Pädo-Chic: Der Ausdruck des Fleisches unter Kunstliebhabern

Kate McClymont über Pädo-Kunst und Lord McAlpine.

Termini technici
the Sauce: Sauce-Redaktion [„sauce“ ist Internet-Slang für „source“]

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Bildquelle: the tap

17. Mai 2003 — Der Besitz einer umfangreichen Sammlung erotischer High-Fashion-Fotos hat in Kunstkreisen für Aufregung gesorgt.

Um am kommenden Freitag in London versteigert zu werden, ist der Besitzer der gesammelten Werke — „A (Very) Private Collection: Fashion and Eroticism Photographs 1970-1990“ — sehr daran interessiert, anonym zu bleiben.

Laut einem Bericht in der Londoner SUNDAY TIMES wurde ursprünglich vermutet, daß die Sammlung die eines alternden Wüstlings wäre, der jetzt auf die rund 100.000 Pfund scharf ist, die die Sammlung voraussichtlich einbringen wird.

Das Blatt erhielt dann einen Hinweis, daß der Verkäufer der erstaunliche Sammler und ehemalige Tory-Schatzmeister Lord Alistair McAlpine wäre, dem es wohl kaum an Geld mangelt.

But while the peer did assemble the collection, seven years ago he kindly donated 700 photographs by the likes of Bob Carlos Clarke, David Bailey, Terence Donovan, designer Karl Lagerfeld and others to the Art Gallery of NSW. It now appears the anonymous collector who is quietly flogging the snaps is indeed our very own art gallery.

Doch der Peer, der die Sammlung zusammengestellt hatte, spendete der Kunstgallerie NSW (Art Gallery of New South Wales) vor sieben Jahren freundlicherweise 700 Fotografien von Künstlern wie Bob Carlos Clarke, David Bailey, Terence Donovan, Designer Karl Lagerfeld und anderen. Wie es nun scheint, ist der anonyme Sammler unsere eigene Kunstgalerie.

Der Marketing-Manager für „Bloomsbury Book Auctions“, der den Verkauf abwickelt, legte die Identität des Verkäufers gegenüber der Sauce-Redaktion nicht offen und bestätigte nur, daß es keine Person sondern eine Institution wäre.

Obwohl der Direktor der Kunstgallerie, Edmund Capon, mit Lord McAlpine befreundet ist, wußte der Peer von dem Verkauf erst, als ihn die SUNDAY TIMES kontaktierte.

Als die Sauce-Redaktion McAlpine kontaktierte, der mit der bevorstehenden Eröffnung seiner Pension beschäftigt ist, ein früheres Kloster aus dem 14. Jahrhundert in Süditalien, war seine Lordschaft über den schmierigen Titel eher verstimmt.

„Ich bin nicht verärgert, denn wenn sie [die Kunstgalerie] etwas verkaufen wollen, das ich ihnen gab, ist das ihre Angelegenheit. Tatsache ist, daß ich glaube, daß es sehr dumm war, diese Dinge zu verkaufen.

Die Bilder gelten als eine bedeutende Sammlung, auch wenn sie für einen Kurator oder Fotografen aus Sydney — das aber nicht das Epizentrum der neuen Welt ist — nicht von großer Bedeutung zu sein scheinen.“

Edmund Capon rief uns nicht zurück, obwohl die Galerie der SUNDAY TIMES eine E-Mail übermittelte, in der es hieß: „Entschuldigung, die Galerie ist zu einem Kommentar nicht in der Lage.“

Ein Kritiker der SUNDAY TIMES beschrieb die Arbeiten als einflußreich, wagemutig und stark formalisiert und die dargestellte Kleidung „signalisiert Glamour und Highlife, nichts Schäbiges“. Weiter heißt es in dem Artikel: „Die Bilder in dieser Sammlung wurden als hohe Kunst aufgenommen, doch ihre Wirkung soll diese Art der Erotik in der Kultur verbreiten.“

„Diese Sammlung ist außergewöhnlich, weil sie den Moment einfängt, bevor wir Erotik zu etwas Banalem machen — keine geheime Freude, sondern ein uns umgebender Reiz.“

Potenzielle Besucher der Pension „Il Convento di Costantinople“ in der Nähe der Stadt Marittima in Puglia werden es zu schätzen wissen, daß sie zwar keine erotischen Fotos bietet, aber mit anderen Werken aus der großen Kunstsammlung des Gastgebers vollgestopft ist, einschließlich einer beträchtlichen Zahl an Kunstwerken von Aborigines.

Hier finden Sie den Originalartikel, Expressing the flesh in chic circles.

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