George Galloway: »Ich erkenne Israel nicht an und ich diskutiere nicht mit Israelis«

Sam Greenhill über eine Episode aus der Serie Politclown gegen Israel.
'I don't recognise Israel and I don't debate with Israelis'

21. Februar 2013 — Der umstrittene linke Abgeordnete George Galloway schockierte an der Universität Oxford eine Zuhörerschaft, als er sich weigerte, mit einem Gegner zu diskutieren, der Israeli war. (Anm.: Ein linker oder rechter Israeli?)

Auf Schreie von »Rassismus« nahm George Galloway seinen Mantel und stürmte aus dem Saal.

Der Abgeordnete der »Respekt-Partei« (Anm.: »Respect« ist ein Akronym für Respect, Equality, Socialism, Peace, Environmentalism, Community, Trade Unionism, das überwiegend koscher klingt) trat in einer Diskussion der »Christ Church« auf und hatte sich zehn Minuten dafür ausgesprochen, »Israel sollte sich sofort aus dem Westjordanland zurückziehen«.

Doch als sein Gegner, Eylon Aslan-Levy, anfing, die entgegengesetzte Ansicht zu vertreten, nahm George Galloway daran Anstoß, als er erfuhr, daß er ein Israeli war.

Ein Film des Vorfalls zeigt, wie Eylon Aslan-Levy, 21, ein Student der Politik-, Wirtschaftswissenschaften und Philosophie am »Brasenose College«, in Bezug auf Israel das Wort »wir« gebraucht.

Bevor George Galloway seinen Gegner unterbricht, ist zu hören, wie er murmelt: »Hat er ›wir‹ gesagt?«

»Sie haben ›wir‹ gesagt«, sagte der Abgeordnete für Bradford West. »Sind Sie ein Israeli?« »Ja, bin ich«, erwiderte Eylon Aslan-Levy.

»Ich diskutiere nicht mit Israelis. Ich wurde in die Irre geführt. Es tut mir leid«, sagte George Galloway.

Als er die Tür erreichte, um aus dem Raum zu stürmen, fügte er hinzu: »Ich erkenne Israel nicht an und ich diskutiere nicht mit Israelis.«

Einige im Publikum beschimpften den Abgeordneten lautstark mit Worten wie »Rassismus!« und »Ich bin ein menschliches Wesen«. (Anm.: Wie originell.)

Danach sagte Eylon Aslan-Levy : »Ich bin entsetzt, daß ein Abgeordneter aus keinem anderen Grund als meinem Erbe (heritage) aus einer Diskussion mit mir stürmen würde.

Sich zu weigern, nur wegen der Nationalität (Anm.: einfache oder doppelte Staatsangehörigkeit?) mit jemanden zu sprechen, ist purer Rassismus und für ein Mitglied des Parlaments völlig inakzeptabel.«

Eylan Aslan-Levy wuchs in Finchley in Nord-London auf und hat die israelische Staatsbürgerschaft, weil seine Eltern Israelis sind.

Diskussionsveranstalter Mahmood Naji erklärte der Oxforder Studentenzeitung Cherwell: »Während meines elektronischen Schriftwechsels mit George Galloways Sekretärin wurde Eylons Nationalität zu keinem Zeitpunkt angesprochen oder erwähnt. (Anm.: Und außerhalb des elektronischen Schriftwechsels?)

Außerdem erwarte ich nicht, daß ich dem Gegner erklären muß, welche Nationalität sein Gegner hat.«

George Galloway aktualisierte später seine Facebook-Seite, auf der er mitteilte: »Ich weigerte mich an diesem Abend, an der Universität Oxford mit einem Israeli zu diskutieren, einem Anhänger des Apartheid-Staates Israel.

Der Grund ist einfach: Keine Anerkennung, keine Normalisierung. Einfach nur Boykott, Desinvestition und Sanktionen, bis der Apartheid-Staat besiegt ist.«

George Galloway, der im Jahr 2007 Saddam Hussein traf, wurde im Jahr 2003 aus der Labour-Partei ausgestoßen, weil er Tony Blair einen Lügner nannte.

Vergangenes Jahr gewann er in Bradford West eine Nachwahl und nahm Labours Platz ein.

Hier finden Sie den Originalartikel, ‚I don’t recognise Israel and I don’t debate with Israelis‘


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