Größter Frauenhändler in Israels Geschichte endlich enttarnt

Sharon Shpurer über das Profitsegment Frauenhandel.

Biggest trafficker of women in Israeli history finally exposed

5. Februar 2013 — Ein Richter vom Bezirksgericht Tel Aviv erlaubte HAARETZ am Montag nach über einem Jahr an juristischen Auseinandersetzungen, den Namen von David (Dudi) Digmi zu veröffentlichen, dem größten Frauenhändler in der israelischen Geschichte.

Richter Chaled Kabub beschrieb Digmi als zentrale Figur im größten Frauenhandelnetzwerk Israels, mit Auslandsverbindungen, die in der ehemaligen Sowjetunion, Großbritannien, Zypern und Belgien arbeiteten. Vier hochrangige Mitglieder des Netzwerks wurden zu drei bis 18 Jahren Gefängnis verurteilt und ein weiteres Mitglied zu rund 18 Jahren in einem russischen Gefängnis.

Obwohl Digmi das Netzwerk leitete, verhängte das Gericht über die Veröffentlichung seines Namens einen Maulkorberlaß, nachdem er zustimmte, Kronzeuge und Polizeiinformant zu werden. Die Vereinbarung war ungewöhnlich — im Rahmen des Handels wurden 24 schwere Fälle gegen Digmi eingestellt, einschließlich mutmaßliche Verbrechen wie versuchte Vergewaltigung, Frauenhandel, Zuhälterei, Erpressung, Drogenbesitz und viele weitere im Laufe von mehr als einem Jahrzehnt verübte Straftaten.

Im Gegenzug für die Einstellung der Verfahren stimmte Digmi zu, »vom Zeitpunkt der Unterzeichnung [des Abkommens] bis zum Ende seines Prozesses keine Verbrechen zu begehen, und keine Straftaten zu begehen, die seine Glaubwürdigkeit beschädigen würde«.

Doch Digmi hat sein Versprechen nicht gehalten. Auch nach der Unterzeichnung der Vereinbarung mit dem Staat geriet er weiter in Schwierigkeiten. Laut Gerichtsakten tat er sich bereits während des Prozesses gegen seine ehemaligen Menschenhandelkomplizen mit dem Kopf einer kriminellen Organisation zusammen und beging Erpressung. Während er ein Kronzeuge war, wurde er in seinem Auto mit Drogen und Schlagringen erwischt und war auch ein Miteigentümer von einem Club, in dem eine Frau wegen Anbietens von Sexdiensten verhaftet wurde.

Allerdings wurden von der Polizei mehrere Anzeigen eingestellt, die Digmi Erpressung und Androhung von Gewalt vorwarfen, nachdem er die Vereinbarung unterzeichnete.

Darüber hinaus unterstützte die Staatsanwaltschaft von Tel Aviv, die die Frauenhandelfälle zusammen mit der Polizei behandelte, weiterhin Digmis Anfragen an das Gericht, seine Involvierung mit der Strafverfolgung geheim zu halten. Die Staatsanwaltschaft behauptete, bei Aufdeckung seiner Identität wäre sein Leben in Gefahr, was wichtiger war als das Recht der Öffentlichkeit auf Auskunft.

Kabub akzeptierte das Argument von HAARETZ, daß es ein deutliches öffentliches Interesse gäbe, Digmis Identität zu enthüllen. »Digmi ist in der Affäre der zentrale und dominierende Kriminelle und hat schwere Vorstrafen. Unter anderem erhielt er erhebliche Vorteile, indem Dutzende von offenen Ermittlungen gegen ihn eingestellt wurden«, sagte der Richter. In seiner Entscheidung sagte Kabub auch, daß Digmi seine kriminellen Aktivitäten mit anderen angeblich fortsetzte, obwohl er die Vereinbarung unterzeichnete, ein Informant und Kronzeuge zu werden.

Der Fall von Menschenhandel wurde im Jahr 2009 enthüllt, und als Kabub die Angeklagten Anfang letzten Jahres verurteilte, beschrieb er die Affäre als »einen der umfassendsten und komplexesten Fälle von Frauenhandel, wenn nicht sogar der größte, der in den letzten Jahren vor den Gerichten angehört wurde.« (Anm.: Wieviele Gerichte ließen Digmi denn davonkommen?)

Nachdem es sie überzeugte, schmuggelte das Netzwerk Hunderte junger Frauen aus kleinen Dörfern und Städten in Rußland, der Ukraine, Weißrußland, Moldawien und Usbekistan nach Israel. Ihnen wurde erklärt, sie würden in Israel in Clubs Arbeit als Kellnerinnen oder Tänzerinnen finden. In einigen der Fälle setzten die Menschenhändler, einschließlich Digmi, schwere Gewalt gegen die Frauen ein. Die Frauen wurden entweder über die ägyptische Grenze nach Israel geschmuggelt oder über die Türkei eingeflogen.

Digmi erzählte der Polizei, wie das Netzwerk arbeitete: »Rami Saban [der in dem Fall verurteilt wurde] und ein weiterer Mann mieteten in der Yeshayahu Street in Tel Aviv eine Wohnung. Aus Ägypten brachten sie die Frauen direkt dorthin. Nach ein paar Stunden oder einem oder zwei Tagen riefen sie mich an, um in die Wohnung zu kommen und die Mädchen auszuwählen, die ich kaufen wollte. Ich kam in die Wohnung. Dort waren 10 bis 15 Mädchen, die über Ägypten aus Rußland kamen. Ich sah mir die Mädchen an und prüfte sie. Wie sie aussahen, ihre Brust ansehen, ihren Körper. … Diejenigen, die während der Prüfungen bei mir waren, übersetzten, was ich den Mädchen sagte, da sie [nur] russisch kannten. Sie übersetzten [seine Anweisungen], sich auszuziehen und sich umzudrehen, während ich sie prüfte«, erzählte Digmi der Polizei.

Hier finden Sie den Originalartikel, Biggest trafficker of women in Israeli history finally exposed.

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