Vertuschung von Mißbrauch: Ehemalige Schüler der Jeschiwa-Universität erheben 380-Millionen-Dollar-Klage

Paul Berger über die Pädo-Mafia von Manhattan.

Termini technici
Aus dem Glossar von Salcia Landmanns Jüdische Anekdoten und Sprichwörter: „jeschiwe (h. j’schiwá), wörtl. Sitz. Im J. immer nur = Talmudhochschule. Es gab — und gibt auch heute — an der Jeschiwa keinen eigentlichen Abschluß. Man kann beliebig lang weiterstudieren. Künftige Rabbiner besuchten meist eine Jeschiwa, doch bekamen sie ihre Approbation nicht durch irgendeine Art von Abschlußprüfung, sondern durch einen anderen, bereits approbierten Rabbiner, der die Kenntnisse prüfte, ohne zu fragen, wie und wo sie erworben worden waren. …“ (Anm.: Wenn über solche Hochschulen weltweit anerkannte Juristen abgehen, dann und tschüß Abendland.)

Die Hilferufe der Schüler wurden ignoriert — „Sie wollten einfach nicht hören“

Former Y.U. High School Students File $380M Suit Claiming Sex Abuse Cover-Up
Die Talmudschule „Yeshiva University High School for Boys“, wo George Finkelstein (li.) und Macy Gordon (re.) angeblich unangemessenen sexuellen Kontakt mit Schülern hatten, liegt mitten in Manhattan. Beide Männer bestreiten die Vorwürfe. Die Bilder stammen aus dem Elchanite-Jahrbuch aus den 1970er Jahren.

8. Juli 2013 — Neunzehn ehemalige Schüler einer von Y.U. (Yeshiva University) geführten Manhattaner Talmud-Hochschule haben gegen Y.U. eine 380-Millionen-Dollar-Klage eingereicht, die Administratoren und Lehrern vorwirft, jahrzehntelangen körperlichen und sexuellen Mißbrauch zu vertuschen.

Die am 8. Juli im US-Bezirksgericht in White Plains, NY, eingereichte Klage behauptet eine „gewaltige Vertuschung des sexuellen Mißbrauchs von [Hochschul] Schülern … gefördert über mehrere Jahrzehnte von verschiedenen prominenten Y.U. und [Hochschul] Administratoren, Treuhändern, Direktoren und anderen Mitgliedern der Fakultät“.

Die Übergriffe sollen angeblich in den 1970er und 1980er Jahren stattgefunden haben, in einer Zeit, als Y.U. mit schweren finanziellen Problemen konfrontiert war. (Anm.: Gab es etwa keine Nachfrage nach Schariaschulen a la Israel?)

In New York müssen straf- und zivilrechtliche Fälle von sexuellem Kindesmißbrauch vor dem 23. Geburtstag des Opfers vorgebracht werden. Kevin Mulhearn, ein Anwalt der Opfer, argumentiert in der Klage allerdings, daß die Verjährung nicht gilt, weil Y.U. den Mißbrauch betrügerisch vertuschte.

„Ich bin stolz, diese 19 Männer zu vertreten. Sie haben Anspruch auf Respekt, Würde und Gerechtigkeit — was ihnen als Kinder verweigert wurde“, sagte Mulhearn. „Wir sehen der strafrechtlichen Verfolgung dieser Vorwürfe entgegen.“

Einer der Kläger, Barry Singer aus New York, sagte dem FORWARD: „Es war notwendig, die Klage einzureichen, weil es von der Jeschiwa-Universität auf all unsere Vorwürfe und all unseren Schmerz keine richtige Antwort gab.“

Er fügte hinzu: „Sie wollten einfach nicht hören.“

Über seine Entscheidung, seinen Namen in der Klage zu offenbaren, sagte Singer: „Ich habe nichts zu verbergen. Die einzige Kraft in dem, was für mich seit 40 Jahren eine entsetzlich kraftlose Situation war, ist, daß ich zu mir selbst stehen kann.“

Y.U. sagte in einer Erklärung, daß sie sich zu einem laufenden Rechtsstreit nicht äußert.

Die Klage behauptet, daß sich Y.U.-Administratoren an einem ausgedehnten Betrug beteiligten, indem sie zwei der wichtigsten Kinderschänder als vertrauenswürdige Männer von beispielhaften Charakter darstellten, trotz mehrfacher Warnungen, daß die Männer Jungen sexuell mißbrauchten. Y.U. ehrte beide Männer, als sie die Schule verliessen und bis vor kurzem vergab Y.U. in ihren Namen Stipendien.

Mulhearn behauptet, daß ehemalige Y.U.-Schüler keine Möglichkeit hatten, zu wissen, daß andere ähnlich mißbraucht wurden oder daß Y.U. es versäumte, mehrere Beschwerden über den Mißbrauch zu beherzigen, bis zum Dezember 2012, als die Enthüllungen erstmals im FORWARD veröffentlicht wurden.

Die beiden Männer, Rabbi George Finkelstein, ein Hochschul-Administrator, der zum Schulleiter aufstieg, und Rabbi Macy Gordon, ein Scharia-Lehrer ein Talmud-Lehrer, „hatten eine Neigung, Kinder sexuell zu mißbrauchen“, doch sie durften Mitarbeiter bleiben, behauptet die Klage.

