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Die sexuelle Revolution ißt vegetarisch

2013/02/01

Kopiert und eingefügt aus Das saubere Reich von Hans Peter Bleuel.

DAS SAUBERE REICH

Seite 114, Zitat Adolf Hitler: »Die Gesellschaft der Zukunft wird vegetarisch leben.«

Seite 7, Zitat Adolf Hitler: »Wenn wir Deutschland groß machen, haben wir ein Recht, auch an uns zu denken. Wir haben es nicht nötig, uns an die bürgerlichen Vorstellungen von Ehre und Reputation zu haIten. Mögen diese Herren von der ›Guten Kinderstube‹ es sich gesagt sein lassen, daß wir das mit gutem Gewissen tun, was sie heimlich tun und mit bösem.«

Seite 11, Zitat Joseph Goebbels: »Ich hasse diese Prüderie und Sittenschnüffelei. Was hat das mit unserem Kampf zu tun? Das sind solche abgestandenen Vorstellungen von reaktionären Kaffeetanten wie der Hugenberg, die sich eine nationale Erneuerung nur mit tugendhaften Sitten und strengem Geist vorstellen können. ›Tugendbund und christlich-deutsche Tischgesellschaft‹, ›die materiellen Verluste der Nation durch Geist ersetzen‹: und wie diese blechernen patriotischen Phrasen lauten. Unser Aufbruch hat nichts mit bürgerlicher Tugend zu tun. Wir sind der Aufbruch der Kraft unserer Nation. Meinetwegen auch der Kraft ihrer Lenden. Ich werde keinem meiner Leute ihren Spaß verderben. Wenn ich von ihnen das Äußerste verlange, so muß ich ihnen auch freigeben, sich auszutoben wie sie es wollen, nicht wie es alten Betschwestern paßt. Meine Leute sind, weiß Gott, keine Engel, und sollen es nicht sein. Sie sind Landsknechte und sollen es bleiben. Ich kann Duckmäuser und Tugendbündler nicht brauchen. lch kümmere mich nicht um ihr Privatleben, so wie ich es mir verbitte, daß man hinter meinem Privatleben herschnüffelt. Die Partei hat nichts mit Konventikeln zu tun und mit diesen albernen Reden von moralischer Erneuerung aus dem Geiste und der Geschichte unseres Volkstums.«

Seite 30: Mit Selbstverständlichkeit, selbstbewußt geworden durch ihren Einsatz im Krieg, bewegten sich jetzt die Frauen aller Schichten in der Öffentlichkeit. Am auffälligsten spiegelte sich die neue Ungezwungenheit in ihrem äußeren Erscheinungsbild, in der Mode. Die gewaltigen Hutkreationen, die den Kopf zur Bedeutungslosigkeit degradierten, schrumpften zu knappen Kappen. Die bodenlangen Röcke, die zu gemessenem Wandel verpflichteten, rutschten in Kniehöhe und betonten jene Körperpartien, die zuvor auch im ehelichen Gemach noch schamvoll umhüllt waren. Der korsettgeschnürte Busen, Zeichen der Mutternatur so gut wie züchtig verdeckter Blickfang, erhielt wieder seine natürliche Form und schien in der Garçon-Linie (Anm.: Garçon-Linie würde heute vielleicht »im sonst mannhaften Auftreten« formuliert werden — »comme des garçons« bedeutet »so wie Jungen«) fast schon lästig. Die umständlich kunstvoll zu drapierende Haartracht fiel der Schere zum Opfer, der lässige Bubi-Kopf kam en vogue.

Seite 137, Zitat Adolf Hitler: »Von einer Schule wird in Zukunft der junge Mann in die andere gehoben werden. Beim Kinde beginnt es, und beim alten Kämpfer wird es enden. Keiner soll sagen, daß es für ihn eine Zeit gibt, in der er sich ausschließlich selbst überlassen sein kann.«

Seite 141: Geistliche wurden aus dem Schuldienst entfernt. Für den Religionsunterricht wurden Eckstunden gewählt: Das regte die Schüler zum Schwänzen an und erleichterte den Eltern den erwünschten Entschluß, ihre Kinder vom Religionsunterricht abzumelden. Die Einrichtung von Gemeinschaftsschulen ist auch unter diesem kirchenfeindlichen Aspekt zu sehen.

