Archive for the ‘Blutrituale’ Category

Blutrituale: Ratsgericht will antike Tempelrituale zu neuem Leben erwecken

2014/06/08

Nadav Shragai über Mythen.

Present-day Sanhedrin court seeks to revive ancient Temple rituals

28. Februar 2007 — Das Ratsgericht (Sanhedrin Court) entschied am Dienstag, eine Schafherde zu kaufen, um sie am Vorabend des Pessachfestes am Ort des Tempels rituell zu opfern, was die Gegebenheiten am Tempelberg erlauben (conditions on the Temple Mount permitting).

Der moderne Rat wurde vor einigen Jahren gegründet und wird von Rabbi Adin Steinsaltz geleitet. Der Rat, der sich einmal in der Woche trifft, behauptet, das alte jüdische hohe Gericht zu erneuern, das bis vor etwa 1600 Jahren existierte. (Anm.: Wo bitte existierte um etwa das Jahr 400 ein jüdisches hohes Gericht?)

Professor Hillel Weiss, ein Mitglied des Rates, erklärte HAARETZ am Dienstag, daß die Aktion, wenn auch symbolisch, entwickelt wurde, um auf eine Art und Weise, die für alle offensichtlich ist, zu demonstrieren, daß die Erwartung der Tempelrituale, die sich zeigen wird, real ist und nicht nur Gerede. (Anm.: Erlaubt der Talmud nicht, dies etwas kürzer zu formulieren?)

Vor einigen Jahren führte eine Reihe von Mitgliedern der verschiedenen Tempelbewegungen am Givat Hanania (Givat Hananya), der von Jerusalems Viertel Abu Tur den Tempelberg überblickt, eine (Anm.: reale) symbolische Opferung durch. Während der Zeremonie opferten die Teilnehmer eine junge Ziege, die von einem Anwohner aus Tekoa gespendet wurde. In Übereinstimmung mit dem jüdischen Gesetz (Halacha) bauten die Teilnehmer außerdem einen speziellen zwei Meter hohen Ofen.

Im Vergleich zu anderen im Tempel durchgeführten Arbeiten wird das Pessachopfer als eine einfache Zeremonie betrachtet. (Anm.: Welche Art Opfer fallen nicht unter »einfache Zeremonie«?) Am Mittwoch wird der Rat seine Hauptkonferenz halten, mit dem Titel: »Existenzielle Bedrohungen und Wege, sie zu korrigieren« (»Existential threats and ways to correct them«). Rabbi Menachem Froman, Moshe Feiglin, ein Rechtsaktivist, und Arieh Stav, ein Redakteur von NATIV, werden an der Konferenz teilnehmen. Shlomo Ben-Zvi, der Verleger von MAKOR RISHON, wird der Ehrengast sein.

Hier finden Sie den Originalartikel, Present-day Sanhedrin court seeks to revive ancient Temple rituals.

Historiker schenkt der Ritualmordbehauptung Glauben

2014/05/21

Lisa Palmieri-Billig über Ariel Toaffs verhindertes Buch.

Historian gives credence to blood libel

7. Februar 2007 — In einer historischen Studie, die am Donnerstag in italienischen Buchhandlungen erscheinen soll, hat ein israelischer Historiker italienischer Herkunft die »Ritualmordbehauptung« wiederbelebt. Ariel Toaff, der Sohn von Rabbi Elio Toaff, behauptet, daß in dem Vorwurf, der in ganz Europa seit Jahrhunderten Anreize für Pogrome gegen Juden lieferte, eine historische Wahrheit liegt.

In einem Artikel der Tageszeitung CORRIERE DELLA SERA mit dem Titel »Jene blutigen Pessachfeste« (»Quelle Pasque di Sangue«) erhielt Toaffs Wälzer, »Blutige Pessachfeste: Die Juden in Europa und Ritualmorde« (»Pasque di Sangue. Ebrei d’Europa e Omicidi Rituali«) großes Lob von Sergio Luzzatto, einem anderen jüdischen Historiker aus Italien.

Luzzatto beschreibt Toaffs Arbeit als »großartiges Buch der Geschichte … Toaff stellt fest, daß von 1100 bis etwa 1500 … wirklich mehrere Kreuzigungen von christlichen Kindern vorfielen, was zu Vergeltungsmaßnahmen gegen ganze jüdische Gemeinden führte — strafende Massaker an Männern, Frauen und Kindern. Weder in Trient im Jahre 1475 noch in anderen Gebieten Europas im späten Mittelalter waren Juden immer unschuldige Opfer.

