Weltweite Studie stellt fest, daß es in Israel Tausende von Sklaven gibt

Lazar Berman über alte und profitable Geschäfte in der modernen und jungen jüdischen Nation.

Thousands of slaves in Israel, global study finds

20. Oktober 2013 — Israel hat laut einer neuen umfassenden Studie zur weltweiten Sklaverei bis zu 8.500 Sklaven. Im Global Slavery Index 2013, der vor kurzem von der australischen »Walk Free Foundation« veröffentlicht wurde, kommt Israel von 162 sklavenhaltenden Ländern auf Platz 111. Für Mauretanien wurde das Sklavereiproblem am schwerwiegendsten befunden.

Der Studie zufolge, die erstmals Land für Land untersucht, hat Israel 7.700 bis 8.500 Sklaven. Dennoch steht Israel verglichen mit den relativ niedrigen Standards im Nahen Osten gut da, obwohl Ägypten, der Libanon und Tunesien besser abschnitten als der jüdische Staat. (Anm.: Eine rhetorisch rundherum gelungene Relativierung.)

Die Palästinensische Autonomiebehörde und der von der Hamas geführte Gazastreifen wurden in der Erhebung nicht erfaßt.

In der Untersuchung des Risikos der Versklavung schnitt Israel gut ab. Die Umfrage maß fünf Faktoren zur Bestimmung der Politik des Landes zur Bekämpfung der Sklaverei, der Menschenrechte, der menschlichen und wirtschaftlichen Entwicklung, der politischen Stabilität und der Rechte der Frauen. Israel war das einzige Land im Nahen Osten mit einem geringen Sklavereirisiko, rangierte aber immer noch weit hinter den Plätzen der europäischen Staaten.

Die Studie behauptet, »Fremdarbeiter machen 40 bis 90 Prozent der Bevölkerung von Jordanien, Saudi-Arabien, Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait aus«. In Israel gibt es bei insgesamt 8 Millionen Einwohnern jedoch 300.000 ausländische Arbeitnehmer. Die »Walk Free Foundation« konnte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zur Klärung nicht erreicht werden.

Angetrieben wird der Trend in Israel durch die Sexindustrie und dem damit verbundenen Menschenhandel. Es gibt in Israel 15.000 Prostituierte, schrieb Rebecca Hughes von der »Arbeitsgruppe Menschenhandel« (»Task Force on Human Trafficking«) von ATZUM (Anm.: ein Akronym aus Avodot, Tzedakah, U’Mishpat — Arbeit, Gerechtigkeit und Gesetz) in der TIMES OF ISRAEL, die mit einem durchschnittlichen Alter von 14 Jahren in den Beruf einsteigen. (Anm.: Wie alt sind dann Israels jüngste Prostituierte?)

»In den 1990er Jahren etablierte sich Israel als Zielland für Menschenhandel und internationale Opfer des Menschenhandels für Sex hatten den lokalen Markt ersetzt«, schrieb Hughes. »Israels Fleischhandel (flesh trade) boomte und machte eine halbe Milliarde bis zu einer dreiviertel Milliarde Dollar pro Jahr. Es war ein besonders wünschenswerter Markt für Menschenhändler, weil der Kauf von sexuellen Dienstleistungen in Israel legal war und immer noch ist.«

Sie fügte hinzu: »In den 1990er Jahren fungierten Menschenhändler ungestraft und schmuggelten laut der ›Hotline for Migrant Workers‹ jährlich 3.000 Frauen nach Israel.«

Die sich verschlechternde Situation veranlaßte das US-Außenministerium, Israel in seinem »Bericht zum Menschenhandel« (»Trafficking in Persons Report«) als Nation der »Stufe 3« (»Tier 3«) einzustufen, der niedrigsten Stufe. Nationen der »Stufe 3« stehen vor potentiellen wirtschaftlichen Sanktionen. Der Bericht war ein Weckruf für Israels Regierung, die ein umfassendes Gesetz gegen Menschenhandel verabschiedete und zu einem Staat der »Stufe 1« aufgewertet wurde.

Laut dem Index gibt es auf der ganzen Welt fast 30 Millionen Menschen, die in Sklaverei leben.

Die Studie definiert Sklaverei als »Besitz und Kontrolle einer Person auf eine solche Art und Weise, daß die betreffende Person deutlich ihrer individuellen Freiheit beraubt wird, mit der Absicht, diese Person durch Nutzung, Verwaltung, Profit, Übertragung oder Veräußerung auszubeuten. Erreicht wird dies normalerweise durch Mittel wie Gewalt oder Androhung von Gewalt, Täuschung und/oder Zwang.«

Die Studie stützte sich auf sekundäre Quellen, vor allem Medienberichte, Nichtregierungsorgnisationen und Regierungen. Sie nutzte auch örtliche Erhebungen und Befragungen.

In absoluten Zahlen führte Indien die Liste mit bis zu 14,7 Millionen Sklaven an, gefolgt von China und Pakistan. Mauretanien hatte mit 3,8 Millionen Einwohnern und über 150.000 Sklaven die höchste Prävalenz.

Irland, Island und das Vereinigte Königreich weisen laut der Umfrage die niedrigste Prävalenz auf.

Die »Walk Free Foundation« ist ihrer Internetseite zufolge eine gemeinnützige Organisation, die die moderne Sklaverei zu beenden sucht. Die Organisation wurde im Mai 2012 durch den australischen Metallmagnaten Andrew Forrest gegründet, der erstmals auf das Problem aufmerksam wurde, als seine Tochter im Teenageralter in einem nepalesischen Waisenhaus neben Sklaven arbeitete.

Hier finden Sie den Originalartikel, Thousands of slaves in Israel, global study finds.

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