Drittem Kinderschänder der Jeschiwa-Universität wird Jagd auf Knaben in Schlafsälen und Zimmern vorgeworfen

Paul Berger über den Skandal, für den Sie der in der englischsprachigen Presse mittlerweile seitenweise bewußtseinserweiternde Suchergebnisse finden.

Termini technici
Aus dem Glossar von Salcia Landmanns Jüdische Anekdoten und Sprichwörter: „jeschiwe (h. j’schiwá), wörtl. Sitz. Im J. immer nur = Talmudhochschule. Es gab — und gibt auch heute — an der Jeschiwa keinen eigentlichen Abschluß. Man kann beliebig lang weiterstudieren. Künftige Rabbiner besuchten meist eine Jeschiwa, doch bekamen sie ihre Approbation nicht durch irgendeine Art von Abschlußprüfung, sondern durch einen anderen, bereits approbierten Rabbiner, der die Kenntnisse prüfte, ohne zu fragen, wie und wo sie erworben worden waren. …“ (Anm.: Wenn über solche Hochschulen weltweit anerkannte Juristen abgehen, dann und tschüß Abendland.)

Third Alleged Yeshiva U. Abuser Accused of Preying on Boys in Dorms and Apartment
Schulkrise: Die Synagoge Boca Raton, wo Richard Andron jahrelang Mitglied war, schickte Mitgliedern E-Mails, die zu versichern suchten, daß sich die Vorwürfe gegen ihn auf seine Tätigkeit an der Jeschiwa-Universität konzentrieren, die Jahrzehnte zurückliegt.

12. Juli 2013 — Boca Ratons jüdische Gemeindschaft taumelt, nachdem in einem sich ausdehnenden Mißbrauchsskandal an der Talmudschule Jeschiwa-Universität (Yeshiva University, Y.U.) Richard Andron als der neueste mutmaßliche Schänder auftauchte.

Bis jetzt sind im FORWARD in einer Reihe von Artikeln nur die Rabbis George Finkelstein und Macy Gordon genannt worden, beide ehemalige Y.U.-Mitarbeiter der Manhattaner Hochschule für Jungen.

Nun ist Andron, 67, ein ehemaliger Jugendfreiwilliger, der heute in Florida lebt, zusammen mit Finkelstein und Gordon in einer am 8. Juli im US-Bezirksgericht in White Plains, N.Y., von 19 ehemaligen Hochschülern eingereichten Klage des Mißbrauchs beschuldigt worden.

Die Klage behauptet, daß Andron, damals in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren in seinen Dreißigern, vom Hochschulschlafsaal der Y.U. „die Hallen durchschweifen durfte“, obwohl er mit der Schule nichts zu tun hatte. Die Klage zitiert einen Y.U.-Collegestudenten und zwei Y.U.-Hochschüler, die sagen, Andron lud sie über Nacht in seine Wohnung ein, wo er ihre Genitalien berührte oder zu berühren versuchte.

Die Klage behauptet, daß das Y.U.-Personal entweder wußte oder hätte wissen müssen, daß Andron für Kinder eine Bedrohung war, doch sie erlaubten ihm trotzdem den Zugang.

Die Synagoge Boca Raton (Boca Raton Synagogue, BRS), der Andron seit Jahrzehnten angehört, schickte den Gemeindemitgliedern am 9. Juli eine E-Mail, um ihnen zu sagen, daß „der Beschuldigte seine Mitgliedschaft bei der BRS zurückzog und vereinbarte, in Zukunft den BRS-Campus oder irgendeine BRS-Veranstaltung nicht zu besuchen, weder auf noch außerhalb des Campus.

Wir weisen Sie darauf hin, daß es keine Vorwürfe gibt, die uns bewußt sind, daß in den letzten dreißig Jahren oder in unserer Gemeinde irgendein ungebührliches Verhalten erfolgte.“

Androns Fall schneidet sich breit (cuts broadly across) durch die modern-orthodoxe Gemeinde. (Anm.: Rhetorikspielverderber weisen an dieser Stelle darauf hin, daß modern-orthodoxe Gemeinden so meschugge sind wie links-rechts Befürworter, schwarz-weiße Menschen, konservativ-progressive Lösungen, kommunistisch-kapitalistische Ökonomen oder umweltfreundlich-toxische Bioprodukte.) Laut mehreren Interviews, die der FORWARD durchführte, war Andron auch stark an der modern-orthodoxen Jugendorganisation „Nationalrat der Synagogenjugend“ („National Council of Synagogue Youth“, NCSY) beteiligt. Der FORWARD hat mit zwei Männern gesprochen, die an der Klage gegen die Y.U. nicht beteiligt sind, die sagen, daß sie von Andron mißbraucht wurden, nachdem sie ihn durch den „Nationalrat der Synagogenjugend“ trafen, die internationale Jugendbewegung der „Orthodox Union“.

