Nun musste die Firma Insolvenz anmelden. Und Journalisten berichten, die von Hans Meiser produzierten Formate seien »offenkundig nicht mehr gefragt«. Das Gegenteil war der Fall. Hans Meiser und Erich Wagner hatten eine lange Liste mit Geschichten recherchieren lassen, die offenkundig als Staatsgeheimnisse angesehen werden. Die großen Fernsehsender waren begeistert, mochten sich allerdings mit den brisanten Reportagen nicht die Finger verbrennen.

Hans Meiser hatte im Print-Bereich schon einen Kooperationspartner gewonnen: den Bild-Chefredakteur Kai Diekmann. Die Bild-Zeitung war grundsätzlich bereit, exklusiv am Ausstrahlungstag vorab über die brisanten Fernsehreportagen der geplanten neuen Meiser-Produktion zu berichten – vorausgesetzt, sie waren gut recherchiert, hieb- und stichfest und hatten einen guten Sendeplatz. Hans Meiser hat vielen leitenden Redakteuren bei den bekannten Fernsehsendern eine lange Liste mit wahrlich exklusiven Geschichten vorgelegt.

Ausnahmslos alle Verantwortlichen waren bei den von Hans Meiser angesprochenen Fernsehsendern zunächst begeistert – dann bekamen sie kalte Füße und dachten an ihre eigene Zukunft. Kurzum: Keiner wollte die brisanten Themen im Programm haben.

Was aber waren das für Geschichten? Nachfolgend eine kleine Auswahl von mehr als 100 Themen, die eigentlich ein neues investigatives Sendeformat ergeben sollten:

Hans Meiser wollte einige Namen einer Liste von mehr als 100 deutschen Prominenten veröffentlichen, die neben Michel Friedman Kunden eines exklusiven Call-Girl-Rings gewesen waren. Hans Meiser verstand nicht, warum einzig Michel Friedman 2003 in Zusammenhang mit Zwangsprostituierten in die Schlagzeilen geriet, der Bundesinnenminister die Akte zur Chefsache machte und die Namen der anderen Kunden (unter ihnen ein Fußballtrainer, drei Fußballer der Bundesliga, zwei Schlagersänger, 17 Politiker, acht Unternehmer und 34 Journalisten) aber von der Bundesregierung wie ein Staatsgeheimnis gehütet wurden. Hans Meiser hatte viele solcher Geschichten.

Hans Meiser bot den Fernsehsendern einen Bericht über Bundestagsabgeordnete an, die regelmäßig vom Bundestag mit einem Taxischein – also auf Kosten der Steuerzahler – auf den Berliner Kinderstrich fuhren. Hans Meiser berichtete über einen ehemaligen deutschen Minister, der Stammgast in einem Berliner Bordellbetrieb ist und dort stets für Ekel unter den Prostituierten sorgt, weil sie sich in seiner Gegenwart stets eine Flasche Piccolo in den After schieben mussten – der Herr Minister pflegt den Inhalt der Flasche dann zu trinken. Der Herr Ex-Minister wirkt im Fernsehen immer so sympathisch – da kennen ihn zwei Berliner Prostituierte völlig anders. Sie bekommen Brechreiz, wenn sie den Mann sehen – aber sie brauchen das Geld. Es gab Belege für alle vorgenannten Geschichten. Und es gab bei Weitem nicht nur Rotlichtgeschichten. Hans Meiser hatte recherchieren lassen, welche Unternehmer und Politiker bestechlich waren. Und er hatte recherchieren lassen, welche Politiker eine kriminelle Vergangenheit hatten – und, kaum im Amt, die eigene Ermittlungsakte vernichten ließen.

Die Fernsehproduktionsgesellschaft CreaTV hatte Material, das kein anderer Sender in Deutschland hatte. Und nun meldete man Insolvenz an. Ein Verantwortlicher bei einem privaten Fernsehsender sagte Hans Meiser bei einem Treffen, die brisanten Themen seien wirklich gut und garantierten hohe Einschaltquoten. Er werde den Zuschauern aber vorsichtshalber lieber weiterhin Seifenopern vorservieren – alles andere sei politisch nicht durchsetzbar und schade der eigenen Karriere.

Nachdem Hans Meiser dieses Produktionsvorhaben bei vielen großen Sendern bekannt gemacht hatte, hieß es, seine Formate passten nicht ins Programm. Kurz: Es gab keine Aufträge mehr. Warum nur?

Der Autor dieses Artikels (Anm: Udo Ulfkotte) kennt Hans Meiser seit mehreren Jahren. Der Inhalt dieses Berichtes wurde nicht mit Hans Meiser abgesprochen. Aber der Inhalt entspricht von der ersten bis zur letzten Zeile der Wahrheit. Deutsche Jounalisten waren zu feige gewesen, um einer ganzen Reihe von Prominenten die Maske vom Gesicht zu ziehen.

Derweil wurde in Deutschland eine Kampagne gegen Kindesmißbrauch gestartet, allerdings ohne Hans Meiser, der die Täter ja benennen könnte, aber immerhin können sich einige der üblichen Verdächtigen künftig mit weißen Schleifen tarnen.

BUNDESREGIERUNG: Neue Kampagne gegen Kindesmissbrauch

Prävention sei eine der Waffen gegen Kindesmissbrauch in Deutschland. Deshalb möchte der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung nun mit prominenter Hilfe das Land mobilisieren.

16-03

„Wir wollen ein gesamtgesellschaftliches Bündnis ins Leben rufen und starten deshalb die größte Kinderschutzkampagne in Deutschland“, sagte der „Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs“, Johannes-Wilhelm Rörig (links im Bild), am Mittwoch (10.01.2013) vor der Presse in Berlin. Herzstück der Kampagne unter dem Titel „Kein Raum für Missbrauch“ sind Spots für Fernsehen und Internet.

Erdacht wurden die Spots von Dani Levy (rechts im Bild), einem Berliner Regisseur, der mit Beziehungskomödien wie „Alles auf Zucker“ berühmt wurde und bisher wenig mit ernsten Themen gearbeitet hat. Auch die Spots sind weniger düster, als man vielleicht erwarten würde. „Wir wollten keine klischeehaften Bilder wie zum Beispiel leere Schaukeln verwenden, sondern das Thema inhaltlich neu aufbauen“, erklärte Levy sein Konzept. „Wir wollen frontal, positiv und hell in die Geschichte gehen, keine gebückte Haltung einnehmen, sondern nach vorne schauen.“

Gefährdete Lebensräume zeigen

Die beiden Spots, 30 und 45 Sekunden lang, zeigen typische Alltagssituationen von Kindern in der Kita, der Schule, beim Sport, in der Kirche, in Kliniken oder beim Nachhilfeunterricht. „Wir zeigen die gefährdeten Lebensräume, die wir schützen müssen“, sagte Levy.

Die Spots enden mit einem Appell, sich an der Kampagne der Bundesregierung zu beteiligen. Möglich ist das auch durch das Tragen eines weißen „X“. Das ist eine kleine Anstecknadel, die zum Beispiel ähnlich der roten Aids-Schleife am Jacken-Reviers getragen werden kann. Die Farbe Weiß soll für die Verletzbarkeit der Kinder stehen. Das „X“ soll Sicherheit und Schutz symbolisieren, andererseits aber auch Warnsignal sein.

Einige Fernsehsender in Deutschland haben bereits zugesagt, die Spots kostenlos auszustrahlen. Die öffentlich-rechtliche ARD wolle aber zunächst abwarten, wie sich die Kampagne entwickelt, hieß es. Deshalb werden die Spots von der ARD nicht im Haupt-, sondern nur in den Regionalprogrammen ausgestrahlt.

„Kein Raum für Missbrauch“

Aufklären und informieren sollen auch Straßenplakate sowie insgesamt zehn Informationsblätter für Eltern und Fachkräfte, aber auch für Kinder selber. In comicartiger Aufmachung können sich die Heranwachsenden über ihre Rechte informieren. „Dein Körper gehört dir“ oder „Du hast das Recht, Nein zu sagen“ – darauf sollen die Kinder hingewiesen werden.

Eltern können mit einer vorgefertigten Postkarte bei Schulen oder Vereinen nachfragen, ob es schon Schutzkonzepte gegen Kindesmissbrauch gibt. Fachkräfte werden über Fortbildungen informiert. Im Internet gibt es eine zentrale Anlaufstelle unter „www.kein-raum-fuer-missbrauch.de„. Hier können auch die Spots angeschaut werden.

Kein Geld von den Kirchen

Die flächendeckende Einführung von Schutzkonzepten für Kinder sei eines von drei Zielen der Kampagne, so Rörig. Er möchte darüber hinaus eine stärkere gesamtgesellschaflliche Sensibilisierung für das Thema, um den „Schatten der Ahnungslosigkeit zu erhellen“. Und drittens soll das Reden über Kindesmissbrauch erleichtert werden. Auf Elternabenden, berichtete Dani Levy, selber Vater zweier Kinder, werde das Thema noch immer tabuisiert. Deshalb sei es nötig, dass „die Politik breiter vorgeht“.

„Prävention fällt nicht vom Himmel“, fasste Rörig seine Motivation für die Kampagne zusammen. Er habe sich im Vorfeld erfolgreich in vielen Vereinen und bei Politikern Unterstützer gesucht. Auch die evangelische und katholische Kirche in Deutschland hätten zugesagt, sich an der Kampagne beteiligen zu wollen, ohne allerdings Geld beizusteuern.

Rückschlag für öffentliche Auseinandersetzung

An Einrichtungen beider Kirchen waren im Jahr 2010 dutzende Fälle von Kindesmissbrauch bekannt geworden. Seitdem wird in Deutschland viel über solche Straftaten gesprochen. Die Bundesregierung hat einige Maßnahmen wie einen Runden Tisch und eine Opferhotline eingerichtet. Konkrete Verschärfungen des Strafrechts oder bessere Entschädigungen für Opfer wurden noch nicht beschlossen.

Einen Rückschlag in der öffentlichen Aufarbeitung des Themas gab es Anfang der Woche. Die Katholische Kirche gab bekannt, sich vorzeitig aus einem von zwei zentralen Forschungsprojekten zurückzuziehen, weil eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Hannoveraner Kriminologen Christian Pfeiffer nicht mehr möglich sei. Pfeiffer wiederum sprach von Zensur und Behinderung seiner Arbeit. Das vor zwei Jahren begonnene Projekt sollte sexuelle Gewalt durch Priester umfassend aufarbeiten und dabei auch viele Akten vergangener Jahrzehnte nutzen.

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, hofft nun, dass dieser Vorfall keine negativen Auswirkungen auf seine Kampagne haben werde. Er wisse aber, dass dies „kein gutes Signal für die Betroffenen ist“ und appellierte deshalb an die Kirche, „das Projekt fortzuführen und eine gute Lösung zu präsentieren“.

Unterdessen gab die Deutsche Bischofskonferenz bekannt, rechtlich gegen die Zensurvorwürfe vorgehen zu wollen. Pfeiffer sei aufgefordert worden, nicht mehr von Zensur in der Kirche zu sprechen, weil dies schlichtweg falsch sei. (Anm: Ja klar, aber glaubt schon der Kirche, der Politik oder den Medien?)

Und überhaupt, vor knapp mehr als zwei Jahren, am 22. September 2009, berichtete der TAGESSPIEGEL, daß für die gleiche Kampagne bereits Wim Wenders GEZ-Knete pulverisierte — können die Hochleistungsbeamten der Bundesregierung nicht einfach Wim Wenders‘ erfolgreiche Kampagne ein zweites Mal ausstrahlen? Oder war Wim Wenders Werk so grottenschlecht und ineffizient wie Klaus Wowereits Flughafen oder Angela Merkels Rettungsschirme? Schon damals wäre ein Anruf bei Hans Meiser kostengünstiger gewesen.

Kampagne gegen Missbrauch

Am Dienstag stellte die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung in Berlin ihre neue Kampagne gegen Kindesmissbrauch vor. Regisseur der zugehörigen Fernsehspots ist Filmemacher Wim Wenders.

16-04
Im Kern der Kampagne gegen Kindesmissbrauch stehen die Fernsehspots des Filmemachers Wim Wenders. – FOTO: DPA

Ein gesichtsloser Unbekannter drückt einem Jungen die Hand vor den Mund. Das Gesicht hinter der Hand wird älter und älter, bis irgendwann ein Erwachsener die Hand wegdrückt und mit düsterem Blick verkündet: „Er sagte: Das bleibt ein Geheimnis zwischen uns. Das Schweigen hat mich ein Leben lang zum Opfer gemacht.“ Die Szene ist Teil eines Spots, den der Regisseur Wim Wenders gedreht hat und der Kern einer neuen Kampagne gegen sexuellen Missbrauch von Kindern ist. Am Dienstag stellte Christine Bergmann, die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, die Kampagne vor. „Es geht darum, das Schweigen zu brechen“, sagte sie. Und Wenders ergänzte, er habe mitgewirkt, um die Botschaft „Sprechen hilft“ in die „Herzen und Köpfe“ der Menschen zu tragen.

Wenders arbeitete wie alle anderen beteiligten Künstler umsonst. Der Spot wird auch kostenlos in diversen TV-Sendern ausgestrahlt.

Gleichzeitig gab Bergman einen Zwischenbericht der Anlaufstelle für Missbrauchsopfer. 2500 Personen hätten sich bisher gemeldet. Zunehmend mehr Betroffene berichteten von Missbrauch im Familienkreis. Der älteste Anrufer war 80 Jahre alt, der jüngste zehn. 85 Prozent der Opfer nannten Männer als Täter, 60 Prozent hatten noch nie über ihre Geschichte geredet. Das Durchschnittsalter der Anrufer liegt bei etwa 50 Jahren. Sogar elf Täter haben sich, anonym wie alle Anrufer, gemeldet. Eine Psychotherapeutin der Anlaufstelle erklärte, man habe versucht, den Tätern vor allem die Leiden der Opfer nahe zu bringen.

Der Kinder- und Jugendpsychiater Jörg Fegert, der die Arbeit der Anlaufstelle wissenschaftlich begleitet, erklärte, zu seinem großen Erstaunen habe es viel mehr Anrufer aus dem Westen Deutschlands sowie aus Großstädten gegeben als aus dem Osten und vom Land. Gründe dafür konnte er nicht nennen. Sehr viele Anrufer forderten eine Verlängerung der Verjährungsfrist bei sexuellem Missbrauch. Bergmann schloss sich dieser Auffassung an.

Sir Cyril Smith mißbrauchte Knaben

2013/01/07

Martin Hickman über einen Pädo-Politiker aus Rochdale.

Former MP Sir Cyril Smith DID sexually abuse boys, say police

Cyril Smith, der verstorbene Abgeordnete der Liberalen, mißbrauchte Knaben, sagte die Polizei, nachdem die Staatsanwaltschaft sagte, daß er nach einer Serie von Übergriffen in den späten 1960er Jahren hätte angeklagt werden sollen.

Im jüngsten Verlauf der Krise (fallout) durch den Jimmy Savile Skandal sagte die Polizei von Greater Manchester, Knaben „waren Opfer von körperlichem und sexuellem Mißbrauch“ durch den übergewichtigen ehemaligen Abgeordneten aus Rochdale. (Anm.: Liebe Journalisten, ein „Fallout“ hat nichts mit Pädos zu tun, es sei denn, Sie meinen das in Bezug auf den Lümmel, der bei Perversen ziemlich leicht „herausfällt“.)

In einer Erklärung sagte die Polizei von Greater Manchester: „Aufgrund des Zeitablaufs seit den ursprünglichen Vorwürfen, die in den späten 1960er Jahren gemacht wurden, hat es einige Zeit gedauert, um die genauen Angaben zu bestätigen.

Die Polizeikräfte erkennen jetzt öffentlich an, daß Knaben Opfer von körperlichem und sexuellem Mißbrauch wurden, der von Smith begangen wurde.“

Laut der von der Staatsanwaltschaft veröffentlichten Anklage entging Smith, einer der bekanntesten Politiker der 1970er und 1980er Jahre, im Jahr 1970 der Strafverfolgung wegen Übergriffen auf Knaben im Teenageralter — trotz übereinstimmender Vorwürfe von acht Männern.

