Jüdische Gemeinschaft Queens: Klage wegen verpfuschter Beschneidung, die ein Baby entstellte

James Fanelli über das fehlende Stück Glied.

Queens Infant Disfigured in Botched Bris, Lawsuit Charges
Ein Vater aus Queens verklagt einen Rabbi und behauptet, daß sein Sohn im Oktober 2011 bei einer Brit entstellt wurde — Foto: Sean Gallup/Getty Images

5. März 2013 — Laut einer neuen Klage verpfuschte ein Rabbi die Beschneidung eines 8 Tage alten Knaben und erklärte dem Vater dann, eine akzeptable Arbeit geleistet zu haben, obwohl am Kind eine korrigierende chirurgische Operation vorgenommen werden mußte.

Laut der letzte Woche in Queens am Obersten Zivilgericht eingereichten Klage geht Gavriel Baruch, der Vater des Jungen, gerichtlich gegen Rabbi Mordechai Rachminov vor und behauptet, daß er seinem Sohn während des religiösen Zeremoniells am „Jüdischen Gemeindezentrum Bukharian“ („Bukharian Jewish Community Center“) in Forest Hills am 16. Oktober 2011 einen Teil der Eichelkrone abschnitt.

Rachminov, 69, täuschte Baruch nach dem Ritual, indem er behauptete, die Beschneidung wurde „angemessen durchgeführt, und daß sein Verhalten innerhalb der Norm an Sorgfalt und Sachkenntnis der jüdischen Mohalim und Beschneider lag“, so die Klage.

Er erklärte Baruch angeblich auch, daß kein Arzt notwendig war. Selbst nachdem offensichtlich wurde, daß die Beschneidung schief ging, riefen Rachminov und das Gemeindezentrum keinen Arzt, so die Klage.

Baruch behauptet, daß die Verzögerung bei der medizinischen Versorgung bei seinem Sohn zu größeren bleibenden Schäden führte. Am Knaben mußte eine korrigierende chirurgische Operation vorgenommen werden und es könnten weitere Maßnahmen erforderlich sein, so die Klage.

Eine Frau, die bei Rachminov zu Hause telefonisch antwortete, sagte, die Anschuldigungen wären nicht wahr.

„Ich habe davon nichts gehört“, sagte sie.

Das „Jüdische Gemeindezentrum Bukharian“ wurde in der Klage ebenfalls genannt. Eine Frau, die im Zentrum telefonisch antwortete, erklärte, daß Rachminov dort nicht mehr arbeitet. Sie lehnte es ab, sich zu der Klage zu äußern.

Baruchs Anwalt meldete sich auf einen Anruf nicht zurück.

Die Beschneidungspraxis wurde im September zu einem heiß diskutierten Thema, nachdem ein Säugling starb, der während des Rituals mit Herpes infiziert wurde. Die städtische Gesundheitsbehörde sagte damals, daß seit dem Jahr 2000 12 Babys während der religiösen Zeremonien mit dem Virus infiziert wurden.

Im vergangenen Herbst verabschiedeten städtische Beamte die Regelung, daß eine Beschneidung erst möglich ist, wenn sie von den Eltern zuvor absegnet wird. Jüdische Gruppen fechten die Regelung derzeit vor dem Bundesgericht an.

Die Rituale werden vor allem von orthodoxen jüdischen Gemeinden praktiziert. Dabei beschneidet ein Rabbiner oder Mohel die Vorhaut des Babys und saugt dann mit dem Mund das Blut aus dem Schnitt. Durch den Kontakt kann auf das Kind Herpes übertragen werden.

Hier finden Sie den Originalartikel, Queens Infant Disfigured in Botched Bris, Lawsuit Charges.

Unsere Sprachrohre wären wohl so „frei“, dazu etwas aus dem Ärmel zu schütteln, wie es Jitzhak Ben Chaim in „Was ist koscher“ auf Seite 39 bis 41 zum Besten gibt.

Beschneidung

Die erste große Station eines männlichen jüdischen Neugeborenen ist die Beschneidung. Dieses Zeremoniell ist von seinem Sinn her nicht etwa mit der christlichen Taufe zu vergleichen. Denn streng genommen ist ein Mensch ja erst dann »Christ«, wenn er getauft worden ist. Bei uns ist jedoch jedes Neugeborene sofort Jude. Da gibt’s kein Entrinnen. Einmal Jude, immer Jude.