Einer dieser Männer sagte dem FORWARD, daß er den „Nationalrat der Synagogenjugend“ in den späten 1970er Jahren über Andron warnte, doch der Mann, an den er den Bericht machte, der Regionaldirektor der Gruppe, Baruch Lanner, meldete Andron weder der Polizei noch hinderte er Andron am Zugang. Jahrzehnte später geriet Lanner in seinen eigenen Skandal, nachdem ihm sexueller Mißbrauch und Kindgefährdung von zwei Mädchen vorgeworfen wurde. Im Jahr 2002 wurde er zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt.

Dave Raben, ein auf Strafverteidigung spezialisierter Anwalt aus Miami, der sich als Vertreter Androns zu erkennen gab, reagierte nicht auf Anfragen für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gegen Andron.

Laut mehreren Interviews mit Männern, die zu der Zeit Jugendliche waren, war Andron in den 1970er und frühen 1980er Jahren regelmäßig auf Teeny-Veranstaltungen der modern-orthodoxen Gemeinde. Andron war besonders für das Ausüben von Tora Dojo bekannt,  eine neben der Erfindung des Rades bereits im Talmud verankerte Innovation,  eine jüdisch-inspirierte Variante von Karate, die an der Y.U. geschaffen und entwickelt wurde.

Ein Mann hat dem FORWARD gesagt, daß er im Alter zwischen 13 und 16 oft in Androns Wohnung an der Upper West Side übernachtete, um näher an einem örtlichen Tora-Dojo-Kurs zu sein. Der Mann sagte, daß er während dieser drei Jahre von Andron, der damals etwa 30 Jahre alt war, regelmäßig mißbraucht wurde.

In den ersten Monaten, die er in Androns Wohnung verbrachte, so der Mann, der anonym bleiben möchte, berührte Andron den Penis des Jungen, während er schlief. In den Monaten, die folgten, überzeugte Andron den Knaben, ihn beim Masturbieren zu beobachten, um ihn am Knaben demonstrieren zu lassen, wie man masturbiert.

„Ich sagte ihm, daß das nicht wirklich richtig war“, erinnert sich der Mann, der jetzt 50 ist, „und [Andron] überzeugte mich dann, daß ich das tun müßte, um eine gesunde Beziehung zu Frauen zu haben.“

Als der Junge im Alter von 16 Jahren endlich begriff, daß er mißbraucht wurde, sagte er es seinen Eltern. Er sagte, sie wiesen ihn an, Andron zur Rede zu stellen, allein, und weil Andron ein Kampfsportexperte war, er es in einer Manhattaner Synagoge tun sollte.

„Ich sagte: ‚Wie wäre es, zur Polizei zu gehen?‘“, erinnerte sich der Mann. „[Meine Eltern] sagten: ‚Nein, nein, nein, wir werden nicht zur Polizei gehen.‘“ (Anm.: Möchte von uns nicht jeder gerne in solchen Familien aufwachsen?)

An einem Dezembertag in den späten 1970er Jahren stellte er Andron zur Rede. „Ich sagte: ‚Du hast mich mißbraucht, du hast mich sexuell mißbraucht und du bist ein Kinderschänder, und ich möchte nicht, daß du in meine Nähe oder in die Nähe von meiner Familie kommst‘“, sagte der Mann.

Er fuhr fort: „[Andron] wurde wütend, wie ein verlassener Liebhaber. Ich sagte: ‚Wenn du mir wieder nahe kommst, und mich wieder berührst, ich werde dich töten, also denke nicht einmal daran, mir nahe zu kommen.‘“

Die Eltern sagten dem Jungen, daß er auch Lanner, den NCSY-Regionaldirektor, vor Andron warnen muß. Zu der Zeit war Lanner unter modern-orthodoxen Jugendlichen berüchtigt für seine Gewohnheit, Knaben das Knie in den Schritt zu rammen (kneeing boys in the crotch) und Mädchen im Teenageralter für lange Sabbatspaziergänge in die Wälder zu nehmen.

