»X-Men«-Regisseur Bryan Singer angeklagt, Minderjährigen mißbraucht zu haben

L. A. Ross über den Fall Michael Egan gegen Bryan Singer.
‘X-Men’ Director Bryan Singer Accused of Sexually Assaulting Underage Boy

16. April 2014 — Laut Gerichtsakten, die THE WRAP erhielt, werden dem »X-Men«-Regisseur Bryan Singer in einer am Mittwoch eingereichten Klage Drogengebrauch (drugging), Vergewaltigung und die Ausnutzung seiner Macht vorgeworfen, um einen Teenager auszubeuten.

Laut der vor einem Bundesgericht in Hawaii eingereichten Klage war der Kläger Michael Egan, der in einer Pressemitteilung seiner Anwälte genannt wurde, 17 Jahre alt, als er von Singer unter anderem gewaltsam sodomisiert wurde, so die Vorwürfe.

Der Angeklagte, BRYAN JAY SINGER, gebrauchte (manipulated) seine Macht, seinen Reichtum und seine Position in der Unterhaltungsindustrie, um den minderjährigen Kläger durch den Gebrauch von Drogen, Alkohol, Drohungen und Anreizen sexuell zu mißbrauchen und auszubeuten, was bei dem Kläger katastrophale psychische und emotionale Verletzungen verursachte. Der Beklagte Singer tat dies im Rahmen einer Gruppe von erwachsenen Männern, die in ähnlicher Weise in der Unterhaltungsindustrie positioniert sind und Jungen in einem Sexring (sordid sex ring) hielten und ausbeuteten. Ein Hollywood-Mogul darf seine Position nicht dazu nutzen, um minderjährige Schauspieler sexuell auszubeuten.

Ein Anwalt für Singer sagte, die Klage wäre »völlig unbegründet«.

»Wir sind sehr zuversichtlich, daß Bryan in dieser absurden und diffamierenden Klage rehabilitiert wird«, sagte Martin Singer. (Anm.: Martin Singer ist nicht mit Bryan Singer verwandt.) »Es ist offensichtlich, daß diese Klage eingereicht wurde, um Publicity zu bekommen, wenn in ein paar Wochen Bryans neuer Film starten soll.«

Die Klage behauptet, daß Singer Egan mit Drogen und Alkohol versorgte und ihn im Jahr 1999 zu mehr als einer Gelegenheit für Sex nach Hawaii flog, wo Singer ihn »anal vergewaltigte«, und sie behauptet, daß Egan nicht der einzige minderjährige Junge war, der mißbraucht wurde.

Der Kläger hat ein Gerichtsverfahren ersucht und macht für die Anschuldigungen der vorsätzlichen Zufügung von emotionalem Streß, der Körperverletzung und der Verletzung der Privatsphäre durch unzumutbare Eingriffe Schadensersatzansprüche in unbestimmter Höhe geltend.

Die Klage wurde einen Monat vor dem Start von Singers nächstem Film, »X-Men: Zukunft ist Vergangenheit«, eingereicht. Fox, die Filmproduktionsfirma, die den Film veröffentlicht, teilte THE WRAP in einer Erklärung mit: »Dies sind schwere Vorwürfe und sie werden im entsprechenden Forum gelöst werden. Dies ist eine persönliche Angelegenheit, die Bryan Singer und seine Vertreter getrennt angehen werden.«

Die Klage behauptet, daß der Mißbrauch angeblich im Jahr 1998 begann, kurz nachdem Egan zu Partys in einem Haus im kalifornischen Encino gelockt wurde, ein High-School-Freund lebte. Die Klage behauptet, daß das als »M & C Estate« bekannte Haus oft der Ort von »berüchtigten Partys« war, wo erwachsene Männer angeblich männlichen Kindern nachstellten (preyed on young boys).

Laut der Klage war Egan ein Model und angehender Schauspieler. Die Dokumente behaupten, daß Singer Egan auf einer solchen Party erklärte, daß »die Erwachsenen, die im ›M & C Estate‹ wohnten oder es aufsuchten, Hollywood kontrollierten und entscheiden können, ob die Berufswünsche und Hoffnungen des Klägers realisiert werden würden« und daß er auch dabei war, als Egan gewarnt wurde, diese Männer »bei Laune« zu halten (to keep those men »happy«) oder er und seine Familie seien in Gefahr.

