Romney lobt Israels sozialisiertes Gesundheitssystem

Zeke Miller über über die Freunde der  eierlegenden Wollmilchsau  gesetzlichen Pflichtversicherung.

Termini technici
— National Health Insurance Law: Nationales Krankenversicherungsgesetz
— Health Maintenance Organization: HMO-Krankenversicherung [bei der die Versicherungsmitglieder nur von Vertragsärzten behandelt werden]
— Complementary Insurance Plan: Plan für Zusatzleistungen
— Public Inquiries commissioner: Kommissar für öffentliche Untersuchungen
— complaints commissioner: Beschwerdekommissar

Nein zu ObamaCare, aber Israels Pflichtversicherung funktioniert

Der Republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney lobte Israels Gesundheitssystem — eine medizinische Versorgung, die seit Israels Gründung im Jahr 1948 sozialisiert ist.

Romney, der die Pflichtversicherung im Gesundheitswesen von Massachusetts verteidigte, Präsident Barack Obamas Pflichtversicherung aber ablehnt, staunte, wie wenig Israel in Relation zu den Vereinigten Staaten für die Gesundheitsversorgung ausgibt.

„Unsere Kosten im Gesundheitswesen sind völlig außer Kontrolle geraten. Ist Ihnen klar, was das Gesundheitswesen als Prozentsatz des BIP in Israel beträgt? 8 Prozent. Sie geben 8 Prozent des BIP für das Gesundheitswesen aus. Und Sie sind eine ziemlich gesunde Nation“, sagte Romney bei einer Spendenaktion im King David Hotel in Jerusalem über ein Gesundheitssystem, das für die Israelis zwingend vorgeschrieben ist und durch die Regierung finanziert wird.

„Wir geben 18 Prozent unseres BIP für das Gesundheitswesen aus. 10 Prozentpunkte mehr. Diese Lücke, diese 10 Prozent Kosten, lassen Sie mich diese mit der Größe unseres Militärs vergleichen. Unser Militärbudget beträgt 4 Prozent. Unsere Differenz zu Israel beträgt 10 Punkte des BIP. Wir müssen nicht nur Wege finden, mehr Menschen eine medizinische Versorgung zu bieten, sondern auch Wege finden, endlich unsere Kosten im Gesundheitswesen zu meistern.“

Romney hat erklärt, daß er ObamaCare ablehnt, weil das, was in Massachusetts funktioniert, in anderen Bundesstaaten womöglich nicht funktioniert. Doch in einem Land, das eine der höchsten Lebenserwartungen der Welt hat, den Erfolg des israelischen Systems hervorzuheben, könnte die Sache für Romney in der Heimat erschweren.

Die Rechte der Versicherten unter dem „Nationalen Krankenversicherungsgesetz“

— Unter dem „Nationalen Krankenversicherungsgesetz“ hat jeder Bürger Israels Anspruch auf Leistungen im Gesundheitswesen.

— Jede(r) Einwohner(in) hat das Recht, sich als Mitglied einer HMO-Krankenversicherung seiner (ihrer) Wahl anzumelden, frei von jedweden Vorbedingungen oder Einschränkungen aufgrund seines (ihres) Alters oder seines (ihres) Gesundheitszustandes.

— Jeder Einwohner hat als Mitglied einer HMO-Krankenversicherung das Recht, zu einer angemessenen Qualität, innerhalb einer angemessenen Frist und in einer angemessenen Entfernung von seinem (ihrem) Wohnsitz alle Leistungen zu erhalten, die im Korb des medizinischen Leistungsangebotes enthalten sind und der ärztlichen Diskretion unterliegen.

— Jedes Mitglied hat das Recht, die Gesundheitsleistungen unter Wahrung der Würde und Privatsphäre des Mitglieds und der ärztlichen Schweigepflicht erhalten.

— Jeder Einwohner Israels hat das Recht, von einer HMO-Krankenversicherung zu einer anderen zu wechseln.

— Jedes Mitglied hat das Recht, im Rahmen der geltenden Regelungen für die Auswahl der Dienstleister, welche von der HMO-Krankenversicherung von Zeit zu Zeit veröffentlicht werden, Dienstleister wie Ärzte, Pflegepersonal, Therapeuten, Kliniken und Institute aus einer Dienstleisterliste zu wählen, die eine Vereinbarung mit der HMO-Krankenversicherung eingegangen sind, bei der die versicherte Person Mitglied ist.

— Jedes Mitglied hat das Recht, zu erfahren, welche Kliniken und Institute und anderen Dienstleister in der Vereinbarung mit der HMO-Krankenversicherung enthalten sind, und welche Auswahlverfahren bei der HMO-Krankenversicherung gelten.

— Jedes Mitglied hat das Recht, die Vorschriften der HMO-Krankenversicherung einzusehen und eine Kopie zu erhalten.

— Jeder Einwohner hat das Recht, für die Gesundheitsleistungen von der HMO-Krankenversicherung alle Informationen über die getroffenen Zahlungsmodalitäten der HMO-Krankenversicherung sowie deren „Plan für Zusatzleistungen“ zu erhalten.

— Jedes Mitglied hat das Recht, sich beim Kommissar für öffentliche Untersuchungen am medizinischen Institut, das das Mitglied behandelte, zu beschweren — oder bei der verantwortlichen Person, die bei der HMO-Krankenversicherung Mitgliederbeschwerden untersucht, bei der er oder sie Mitglied ist, oder im Gesundheitsministerium beim Beschwerdekommissar des Nationalen Krankenversicherungsgesetzes.

— Jedes Mitglied hat das Recht, beim Bezirksarbeitsgericht Klage einzureichen.

Hier finden Sie den Originalartikel, Romney Praises Israel’s Socialized Health Care System.

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