Seite 145: Entsprechend war der Lehrplan gestaltet. Es gab fünf Pflichtfächer für die ganze Schulzeit: Deutsch, Geschichte, Erdkunde, Rassenkunde und Biologie. Das waren genau jene Fächer, die für weltanschauliche Schulung prädestiniert waren. Dazu kamen ab Untersekunda — da durfte man bereits auf Mathematik verzichten — zwei Wochenstunden »Nationalpolitischer Unterricht«. Gemäß dem Konzept einer ganzheitlichen Erziehung suchte man auch die seelischen Kräfte der Jungen, ihre ästhetischen Neigungen und irrationalen Bedürfnisse weltanschaulich zu binden. Die musischen Fächer erhielten breiten Raum: Kunsterziehung, Zeichnen, handwerklicher Unterricht, Musik und Laienspiel boten reiche Gelegenheit, das mit der rechten volkhaft deutschbewußten Betonung zu tun.

Seite 150: Zeugnisse oder Versetzung gab es in der AHS nicht. Bei der ungleichartigen Vorbildung der Pimpfe ließ sich auch schwer ein befriedigender Maßstab finden. Statt dessen wurde in einer »Leistungswoche« eine Art Klassen- und Schulwettkampf veranstaltet. Die Erfinder brüsteten sich neuer Unterrichtsformen: Arbeitsgemeinschaften, der Lehrer als Kamerad seiner Schüler, das »Kampfgespräch« als neue Diskutiermethode.

Seite 168, Zitat Baldur von Schirach: »Die Erziehung der Jugend ist ein unveräußerliches Hoheitsrecht des Staates. Das Ziel der staatlichen Jugenderziehung ist die systematische Heranbildung des unbewußten Jungen zum bewußten Staatsbürger und Träger der Staatsidee.« (Anm.: Man denke jetzt um Gottes willen nicht an Hillary Clintons »So etwas wie Kinder anderer Leute gibt es nicht.« — »There is no such thing as other people’s children.«.)

Seite 170: Die politische Pädagogik des Dritten Reiches war schließlich von Erfolg gekrönt. Eltern wagten es nicht mehr, vor ihren Kindern offen zu sprechen.

Seite 225, Zitat Heinrich Himmler: »Die heutige Form der Ehe ist ein satanisches Werk der katholischen Kirche, die Ehegesetze selbst sind unmoralisch.«

Seite 225: Im Mai 1943 vertraute Himmler seinem Masseur strahlend an, der Führer habe sich entschlossen, unmittelbar nach dem Krieg die Doppelehe einzuführen.

Seite 241: Dies war wohl das auffälligste und entsprechend glossierte Element im Kaleidoskop nationalsozialistischer Bildkunst: die Aktmalerei. Prallbrüstige fleischesfrohe Frauenkörper von eindeutig zweideutigem Zuschnitt wurden unter den verwegensten Vorwänden mit anschaulichem Strich auf die Leinwand gebracht. Kammerpräsident Ziegler, der sich mit seinem detailgeübten Pinsel den Ehrentitel »Meister des Schamhaares« ermalte, hielt es vor allem mit der Allegorie. Die vier Elemente nannte er zum Beispiel ein Gemälde, auf dem vier hockende Schönheiten mit strammen Schenkeln und straffen Brüsten, symbolisch garniert mit Fackel, Ähren, einem Topf Wasser und wehenden Haarzotteln, die »Freude am gesunden Körper« ideologiegerecht demonstrierten. Gänzlich untänzerische Übergrößen zeichnen Ober- und Unterpartie seiner Terpsichore aus; dafür trägt die Muse des Tanzes im geziert gewinkelten linken Arm — der rechte ist zwecks Straffung der Brust kokett erhoben — ein neckisches Tambourstäbchen mit der Grazie eines Funken-Mariechens.

Seite 242: Paul Padua, an Formkraft dem Akademieprofessor sogar noch überlegen und in jüngerer Zeit als Prominentenporträtist geschätzt, ging weniger umständliche Wege. Seine Leda mit Schwan ist so fade obszön, wie das ein phantasieloser Zeitgeschmack nur zuließ. Der Oberbayer Sepp Hilz drapierte Fleischeslust mit rustikalem Interieur. Seine drallen Dirnen mit der ausgeprägten Bauchfalte und den plastischen Brustwarzen werden durch Bauernbett oder Barockschrank als Dorfschöne bei der Abendtoilette ausgewiesen.

