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PRESSEMITTEILUNG Verteidigungsministerium, 24.11.95, Okkupationsbereitschaft, vormals »Stay behind«

2014/03/11

Norwegens Verteidigungsministerium über die nordatlantische antikommunistische Widerstandsbewegung.

P R E S S E M E L D I N G. Forsvarsdepartementet. Nr. 093/95. Dato: 24.11.95. Okkupasjonsberedskap, tidligere «Stay behind»

P R E S S E M I T T E I L U N G
Verteidigungsministerium

Nr. 093/95
Datum: 11/24/95

Okkupationsbereitschaft, vormals »Stay behind«

Die Verteidigung (Forsvaret) etablierte 1948 eine Betätigung, die in der Lage sein sollte, auf norwegischem Boden unter einer eventuellen Okkupation die Aktivitäten Evakuierung, Sabotage und Nachrichtendienstinformation durchzuführen. Diese sollten auf den im Zweiten Weltkrieg gemachten Erfahrungen basieren.

Die Betätigung wurde in sogenannten Netzwerken mit Aufgaben auf dem Gebiet der Nachrichtendienstinformation, Sabotage und Evakuierung von Schlüsselpersonal organisiert. Die Netze wurden später in einer gemeinsamen Struktur konsolidiert und erhielten die Bezeichnung »Stay Behind« (og betegnelsen «Stay Behind»). Der Teil der Aktivitäten, der Sabotage beinhaltete, wurde 1983 eingestellt, da er keine operative Funktion mehr hatte. Im Verlauf der nächsten Jahre wurden alle in Norwegen verstreuten Waffen- und Ausrüstungslager eingezogen (trukket inn).

Für das Stammpersonal von »Stay Behind« wurde zunächst Personal mit Erfahrung aus dem Zweiten Weltkrieg rekrutiert. Für die Schlüsselpositionen der Organisation wurden nachher erfahrene und vertrauenswürdige Offiziere mit entsprechendem militärischen Hintergrund rekrutiert. Der Begriff »Stay Behind« wurde in »Okkupationsbereitschaft« («Okkupasjonsberedskap») geändert. Für den nationalen Teil der Einsatzorganisation (beredskapsorganisasjonen) wurden norwegische Bürger mit unterschiedlichem berufsmäßigen und milieumäßigen Hintergrund rekrutiert. Schlüsselfaktoren bei der Rekrutierung waren Moral, Zuverlässigkeit, Motivation und Integrität. Nach einer politischen Zugehörigkeit wurde nicht gefragt.

Das Personal traf eine persönliche und schwere Entscheidung, wenn es beschloß, sich an der Okkupationseinsatzorganisation (okkupasjonsberedskapsorganisasjonen) zu beteiligen. In einer Okkupationssituation (okkupasjonssituasjon) werden sie besonders belastet und gefährdet (belastet og utsatt). Eine operative Tätigkeit in Friedenszeiten, die zur Exposition (eksponering) des Feldpersonals führen könnte, wäre daher völlig unerwünscht und mit den der Organisation zugewiesenen Aufgaben nicht vereinbar.

Die Okkupationseinsatzorganisation hat derzeit die Mission, den norwegischen Behörden Auskünfte und Nachrichtendienstinformationen aus einem ganz oder teilweise besetzten Norwegen zu beschaffen. Nur die norwegischen Behörden haben Zugriff auf die Einsatzpläne (beredskapsplaner), die zur Aktivierung und zum Betrieb der Feldorganisation (feltorganisasjonen) notwendig sind.

Ab 1971 wurde die Ausbildung des Feldpersonals weitgehend an einem separaten Bildungs- und Ausbildungszentrum durchgeführt, wo eine nachrichtendienstbezogene Ausbildung auf der Grundlage einer hypothetischen Okkupationssituation durchgeführt wurde. »Stay Behind« und später »Okkupationsbereitschaft« unterlagen immer dem Nachrichtendienst der Verteidigung (Forsvarets etterretningstjeneste). Der Chef der Okkupationseinsatzorganisation hat die Aktivitäten dem Chef des Nachrichtendienstes der Verteidigung (Sjefen for Forsvarets etterretningstjeneste, SJE) berichtet. Der SJE wiederum hat dem Chef der Verteidigung und dem Verteidigungsminister (Forsvarssjefen og Forsvarsministeren) berichtet. Es ist Routine, den Chef der Verteidigung und den Verteidigungsminister in Verbindung mit ihrem Antritt oder nach besonderen Bedürfnissen zu informieren.

