Archive for the ‘1987’ Category

Die gründliche Überarbeitung des heterosexuellen Amerika, Teil 1

2012/03/12

Teil 1/18 des Artikels „The Overhauling of Straight America“ vom November 1987, in dem die Harvard-Akademiker Marshall K. Kirk und Erastes Pill im Reisemagazin „The Guide“ die Homosexuellen-Agenda für die nächsten Jahrzehnte erläuterten.

Termini technici
straight: hetero
gay: schwul
homosexual: homosexuell

(Marshall Kenneth Kirk promovierte 1980 an der Universität Harvard mit „magna cum laude“ im Fach Psychologie und wurde ein Autor und Forscher auf dem Gebiet der Neuropsychiatrie. Zwei Freunde fanden ihn am 28. Juli 2005 tot in seiner Wohnung, seine Todesursache ist geheim und der genaue Todeszeitpunkt ist nicht bekannt. Dr. Hunter Madsen promovierte 1985 an der Universität Harvard im Fach Politologie, wurde ein Experte für Öffentlichkeitsarbeit und Sozialmarketing, gestaltete bei „Madison Avenue“ kommerzielles Marketing und schrieb unter dem Pseudonym Erastes Pill. Er diente auch als Berater für Sodomie-Medienkampagnen in ganz Amerika und arbeitete für Unilever, Kodak, Sunsweet und Yahoo!

Der Artikel ist aufgrund der Länge in 18 Überschriften aufgeteilt — Teil 1 ist hier.)

(weitere Anmerkungen in Klammern)

Die gründliche Überarbeitung des heterosexuellen Amerika

Marshall K. Kirk und Erastes Pill

Was Schwule und Schwulenrechte betrifft, ist die Desensibilisierung der amerikanischen Öffentlichkeit die erste Aufgabe. Die Öffentlichkeit zu desensibilisieren heißt, ihr zu helfen, Homosexualität mit Gleichgültigkeit statt mit starken Gefühlen zu sehen. Idealerweise hätten wir gerne, daß Heteros die Unterschiede bei sexuellen Präferenzen in der Art und Weise sehen, wie sie die verschiedenen Geschmacksrichtungen bei Eissorten oder Sportarten sehen: sie mag Erdbeere und ich mag Vanille; er interessiert sich für Baseball und ich interessiere mich für Fußball. Keine große Sache.

Zumindest anfangs wollen wir nichts mehr als die öffentliche Desensibilisierung. Eine vollständige „Anerkennung“ der Homosexualität oder „Verständnis“ brauchen wir vom durchschnittlichen Amerikaner nicht und können es auch nicht erwarten. Zu versuchen, die Massen davon zu überzeugen, daß Homosexualität eine gute Sache ist, können Sie vergessen. Doch wenn Sie sie nur dazu bringen können, daß sie schulterzuckend denken, daß es bloß eine andere Sache ist, dann ist Ihr Kampf um juristische und soziale Rechte so gut wie gewonnen. Und um das Stadium des Schulterzuckens zu erreichen, müssen Schwule als Klasse aufhören, mysteriös, fremd, abscheulich und konträr zu erscheinen. Es wird eine groß angelegte Medienkampagne nötig sein, um das Bild des Schwulen in Amerika zu ändern.

Und jede Kampagne für diese Trendwende sollte sechs Dinge tun.

Schritt 1: Sprechen Sie über Schwule und Schwulsein so laut und so oft es geht.

Das Prinzip hinter diesem Ratschlag ist einfach: fast jedes Verhalten fängt an, normal auszusehen, wenn Sie ihm sowohl aus nächster Nähe als auch unter Ihren Bekannten hinreichend ausgesetzt sind. Die Akzeptanz des neuen Verhaltens wird letztlich von der Anzahl der Mitmenschen abhängen, die es tun oder akzeptieren. Man mag es zuerst abstoßend finden — viele waren in vergangenen Zeiten vorübergehend empört über „Flitzer“, das Essen von Goldfischen oder Sex vor der Ehe. Aber solange der Normalbürger keinen Druck verspürt, dies ebenfalls zu tun, und solange das fragliche Verhalten für seine physische und finanzielle Sicherheit keine Bedrohung darstellt, wird er sich bald daran gewöhnt haben und das Leben geht weiter. Der Skeptiker mag den Kopf schütteln und denken: „Die Leute sind heutzutage verrückt“, aber im Laufe der Zeit werden seine Einwände philosophischer und nachdenklicher, und weniger emotional.

