Hollywood-Produzent war ein israelischer Atom-Agent

Yossi Melman über den Mann aus der verschwiegenen Israel-Südafrika-Connection.
Hollywood producer was an Israeli nuclear agent

18. Juli 2011 — Der israelische Geschäftsmann und Hollywoodproduzent Arnon Milchan war ein langjähriger Waffenhändler und israelischer Nachrichtendienstagent, der für Israels angebliches Atomprogramm Ausrüstungsgegensstände kaufte, behauptet eine neue Biografie.

Das Buch »Vertraulich: Das Leben des Hollywoodtycoons Arnon Milchan, der zum Geheimagenten wurde« (»Confidential: The Life of Secret Agent Turned Hollywood Tycoon Arnon Milchan«) von Meir Doron und Joseph Gelman erzählt Milchans Lebensgeschichte von seinen Tagen als Junge in Rehovot bis zu seinen Freundschaften mit israelischen Ministerpräsidenten, US-Präsidenten und Hollywoodstars.

Milchans Dienste für die israelische Sicherheitsindustrie (security industry) sind der Öffentlichkeit bereits bekannt gemacht worden, er hat sie jedoch immer geleugnet oder es abgelehnt, sie anzuerkennen. Dies ist das erste Mal, daß Milchan diese Behauptungen bestätigt, wenn auch indirekt.

Obwohl die Autoren erklären, eine inoffizielle Biografie geschrieben zu haben, stimmte Milchan zu, sich mit ihnen zu treffen, ihre Fragen zu beantworten und ihre Fehler zu korrigieren. Eine der wichtigsten Quellen für das Buch war Israels Präsident Shimon Peres, ein enger Freund von Milchan.

»Ich bin derjenige, der ihn rekrutierte«, wird Peres zitiert.

Dies geschah in den 1960er Jahren, als Peres als stellvertretender Verteidigungsminister diente. Die Beziehung setzte sich in den 1970er Jahren fort, als Peres Verteidigungsminister wurde und Milchan dann als Agent für Lakam anwarb, eine Abkürzung für das sogenannte »Wissenschaftliche Verbindungsbüro« (»Science Liaison Bureau«). Lakam ist der Name einer geheimen Einheit im Verteidigungsministerium, die beauftragt wurde, für das angebliche israelische Atomprogramm Ausrüstungsgegensstände einzukaufen, und zwar technische Teile und Materialien.

Seit ihrer Gründung Mitte der 1950er Jahre wurde die Behörde von Benjamin Blumberg geleitet. Blumberg wurde 1978 von Verteidigungsminister Ezer Weizman entlassen, nachdem die Likud-Partei an die Macht kam. Weizman behauptete, daß Lakam in illegale Geldüberweisungen an verschiedene Stellen involviert war, darunter die Arbeitspartei.

Blumberg war Milchans Freund und nutze ihn wie auch andere israelische Geschäftsleute, um auf der ganzen Welt Strohfirmen und geheime Bankkonten einzurichten, um die Atomanlage in Dimona und andere israelische Sicherheitsindustrien zu finanzieren.

Die Basis für Milchans geheime Aktionen war das Familienunternehmen »Milchan Brothers«, das in Israel bereits seit der Zeit vor der Unabhängigkeit ausländische Chemieunternehmen vertrat. (Anm.: War diese rothschildbürgerische England-Palästina-Achse legal?)

Lakam war eigentlich eine Nachrichtendiensteinheit für technologische und wissenschaftliche Spionage und diente der israelischen Sicherheitsindustrie als eine Art »Diebstahlunternehmer« (»theft contractor«). Neben der Nutzung von Geschäftsleuten ernannte Lakam außerdem wissenschaftliche Attachés in israelischen Botschaften in aller Welt. (Anm.: Wann endeten diese Aktivitäten?) Blumberg wurde nach seiner Entlassung durch Rafi Eytan ersetzt, der seine Dienste weiterhin nutzte.

Milchan operierte jahrelang im Verborgenen, doch Mitte der 1980er Jahre deckte der US-Zoll einen Versuch auf, über Milchans kalifornisches Unternehmen Milco „Schalter“ zu schmuggeln — Geräteteile, die sowohl für medizinische Zwecke als auch für die Herstellung von Kernwaffen verwendet werden können. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Richard Kelly Smyth, wurde verhaftet und gegen Kaution freigelassen. Er floh bald kurz darauf aus dem Land.

Smyth wurde als flüchtig erklärt und fand laut einigen Berichten Zuflucht in Israel. Im Jahr 2001 wurde er in Spanien gefangengenommen und in die Vereinigten Staaten zurückgebracht, wo er verurteilt und inhaftiert wurde. Das FBI startete eine Untersuchung von Milchans Angelegenheiten, doch er ist nie angeklagt worden.

Laut dem Buch rief Milchan gleich nach dem Fiasko mit den »Schaltern« seinen Freund Peres an, der damals Premierminister war und bat um Hilfe im Umgang mit der Regierung Reagan. Milchan wird in dem Buch mit den Worten zitiert, daß er alles für den Staat Israel tat und für seine Dienste niemals Geld erhielt. (Anm.: Für die Dienste nicht, aber für die Geschäfte.)

Hier finden Sie den Originalartikel, ‚Hollywood producer was an Israeli nuclear agent‘.

Zwei Jahre später legt HAARETZ nach und klammert die Israel-Südafrika-Connection erneut aus:

Haben Hollywood-Bonzen Israel in den 1970er und 80er Jahren geholfen, Waffen zu kaufen?