Es wurden Fragen gestellt, warum sich Smith der Justiz entziehen konnte, inmitten von Berichten, daß die Sicherheitsdienste in den 1970er Jahren die Beweise gegen ihn sicherstellten, zu einer Zeit, als er einer von einer Handvoll Abgeordneter der Liberalen war, die in Westminster das Zünglein an der Waage darstellten.

Nazir Afzal, Chefankläger der Staatsanwaltschaft North West, erklärte, daß Smith, wäre er jetzt am Leben, strafrechtlich verfolgt werden würde. (Anm.: Verfolgen Sie doch andere Pädos, an Politikern herrscht zur Zeit schließlich kein Mangel.)

Nazir Afzals Erklärung zeigte, daß gegen Smith in den Jahren 1970, 1998 und 1999 Vorwürfe erhoben wurden.

Im Jahr 1970 behaupteten acht Männer im Alter von 19 bis 24, daß Smith zwischen 1961 und 1966 Unzucht an ihnen beging, als sie entweder in Rochdale im Kinderheim „Cambridge House“ lebten, mit dem er verbunden war, oder von Smith abhängig waren — entweder aufgrund einer Beschäftigung, finanziellen Unterstützung oder irgendeiner Art von Vormundschaft.

The prosecutor who assessed the case in 1970 said the allegations might not be believed because Smith denied them and because of the complainants “characters”.

Der Staatsanwalt, der den Fall im Jahr 1970 beurteilte, sagte, den Vorwürfen wurde vielleicht nicht geglaubt, weil Smith sie wegen dem „Charakter“ der Beschwerdeführer bestritt.

Er schrieb: „Alle auf Unzuchtvorwürfen basierenden Anklagen wären aus meiner Sicht nicht nur etwas abgestanden, sondern völlig unbegründet. Durch die Charaktere einiger dieser jungen Männer wären ihre Beweise ferner wahrscheinlich verdächtig.“

„Unter diesen Umständen glaube ich nicht, daß eine vernünftige Aussicht auf eine Verurteilung bestünde, wenn gegen Smith ein Verfahren wegen Unzucht angestrengt werden würde. Ich rate daher dazu, ihn strafrechtlich nicht zu verfolgen.“

In 1998, amid the police inquiry into child abuse in North Wales, a man rang a careline set up in North Wales to allege that he was abused by Cyril Smith at Cambridge House Children’s Home in Rochdale between 1965 and 1968.

Im Jahr 1998, während der polizeilichen Ermittlungen wegen Kindesmißbrauchs in North Wales, rief ein Mann eine Ansprechnummer (careline) in North Wales an, um zu behaupten, daß er von Cyril Smith im Kinderheim „Cambridge House“ in Rochdale zwischen 1965 und 1968 mißbraucht wurde.

Im Jahr 1998 wurde die betreffende Behauptung an die Polizei von Greater Manchester übergeben, die der Staatsanwaltschaft im Mai 1998 eine Akte mit Beweismitteln vorgelegte, darunter die Dokumentation von 1970. Doch die Staatsanwaltschaft sah wieder von einer Strafverfolgung ab — mit der Begründung, daß Smith, der damals noch lebte, gesagt wurde, daß er wegen angeblichen Straftaten von vor 28 Jahren nicht angeklagt werden würde.

Im Jahr 1999 meldeten sich zwei weitere Kläger, doch wieder sah die Staatsanwaltschaft von einer Strafverfolgung ab, teilweise wegen unzureichender Beweise.

Smith starb im Jahr 2010 im Alter von 82 und diente von 1972 bis 1992 als Abgeordneter.

Nazir Afzal sagte: „Alle Opfer, die erwägen, sich zu melden, sollten von den Entscheidungen der Vergangenheit nicht davon abgehalten werden … Die Entscheidung, die 1970 gefaßt wurde, würde durch die Staatsanwaltschaft heute nicht mehr getroffen werden.“

Der stellvertretende Polizeipräsident für Greater Manchester, Steve Heywood, sagte: „Wir können jetzt sagen, daß Akten mit Details über die durch Smith begangenen Mißbrauchsfälle zu drei verschiedenen Gelegenheiten zunächst an den Generalstaatsanwalt (Director of Public Prosecutions) und dann an die Staatsanwaltschaft (Crown Prosecution Service) gereicht wurden, doch bei jeder Gelegenheit wurde keine Strafverfolgung veranlaßt.

Nachdem wir diese Entscheidungen nun bewertet haben, glauben wir, daß, wenn der Staatsanwaltschaft heute die gleichen Beweise vorgestellt werden würden, es eine sehr realistische Aussicht gäbe, daß Smith in einer Reihe von Fällen wegen Unzucht angeklagt werden würde, und daß der Fall vor Gericht gebracht werden würde.“

Er fuhr fort: „Es ist zwar eine kühne Behauptung, aber es ist für die Opfer, die von Smith mißbraucht wurden, absolut wichtig, daß wir das Leid, das sie erdulden mußten, öffentlich anerkennen.

Obwohl Smith posthum nicht angeklagt oder verurteilt werden kann, ist es aufgrund der überwältigenden Beweise, die wir haben, gut und richtig, daß wir öffentlich anerkennen sollten, daß Knaben sexuell und körperlich mißhandelt und mißbraucht wurden und daß wir ihnen so viel Unterstützung bieten werden, wie sie benötigen, sollten sie wünschen, uns zu sprechen.“

Hier finden Sie den Originalartikel, Former MP Sir Cyril Smith DID sexually abuse boys, say police.

Gott sei Dank liegt es im Bereich des Unvorstellbaren, daß so etwas staatlicherseits vertuscht werden würde.

Vertuschung von Kindesmißbrauch — Verbindung zum MI5?

Der MI5 ist womöglich in eine Vertuschung involviert gewesen, um Kindesmißbrauchsvorwürfe gegen den prominenten Liberaldemokraten Sir Cyril Smith zum Schweigen zu bringen, behauptete ein Abgeordneter.

Simon Danczuk von der Labour-Partei bat Innenministerin Theresa May, zu untersuchen, ob Spione halfen, langjährige Vorwürfe gegen Sir Cyril zu vertuschen, der vor zwei Jahren starb.

Simon Danczuk, der Abgeordnete für Sir Cyrils alten Wahlkreis von Rochdale, wiederholte letzte Woche Behauptungen, daß der Liberaldemokrat die nackten Hintern von Knaben versohlte, nachdem ihm an einem Kinderheim in Lancashire vor Jahrzehnten eine „Rolle als Zuchtmeister“ gegeben wurde. (Anm.: Au Pobacke, was werden liberale Linke und líberale Neokonservative, die zwar eine Tracht Prügel im Rahmen der Erziehung verurteilen, Zuchtmeister und Rohrstockdominas im Rahmen der Meinungsfreiheit aber sexy finden, jetzt sagen?)

Simon Danczuk sagte: „Nach meinen Kommentaren im Parlament über Cyril Smiths Mißbrauch von Knaben hat die Staatsanwaltschaft meinem Verständnis nach nun Ermittlungsakten gegen Cyril Smith aus den 1960er Jahren gefunden.

Kann die Innenministerin nun untersuchen, ob es stimmt, daß der Leiter der Staatsanwaltschaft zu dem Zeitpunkt eine zweite Meinung erhielt, die empfahl, Smith strafrechtlich zu verfolgen; warum er zu dem Schluß kam, daß es nicht im öffentlichen Interesse war; welche Rolle, der Sicherheitsdienst spielte, wenn überhaupt; und wie die Regierung nun beabsichtigt, dem auf den Grund zu gehen, was von mehreren ehemaligen Polizisten als ‚Vertuschung‘ bezeichnet wird?“

Anläßlich zu Fragen des Innenministeriums im Unterhaus sagte der Minister zur Prävention von Straftaten (Crime Prevention Minister) Jeremy Browne, Mitglieder der Öffentlichkeit sollten Straftaten der Polizei melden, Befürchtungen einer Verschwörung der Polizei dagegen an die Unabhängige Polizeibeschwerdekomission (Independent Police Complaints Commission) richten.

Der Liberaldemokrat Jeremy Browne fügte hinzu: „Natürlich würden wir erwarten, daß diese Behörden aufgrund der ihnen gebotenen Informationen handeln.“

Letzte Woche sagte Simon Danczuk dem Unterhaus, daß Sir Cyril im Mittelpunkt von Vorwürfen stand, in den 1960er und 1970er Jahren Kindern den Hintern versohlt zu haben.

Simon Danczuk sagte dann: „Die Knaben wurden gedemütigt, verängstigt und zu zitternden Wracks reduziert — durch einen 184-Kilo-Tyrannen (29st bully).“

Der Rat von Rochdale hat eine blaue Gedenktafel für Sir Cyril entfernen lassen, weil er befürchtet, daß sie zerstört werden würde. Die Tafel wurde im vergangenen Jahr an einer Wand am Rathaus von Rochdale angebracht, wurde aber über das Wochenende entfernt. (Anm.: Wenn das Volk die Gedenktafel für den Politiker zerstört hätte, wären dem Volk die Kosten für die Entfernung durch die Politiker erspart geblieben — wieviel Steuergelder wurden hier wohl wieder vergeudet?)

Hier finden Sie den Originalartikel, MI5 ‚link to abuse cover-up‘ claim.

BBC vertuschte Pädo-Skandal Nr. 2

2012/12/13

Richard White über einen Medien-Onkel, der 40 Jahre lang Knaben mißbrauchte.

(Nein, nicht Jimmy Savile — dann hieße es 60 Jahre.)

BBC broadcast house

Top-Journalist entlarvte Radio-„Onkel“, wurde aber ignoriert

17. Oktober 2012 — Top-Journalist John Simpson enthüllte, daß der Mißbrauch von Kindern durch einen Kinderradio-Favoriten, der sich über einen Zeitraum von 40 Jahren hinzog, von den BBC-Chefs vertuscht wurde.

Die Nachricht, daß der Star geschützt wurde, ließ letzte Nacht Zweifel an den Behauptungen aufkommen, daß an der Spitze des Unternehmens niemand wußte, daß Jimmy Savile ein Pädophiler war.

Simpson bezeichnete den Perversen als „Onkel Dick“ („Uncle Dick“). Er erfuhr, daß der vielgeliebte Star in den BBC-Räumlichkeiten Jugendlichen nachstellte.

Doch er wurde abgeschreckt, als er den Vorschlag machte, ihn bloßzustellen. Und der Schleier des Schweigens der BBC reichte bis zum damaligen Generaldirektor, behauptete der 68-jährige Kriegsberichterstatter Simpson.

Der Radio-Moderator, den er beschuldigt, war von den 1920er Jahren bis zu seinem Tod im Jahr 1967 einer der größten Namen der BBC. Er soll Kinder in BBC-Toiletten genommen und sie mißbraucht haben.

Zu der Zeit war er so berühmt, daß er dem Königshaus Führungen durch die Sendestudios gab, einschließlich der Queen.

Wenn irgendwelche Beschwerden kamen, beschwichtigte der Generaldirektor die empörten Eltern.

Simpson deckte das dunkle Geheimnis — das dem jahrzehntelangen Mißbrauch durch den „Jim’ll Fix It“-Moderator Savile erschreckend ähnelt — 1999 in seiner Autobiographie „Strange Places, Questionable People“ auf.

Er sagte, er erfuhr von den Vorwürfen, als Onkel Dick — dessen bürgerlichen Namen er nicht offenlegte — starb.

Er war ein junger Reporter und sollte einen Nachruf schreiben.

Simpson sagte, eine Kollegin des Stars gab ihm Details über den Mißbrauch. Die Frau, die er „Tante Gladys“ („Auntie Gladys“) nannte, bezeichnete den Mann als „bösen alten Bastard“ und fügte hinzu: „Ich hoffe, er erlitt Todesqualen.“

Simpson erklärte in seinem Buch: „Woche für Woche gewannen Kinder aus allen Teilen des Landes Wettbewerbe, die dann die BBC besuchten und Onkel Dick begegneten. Er begrüßte sie, führte sie herum, gab ihnen Mittagessen, nahm sie dann auf die Herrentoilette und machte mit ihnen herum.

Falls sich Eltern beschwerten, schrieb das Büro des Generaldirektors üblicherweise, daß die Nation einen solchen Vorwurf gegen eine beliebte Person nicht verstehen würde.“

Simpson sagte, er erzählte seinem Redakteur, was er erfahren hätte, wurde aber stattdessen beauftragt, den Star zu loben.

Er erinnerte sich an den leitenden Journalisten, der ihm sagte: „Sie dummer, gedankenloser, ignoranter, zerstörerischer junger Idiot.“

Dann diktierte der Chef: „Tante Gladys sagte der BBC heute Abend, daß sie über Onkel Dicks Tod zutiefst bestürzt war. Sein Umgang mit Kindern war wunderbar.“

Read on: BBC covered up paedo scandal No2

BBC-Star Wilfrid Brambell aus „Steptoe And Son“ mißbrauchte Knaben

2012/12/11

Namey Herey über einen weiteren britischen Pädo-Star.

(Anmerkungen in Klammern)

Gay Antiques - Wilfrid Brambell

Wilfrid Brambell wird beschuldigt, Kinder mißbraucht zu haben, als er bei der BBC beschäftigt war

Der BBC-Mißbrauchs-Skandal vertiefte sich letzte Nacht, nachdem behauptet wurde, daß Wilfrid Brambell, der Star aus „Steptoe And Son“ gefährdete Knaben mißbrauchte. (BBC-Mißbrauchs-Skandal? Netter Versuch, aber die Zentrale ist in diesem Fall nicht die BBC, sondern die Regierung: öffentlich-rechtliche Sendeanstalten sind nur ein Teil der Regierung, wie Banken, Rentenkassen, Sozialversicherungen, etc.)

Der Schauspieler, der 1985 starb, ist der neueste bekannte Name, der mit dem sexuellem Mißbrauch in Verbindung gebracht werden kann.

Zwei Männer behaupten, daß Brambell — der in der Fernsehrolle von seinem Sohn „dirty old man“ genannt wurde — sie als Kinder in den frühen 1970er Jahren sexuell mißbrauchte.

Er wurde im Zuge der Vorwürfe, daß Moderator Jimmy Savile über 60 Jahre Mißbrauch verübte, während er bei der BBC beschäftigt war, als ein angeblicher Pädophiler geoutet.

Die beiden Männer behaupten, daß Brambell sie in Jerseys wichtigstem Theater, dem „Opera House“, angriff. Eines der Opfer lebte in dem berüchtigten Kinderheim der Insel, „Haut de la Garenne“, wo Savile, in einem separaten Vorfall, beschuldigt wird, einen gefährdeten 10-Jährigen beeinträchtigt zu haben.

Das Heim stand 2008 im Mittelpunkt einer polizeilichen Ermittlung wegen Kindesmißbrauch.

Die angeblichen Opfer, die zu dem Zeitpunkt zwischen 11 und 13 Jahre alt waren, behaupten, sie wurden als ein „Vergnügen“ („treat“) in das Theater genommen, von Brambell aber hinter der Bühne sexuell mißbraucht.

Der in Dublin geborene Star, der im Alter von 72 Jahren an Krebs starb, war homosexuell, obwohl er in den 1950er Jahren kurz verheiratet war. (Er entschied sich wohl doch für die Karriere.)

Wegen Kontaktanbahnung in einer öffentlichen Toilette wurde er 1962 verhaftet. Er wurde in den 1960er Jahren bekannt, als er den Lumpensammler Albert Steptoe spielte und in dem Film „A Hard Day’s Night“ Paul McCartneys Großvater war. (Was spricht dagegen, in einer öffentlichen Toilette, in einem Swingerclub oder in der Politik Freunde zu suchen?)