Seite 293: Goebbels klagte 1942, bei einer Razzia seien über 15 Prozent der aufgegriffenen Frauen geschlechtskrank, meist syphilitisch gewesen. Die neue Linie bot willkommene Gelegenheit, unter dem Vorwand geschlechtshygienischer Erfordernisse einesteils die längst als unvermeidlich erkannte Prostitution verständnisvoll zuzugestehen, zum anderen auch diesen geheimen Teil des öffentlichen Lebens, die Unzucht, in Zucht zu nehmen. Erleichtert schier stellte der Berliner Gauleiter und Minister für Volksaufklärung fest: »Auf die Dauer werden wir wohl um die Begründung eines Bordellviertels in der Reichshauptstadt nicht herumkommen, ähnlich wie das auch in Hamburg, Nürnberg und anderen großen Städten der Fall ist. Man kann eine Vier-Millionen-Stadt nicht nach bürgerlich-moralischen Gesichtspunkten organisieren und verwalten.«

Da das Bordellwesen nun schon einmal sanktioniert war, sollte es auch in vollem Umfang dem Volkswohl dienstbar gemacht

werden. Das nahm bizzarre Formen an, die auf Himmler als dem Urheber wiesen. So experimentierte eine absonderliche wissenschaftliche Forschung mit männlichem Sperma, um ein Ersatzmittel für Bluttransfusionen herzustellen. Die Freudenhäuser wurden als Samenlieferanten herangezogen. Die Dirnen der Stuttgarter Klosterstraße, so hält ein zuverlässiges Zeugnis fest, waren verpflichtet, nur mit Präservativen zu verkehren und die spermagefüllten Reagenzbeutel nach jedem Verkehr in einem besonderen Behälter aufzubewahren, der in bestimmten Abständen von einem Sonderbeauftragten des Forschungsinstitutes abgeholt wurde.

Seite 294: Ende 1943 waren im Reichsgebiet »zum Schutze deutschen Blutes« 60 Bordelle für ausländische Arbeiter in Betrieb, 50 weitere kurz davor. Die »Einsatzstellen« waren mit rund 600 Prostituierten belegt, die in Paris, in Polen und im Reichsprotektorat Böhmen und Mähren angeworben worden waren. Sie konnten jederzeit in ihre Heimat zurückkehren. Die Baracken standen unter strenger gesundheitlicher, hygienischer und natürlich polizeilicher Kontrolle. Für Verpflegung, Heizung, Licht und Wäsche mußten die Damen einen bestimmten Tagessatz abführen. Ihre Einnahmen waren beträchtlich. Spitzenkräfte bedienten täglich bis zu fünfzig Männer. Eine Virtuosin aus Frankreich, im Bitterfelder Einsatz, erklärte, an manchen Tagen bis zu 200 Mark zu verdienen: »Sie selbst sei in Paris bereits Besitzerin von zwei Mietshäusern und hatte einen Freund dort, der für sie zwei weitere Häuser kaufen solle. Sie würde nach Ablauf ihrer Vertragszeit nach Paris zurückkehren und sich dann auf Grund ihres Besitzes von vier Häusern zur Ruhe begeben.«

Seite 300: Nach den Statistiken der Justiz fielen die Schranken zwischen Fremdarbeitern und deutschen Mädchen vor allem auf dem Land. Die Städte waren aus naheliegenden Gründen von der Entwicklung nicht so stark betroffen. Dort lebte man mit den Helfern selten in Hausgemeinschaft. Eine rassenbewußtere nationalsozialistische Einstellung war dabei gewiß nicht am Werk. Im Gegenteil, gerade unter urbanen Verhältnissen stach die Absurdität dieser Maximen noch stärker hervor, wurden die Widersprüche der Ideologen noch durchsichtiger.

