Holocaust-Karneval: Ultraorthodoxe Juden protestieren gegen unfaire Medienbehandlung

David Lev über israelitisches Marketing.

(Nicht zu verwechseln mit dem verhinderten Gedenk-Event Holocaust-Karneval in Rio 2008, das eine Richterin umgehend unter das Schwert einer Strafe in Höhe von 110.000 Dollar stellte, obwohl Adolf Hitler während des Zweiten Weltkriegs ein Thema von Karnevalssambas war.)

Photo Essay: Hareidim Protest Unfair Media Treatment
Charedische Juden demonstrieren in Meah Shearim — Foto: FLASH 90

Hunderte von charedischen Juden demonstrieren in Jerusalem am Samstagabend gegen eine ihrer Aussage nach unfaire Behandlung durch die Medien

31. Dezember 2011 — Hunderte von charedischen Juden demonstrieren in Jerusalem am Samstagabend gegen eine ihrer Aussage nach unfaire Behandlung durch die Medien der vergangenen Wochen. Die Demonstranten hörten Sprecher, die in Reden zur Frage des Ausschlusses von Frauen aus der Öffentlichkeit die „Diffamierung“ der charedischen Gemeinschaft anprangerten, und sie bekundeten ihre Unterstützung für Shmuel Weisfish, Leiter der „Keuschheitspatrouille“ in Meah Shearim, der am Sonntag eine Gefängnisstrafe beginnen soll.

Dutzende von Kindern und Erwachsenen trugen gelbe Sterne mit dem Wort „Jude“, das an die Zeit des Nationalsozialismus erinnert, und einige Kinder trugen gestreifte KZ-Uniformen. Die Demonstranten sagten, daß es nicht darum geht, Israel mit Nazi-Deutschland zu vergleichen, sondern die anticharedische Stimmung und Aufwiegelung mit der antijüdischen Hetze in Deutschland vor dem Holocaust.

Diese Woche in charedischen Jerusalemer Vierteln veröffentlichte Aushänge beschuldigten die säkularen Medien, „zu versuchen, die Haredim für das Verbrechen zu verurteilen, die Normen der Keuschheit und Heiligkeit aufrechtzuhalten, wie sie das jüdische Gesetz fordert, zum Beispiel in Bussen und außerhalb von Synagogen, wo sich Hunderte von Menschen versammeln“.

In Aushängen, die am Freitag in den charedischen Jerusalemer Vierteln der Stadt Beit Shemesh veröffentlicht wurden, hieß es in Bezug auf die Kontroverse über die Orot Mädchenschule in Beit Shemesh, die Demonstranten demonstrierten „gegen das Beharren, im Herzen eines charedischen Viertels in Beit Shemesh eine Mädchenschule für Nationale Religiöse zu bauen (a girls school for National Religious students), wo sich die Mädchen auf eine Art und Weise unkeusch kleiden, die die Gefühle der Anwohner verletzt, die gutes Geld gezahlt haben, um weit weg von der kranken säkularen Gesellschaft zu leben, die diejenigen verfolgt, die G-tt fürchten“.

Religiöse Nationalisten (Dati Leumi) aus Beith Shemesh — insbesondere der Gegend Givat Sharrett, wo sich die Orot Mädchenschule befindet — bestreiten die Behauptungen der Charedim, daß sich die Schule im „Herz eines charedischen Viertels“ befindet und sagen, daß sie in Wirklichkeit an Gegenden der Dati Leumi angrenzt, und daß die Charedim nicht an „Keuschheit“ interessiert sind, sondern das Gebäude für ihre eigenen Institutionen erhalten wollen.

Laut Berichten versprühte ein charedischer Demonstrant Tränengas in Richtung der Reporter von CHANNEL 10, die über das Ereignis berichteten. Ein großes Polizeiaufgebot begann, einen Verdächtigen zu verfolgen, während Demonstranten begannen, die Polizei mit Steinen zu bewerfen. Die Polizei soll ihn auf einem Dach in die Enge getrieben und verhaftet haben. (Anm.: Gemäß dem aufklärerischen Motto „Ich mach mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt“ ist diese Gruppierung sowohl die modernste als auch „die theologisch, politisch und sozial konservativste Richtung innerhalb des Judentums“. Der basisdemokratische Informationsdachverband Wikipedia schreibt hier: Zu den Zentren der Ultraorthodoxen gehören das Stadtviertel Me’a Sche’arim im Westen Jerusalems und die Stadt Beit Shemesh. An anderer Stelle erklärt der basisdemokratische Informationsdachverband Wikipedia dagegen: In Israel, the Religious Zionism of the „Dati Leumi“ (Hebrew: דתי לאומי, „National Religious“) dominates Modern Orthodoxy.)

Fotos: FLASH 90

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Hier finden Sie den Originalartikel, Photo Essay: Hareidim Protest Unfair Media Treatment.

Die Aktion führte sogar zu einem Ratebild:

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Bildquelle: JPOST

(Auflösung des Ratebildes: Nur wir mit unserer weißen Haut, die so viel heller ist als die unserer Nachbarvölker, und unseren Mützen, mit denen wir wie Tataren aussehen, sind Israeliten, die schon seit Jahrtausenden hierher gehören, und nicht die anderen Weißhäutigen, die erst seit 1948 hier leben.)

Auf Platz 1 der Medienhitparade stand dieses Motiv:

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Entschuldigung, ich meinte dieses Motiv:

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Bildquelle: YNET

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Bildquelle: KLEINE ZEITUNG

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Bildquelle: YNET


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