Savile, Brambell und ein Radio-Moderator, der der 1967 starb und nur „Uncle Dick“ genannt wird, werden beschuldigt, Kinder mißbraucht zu haben, während sie bei der BBC beschäftigt waren. (So viel hätte nicht verraten werden dürfen — jetzt wissen außer den Massenmedien alle, wer der kinderliebe Onkel war.)

Letzte Nacht stand das Unternehmen vor einer weiteren peinlichen Krise, als TODAY-Moderator John Humphrys den angeblichen Mißbrauch durch Savile „trivialisierte“ und behauptete, einiges davon wäre nur „Geplänkel“.

Labour-Stellvertreterin Harriet Harman sagte in einem frostigen Interview: „Wir sprechen hier über schwerwiegende sexuelle Übergriffe.“

Humphrys entgegnete: „Nun, wohl nicht immer, oder? In einigen Fällen sprechen die Mädchen davon, daß sie seine Hand auf ihr Bein legten. Das ist nicht die Art von Verhalten, das wir akzeptieren sollten. In vielen Fällen ist es dennoch kein schwerwiegender sexueller Übergriff.“ (Kinder legen ihre Hände manchmal auch auf heiße Herdplatten — bis 1968 war es üblich, ihnen dann den Hintern zu versohlen, weshalb die Kinder früher wahrscheinlich intelligenter waren als die emotionalen Pisa-Gewinner von heute.)

Letzte Nacht meldete sich ein weiteres mutmaßliches Opfer von Savile. Die Frau, die jetzt 62 ist, behauptet, ihm 1966 in einer Disco in Manchester begegnet zu sein, als sie 15 war. Sie sagt, er lud sie in seine Wohnung ein und sie hatten Sex. Sie behauptet, daß er sich einmal enttäuscht äußerte, daß sie ihre Schuluniform wechselte.

Es gibt jetzt mehr als 60 mutmaßliche Opfer des Moderators von „Jim’ll Fix It“, deren Anwälte Schadensersatzansprüche gegen die BBC vorbereiten, die Hunderttausende von Pfund betragen könnten.

Die BBC sagte, die Vorwürfe gegen Brambell würden als Teil der unabhängigen Überprüfung von Saviles Aktivitäten untersucht werden.

Hier finden Sie den Originalartikel, BBC’s Steptoe star Wilfrid Brambell ‚abused boys‘

Derweil, in einem anderen Fall …

Max Clifford von Savile-Ermittlern wegen angeblicher Sexualdelikte verhaftet

Der Publizist Max Clifford ist von Polizisten der Ermittlungsgruppe Jimmy Savile festgenommen worden.

Max Clifford, 69, wurde an diesem Morgen wegen Verdachts auf sexuelle Straftaten festgehalten und zur Befragung in einer zentralen Londoner Polizeistation in Gewahrsam genommen, bestätigte sein Anwalt.

Es wird davon ausgegangen, daß die Vorwürfe, wegen denen er befragt wurde, nicht im Zusammenhang mit Savile stehen.

Der bekannte PR-Berater, der in Walton-on-Thames in der Grafschaft Surrey lebt, sprach sich öffentlich aus, nachdem Saviles jahrzehntelanger sexueller Mißbrauch von Kindern im Oktober durch eine Fernseh-Dokumentation aufgedeckt wurde. (Warum kriegen diejenigen, denen es gelang, „Exposure: The Other Side of Jimmy Savile“, zu senden, ohne daß besorgte  Politiker  Verantwortliche davon Wind bekamen, eigentlich keinen Orden?)

Max Clifford sagte, er wurde von einer Reihe von Promis aus den 1960er und 1970er Jahren kontaktiert, die „zu Tode erschrocken“ waren, in den Skandal verwickelt zu sein. (Wozu die Sorge? Großbritannien bietet Pädophilen, die sich den Behörden stellen, doch Straffreiheit, um die Opfer zu schützen.)

„Es waren alle möglichen Sachen los und ich meine junge Mädchen, die sich in Konzertsälen, bei Auftritten, wo auch immer in ihren Garderoben auf sie stürzten“, sagte er.

„Sie fragten nie nach niemandes Geburtsurkunde und sie waren junge Burschen … jedermanns Traum war plötzlich Wirklichkeit.“ (Das kenne ich nur zu gut, ich frage auch nie nach dem Preisschild beim Einkaufen oder nach dem Einbahnstraßenschild, wenn ich eine Abkürzung nehme, um für den Dienstwagen der Fahrbereitschaft Benzin zu sparen.)

Max Cliffords Anwaltin Charlotte Harris von der Kanzlei Mishcon de Reya bestätigte, daß er von der Polizei befragt wurde.

Sie fügte hinzu: „Herr Clifford wird die Polizei so gut er kann bei ihren Ermittlungen unterstützen. Wenn wir in der Lage sind, weitere Informationen zu liefern, werden wir dies tun.“ (Schicken Sie doch einfach die Liste der Pädophilen an Wikileaks, oder gibt es die nicht mehr?)

Ein Scotland Yard-Sprecher sagte: „In Verbindung mit der Untersuchung haben die an ‚Operation Yewtree‘ arbeitenden Polizisten an diesem Morgen, Donnerstag, dem 6. Dezember, einen Mann in seinen 60ern verhaftet.

Der Mann aus Surrey wurde um 7:40 Uhr wegen des Verdachts auf sexuelle Vergehen verhaftet und wurde in eine Polizeistation im Zentrum Londons gebracht.

Die Person fällt in der Untersuchung in den Strang, dem wir die Bezeichnung ‚Andere‘ gegeben haben. Weiter können wir dies nicht diskutieren.“

Es ist die jüngste in einer Reihe von Verhaftungen hochkarätiger Personen durch Polizisten der ‚Operation Yewtree‘, die zuvor Gary Glitter, den ehemaligen Glam-Rocker, Dave Lee Travis, den DJ, und Freddie Starr, den Komiker befragt haben. (Da die Medien standhaft bleiben und die Namen der Politiker nicht nennen, sieht das Ergebnis entsprechend dünn aus — Max Cliffords ist die sechste Person, die verhaftet wurde.)

Hier finden Sie den Originalartikel, Max Clifford arrested by Jimmy Savile inquiry police over alleged sexual offences.

Derweil, in einer anderen Sparte der Belustigungsindustrie …

Schauspieler Andrew Lancel aus „Coronation Street“ wegen Kindesmißbrauch angeklagt

Schauspieler Andrew Lancel, der in der ITV-Serie „Coronation Street“ die Rolle des Frank Foster spielte, ist wegen früheren Kindersexvergehen angeklagt worden.

Der 42-Jährige wurde am Freitag unter seinem richtigen Namen Andrew Watkinson angeklagt. Er soll noch in diesem Monat vor Gericht erscheinen, um sich der Anklage wegen fünf Fällen von unzüchtigen Handlungen an einem Kind unter 16 Jahren zu stellen, so die Polizei Merseyside.

Der Schauspieler aus Gateacre in Liverpool ist für seine Rolle des Frank Foster in der ITV-Serie „Coronation Street“ bekannt.

Er wurde gegen Kaution freigelassen, um am Mittwoch, dem 19. Dezember im Amtsgericht South Sefton zu erscheinen.

Die Polizei Merseyside sagte, Watkinsons Anklage erfolgte unter dem Sexualdeliktgesetz von 2003 (Sexual Offences Act 2003).

Hier finden Sie den Originalartikel, Coronation Street actor Andrew Lancel charged with child sex abuse.

Moderator: BBC vertuschte Jimmy Saviles Kindesmißbrauch, weil er mit Prinz Charles befreundet war

2012/12/08

Auch Ex-Moderator Bill Oddie erklärt, daß jeder wußte, daß Jimmy Savile ein Kinderschänder war — warum veröffentlicht kein einziger Journalist irgendwo auf der Welt die Namen der Pädophilen, die den Medien bekannt sind?

(Die Frage ist natürlich rhetorisch gemeint. Die Medien veröffentlichen die Namen nicht, weil in Europa Pädophilie legalisiert werden soll und das Kindesmißbrauchsproblem das Vorhaben wahrscheinlich um Jahrzehnte zurückwerfen würde. Sie können das entweder glauben oder weiter um 20 Uhr den Nachrichten. Ach, Sie meinen, die Medien könnten nicht so dicht halten? Dann lesen Sie auf Seite 288 in „Fünf Finger sind keine Faust“ von Klaus Rainer Röhl, wie die Medienpromis am 14. Mai 1970 auf der Hamburger Redaktionsparty von konkret dicht hielten, als seine Kinder entführt und bei Jürgen Holtkamp zwischengelagert wurden, um sie in ein palästinensisches Waisenlager zu schleusen. Was ich nicht verstehe, ist, wie jemand, der so berühmt wurde, fließend sieben Sprachen beherrschte und im SPIEGEL auftauchte, keinen Eintrag im basisdemokratischen Informationsdachverband Wikipedia hat. Die Geschichte geht auf Seite 293 übrigens gut aus: Stefan Aust befreite die Kinder in Rom.)

2012120801
Juli 1999: Der Prinz von Wales und Sir Jimmy Savile in Glencoe

BBC-Moderator Bill Oddie behauptet weiterhin, daß Jimmy Saviles Mißbrauch vertuscht wurde — weil er mit Prinz Charles befreundet war.

Der „Springwatch“-Star, der mit „The Goodies“ auf „Top of the Pops“ erschien, als Savile die Sendung in den 1970er Jahren moderierte, sagte, es gab bei der BBC über Savile einen „kranken Dauerwitz“, ein Pädophiler zu sein.

Er deutete an, daß irgendeine Art von „Zensur-Ausschuß“ verhindert haben könnte, daß die Wahrheit herauskommt — wegen Saviles königlichen Verbindungen.

Der Moderator untermauerte auch Behauptungen anderer ehemaliger BBC-Moderatoren, daß Saviles Eskapaden zu dem Zeitpunkt gut bekannt waren.

Er sagte: „Die Idee, daß die Jugendlichen Opfer waren — das wußte jeder.

Ich war überhaupt nicht überrascht. Und zwar in dem Sinne überrascht, daß dies nicht schon vor Jahren passierte.

Das Establishment oder wer auch immer es ist, entschied, alles totzuschweigen und beschloß, ihn zum Ritter zu schlagen. Er war, zu einem gewissen Grad, ein Freund des Königshauses.“

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Saviles Ferienhaus: Das Freundespaar unterhält sich während der Reise für einen guten Zweck

Er fügte hinzu: „Ich weiß nicht, warum es so lange gedauert hat, um ans Licht zu kommen. Darauf bin ich neugierig.

Ob es irgendwo in England so eine Art Zensurkomitee gab, von dem wir nichts wissen und das diese Sache unterdrückt — jemand versammelt sich in einem Raum und sagt: ‚Ach mach schon, er war ein Freund von Prinz Charles, wenn wir sagen würden, er wäre ein Perversling, sähe es für Prinz Charles furchtbar schlecht aus.‘

Und jemand entscheidet: ‚Ja, du hast recht, wir werden es totschweigen, niemand wird es jemals herausfinden.‘

Ich weiß nicht, wer so etwas machen würde.“

Im Anschluß an eine Fragestunde mit Studenten der historischen Debattiergesellschaft Cambridge Union sagte Oddie am Dienstag, Saviles Ruf galt „einfach als selbstverständlich“.

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Der Prinz von Wales wird im Ferienhaus herumgeführt, von dem Savile gehofft hatte, daß es zu einem Refugium für behinderte Kinder wird

Er sagte: „Es gab diesen kranken Dauerwitz, daß Jimmy Savile jungen Jugendlichen beiderlei Geschlechts auf die Pelle rückte.

Es war einfach selbstverständlich. Es bedeutet nicht, daß jemand dachte, dagegen etwas tun zu müssen — und es war wahrscheinlich nicht klar, wie ernst es war — was das Krankenhauses betrifft, war das Ausmaß sicherlich nicht klar — das ist entsetzlich.

Als dies herauskam, war es überhaupt nicht überraschend. Die Überraschung ist, daß es nicht viel früher herauskam, und das Rätsel oder worum es geht, ist, ob es vertuscht wurde oder ob die Menschen nur beschlossen, es zu ignorieren, oder ob es einen Befehl gab, und wenn ja, von wem und durch wen, und wer sagte, wir werden nicht zulassen, daß dies veröffentlicht wird?

Man fragt sich, wen man sich genauer ansehen sollte. Die BBC, die Polizei, die Leute vom Krankenhaus des staatlichen Gesundheitsdienstes? Wußten sie es alle und sagten es nicht?“

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Bill Oddie behauptet, daß die BBC den sexuellen Mißbrauch durch Savile vertuschte

Oddie erklärte, daß es zu der Zeit eine „naive Groupie-Szene“ gab.

Er sagte: „Dies ist offensichtlich kein mildernder Umstand, aber das einzige, was ich sagen will, ist, daß das eine Zeit in der Geschichte im Fernsehen und im Radio und in Live-Sendungen war, als es eine Art naive Groupie-Szene gab.

Ich glaube nicht, daß die Mädchen besonders häufig den Partner wechselten, schon gar nicht die jüngeren. Es gab Leute, die hingen nach den Konzerten rum und wollten zu den Stars — oder zu den Disk Jockeys.

Wer zu Cliff Richard wollte und dann bei Jimmy Savile landete, hatte dann den Trostpreis.“

Er fügte hinzu: „Die Sache, die man nicht ignorieren konnte, war, daß es die Ära dieser Art von Groupies war.

Nicht der völlig besessene Groupie, es war aber was in Richtung der Beatles der 60er Jahre, als Hunderte von Mädchen weinten und schrien und Gott weiß was — auch das war ziemlich weit verbreitet. (Anm.: Man sollte aber auch an Saviles sehr süße selbstgebastelte Karte mit einem Schnappschuß von Prinzessin Bea, der Herzogin von York, die noch nicht einmal zwei Jahre alt war — siehe: Sir Jimmy, der Pädophile, den jeder sah)

Meine Frau erzählte eines Tages von einer ihrer Freundinnen aus der Zeit, als sie die Monkeys sehen wollten, und das Mädchen sagte: ‚Ich werde versuchen, in die Umkleidekabine zu kommen‘ und meine Frau sagte ‚du weißt aber, daß er nur das eine will‘, und sie sagte, ‚ja, ich weiß, das ist, was ich vorhabe‘.

Aber das ist nicht ganz dasselbe wie ein Pädophiler — das waren nur Rockbands. Die 70er Jahre waren so.“

Oddie, der auf BBC mit seiner Radiosendung „I’m Sorry I’ll Read That Again“ begann, wiederholte die Behauptung, daß der ehemalige Generaldirektor der BBC, Mark Thompson, gewußt haben muß, was mit Savile los war.

Er sagte: „Es ist außergewöhnlich, daß der Ex-Chef der BBC, Mark Thompson, am nächsten Tag sagte: ‚Davon weiß ich nichts.‘

Sie arbeiteten bei der BBC und Sie wissen von gar nichts? Machen Sie sich nicht lächerlich.

Das ist absoluter Unsinn.“

Oddie behauptete, Savile „schmierte sich aus der Sache heraus“, als Kinderschänder im Krankenhaus entdeckt zu werden, weil er ein großer Spender war.

Er sagte: „Jeder der damaligen Zeit wußte etwas — er hatte einen Ruf als Grapscher.

Der schrecklichste Aspekt ist die Vorstellung, Kinder im Krankenhaus zu mißbrauchen — das ist einfach unglaublich. Indem er dem Krankenhaus Millionen von Pfund gab, schmierte er sich sozusagen aus der Sache heraus — das geht auf keine Kuhhaut.“

Neben seinen Kontakten mit Kindern bei der BBC werden auch Saviles Kontakte mit kranken Jugendlichen in den Krankenhäusern von Sussex — dem „Stoke Mandeville Hospital“ — und Leeds — dem „Leeds General Infirmary“ — untersucht.

Hier finden Sie den Originalartikel, BBC covered up Jimmy Savile’s child abuse because he was friends with Prince Charles, claims veteran broadcaster Bill Oddie.