Die Männer erklärten Egan angeblich, sie seien sicher, daß er ihrem »Schwulenradar« (»Gaydar«) zufolge schwul wäre, obwohl Egan sagte, er sei hetero (straight), und sie drängten ihm gegen seinen Willen und oft ohne sein Wissen Drogen und Alkohol auf.

»Der Kläger wurde oft gezwungen, alkoholische Getränke und Drogen zu konsumieren, und ihm wurden auch heimlich Drogen verabreicht, wenn sie in Getränke getan wurden, die er konsumierte«, so die Klage.

Einer der Männer, der angeblich im »M & C Estate« lebte, der frühere »Digital Entertainment Network«-Vorsitzende Marc Collins-Rector, ist angeklagt, den sexuellen Mißbrauch von Egan eingeleitet zu haben, sowie für Singer arrangiert zu haben, Egan zu vergewaltigen.

Etwa 2 bis 3 Monate nachdem Collins-Rector begann, den Kläger sexuell zu mißbrauchen, pflegte der Beklagte Singer mit Collins-Rector Geselligkeit beim Schwimmbecken des Anwesens und der Kläger war im Becken. In Übereinstimmung mit den von Collins-Rector auferlegten »Vorschriften«, daß den Personen im Schwimmbeckenbereich nicht erlaubt war, Kleidung zu tragen, war der Kläger wie auch der Beklagte Singer nackt.

Collins-Rector forderte den Kläger auf, das Becken zu verlassen und der Beklagte Singer umarmte den Kläger und packte seinen nackten Hintern. Sie gingen dann zu dem Sprudelbad, wo Collins-Rector den Kläger auf seinem Schoß sitzen ließ und die Genitalien des Klägers streichelte. Collins-Rector reichte den Kläger dann an den Beklagten Singer und der Kläger wurde ersucht (was made), auf dem Schoß des Beklagten Singer zu sitzen.

Der Beklagte Singer versorgte den Kläger mit einem alkoholischen Getränk und erwähnte, für ihn in einem kommenden Film, in dem er Regie führen würde, eine Rolle zu finden. Der Beklagte Singer erklärte dem Kläger, wie »diese Gruppe« Hollywood kontrolliert und daß er sexy sei. Der Beklagte Singer masturbierte den Kläger und praktizierte dann an ihm Oralsex. Der Beklagte Singer ersuchte (solicited) den Kläger, an ihm Oralsex zu praktizieren, wogegen sich der Kläger widersetzte.

Der Beklagte Singer mißachtete den Widerwillen des Klägers eklatant und zwang den Kopf des Klägers unter Wasser, damit der Kläger an ihm Oralsex praktiziert. Als der Kläger seinen Kopf aus dem Wasser zog, um zu atmen, forderte der Beklagte Singer, daß er fortfahre, was der Kläger ablehnte. Der Beklagte Singer zwang den Kläger dann, fortzufahren, an ihm außerhalb des Pools Oralsex zu praktizieren und sodomisierte den Kläger anschließend gewaltsam.

Collins-Rector, ein verurteilter Sexualstraftäter, der sich im Jahr 2004 schuldig bekannte, fünf minderjährige Personen über die Staatsgrenzen gelockt zu haben, um Sex mit ihnen zu haben, wurde außerdem vorgeworfen, Egan eine Waffe vorgehalten und zu feuern gedroht zu haben, sollte er sich dem sexuellen Kontakt weiterhin widersetzen.

Diese Drohung überzeugte Egan angeblich davon, Singers mutmaßlichem Aufforderungen nach Sex weiterhin nachzukommen, als er nach Hawaii geflogen wurde. Singer versprach Egan angeblich auch Schauspielrollen,sollte er nachkommen.

Der Beklagte Singer versprach dem Kläger Schauspielrollen in einem »X-Men«-Film, in der Werbung und in anderen seiner Projekte und erklärte, daß er es für den Kläger arrangieren würde, für Rollen und Projekte in anderer Produktionen vorzusprechen. Wagte es der Kläger, sich den Forderungen des Beklagten Singer zu widersetzen, drohte er häufig, Collins-Rector die Weigerung des Klägers zu melden, was dem Kläger Angst machte — aufgrund von Collins-Rectors Vergangenheit, ihm und seiner Familie Schaden angedroht zu haben, zuvor seine Waffe gezeigt zu haben, den Kläger zuvor in einen Waffenschrank gesperrt zu haben, und des Vorhandenseins von Schußwaffen auf dem Paul-Mitchell-Anwesen (Paul Mitchell estate).

