Rabbi informierte Polizei nicht über Mißbrauchsvorwürfe

Richard Baker und Nick McKenzie über Knabenliebhaber im australischen Mossad-Stützpunkt.

Police not told of abuse claim: rabbi
Moshe Gutnick — Foto: Andrew Taylor

Einer der ranghöchsten Rabbis Australiens hat verraten, daß er nicht die Polizei informierte, als ihn ein Knabe aufsuchte, um Mißbrauchsvorwürfe zu beschreiben. (Anm.: Siehe hier zur Definition von ranghoch.)

Rabbi Moshe Gutnick, der die „Organisation von Rabbis von Australasien“ („Organisation of Rabbis of Australasia“) leitet, sagte, daß er wegen dem angeblichen Mißbrauch an Sydneys Jeschiwa vor mehr als 20 Jahren einen anonymen Anruf von einem Knaben erhielt.

Rabbi Gutnick, der damals in Strathfield in Sydneys Westen war, sagte, daß er hochrangige Mitglieder der Jewischa über die Behauptungen des Knaben informierte, aber nicht die Polizei. „Würde ich damals gewußt haben, was ich jetzt weiß, dann hätte ich die Polizei wahrscheinlich gerufen“, sagte er.

FAIRFAX-Medien haben außerdem von weiteren Kindesmißbrauchsvorwürfen am Jeschiwa-Kolleg in Bondi im Jahr 2003 erfahren.

Der mutmaßliche Kinderschänder des Knaben, der Rabbi Gutnick kontaktierte, sowie ein Lehrer, dem vorgeworfen wurde, im Jahr 2003 in einem Zeltlager unzüchtige Handlungen an einem 12jährigen Jeschiwa-Schüler begangen zu haben, wurden beide nach Übersee verlegt, nachdem über sie Beschwerden gemacht wurden. (Anm.: Politiker nennen dieses Prozedere Rotationsprinzip — Luzer Twersky berichtet, daß sein Kinderschänder später Schulleiter an einer anderen Schule wurde.)

FAIRFAX-Medien deuten damit nicht an, daß die Jeschiwa-Gemeinschaft beim außer Lande gehen der Männer irgendeine Rolle spielte. (Anm.: Was die Medien wohl andeuten würden, wenn die Kirche einem Kinderschänder zur Flucht verholfen hätte.)

Das Opfer des Vorfalls aus dem Jahr 2003 sagte unter der Bedingung der Anonymität, seine Familie meldete den Vorfall der Gemeindeverwaltung (Department of Community Services) von New South Wales und zwei Schulleitern am Jeschiwa-Kolleg.

Das Opfer sagte, er war bestürzt, zu erfahren, daß der beschuldigte Lehrer innerhalb weniger Wochen nach seiner Beschwerde nach Übersee geflogen wurde. „Wie sollte irgendjemand wissen, ob er dort mit der gleiche Sache weitermacht“, sagte er.

Eine mit den Jeschiwa-Juden verbundene Quelle sagte, das Kolleg meldete den Vorfall des Jahres 2003 den Kinderschutzdiensten.

Rabbi Gutnick sagte, ein Mann, der behauptete, der Knabe von vor 20 Jahren zu sein, kontaktierte ihn im Jahr 2011. Der Rabbi sagte, er forderte den Mann auf, die Polizei zu kontaktieren.

FAIRFAX-Medien berichteten im vergangenen Monat, daß die Polizei von New South Wales gegen den Mann ermitteln würde, der beschuldigt wurde, in den 1980er Jahren mindestens vier Opfer sexuell mißbraucht zu haben, darunter der Knabe, der Rabbi Gutnick kontaktierte.

Der mutmaßliche Täter sagte einem seiner Opfer in einem kürzlich geführten Gespräch, daß er in das Büro des geistlichen Führers des Jeschiwa-Zentrums, Rabbi Pinchus Feldman, gerufen wurde. (Anm.: Hier wird er Pinchas geschrieben, hier Pinchos.)

„Er [Rabbi Feldman] hat mir nur gesagt, es hätte nicht passieren sollen, und ich sollte Schritte unternehmen, um dies zu vermeiden“, sagte der Angeklagte Mann seinem angeblichen Opfer. „Es war eine einmalige Unterhaltung.“

Das Jeschiwa-Zentrum veröffentlichte in der vergangenen Woche eine Erklärung im Namen von Rabbi Feldman, der Rabbi Gutnicks Schwager ist, in der er sagte, keine Erinnerung an irgendein Geständnis von sexuellem Kindesmißbrauchs vor 25 Jahren zu haben. (Anm.: Dem jugendlichen Blick dieses Bildes nach zu urteilen, dürfte Rabbi Feldman so etwa in der Altersgruppe 30plus sein, er dürfte also die Wahrheit sagen, wenn er erklärt, sich an kein Gespräch vor 25 Jahren erinnern zu können.)

Als Antwort auf eine Reihe von Fragen erklärte das Jeschiwa-Zentrum in dieser Woche:

„Die Jeschiwa behandelt ihre Aufgaben des Kindeswohls mit größter Sorgfalt und hat sich immer bemüht, all ihren juristischen und moralischen Verpflichtungen zur Kindersicherheit in vollem Umfang nachzukommen. Es ist unsere Politik, in solchen Angelegenheiten entsprechende Regierungsstellen zu konsultieren.

Jeschiwa-Vertreter leiteten mit der Polizei kürzlich ein Treffen auf hoher Ebene ein, um eine Untersuchung von historischen Kindesmißbrauchsanschuldigungen zu diskutieren. Die Polizei hat die Jeschiwa-Vertreter informiert, daß Spekulationen in den Medien den Erfolg ihrer Ermittlungen gefährden könnten. (Anm.: Was in den Medien wohl los wäre, wenn sich die Kirche in Ermittlungen gegen Kinderschänder einmischen würde.)

Die Polizei hat beantragt, daß die Jeschiwa alle Anfragen in Bezug auf die Untersuchung direkt an sie richtet. (Anm.: Größenwahn?) Es ist für uns daher unangebracht, sich über irgendwelche dieser Dinge zu äußern.“ (Anm.: Aus diesem ethnischen Zirkel, in dem 27% Probleme mit der Sprache haben, manche auch Schreibprobleme, entspringen nicht ohne Grund viele gesetzgebende Personen — fragen Sie aber nicht nach dem Grund.)

Manny Waks, ein Melbourner Vertreter für Kindesmißbrauchsopfer, sagte, er wäre nicht überrascht, von „neuen schweren Vertuschungsvorwürfen in einer ultraorthodoxen Institution“ zu erfahren.

Er lobte Rabbi Gutnicks Zugeständnisse.

Der ehemalige Präsident der „Organisation der Rabbis von Australasien“, Rabbi Dovid Freilich, sagte, die Täter und diejenigen, die Mißbrauch vertuschten, wären beide schuldig.

„Das Leben von Kindern wird zerstört und Sie wollen es vertuschen? Es ist ekelhaft“, sagte er.

Hier finden Sie den Originalartikel, Police not told of abuse claim: rabbi.

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