Vertuscht Tony Blair den Pädophilenskandal?

2012/11/29

Wayne Madsen über die Pädo-Regierungen Blair und Bush.

(Wer jetzt überrascht ist, sollte seiner Gesundheit zuliebe langsam anfangen, mit Rauchen, Fernsehen und Tageszeitung aufzuhören.)

6. April 2007 — Während der britische Premierminister Tony Blair im „Adelstitel für Geld“-Skandal strafrechtlich verdächtigt wird, haben wir erfahren, daß es einen noch explosiveren Skandal gibt, den Blair bis jetzt hinter der drakonischen britischen Politik sogenannter „D-Notices“ verstecken konnte — Regierungsanordnungen zur „nationalen Sicherheit“, die den britischen Medien verbieten, über bestimmte Fälle zu berichten.

Im Jahr 1999 führte eine internationale Ermittlung mit dem Decknamen „Operation Ore“ gegen Kinderpornographie und Pädophile durch Großbritanniens „National Criminal Intelligence Service“ allein im Vereinigten Königreich zur Identifizierung von 7.250 Verdächtigen. In dem Fall wurden 1.850 Personen strafrechtlich verfolgt und 1.451 verurteilt. Fast 500 Personen wurden von der Polizei befragt — „unter Vorsicht“ („under caution“), das heißt, sie waren Verdächtige. Gegen 900 Personen wird weiter ermittelt. Im Frühjahr 2003 ergriff die britische Polizei im Rahmen von „Operation Ore“ schließlich einige Hauptverdächtige, darunter hochrangige Mitglieder der Regierung Blair.

Blair erließ jedoch eine „D-Notice“, was in einem Maulkorb für die Presse resultierte, keine Details der Ermittlungen zu veröffentlichen. Als Grund für die „D-Notice“ zitiert Blair den drohenden Krieg im Irak. Die Polizei entdeckte auch Verbindungen zwischen britischen Pädophilieverdächtigen der Labour-Regierung und dem belgischen und portugiesischen Kinderhandel zum Zwecke der Prostitution — darunter Knaben aus dem Waisenhaus Casa Pia in Portugal. (Anm.: Seltsamerweise scheint im Hintergrund an den Marionettenfäden jemand so mächtig zu sein, daß sich auch unsere Massenmedien an alte und neue „D-Notices“ halten und die Namen der Kinderschänder nicht veröffentlichen und auf Rekordauflagen und -umsätze verzichten.)

Tony Blair erstickt Ermittlungen gegen Pädophile

In den Vereinigten Staaten bildete „Operation Avalanche“ das Gegenstück zu „Operation Ore“. Von 35.000 Personen, gegen die ermittelt wurde, klagten die US-Behörden allerdings nur 100 an. Die internationalen Ermittlungen gegen Pädophile begannen, als die Polizei von Dallas und die US-Postpolizei (US Postal Inspection Service) die Büros von „Landslide Productions“ in Fort Worth, Texas, durchsuchten und Aufzeichnungen über Tausende von Personen auf der ganzen Welt, die Kinderpornokunden der Firma waren, beschlagnahmten. Landslides glückliche Tage als ein in Fort Worth ansässiger internationaler Online-Markt für Kinderpornographie war während der Amtszeit von George W. Bush als Gouverneur von Texas. (Anm.: Landslide-Gründer Thomas Reedy wurde ursprünglich zu 1.335 Jahren Gefängnis verurteilt, die Strafe wurde später auf 180 Jahre reduziert.)

WMR hat erfahren, daß die Regierung Bush, wie die von Blair, in Führungspositionen mit Pädophilen besetzt ist. Das Pädophilennetzwerk erstreckt sich auch auf die US-Rüstungsindustrie, insbesondere auf einige der Unternehmen, die am sexuellen Mißbrauch von Minderjährigen in offenen und verdeckten US-Gefängnissen beteiligt waren — in Abu Ghraib, Guantanamo, Afghanistan, Thailand, im Kosovo, und jetzt in drei Gefängnissen in Äthiopien.

Hier finden Sie den Originalartikel, Blair covering up paedophile scandal?

Quizfrage: Wie lang könnte ein Artikel sein, in dem versucht wird, das Problem totzuquatschen?

Sehen Sie selbst und staunen Sie, und sehen Sie sich im Originalartikel ganz unten unbedingt die süßen erotisch angehauchten Ritter spielenden Kinder an, die ich hier nicht zeige, obwohl sie nicht pornographisch sind, aber dennoch die typischen Bilder, die Kinderliebhaber zwischen Aufstehen und Schlafengehen so sammeln.

(Und ja, logisch machen Polizisten bei Ermittlungen auch Fehler, diese Fehler fordern aber regelmäßig sehr viel weniger Menschenleben als die Fehler von Politikern, weil die Polizei naturgesetzlich bedingt nicht so viel stümpert wie die Politik.)

Teil 1:

DOSSIER ‚OPERATION ORE‘: DER (BISHER) GRÖSSTE POLIZEI-, JUSTIZ- UND MEDIENSKANDAL DES NEUEN JAHRTAUSENDS, TEIL 1

39 Selbstmorde wegen hysterischer Ermittler allein im UK

Teil 1: Der Fall „Operation Ore“

Von Karl Weiss

“Operation Ore”, das ist jene grosse Polizeioperation, die 1999 in den USA begann und viele Zehntausende von angeblichen Konsumenten von Kinderpornographie betraf, u.a. auch Pete Townshend. Es hat sich im April/Mai 2007 endgültig herausgestellt, dass sie alle – oder fast alle – Opfer von Ringen von Kreditkartenbetrügern wurden. Sie wurden angeklagt und zum Teil auch verurteilt aufgrund von völlig unzureichenden Anhaltspunkten (ihre Kreditkartendaten waren benutzt worden, um bestimmte Sites zu besuchen, unter denen auch Kinderporno-Sites gewesen sein sollen).

Obwohl jetzt aufgrund der zähen Arbeit des britischen Journalisten und Computer-Spezialisten Duncan Campbell erwiesen ist, sie dürften (fast) alle unschuldig gewesen sein, negiert die Polizei weiterhin die Rehabilitation der Verdächtigen, die zu Opfern wurden. Aber, was das Unglaubliche ist: Nicht eines unserer Massenmedien in Deutschland berichtet über diesen Skandal. Auch in Grossbritannien gibt es wenig öffentliche Information, wo es allein 39 Selbstmorde von so Angeklagten gab.

Auch wenn in Deutschland dieser unglaubliche Fall von Verfolgung Unschuldiger völlig von den Massenmedien unter den Teppich gekehrt wird, zeigt er doch exemplarisch, welche absurden Blüten die „Kinderporno“-Hysterie zu treiben vermag. 7272 Briten und mehr als 1400 Deutsche wurden 2002/2003 und später völlig unschuldig der Kinderporno-Herstellung bzw. des Zusammenhangs mit einem Internet-Kinderporno-Ring verdächtigt und öffentlich angeschwärzt.

Der Kinderporno-Vorwurf wird zum Ersatz der mittelalterlichen Hexenjagd.

Die ganze Aktion, in den USA genannt ‚Operation Avalanche’, in Grossbritannien ‚Operation Ore’, in Deutschland „Operation Pecunia“ oder „Aktion Pecunia“ begann 1999. In den USA hatte das FBI einen Hinweis auf Kinderporno-Sites im Internet bekommen und begann zu ermitteln. Man wurde dann auch schnell fündig. Es gab einen Zugangsschlüssel-Verkäufer für Internet-Sites, davon viele Porno-Seiten, mit dem Namen ‚Landslide’, dessen Besitzer ein gewisser Thomas Reedy war. Angeblich waren unter den vielen Websites und Porno-Sites, die über seine Eingangsseite unter der Bezeichnung ‚Keyz’ liefen(das ist eine Verballhornung von keys, also Schlüssel; man kaufte dort Schlüssel zum Zugang zu anderen Websites), auch Kinderporno-Seiten oder jedenfalls die Ankündigung von solchen.

Eigentlich war das von der Firma ‚Landslide’ im Internet angebotene ‚Keyz’-System eine Zahl- und Zugangsstelle für andere Websites (einschliesslich einer Altersprüfung in bestimmten Fällen; die Altersprüfung findet in den USA durch die Kreditkarten statt, die üblicherweise nur Erwachsenen haben). Es wurden über diese Zahl- und Zugangsstelle so viele Websites angelaufen, die eine Bezahlung zum Zugang verlangten, dass Reedy völlig die Übersicht verloren hatte, welche Sites das waren. In seinem Prozess konnte er glaubhaft versichern, er hatte nicht die geringste Ahnung, ob da eventuell auch Sites mit Kinderpornographie dabei waren. Das nahm man ihm allerdings nicht ab und er wurde verurteilt.

Das FBI erwirkte einen Durchsuchungsbefehl und beschlagnahmte die „Keyz“-Computer. Dort fand man die Nummern und Namen der Kreditkartenbesitzer, die sich Zugang zu Seiten bei ‚Landslide’ erkauft hatten. Auf richterliche Anordnung mussten die Kreditkartenorganisationen die Daten (Adressen usw.) der dazugehörigen Kartenbesitzer herausrücken. Es handelte sich weltweit um etwa 250 000 und allein in den USA um etwa 35 000 Personen, die so in den Verdacht gerieten, etwas mit Kinderpornographie zu tun zu haben. In Grossbritannien waren es 7 272, in Deutschland über 1 400 Personen, in der Schweiz erhielt die Operation den Namen ‚Genesis’ und betraf ebenfalls Hunderte von Verdächtigen. Offenbar sind auch andere Länder betroffen, aber darüber liegen keine Informationen vor.

Es war eine Mitteilung zusammen mit den anderen Dokumenten von den USA in die anderen Länder geschickt worden mit dem Inhalt: Auf der Startsite von ‚Landslide’ bzw. ‚Keyz’ habe es einen Knopf zum Klicken gegeben, der eindeutig als „Kinder-Pornographie“ gekennzeichnet war. Alle, die gezahlt hätten, mussten diesen Knopf angeklickt haben. Damit, so die britische (und wahrscheinlich auch bundesrepublikanische) Polizei, sei ihre Schuld bewiesen, auch wenn man kein Kinderporno auf den Computern findet.

Später (2005) stellte sich heraus, diese Behauptung stimmte nicht. Sie stammte aus der Aussage eines Polizisten, der mit Untersuchungen betraut war, eines gewissen Steve Nelson und wurde später widerrufen. Der Zugang zu ‚Landslide’ oder ‚Keyz’ hatte in Wirklichkeit zunächst nichts mit Kinderpornographie zu tun, wenn auch innerhalb dieses Netzwerks tatsächlich Kinderpornographie angetroffen wurden sein soll.

Duncan Campbell, ein englischer Journalist und Computer-Experte, der jahrelang Aufklärungs-und Recherche-Arbeit in diesen Fall gesteckt hat und der im Jahr 2006 Zugang zu Kopien der Original-Festplatten des ‚Keyz’-Netzwerks erhalten hat, beschreibt den Zusammenhang folgendermassen:

Wenn man auf die Startseite von ‚Keyz’ kam, war nicht der geringste Hinweis auf Kinderporno zu finden. Ging man dann auf eine bestimmte (von zig) Unterseiten, tauchten unten auf der Site sogenannte Fremdanzeigen auf, die ständig wechselten. Zu bestimmten Zeitpunkten konnte jemand, der auf diese Untersite gestossen war, dort den Hinweis finden: „Hier klicken für Kinderporno“. Die entsprechenden Seiten, die dort verlinkt waren (eventell auch nur eine) gab es zum Zeitpunkt der Untersuchungen 2006 nicht mehr.

Hätten die Ermittler in den USA damals direkt diese forensischen Untersuchungen vorgenommen, wären sie wahrscheinlich noch auf die tatsächlichen Kinderpornoseiten gestossen oder eventuell auch auf „Fake“-Seiten (die also nur abkassieren, aber gar nichts zeigen). Es gibt keinerlei Belege, dass die eigentlichen Hersteller der Kinderpornos auf diesen Seiten je zur Rechenschaft gezogen wurden, sofern da wirklich Kinderporno zu sehen war.

In den USA wurden denn auch von den 35 000 Betroffenen lediglich etwa 100 tatsächlich verurteilt, weil man zusätzliche Beweise gefunden hatte, z.B. Kinderporno im Computer. Nicht so in Grossbritannien. Scotland Yard gab sich mit der genannten Mitteilung zufrieden und klagte alle des Konsums von Kinderpornographie an, deren Kreditkarten-Nummer von den US-Behörden übermittelt worden waren.

Es hätte ausgereicht, die Computer von einem Fachmann untersuchen zu lassen, wie das nun erst im Jahre 2006 geschah. Der hätte sofort (und hat dann auch 2006/ Anfang 2007) die Spuren der Fälscher gefunden. Die Kreditkartenüberweisungen wurden nämlich nicht von einzelnen Websites, eine nach der Anderen, gemacht, sondern pulkweise von nur wenigen Sites. Die Ergebnisse der forensichen Untersuchungen der sechs Festplatten von ‚Keyz’ liegen seit Anfang 2007 vor und wurden im wesentlichen im April und Mai 2007 veröffentlicht.

Die britischen (und wohl auch deutschen) Behörden forderten aber gar nicht Kopien der Original-Computer-Festplatten zur forensischen Untersuchung an. Ebensowenig wurde Steve Nelson als Zeuge einvernommen.

So wurden Tausende von Personen völlig unschuldig des Konsums von Kinderporno angeklagt, aufgrund einer schriftlich übermittelten nicht überprüften Aussage eines Polizisten, der niemals in Grossbritannien, der Schweiz oder der Bundesrepublik aussagte. Immer nach dem Motto: „Grosser Bruder von jenseits des Atlantiks befiehl, wir folgen“.

Die Verfolgungen, Festnahmen, Durchsuchungen usw. in Europa begannen 2002/2003 und zogen sich bis vor kurzem hin. Ein Teil der Fälle ist bis heute noch nicht zu den Akten gelegt.

In der Folge der Hausdurchsuchungen und Beschlagnahme von Hunderttausenden von Festplatten, CDs, DVDs, Disketten und anderen Datenträgern waren in den betroffenen Ländern für Jahre wesentliche Teile der Ermittlungskapazitäten der Polizeiapparate lahmgelegt, weil all dies Material auf Kinderpornos durchsucht werden musste. Es kann nur vermutet werden, wieviele ernsthafte Verbrechen ungesühnt blieben, weil man hinter vermeintlichen Kinderporno-Konsumenten her war.

Man lese nur, welch schwerwiegender Polizei-Fehler inzwischen bereits Teil einer Enzyklopädie, dem englischen ‚Wikipedia’ ist:

„…many of the people making charges at child porn sites were using stolen credit card information (and the police arrested the real owners of the credit cards, not the actual viewers). Plus, thousands of credit card charges were made where there was no access to a site, or access to only a dummy site. When the police finally checked, they found 54,348 occurrences of stolen credit card information in the Landslide database. The British police failed to provide this information to the defendants, and some implied that they had checked and found no evidence of credit card fraud when no such check had been done.“

„…viele der Leute, die für den Zugang zu Kinderporno-Sites zahlten, verwendeten gestohlene Kreditkarten-Informationen und die Polizei nahm die wirklichen Kreditkartenbesitzer fest und nicht jene, die wirklich Kinderporno sahen. Ausserdem wurden Tausende von Abbuchungen auf Kreditkarten gemacht, wo es überhaupt keinen Zugang zu Kinderporno-Sites gab oder nur Zugang zu Schein-Sites ohne Inhalt. Als die Polizei am Ende zusammenzählte, fanden sie 54 348 Fälle von gestohlenen Kreditkarten-Informationen in der ‚Landslide’- Daten-Basis. Die britische Polizei gab diese Information aber nicht an die Verteidiger der Verdächtigen weiter, einige Polizisten behaupteten sogar, sie hätten nach Anzeichen von Kreditkartenbetrug gesucht, aber nichts gefunden, obwohl eine solche Suche gar nicht stattgefunden hatte.“

Es wird deutlich, was in England wirklich geschah: Anfänglich sonnte sich die Polizei in der positiven Öffentlichkeit, die sie gewann, als sie scheinbar Tausende von „abscheulichen Kinderschänder-Nestern“ aushob.