Did Hollywood bigwigs help Israel buy arms in the 1970s and '80s?

21. November 2013 — Hollywood ist immer auf der Suche nach großen Geschichten und am kommenden Montag wird es die pikanten Einzelheiten erfahren, wie ein Produzent, der in Hollywood arbeitet, seit Ende der 1970er Jahre ein Doppelleben als Waffenhändler und israelischer Nachrichtendienstagent führte.

Arnon Milchan, der israelische Produzent von Hits wie »Fight Club«, »Pretty Woman« und Hunderten weiterer Filme, öffnet sich zum ersten Mal über seine Beteiligung an illegalen Waffenbeschaffungsgeschäften für Israel und seine Förderung des angeblichen Atomprogramms des Landes.

Der Film-Tycoon setzte sich mit der israelischen Journalistin Ilana Dayan zur Staffelpremiere ihres Gegenwartsmagazins »Uvda« (»Fakt«) zusammen und diskutierte seine Bemühungen, Hollywoodkollegen an seiner Arbeit für Israels Verteidigungsministerium zu beteiligen. Die Sendung der Mediengesellschaft »Keshet« ist für Montag, den 25. November auf Israels Sender ARUTZ 2 geplant.

Dies ist nicht das erste Mal, daß Milchans Rolle in israelischen Waffengeschäften und Nachrichtendiensten auftaucht: Erst vor zwei Jahren veröffentlichten die Autoren Meir Doron und Joseph Gelman ein Buch mit dem Titel »Vertraulich: Das Leben des Hollywoodtycoons Arnon Milchan, der zum Geheimagenten wurde« (»Confidential: The Life of Secret Agent Turned Hollywood Tycoon Arnon Milchan«), das behauptete, daß Milchan ein Agent (operative) für Israels »Amt für Wissenschaftsbeziehungen« (»Bureau of Scientific Relations«) war. Die Behörde, geleitet von den führenden Nachrichtendienstlern (spy-masters) Benjamin Blumberg und Rafi Eitan, sammelten Informationen für geheime Verteidigungsprogramme, darunter Israels angebliches Atomprogramm. Die Behörde wurde im Jahr 1986 geschlossen, nachdem Jonathan Pollard wegen Spionage für Israel verhaftet wurde.

Der »Uvda«-Bericht enthält jedoch einige schockierende neue Details über Milchans Arbeit, darunter Behauptungen, daß andere Hollywoodbonzen (Hollywood bigwigs) wie der legendäre, verstorbene Regisseur Sydney Pollack und mindestens ein oscarprämierter Schauspieler in seiner Arbeit für Israel eine Funktion hatten.

Der Bericht zeigt, daß Pollack, der 2008 starb, für Israel in den 1970er Jahren Waffen und andere militärische Ausrüstungsgegenstände kaufte. Auf Dayans Frage, ob Pollack die Einzelheiten der Geschäfte kannte, antwortete Milchan: »Pollack kannte sie, aber ich wollte ihn nicht erschrecken, weil er Amerikaner ist … Er hätte auch ›Nein‹ sagen können. Er sagte viele Male ›Nein‹, aber er sagte auch viele Male ›Ja‹.«

Milchan erzählt Dayan auch, daß er zumindest einen namhaften Schauspieler nutzte, um den US-Wissenschaftler Arthur Biehl — ein Experte für Atomwaffen und ein Mitentwickler der Wasserstoffbombe — zu einem Treffen zu locken. Laut dem Bericht lud Milchan Biehl unter dem Vorwand in die Wohnung des Schauspielers ein, daß der Schauspieler wissenschaftlichen Rat für ein Projekt suchte, an dem er arbeitete.

Milchan sagte, er dachte Biehl würde kooperieren: »Jeder, der in Kalifornien lebt, ist ein ›Star-Fi***r …‹ Sie hören ›Star‹ … sie kommen angerannt.«

Der Produzent vertraute Dayan außerdem an, daß sein Doppelleben nicht immer leicht war, insbesondere dann, wenn er sich wirklich dem Filmemachen widmen wollte. »Ideologisch wollen sie in Hollywood nicht mit einem Waffenhändler arbeiten«, sagte er. » [Sie arbeiten nicht gerne] mit jemandem, der davon lebt, Maschinengewehre und Töten zu verkaufen. Antatt mit jemandem über ein Drehbuch zu sprechen, mußte ich eine halbe Stunde lang erklären, daß ich kein Waffenhändler bin …«

Milchan fuhr fort: »Wenn die Leute wüßten, wie oft ich für mein Land mein Leben riskierte, wieder und wieder. Und plötzlich [muß ich] mich verteidigen: ›Ich bin kein Waffenhändler, ich verkaufe keine Waffen, ich verkaufe keine Raketen.‹ Ich hätte mir bewußt sein sollen, was ich durchmache — und sagen sollen: ›F**k dich.‹ Weißt du was, ich tat es für mein Land und ich bin stolz darauf.« (Anm.: Ob er auch Dialoge für Kriegsdramen schreibt?)

In der Sendung werden auch Robert De Niro, Russell Crowe, Ben Affleck und andere Hollywoodgrößen interviewt.

Milchans Firma »New Regency« arbeitet derzeit an vier Filmen, deren Veröffentlichung für 2013-14 geplant ist, darunter die Sintflutgeschichte »Noah« des Regisseurs Darren Aronofsky mit Russell Crowe, Emma Watson und Anthony Hopkins.

Hier finden Sie den Originalartikel, Did Hollywood bigwigs help Israel buy arms in the 1970s and ’80s?


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