Bryan Singer steht vor neuer Klage wegen sexuellem Übergriff gegen Teenager

Tim Teeman über den Fall »John Doe 117« gegen Bryan Singer; im Hintergrund läuft die massenmediale Gegenanwaltsbeschallung.
Exclusive: Bryan Singer Faces New Teen Sex Assault Lawsuit

4. Mai 2014 — THE DAILY BEAST kann zeigen, daß Bryan Singer, der Regisseur von »X-Men« und anderen Hollywood-Blockbustern, von einer weiteren Rechtsklage getroffen wurde, die behauptet, daß er einen Minderjährigen sexuell mißbrauchte.

Bryan Singer wurde bereits von dem Anwalt für Michael Egan, 31, beschuldigt, Egan als Teenager in einer Reihe von Vorfällen in Hawaii und Kalifornien angeblich körperlich mißbraucht zu haben.

Die neue von Jeff Herman, Egans Anwalt, eingereichte Klage behauptet, daß Singer und der Broadway-Produzent Gary Goddard einen britischen Teenager sexuell mißbrauchten. Er wird in der Klage (Anm.: fiktiv) als »John Doe Nr. 117« aufgeführt, da er »weitere psychische Verletzungen« fürchtet, sollte sein Name enthüllt werden.

Die Anwälte für Goddard und Singer haben zuvor alle früheren Anschuldigungen gegen ihre Klienten energisch bestritten. Bryan Singer selbst behauptete, er sei das Opfer einer »kranken, verdrehten Erpressung (shakedown)«. Sein Anwalt sagte, die neuen Anschuldigungen seien »völlig falsch«.

Laut der Klage, die Herman offiziell am Montag um 14 Uhr im »Beverly Hilton Hotel« in Los Angeles verkünden will, kontaktierte Goddard den Teenager zum ersten Mal über soziale Medien, als er 14 war. Der Produzent erklärte dem jungen Mann angeblich, er sehe gut aus und daß er in London und Hollywood Personen kenne, die ihm helfen könnten, in seiner Schauspielkarriere Arbeit zu bekommen. Goddard fügte angeblich hinzu, eine dieser Personen sei Singer.

Als der Teenager 14 oder 15 war, teilte Goddard, wie die Klage behauptet, mit, daß er John Doe liebte. Er »überzeugte« den Knaben laut der Klage außerdem, ihm Nacktfotos von sich selbst zu senden, Videos von ihm, masturbierend, und nahm an einer Webcam-Session teil, in der beide nackt waren und Goddard masturbierte. Die Klage unterstellt, daß Goddard später, als der Knabe 15 oder 16 war, drängte, sich auszuziehen und daß sie sich nackt auf ein Bett legten und küßten. Bei einer anderen Gelegenheit drängte er dem Teenager laut der Gerichtsakte angeblich Alkohol auf und »verwickelte ihn in (engaged him in) Analverkehr«.

Als der Teenager 17 war, behauptet die Klage, daß Goddard dem Teenager erklärte, er und Singer würden für eine Superman-Filmpremiere nach London kommen. Die Klage behauptet, daß Singer dem Teenager auf der After-Party eine (Anm.: Droge namens) Quaalude anbot, die der Teenager zurückwies. Im Schlafzimmer der Hotelsuite, wo eine »After«-After-Party stattfand, kam es laut der Klage dazu, daß Singer und Goddard »anfingen, John Doe auf eine sexuelle Weise zu greifen«. Der Teenager forderte die Männer auf aufzuhören. Goddard kam angeblich mit einem »großen, muskelbepackten Mann« wieder, der laut der Klage anfing, den Teenager zu schlagen.

Die Klage behauptet, daß der Teenager, als Singer seine Boxershorts auszog, sagte: »Ich will das nicht tun.« Singer befahl dem Teenager laut der Klage, auf ihm zu sitzen und zu masturbieren, und wollte, daß der Teenager auf ihn ejakuliert. Singer versuchte den Teenager anal zu penetrieren. Laut der Klage kontaktierte Singer den Teenager am nächsten Morgen, um sich zu entschuldigen.

Die Klage behauptet, dem Teenager »wurde erst vor kurzem bewußt, daß er als Folge der sexuellen Handlungen der Beklagten psychische und emotionale Verletzungen, seelischen Schmerz und den Verlust der Lebensfreude erlitt. Solche Verletzungen sind schwer, anhaltend und dauerhaft.«

Die Klage behauptet, daß Singer gegen das Gesetz verstieß, indem er den Teenager sexuell mißbrauchte, daß er für »rechtswidrige Handlungen mit einem Minderjährigen« in ein fremdes Land reiste, daß er es eingerichtet hatte, sich »mit einem Minderjährigen zu treffen, um sich unzüchtig und lasziv zu verhalten«, und daß Singer auf die Weise, wie er den Teenager angeblich zwang, »Gendergewalt/geschlechtsspezifische Gewalt (gender violence)« gegen ihn ausübte.