Ab dann war es nur noch der Versuch, die wirklichen Tatsachen unter dem Teppich zu halten und die anfänglich gemachten schwerwiegenden Fehler zu rechtfertigen und zu vertuschen. Dazu wurde gedreht, gefälscht und gelogen. Man entschied sich, die einmal erfundene Geschichte weiterhin zu unterstützen, auch wenn dafür alle Regeln der korrekten Polizeiarbeit missachtet werden mussten.

Die Folgen waren tragisch. Es wurde das Leben vieler, vieler Menschen zerstört. Auf der englischen Wikipedia-Site kann man nachlesen, was allein in Grossbritannien geschah:

“In the United Kingdom, it has led to 7,250 suspects identified, 4,283 homes searched, 3,744 arrests, 1,848 charged, 1,451 convictions, 493 cautioned, 879 investigations underway, 109 children removed from suspected dangerous situations and at least 35 suicides.”

„Im Vereinigten Königreich (Grossbritannien) hat die Operation zu 7 250 Verdächtigen geführt, 4 283 Wohnungen wurden durchsucht, 3 744 Personen wurden festgenommen, 1 848 Personen wurden angeklagt, 1451 verurteilt, 493 sind auf Kaution in Freiheit, gegen 879 wird weiterhin ermittelt, 109 Kinder wurden aus vermuteten „gefährlichen Situationen“ entfernt und mindestens 35 der angeklagten Personen begingen Selbstmord.“

Die Zahl der Selbstmorde, allein in Grossbritannien, ist inzwischen auf 39 gestiegen. Wie viele sich in Deutschland umgebracht haben, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.

In der Praxis sah das typischerweise so aus: Das Haus oder die Firma des Verdächtigen wurde von einer Heerschar von Polizisten heimgesucht. Der Presse und anderen Medien gab man bereitwillig Auskunft, wer und warum hier im Verdacht stehe. Innerhalb von kurzer Zeit wurde die Nachricht in alle Winde gestreut: „Der Herr X hat etwas mit Kinderporno im Internet zu tun!“

Die Familie, Nachbarn, Freunde, Kunden, Bekannte, Arbeitskollegen, Vorgesetzte, Richter in Scheidungsprozessen (und Personen, die bekannte Persönlichkeiten kannten,), Geschäftspartner, Kunden, alle wussten, der Mann war mit einem Grossaufgebot der Polizei wegen Kinderporno im Internet bedacht worden. Er musste also ein Schwerverbrecher sein.

In fast allen Fällen wurde der Beschuldigte zumindest zeitweise ins Gefängnis gesteckt, was für die Öffentlichkeit den Eindruck schwerster Verbrechen noch verstärkte. Viele kamen nur durch Bezahlen einer Kaution frei, was immer bereits ein Anerkennen der Schuld beinhaltete und in der Regel nur bei Verbrechen, nicht bei Vergehen, angewandt wird.

Angesichts der Tatsache, dass fast alle Menschen kaum jemand mehr verabscheuen als solche, die Kinder missbrauchen und daraus Vorteil mit Bildern im Internet schlagen, ist diejenige Person damit erledigt. Ausser vielleicht Kindermord gibt es keinen vernichtenderen Verdacht als diesen. Es gibt kaum einen Bekannten mehr, kaum ein Familienmitglied, kaum Freunde oder kaum Ehefrauen, die mit so einem Individuum noch etwas zu tun haben wollen.

Macht man sich klar, dass fast alle (oder sogar alle) Verdächtigen unschuldig waren und niemals Kinderporno im Net angesehen haben, geschweige denn etwas mit der Herstellung solcher Pornofilme oder –bilder zu tun hatten, ist das schwerwiegend.

Zwar gab es in vielen Fällen vereinzelte Ehefrauen, Freunde oder Bekannte, vor allem aber Mütter, die den verzweifelten Beteuerungen der Betroffenen Glauben schenkten, sie hätten nichts mit Kinderporno zu tun, aber fast alle wurden direkt in die Hölle befördert, wie die meisten von ihnen das beschrieben: Sie wurden entlassen, die Frauen liessen sich scheiden, Freunde kannten sie nicht mehr, jegliche sozialen Kontakte wurden fast unmöglich – aber am schwerwiegendsten war für die meisten, denen das geschah: Die Kinder wurden ihnen weggenommen.

Dies betraf nicht nur die oben genannten 109 „Entfernungen von gefährdeten Kindern“, sondern weit mehr, denn dazu kamen die Fälle, in denen die geschiedenen Ehefrauen, die natürlich die Kinder zugesprochen bekamen, mit dem Argument dieser Verdächtigung jegliches Besuchsrecht des Vaters verhindern konnten.

Auch heute noch, nachdem bereits klar geworden ist, dass es sich praktisch ausschliesslich um Unschuldige handelt, sind viele Väter völlig von ihren Kindern getrennt.

Eine andere schwere Folge für einen Teil der Betroffenen war die öffentliche Blossstellung gegenüber Geschäftspartnern ihrer Firmen. Wer wollte wohl noch mit verurteilten „Pädophilen“ irgendeine Art von Geschäften machen? Es ist nicht bekannt, wieviele Unternehmen schliessen mussten, aber auch der Verlust von allen Computern einschliesslich der Backup-Kopien und damit von jeglicher Dokumentation führt regelmässig in solchen Fällen schon zum Schliessen der Firma.

Dagegen steht das, was den Tausenden von Verdächtigen (in Wirklichkeit Opfern) überhaupt vorgeworfen wurde, in keiner Relation. Es handelte sich ja nicht um den Vorwurf, Kinder missbraucht zu haben oder Fotos von Sex mit Kindern ins Internet gestellt zu haben, sondern um den weit weniger schweren Vorwurf, sich im Internet zur Verfügung stehende Bilder von Sex mit Kindern angesehen zu haben.

Auf dieses Delikt (Konsum von Kinderporno) steht zum Beispiel in Deutschland maximal 2 Jahre Gefängnis in schweren Fällen, das entspricht dem Strafmass von Sachbeschädigung. Bei einer Erstverurteilung heisst das in der Regel Geldstrafe oder Strafe auf Bewährung. Der Schaden, der den Verdächtigten entstand, wäre also auch dann nicht angemessen zum Vorwurf gewesen, wenn es sich tatsächlich um Konsumenten von Kinderpornos gehandelt hätte. Es ist möglich, dass sich unter den Verdächtigten auch wirklich solche Konsumenten befanden, aber das kann heute gar nicht mehr festgestellt werden – vor allem nicht, da es keinen Zugang für eventuell von Verteidigern beauftragten Sachverständige zu den sechs Original-Festplatten des ‚Keyz’-Netzwerks oder Kopien davon gibt.

Schuldsprüche

Warum, so wird man nun natürlich fragen, sind dann aber wirklich Viele verurteilt worden? Nun, in den USA wurden, sei es Zufall oder nicht, bei etwa 100 der 35000 Betroffenen Kinderporno auf den Computern angetroffen, das sind also 3 Promille der Verdächtigen. Dies hätte schon zu Vorsicht in den anderen Ländern führen müssen, denn es ist extrem unwahrscheinlich, dass 99,7% derer, die Kinderporno im Internet kaufen, nichts davon auf ihren Computer herunterladen. Da hätte der Verdacht auf gestohlene Kreditkarten-Informationen schon automatisch kommen müssen.

In Grossbritannien wurden 1 451 Personen verurteilt, das sind fast hundert Mal mehr im Verhältnis zu den 7 250 Verdächtigen als im Vergleich in den USA. In den USA waren es 0,3%, in GB 20%. Das hätte die Gerichtsbarkeit im UK schon aufmerksam werden lassen müssen, denn die US-Gerichtsbarkeit hat nicht im mindesten den Ruf, Kinderporno-Fälle lasch zu bestrafen, eher im Gegenteil.

Gehen wir näher in die Verurteilungen in England, so stellt sich schnell heraus, fast alle beruhen auf einem ‚Deal’, so wie auch jene von Pete Townshend. Das angelsächsische Recht kennt die Möglichkeit von ‚Deals’, das bedeutet, gegen den Preis, sich schuldig zu bekennen, wird derAngeklagte nur zu einer geringen Strafe verurteilt (gering im Verhältnis zum ursprünglichen Vorwurf). Da in diesem Fall von Konsum von Kinderporno die möglichen Strafen sowieso schon niedrig waren, blieben teilweise nur noch symbolische Strafen übrig.

So erhielt zum Beispiel Pete Townshend, die berühmteste der Personen, die angeklagt waren, nur eine „Strenge Verwarnung“, musste sich dafür aber schuldig bekennen und dies ist auch als strafrechtliche Verurteilung in den Akten. Ebenso ist er auf der öffentlich zugänglichen Liste der „Sex-Offender“ (sexuelle Angreifer) geführt.

Nun benutzt die Polizei, im April 2007 zu diesen neuen Entdeckungen über den Kreditkartenschwindel im Fall befragt, diese Tatsache als Ausrede, um zu verhindern, sich entschuldigen und eigene Fehler zugeben zu müssen. Man höre die Antwort, die der leitende Polizist und Direktor des „Child Exploitation and Online Protection Centre“ und wesentlicher Leiter der ‚Operation Ore‘ in England, Jim Gamble, dem BBC-Kanal 4 auf die Vorhaltungen bezüglich des polizeilichen Vorgehens sagte:

„Es handelt sich hier nicht um Kreditkarten-Fälschung (…) Der grösste Teil der Verurteilten hat sich … vor Gericht … für schuldig erklärt.“

Das ist, um es vorsichtig auszudrücken, infam.

Sehen wir uns die Situation der 1 451 verurteilten Peronen an (oder jedenfalls der überwältigenden Mehrheit von ihnen), als die Gerichtsverfahren eröffnet wurden: Fast alle hatten alles verloren, was ihnen lieb und teuer war, obwohl sie wussten, sie waren unschuldig. Soweit sie Polizisten waren, Richter, Lehrer oder Seelsorger (es war auch ein stellvertretender Schulleiter darunter), auch ihre Arbeit.

Zu all dem drohte ihnen nun auch noch eine Gefängnisstrafe, denn die Verteidiger mussten ihnen mitteilen: Trotz der unakzeptablen Beweislage (die eigentlich niemals hätte zu einer Verurteilung führen dürfen, noch nicht einmal zu Haftbefehlen) würde angesichts der aufgewühlten öffentlichen Meinung und der allgemeinen öffentlichen Hysterie angesichts von Kinderpornofällen eine Verurteilung extrem wahrscheinlich sein.

In dieser Situation wurde ihnen vom Staatsanwalt (der ja Verurteilungen vorweisen muss) der Deal angeboten: Wenn er sich des Delikts Konsum von Kinderporno schuldig erklärt, erhält er nur eine symbolische Strafe (wie Townshend) oder eine Bewährungsstrafe.

So ging ein grosser Teil von ihnen auf den ‚Deal’ ein, was heute von den verantwortlichen Polizisten als Beweis für das Zutreffen der Anklagen gewertet wird. So wird ein System sich selbst erfüllender Prophezeiungen geschaffen, basiert auf der allgemeinen Kinderporno-Hysterie. Die ‚Organisation der Geschädigten von Operation Ore‘ nennt das moderne Hexenjagd.

Kreditkartenbetrug

Wie ging der Kreditkartenbetrug vor sich? Kriminelle Grossorganisationen wie auch kleine Einzelverbrecher beschaffen sich die Kreditkartennummern, Ablaufdaten, die dazugehörigen Namen und, wenn nötig, auch die zweistellige Nummer auf der Rückseite der Karte, die als Schutz gegen solchen Betrug gilt.

Dazu gibt es verschiedene Methoden. Die damals meist verwendete ist das Hacken von Internet-Verkaufsseiten, wo der Käufer alle diese Daten eingeben muss und wo sie der Hacker „abschöpft“. Ein guter Hacker kann so Tausende von Datensätzen pro Tag erlangen.

Eine andere Methode sind Lockvogel-Angebote zu unglaublich niedrigen Preisen im Internet, wo man die Datensätze gutgläubiger Käufer erlangt, das versprochene billige Gut aber natürlich nie den Käufer erreicht.

Dieser letzte Fall war der Trick, mit dem man eine grosse Anzahl der britischen Angeklagten der Operation Ore um ihre Kreditkarteninformationen gebracht hatte. Es handelte sich in diesem Fall um eine in Florida beheimatete Website, die Luxusgüter wie zum Beispiel ganze Garten-Grills und ähnliches im Internet zu interessanten Preisen zum Verkauf anboten. Das erklärt, warum relativ viele gutsituierte Personen unter den Verdächtigen in Grossbritannien waren.

Der dritte und heute meist verwendete Schwindel, um an einen Satz kompletter Kreditkarten-Daten zu kommen, ist das heute als „Phishing“ schon berühmte Verfahren. Man offeriert den Zugang zu einer grossen Porno-Website (oder einer anderen Site mit vielen Interessenten) zu einem extrem geringen Preis, in der Anfangszeit meist ein Dollar, heute üblicherweise 1,99 Dollars. Man muss zum Bezahlen alle Karten- und persönlichen Daten eingeben (angeblich, um eine Altersüberprüfung durchzuführen) und schon hat der Verbrecher einen kompletten Datensatz, den er selbst verwenden oder im Internet zum Verkauf anbieten kann.

Diese Art von Kreditkartenschwindel wird „Carding“ genannt. Die Daten wurden von Mitte der Neunziger Jahren an in internationalen Schwarzmärkten über das Internet zum Kauf angeboten. Es gab Websites mit nur Mitgliederzutritt und auch Chat-Gruppen, wie „Carders market“, „Dark market“, „Talk Cash“ und „The Vouchard“, in denen ganze Wagenladungen solcher gestohlener Kreditkarten-Informationen angeboten und verkauft wurden. Die Preise reichten von 30 Dollar für eine einzelne, noch nicht kriminell verwendete VISA-Gold-Karte bis hin zu einem „Bulk“ von 4000 gestohlenen American-Express-Karten-Daten zum Vorzugspreis von 10 000 Dollar, also gerade mal 2 Dollar 50 pro Stück.

„Carding“ über „Fake“- oder wirkliche Porno-Sites ist der einfachste Weg, Millionen zu machen, denn es braucht nichts geliefert zu werden. Man kann aus entfernten Ländern arbeiten (so war die Website bei der letzhin von der deutschen Polizei verfolgten ‚Operation Mikado’ auf den Philippinen gehostet).

Man öffnet eine Porno-Site, eventuell auch einfach nur ein Titelblatt mit einem fetzigen Titel und benutzt nun die Kreditkarten-Daten, die man gephished oder gekauft hat, um Abbuchungen von den Konten der Kreditkartenbesitzer vorzunehmen. Daher kommen dann Zahlungen im Bulk statt eine nach der anderen von einzelnen Seiten. Üblicherweise werden kleinere Beträge von unter 50 Dollar im Einzelfall abgebucht. Man wiederholt diese Abbuchungen monatlich, so als ob der Kreditkartenbesitzer sich Zugang gekauft hätte mit monatlichen Zahlungen.

Nur ein Teil der Kreditkartenbesitzer verlangen üblicherweise die Rückzahlung von ihren Kreditkartenorganisationen über die Bank, welche die Kreditkarte ausgestellt hat (was bei zurückliegenden Fällen extrem schwierig und arbeitsaufwendig ist, wie der Autor bestätigen kann, der selbst schon Opfer einer solchen Straftat geworden ist). Die meisten der Kreditkartenbesitzer bemerken diese Abbuchungen gar nicht oder können nicht herausfinden wie man Rückzahlungen bekommt.