Die Okkupationseinsatzorganisation arbeitet begrenzt mit ausländischen Diensten zusammen, aber sie steht unter norwegischer Verwaltung und Kontrolle.

Hier und hier finden Sie das Originaldokument, P R E S S E M E L D I N G. Forsvarsdepartementet. Nr. 093/95. Dato: 24.11.95. Okkupasjonsberedskap, tidligere «Stay behind»

Was mir dabei einfällt?

Die Frage, ob die Anti-Elite-Revoluzzer-Elite der »Rote Armee Fraktion« intellektuelle Volltrottel waren, die Gladio auf den Leim gingen.

Siehe auch:

→ VOLTAIRE NET: Stay-Behind: die US-Einmischungs-Netze

Die gründliche Überarbeitung des heterosexuellen Amerika, Teil 1

2012/03/12

Teil 1/18 des Artikels „The Overhauling of Straight America“ vom November 1987, in dem die Harvard-Akademiker Marshall K. Kirk und Erastes Pill im Reisemagazin „The Guide“ die Homosexuellen-Agenda für die nächsten Jahrzehnte erläuterten.

Termini technici
straight: hetero
gay: schwul
homosexual: homosexuell

(Marshall Kenneth Kirk promovierte 1980 an der Universität Harvard mit „magna cum laude“ im Fach Psychologie und wurde ein Autor und Forscher auf dem Gebiet der Neuropsychiatrie. Zwei Freunde fanden ihn am 28. Juli 2005 tot in seiner Wohnung, seine Todesursache ist geheim und der genaue Todeszeitpunkt ist nicht bekannt. Dr. Hunter Madsen promovierte 1985 an der Universität Harvard im Fach Politologie, wurde ein Experte für Öffentlichkeitsarbeit und Sozialmarketing, gestaltete bei „Madison Avenue“ kommerzielles Marketing und schrieb unter dem Pseudonym Erastes Pill. Er diente auch als Berater für Sodomie-Medienkampagnen in ganz Amerika und arbeitete für Unilever, Kodak, Sunsweet und Yahoo!

Der Artikel ist aufgrund der Länge in 18 Überschriften aufgeteilt — Teil 1 ist hier.)

(weitere Anmerkungen in Klammern)

Die gründliche Überarbeitung des heterosexuellen Amerika

Marshall K. Kirk und Erastes Pill

Was Schwule und Schwulenrechte betrifft, ist die Desensibilisierung der amerikanischen Öffentlichkeit die erste Aufgabe. Die Öffentlichkeit zu desensibilisieren heißt, ihr zu helfen, Homosexualität mit Gleichgültigkeit statt mit starken Gefühlen zu sehen. Idealerweise hätten wir gerne, daß Heteros die Unterschiede bei sexuellen Präferenzen in der Art und Weise sehen, wie sie die verschiedenen Geschmacksrichtungen bei Eissorten oder Sportarten sehen: sie mag Erdbeere und ich mag Vanille; er interessiert sich für Baseball und ich interessiere mich für Fußball. Keine große Sache.

Zumindest anfangs wollen wir nichts mehr als die öffentliche Desensibilisierung. Eine vollständige „Anerkennung“ der Homosexualität oder „Verständnis“ brauchen wir vom durchschnittlichen Amerikaner nicht und können es auch nicht erwarten. Zu versuchen, die Massen davon zu überzeugen, daß Homosexualität eine gute Sache ist, können Sie vergessen. Doch wenn Sie sie nur dazu bringen können, daß sie schulterzuckend denken, daß es bloß eine andere Sache ist, dann ist Ihr Kampf um juristische und soziale Rechte so gut wie gewonnen. Und um das Stadium des Schulterzuckens zu erreichen, müssen Schwule als Klasse aufhören, mysteriös, fremd, abscheulich und konträr zu erscheinen. Es wird eine groß angelegte Medienkampagne nötig sein, um das Bild des Schwulen in Amerika zu ändern.

