Anwalt: Fotos zeigen Bryan Singer mit jüngstem Mißbrauchsankläger

Nancy Dillon über »Sex-Men«.
Bryan Singer seen in old photos with latest sexual abuse accuser: lawyer

5. Mai 2014 — Der Anwalt aus Florida, der den »X-Men«-Regisseur Bryan Singer öffentlich beschuldigt, minderjährige Jungen sexuell belästigt zu haben, legte am Montag Fotos vor, die seinen jüngsten Klienten mit Singer kurz vor einem angeblichen sexuellen Übergriff zeigen.

Die Fotos zeigen den unbekannten Jungen im Jahr 2006, damals 17 Jahre alt, nach der Londoner Premiere des Films »Superman Returns« neben dem berühmten Regisseur, stehend und sitzend.

Das Gesicht des Jungen wurde unkenntlich gemacht und zeigt nur seinen grün und weiß gestreiften Pullover neben Singers lächelndem Gesicht.

Eines der Fotos zeigt die Schauspielerin Kate Bosworth auf Singers Schoß.

Laut einer am Samstag im Bundesgericht eingereichten Klage bot Singer dem Jungen eine (Anm.: Droge namens) Quaalude an und drängte ihm Alkohol auf, bevor er ihn mit dem Mitangeklagten Gary Goddard, ein Produzent von Freizeitparkfahrgeschäften, für den angeblichen sexuellen Übergriff zu seiner Londoner Hotelsuite zurückbrachte.

Singer und Goddard haben die Vorwürfe zurückgewiesen und sind über die Klage hergezogen (trashed), einschließlich der Vorwürfe, daß sie den Jungen begrapschten und warteten, als ihn ein »muskelbepackter« Mann schlug.

Die Klage sagt aus, daß der Teenager zuerst gerne mit den Männern feierte, aber protestierte, als Singer seine Boxershorts auszog.

Laut der Klage hörte Singer angeblich nicht hin und befahl dem Teenager auf ihm zu sitzen und zu masturbieren.

Singer versuchte auch, ihn anal zu penetrieren, behauptet die Klage, die den Teenager nur (Anm.: fiktiv als) als John Doe Nr. 117 identifiziert.

»Was mein Klient behauptet, ist ziemlich schrecklich«, sagte Anwalt Jeff Herman am Montag nach einer Pressekonferenz zu NEW YORK DAILY NEWS.

»Er hatte Angst und empfand, dem nachkommen zu müssen, was von ihm verlangt wurde. Es hat ihn sehr in Mitleidenschaft gezogen«, sagte Herman und fügte hinzu, daß der Klient unter Angstzuständen und Depressionen leidet.

Herman sagte, daß ihn der jetzt 25jährige Mann kontaktierte, nachdem er erfuhr, daß Michael Egan III, ein anderer Klient, Singer, Goddard und zwei weitere Medienmogule vor kurzem verklagte und behauptet, in den späten 1990er Jahren auf mit Drogen- und Alkohol angeheizten Hauspartys mißbraucht worden zu sein.

»Rückblickend glaubt er (John Doe Nr. 117) jetzt, daß er angemacht (groomed) wurde, um mißbraucht zu werden. Das passiert, wenn Erwachsene nachdenken, und die anderen Klagen waren für ihn ein Auslöser«, sagte Herman.

John Doe Nr. 117 sagt, er war 14 Jahre alt, als ihn Goddard, jetzt 59, zum ersten Mal über soziale Medien kontaktierte und versprach, ihn Personen vorzustellen, die seiner Schauspielkarriere helfen könnten.

Die Klage behauptet, daß die Beziehung des Jungen mit Goddard schnell von Internetsex vor der Webcam zu echtem Sex umsprang, als Goddard anreiste, um ihn zu treffen.

Goddard, der Broadway-Produktionen von »Hair«, »Jekyll & Hyde« und »Jesus Christ Superstar« produziert hat, schickte dem Teenager nach dem Treffen angeblich eine beunruhigende E-Mail. Herman zeigte die E-Mail am Montag den Reportern und sagte, sie wäre ein Teil der physischen Beweise, die er in dem Fall verwenden will.

»Die Sache, die ich habe, die einem ›frechen‹ Foto von dir am nächsten kommt«, hieß es in der E-Mail, die sich auf ein angehängtes Foto des Teenagers bezog, der nur ein Handtuch um die Hüfte trug.

»Haha — so frech ist es auch nicht, weil du mich keins von dir machen ließest, das auch nur ein bißchen von deinem Po zeigt«, hieß es in der angeblich von Goddards E-Mail-Adresse gesendeter E-Mail.

Herman zeigte auch eine Kopie einer handschriftlichen Notiz von 2004, die Goddard dem Teenager angeblich mit einer Schachtel Hershey-Schokolade schickte. Unterzeichnet war es mit: »Liebe Grüße, Gary.«

»Er schickte diesem Jungen buchstäblich Süßigkeiten«, sagte Herman am Montag.

Goddards Anwalt kritisierte die Klage am Sonntag heftig, wobei er andeutete, der neue Kläger würde versuchen, auf den fahrenden Zug von Egans »unechten« und »falschen« Behauptungen aufzuspringen, um zu profitieren.

»Die Vorwürfe gegen Gary Goddard werden vehement bestritten und in jedem Prozeß dieser Angelegenheiten energisch verteidigt, und Herr Goddard ist gänzlich zuversichtlich, daß er in vollem Umfang rehabilitiert wird«, sagte Goddards Anwalt Alan Grodin in einer Erklärung.

Singer, dessen neuer Film »X-Men: Zukunft ist Vergangenheit« (Anm.: in den USA) am 23. Mai starten soll, brandmarkte Egans Klage zuvor als »Erpressung« (»shakedown«) und sagte, er würde sich in diesem Monat von jeglichen Aktivitäten am roten Teppich zurückziehen, um seine Stars zu schützen.

Inzwischen ist John Doe Nr. 117 bereit, als Zeuge auszusagen, wenn sein Fall vor Gericht geht, erklärte Herman THE NEWS am Montag.

Der Mann will, daß von einer Jury über eine finanzielle Entschädigung entschieden wird, sagte Herman.

Er sagte, der Mann hoffte anonym zu bleiben, zumindest am Anfang des Prozesses, um sich und seine Familienmitglieder vor einer möglichen Verleumdungskampagne zu schützen.

Herman sagte, daß er von weiteren möglichen Opfern sexuellen Mißbrauchsopfern kontaktiert worden ist, die mit Hollywood in Verbindung stehen und er plant, in der Zukunft mehr Klagen einzureichen, darunter eine, die einem anderen mutmaßlichen Sexring betrifft.

»Ich denke, das ist ein Wendepunkt für Hollywood«, erklärte er Reportern am Montag. »Die Art von Widerstand, die ich sehe, erinnert mich an die frühen Tage der Mißbrauchsskandale des Klerus in der katholischen Kirche mit den Vertuschungsdementis (blanket denials)«, sagte er. »Die Menschen wollten es nicht glauben. Sie waren nicht vorbereitet.«

Hier finden Sie den Originalartikel, Bryan Singer seen in old photos with latest sexual abuse accuser: lawyer.


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