Der Mythos Nikotinsucht

Henry Makows Gastautor Nathan Wiedmann über Rauch im Getriebe.
The Myth of Nicotine Addiction

22. Februar 2014 — Als ob Rauchen bei der Arbeit nicht genug Zeit in Anspruch nehmen würde, diskutierten einige Kollegen und ich die Auswirkungen von Rauchen und Nikotinsucht.

Jemand bemerkte, daß sein Arzt gesagt hatte, es könnte schwieriger sein, von Nikotin loszukommen als von Heroin. Als Raucher könnte man das glauben.

Doch nachdem ich jetzt drei Monate nikotinfrei bin, stimme ich dem nicht länger zu. Nikotinentzug induziert weder Krampfanfälle noch Erbrechen. Meiner Erfahrung nach ist Nikotinentzug kaum spürbar und leicht zu neutralisieren.

Natürlich verspotteten mich meine Kollegen. Selbst Nichtraucher glauben, daß Nikotin ein kleiner Dämon ist, bereit, sie zu schnappen, wenn ihre Wachsamkeit nachläßt.

Ich bin erst dreißig, was weiß ich schon? Ich weiß, daß ich fast die Hälfte meines Lebens regelmäßig Zigaretten rauchte. Mit fünfzehn Jahren an ständig steigenden Mengen von Tabak und Nikotin war ich kein Amateur. Ich konnte es mit den Besten aufnehmen.

Natürlich wußte ich, daß Rauchen schlecht war, aber das war voller kognitiver Dissonanz. Ich klagte über die toxische Wirkung von Fluorid und Süßstoff und paffte an meiner Zigarette.

Mit 14 verlachte ich meine rauchenden Freunde, mit 15 paffte ich gemeinsam mit ihnen.

Ich konnte der Scheidung meiner Eltern oder Holden Caulfield aus »Der Fänger im Roggen« die Schuld geben, aber es geht sogar noch weiter zurück. In meiner Kindheit imitierten ein Freund und ich unsere Eltern. Er reichte mir seine Kreide und sagte: »Willst du rauchen?« Ich nahm an, und wir saßen da und pafften Kreide.

Anstatt erfolgreich aufzuhören, wählte ich einfach einen anderen Tag: »Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, vielleicht ich in der Kaffeepause.«

Heureka!

Ich fürchtete, daß der Drang nach Nikotin niemals vollständig nachlassen würde. Dann gab mir meine Schwester Allen Carrs Buch »Der einfache Weg, mit dem Rauchen Schluss zu machen«.

Ich hatte Angst, daß ich nicht aufhören könnte. Ich hatte schwache Versuche hinter mir, für einen oder zwei Tage, und versuchte es ohne Erfolg mit: »Ich werde es reduzieren.« Ich dachte, das Beste wäre, wenn ich plötzlich und magisch von dem Bedürfnis entlastet werden würde.

Aber dieses Mal war ich wirklich bereit, ich wollte wirklich aufhören. Ich rauchte eine Packung pro Tag, an manchen Tagen eher zwei. Ich war es leid, zu keuchen und aufzuwachen, ohne es noch auszuhalten, ich war es leid, zu wünschen, einen tiefen Zug zu nehmen, wann immer ich wollte.

»Ich war es schlichtweg leid, zu stinken und für meinen eigenen Untergang zu zahlen, wie für eine Mautbrücke zu zahlen, um herunterzuspringen.«

Ich war voller Ehrfurcht, als meine Schwester, ein ebensolcher Nikotinteufel wie ich, mit Leichtigkeit aufhörte. Kein Heißhunger, sagte sie, nur Verachtung bei dem Gedanken an ihr früheres sklavisches Rauchen.

Der Heißhunger ist im Kopf. Die Falle ist zu denken, daß wir etwas wirklich Erfreuliches aufgeben, daß uns ein Stück von uns verlorengeht. Das ist nicht der Fall. Ich bekam meine Freiheit zurück, die Freiheit von einer selbst auferlegten Sklaverei.

Es ist schwer zu glauben, aber ich hatte wirklich keinen Heißhunger. In Situationen, in denen ich sonst rauchte, hatte ich zwar Erinnerungen an das Rauchen, aber kein Verlangen.

Ich hatte einen Traum, daß ich Kettenraucher wäre. In meinem Traum war ich wütend auf mich selbst, daß ich nachgab. Ich war sehr glücklich, als ich aufwachte. Ich machte einen tiefen Atemzug und schlief weiter.

Die Lehre von Allen Carr

Allen Carr hat einen einzigartigen Ansatz: Er zerstört den Mythos über die Nikotinsucht.

Er ist enorm erfolgreich darin, den Menschen zu helfen, mit dem Rauchen aufzuhören, indem er den wahren Grund für das Rauchen identifiziert: Uns wurde das Gehirn gewaschen zu glauben, daß es ein natürliches Vergnügen ist — und uns wurde das Gehirn gewaschen, zu glauben, daß es schwer ist aufzuhören.

Erstens, niemand genießt es wirklich, zu rauchen. Auch wenn ich es mir selbst gesagt hatte, bis ich blau im Gesicht war, die Tatsache ist, niemand genießt weder den eiskalten Gestank einer Raucherzone noch den zurückbleibenden Gestank der Zigarette.

Und entgegen der landläufigen Meinung, ist die Sucht sehr mild. Das Nikotin verstoffwechselt so schnell, daß der einzige Grund, warum ein Raucher zu einer neuen Zigarette greift, der ist, daß das Nikotin aus der letzten fast weg ist.

