Vatikanküche wird für Papstbesuch mit Rabbis für einen Tag koscher

Die anonymen Journalisten von AP über Papst Zion I.
Vatican Kitchen Goes Kosher For A Day For Pope's Visit With Rabbis
Sprechblasentext Lo K’darkah/FAILED MESSIAH.

20. Januar 2014 — Die Küche des Vatikanhotels, in dem Papst Franziskus wohnt, wurde gerade für einen Tag koscher.

Rabbi Jaakov Spizzichino überwachte die gründliche Reinigung der Arbeitsplatten, des Kochens der Utensilien und des Heizens des Ofens, um sie für das Kochen nach den jüdischen Speisegesetzen geeignet zu machen.

Der Anlaß? Ein Vier-Gänge-Mittagessen, das Franziskus letzte Woche für ein Dutzend argentinische Rabbiner veranstaltete. Es war ein weiteres Zeichen für seine enge Freundschaft mit Juden, trotz einiger Beschwerden in Israel, daß der jüdische Staat auf seiner bevorstehenden Reise in das Heilige Land zu kurz komme.

Der Vatikan hat mehrfach koschere Mahlzeiten für den Besuch jüdischer Delegationen veranstaltet, und Franziskus bot einem seiner besten Freunde, Rabbi Abraham Skorka, einen berühmten koscheren Imbiss (Francis famously provided kosher takeout), als Skorka letztes Jahr bei ihm im Hotel »Santa Marta« des Vatikans wohnte.

Doch das Mittagessen am 16. Januar im Speisesaal von »Santa Marta« war ein besonderer Anlaß, der mehr gewährte (warranted more), wie das extensive, rabbinisch überwachte Sterilisieren der Hotelküche, die koscheres Kochen vor Ort einschließt. (Anm.: Wie wäre es mit einer extensiven Doku, die das investigative Gesülze abrundet?)

Der Vatikan zog alle Register, als Franziskus Skorka und etwa 15 andere Rabbiner aus Buenos Aires bewirtete, die nach Rom kamen, um ihren alten Freund zu besuchen. Der Vatikan wandte sich an »Ba’Ghetto«, eines der besten koscheren Restaurants auf der anderen Seite des Tiber, um der Angelegenheit gerecht zu werden.

»Ich beschloß, es einfach zu machen, weil der Papst einfach ist«, sagte Amit Dabush, der in Israel geborene Miteigentümer von »Ba’Ghetto«. »Doch das Menü war satt (full): Er mußte eine ›bella figura‹ machen«, einen guten Eindruck auf seine Gäste.

Das erforderte (required), vor Ort zu Kochen, und das erforderte (required), daß Dabush und Spizzichino, ein Inspektor für Koscheres des römischen Oberrabbinats, die von der Küche des Hauptspeisesaals entfernte (off) kleine Küche sterilisieren.

Ein zentrales Thema war der Ofen: Nach den jüdischen Speisegesetzen muß ein Ofen in einer nichtkoscheren Küche für 24 Stunden ruhen und gereinigt und für eine Stunde auf Hochtouren eingeschaltet werden, um ihn zu sterilisieren, sagte Spizzichino. (Anm.: Der Talmudvers »Lirum, Larum, Löffelstiel« muß nicht mehr aufgesagt werden?)

Am Morgen der Mittagsmahlzeit machten sich Dabush, einige Restaurantarbeiter und Spizzichino also früh an die Arbeit, um den Ofen und die Brenner abzusengen, dieKüchenarbeitsplatten zu scheuern und sie mit Alufolie abzudecken, um zu verhindern, daß die koscheren Lebensmittel kontaminiert werden. Sie kochten und sterilisierten die großen Töpfe, die für die Herstellung von Teigwaren verwendet werden und statteten die Tische mit eigenen Tellern und Besteck von »Ba’Ghetto« aus.

»Es war eine Küche, die sie nur selten benutzten, daher war sie sehr sauber«, sagte Spizzichino. (Anm.: Jüdische Küchen werden wohl sehr häufig benutzt.)