Und jede Kampagne für diese Trendwende sollte sechs Dinge tun.

Schritt 1: Sprechen Sie über Schwule und Schwulsein so laut und so oft es geht.

Das Prinzip hinter diesem Ratschlag ist einfach: fast jedes Verhalten fängt an, normal auszusehen, wenn Sie ihm sowohl aus nächster Nähe als auch unter Ihren Bekannten hinreichend ausgesetzt sind. Die Akzeptanz des neuen Verhaltens wird letztlich von der Anzahl der Mitmenschen abhängen, die es tun oder akzeptieren. Man mag es zuerst abstoßend finden — viele waren in vergangenen Zeiten vorübergehend empört über „Flitzer“, das Essen von Goldfischen oder Sex vor der Ehe. Aber solange der Normalbürger keinen Druck verspürt, dies ebenfalls zu tun, und solange das fragliche Verhalten für seine physische und finanzielle Sicherheit keine Bedrohung darstellt, wird er sich bald daran gewöhnt haben und das Leben geht weiter. Der Skeptiker mag den Kopf schütteln und denken: „Die Leute sind heutzutage verrückt“, aber im Laufe der Zeit werden seine Einwände philosophischer und nachdenklicher, und weniger emotional.

Die rohen Empfindlichkeiten der Homosexuellen-Thematik können betäubt werden, indem viele Leute in einer neutralen oder unterstützenden Art und Weise viel darüber reden. Offene und ungezwngene Diskussionen machen das Thema scheinbar weniger verstohlen, fremd und sündig und viel ehrlicher. Ständige Diskussionen erzeugen den Eindruck, daß die öffentliche Meinung über das Thema zumindest geteilter Meinung ist, und daß ein großer Teil die Homosexualität akzeptiert oder sogar praktiziert. Selbst erbitterte Diskussionen zwischen Gegnern und Verteidigern dienen der Desensibilisierung, so lange, wie „anständige“ Schwule mit ihrer eigenen Geschichte im Mittelpunkt stehen. Die Hauptsache ist, so lange über Homosexualität zu reden, bis das Problem absolut langweilig wird.

Und wenn wir sagen, daß über Homosexualität gesprochen werden soll, dann meinen wir genau das. In den Anfangsphasen einer Kampagne, die das heterosexuelle Amerika erreichen soll, sollten die Massen nicht durch die vorzeitige Belastung mit homosexuellem Verhalten geschockt und abgestoßen werden. Stattdessen sollten bildliche Darstellungen von Sex heruntergespielt und Schwulenrechte so weit wie möglich auf eine abstrakte soziale Frage reduziert werden. Das Kamel soll erst seine Nase ins Zelt stecken — und später sein unansehnliches Hinterteil!

Wo wir reden, ist wichtig. Die visuellen Medien, Film und Fernsehen, wirken in der westlichen Zivilisation offenbar am stärksten. Der durchschnittliche amerikanische Haushalt sieht täglich über sieben Stunden fern. Diese Stunden sind ein offenes Tor in die private Welt der Heterosexuellen, durch das ein trojanisches Pferd geschickt werden kann. Was die Desensibilisierung betrifft, ist das Medium die Botschaft — und die Botschaft lautet Normalität. Bisher ist das schwule Hollywood unsere beste verdeckte Waffe im Kampf zur Desensibilisierung der Massen. Stück für Stück sind in den vergangenen zehn Jahren schwule Charaktere und schwule Themen in Fernsehsendungen und Filmen eingeführt worden — auch wenn dies häufig getan wurde, um komödiantische und lächerliche Wirkungen zu erzeugen. Im Großen und Ganzen ist die Wirkung ermutigend. Die Ausstrahlung von „Wie sag ich’s meinen Eltern“ („Consenting Adults“) auf einem großen Sender im Jahr 1985 ist nur eine Hochwassermarke in der günstigen Darstellung von Schwulenthemen in den Medien. Doch dies sollte erst der Anfang eines großen Publizitäts-Blitzkrieges sein, den das schwule Amerika beginnt.