Der Mann sagte, daß er Lanner im Detail beschrieb, was ihm geschah, doch daß Lanner Andron aus dem „Nationalrat der Synagogenjugend“ nicht entfernte.

Ein Sprecher der „Orthodox Union“, Mayer Fertig, bestätigte, daß sich Andron „nach unserem besten Wissen in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren“ für den NCSY engagierte.

Fertig sagte, daß der NCSY „heute ganz anders ist als der zur damaligen Zeit“ und daß aus dieser Zeit „schwierige, schmerzhafte Lektionen“ gelernt wurden. Er leitete den FORWARD auf den 14seitigen Leifaden „Conduct, Policy and Behavioral Standards Manual“, der versichert, „die Verpflichtung des NCSY für das physische, psychische und emotionale Wohlbefinden von allen NCSY-Profis, -Freiwilligen und NCSYlern (NCSY’ers) ist nicht verhandelbar“.

„Der ‚NCSY‘ und die ‚Orthodox Union‘ stehen zu diesen Worten und unternehmen heute große Anstrengungen, um für jede unangemessene Aktivität eine Null-Toleranz-Politik durchzusetzen“, sagte Fertig.

Vor einigen Monaten versucht der FORWARD Lanner in seinem Haus in New Jersey zu erreichen, um ihn nach Andron zu fragen. Lanners Frau, Sarah, sagte, daß er wegen einer „schweren Erkrankung zu diesem Zeitpunkt keine Stellungnahme geben oder Diskussionen haben kann“. Ein weiterer Versuch, Lanner zu erreichen, war erfolglos.

Ein weiterer Mann, den Andron durch den „Nationalrat der Synagogenjugend“ kennenlernte, sagte, daß Andron in seiner Wohnung oft Gruppen von Knaben hatte. Er sagte, daß Andron sie zu einer pornografischen Bäckerei in Manhattan mitnahm, die Backwaren in Form von Genitalien verkauft. (Anm.: Journalisten, Politikern und Fernsehpromis werden Sie spermazuckergußverzierte Backwaren als Problem womöglich nicht verständlich machen können.)

„Meine Eltern ließen mich nie zu seinem Haus gehen, weil sie besorgt waren“, daß ein männlicher Single so oft mit Knaben herumhing, sagte der heute 48jährige. Doch weil sich Andron mit Knaben so gut amüsierte, bat er seine Eltern, ihn zu Androns Haus gehen zu lassen.

Er sagte, daß seine Eltern an einer Silvesternacht in den späten 1970er Jahren nachgaben und er und eine Handvoll Knaben die Nacht in Androns Einzimmerwohnung verbrachten. Am Ende der Nacht fragte Andron, welche der Knaben in einem von zwei Einzelbetten im Schlafzimmer schlafen möchte.

„Ich sagte: ‚Ich werde auf dem Bett schlafen‘“, erinnerte sich der Mann. „Und ein anderer Typ sagte etwas … [das] andeutete: ‚Du bist erledigt.‘“

Der Mann, der jetzt ein Arzt ist, sagte, er erkannte, daß etwas Schlimmes mit ihm geschehen wird, doch es schien zu spät zu sein, um auszusteigen. Er sagte, daß Andron am nächsten Morgen die Schlafzimmertür abschloß, sich dem Bett des Knaben näherte und ihm anbot, eine Technik zu zeigen, die ihm helfen würde, aufhören zu lachen, wenn er gekitzelt wurde.

„Er streichelte meinen Magen, aber es waren lange Streichelbewegungen, sodaß sein Arm meine Genitalien streichelte und versuchte, mir eine Erektion zu geben“, sagte der Mann. „Ich wollte nur, daß alles vorbei ist und irgendwann war [es] vorbei und das war es.“ Er sagte, daß er seine Eltern über das, was passiert ist, nicht informierte.

