Großbritanniens Pädophilenring: Die Personen des öffentlichen Lebens wurden genannt

Nick Davies über das Schweigen des GUARDIAN und der Restmedien über die Namen der pädophilen Politiker.

(Das „Kindesmißbrauchstribunal North Wales“ — Bildquelle: REBECCA)

15. Oktober 1997 — Polizisten, Sozialarbeiter und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wurden beschuldigt, einem unerbittlichen Pädophilenring anzugehören, der Kinder in Heimen in North Wales körperlich und sexuell mißbraucht.

Die Namen der mutmaßlichen Mitglieder des Rings wurden von Zeugen in öffentlichen Sitzungen des „Kindesmißbrauchstribunals North Wales“ („North Wales Child Abuse Tribunal“) genannt, doch sie wurden durch den Vorsitzenden des Tribunals, Kronanwalt Sir Ronald Waterhouse, unterdrückt, der den Medien mit Klagen des Obersten Gerichtshofs drohte, falls sie sie drucken.

Der GUARDIAN veröffentlicht heute zum ersten Mal detaillierte Beweise über den mutmaßlichen Ring, der angeblich in Wrexham sitzt und über einen Zeitraum von 20 Jahren örtliche Kinderheime infiltriert haben soll.

Zeugen behaupten, daß Mitglieder des Rings ihre Verbindungen mit der Polizei und den sozialen Diensten nutzten, um ihre Aktivitäten zu verschleiern. Alle Angeklagten bestritten die Vorwürfe.

Zu denen, die dem Tribunal genannt wurden, gehören:

Ein Mann, der den gleichen Nachnamen trägt wie ein prominenter Unterstützer der Konservativen. Zwei Zeugen erzählten dem Tribunal von einem reichen und mächtigen Mann, der dem mutmaßlichen Ring angehörte.

Der Sohn eines einflußreichen Peers, der gegenüber der Polizei einräumte, daß er mit einem minderjährigen Knaben aus einem der Heime Sex gehabt hatte. Trotz seines Eingeständnisses wurde er nie strafrechtlich verfolgt.

Ein mächtiger Beamter, der zuvor von Vorwürfen des Mißbrauchs befreit wurde. Sechs Zeugen berichteten dem Tribunal getrennt von seiner angeblichen Vergewaltigung von Knaben. Ein weiterer meldete seine Teilnahme an Partys in Wrexham, die mit Knaben aus einem Kinderheim versorgt wurden.

Zwei Sozialarbeiter und zwei Polizisten, einer von ihnen wurde in vier verschiedenen Fällen des Mißbrauchs angeklagt und jedes Mal freigesprochen, ein anderer wurde inzwischen in einem anderen Teil des Landes wegen schwerer Unzucht mit einem Kind eingesperrt.

Mehr als ein Dutzend anderer einheimischer Männer, darunter ein Angestellter einer örtlichen Behörde, ein leitender Bewährungshelfer und ein Direktor eines großen Unternehmens.

Alle als Mitglieder des Rings Genannten bestritten die Vorwürfe, entweder in Form von Beweisen an das Tribunal oder durch ihre Anwälte. (Anm.: In Form von gefälschten Beweisen — es hat sich gezeigt, daß, obwohl in der Untersuchung Vorwürfe, die von einer Reihe von jungen Menschen gemacht wurden, diskreditiert wurden, weil sie Vorwürfe gegen Sozialarbeiter erhoben, die laut deren Aufzeichnungen während jener Zeit nicht in jenen Heimen beschäftigt waren, in Wirklichkeit, wenn die Behauptungen wahr sind, ein Sekretär im Rat von North Wales den Auftrag gab, die offiziellen Aufzeichnungen über Datumsangaben und wo und wann bestimmte Jugendliche in Heimen waren, zu verändern — siehe „Großbritanniens Politik steckt in einem Pädophilenring“.)

Als das Tribunal im vergangenen Jahr gegründet wurde, hatte man angenommen, daß die Presse in der Berichterstattung über das Verfahren die Rechtsprivilegien (laws of privilege) nutzen und Namen nennen kann, ohne Angst vor Verleumdungsklagen haben zu müssen.

Sir Ronald entschied dann allerdings, daß die Medien den Namen einer lebenden Person, die wegen des Mißbrauchs von Kindern in den Heimen von North Wales angeklagt wurde oder wahrscheinlich angeklagt werden wird, nicht berichten können, es sei denn, sie wurde zuvor wegen einer solchen Straftat verurteilt.

Seitdem hat er seine Entscheidung zweimal verlängert: Er gewährte einem Mann Anonymität, der vor 16 Jahren starb und einem anderen, der zweimal wegen sexuellen Übergriffen auf Knaben eines Heimes in North Wales verurteilt wurde.

Sir Ronald argumentierte, daß seine Entscheidung mutmaßliche Pädophile ermutigen soll, hervorzutreten und ehrlich auszusagen, ohne Angst vor Vergeltung. (Anm.: diese Entscheidung dürfte Pädophile in der Tat ermutigen — warum kann diese Entscheidung nicht auf Geschwindigkeitsüberschreiter, Steuerbetrüger, Bombenleger, Schwarzfahrer und Mörder ausgedehnt werden?) Kritiker sagen, das sei nicht notwendig, da er die Macht hat, Zeugen zur Teilnahme zu zwingen, und daß diejenigen, die hervortraten, dies taten, um die Vorwürfe zu bestreiten, und nicht um all ihre mutmaßlichen Straftaten einzugestehen.

Ein am Tribunal beteiligter Anwalt sagte, er befürchte, daß der Anonymitätsentscheid Zeugen aktiv entmutigen würde. „Zeitungsleser mögen durchaus Informationen von potenziellem Wert für dieses Tribunal haben. Sie können Mißbrauchsopfer gewesen sein, oder sie können mit den angeblichen Tätern zusammengearbeitet haben. Wenn der Presse nicht erlaubt wird, sie über die Namen derer, gegen die Vorwürfe erhoben werden, zu informieren, dann werden sie nicht erfahren, daß ihre Informationen wichtig sind. Somit werden sie nicht hervortreten.“

Das Tribunal wurde von William Hague angeordnet, dem letzten konservativen Staatssekretär für Wales, nachdem die Grafschaft Clwyd beschloß, den Bericht einer unabhängigen Untersuchung der Mißbrauchsvorwürfe in ihren Kinderheimen nicht zu veröffentlichen. Das Tribunal, das bereits seit acht Monaten Zeugen anhört, wird die Beweisaufnahme voraussichtlich bis Januar fortsetzen.

Hier finden Sie den Originalartikel, Public Figures Named in Paedophile Ring.

Die Schreibblockade der Medien über die pädophilen öffentlichen Dienstler klingt ja sowas von absolut überzeugend und einleuchtend — als ob die bissigen Kämpfer für die Wahrheit auch alle zu 100 Prozent in der Schlacht von Watergate die Zahnreihen geschlossen gehalten und wie ein Nixon geschwiegen hätten, wenn sie nur gewußt hätten, daß dies von ganz oben gewünscht wird.

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