Russischer Blogger deckt inszenierte Schießerei in Simferopol auf

STOP FAKE über das russisch-ukrainische Medienkunstschießen.
Российский блогер разоблачил инсценировку перестрелки в Симферополе

3. März 2014 — »Unbekannte maskierte Männer eröffneten in der Innenstadt von Simferopol aus automatischen Waffen das Feuer. In der Nähe der Gebäude des Ministerrates der Autonomen Republik Krim feuerten sie zwei Magazine ab. Das Gebäude bewachende Selbstverteidigungstruppen konnten die Unbekannten nicht aufhalten; die Angreifer verschwanden schnell. Die Angreifer zielten auf die Journalisten, insbesondere auf Mykola Dolgachyov, den Kameramann von VGTRK [Allrussische Staatliche Fernseh- und Rundfunkgesellschaft]« — dieser Text begleitet das auf der Internetseite des staatlichen russischen Senders VESTI 24 veröffentlichte Video.

Der äußerst sorgfältige russische Blogger, der auf LIVE JOURNAL unter dem Namen Raymond Saint schreibt, behauptet, daß die von »ukrainischen Extremisten« im Herzen von Simferopol neben dem Ministerrat durchgeführte Schießerei, die in den russischen Medien große Aufmerksamkeit erhielt, nichts anderes als ein schlecht aufgeführtes Drama ist.

Er fügt gewissenhaft alle verfügbaren Foto- und Videodateien vom Ort des Vorfalls hinzu und analysiert sie.

Das erste, was dem Blogger auffiel, waren die krimschen Nummernschilder an dem Bus, mit dem die Provokateure eintrafen:

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»Mein ukrainischer Freund war derjenige, der darauf hinwies, daß die ›AK‹-Nummernschilder an dem Bus krimsche Nummernschilder waren«, schrieb der Blogger.

Dann berichtet der Blogger eine Geschichte aus dem Programm von VESTI über die Kämpfe in den Straßen von Simferopol und weist darauf hin, daß »nur russische Soldaten tot spielen, während andere durch ihre Ferngläser die Dächer beobachten. Das ist natürlich ein Scherz«, ist sein Resümee.

Nach der gemeinsamen Untersuchung der Videos und Fotos vom Schauplatz mit anderen Bloggern ist klar, daß die Waffen der »Kämpfer« — Granatwerfer vom Typ GM-94 — nur in russischen Waffenarsenalen verfügbar sind. Ein weiteres wichtiges Detail ist, daß speziell für den Granatwerfer GM-94 eine Vielzahl von 43mm-Magazinen hergestellt wurden, darunter splitterfreie Granaten, Tränengasgranaten und Gummigeschosse.

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»Die Jungs kamen also aus Jalta, dem LöwenparkTaigan‹ — das ist, was die Aufkleber auf dem Bus sagten, und nicht LÖWEN-MAIDAN (LVIV-MAIDAN, ЛЬВОВ-МАЙДАН)« — schrieb Raymond Saint und fügte hinzu, daß die »Busse nichts damit zu tun gehabt haben könnten«, aber »auf keinen Fall könnten die ›Banderisten‹ durch das Spalier fahren, das von der [mittlerweile aufgelösten] Spezialeinheit Berkut vor drei Tagen bei Perekop errichtet wurde [ein Dorf an der Landenge Perekop, das die Krim mit dem ukrainischen Festland verbindet]«.

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»Außerdem fanden wir den gleichen Videobericht von VESTI, für den diese mittelmäßigen Schauspieler nach Simferopol eingeladen wurden«, schreibt der Blogger.

Als Beispiel für Provokationen zeigt der Blogger auch ein Foto der griechischen Medien, denn »unter den Milizen gibt es kein Blut« — definitiv ein abgekartetes Spiel. Hätten sie für ihre Granatwerfer wirklich die taktische Munition verwendet, gäbe es von den russischen Soldaten auf der Straße nur noch Eingeweide, schloß der Blogger.

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Die staatlichen russischen Medien zitieren diesen Vorfall inzwischen als Beispiel, warum das russische Militär notwendig ist, um die Situation auf der Krim zu »stabilisieren«.

Die Internetseite von VESTI, die die Geschichte über das Chaos präsentiert, das durch »ukrainische Extremisten« verursacht wird, erklärt: »Jeder, der auf dem Simferopol-Platz vor dem Obersten Rat [dem krimschen Parlament] steht, denkt, daß die russischen Truppen die Situation auf der Halbinsel Krim stabilisieren können. Die Bewohner der Krim, die die Behörden in Kiew als illegitim betrachten, unterstützen sowohl die Entscheidung des Vorsitzenden des Rates der Autonomen Republik Krim als auch die Entscheidung des Rates der Russischen Förderation.«

Hier finden Sie den Originalartikel, Российский блогер разоблачил инсценировку перестрелки в Симферополе.

Der Artikel auf LIVE JOURNAL zeigt zwei Videos des Theaters, das erste ist ein Auszug aus dem Bericht von VESTI:

Das zweite zeigt Bilder des ukrainischen Senders 5:


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