Finkelstein, so die Klage, betastete Schüler während Genitalien zu überprüfen, ob sie Zizit (tzizit) trugen (Anm.: ein mittelalterliches T-Shirt, das unter der Kleidung getragen wird). Unter dem Deckmantel von Ringkämpfen in seinem Manhattaner Haus und im Büro der Schule und in einem Schlafsaal rieb er seinen erigierten Penis an Schülern.

Gordon soll angeblich einen Schüler sexuell mißbraucht haben. Einen zweite Schüler soll er angeblich mit einer Zahnbürste sodomisiert haben. Der zweite Übergriff wurde zu einem leitenden Y.U.-Administrator gemeldet, aber Gordon durfte in seinem Amt bleiben. Laut der Klage mißbrauchte Gordon Monate später einen dritten Schüler.

Y.U. „muß zur Rechenschaft gezogen werden und die Menschen müssen alles wissen, was geschah“, erklärte Gordons erstes mutmaßliches Opfer, das anonym bleiben möchte, dem FORWARD.

Gordons zweites mutmaßliches Opfer, das ebenfalls anonym bleiben möchte, sagte dem FORWARD: „Es ging vor allem immer um Geld, das ist der Grund, warum sie das verscharrten.“

Unter Bezugnahme auf eine Geldwäsche auf eine Spende in Höhe von 250.000 Dollar, die Y.U. im Jahr 2002 für Stipendien in Gordons Namen annahm, sagte der ehemalige Schüler: „Obwohl [Y.U.-Präsident Norman Lamm] über Macy Gordon Bescheid wußte, nahm er die 250.000 Dollar, das war der Grund.“

Die Klage behauptet auch, daß Richard Andron, ein ehemaliger Y.U.-Schüler, der nun in Boca Raton, Florida, leben soll, den Schlafsaal der Hochschule besuchen durfte, obwohl das Personal wußte, daß er für die Kinder eine Gefahr ist. Zwei ehemalige Hochschüler sagen, Andron mißbrauchte sie, nachdem er sich mit ihnen im Schlafsaal anfreundete.

Viele Schüler zollten dem Mißbrauch laut der Klage einen schrecklichen Tribut. Viele leiden unter Depressionen, Angstzuständen, Albträumen, Rückblenden, Drogen- und Alkoholmißbrauch, Sexsucht, emotionaler Belastung, zerbrochenen Ehen und haben Probleme, den Arbeitsplatz zu behalten. Einige haben Jahre damit verbracht, sich beratend therapieren zu lassen (counseling) und Medikamente einzunehmen.

Kurz nachdem sie mißbraucht wurden oder nachdem Versuche Y.U. zu alarmieren, ignoriert wurden, erwägten oder verübten mehrere ehemalige Schüler Suizid. Eines der Opfer sagte laut der Klage, der Mißbrauch ließ ihn fürchten, eigene Kinder zu haben.

In der Klage werden viele ehemalige Administratoren und Mitarbeiter von Y.U. benannt, darunter Rabbi Lamm, der von 1976 bis 2003 Präsident von Y.U. war. Lamm trat am 1. Juli als Kanzler von Y.U. zurück. In einem Brief, der seinen Rücktritt ankündigte, räumte Lamm in seinem Umgang mit Mißbrauchsvorwürfen Fehler ein, als er Y.U. führte.

Rabbi Robert Hirt, ein ehemaliger Vizepräsident des Y.U.-Theologieseminars, das über die Operationen an der Y.U.-Hochschule die Aufsicht hat, wird ebenfalls genannt. Die Klage richtet sich auch gegen noch nicht identifizierte Vorstandsmitglieder von Y.U. sowie der Y.U.-Hochschule während des Zeitraums, den die Klage behandelt.

Mordechai Twersky aus Israel und Singer sind die einzigen Opfer, die in der Klage genannt werden. Die anderen Opfer sind anonym. Twersky, der die Mißbrauchsvorwürfe als Erster ans Licht brachte, wollte sich zu der Klage nicht äußern. „Ich möchte die Klage für sich selbst sprechen lassen“, sagte Twersky.

Obwohl die Überwindung von New Yorks Verjährungsfrist schwierig ist, war Mulhearn einmal zuvor erfolgreich. Er wandte eine ähnliche juristische Strategie an, um im Namen von 12 Männern, die vor Jahrzehnten von Phil Foglietta, einem Footballtrainer an der elitären Brooklyner „Poly Prep Country Day School“ sexuell mißbraucht wurden, eine geheim gehaltene Beilegung (undisclosed settlement) zu gewinnen.

Finkelstein und Gordon arbeiteten in Israel, als die Geschichten im FORWARD veröffentlicht wurden. Beide Männer bestritten jegliches Fehlverhalten, als sie der FORWARD im Dezember kontaktierte.

Hier finden Sie den Originalartikel, Former Y.U. High School Students File $380M Suit Claiming Sex Abuse Cover-Up.

Ist es nicht faszinierend, daß offensichtlich selbst 380 Millionen Dollar den hiesigen Massenmedien keine Nachricht wert sind?

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