Jimmy Savile kam zu meiner Bar Mitzwa

Jessica Elgot über Sir Jimmy im Kulturunterhaltungsauftrag für Lord Zion.

Termini technici
Bar Mitzwa: Religionsmündigkeitsfeier

Jimmy Savile came to my batmitzvah

3. November 2011 — Er behauptete, er »erfand die Disco«, doch Sir Jimmy Savile , der DJ und Moderator, der am vergangenen Wochenende starb, behauptete auch, seinen Beitrag zum Frieden im Nahen Osten geleistet zu haben.

Sir Jimmy sagte immer, daß er das israelische Kabinett im Jahr 1975 dafür schalt, nach dem Sechstagekrieg zu weich gewesen zu sein.

Der in Leeds geborene Moderator von »Jim’ll Fix It« und »Top of the Pops«, der Modeschmuck (bling) liebte und sich einmal als »der jüdischste Katholik, den Sie je kennenlernen werden« beschrieb, war ein starker Unterstützer von Israel und sammelte bei Spaßrennen (fun runs), Marathons und persönlichen Auftritten Spenden für viele wohltätige Zwecke, darunter die »Internationale Zionistenorganisation der Frauen« (»Women’s International Zionist Organization«, WIZO), die Stiftung Ravenswood und die »Britischen Freunde vom Laniado-Hospital« (»British Friends of the Laniado Hospital«) in Netanya.

Sein zehntägiger Besuch in Israel im Jahre 1975, als er Präsident Ephraim Katzir und Jerusalems Bürgermeister Teddy Kollek traf, wurde von John Levy von der »Erziehungs-Treuhandgesellschaft der Freunde Israels« (»Friends of Israel Educational Trust«) organisiert.

Die Reise wurde für die BBC-Sendung »Jim’ll Fix It« gefilmt, nachdem der neunjährige Gary Merrie aus Liverpool »das Land sehen« wollte, »in dem Jesus geboren wurde«.

Sir Jimmy erinnerte sich an seinen Rat an die Israelis: »Ich traf am Empfang ein. Der Präsident kam zu mir und fragte, ob ich meinen Besuch genießen würde. Ich sagte, ich war sehr enttäuscht: die Israelis hatten den Sechstagekrieg gewonnen, aber sie hatten das ganze Land wieder zurückgegeben, darunter die einzige Ölquelle in der Region, und nun mußten sie den Ägyptern für Öl mehr zahlen, als wenn sie es aus Saudi-Arabien gekauft hätten.

Ich sagte: ›Sie haben verlernt, jüdisch zu sein.‹ Er sagte: ›Würden Sie das meinem Kabinett erzählen?‹ Am nächsten Morgen ging ich in die Knesset und sie unterbrachen eine Kabinettssitzung und ich erzählte ihnen das gleiche, was ich ihm erzählte.«

John Levy erinnert sich: »Er war großartig, ein schelmischer und kreativer Charakter. Natürlich war er ein Egomane, aber er war unglaublich großzügig. Er wollte uns filmen, wie wir von Jerusalem nach Bethlehem gehen, also gibt es diese Szenen zu Fuß an den Bergen Judäas. Er hatte viele jüdische Freunde, er war ein echter Philosemit. Als wir zurückkamen, forderte ich ihn auf, ein ›Freund‹ der Treuhandgesellschaft zu sein, und er bestand darauf, daß ich ihn als einen ›Special Friend‹ in die Liste aufnehme.«

Während seines Besuchs verbrachte Sir Jimmy seine Zeit damit, in der Nähe des Sees von Galiläa zu campen und im Kibbutz Lavi, wo er für seine Sendung »Speakeasy« auf RADIO 1 ein Diskussionsprogramm aufzeichnete.

Berühmt für die Sendung »Clunk Click Every Trip« (Anm.: »Clunk Click« beschrieb klangmalerisch das Schließen der Autotür und das Anlegen des Sicherheitsgurtes) seine Verkehrssicherheitskampagne zum Tragen von Sicherheitsgurten, liebte Sir Jimmy fast alles an Israel, mit einer großen Ausnahme — das Autofahren. Als er nach seiner Reise und einem Treffen mit dem damaligen Verkehrsminister Moshe Dayan nach London zurückkehrte, präsentierte er dem israelischen Botschafter Gideon Rafael zwei Filme zur Sicherheit im Straßenverkehr und hoffte, daß sie im israelischen Fernsehen gezeigt werden.

Pearl Gruber aus Manchester und ihr verstorbener Ehemann Harold waren enge Freunde von Sir Jimmy und luden ihn 1968 zur Religionsmündigkeitsfeier ihrer Tochter Sharon ein. Pearl Gruber sagte: »Er war wunderbar, er sendete seine Radiosendung ›Saviles Reisen‹ (›Savile’s Travels‹) von der Religionsmündigkeitsfeier der ›Yeshurun Hebrew Congregation‹ in Cheadle. Einer der Jungen auf der Feier wollte tatsächlich ein Disc-Jockey sein und trieb ihn fast in den Wahnsinn.«

Sharon Gruber, die heute in Mill Hill lebt, erinnert sich: »Er kam in einem silbernen Anzug zu meiner Religionsmündigkeitsfeier, und die Leute flüsterten: ›Was glaubt dieser Mann, wer er ist, Jimmy Savile?‹ Sie wußten nicht, daß er es wirklich war!«

Einer seiner acht Wohnsitze war ein kleines Apartment im Herzen der jüdischen Gemeinschaft von Leeds in Roundhay. Er verbrachte viel Zeit im Restaurant »Flying Pizza«, einem beliebten örtlichen Treffpunkt in der Street Lane.

Er war ein regelmäßiger Gast bei Geldbeschaffungs-Festessen (fundraising dinners) in Synagogen in Leeds und Manchester, vor allem für die »Britischen Freunde vom Laniado-Hospital« und er spendete der Organisation große Summen.

Er sagte der »Söhne des Bundes Jugendorganisation« (»B’nai B’rith Youth Organization«, BBYO; BBYO group) in Leeds: »Ich wußte nichts über das Aufwachsen in der jüdischen Gemeinschaft«, doch der Besuch Israels hätte ihm bewußt gemacht, »die Welt schuldet der jüdischen Gemeinschaft sehr viel (a great debt).«

Laniados Vorsitzender in Manchester, Dov Hamburger, erinnerte sich an den Auftritt von Sir Jimmy beim jährlichen Wohltätigkeits-Abendessen, den er umsonst machte. Dov Hamburger sagte: »Ich kann mich an keinen Hauptredner erinnern, der sich jemals zuvor so großzügig verhalten hat.«

Die ehemalige Vorstandschefin von Norwood (Anm.: Norwood fusionierte 1996 mit Ravenswood) Norma Brier erinnerte sich an Jimmy Saviles Besuch im Schtetl Ravenswood im Jahr 1989. »Er kam, um in Ravenswood den Jahrmarkt zu eröffnen und war ein großer Hit, als er in seinem goldenen Rolls-Royce auftauchte. Er ging herum und sprach mit den Bewohnern und verbrachte dort viel Zeit. Wir waren sehr dankbar für seine Unterstützung.«

Hier finden Sie den Originalartikel, Jimmy Savile came to my batmitzvah.

Siehe auch:

Richtete es Jimmy Savile 1977 für Israel?


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