Würde eine Desensibilisierungs-Kampagne zugunsten offener und nachhaltiger Diskussionen zu Schwulenfragen alle Gegner der Homosexualität erreichen? Natürlich nicht. Für die Werte der Massen ist die öffentliche Meinung zwar eine primäre Quelle, doch die religiöse Autorität ist die andere. Wenn die konservativen Kirchen die Schwulen verurteilen, gibt es nur zwei Dinge, die wir tun können, um die Homophobie der wahren Gläubigen zu verwirren. Erstens können wir reden, um die moralischen Gewässer zu trüben. Das heißt, die Unterstützung für Schwule durch moderatere Kirchen publik zu machen, unsere eigenen theologischen Einwände gegen die konservative Auslegung biblischer Lehren vorzubringen, sowie Haß und Unvereinbarkeiten aufzudecken. Zweitens können wir die moralische Autorität homophober Kirchen untergraben, indem wir sie als antiquierte Provinz darstellen, die zeitlich nicht auf der Höhe der neuesten psychologischen Erkenntnisse ist. Gegen die mächtige Institution der Religion müssen die mächtigere Wissenschaft und die öffentliche Meinung aufgestellt werden — das Schild und das Schwert des verfluchten „säkularen Humanismus“. Solch eine unheilige Allianz hat bereits zuvor gut gegen die Kirchen gearbeitet, wie bei den Themen Scheidung und Abtreibung. Mit genügend offenen Diskussionen über die Verbreitung und Akzeptabilität von Homosexualität kann die Allianz auch hier wieder arbeiten.

(Als nächstes folgt:

Schritt 2: Schwule als Opfer darstellen, nicht als aggressive Herausforderer.)

Hier finden Sie den Originalartikel, The Overhauling of Straight America.

Der KGB-Brief über Ted Kennedy

2012/02/28

Deutschlandpremiere für ein historisches Dokument, unter dem die Medien vor Erschöpfung zusammenbrachen, bevor sie darüber berichteten. Der KGB-Brief über Edward „Ted“ Kennedy.

Dieser Brief wurde 1991 von dem Reporter Tim Sebastian von der Londoner ‚Times’ entdeckt, als die Sowjetunion zum wiederholten Male das Scheitern des Kommunismus vortäuschte und dafür dieses Mal sogar die KGB-Archive öffnete — Besichtigungstouren der Konzentrationslager des kommunistischen Schreckensregimes oder bewegende Bilder über die Freilassung politischer Gefangener gab es leider keine.

Der Brief findet sich als Anlage auf Seite 317 in Paul Kengors Buch ‚The Crusader: Ronald Reagan and the Fall of Communism’ aus dem Jahr 2006.

Besondere Wichtigkeit

Ausschuß zur Staatssicherheit der UdSSR 14.05.1983 No. 1029 Ch/OV

Moskau

Betrifft Senator Kennedys Anfrage an den Generalsekretär der Kommunistischen Partei Genosse J. W. Andropow

Genosse J. W. Andropow

Am 9. und 10. Mai dieses Jahres war Senator Edward Kennedys enger Freund und Vertrauter J. Tunney in Moskau. Der Senator beauftragte Tunney, über vertrauliche Kontakte die folgende Meldung an den Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, J. Andropow, zu übermitteln:

Senator Kennedy ist wie andere vernünftige Menschen sehr besorgt über den aktuellen Stand der sowjetisch-amerikanischen Beziehungen. Durch die Entwicklung der Ereignisse werden diese Beziehungen, gekoppelt mit dem allgemeinen Zustand der globalen Angelegenheiten, die Situation noch gefährlicher machen. Der Hauptgrund dafür ist Reagans Kriegslust, und seine feste Entschlossenheit, in Westeuropa neue amerikanische atomare Mittelstreckenwaffen zu stationieren.

Laut Kennedy ist die aktuelle Bedrohung auf die Weigerung des Präsidenten zurückzuführen, sich für irgendwelche Modifikationen seiner Politik zu verpflichten. Er fühlt, daß sein inländischer Status wegen der gut publizierten wirtschaftlichen Verbesserungen gestärkt wurde: die Inflation ist stark reduziert worden, und die Produktion steigt wie die allgemeine Geschäftstätigkeit. Aus diesen Gründen werden die Zinsen weiterhin sinken. Das Weiße Haus porträtierte dies in den Medien als „Erfolg der Reaganomics“.