Während der ersten Hawaii-Reise legte Singer dem Kläger angeblich »eine Handvoll Kokain vor (against) die Nase und zwang ihn, es zu inhalieren« und »versorgte den Kläger mit einem Getränk, das er trank, was signifikant sein Bewußtsein und seine motorischen Fähigkeiten beeinträchtigte«, bevor er ihn zweimal anal vergewaltigte.

Während der ersten der oben genannten Reisen nach Hawaii wurde der Kläger in Kenntnis gesetzt, daß er die ersten zwei Nächte in einem Raum mit dem Beklagte Singer verbringen würde. In der ersten Nacht machte der Kläger einen langen Spaziergang. Als er zum Paul-Mitchell-Anwesen zurückkehrte, stieß er auf den Beklagten Sänger, der im Schwimmbeckenbbereich war. Der Beklagte Singer konfrontierte den Kläger verbal und lautstark, nicht früher für ihn verfügbar gewesen zu sein und verlangte, sich auszuziehen.

Der Beklagte Singer schüchterte den Kläger ein, indem er ihn in das Becken drückte und den Kläger für seine Haltung zurechtwies und ihn daran erinnerte, daß er da sei, um die Menschen bei Laune zu halten (keep people happy). Der Beklagte Singer legte eine Handvoll Kokain vor (against) die Nase des Klägers und zwang ihn, es zu inhalieren. Der Beklagte Singer versorgte den Kläger dann mit einem Getränk, das er trank, was sein Bewußtsein und seine motorischen Fähigkeiten deutlich beeinträchtigte.

Der Beklagte Singer betrat dann das Becken, wo er den Kläger uneinvernehmlich masturbierte und an ihm Oralsex praktizierte. Der Beklagte Singer veranlaßte den Kläger, seinen erigierten Penis am Gesäß des Beklagten Singer zu reiben. Er zwang den Kopf des Klägers unter Wasser und kopulierte den Kläger oral (and made Plaintiff orally copulate him). Er veranlaßte den Kläger, aus dem Becken zu kommen und sich mit dem Gesicht nach unten auf einen Liegestuhl zu legen. Um den sexuellen Mißbrauch fortzusetzen, spuckte der Beklagte Singer auf das Gesäß des Klägers, versohlte ihn und brachte gewaltsam (and forced) eine Handvoll Kokain auf das Gesicht des Klägers.

Dann vergewaltigte er den Kläger anal. Er veranlaßte, daß sie anschließend zum Brausebad gehen, wo er den Kläger mit einem weiteren Getränk versorgte. Der Beklagte Singer versuchte, seinen Penis in den Mund Klägers zu führen, wogegen sich der Kläger widersetzte, doch er war schließlich in der Lage, seinen Penis in den Mund Klägers zu zwingen. Der Beklagte Singer beförderte den Kläger dann in ihr Zimmer, wo er den Kläger wieder anal vergewaltigte.

Staatsanwalt Jeff Herman sagte, er plane, gegen Singer und andere an den angeblichen Partys beteiligten Personen, weitere Klagen einzureichen.

»Hollywood hat ein Problem mit der sexuellen Ausbeutung von Kindern«, sagte Herman. »Dies ist der erste von vielen Fällen, die ich einreichen werde, um diesen Opfern eine Stimme zu geben und das Problem aufzudecken.«

Herman vertrat zuvor die fünf Kläger, die den »Elmo«-Puppenspieler Kevin Clash der »Sesamstraße« beschuldigten, sie sexuell mißbraucht zu haben. Drei der Klagen wurden aufgrund von Verjährung fallengelassen, doch die Kläger gelobten, Berufung einzulegen. Ein weiterer Kläger ließ seine Beschwerde fallen, und die Klage eines fünften Klägers ist gerade aktiv.

Kevin Clash zog sich im November 2012 aus der Sesamstraße zurück, nachdem der zweite Ankläger eine Klage gegen ihn einreichte.

Pamela Chelin, Jethro Nededog und Sharon Waxman trugen zu diesem Bericht bei.

Hier finden Sie den Originalartikel, ‘X-Men’ Director Bryan Singer Accused of Sexually Assaulting Underage Boy.


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