Observante Brooklyner Drogendealer zu Kunden: Wegen Sabbat geschlossen

Erik Badia, Tina Moore und Shayna Jacobs über observante Kulturbereicherer der Brooklyner Gesellschaft.

Termini technici
observant: »Observante Juden beten jeden Tag, drei Mal am Tag

Group of observant Brooklyn drug dealers told customers they were closed for Shabbat: authorities

10. September 2013 — Zumindest waren sie observante Drogendealer, sagen die Behörden.

Laut einer am Mittwoch bekanntgegebenen Anklage sendete eine Gruppe von Drogenhändlern aus Sheepshead Bay, Brooklyn, Kunden ihre Öffnungszeiten und wies darauf hin, daß sie wegen Sabbat schlossen.

Für das Senden von Textnachrichten an Kunden, die den Verkauf von Drogen ankündigen, darunter »D.O.B.« für Heroin, werden die fünf Männer in der Anklage der Verschwörung beschuldigt.

Und die Nachrichten warnten die Kunden wiederholt davor, an einem Freitag nach Sonnenuntergang oder Samstag vor Sonnenuntergang einzutreffen, behauptet die Anklage.

»Wir schließen auf den Punkt genau um 7:30 und wir öffnen am Samstag um 8:15, du hast also 45 Minuten, um zu bekommen, was du brauchst«, war in einer Nachricht vom 12. April an mehr als 50 Empfänger zu lesen.

Die Männer werden beschuldigt, von ihrem Drogenlager in der Bedford Avenue aus mit Heroin, Oxycodon, Kokain und anderen Drogen zu handeln.

Das Polizeidezernat von New York durchsuchte die Drogenhöhle mit der zuständigen Sonderstaatsanwaltschaft für Betäubungsmittel (Office of the Special Narcotics Prosecutor) am 20. April nach einer fast einjährigen Untersuchung namens »Only After Sundown«.

Die Kolonne war laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft im Besitz von mehr als 23.000 Oxycodon-Tabletten mit einem Straßenwert von 460.000 Dollar. Sie sollen angeblich eine Vielzahl von Methoden genutzt haben, um die Medikamente zu erhalten, darunter gestohlene Verordnungsbögen.

Die Staatsanwaltschaft sagte, die Männer waren im Besitz einer abgesägten Schrotflinte.

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Die Anklageschrift nennt David Gerowitz, 38, Philip Mandel, 26, Eduard Sorin, 38, Jack Zaibak, 25, und Jack Zibak, 28.

Eine vorherige Anklage beschuldigte sie und Aaron Dombroff, 30, des kriminellen Verkaufs eines Rauschmittels (controlled substance). Sorin, Zaibak und Gerowitz leben in der Wohnung in der Bedford Avenue.

Die Textnachrichten enthielten auch bestimmte Zeitfenster, während derer der Verkauf an einem bestimmten Tag stattfinden würde, zum Beispiel die ersten 15 Minuten der Stunde, sowie Regeln, wo Kunden warten sollten, wenn es in der Wohnung einen Engpass gibt.

Sorin wurde am Dienstag angeklagt und bekannte sich nicht schuldig, sagte die Staatsanwaltschaft. Mandell hat keine Kaution gestellt und ist im Gefängnis, sagten Offizielle. Die anderen sind auf Kaution frei und sollen in den nächsten Wochen angeklagt werden.

Sie konnten nicht erreicht werden. (Anm.: Wozu?)

Andrew Katz, 29, der ein paar Häuser weiter als die mutmaßlichen Dealer wohnt, sagte, er sei nicht überrascht.

»Ich dachte mir, daß das los war, mit all den Menschen, die in der Wohnung ein und aus gingen«, sagte er. »Was sonst könnten sie da drin tun?«

Er war überrascht, von ihrer nicht-am-Sabbat-Politik zu hören.

»Wow, wie nett von ihnen, observant zu sein«, sagte Katz.

Hier finden Sie den Originalartikel, Group of observant Brooklyn drug dealers told customers they were closed for Shabbat: authorities.

Etwa 5.567 Kilometer entfernt vom Tatort, in einer Produktion von THE ASSOCIATED PRESS für THE DAILY MAIL, ist die Meldung deutlich größer und zeigt die observanten Kulturbereicherer, in den deutschsprachig überwachten Nachrichtenraum konnte die Meldung jedoch nicht eindringen.

Nie am Sabbat: Drogenkolonne verkaufte Heroin und rezeptpflichtige Schmerzmittel im Wert von 460.000 Dollar, weigerte sich aber, am jüdischen Ruhetag zu dealen

10. September 2013 — Die Behörden von New York City haben eine Bande von Drogenhändlern verhaftet, die im südlichen Brooklyn angeblich rezeptpflichtige Schmerzmittel und Heroin verkaufte — ihren Betrieb aber jeden Freitag Abend aus religiösen Gründen wegen dem jüdischen Sabbat schlossen.

Die zuständige Sonderstaatsanwaltschaft für Betäubungsmittel (Special Narcotic Prosecutor’s Office) der Stadt sagte am Dienstag, daß SMS-Nachrichten an Kunden der Brooklyner Kolonne detaillierte Anweisungen enthielten, wie die Drogen abzuholen sind und sogar warnten, am Freitag nach Sonnenuntergang oder am Samstag vor Sonnenuntergang aufzutauchen, weil der Betrieb für den Sabbat geschlossen ist.

