Eritreischer weiblicher Säugling erleidet Hirnschäden, nachdem auf ihn eingestochen wurde

Vered Lee über Schwarze im Zion des weißen auserwählten Volkes.
Eritrean infant suffers brain damage in bus station stabbing

Laut Polizei war der 50jährige verdächtige Israeli nicht »rassistisch motiviert«.

13. Januar 2014 — Um Kakos Kopf ist ein weißer Verband. Das eineinhalb Jahre alte Kind (baby) ist intravenös und an ein Beatmungsgerät angeschlossen, die Augen sind halb geschlossen. Zehn Tage sind vergangen, seit ein 50jähriger Israeli das Kind am zentralen Busbahnhof von Tel Aviv angriff und in den Kopf stach und schwer verletzte, als es in den Armen seiner Mutter Yordanes lag, eine eritreische Asylsuchende.

Yordanes, 27, blickt auf ihr Töchterchen, das auf die Intensivstation der Dana Kinderstation am Tel Aviver Ichilov Krankenhaus eingeliefert wurde. Sie wird nicht von der Seite ihres Kindes weichen und lehnt es ab, am Ende der Halle in dem für die Eltern bestimmten Raum zu schlafen. Mulo, 27, der Vater des Kindes, ebenfalls ein eritreischer Asylsuchender, kommt nach der Arbeitsschicht am Hetzi Hinam Supermarkt ins Krankenhaus, zusammen mit der ersten Tochter des Paares, der 3jährigen Rut. »Es ist sehr schwer«, sagt er. »Ich kann nicht verstehen, wie jemand ein Kleinkind (small baby) so grausam verletzen kann. Nirgendwo auf der Welt werden Kinder so behandelt.«

Die Mutter atmet tief und erzählt von dem Angriff. »Es war ein Freitagabend ich war auf dem Weg zu meinen Schwägern. Kako lag in meinen Armen. Am Eingang zum zentralen Busbahnhof näherte sich uns ein weißer Israeli. Plötzlich stürzte er sich auf uns und stach Kako mit einer Schere in den Kopf, während sie in meinen Armen lag. Ich erinnere mich, daß ich sah, wie sie aus dem Kopf blutete, und meine Hand war voller Blut. Zuerst fror ich. Ich konnte nicht einmal die Polizei rufen. Ich fühlte mich, als hätte ich keine Kontrolle über meinen Körper.«

Yordanes sah den Angreifer vom Tatort flüchten und begann, ihn zu verfolgen. »Ich hatte Angst, er würde davonlaufen«, sagt sie, ihr Körper zittert. »Er ging zu den Taxis draußen, sprach mit Leuten, rauchte eine Zigarette, ging sogar in ein Geschäft und aß etwas. Als er herauskam, versuchte er, die Schere zu entsorgen, doch gerade dann kam die Polizei und fing ihn.« Beide Eltern schienen distanziert, erinnerten sich mit einem zurückhaltenden Ton selbst an die schrecklichsten Details. »Wir haben aufgehört zu weinen«, sagt Yordanes, ohne den Fluß der Tränen wirklich zu stoppen. »Wir beten ständig für unsere Tochter, damit sie wieder gesund wird.«

Dr. Ephraim Sadot, Leiter der Intensivstation des Krankenhauses,beschrieb Kakos medizinischen Zustand. »Das Mädchen wurde mit einer Wunde durch einen scharfen Gegenstand eingeliefert, der in ihr Gehirn eindrang. Sie wurde am Freitag operiert und ist seitdem im Krankenhaus. Sie ist an ein Beatmungsgerät angeschlossen und bewußtlos, um ihrem Gehirn die idealen Voraussetzungen zur Erholung zu geben. Soweit wir wissen, sind einige Wunden irreversibel, aber es ist zu früh, um zu sagen, ob ihre Körperfunktionen geschädigt sein werden.« Der Arzt glaubt, daß es ein langer Weg wird. »Sie muß sich erholen, und in der Zukunft vielleicht ein Rehabilitationsprogramm durchlaufen. Sie wird erst in ein paar Wochen entlassen.«

Yordanes und Mulo lernten sich vor rund vier Jahren in Israel kennen,nachdem sie beide aus Eritrea flohen. Auf die Frage, ob sie die Flucht nach Israel bedauerten, sagt Mulo: »Ich bereue, daß ich kam. Meine Freunde, die nach Kanada und in die Vereinigten Staaten flohen, haben Rechte und werden richtig behandelt. Was haben wir hier?«, sagt er. »Jeden Tag seit der Stecherei bereue ich, daß ich nach Israel kam. Es gibt auch gute Menschen hier, aber ich werde nicht als Person betrachtet, wegen der Farbe meiner Haut.

Wir vermissen unser Land«, sagt er. »Es vergeht nicht ein Tag, an dem wir nicht an die Heimat denken. Ich weiß, daß dies nicht mein Platz ist, vor allem nach dem, was geschah, aber ich bitte, daß wir wie Menschen behandelt werden, bis sich die Situation in unserem Land verbessert.«

Offizielle der israelischen Polizei sagen, daß der Verdächtige seit dem Vorfall psychisch labil gewesen ist (Anm.: Zufälle gibt’s), und daß er betrunken war, als er auf das Kind einstach. Die Offiziellen behaupten außerdem, daß die Handlung kriminell war, und nicht rassistisch motiviert. Ein Polizeisprecher sagte, der Verdächtige wurde am Tag des Vorfalls festgenommen und am folgenden Abend vor Gericht gestellt, und ist seitdem ins »Abarbanel Mental Health Center« zur Beobachtung eingeliefert worden.

Hier finden Sie den Originalartikel, Eritrean infant suffers brain damage in bus station stabbing.


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