Im zweiten Teil: Die Berühmtheiten unter den Verdächtigen, die Rolle der Polizei; im dritten Teil: Die Rolle der Politik und der Massenmedien

Veröffentlicht am 10. Juli 2007 in der Berliner Umschau

Teil 2:

DOSSIER `OPERATION ORE`, TEIL 2: DIE BERÜHMTHEITEN UNTER DEN VERDÄCHTIGTEN, DIE ROLLE DER POLIZEI

Teil 2: Die Berühmtheiten unter den Verdächtigten und die Rolle der Polizei

Von Karl Weiss

“Operation Ore”, das ist jene grosse Polizeioperation, die 1999 in den USA begann und viele Zehntausende von angeblichen Konsumenten von Kinderpornographie betraf, u.a. auch Pete Townshend. Es hat sich im April/Mai 2007 endgültig herausgestellt, dass sie alle – oder fast alle – Opfer von Ringen von Kreditkartenbetrügern wurden. Sie wurden angeklagt und zum Teil auch verurteilt aufgrund von völlig unzureichenden Anhaltspunkten (ihre Kreditkartendaten waren benutzt worden, um bestimmte Sites zu besuchen, unter denen auch Kinderporno-Sites gewesen sein sollen).

Obwohl jetzt aufgrund der zähen Arbeit des britischen Journalisten und Computer-Spezialisten Duncan Campbell erwiesen ist, sie dürften (fast) alle unschuldig gewesen sein, negiert die Polizei weiterhin die Rehabilitation der Verdächtigen, die zu Opfern wurden. Aber, was das Unglaubliche ist: Nicht eines unserer Massenmedien in Deutschland berichtet über diesen Skandal. Auch in Grossbritannien gibt es wenig öffentliche Information, wo es allein 39 Selbstmorde von so Angeklagten gab.

Die betroffenen „Celebrities“

Der bekannteste Fall in Grossbritannien (ausserhalb der Musiker-Fälle) war der des Polizisten Brian Stevens, der zu jahrelangen entsetzten Äusserungen in Leserbriefen und im Internet führte.

Es hatte kurz vor dem Beginn der „Operation Ore“ in England einen Aufsehen erregenden Fall gegeben, indem zwei Mädchen, Holly und Jessika, entführt und ermordet worden waren. Stevens hatte als Polizist in besonders herausragender Weise während des ganzen Falls Jessikas Eltern beigestanden und sie auf dem Laufenden gehalten. Die Intimität mit der Familie ging so weit, dass sie den Polizisten auf der Beerdigung ein Gedicht vortragen liess. Die Revolverblätter hatten tränentreibende Geschichten veröffentlicht und Brian Stevens war fast zu einer Art von Nationalhelden geworden, jedenfalls zum Beispiel eines wirklich guten Menschen.

Eine Woche später ging die Nachricht durch den Blätterwald, er sei wegen Kinderporno im Internet festgenommen worden.

Das Entsetzen war englandweit. Wenn ein so guter Mensch zu so etwas fähig war, dann gab es niemand mehr, dem man trauen konnte, niemand, der noch Hoffnung auf eine Zukunft der Menschheit geben konnte, dann war alles verloren!

Selbst in deutschen Internetforen wurde dieser Fall diskutiert, unter anderem unter der Überschrift „Da fehlen mir die Worte“.

Stevens wurde vom Dienst suspendiert, musste Untersuchungshaft und Hausdurchsuchung sowie die öffentliche Anprangerung über sich ergehen lassen. Das letzte, was man von ihm gehört hat, ist der Prozess gegen ihn, dessen Ausgang noch offen ist und die Gewissheit, er werde aus dem Polizeidienst entlassen.

Einer anderer der Betroffenen war der Direktor der englischen Filiale der City Bank, John Adams. In den Jahren 1998 und 1999 wurde die Kreditkarte seiner Familie mehrmals von Verbrechern belastet, in diesem Fall die bekannte Gambino-Mafia-Familie, die später Vorbild der Fernsehserie „The Sopranos“ war. Die Gambinos verkauften die Daten zum Teil und nutzten sie auch selbst. Im Juni 1999 waren seine Kreditkarten-Daten erneut zweimal benutzt worden, diesmal um auf eine der Kinderporno-Seiten im Landslide-Netzwerk zuzugreifen (so jedenfalls 7 Jahre später die Anklage der Polizei).

Im Mai 2006 sah sich Adam einer Armee von Polizisten gegenüber, die in sein Haus eindrangen und alle persönlichen Sachen der Familie durchwühlten. Die herbeigeholten Anwälte machten die Polizisten auf die Möglichkeit des Kreditkartenschwindels aufmerksam, aber nach deren Aussage grinsten diese nur darüber. Sie hätten angeblich noch nie von Kreditkartenschwindel gehört. Erst eine zweitägige Gerichtsverhandlung im September 2006 konnte klären, was passiert war. Adams, der bereits wusste, was faul war, hatte sich auf keinen ‚Deal’ eingelassen.Schliesslich gab die Polizei zu, er sei unschuldig und entschuldigte sich bei ihm.

Ein anderer Berühmter unter den Opfern von „Operation Ore“ war Paul Grout aus Hull, ein Arzt, der einen Einsatz zur Rettung vom Menschenleben bei einem grossen Eisenbahnunfall in Selby geleitet hatte und seitdem als Nationalheld in England galt. Seine Kreditkartendaten wurden nicht Opfer der US-Mafia, sondern von zwei indonesischen Gangstern gephished. Im Oktober 2002 drangen Polizisten „wie Sturmtruppen“ in sein Haus ein, wie seine Frau berichtete. Danach kamen nach ihrer Aussage „18 Monate reine Hölle“. Auf seinen Computern und Datenträgern wurde nichts gefunden, trotzdem wurde er der Anstiftung zur Verbreitung von Kinderporno angeklagt. Erst nach zwei Jahren fand sich schliesslich ein Richter, der dem Albtraum ein Ende bereitete. Der Richter seines Prozesses sagte, die Anklage beruhe auf „Unsinn“ und wies die Geschworenen an, ihn freizusprechen. Er konnte mit dem Berühmten-Bonus rechnen, doch viele weniger Bekannte waren nicht so glücklich.

Ein dritter mehr oder weniger Berühmter unter den Opfern der modernen Hexenjagd war der leitende Manager einer Computerfirma Brian Cooper aus Brighton. Er kaufte Fahradteile im Internet bei einer US-Firma mit seiner Kreditkarte und wurde dabei von einem Hacker aus Indonesien seiner Daten beraubt (auch andere Betroffene in Grossbritannien gaben an, im Internet Fahradteile gekauft zu haben). Bei der Hausdurchsuchung, die auch bei ihm mit absolut übertriebenem Personalaufgebot durchgeführt wurde, sagte man seiner Frau, er stelle eine Gefahr für die Kinder dar.

Man brauchte 6 Monate, um die Computer zu untersuchen und fand nichts. Cooper hatte zum Zeitpunkt der Hausdurchsuchung bereits die falschen Abbuchungungen auf seiner Kreditkarte angezeigt, aber auch das half ihm nicht. Die Polizei weigerte sich, seine Unschuld zu bestätigen und sich zu entschuldigen. Die E-Mail-Adresse, unter der er angeblich Zugang zu Kinderporno erreicht haben sollte, lautete a@a.com, was jeden vernünftigen Polizisten bereits aufmerksam hätte werden müssen. Schliesslich, im April 2006, entschuldigte sich die Polizei von Sussex bei ihm und erklärte, die Untersuchungen seinen offensichtlich unnötig gewesen.

Die Musiker

Die bei weitem Berühmtesten unter den Betroffenen aber waren die Rock-Musiker. Da war einmal der „Massive Attack“-Star Robert del Naja (alias „3D“) und da war eben Pete Townshend, der legendäre Vormann, Textschreiber und Komponist von „The Who“, der auch als Solo-Musiker und in anderen Gruppen wichtige Erfolge hatte. Einer seiner Songs, „Who are you?“, ist heute Titelmelodie der häufig gesehenen US-TV-Serie CSI. Inzwischen gibt es auch wieder „The Who“, wobei von der Originalbesetzung Pete Townshend und Roger Daltrey übrig geblieben sind.

‚The Who’ sind eine der ersten grossen und einflussreichsten Bands in der gesamten Geschichte des Rock ´n Roll. Ab dem Moment, als ihr Song „My Generation“ 1965 in die Charts kam, war der Rock nie wieder derselbe. Ihr Album „Thommy“ von 1969 hat die Art, Alben zu machen, grundlegend verändert. Pete Townshend hat sogar die Anschlagtechnik der Gitarristen verändert, als er die bekannte „Windmühle“ erfand. Auf dem inzwischen legendären Festival von Woodstock in den USA waren die Who eine der Hauptattraktionen. Aus der heutigen Sicht kann Pete Townshend als einer der wesentlichsten Musiker des 20.Jahrhunderts angesehen werden.

Townshend und del Naja waren – stellvertretend für die anderen – vom ersten Moment der „Operation Ore“ an in den Mittelpunkt des Interesses getreten, denn die britische Polizei hatte beide Namen gezielt an die Presse durchsickern lassen, noch bevor die beiden selbst von ihrem Schicksal wussten.

Da immer mit dem Namen Pete Townshend verbunden, wurde die „Operation Ore“ zu einem Medienereignis, was die reine Mitteilung von Festnahmen und Hausdurchsuchungen niemals geworden wäre. Die gesamte europäische Presse, das Fernsehen, die Rundfunksender stürzten sich geifernd auf die neue Sensation: Pete Townshend ist Kinderschänder! Kein noch so kleiner Fernsehsender, der nicht seine Schwarte an dem Musiker wetzen musste: Pete Townshend ist Kinderschänder!

Das ist, vor allem wenn man die persönliche Tragödie von Pete Townshend in Betracht zieht, eine Ungehäuerlichkeit.

Als die Hausdurchsuchungen bei den Musikern begannen, auch hier von einem Riesenaufgebot von Polizisten durchgeführt, war bereits nach zehn Minuten die gesamte Presse und das Fernsehen mit laufender Kamera vor dem Haus. Die Musiker wurden abgeführt wie Schwerverbrecher, vor den Augen der Welt!

Sie wurden auch keineswegs nach kurzer Zeit wieder freigelassen, wie das eigentlich hätte selbstverständlich sein müssen, sondern bei del Naja wurde die volle Spanne von 48 Stunden ausgenutzt, die man einen Verdächtigen ohne Haftbefehl festhalten kann, während Pete Townshend die negative Seite der Berühmtheit kennenlernte: Es wurde Untersuchungshaft gegen ihn verhängt und eine Kaution festgelegt, bei deren Bezahlung er bedingt freikommen könnte. Kaution zahlen bedeutet aber immer gleichzeitig Anerkennung von Schuld. Wer unschuldig ist, braucht nicht auf Kaution freikommen. Theoretisch!

Auch viele anderen der Angeklagten der „Operation Ore“ wurden in Untersuchungshaft gesteckt und kamen nur gegen Kaution frei, wodurch sie schon ihre Schuld anerkannt hatten. Bei Pete Townshend, dem ersten in der Reihe, gab es ein besonderen Grund: Er hatte bei seinem ersten Verhör in Polizeigewahrsam zugegeben, sich im Internet Zugang zu einer Kinderporno-Site verschafft zu haben. Man hatte ihm verweigert, Details dessen, was man ihm eigentlich vorwarf, zu offenbaren und er war automatisch davon ausgegangen, die Polizei hätte seinen tatsächlichen Ausflug in die Welt des Kinderporno herausgefunden.

Pete Townshend hat nämlich ein spezielles Verhältnis zur Frage des sexuellen Angriffs auf Kinder: Er ist sich fast sicher, als Fünf- oder Sechsjähriger von einem Verwandten missbraucht worden zu sein, denn er hatte Blitz-Erinnerungen an solche Szenen. Dies ist typisch für vergewaltigte Kinder: Sie verdrängen die Erinnerungen, sie kommen aber in bestimmten Zusammenhängen als kurze, blitzartige ‚Flash-Lights’ in das Gedächtnis zurück.

Die Rock-Oper „Thommy“, deren Text und Musik von Pete Townshend ist, enthält u.a. auch die Szene des von seinem Onkel missbrauchten Titelhelden („I’m your wicked uncle Ernie“).

Aus diesem Grund hatte Pete Townshend, der an seiner Biographie arbeitete, versucht, sich besser an das Geschehene zu erinnern und zu diesem Zweck eine Kinderporno-Site im Internet besucht, denn er dachte, dann käme die Erinnerung an jene Szenen zurück. Nur war jene Kinderpornosite keine von den Landslide-Sites, es war ein völlig anderer Fall. Da er aber glaubte, erwischt worden zu sein, versuchte er den verhörenden Beamten zu erklären, warum er dies getan hatte.

Die hatten natürlich nichts anderes zu tun, als sofort der Weltöffentlichkeit mitzuteilen, Pete Townshend hätte gestanden.

Was daraus in den Massenmedien wurde, kann man sich vorstellen: Pete Townshend ist Kinderschänder und er hat bereits gestanden! Er hat behauptet, die Kinderpornosite für seine Biographie angeklickt zu haben! Das ist die lausigste Ausrede des Jahrhunderts!

Del Naja wurde bereits nach einem Monat in dürren Worten mitgeteilt, die Anklage sei fallengelassen worden, man habe nichts auf den Computern gefunden. Eine Entschuldigung hat er bis heute nicht erhalten. Allerdings hat das Britische Innenministerium im Jahre 2006 die neue Kinder-Schutz-Organisation der britischen Sicherheitskräfte mit einem Song an die Öffentlichkeit gebracht, der von Del Naja geschrieben wurde, „Teardrop“. Auch eine Art von Entschuldigung.

Pete Townshend dagegen war aufgrund seines voreiligen „Geständnisses“ tief im Fall verstrickt. In Wirklichkeit hatte man gar nichts gegen ihn in der Hand. Auf seinen Computern wurde keinerlei Kinderporno gefunden. Die Site, die er angeblich innnerhalb des Landslide-Netzwerkes angeklickt haben sollte, mit Namen „Alberto“, hatte ausserdem nichts mit Kinderporno zu tun.

Jedenfalls sahen seine Anwälte angesichts der allgemeinen Hysterie über den bekannten Rockmusiker als Kinderschänder (hatte man nicht schon immer gewusst, Rock-Musik ist kriminell?) keinen besseren Ausweg, als ihm die Annahme der Kautionszahlung und dann auch die Annahme des angebotenen Deals zu empfehlen. So ist Pete Townshend heute auf der offiziellen britischen Liste der „Sex Offenders“, wo eigentlich nur Kinderschänder und Vergewaltiger und ähnliche Verbrecher gelistet sein sollten.

Pete Townshend beschreibt fast wortgleich mit Anderen die Zeit unter Verdacht und Anklage als eine durchlebte Hölle und die ganze Aktion als eine Hexenjagd.

Die Rolle der Polizei und der anderen Sicherheitsorgane

Die Polizei hat vom ersten Augenblick der Operation Ore an immer versucht, den Unterschied zwischen Kinderschändern, die also selbst Sex mit Kindern machen oder sie dazu veranlassen, Sex zu machen sowie von Herstellern von Kinderpornos in Bild oder Video und von Kinderporno-Verkäufern im Internet einerseits und von reinen Konsumenten von Kinderporno andererseits zu verwischen. Dadurch appellierte sie an die einstimmmige Empörung der öffentlichen Meinung über Leute, die mit Kindern Sex machen und über Leute, die Kinder zu Sex veranlassen und fotografiern und filmen.

Nicht ein einziges Mal während der ganzen Vorgänge hat jemand von der Polizei klargestellt, es handele sich ausschliesslich um den Verdacht des KONSUMS von Kinderporno und nicht um Herstellung oder Verbreitung von Kinderporno. Im Gegenteil, es wurden bei einer Reihe von Angeklagten auch die Vorwürfe der Verbreitung von Kinderporno mit in die Anklage aufgenommen, obwohl dafür überhaupt keine Anhaltspunkte, geschweige denn Beweise vorlagen. Bis heute verteidigt die britische Polizei die völlig unverhältnismässigen Mittel der Operation u.a. damit, es sei ja eben auch in einer Anzahl von Fällen um Verbreitung von Kinderporno gegangen.