Natürlich ist auf wirtschaftlichem Gebiet nicht alles nach Reagans Plan verlaufen. Einige bekannte Ökonomen und Mitglieder aus Finanzkreisen, insbesondere aus den nordöstlichen Bundesstaaten, sehen bestimmte verborgene Tendenzen voraus, die in den USA eine neue Wirtschaftskrise hervorbringen kann. Dies könnte im Präsidentschaftswahlkampf von 1984 zum Fall führen, wovon die Demokratische Partei profitieren würde. Dennoch gibt es für diese Entwicklung keine sicheren Zusagen.

Die einzigen wirklichen potenziellen Bedrohungen für Reagan sind Probleme, die Krieg und Frieden und die sowjetisch-amerikanischen Beziehungen betreffen. Diese Fragen werden laut dem Senator ohne Zweifel das Wichtigste im Wahlkampf werden. Die Bewegung, die ein Einfrieren der nuklearen Arsenale beider Länder befürwortet, gewinnt in den Vereinigten Staaten weiterhin an Stärke. Die Bewegung ist auch bereit, Vorbereitungen für ihr anhaltendes Wachstum zu akzeptieren, vor allem von Kennedy. In politischen und einflußreichen Kreisen des Landes, auch innerhalb des Kongresses, gewinnt der Widerstand gegen die wachsenden Militärausgaben an Stärke.

Doch laut Kennedy ist die Opposition gegen Reagan noch sehr schwach. Reagans Gegner sind gespalten und die Präsentationen, die sie machen, sind nicht voll leistungsfähig. Unterdessen ist Reagan in der Lage, jede Propaganda effektiv zu bekämpfen. Um Kritik zu neutralisieren, daß die Gespräche zwischen den USA und der UdSSR unkonstruktiv sind, wird Reagan pompös, aber subjektiv propagandistisch. Zur gleichen Zeit werden sowjetische Vertreter, die über Abrüstung sprechen, aus dem Kontext zitiert, zum Schweigen gebracht oder grundlos und skurril abgewertet. Obwohl die Argumente und Aussagen von Vertretern der UdSSR in der Presse erscheinen, ist es wichtig zu beachten, daß Zeitungen oder Zeitschriften von der Mehrheit der Amerikaner nicht ernsthaft gelesen werden.

Kennedy glaubt, daß, in Anbetracht der gegenwärtigen Lage, und im Interesse des Friedens, es klug und zeitgemäß wäre, die folgenden Schritte gegen Reagans militaristische Politik und seine Kampagne zu unternehmen, um die amerikanische Bevölkerung psychologisch zu belasten. In dieser Hinsicht bietet er dem Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion J. W. Andropow die folgenden Vorschläge an.

1. Kennedy bittet J. W. Andropow zu prüfen, den Senator im Juli dieses Jahres zu einem persönlichen Treffen nach Moskau einzuladen. Der Hauptzweck des Treffens wäre nach dem Senator, die sowjetischen Vertreter bezüglich des Problems der nuklearen Abrüstung mit Erklärungen zu bewaffnen, so daß sie bei Auftritten in den USA besser vorbereitet und überzeugender sein können. Er möchte Sie auch darüber informieren, daß er eine Reise durch Westeuropa geplant hat, wo er damit rechnet, Englands Premierministerin Margaret Thatcher und Frankreichs Präsident Mitterrand zu treffen, wobei er bezüglich des gleichen Problems ähnliche Vorstellungen austauschen wird.

Sollten seine Vorschläge im Grundsatz akzeptiert werden, würde Kennedy seinen Vertreter nach Moskau entsenden, um Fragen bezüglich der Organisation eines solchen Besuchs zu lösen.

Kennedy meint, der Nutzen eines Treffens mit J. W. Andropow wird verbessert, wenn er außerdem einen der bekanntesten Republikanischen Senatoren einladen könnte, zum Beispiel Mark Hatfield. Ein solches Treffen wird auf die amerikanischen und politischen Kreise in den USA einen starken Einfluß haben. (Im März 1982 schlugen Hatfield und Kennedy einen Lösungsentwurf vor, um die nuklearen Arsenale der USA und der UdSSR einzufrieren und veröffentlichten zu diesem Thema auch ein Buch.)