Die Behörden sagten, die fünf Männer Jack Zibak, 28, Jack Zaibak, 24, Eduard Sorin, 38, David Gerowitz, 37, und Philip Mandel, 25, sind angeklagt worden, aus einer Wohnung unter der Anschrift 4190 Bedford Avenue in Sheepshead Bay, Brooklyn, Drogen verkauft zu haben.

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Sie sind der Verteilung von Heroin und der Verwendung gestohlener Verordnungsbögen und anderer illegaler Mittel angeklagt, um 23.000 Oxycodon-Tabletten mit einem Straßenwert von 460.000 Dollar zu erhalten.

Die fünfmonatige Untersuchung bekam von den Ermittlern den Namen »Only After Sundown«. Polizei und Staatsanwaltschaft erfuhren, daß die Verdächtigen einer langen Kundenliste über BlackBerry Massen-SMS sendeten.

Die Textnachrichten enthielten spezifische Informationen über die Stunden, zu denen die Kolonne arbeitete, und verwendete für bestimmte Drogen Decknamen, wie »D.O.B.« für eine bestimmte Sorte von Heroin.

Die Textnachrichten nannten auch Zeitfenster für den Verkauf, wie die ersten 15 Minuten einer Stunde.

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Die Staatsanwaltschaft sagte, die Dealer gaben detaillierte Anweisungen, wo die Kunden warten sollten, falls die Schlange zur Wohnung einen Engpaß verursachte (in case the line to the apartment caused a bottleneck).

In einer Textnachricht vom 29. März schrieben die mutmaßlichen Dealer einem Kunden: »Er sagte, er kann das nicht tun, für 275 kann er aber eine 8 geben, aber nur morgen, weil er wegen Sabbat geschlossen hat. Und der Safe ist gesperrt.«

Am 12. April sendeten sie einem anderen Kunden die Textnachricht: »Wir schließen auf den Punkt genau um 7:30 und wir öffnen am Samstag um 8:15, wenn du also irgendetwas brauchst, hast du 45 Minuten, um zu kriegen, was du willst.«

Die Staatsanwaltschaft sagte, daß die Kolonne insgesamt 23.000 Oxycodon-Tabletten im Wert von rund 460.000 Dollar erhielt — teilweise durch Fälschen von Unterschriften auf gestohlenen Verordnungsbögen. Die Staatsanwaltschaft sagte, daß viele der illegalen Verschreibungen von Ärzten gestohlen wurden, die mit dem »Montefiore Medical Center« in der Bronx in Verbindung stehen. (Anm.: Das »Montefiori Medical Center« wurde 1884 »von Führern von New Yorks jüdischer Gemeinschaft gegründet«.)

Die Staatsanwaltschaft sagte, daß Zaibak und Sorin angeblich in Apotheken gingen, um die gefälschten Oxycodon-Rezepte einzulösen und auch andere dafür anwarben.

Die Staatsanwaltschaft sagte (Anm.: bekommen Journalisten für diese ständig wiederholte Floskel eigentlich Zeilengeld?), daß die mutmaßlichen Dealer auch häufige Heroinlieferungen erhielten. Zwischen März und April verkauften sie verdeckten Ermittlern angeblich 819 Pergamentpapiere mit Heroindosen im Wert von fast 8.500 Dollar.

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Die Staatsanwaltschaft sagte, die Polizei durchsuchte die Wohnung am 20. April, kurz nachdem der mutmaßlicge Dealer eine Textnachricht schickte, in der es hieß: »Der Shop hat jetzt DOB, Blues, kpins, Subs & white girl.«

Die Staatsanwaltschaft sagte, »DOB« war Heroin, »blue stix« war Xanax, »Subs« war Suboxone, »Blues« war Oxycodon, »kpins« war Klonopin und »white girl« war Kokain.

Die Kolonne erhielt insgesamt 23.000 Oxycodon-Tabletten im Wert von rund 460.000 Dollar — teilweise durch Fälschen von Unterschriften auf gestohlenen Verordnungsbögen

Die Staatsanwaltschaft sagte, die Polizei beschlagnahmte bei der Razzia 900 Pergamentpapiere mit Heroin, 335 Oxycodon-Tabletten und Mengen anderer Drogen, zusammen mit einer abgesägten Schrotflinte und Munition. Die Staatsanwaltschaft sagte, sie fand auch das BlackBerry, das verwendet wurde, um Kunden Textnachrichten zu senden, Drogenutensilien und andere Gegenstände.

Die Staatsanwaltschaft sagte, Zibak, Zaibak, Sorin und Gerowitz wurden auf der Stelle verhaftet und Mandel — der an Verkäufen an den verdeckten Polizisten beteiligt war — am selben Tag auf dem Weg zu der Wohnung.

Bei allen Verdächtigen lauten die Vorwürfe Verschwörung, Drogen- und Waffenvergehen.

Die Staatsanwaltschaft sagte, daß auch eine vierte Person, Aron Dombroff, 30, wegen Drogenvorwürfen angeklagt wurde, in der aktuellen Anklageschrift aber nicht genannt wurde.

Der Angeklagte Sorin soll am Dienstag vor dem Obersten Gericht von Manhattan erscheinen, die Gerichtstermine für die anderen Angeklagten sollen folgen.

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Hier finden Sie den Originalartikel, Never on Shabbat: Drug crew sold heroin and $460,000-worth of prescription painkillers but refused to deal on the Jewish day of rest.

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