Verurteilt wurde nie jemand für die Verbreitung. Damit steht fest, Polizei und Staatsanwaltschaft haben böswillig gehandelt, als sie den Vorwurf der Verbreitung mit in einige Anklagen aufnahmen. Es ging darum, die Absurdität der ganzen Aktion zu verschleiern.

Hier ergibt sich auch eine Parallele mit der im Jahr 2007 von der Polizei in Sachsen-Anhalt durchgeführten ‚Operation Mikado’. Auch hier hatte man lediglich Konsumenten im Visier, weil es zu umständlich war, die Täter zu finden, die sich hinter einer philippinischen Site versteckten. Auch hier wurde wieder und wieder in den Medien die Aussagen der Polizisten und Staatasanwälte von ‚Kinderschändern’, von ‚Kinderporno-Ringen im Internet’ und von ‚Pädophilen’ widergegeben, während in Wirklichkeit nur nach Konsumenten gefahndet worden war.

In diesem Fall war ja die vom Bundesverfassungsgericht ausdrücklich verbotene Rasterfahndung angewandt worden, also das Anwendung eines Rasters, das automatisch und in der weiten Überzahl Nicht-Betroffene erfasst. Als ein Rechtsanwalt gegen diesen Verfassungsbruch Klage einreichte, tat der Vorsitzende des Verbandes der Kriminalbeamten ein Übriges, wiederum die Unterschiede verwischend und erklärt, ein Erfolg dieser Klage wäre ein Durchbruch für die „Kinderschänder“. Die Vermischung der Täter mit den Konsumenten hat also Methode.

Hauptsächlich aber haben Polizei, Richter und Staatsanwaltschaften gesündigt, als sie völlig unverhältnismässige Mittel im Verhältnis zum schlichten Vorwurf des Konsums eingesetzt haben (noch einmal: das entspricht in der Schwere einer einfachen Sachbeschädigung). Hausdurchsuchungen mit riesigen Anzahlen von Polizisten, Untersuchungshaft, Durchsickern-Lassen von Namen und Terminen von Hausdurchsuchungen an Presse und Fernsehen, Kautionen für Freilassung, Deals mit den Verteidigern, all dies war extrem unverhältnismässig zum Vorwurf des Konsums.

Der Eindruck bei allen, die irgendeinen Kontakt zu einem der Verdächtigten hatten, war: Es konnte sich nicht um einfachen Konsum von Kinderpornobildern handeln. Es musste auch zumindest die Mitgliedschaft in Internet-Kinderpornoringen mit betroffen sein.

In Teil 3 von `Operation Ore`: Die Rolle der Politik und der Massenmedien

Veröffentlicht am 12. Juli 2007 in der Berliner Umschau

Teil 3:

DOSSIER `OPERATION ORE`, TEIL 3: DIE ROLLE DER POLITIK UND DER MEDIEN

Teil 3: Die Rolle der Politik und der Medien

Von Karl Weiss

“Operation Ore”, das ist jene grosse Polizeioperation, die 1999 in den USA begann und viele Zehntausende von angeblichen Konsumenten von Kinderpornographie betraf, u.a. auch Pete Townshend. Es hat sich im April/Mai 2007 endgültig herausgestellt, dass sie alle – oder fast alle – Opfer von Ringen von Kreditkartenbetrügern wurden. Sie wurden angeklagt und zum Teil auch verurteilt aufgrund von völlig unzureichenden Anhaltspunkten (ihre Kreditkartendaten waren benutzt worden, um bestimmte Sites zu besuchen, unter denen auch Kinderporno-Sites gewesen sein sollen).

Obwohl jetzt aufgrund der zähen Arbeit des britischen Journalisten und Computer-Spezialisten Duncan Campbell erwiesen ist, sie dürften (fast) alle unschuldig gewesen sein, negiert die Polizei weiterhin die Rehabilitation der Verdächtigen, die zu Opfern wurden. Aber, was das Unglaubliche ist: Nicht eines unserer Massenmedien in Deutschland berichtet über diesen Skandal. Auch in Grossbritannien gibt es wenig öffentliche Information, wo es allein 39 Selbstmorde von so Angeklagten gab.

Die Rolle der Politik

Charakteristisch für die Teilnahme der Politiker an Internet-Kinderporno-Fällen ist die der sachsen-anhältischen Innenministerin im Fall „Operation Mikado“. Da waren ja insgesamt 22 Millionen Namen von Bundesbürgern anhand ihrer Kreditkarten von VISA und Mastercard (Eurocard) überprüft worden, eine Rasterfahndung mit Einbeziehen von Millionen Unbeteiligten, die vom Bundesverfassungsgericht mit Bezug auf einen früheren Fall ausdrücklich als grundgesetzwidrig eingestuft wurde.

Was die Ministerin dazu auf einer Pressekonferenz freudestrahlend verkündete, war atemberaubend: Man habe ja private Firmen mit der Auswahl der Betroffenen beauftragt (nämlich die beiden Kreditkarten-Unternehmen), daher könne von polizeilicher Rasterfahndung keine Rede sein.

Das lässt Düsteres für die Zukunft ahnen: Der Bundestrojaner wird dann wohl auch von privaten Unternehmen in unsere Computer eingeschleust werden, wenn alle Computerbesitzer der Bundesrepublik in ihren privatesten Äusserungen im Internet überwacht werden.

Das Thema der „Kinderschänder“, der „Pädophilen“ (die der damalige Kanzler Schröder gleich generell auf Dauer weggesperrt wissen wollte) und der „Internet-Porno-Ringe“ ist schlicht ein Lieblingsthema der Politker-Kaste. Es bietet alles, was den Stolz der Ungeliebten erfreut:

  • Zunächst lenkt es in idealer Weise ab. Man braucht nur die „Kinderschänder“ hochzuspielen (auch wenn sie sich dann nur als Verdächtige des Konsums von Kinderporno im Internet herausstellen) und schon wird das Herz jedes Bundesbürgers mit Abscheu erfüllt und er geht in holder Eintracht mit dem Politker auf die Jagd nach den abscheulichen Verbrechern. Da bleibt dann kein Platz mehr für Abscheu vor dem Politker, der gerade beschlossen hatt, kleine arme Länder wie Afghanistan mit Truppen und Bomben zu überfallen oder Hartz IV beschlossen hat, die Armut in der Bundesrepublik auf neue Höhen treibend, oder die Rente mit 67 (demnächst mit 70), oder die erneute Kürzung der Renten oder die Verpflichtung der Eltern, ihre Kinder von bis zu 25 Jahren weiter bei sich wohnen zu lassen, wenn sie keine Arbeit finden, oder sich in die enge Umarmung mit dem US-Präsidenten zu begeben, der „nur“ 600 000 Ziviltote im Irak auf dem Gewissen hat oder, oder … oder.
  • Der arme vielgeplagte Politiker, der „leider“ Massnahmen gegen den kleinen Mann beschliessen muss, kann sofort wieder Punkte gut machen bei der Bevölkerung, wenn er mit dem Beben der Empörung in der Stimme nach der Identifizierung eines Kinderschänders oder Kindermörders fordert, nun müsse endlich Schluss damit sein, dass bekannte Kinderschänder wieder auf die Kinder im Land losgelassen würden. Er PERSÖNLICH werde dafür sorgen, dass nun endlich die Gesetze geändert werden und so etwas nicht mehr vorkommt. Da kommt im Herzen des Bundesbürgers die Wärme der Geborgenheit auf. Mit solchen Politikern wird endlich alles besser! Die kleine Nebensächlichkeit, dass es diese Gesetze längst gibt, dass alle, die Kinder vergewaltigt haben, bereits zu lebenslänglich und Sicherheitsverwahrung (Wegsperren auf Dauer) verurteilt werden können, ist ja nicht so wichtig, wenn es gilt, grosse Worte zu machen. Das sind die gleichen, die am darauffolgenden Tag Lafontaine des „Populismus“ anklagen.
  • Schliesslich lässt sich diese Sache noch parteipolitisch ausschlachten. Ist man im Land an der Macht und „die anderen“ im Bund, kann man auf die Gesetzgebungs-Verantwortung des Bundes hinweisen, die sträflich vernachlässigt wurde von „den anderen“. Im umgekehrten Fall kann man auf die Landeszuständigkeit für die Freilassung nach dem Abbüssen der Strafe verweisen, die auf unverantwortliche Weise von „den anderen“ zugelassen wurde usw.

Kurz, das Thema ist der Liebling aller Politiker. Nichts kommt einem Politker mehr zu pass, als wenn in regelmässigen Abständen Kinder ermordet oder vergewaltigt werden. Dann gibt man Erklärungen vor laufender Kamera ab und die kommen als erste Meldung in der ‚tagesschau’. Aber auch die Fälle von Internet-Taten kommen sehr gelegen, wie die sachsen-anhältische Innenministerin deutlich gemacht hat. Vorher wusste kaum jemand im Land, dass Sachsen-Anhalt eine Innenmisisterin hat! Dafür kann man denn schon mal 22 Millionen Bundesbürger überprüfen, nicht wahr?

Man darf ja nicht vergessen, solche gewaltigen „Operationen“ von Polizei, Staatsanwaltschaft, gegebenenfalls noch dem BKA, können ja nicht einfach von kleinen Gendarmen beschlossen werden. Sie alle unterstehen ja dem Bundeskanzler und/oder dem Innenminister und/oder dem Landes-Innenminister und die gehören alle Parteien an, die wissen, wann mal wieder das Durchsuchen der Kreditkarten der Bundesbürger angesagt ist.

„Operation Ore“ und „Pecunia“ sind nicht von der Politik zu trennen. Dies wurde auch deutlich in einer Anfrage eines Abgeordneten des baden-württembergischen Landtags von Anfang 2003, als die „Operation Ore“ gerade in allen Zeitungen stand. Öffentlichkeitswirksam antwortete die Landesregierung mit stolzen Zahlen: 178 der 1400 in Deutschland angeklagten „Kinderschänder“ hätte man in Baden-Württemberg ausgemacht, man habe bereits 2176 Videos beschlagnahmt, 249 Computer und 17343 „Datenträger“. Man stelle sich nur vor, wie viele Polizei-Arbeitsstunden auf die armen baden-württembergischen Polizisten zukamen, um alle 17343 Datenträger, einen nach dem anderen, zu durchsuchen, um am Ende festzustellen, alle Verdächtigungen beruhten auf der falschen Aussage eines US-Polizisten.

Die Rolle der Massenmedien

Insgesamt ist die Rolle der Medien bei „Operation Ore“ so charakteristisch, dass einem bei genauerem Hinsehen die ganze wirkliche Aufgabe dieser Massenmedien im heutigen Kapitalismus klar wird nur an diesem einzigen Fall.

Die Rolle der Medien muss mindestens genauso ernst wie die von Politikern, Polizei und Staatsanwaltschaft eingeschätzt werden. Das Vorgehen der Polizei, die Frage, ob verhältnismässig zum Vorwurf vorgegangen wurde, hat nicht ein einziges der Medien gestellt. Die naheliegenden Fragen, z.B. ob man denn die entsprechenden Festplatten untersucht hätte oder ob man die Möglichkeit von Kreditkartenbetrug gebührend in die Erwägungen gezogen habe, wurden nie gestellt.

Die Medien, sei es in Grossbritannien oder Deutschland, stellen nichts mehr oder weniger als Papageien der offiziellen Verlautbarungen der Strafverfolgungsbehörden dar, ja in einigen Fällen wurde sogar „noch eine Schippe draufgelegt“.

Als charakteristisch seien hier die zwei Fälle der Artikel der FAZ und der taz angeführt unter einer grossen Zahl von Veröffentlichungen, als in Deutschland und im UK viele verhaftet wurden:

Hier, was die FAZ schrieb (März 2003):

„Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gab Scotland Yard (…) die Festnahme von (…) Männern bekannt. Sie stünden im Verdacht, Bilder von Kindesmissbrauch aus dem Internet heruntergeladen und zum Teil weiter verbreitet zu haben.(…)

Spektakulärster Fall war bislang im Januar die vorübergehende Festnahme von Rock-Gitarrist Pete Townshend. Der Mitbegründer der Gruppe „The Who“ hatte eine US-Webseite mit Kinderpornos besucht und dafür gezahlt. Nach seinen Angaben wollte er nur für seine eigene Biografie recherchieren. Er wurde auf Kaution frei gelassen.“

Wird im ersten Absatz noch von „Verdacht“ gesprochen (auch hier wieder die infame Behauptung, es handele sich zum Teil auch um Weiterverbreitung), so bleibt dies im zweiten Absatz bereits weg. Es steht bereits fest: „hatte … besucht und dafür gezahlt“. Das Erwähnen seiner Erklärung mit der Biographie ist so verkürzt, dass jeder vernünftige Mensch nur zum Schluss kommen kann, dies sei eine Ausrede.

Die einfachsten Grundregeln eines verantwortlichen Journalismus, wie etwa keine feststehenden Tatsachen behaupten, solange die Person nicht dafür verurteilt ist, sondern immer Formeln benutzen wie „Verdacht auf“, „nach Angaben der Polizei“, „wird verdächtigt“, „ist angeklagt“ usw., werden missachtet.

Besonders infam ist hier die völlig verkürzte Aussage über Townshends Einlassung zur Biographie. Hat man nicht den Platz, um einen Sachverhalt inhaltlich darzustellen, muss man ihn weglassen und nicht in extrem verdrehter, verkürzter Weise bringen.

Shame on you, FAZ!

Glaubte jemand, dies sei nicht mehr zu toppen, so führe er sich den Artikel zum gleichen Zeitpunkt (Beginn 2003) von einem Subjekt (Journalist kann man das nicht nennen) mit Namen Kutzmany aus der ‚Taz’ zu Gemüte:

„Gitarrenschänder unter Verdacht (…)

Ob Pete Townshend tatsächlich ein Pädophiler ist, kann zurzeit noch niemand genau sagen. Fakt ist: Der Gitarrist von „The Who“ ist einer von rund 7.300 verdächtigen Briten, deren Kreditkartendaten vom FBI bei einem amerikanischen Anbieter von Kinderpornografie entdeckt wurden.

Townshend (57), treibende Kraft von „The Who“, die bei Liveauftritten gern Gitarren an den Verstärkern zerschlugen, (…)

Die Pädophilen kommen aus allen Berufen und sozialen Schichten. Politiker und Fernsehprominente sind dabei, Richter auch. 50 Polizisten finden sich auf der Liste. Die Prominenz Townshends bringt dem Thema in Großbritannien eine Aufmerksamkeit, die ihm in Deutschland versagt blieb: Schon Mitte September 2002 nämlich griffen die deutschen Behörden bei der „Aktion Pecunia“ zu. 1.100 Durchsuchungen meldete das BKA. Es wurden 47.000 Datenträger und 25.000 Videos beschlagnahmt (…)

Sowohl „Operation Ore“ als auch „Pecunia“ stützen sich auf Daten, die das amerikanische FBI im Rahmen der „Operation Avalanche“ („Operation Lawine“) gegen den Texaner Thomas Reedy sicherstellte. Der Geschäftsführer der Kinderpornofirma „Landslide“ („Erdrutsch“)… (…) auf der Landslide-Homepage gab es ein Feld mit der Beschriftung: „Für Kinderpornos hier klicken“. Auf diesen Knopf hat auch Pete Townshend gedrückt.