2. Kennedy glaubt, daß es wichtig wäre, im August-September dieses Jahres im Fernsehen übertragene Interviews mit J. W. Andropow in den USA zu organisieren, um die Amerikaner zu beeinflussen. Ein direkter Appell an das amerikanische Volk durch den Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion wird im Land ohne Zweifel ein großes Maß an Aufmerksamkeit und Interesse auf sich ziehen. Der Senator ist überzeugt, dies würde insofern die maximale Resonanz erhalten, da die effektivste Methode an Massenmedien und -information das Fernsehen ist.

Wenn der Vorschlag als würdig anerkannt wird, werden Kennedy und seine Freunde geeignete Schritte veranlassen, damit die Repräsentanten der größten Fernsehanstalten in den USA für die Interviews J. W. Andropow wegen einer Einladung nach Moskau kontaktieren. Insbesondere der Präsident vom Vorstand von ABC Elton Raul und die Fernseh-Journalisten Walter Cronkite oder Barbara Walters könnten Moskau besuchen. Der Senator betonte die Bedeutung, daß diese Initiative als von der amerikanischen Seite kommend gesehen werden sollte.

Mit dem gleichen Ziel vor Augen würden in den USA ferner eine Reihe von Fernseh-Interviews mit niedrigeren Sowjet-Vertretern organisiert werden, insbesondere aus dem Militär. Sie würden außerdem eine Möglichkeit haben, sich wegen den friedlichen Absichten der UdSSR direkt an das amerikanische Volk zu wenden, mit ihren eigenen Argumenten, in militärischer Hinsicht ein echtes Kräftegleichgewicht zwischen der UdSSR und den Vereinigten Staaten zu erhalten. Dieses Problem wird von der Reagan-Administration schnell verzerrt.

Kennedy bat, zu vermitteln, daß dieser Appell an den Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion seine Bemühung darstellt, einen starken Vorschlag beizusteuern, der die Gefahr eines Atomkriegs ausrotten würde, und die sowjetisch-amerikanischen Beziehungen zu verbessern, so daß sie die Sicherheit der Welt bestimmen. Kennedy ist von den Aktivitäten von J. W. Andropow und anderen sowjetischen Führern, die ihr Bekenntnis ausdrückten, die internationalen Angelegenheiten zu heilen und das gegenseitige Verständnis zwischen den Völkern zu verbessern, sehr beeindruckt.

Der Senator unterstrich, daß er sehnsüchtig auf eine Antwort auf seinen Appell wartet, die Antwort, die möglicherweise Tunney überbringen könnte.

Nachdem er Kennedys Appell an den Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion vermittelte, erklärte Tunney außerdem, daß Senator Kennedy in den letzten Jahren aktiv aufgetreten ist, um die Gefahr eines Krieges zu reduzieren. Weil er sich formell weigerte, am Wahlkampf des Jahres 1984 teilzunehmen, würden seine Reden ohne Vorurteile aufgenommen werden, da sie an kein Wahlversprechen gebunden sind. Tunney bemerkte, daß sich der Senator im Jahr 1988 für das Präsidentenamt bewerben will. Zu dieser Zeit wird er 56 sein und seine persönlichen Probleme, die sein Ansehen hindern könnten, werden beigelegt sein (Kennedy hat gerade eine Scheidung hinter sich und plant, in naher Zukunft wieder zu heiraten). Zusammengenommen läßt Kennedy nicht unberücksichtigt, daß sich die Demokratische Partei während der Wahlkampagne 1984 offiziell an ihn wendet, um den Kampf gegen die Republikaner anzuführen und ihren Präsidentschaftskandidaten zu wählen. Dies würde erklären, warum er überzeugt ist, daß keiner der heutigen Kandidaten eine echte Chance auf einen Sieg über Reagan hat.

Wir warten auf Anweisungen.

Präsident des Komitees V. Tschebrikow

Sie finden den englischen ‚Text of KGB Letter on Senator Ted Kennedy’ auch im Internet.