Eine Minderheit jüdisch-aschkenasischer Fundamentalisten … führte Menschenopfer durch«, fuhr Luzzatto fort.

Toaff bietet als Beispiel den Fall des Heiligen Simon von Trient. Im März 1475, kurz nach dem Fund der Leiche eines Kindes in einem Kanal in der Nähe der jüdischen Gegend von Trient, wurde den Juden der Stadt vorgeworfen, Simon ermordet und sein Blut verwendet zu haben, um ungesäuertes Brot (Matzen) zu machen. (Anm.: Das Kind verschwand am Gründonnerstag 1475 und Ostern und Pessach fielen in diesem Jahr zusammen.)

Nach einem mittelalterlichen Verfahren, das Geständnisse durch Folter erzwang, wurden 16 Mitglieder der jüdischen Gemeinde von Trent gehängt.

Toaff zeigt, daß die Anschuldigungen gegen die Juden von Trient »wahr gewesen sein könnten«.

Toaff bezieht sich auf kabbalistische Beschreibungen der therapeutischen Verwendung von Blut und behauptet, daß »auf beiden Seiten der Alpen ein Schwarzmarkt blühte, mit jüdischen Händlern, die menschliches Blut verkauften, komplett mit rabbinischer Zertifizierung des Produkts — koscheres Blut«.

Dr. Amos Luzzatto, der ehemalige Präsident der »Union der Jüdischen Gemeinden Italiens« (»Unione delle comunità ebraiche italiane«) sagte: »Ich würde eine seriösere Aussage erwarten als ›es hätte wahr gewesen sein können.‹« Er drückte auch Bestürzung über die Sensationsgier aus, mit der CORRIERE DELLA SERA, Italiens führende Tageszeitung, das Thema behandelte. (Anm.: Würde er Luther akzeptieren?)

»Es ist völlig unangebracht, Erklärungen zu nutzen, die vor Jahrhunderten durch Folter erpreßt wurden, um bizarre und hinterhältige historische Thesen zu rekonstruieren«, erklärten 12 von Italiens Oberrabbinern in einer Pressemitteilung, die Toaffs Behauptungen entkräfteten. (Anm.: Durch die koschere Zahl 12 und kabbalistisches Voodoo?)

»Das einzige in diesen Geschichten verschüttete Blut war das von so vielen unschuldigen Juden, die aufgrund von ungerechtfertigten und infamen Anschuldigungen massakriert wurden«, so die Erklärung weiter.

Die Stadt Trient nahe der österreichischen Grenze gedachte Simons »Martyrium« fünf Jahrhunderte, bis der Vatikan 1965 die Erklärung »In unserer Zeit« (»Nostra Aetate«) veröffentlichte, die darauf abzielte, die katholische Lehre antisemitismusrein zu machen (extirpating anti-Semitsm). Der Bischof von Trient unterzeichnete ein Dekret, das verkündete, daß die Ritualmordbehauptung gegen die Juden dieser Stadt unbegründet wäre.

Alessandro Martinelli, der Delegierte der katholischen Kirche für den interreligiösen Dialog in der Diözese Trient, erinnert sich an eine gut dokumentierte DVD und historische Monographie von dem Historiker Diego Quaglioni, der die jüdische Verantwortung für Simons Tod widerlegte. (Anm.: Mithilfe einer politischen Agenda oder durch städtische Chroniken?) Eine Gedenktafel, die die Gemeinde errichtet hatte, um an die Tragödie der jüdischen Märtyrer zu erinnern, rief zu Sühne und Versöhnung zwischen Katholiken und Juden auf, basierend auf der Einhaltung der historischen Wahrheit.

Dr. Amos Luzzatto kommentiert: »Selbst wenn es der Autor beweisen sollte, daß seit Jahrhunderten eine abweichende Sekte existierte … könnte sie eindeutig nie als jüdische Gruppe oder als Teil einer jüdischen Gemeinde identifiziert werden. (Anm.: Historische Stiche sind also so etwas wie mittelalterliche Hollywoodfilme?) Dies wäre damit vergleichbar, zu sagen, daß die Rabbiner, die in Teheran auf [Präsident Mahmud] Ahmadinedschads Holocaustleugnungskonferenz zugegen waren, die Hauptströmung des Judentums vertreten.« (Anm.: Wenn sie eine doppelte Staatsangehörigkeit haben, würden sie immerhin eine Schnittmenge der Hauptströmung darstellen.)