Die Beschneidung ist dagegen das sichtbare Zeichen des Bundes, den Abraham und Gott miteinander geschlossen haben und der auf ewig zwischen dem Volk Israel und dem Einen und Einzigen gilt:

»Und das ist mein Bund, den ihr wahren sollt, zwischen mir und euch und deinem Samen nach dir: Beschneiden lasse sich euch alles Männliche. Und ihr sollt euch beschneiden lassen am Fleisch eurer Vorhaut, und dies sei das Zeichen des Bundes zwischen mir und euch … Ein unbeschnittener Mann aber, der am Fleisch seiner Vorhaut nicht beschnitten ist, ein solches Wesen soll aus seinen Sippen getilgt werden; meinen Bund hat er gebrochen.« (Gen. 17, 10-14)

Die Beschneidung heißt auf Hebräisch Brit Mila, wörtlich: »Der Bund der Beschneidung«. Sie ist im jüdischen Leben ein großes Ereignis und somit ein Freudenfest. Ein neues Leben ist geboren, und an diesem Tag wird sichergestellt, dass der Bund mit Gott in der neuen Generation fortgesetzt wird. Eine Brit findet am achten Tag nach der Geburt statt, selbst wenn dieser achte Tag ein Schabbat oder gar Jom Kippur ist. Eine Ausnahme wird nur gemacht, wenn das Neugeborene aus gesundheitlichen Gründen gefährdet ist. Dann verschiebt man die Beschneidung, bis es körperlich völlig wiederhergestellt ist.

Der Brit kann an jedem Ort durchgeführt werden, im Krankenhaus oder in der Synagoge oder sogar daheim. Man lädt Freunde und Verwandte ein, die das Baby hereintragen, bis es schließlich auf dem Schoß des Sandak landet. Als Sandak wird derjenige bezeichnet, der die Ehre hat, das Baby während der Beschneidung zu halten. Das ist nur selten der Vater, meist ein älteres Familienmitglied, der Großvater des Kindes etwa.

Während der Beschneidungszeremonie steht ein besonders schöner oder bequemer Stuhl im Raum, der leer bleibt. Er ist für den Propheten Elija reserviert, der den Messias ankündigt und den Bund mit Gott vertritt.

Die Beschneidung selbst wird von einem rituellen Beschneider, einem Mohel, vorgenommen. Dies ist ein sehr frommer Mann, der das Ritual der Beschneidung natürlich professionell gelernt hat. Man spricht Gebete und Segen und dann nimmt der Mohel die Beschneidung vor. Der Vater des Kindes ist natürlich anwesend. Das Baby wird nicht betäubt, es erhält nicht einmal eine örtliche Narkose, denn den Bund mit Gott muss man sozusagen bei vollem Bewusstsein vollziehen. Natürlich schreit das Baby, natürlich tut ihm der Eingriff weh. Viele Menschen finden diesen Vorgang barbarisch, doch ich kann versichern, man wird durch die Beschneidung weder traumatisiert, noch trägt man irgendwelche anderen Schäden gleich welcher Art davon.

Im Ernst, es ist üblich, während der Brit auch einen festlichen Segensspruch, einen Kiddusch, über einem Becher Wein zu machen und dann dem Baby unmittelbar nach dem Eingriff einen Tropfen auf seine Lippen zu geben. Das Baby ist in wenigen Sekunden »sternhagelvoll« und schläft sofort ein. Von dem Wein trinkt schließlich noch der Sandak, und dann wird er der Mutter des Kindes gebracht, die ebenfalls davon trinkt. In streng orthodoxen Kreisen sind die Frauen während der Beschneidung nicht im Raum, in Gemeinden, die nach dem orthodoxen Ritus leben, aber nicht ganz so strikt sind, werden Frauen zugelassen, sie stehen nur nicht unmittelbar neben den Männern, sie wahren ein wenig Abstand vom Ort des Geschehens. Wie es die Mütter halten, ist unterschiedlich. Es gibt Mütter, die sind ganz stolz und freudig und sind dabei, wenn ihr kleiner Sohn in den Bund aufgenommen wird. Und natürlich gibt es Mütter, denen der bloße Gedanke an die Beschneidung so arg ist, dass sie bleich und zitternd lieber draußen bleiben. Übrigens, auch so mancher männliche Anwesende ist bei einer Brit schon mal umgekippt … Man versorgt ihn natürlich sofort, aber ein wenig lustig macht man sich schon auch, so nach dem Motto: Als kleines Baby warst du tapferer!

Während der Brit verkündet der Vater den Namen des Kindes, danach gibt es natürlich ein großes Festessen, schließlich ist die Zukunft des jüdischen Volkes soeben neu gesichert worden.

Und was ist mit neugeborenen Mädchen? Was macht man mit ihnen? Nichts, zum Glück. Das Judentum beschneidet selbstverständlich keine weiblichen Genitalien. Es ist aber allgemein üblich, dass der Vater am ersten Schabbat nach der Geburt in der Synagoge einen Kiddusch mit einem kleinen Essen für alle Anwesenden gibt und dabei den Namen des Mädchens verkündet. Natürlich wird auch da groß gefeiert, man trinkt auf das Wohl von Tochter und Mutter und wünscht der Familie viel Glück.

Die Worte „Nichts, zum Glück“ zitierte von unseren schwarz-rot-grün-gelben EU-Piraten selbstverständlich niemand, als das Thema Beschneidung durchgeboxt wurde.

Siehe auch:

Beschneidung von Männern verschlechtert das Sexualleben


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