Scarlett Johansson kommt und SodaStream fällt

Annie Robbins über SodaStreams Werbebombe.
Scarlett Johannsson watch: SodaStream plunges

15. Januar 2014 — SodaStream ist der Wassersprudelhersteller, der seine Brausekästen in den besetzten Gebieten in Palästina produziert, und Scarlett Johansson, das Starlet von letztens, hat für das Unternehmen einen Mehrjahresvertrag unterzeichnet, der während der Superbowl loslegt. Montag war SodaStreams erster Handelstag seit der Ankündigung, daß Johansson SodaStreams neues Gesicht wäre, und die Aktie bekam eine Tracht Prügel und hat sich in den beiden folgenden Handelstagen nicht wieder erholt.

»Selbst der Star Johansson kann SodaStream nicht helfen und die Aktie sinkt um 26%«, lautete die Schlagzeile auf BLOOMBERG BUSINESSWEEK, und Lawrence Meyers zitiert SodaStream auf INVESTOR PLACE als einen »langfristigen Konkursfall. … eine Modeaktie«. Sehen Sie hier den Kurs.

In einer Pressemitteilung machte SodaStream-Geschäftsführer Daniel Birnbaum für den Verlust unter anderem eine »herausfordernde Ferienzeit« verantwortlich und gestand ein: »Trotz historischer Rekordumsätze haben wir unsere Gewinnziele nicht erreicht und sind von unserer Performance im vierten Quartal enttäuscht.« Die Aktie hat seit dem letzten Herbst satte 40 Prozent verloren.

Die Blogseite MONEY BEAT vom WALL STREET JOURNAL meint: »SodaStream ist schal geworden« und zeigt ein Foto von Scarlett Johansson mit der Bildunterschrift: »SodaStreams neueste Marktschreierin (pitchman) hat bereits hart gearbeitet.« WSJ:

[D]ie israelische Firma hatte ein hippes Produkt mit viel Schwung; sie enthüllte am Samstag sogar Scarlett Johanssen als neueste Marktschreierin — das Unternehmen nannte sie eine Markenbotschafterin.

»Wir erwarteten ein wenig Schwäche im US-Handel, sind aber von der Größenordnung überrascht, was die Rohgewinnspanne und Erträge des Unternehmens angeht, die verfehlt wurden«, schrieb Analyst Jim Chartier von »Monness Crespi Hardt«. (Anm.: Ein Chartanalyst mit dem Namen Chartier?) Er senkte seine Bewertung von kaufen auf neutral. »Während wir weiterhin langfristig an die Geschichte glauben, reagieren wir zurückhaltend, bis wir zu den Fragen der Rohgewinnspanne des Unternehmens mehr Klarheit haben.«

SodaStream wird von der Boykottbewegung angegriffen, weil es eine militärische Besatzung Palästinas und Menschenrechtsverletzungen in Kauf nimmt. Wie vorauszusehen war, gibt es hinsichtlich des wachsenden Boykotts gegen den Konzern, die BDS-Kampagne (Boycott Divestment and Sanctions), oder ob sie sich auf den Kurseinbruch ausgewirkt hat, keine Erwähnung in den Investment-Massenmedien.

Hier finden Sie den Originalartikel, Scarlett Johannsson watch: SodaStream plunges.

Siehe auch:

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Holländischer Maschinenbau-Gigant streicht Jerusalem-Projekt


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