Klage führte nämlich auch die Reichsstudentenführung über das unwürdige Verhalten deutscher Maiden. Unter den Studentinnen sei Verwirrung eingekehrt, weil offiziell sogar Japaner oder Siamesen für rassisch wertvoll, den Ariern gleichgestellt erklärt worden waren. Und nun waren diese deutschen Frauen instinktlos genug, ihre angeblich normalen Hemmungen gegenüber Ausländern fallenzulassen, gaben sich mit orientalischen Kommilitonen, mit Iranern und Indern ab! Die rassenpolitischen Amtswalter jedoch hatten ihren Instinkt bewahrt und rempelten diese ausländischen Gäste an, wenn sie ihnen mit deutschen Mädchen begegneten.

Seite 308: Im ostpreußischen Bezirk Holland wurde Ende 1939 bei einer ärztlichen Reihenuntersuchung von Schulmädchen festgestellt, daß viele von ihnen kurz zuvor einen Beischlaf vollzogen haben mußten. Im hessisch-ländlichen Bezirk Marburg stellte man das gleiche bei Mädchen unter vierzehn Jahren fest. In Frankfurt entsetzte sich der Generalstaatsanwalt über die Zunahme von Sittlichkeitsdelikten unter Halbwüchsigen. Das städtische Jugendamt lieferte die Beispiele. In einem Fall hatten fünf Hitlerjungen zwischen vierzehn und siebzehn Jahren vierzehnjährige Mädchen in eine Mansarde gelockt, und während drei die Opfer festhielten, wurden sie von den beiden anderen vergewaltigt. In zwei anderen Fällen ging die Aktivität von den Schulmädchen aus. Sie nutzten ihre Besuche in Soldatenunterkünften, um erste sexuelle Erfahrungen zu sammeln. Nicht einmal, sondern mehrfach, und nicht mit einem, sondem mit mehreren. Ihr Alter: dreizehn und vierzehn Jahre.

Seite 309: Drei Jungen und drei Mädchen im Alter von dreizehn Jahren fanden sich zu Übungen im Gruppensex zusammen. Zwei andere Knaben, dreizehn und sechzehn Jahre alt, holten sich zu gleichen Exerzitien drei neunjährige Mädchen. Ein Sechzehnjähriger verdingte sich als Lustknabe. Eine Volksschülerin hielt ihren Klassenkameradinnen Vorträge über Praktiken des Beischlafs und den Gebrauch von Verhütungsmitteln. Fünfzehn- und sechzehnjährige Mädchen versicherten sich gegenseitig, daß französische Kriegsgefangene »es viel besser können als die Deutschen« und bewiesen sich das durch Taten, zu denen auch »pervertierter Geschlechtsverkehr« zählte. Zwei fünfzehnjährige Mädchen zogen mit Flaksoldaten in Stellung und übten einige Abende Stellungen. Andere Schulmädchen machten daraus ein Geschäft, das sie sich in Unkenntnis ihres rassischen Wertes allerdings nur mit Groschenbeträgen honorieren ließen.

Seite 311: In Frankfurt am Main wurde 1940 die OK-Gang und der Haarlem-Klub ausgehoben. Der Klub bestand seit Anfang 1939. 88 Mädchen, dreizehn bis achtzehn Jahre alt, und 72 Jungen zwischen vierzehn und zwanzig Jahren, fanden sich da zusammen. Sie besuchten durchweg höhere Schulen und stammten aus den besseren Kreisen. Die meisten gehörten der HJ und dem BdM an. Ihre Interessen richteten sich auf Schlager, Tanz und Kaffeehausbesuche. Sie liebten auffallende Kleidung und schienen politisch uninteressiert. Das Untersuchungsprotokoll zeichnet ein Bild wahlloser und intensiver Promiskuität. — Im Freien, in Kaffees, auf Hausbällen und auf einer Skihütte bei Oberreifenberg im Taunus. Text einer Einladung: »Herren erscheinen in der Badehose, Damen: oben nichts, unten nichts, in der Mitte Hohlsaum.« Spirituosen waren auf diesen Festen reichlich vorhanden, intime Räume auch, in denen die Paare verschwinden konnten. Durch pornographische Literatur verschafften sich die Klubmitglieder Lustgewinn und Anregungen. Partnertausch war die Regel, Gefühlsbindungen kamen nicht auf.

Seite 311: Eine Siebzehnjährige ging nach einer Veranstaltung von »Glaube und Schönheit« auf Tour, war aber zu abgeschlafft: »Ich war so besoffen, daß ich geschleift wurde, deshalb ist es nicht zum Verkehr gekommen.«