Mißbrauchsopfer bei Gebet in Synagoge als Schande bezeichnet

Josh Saul über den Umgang mit Opfern von Kindesmißbrauch in jüdischen Gemeinden.

Sex abuse victim shamed during synagogue prayers

9. September 2013 — Die tapfere jüdisch-orthodoxe Teenagerin, deren Zeugenaussage half, den prominenten Brooklyner Berater (counselor) zu verurteilen, der sie sexuell mißbraucht hatte, wurde letzte Woche zu Rosch Haschana aus ihrer eigenen Synagoge vertrieben.

Das verheiratete 18jährige Opfer war in der Synagoge in Williamsburg, wo ihre Familie seit den letzten zehn Jahre gebetet hat, als ein Mann schrie: »Moser, raus aus der Synagoge!«, erklärte der Ehemann der Frau der NEW YORK POST am Sonntag.

Das Wort »Moser« bezieht sich auf einen Juden, der die weltlichen Behörden über einen anderen Juden informiert.

»Sie hörten auf zu beten, bis sie ging«, sagte ihr Ehemann, Boorey Deutsch, 26. »Eine Frau versuchte meiner Frau zu erklären, dazubleiben und nicht zu gehen. Sie sollte sich nicht darum kümmern, was sie sagen. Aber meine Frau ging schließlich.«

Deutsch erklärte der NEW YORK POST wütend: »Sie fühlte sich schrecklich behandelt. Sie gehen mit den Opfern (survivors) um, als ob sie die Täter sind.«

Deutsch und seine Frau litten unter Schikanen, nachdem sie Nechemya Weberman, 54, beschuldigte, sie sexuell mißbraucht zu haben, seit sie als 12jährige zu ihm zur Beratung geschickt wurde.

»Vor einigen Wochen warf jemand Eier auf Booreys Laden«, sagte eine Quelle der Strafverfolgungsbehörden.

Das mutige Opfer sagte bei Webermans Gerichtsverhandlung aus, daß sie Angst hatte, den Mißbrauch zu melden, weil er »in Williamsburg angeblich ein Gott« wäre und ihr niemand glauben würde .

»Die Satmarer Gemeinschaft hätte mich rausgeworfen, und wenn die Satmarer Gemeinschaft Sie rauswirft, dann akzeptiert Sie niemand«, sagte sie im vergangenen Jahr während des Prozesses. Der Druck, das Verfahren gegen Weberman aufzugeben, war für sie zeitweise überwältigend.

Einmal versuchten drei jüdisch-orthodoxe Brüder, Jacob, Joseph und Hertzka Berger, Deutsch und seine damalige Freundin einzuschüchtern, damit sie den Fall aufgeben, indem sie an seinem Williamsburger Restaurant das »koscher«-Zertifikat herunterrissen.

In einem Abkommen, das ihnen keine Gefängnisstrafe gab, bekannten sich die Männer im Juni für schuldig.

Im vergangenen Monat bekannte sich außerdem Abraham Rubin, 49, schuldig, Deutsch und dem Opfer 500.000 Dollar angeboten zu haben, um das Land zu verlassen, so daß der Fall gegen Weberman eingestellt werden könnte.

Weberman, verheiratet, 10 Kinder, verbüßt im Hochsicherheitsgefängnis »Shawangunk Correctional Facility« im Bundesstaat Wallkill derzeit eine 50jährige Haftstrafe.

Hier finden Sie den Originalartikel, Sex abuse victim shamed during synagogue prayers.

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