Gästehaus Elm: Innenministerium wurde vor 30 Jahren von führendem Tory über den Promi-Pädophilenring informiert

Keir Mudie und Nick Dorman über sesselpupsende Aktenvernichter.

1984 präsentierte der Abgeordnete Geoffrey Dickens ein 50seitiges Dossier mit Details über Promi-Kinderschänder

Elm guest house: Home Office was warned by top Tory 30 years ago of VIP paedophile ring
Geoffrey Dickens (links) wurde versichert, seine Vorwürfe würden untersucht werden

THE SUNDAY PEOPLE kann zeigen, daß ein hochrangiger Tory-Abgeordneter der Regierung vor fast 30 Jahren ein explosives Dossier über angebliche Promi-Kinderschänder überreichte.

Die 50 Seiten enthielten Informationen über vermutete Pädophilenringe, polizeiliches Fehlverhalten und den Mißbrauch von Knaben in einem Pflegeheim.

Es gibt Anzeichen, daß das Dossier Verbindungen zum berüchtigten Gästehause Elm im Südwesten von London enthielt, das derzeit im Mittelpunkt der „Operation Fernbridge“ der Londoner Polizei steht.

Doch die Akte ist verschwunden.

Der Abgeordnete Geoffrey Dickens überreichte sie 1984 dem Innenministerium.

Später hatte er ein halbstündiges Treffen mit dem damaligen Innenminister Leon Brittan, das Geoffrey Dickens als ermutigend beschrieb.

Der Abgeordnete für Littleborough und Saddleworth sagte, ihm wurde versichert, seine Behauptungen über einen Pädophilenring im gesamten Königreich würden vollständig untersucht werden.

Doch es gibt keine Hinweise, daß Geoffrey Dickens‘ Erkenntnisse jemals verfolgt wurden und das Innenministerium gibt zu, daß es keine Ahnung hat, wo die Akte jetzt ist.

Unsere Enthüllungen stützen die erstmals im Oktober letzten Jahres erhobenen Vorwürfe des wahlkämpfenden (campaigning) Unterhausabgeordneten Tom Watson, daß die Beweise für einen Promi-Pädophilenring mit Verbindungen zur Regierung in den frühen 1980er Jahren nicht weiterverfolgt wurden.

Dies weckt Befürchtungen, daß hochrangige Persönlichkeiten, die das Dossier erwähnte, durch eine Vertuschung geschützt wurden — vielleicht durch den MI5 oder Scotland Yards „Sonderabteilung“ („Special Branch“).

In einer parlamentarischen Anfrage hat Tom Watson die Innenministerin Theresa May nun aufgefordert, Dickens‘ Dossier aufzuspüren und den Abgeordneten zur Verfügung zu stellen.

Geoffrey Dickens, der 1995 im Alter von 63 starb, verbrachte Jahre damit, seine Beweise zu sammeln. Der Abgeordnete war überzeugt, feste Beweise für ein Promi-Pädophilennetzwerk mit Verbindungen zum Parlament, Buckingham Palace und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens zu haben.

Es wird angenommen, daß er der Regierung mindestens zwei Dossiers übergab.

Im Jahr 1981 nutzte er seine parlamentarische Immunität, um den Diplomaten Sir Peter Hayman als Pädophilen zu identifizieren.

Drei Jahre zuvor wurde in einem Londoner Bus ein Umschlag mit obszöner Literatur und schriftlichem Material gefunden.

Eine polizeiliche Untersuchung fand ekelerregende Korrespondenz zwischen Sir Peter und weiteren Personen.

Doch gegen den Diplomaten, der für den Auslandsnachrichtendienst MI6 und als Hochkommissar in Kanada tätig war, wurde strafrechtlich nicht vorgegangen. (Anm.: Die Begründung des Generalstaatsanwaltes lautete, daß die Täter Erwachsene waren und daß sich das belastende Material in verschlossenen Umschlägen befand — siehe „Hayman escapes charges in child-porn scandal“ im OTTAWA CITIZEN vom 20. März 1981.)

Die Polizei deckte Haymans Verbindungen zur berüchtigten „Informationsbörse für Pädophile“ („Paedophile Information Exchange“, PIE) auf.

Die Lobbygruppe setzte sich für gleiche Rechte für perverse Kindersexbefürworter ein und daß die Volljährigkeit auf vier herabgesetzt wird.

Es gäbe „große, große Namen — Menschen in Positionen mit Macht, Einfluß und Verantwortung“, sagte Geoffrey Dickens 1983 und drohte, sie im Parlament bloßzustellen, wenn gegen PIE keine Maßnahmen ergriffen würden.

Bei Innenminister Brittan reichte der Abgeordnete gegen die Gruppe eine von einer Million Bürgern unterschriebene Petition ein.

Im Jahr 1984 enthüllte er, daß er Innenminister Brittan aufgefordert hatte, die Vorwürfe in seinem Dossier zu untersuchen.

Er fügte hinzu: „Das Dossier enthielt Vorwürfe einer Straftat an einem Kind in einem Kinderheim.“

Laut damaligen Berichten beschrieb die Akte einen Jugendarbeiter, der Knaben mißbrauchte, die er betreute, und einen TV-Chef, der angeblich ein Kind mißbrauchte.

Die Ermittler sind nun daran interessiert, das Dossier zu sehen, da die Untersuchung gegen das Gästehaus Elm an Fahrt gewinnt.

„Operation Fernbridge“ wurde eingerichtet, um Vorwürfe zu untersuchen, daß das Gästehaus Elm — ein Schwulenbordell — in den späten 1970er und frühen 80er Jahren von hochkarätigen Pädophilen benutzt wurde, um Knaben zu mißbrauchen.

Von der Polizei eingesehene Dokumente, die erstmals in einer gemeinsamen Ermittlung durch THE SUNDAY PEOPLE und der Internetseite EXARO enthüllt wurden (und von den Blogseiten AANGIRFAN / BRUNOLEAKS abgeschrieben wurden), zeigen, daß Besucher des Gästehauses Elm Verbindungen zum königlichen Haushalt, zur Politik und zum Showbusiness hatten.

Letzte Woche erzählte ein Opfer THE SUNDAY PEOPLE, wie er von dem nahegelegenen Kinderheim „Grafton Close“ als 13jähriger zum Gäsehaus Elm gebracht wurde, dort alkoholisiert (plied with drink), in ein Feen-Kostüm gekleidet und dann von „noblen Männern“ mißbraucht wurde.

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte: „Wir wissen von Medienberichten der 1980er Jahre über Papiere, die von Geoffrey Dickens gesammelt wurden.

Akten aus dieser Zeit werden von der Abteilung nicht länger zentral aufbewahrt, es wird aber daran gearbeitet, um herauszufinden, welche relevanten Dokumente archiviert wurden.“

Hier finden Sie den Originalartikel, Elm guest house: Home Office was warned by top Tory 30 years ago of VIP paedophile ring.

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