Andron wird in dem Mehrparteienstreit gegen die Y.U. genannt, weil ehemalige Schüler sagen, daß sie glauben, das Y.U.-Personal sollte gewußt haben, daß er eine Bedrohung ist.

Die Klage sagt, daß Andron ein „persönlicher Freund“ von Finkelstein war, ein Y.U.-Administrator der Hochschule. Andron „teilte Finkelstein häufig mit, daß Knaben, die in Androns Wohnung übernachtet hatten, die Klassen an [der Schule] nicht oder verspätet besuchen würden“, so die Klage. „Finkelstein hat von Androns sexuellem Mißbrauchs von zahlreichen [Hochschul-] Schülern folglich gewußt, ihn stillschweigend geduldet, entschuldigt und ermöglicht.“

Einer der Hochschüler, der von Andron mißbraucht wurde und der ein Kläger in der Klage ist, sagte dem FORWARD, daß Andron „bei [den Knaben] saß und mit ihnen sprach. Ich dachte nicht, daß es zu eigenartig wäre, weil ich ein Kind war und er sich mit mir anfreundete.“

Der Mann, der jetzt 45 Jahre alt ist und in Tel Aviv lebt, sagte, Andron lud ihn an einem Sabbat im Jahr 1983 ein, in Androns Wohnung zu übernachten. Als der Hochschüler eintraf, sagte er, daß Andron ihn in ein Schlafzimmer führte und ihm einen Stapel Playboy-Magazine gab.

Nachdem er den Knaben eine Weile allein gelassen hatte, erschien Andron wieder im Zimmer und ging laut dem ehemaligen Schüler zu dem Knaben, um dessen Penis zu berühren. „Das war wirklich meine erste sexuelle Erfahrung mit Hautkontakt,“ sagte der Mann. „Das blieb über Jahre an mir hängen.“

Die Klage behauptet außerdem, daß Richard Ehrlich und Elan Adler, beschrieben als „leitende Wohnheimvertreter“ der Y.U., wußten, daß Andron das Wohnheim besuchte und die Schlafsäle von Knaben betrat.

Adler, von 1981 bis 1986 ein Y.U.-Direktor des Schulschlafsaals, erklärte dem FORWARD vor einigen Monaten in einer E-Mail, daß er sich an Androns Namen erinnerte, aber nicht an sein Gesicht. Adler sagte, es „gab einfach keine Möglichkeit, den Zugang auf den Hochschulschlafsaal zu beschränken.“ (Anm.: Dafür war im 14seitigen Leifaden kein Platz mehr, nachdem alles mit verquirlten Leerhülsen zugemüllt war.)

Er fügte hinzu: „In Bezug auf Ricky schien es für ihn oder irgendjemand nicht verdächtig zu sein, zu kommen und einen der Knaben zu besuchen. Manchmal hatten die Kids Besucher aus ihrem Viertel, die am Campus waren und die Knaben zum Abendessen oder in einen Film mitnahmen, es gab keinen Alarm.“

Adler sagte auch, daß „irgendeine Erwartung meinerseits oder irgendeines Berater unrealistisch war, denn das Gebäude hatte keinen Sicherheitsdienst, keine Wache, keinen Zugangscode … . Es war nicht vernünftig zu erwarten, daß wir hätten überwachen können, wer hereinkam. Es gab einfach keine Möglichkeit, das zu tun.“

Ehrlich ließ am 11. Juli mehrere Anfragen für eine Antwort unbeantwortet. (Anm.: Auch hier gemäß O-Ton doppelt gemoppelt: Ehrlich did not respond to several requests for a response, July 11.)

Andron zog Mitte der 1980er Jahre nach Florida. Im Jahr 1986 sagte er der PALM BEACH POST, daß er New York verließ, weil ihm sein Chef bei einem „großen Öl-Unternehmen“, wo er arbeitete, nicht erlauben würde, am Freitag wegen dem Sabbat eher zu gehen. Andron hatte inzwischen eine Frau, Sue.

Die Androns gehörten zu den ersten Familien, die die Synagoge Boca Raton aufbauten, eine orthodoxe Gemeinschaft, die heute mehr als 700 Familien hat.

Hier finden Sie den Originalartikel, Third Alleged Yeshiva U. Abuser Accused of Preying on Boys in Dorms and Apartment.

Advertisements

%d Bloggern gefällt das: