Wichtige Aufnahme im Fall Lebovits und Kellner »verschwunden«

Hella Winston über den filmreifen Umgang mit belastendem Material innerhalb der mafios-orthodoxen Gemeinschaft Brooklyns.

Key Tape In Lebovits And Kellner Case Has 'Gone Missing'

13. November 2013 — Eine heimlich gemachte Aufnahme von einem mutmaßlichen Serienpädophilen (Anm.: kein Priester), der gegenüber einem seiner Opfer belastende Aussagen machte, ist offenbar aus dem Büro des Brooklyner Bezirksstaatsanwalts »verschwunden«.

Diese explosive Enthüllung kam am Dienstagmorgen vor Gericht von den Anwälten von Sam Kellner, dem jüdisch-frommen Mißbrauchsausplauderer, als die Brooklyner Bezirksstaatsanwaltschaft ersuchte, den Fall Kellner bis zur ersten Januarwoche zu vertagen, wenn der neu gewählte Bezirksstaatsanwalt Ken Thompson sein Amt antritt.

Die Staatsanwälte hatten letzte Woche empfohlen, den Fall Kellner heute aus Mangel an Beweisen abzuweisen — doch in einer Entwicklung, die erfahrene Rechtsanwälte schockierte, wurden sie überstimmt und dann von ihrem umstrittenen Chef, Michael Vecchione, aus ihrem Büro geworfen. Während Jerry Schmetterer, der Sprecher von Brooklyns Bezirksstaatsanwalt Charles Hynes, der NEW YORK POST am Montag erklärte, daß Vecchione glaubt, daß es gegen Kellner eine Rechtssache gibt, machte John Holmes, der stellvertretende Bezirksstaatsanwalt, der vor Gericht erschien, um die Vertagung zu erbeten, klar, daß er nur der Bote wäre und keine Informationen zu dem Fall hätte; er sagte, der Fall müsse erst noch neu zugewiesen werden.

Kellners Anwälte, die der Staatsanwaltschaft vorwarfen, mit dem Gericht »Spiele zu spielen«, erklärten dem Richter, daß sie für ein Verfahren bereit wären. Sie forderten ferner Funde (discovery materials), auf die sie Anspruch haben, darunter die Bandaufnahme eines Gesprächs zwischen dem angeklagten Kinderschänder Baruch Lebovits und einem seiner mutmaßlichen Opfer. Lebovits wurde im Jahr 2010 wegen Kindesmißbrauchs verurteilt, doch seine Verurteilung wurde wegen einem Verstoß der Staatsanwaltschaft revidiert. Der Staatsanwalt hat versprochen, ihn erneut vor Gericht zu bringen und sein nächster Gerichtstermin ist am 19. November, Quellen haben der JEWISH WEEK allerdings erklärt, daß er wahrscheinlich ein Schuldeingeständnis mit wenig oder ohne Gefängnis bekommen wird.

Die Staatsanwaltschaft hatte Kellners Anwälten das Transkript dieser entlastenden Bandaufnahme, die als Brady-Material (Anm.: benannt nach dem Prozeß »Brady v. Maryland« von 1963, in dem entschieden wurde, daß vorhandenes Material nicht vorenthalten werden darf) bezeichnet wird, im Juli mitgeteilt — in der Lebovits den Mißbrauch des jungen Mannes so gut wie zugibt, ihm aber erklärt, dies »abzustreiten«; Kellners Anwälte erhielten jedoch nicht die Bandaufnahme.

Eine Geschichte über die Aufnahme in der JEWISH WEEK wies kürzlich darauf hin, daß das Band bei Lebovits‘ Prozeß nicht verwendet wurde und Lebovits‘ Anwälten offenbar nie zur Verfügung gestellt wurde, ein Verstoß gegen die Vorschriften. Nun scheint es, daß das Band laut der Aussagen von Kellners Anwälten am Dienstag vor Gericht fehlt, was sie als höchst »irregulär« erachteten.

Kellners Anwälte forderten außerdem, daß der Bezirksstaatsanwalt ihnen die Ergebnisse einer Untersuchung zur Verfügung stellt, die die Staatsanwaltschaft in diesem Sommer über die Beziehung zwischen der Familie Lebovits‘ und einem Mann namens Zalmen Ashkenazi durchgeführt haben soll, der eine Rolle bei der Manipulation von Kellners Anklägern gespielt haben könnte, gegen ihn Vorwürfe zu erfinden.

Sie verlangten auch die Notizen, die ein Ermittler und stellvertretender Bezirksstaatsanwalts für Sexualverbrechen machte, sowie Informationen über die Tatsache, daß an Mitglieder der Presse zwei unterschiedliche Versionen der Anklage gegen ihren Klienten herausgegeben wurden.

Kellners Anwälte erklärten dem Gericht auch, daß »Dritte« dem Büro des Bezirksstaatsanwaltes Bandaufnahmen ihres Klienten geliefert hätten und sie diese ebenfalls forderten, obwohl ihnen die Staatsanwaltschaft erklärte, sie würden gegen ihren Klienten keine Beweiskraft haben.

Der Richter ordnete an, dieses Material am 25. November vor Gericht der Verteidigung zu geben.

Hier finden Sie den Originalartikel, Key Tape In Lebovits And Kellner Case Has ‚Gone Missing‘

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