Die Klage zitiert lieber die US-Altersgrenze von 18 Jahren, anstatt die britische Altersgrenze, die bis 1994 für schwule Männer 21 war, dann 18; und dann, im Jahr 2001, 16, gleich der heterosexuellen Altersgrenze, nach vielen Kampagnen von Schwulenrechtsaktivisten. Die Klage verdeutlicht nicht das Jahr oder die Jahre der angeblichen Straftaten. Eine Sprecherin für Herman lehnte am Sonntag ab, dies zu klären.

Die Klage behauptet, daß Goddard gegen das Gesetz verstieß, indem er mit einem Minderjährigen für rechtswidriges Verhalten in ein fremdes Land reiste und ihn ermutigte, sich an sexuellen Handlungen zu beteiligen, mit der Absicht sie »bildlich darzustellen«. Der Schaden, den Goddard angeblich verursachte, war »subtil, nicht wahrnehmbar und schädlich«. Die Klage macht außerdem geltend, daß Goddard einen Minderjährigen für Sex getroffen haben soll und in dem Hotelzimmer unter Anwendung von »Gendergewalt/geschlechtsspezifischer Gewalt« gegen den Teenager mit Singer zusammengespielt haben soll.

Marty Singer, der (Anm.: nicht verwandte) Anwalt für Bryan Singer, erklärte THE DAILY BEAST, die in der jüngsten Klage enthaltenen Behauptungen seien »völlig unwahr«.

Marty Singer sagte: »Nachdem die Substanz von Jeff Hermans früherer verleumderischer und fabrizierter Klageeinreichung in Hawaii auf der Grundlage von unangreifbaren Beweisen widerlegt wurde, hat Jeff Hermans Verzweiflung ihn dazu geführt, diese neuen anonymen Anschuldigungen gegen Brian Singer zu fabrizieren, die wir ebenfalls als völlig falsch beweisen werden.«

Der Anwalt fügte hinzu: »Es ist Zeit für die Medien und die Öffentlichkeit, ihre Aufmerksamkeit auf Jeff Hermans ruchlose Motive und Taktiken zu richten, die allein durch sein Bedürfnis angetrieben zu sein scheinen, einen unschuldigen Mann wie Bryan Singer zu erpressen (shake down). Wir beabsichtigen, für sein rücksichtsloses und unethisches Verhalten, Sanktionen gegen Jeff Herman zu erwirken.«

Alan Grodin, ein Rechtsanwalt für Goddard, erklärte THE DAILY BEAST in einer E-Mail: »Es ist eine Schande, daß die fadenscheinige Behauptung von Herman im Fall Egan zu dieser neuen Behauptung führte, die, wie wir feststellen, über 10 Jahre alt ist.« Grodin sagte, er und Goddard würden auf die neueste Klage voll reagieren, wenn sie sie angemessen eingeschätzt haben. »Im Moment werden wir sagen, daß die Vorwürfe abgelehnt werden und daß sich Gary energisch verteidigen wird.«

AKTUALISIERT, vom 6. Mai, eine umfassendere Aussage von Grodin: »Garry [sic] Goddard bestreitet vehement die äußerst schwerwiegenden, falschen und verleumderischen Anschuldigungen, die gegen ihn erhoben wurden. Und es ist eine traurige Anklage der Gesellschaft, daß, wenn in einer Klage falsche Behauptungen gemacht wurden, womöglich andere ähnliche Behauptungen folgen — vor allem, wenn eine Entschädigung beansprucht wird. Ungeachtet des Umfangs der uninformierten und schädlichen Kommentare zu der Angelegenheit in den Medien sind die Vorwürfe noch nicht geprüft worden, geschweige denn durch den Gerichtsprozeß. Wir werden diese unverschämten Vorwürfe mit nichts anderem als einer kräftigen Leugnung im Namen unserer Klienten würdigen, und durch die Bestätigung, daß sie in jedem Prozeß heftig verteidigt werden, wobei Herr Goddard gänzlich zuversichtlich ist, daß er in vollem Umfang rehabilitiert werden wird.«

Hier finden Sie den Originalartikel, Exclusive: Bryan Singer Faces New Teen Sex Assault Lawsuit.


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