Die rohen Empfindlichkeiten der Homosexuellen-Thematik können betäubt werden, indem viele Leute in einer neutralen oder unterstützenden Art und Weise viel darüber reden. Offene und ungezwngene Diskussionen machen das Thema scheinbar weniger verstohlen, fremd und sündig und viel ehrlicher. Ständige Diskussionen erzeugen den Eindruck, daß die öffentliche Meinung über das Thema zumindest geteilter Meinung ist, und daß ein großer Teil die Homosexualität akzeptiert oder sogar praktiziert. Selbst erbitterte Diskussionen zwischen Gegnern und Verteidigern dienen der Desensibilisierung, so lange, wie „anständige“ Schwule mit ihrer eigenen Geschichte im Mittelpunkt stehen. Die Hauptsache ist, so lange über Homosexualität zu reden, bis das Problem absolut langweilig wird.

Und wenn wir sagen, daß über Homosexualität gesprochen werden soll, dann meinen wir genau das. In den Anfangsphasen einer Kampagne, die das heterosexuelle Amerika erreichen soll, sollten die Massen nicht durch die vorzeitige Belastung mit homosexuellem Verhalten geschockt und abgestoßen werden. Stattdessen sollten bildliche Darstellungen von Sex heruntergespielt und Schwulenrechte so weit wie möglich auf eine abstrakte soziale Frage reduziert werden. Das Kamel soll erst seine Nase ins Zelt stecken — und später sein unansehnliches Hinterteil!

Wo wir reden, ist wichtig. Die visuellen Medien, Film und Fernsehen, wirken in der westlichen Zivilisation offenbar am stärksten. Der durchschnittliche amerikanische Haushalt sieht täglich über sieben Stunden fern. Diese Stunden sind ein offenes Tor in die private Welt der Heterosexuellen, durch das ein trojanisches Pferd geschickt werden kann. Was die Desensibilisierung betrifft, ist das Medium die Botschaft — und die Botschaft lautet Normalität. Bisher ist das schwule Hollywood unsere beste verdeckte Waffe im Kampf zur Desensibilisierung der Massen. Stück für Stück sind in den vergangenen zehn Jahren schwule Charaktere und schwule Themen in Fernsehsendungen und Filmen eingeführt worden — auch wenn dies häufig getan wurde, um komödiantische und lächerliche Wirkungen zu erzeugen. Im Großen und Ganzen ist die Wirkung ermutigend. Die Ausstrahlung von „Wie sag ich’s meinen Eltern“ („Consenting Adults“) auf einem großen Sender im Jahr 1985 ist nur eine Hochwassermarke in der günstigen Darstellung von Schwulenthemen in den Medien. Doch dies sollte erst der Anfang eines großen Publizitäts-Blitzkrieges sein, den das schwule Amerika beginnt.

Würde eine Desensibilisierungs-Kampagne zugunsten offener und nachhaltiger Diskussionen zu Schwulenfragen alle Gegner der Homosexualität erreichen? Natürlich nicht. Für die Werte der Massen ist die öffentliche Meinung zwar eine primäre Quelle, doch die religiöse Autorität ist die andere. Wenn die konservativen Kirchen die Schwulen verurteilen, gibt es nur zwei Dinge, die wir tun können, um die Homophobie der wahren Gläubigen zu verwirren. Erstens können wir reden, um die moralischen Gewässer zu trüben. Das heißt, die Unterstützung für Schwule durch moderatere Kirchen publik zu machen, unsere eigenen theologischen Einwände gegen die konservative Auslegung biblischer Lehren vorzubringen, sowie Haß und Unvereinbarkeiten aufzudecken. Zweitens können wir die moralische Autorität homophober Kirchen untergraben, indem wir sie als antiquierte Provinz darstellen, die zeitlich nicht auf der Höhe der neuesten psychologischen Erkenntnisse ist. Gegen die mächtige Institution der Religion müssen die mächtigere Wissenschaft und die öffentliche Meinung aufgestellt werden — das Schild und das Schwert des verfluchten „säkularen Humanismus“. Solch eine unheilige Allianz hat bereits zuvor gut gegen die Kirchen gearbeitet, wie bei den Themen Scheidung und Abtreibung. Mit genügend offenen Diskussionen über die Verbreitung und Akzeptabilität von Homosexualität kann die Allianz auch hier wieder arbeiten.

(Als nächstes folgt:

Schritt 2: Schwule als Opfer darstellen, nicht als aggressive Herausforderer.)

Hier finden Sie den Originalartikel, The Overhauling of Straight America.