Jemand, der seit fünf, zehn oder zwanzig Jahren raucht, ist nicht süchtiger oder weniger süchtig als jemand, der vierzig im Jahr raucht. Es kommt darauf an ,wie viel Tabakrauch man tolerieren kann und auf die kaum wahrnehmbaren Auswirkungen des Nikotins.

Vielleicht ein schneller Kick? Ist es das? Alle Ausreden, die Raucher oder Nichtraucher darüber haben, daß Zigaretten beruhigen, Streß abbauen, Langeweile beseitigen oder nach Mahlzeiten helfen, sind völlig falsch.

Die Zigarette macht nichts von diesen Dingen. Die Tatsache ist: Regierungen, Pharmaunternehmen und »Big Tobacco« stecken alle unter einer Decke, um den Menschen weis zu machen, daß Rauchen süchtig macht und Aufhören schwierig ist. Beides ist falsch.

Dies entbindet nicht die Medien mit ihrem breiten Angebot an coolen Rauchern im Film.

Beim Rauchen geht es überwiegend ums Image, und die meisten Teenager-»Rebellen« werden zum Rauchen verlockt. Ich weiß es, weil ich selber einer war.

Die Regierung sagt: »Oh, Zigaretten können tödlich sein!«, eine wirksame Verunglimpfung, während sie aus Steuern die ganze Zeit über Tonnen an Geld verdient und dann vorgibt, gegen die Tabakkonzerne zu klagen, um die Kosten im Gesundheitswesen auszugleichen, was für ein Witz.

Die Regierung von Ontario denkt, daß hohe Steuern vor dem Rauchen abschrecken — oder ist es der perfekte Weg, alle dazu zu kriegen, in die Reservate zu fahren, um sich dort günstig und steuerfrei einzudecken?

Die Pharmaunternehmen helfen mit Kaugummis und Pflastern, während sie den Nikotinjuckreiz die ganze Zeit weiter füttern und ihn als einen fast unausweichlichen kleinen Dämon porträtieren. Und dann noch die Pillen.

Antidepressiva werden als Helfer für das Aufhören mit dem Rauchen ausgegeben. In den Broschüren geben sie eigentlich zu, daß nicht bekannt ist, wie es die Medikamente machen, daß Sie aufhören. Ich zweifle nicht daran, daß diese Pharmazauberer die negativen psychischen Nebenwirkungen dieser Mittel genau kennen.

Die Quintessenz ist, daß allein die bekannten toxischen Wirkungen vom Rauchen von Zigaretten ausreichen sollten, um damit aufzuhören.

Viele Menschen hören mit dem Rauchen nicht auf, weil sie glauben, es wäre extrem schwierig oder sogar unmöglich, aufzuhören.

Ist es nicht. Ich bitte jeden, der aufhören will oder jemanden kennt, der dabei ist, sich eine Ausgabe von Allen Carrs »Der einfache Weg, mit dem Rauchen Schluss zu machen« zu besorgen.

Erster Kommentar von Richard:

Ich fing mit dem Rauchen über Nacht an, 1971 auf einem Hochschulausflug. Ich rauchte sofort eine Packung pro Tag und innerhalb eines Jahres wurden daraus 2-3 Packungen. Im Jahr 1980 bezahlte ich einen teuren Hypnotiseur, um mit dem Rauchen aufzuhören. Ich hörte für ein paar Wochen auf und fing wieder an; ging wieder zum Hypnotiseur und es hat nicht funktioniert. In den 90er Jahren versuchte ich Nikotinpflaster, was mich auch nicht zum Aufhören brachte.

Im Jahr 2000 zeigten sich allmählich deutliche Atembeschwerden, aber ich diskutierte das Problem weg, indem ich mir erklärte, daß ich mehr Bewegung brauchte. Im Jahr 2007 konnte ich nur mit Keuchen und Stoppen Treppen steigen. Ich hatte das Gefühl, es wäre ein Gewicht auf meiner Brust. Im Jahr 2008 konnte ich über Wochen nur schwer atmen.

Der Arzt sagte mir, ich hätte eine »chronisch obstruktive Pneumopathie«, ein Sammelbegriff für »Atemprobleme«. Auf meinem Röntgenbild zeigten sich frühe Stadien von Lungenemphysemen. 2010 konnte ich nicht mehr den Hof harken, auf eine Leiter steigen, den Müll ohne Hilfe nach draußen bringen, usw. Ich hatte 3 Jahre »versucht« aufzuhören und glaubte, ich könnte es nicht.

Im April hatte ich eine so schwere Entzündung der Lunge, daß ich im Delirium nach Atem rang und das ganze Wochenende auf den Montagmorgen wartete, um zum Arzt zu gehen. Das war das Wochenende, an dem ich aufhörte. Ich hatte einfach genug. Nachdem ich außer Gefahr war, wollte ich überhaupt keine Zigaretten mehr. Es war vorbei. Weg. Aus mir raus. Ich war erlöst.

Es gab keine Entzugserscheinungen. Jetzt glaube ich, daß Entzugserscheinungen der Effekt von posthypnotischer Suggestion sind, von dem, was wir lesen und im Fernsehen sehen, natürlich verstärkt durch Millionen von leugnenden Rauchern. Die eigentliche Sogwirkung ist glaube ich die Selbstidentifikation, ein Raucher zu sein, der »Glamour«.

Bald erkannte ich, daß ich zu jeder Zeit hätte aufhören können — die ganze Zeit seit 1971. Alles, was ich tun mußte, war, es zu wollen. Seitdem habe ich den Leuten erklärt, daß Zigaretten nicht süchtig machen.

Hier finden Sie den Originalartikel, The Myth of Nicotine Addiction.

Siehe auch:

So heilen Sie den Tennisarm erfolgreich selbst


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