Das Menü war stark fischbasiert: Antipasti aus frittierten Artischocken, gebackenen Sardinen mit Endiviensalat und spritziger, gegrillter Zucchini. Der Pasta-Gang bot zwei Auswahlmöglichkeiten: Gnocchi mit Rucola, Tomaten, Pinienkernen und handgemachten Trofie oder Spirelli-Nudeln (twists of pasta) mit Wolfsbarsch und Tomaten.

Das Hauptgericht hatte zwei Auswahlen an Fisch: In Gemüse gewickelten gebackenen Steinbutt oder die Spezialität des Hauses, Kabeljau mit Tomaten, Pinienkernen, Trauben und Kartoffeln.

Angesichts der Gaumen seiner argentinischen Gäste, bot Franziskus außerdem Rinderfilet mit einer Barolo-Weinsoße (Barolo wine reduction), an, was die meisten wählten, obwohl er für sich den Fisch nahm.

Als nächstes gab es Salat und geröstete Kartoffeln, gefolgt vom Dessert (desert): Zwei Torten (torts) mit Kastanien und Sauerkirschen, und das Lieblingsgericht des Papstes, Pistazienmousse mit einer aus Israel importierten Sojasahne (soy-based creamer), um die Milch (dairy) zu ersetzen, die in einem koscheren Mahl mit Fleisch nicht erlaubt ist. (Anm.: Ich wußte bis heute nicht, daß Pistazien aus Fleisch sind.)

In einem Interview mit Radio Vatikan sagte Skorka, mit dem der ehemalige Kardinal Jorge Mario Bergoglio ein Buch zum Thema Glauben schrieb, daß die rabbinische Delegation nach Rom kam, um »unsere Zuneigung zu zeigen, unsere Unterstützung, und um unsere Freundschaft zu besiegeln, nicht nur persönlich, sondern als Gruppe«.

Er sagte, er könne nicht warten, um mit Franziskus während seiner Reise vom 24 bis 26 Mai nach Jordanien, Israel und das Westjordanland an Jerusalems Klagemauer zu beten.

Die Reise hat in Israel jedoch einige Bestürzung verursacht, da Franziskus‘ Vorgänger — die Päpste Johannes Paul II und Benedikt XVI — während ihrer Besuche der Wahrzeichen deutlich mehr Zeit in Israel verbrachten und ordnungsgemäß (proper) die Messe in Israel feierten.

Franziskus‘ Pläne für Gottesdienste beinhalten aktuell nur eine Messe in der palästinensischen Stadt Bethlehem im Westjordanland und einen ökumenischen Gottesdienst mit dem geistigen Führer der orthodoxen Christen in Jerusalems Grabeskirche. (Anm.: Vielleicht können Israels Rabbiner ja noch schnell ein paar Kirchen und Moscheen bauen.)

»Es ist wunderbar, daß er kommt, aber es ist bedauerlich, daß er eine so kurze Zeit hier sein wird — ein Drittel der Zeit, die seine Vorgänger hier waren und unter Vernachlässigung des Wichtigsten (main body) des Christentums im Heiligen Land, das in Galiläa ist (in the Galilee)«, sagte Rabbi David Rosen, Leiter für interreligiöse Beziehungen im »Jüdisch-Amerikanischen Komitee« (»American Jewish Committee«).

Er sagte, daß er dennoch erwarte, daß die judeokatholischen Beziehungen (Catholic-Jewish relations) unter Franziskus weiterhin gedeihen würden und dem gleichen Weg folgen, den seine Vorgänger begannen.

Vatican Kitchen Goes Kosher For A Day For Pope's Visit With Rabbis
Erklärung für meschuwal hier.

Hier finden Sie den Originalartikel, Vatican Kitchen Goes Kosher For A Day For Pope’s Visit With Rabbis.

Siehe auch:

Papst Franziskus, Juden und »Opus Dei«


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