Seine Verwicklung in den Fall hat ihm jetzt sogar eine Erwähnung bei der Verleihung des American Music Awards eingebracht. Er sei „ganz erschüttert“, sagte Elton John, der die Show eröffnet hatte.“

Da wird wieder, wie bei der Frankfurter Zeitung, hinter der angeblich ein kluger Kopf stecke, der gleiche Trick angewandt, um gar nicht erst den Verdacht aufkommen zu lassen, die „Pädophilen“ seinen eventuell unschuldig. Am Anfang spricht man noch von „verdächtigen Briten“ und betont, man könne noch nichts Endgültiges über die Schuld von Townshend sagen. Aber diese Zurückhaltung wird dann schnell durch Gewissheiten ersetzt: Es handelt sich nun um „Pädophile“ (diesen Vorwurf hat die Polizei nie erhoben, ein Pädophiler macht – im umgangssprachlichen Gebrauch – Sex mit Kindern), nicht um des Konsums von Kinderporno Verdächtige.

Landslide wird hier zur „Kinderpornofirma“, dabei konnte Reedy nie etwas anderes vorgeworfen werden, als Zugang zu Kinderpornoseiten ermöglicht zu haben. Dann kommt die Behauptung mit dem Knopf, auf den alle Verdächtigen geklickt haben müssen. Das hätte genauer nachgefragt werden müssen. Journalismus kann sich nicht darin erschöpfen, polizeiliche Angaben ungeprüft in die Zeitung zu schreiben.

Dann wird es noch abenteuerlicher: Townshend hätte auf diesen Knopf geklickt. Das hat weder die Polizei je behauptet noch ein Staatsanwalt, das hat er auch nicht zugegeben – es war schlicht nicht so. Es bleibt völlig offen, woher der „Journalist“ dies hat, wenn nicht aus den eigenen Fingern gesogen.

Die bei weitem infamste Dreckschleuderei ist aber die Überschrift des Artikel im Zusammenhang mit dem Begriff „Pädophile“. In Anlehnung an „Kinderschänder“ nennt der unsägliche Schreiberling Townshend „Gitarrenschänder“, weil die „Who“ in ihrer Anfangsphase öfters Gitarren zerschlagen haben. Damit ist klar, was Townshend ist, ein Schwerverbrecher. Hat sich nicht auch sein Kollege Elton John erschüttert gezeigt?

In einer ernsthaften Würdigung der „Who“ im deutschen Wikipedia wird das Zerschlagen der Guitarren ausdrücklich als „künstlerisches Element“ des Auftritts gekennzeichnet. Umso deutlicher wird da nun das unsägliche „Gitarrenschänder“.

Das ist Kloakenjournalismus der niedrigsten Kategorie, selbst Kloaken-‚Bild’ hätte das kaum besser gemacht. Shame on you, taz!

Wollen wir der ‚taz’ zu gute halten, dies sei ein einmaliger Ausrutscher gewesen. Den Herrn Kutzmany hat man hoffentlich längst entlassen.

Wie man an diesen beiden Beispielen sehen kann, haben deutsche Massenmedien sehr wohl –und schändlich – über ‚Operation Ore’ berichtet – damals, als es darum ging, ein ungehäures Netzwerk von Hunderttausenden von pädophilen Internet-Missbrauchern zu konstatieren.

Die Frage stellt sich, was berichten sie nun, da, beginnend im Jahr 2005 und nun ganz intensiv seit Januar bis Juni 2007 die Nachrichten eingehen, dass es sich im wesentlichen um die Verfolgung Unschuldiger handelt.

Im britischen Medienwald haben unter anderem einer der BBC-Sender, der ‚Guardian’ und der ‚Independent’, ebenso ‚BBC-News’ und die ‚Sunday Times’ hierüber berichtet, immer noch wenig angesichts der Grösse des Skandals.

Die deutschen Massenmedien dagegen üben sich in Schweigen – und zwar absolut! Man mache sich die Mühe, im Internet „Operation Ore“ oder „Operation Pecunia“ auf Deutsch zu googeln (man muss übrigens bei dieser Suche „Operation Ore“ in Anführungszeichen setzen, sonst bekommt man ein Unzahl von Ergebnissen, in denen die beiden Worte ohne Zusammenhang vorkommen. Ebenso muss man ausdrücklich darauf bestehen, nur Seiten auf deutsch zu bekommen, sonst wird die englischsprachige Literatur als Ergebnis geliefert, auch wenn man auf dem deutschen google.de ist).

Man wird nicht eine, ich wiederhole: NICHT EINE EINZIGE Notiz auch nur eines der Massenmedien in Deutschland finden, in der über die aufkommenden Zweifel an der Schuld der Angeklagten und schliesslich die Beweise für die Unschuld fast aller berichtet wird.

Mit anderen Worten: Nicht eine Zeitung, nicht ein grösserer Radiosender, nicht eine Fernsehstation, nicht ein angebliches Nachrichtenmagazin, nicht eine Illustrierte in Deutschland hielt es für nötig, nach der ausführlichen Berichterstattung über das Aufspüren von Hunderttausenden von angeblichen Kinderporno-Pädophilen im Internet in den Jahren 2002 und 2003 nun auch zu berichten, dass sich dies alles als völllig verfehlte Aktion gegen Opfer von Kriminellen oder mit anderen Worten als der grösste Polizei- und Justiz-Skandal (in Bezug auf die Zahl betroffener Opfer) des neuen Jahrtausends herausgestellt hat.

Damit weitet sich dieser Skandal auch noch zu einem Medien-Skandal aus.

Es ist somit bewiesen, die deutsche Landschaft der Massenmedien ist völlig gleichgeschaltet, zu 100%. Zunächst berichtete man nur, was die Polizei oder das BKA verlauten liessen, ohne eine einzige kritische Frage zu stellen. Wenn sich das Ganze dann als riesiger Fall der Verfolgung Unschuldiger herausstellt, sieht man weg und lässt die Opfer allein.

Es ist auch relativ leicht zu verstehen, wie so etwas zustandekommt: Polizei, Staatsanwaltschaften und BKA liefern den Massenmedien immer wieder „Privilegierte Informationen“ über Ermittlungen, die eigentlich der Geheimhaltung unterliegen, aber den Medien einen „Sensations-Vorsprung“ verschaffen. Es ist klar: Wer Negatives über die Polizeiarbeit berichtet, könnte nicht mehr in den Genuss dieser Privilegien kommen.

Trotzdem ist es bemerkenswert, dass im Gegensatz zu anderen Ländern sich nicht ein Einziges, vielleicht kleineres, in der Reihe der Massenmedien findet, das ausschert und auch einmal Kritisches zur Arbeit von Polizei, BKA und Staatsanwaltschaften berichtet.

Es kann ja den deutschen Massenmedien nicht entgangen sein, dass es Neues zu diesem Thema gibt, denn Berichte im BBC-Radio, der ‚Sunday Times’ und dem ‚Guardian’ sind schliesslich nichts Verstecktes oder wenig zugänglich, zumal all dies leicht findbar im Internet dokumentiert ist.

Machen Sie nur die Probe und googeln Sie die gleichen Worte im englischen ‚google.com’. Sie werden eine Unzahl neuerer Einträge finden. Man kann da tage- und wochenlang über dies Thema lesen.

Auch kann man in der deutschen ‚Wikipedia’ nachsehen. Es gibt keine Erwähnung der ‚Operation Pecunia’ und bei ‚Operation Ore’ wird man aufgefordert, selbst einen Artikel zu schrieben.

Lediglich auf der Site von Pete Townshend in der deutschen Wikipedia findet sich ein Hinweis:

„Die ‚Sunday Times’ berichtete am 3. Juli 2005, dass unabhängige Experten die beschlagnahmte LANDSLIDE-Webseite rekonstruiert hätten, und keinerlei Kinderpornografie gefunden hätten.“

Im Gegensatz dazu enthält die englische Wikipedia (oben schon verlinkt) eine eigene Seite hierfür mit allen Links zu den neueren Artikeln mit den Entdeckungen über ‚Operation Ore’ als das, was sie wirklich ist: Eine wirkliche Tragödie und ein dreifacher wirklicher Skandal.

Veröffentlicht am 14. Juli 2007 in der Berliner Umschau

Walisischer Star: Jimmy Savile bot mir minderjährige Mädchen an

2012/11/28

James McCarthy mit einem weiteren Beispiel, das zeigt, daß jeder wußte, daß Jimmy Savile ein Kinderschänder war.

Der widerwärtige Jimmy Savile bot Folk-Legende Meic Stevens an, hinten in seinem Rolls-Royce minderjährige Mädchen zu mißbrauchen.

Der walisische Sänger lernte den „Top of the Pops“-Moderator kennen, als beide in den 1960er Jahren einen gemeinsamen Manager hatten.

Jetzt hat der Mann, der als „der walisische Bob Dylan“ gilt, zugegeben, daß er den Geschmack des Trainingsanzug tragenden Moderators für minderjährige Teenies „seit Jahren“ kannte.

Im Mißbrauchsfall Jimmy Savile gibt es jetzt 340 Untersuchungen, mit 40 potentiellen Opfern, darunter eine Person aus Wales.

Meic sagte WalesOnline:

— Der gruselige Savile bot ihm Mädchen an;

— Er war empört, wenn Savile Mädchen „Austern“ nannte;

— Ein Lakai fuhr auf den Straßen herum, um für Savile Mädchen zum Mißbrauchen einzusammeln.

Meic, jetzt 70, sagte: „Ich pflegte zu sagen, ‚Mann, du bist verdammt (f***ing) ekelhaft.‘“

„Er sagte: ‚Willst du eine?‘ und ich sagte, ‚Laß es sein.‘

Es war eine offene Sache, er machte kein Geheimnis daraus.“

Meic kannte Savile in den 1960er Jahren, als der walische Star ein Album für „Decca Records“ aufnahm.

Er sagte: „Es war in der Musikbranche gut bekannt, daß er so war, daß er gerne mit minderjährigen Mädchen herummachte.“

Der MWG-Sänger behauptete, er war im Rolls-Royce des Zigarre kauenden Savile, während ein Begleiter für ihn Teenies besorgte.

Der noble Wagen war „Teil des Bildes“.

„Ich fuhr in dem ‚Roller‘ und er zog vor meinen Augen die Mädchen rein. Manchmal zwei oder drei“, sagte er.

Meic behauptete, Savile brachte die Jugendlichen zu einer feuchten Wohnung im zweiten Stock in Cheetham Hill in Salford.

Er erinnerte sich an die mit Brettern vernagelten Fenster und eine Matratze auf dem Boden.

„Er nannte Mädchen ‚Austern‘“, sagte der Sänger.

„Ich weiß nicht, warum er sie so nannte. Wie sieht eine Auster aus?“

Manchmal fuhren Savile und ein Kumpel zusammen mit „ein paar“ Mädchen los.

„Es kam sehr häufig vor“, sagte Meic.

„Alle Bands machten mit minderjährigen Mädchen rum.

Savile war anders, er hatte sich selbst zu einiger Berühmtheit gebracht, und er hatte dieses bizarre Bild.

Er war wirklich ein dreckiger alter Kinderschänder.“

Der Star nutzte auch einen roten Jaguar E, um Jugendliche zu verführen, und er suchte Jugendliche, die sich älter kleideten als es ihrem Alter entsprach.

„Es waren minderjährige Mädchen, etwa 15“, sagte Meic, der aus Solva, Pembrokeshire, stammt.

„Sie waren nicht mein Typ.

Ich war mehr an Studentinnen interessiert, den intelligenteren Mädchen und hatte nie Lust auf diese kleinen Mädchen, sie haben mich nicht interessiert.“

Meic war erstaunt, daß Savile damit durchkam.

„Ich war entsetzt“, sagte er.

„Er hatte einen großen Einfluß, und er hatte überall Eisen im Feuer.“

Meic meldete die Angelegenheit nie, weil es „mich überhaupt nichts anging“ und „es diese Rockbands alle taten“.

„Aber ich bin froh, daß es herausgekommen ist“, sagte er.

„Ich dachte, es war ekelhaft, aber was konnte ich dagegen tun?

Im Showbusiness sieht man eine Menge davon. Es gibt eine Menge Perverse.

Ich dachte nur, Savile war ein dreckiger alter Mann.“

Die Polizei von Gwent enthüllte, daß sie eine Beschwerde gegen den in Leeds geborenen Savile erhielt.

Ein Sprecher sagte: „Wir haben eine Anschuldigung erhalten. Eine Frau aus der Gegend von Gwent hat den Vorwurf einer sexuellen Gewalttat vorgebracht.

Sie berichtete darüber am 6. Oktober. Es soll sich in den 1970er Jahren ereignet haben, als sie 16 war und außerhalb des Zuständigkeitsbereichs (force area) wohnte.

Alle relevanten Informationen wurden an die Londoner Polizei weitergereicht.“

Die Polizei von North Wales war sich keiner Vorwürfe in der Region bewußt. Die Polizei von South Wales und Dyfed-Powys sagte, es wäre nicht irgendein Vorwurf eingegangen.

Bisher haben 15 Zuständigkeitsbereiche (forces) gesagt, daß sie Erklärungen von Personen aufgenommen haben, die behaupten, daß sie als Kinder von dem verstorbenen BBC-Moderator vergewaltigt oder mißbraucht wurden.

Er starb im Oktober letzten Jahres im Alter von 84.

Diese Woche enthüllte Julie Fernandez aus der Fernsehserie „The Office“, daß sie von dem Star begrapscht wurde, als sie in „Jim’ll Fix It“, als sie 14 war, neben ihm saß. Seine Hände verweilten „an Orten wo sie nicht sollten“, behauptete sie.

Scotland Yard verfolgt 340 Anschuldigungen mit 40 potenziellen Opfern und stempelte Savile als einen „räuberischen Sexualstraftäter“ ab, dem vier Jahrzehnte lang landesweit Kinder zum Opfer fielen, die manchmal erst 13 Jahre alt waren.

Letztes Jahr ließ die BBC eine Untersuchung durch die Nachrichtensendung NEWSNIGHT gegen Savile fallen.

Jetzt hat der Generaldirektor George Entwistle den mutmaßlichen Mißbrauchsopfern von Savile eine „tiefe und herzliche Entschuldigung“ angeboten — er verkündete, es würden zwei Untersuchungen eingeleitet werden.

Man wird prüfen, ob es in der Handhabung einer fallengelassenen NEWSNIGHT-Untersuchung gegen den verstorbenen DJ und Rundfunksprecher irgendwelche Versäumnisse gab.

Die „Kultur und Praktiken der BBC in den Jahren, als Jimmy Savile hier arbeitete“, wird eine zweite unabhängige Untersuchung prüfen, sagte Entwistle.

Saviles Sündenfall begann vor knapp 3 Wochen, als auf ITV Mark Williams-Thomas‘ Dokumentarfilm „The Other Side of Jimmy Savile“ ausgestrahlt wurde.

Diese Woche verschlimmerten sich die Probleme der BBC, als das ehemalige Playboy-Bunny Jane Nevin behauptete, daß sie nach einer dreimonatigen Affäre mit John Peel eine Abtreibung hatte.

Und wegen der Entscheidung, Jimmy Savile für die Leitung einer „Taskforce“ in Broadmoor zu ernennen — eines der Krankenhäuser, in denen die Berühmtheit angeblich Patienten mißbrauchte –, wurde letzte Nacht das Gesundheitsministerium in den Mißbrauchsskandal hineingezogen. (Anm.: Broadmoor heißt Sicherheitsverwahrung im Hochsicherheitstrakt.)

Das Gesundheitsministerium wird untersuchen, wie der verstorbene DJ und Moderator 1988 in die Position berufen wurde, als Ken Clarke Gesundheitsminister war.

Der GUARDIAN berichtete heute, daß das Gesundheitsministerium von den Opfern verklagt werden könnte, da es die psychiatrische Klinik zu der Zeit betrieb.

Ken Clarke, derzeit ein Kabinettsminister ohne Geschäftsbereich, sagte: „Ich habe keine Erinnerung, Jimmy Savile jemals getroffen zu haben und keine Erinnerung an diese Ereignisse. Das Gesundheitsministerium führt zur Feststellung der Tatsachen gerade jetzt eine Untersuchung durch.“

Hier finden Sie den Originalartikel, Jimmy Savile offered me underage girls, says Welsh star.