Hier und hier finden Sie den Originalartikel, Historian gives credence to blood libel, hier nicht mehr.

Hier und hier finden Sie Ariel Toaffs ins Englische übersetzte Buch.

Rabbi und Schüler für den Versuch verhaftet, einen Esel als Sühneopfer zu schlachten

2014/05/20

Die anonymen Journalisten der JERUSALEM POST über unkoschere Beichtversuche im Anschluß an das Purimfest.

Rabbi, student arrested for trying to slaughter donkey as sacrifice for sins

21. März 2014 — Die Jerusalemer Polizei verhaftete am Freitag einen Rabbiner und seinen Schüler wegen des Versuchs, einen weiblichen Esel zu opfern.

Der 54jährige Rabbiner und sein Schüler im Alter von 24 wurden in der Nähe des Grabes des Propheten Samuel festgenommen, das im Westjordanland nördlich von Jerusalem liegt.

Die beiden Verdächtigen kauften die Eselin von einem palästinensischen Einheimischen und wurden später von einem anderen Einheimischen bei dem Versuch gefilmt, das Tier zu schlachten, teilte die Polizei mit. Der Mann, der den Vorfall filmte, alarmierte die Polizei.

Die Verdächtigen, Bewohner von Jerusalem, gestanden, die Eselin als Opfer für ihre Sünden zu schlachten.

Das Jerusalemer Amtsgericht (Magistrates court) entschied am Freitag, ob die Verdächtigen in Untersuchungshaft kommen.

Der Esel wurde zu einer Anlage des Landwirtschaftsministeriums im Jordantal gebracht. (Anm.: Tot oder lebendig?)

Hier finden Sie den Originalartikel, Rabbi, student arrested for trying to slaughter donkey as sacrifice for sins.

Menschenopfer und Blutrituale

2013/01/17

Kopiert und eingefügt aus dem Buch Blutrituale von Barbara Ehrenreich.

Blood Rites

Seite 38: In seinem Buch „In the Shadow of Moloch“ zeigt Martin Bergmann, daß die Opferrituale der Hebräer, so sehr diese sonst darum bemüht waren, sich von ihren Nachbarn in religiösen Dingen zu unterscheiden, denen der Kanaaniter und anderer verachtlicher „Götzendiener“ sehr ähnlich waren. Im Alten Testament finden sich seitenlange Aufzählungen und Beschreibungen von Tieropfern bis ins kleinste anatomische Detail. Im dritten Buch Mose (Kap. 4-5) z. B. schreibt Moses verschiedene Sünd-, Brand- und Schuldopfer vor; je nach Sachlage ist ein Ziegenbock, ein einjähriges Kalb oder Lamm ohne Fehler, ein Stier oder ein Widder darzubringen. Was mit den Abfallprodukten, vom Fett über Nieren bis zu Leber und Rumpf, zu tun ist, wird jedesmal genau angegeben.

Seite 40: Der Ausdruck Sündenbock kommt von dem Jom-Kippur-Ritual, bei dem die Sünden der Menschen auf den Kopf eines Ziegenbocks gehäuft werden, der dann zusammen mit der Erinnerung an die Sünden getötet wird.

Seite 41: Der hebräische Gott war zu ätherisch, als daß man sich ihn beim Essen hätte vorstellen können, doch in der Bibel lodert das göttlich Feuer manchmal erregt auf, um das Fleisch auf dem Altar buchstäblich zu verzehren.

Seite 45: Manche Mythen der jüdischen und griechischen Tradition enthalten noch die Vorstellung, das ursprüngliche und aus der Sicht der Götter vielleicht wünschenswerteste Opfer sei ein Mensch; das Tier sei dafür nur ein Ersatz.

Seite: 78: Auch die Juden sahen Menschenopfer als Relikt einer nicht allzu fernen Vergangenheit. In Psalm 106, Vers 37-38, heißt es über die frühen Israeliten ganz eindeutig: „Und sie opferten ihre Söhne und Töchter den bösen Geistern und vergossen unschuldig Blut, das Blut ihrer Söhne und Töchter, die sie opferten den Götzen Kanaans.“

Tja, warum bloß hat die Bibel vor den Israeliten gewarnt?