Was geschah mit „Occupy Wall Street“?

Daniel Greenfield über das Ende von OWS.

Gestern machte ich einen Spaziergang hinunter zum ältesten Teil von New York City, dort, wo die Holländer landeten und in der Nähe des heutigen Standorts der Staten Island Fähre ihre Flagge hissten, wo George Washington in Fraunces Tavern, jetzt voller „Wall Street“-Typen, seinen Offizieren eine Runde ausgab — und wo ein Haufen stinkender Hippies, aufgehetzt von einem antisemitischen kanadischen Magazin, beschloß, einen Park zu besetzen, um auf ihr Bedürfnis nach Aufmerksamkeit aufmerksam zu machen.

Zuccotti Park hat wieder seine ursprüngliche Funktion als Ort, wo Sekretärinnen, Bauarbeiter und Polizisten außer Dienst Schnellrestaurants oder verseuchte Imbißwagen der Halal-Mafia aufsuchen, um schnell ihr Mittagessen zu kaufen. Die wenigen Pflanzen bewegen sich in einer Brise, die durch die engen Gassen des Finanzviertels weht, das einige der ältesten und engsten Straßen in der Stadt hat. Ein OWS-Informationsschalter ist das einzige Zeichen von Occupy und verunglimpft mit Pappschildern das NYPD und informiert sarkastisch indische und russische Touristen, die Schnappschüsse von dem im Bau befindlichen Freedom Tower machen: „Denken Sie, diese ‚Menschen‘ sind die ‚Helden‘ von ‚911‘? — Richtig.“

„Occupy Wall Street“ zog einen Block nach Osten. Es verwandelte sich in „Occupy Trinity Church“. Die Medien, die als das inoffizielle PR-Korps für OWS dienten, sind nicht allzu begeistert, zu berichten, daß eine von ihnen bejubelte Bewegung damit beschäftigt ist, von einer historischen Episkopalkirche aus dem Jahr 1697 Land an sich zu reissen, in deren Friedhof mehrere Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung und mehrere Delegierte des Kontinentalkongresses liegen, von Generälen des Revolutionskrieges und einem Kerl namens Alexander Hamilton ganz zu schweigen.

Die Dreifaltigkeitskirche (Trinity Church) war ebenfalls ein begeisterter Anhänger von „Occupy Wall Street“ und half mit Badezimmern und privaten Konferenzräumen, doch die Herausgabe vom Duarte-Platz (Duarte Square) war zu viel. Nachdem sie vom Zuccotti-Park vertrieben wurden, dachten die OWS-Wutbürger, sie könnten die Dreifaltigkeitskirche terrorisieren, ihnen aufgrund der „Tatsache ihrer Besetzung“ das Land zu geben. Stattdessen wurde der Duarte-Platz, benannt nach Juan Pablo Duarte, einem der Gründer der Dominikanischen Republik, zum OWS-Waterloo.

Trotz mehrerer Versuche, den Duarte-Platz zu besetzen, blieb die Dreifaltigkeitskirche standhaft. Nach einem halben Jahr sind die Auswirkungen von „Occupy Trinity Church“ geringer als die von „Occupy Wall Street“.

Als ich vorbeiging bestand der traurige Rest von „Occupy Trinity“ aus drei Personen, eine von ihnen saß mit einem Plastikeimer der „OWS Wäscheservice Stiftung“ da und eine weitere mit einem Schlafsack, auf dem „Occupied“ stand. Ein Pappschild verkündete, daß die Dreifaltigkeitskirche den Duarte-Platz von den Indianern gestohlen hätte und ihn OWS als Vertreter der indigenen Völker zurück geben sollte.

Ein Schild beschuldigte die Dreifaltigkeitskirche, gierig auf 200 Millionen Dollar zu sitzen, während sie den Obdachlosen von Occupy einen mickrigen Streifen Land für ihren Campingplatz verweigert. Auf ihren Internetseiten hat OWS die Dreifaltigkeitskirche beschuldigt, zu den „1 Prozent“ zu gehören und Verschwörungstheorien über die Sakristei gesponnen, die angeblich mehr als 10 Milliarden Dollar in Immobilien besitzen soll.

Doch die 1-Prozentler der Dreifaltigkeitskirche haben niemandem, dem sie die Schuld geben können, außer sich selbst. Beim „May Day Teach-In“ sagte Pfarrer Dr. James Forbes: „Die Occupy-Bewegung ist ein Licht von oben durch die Menschen von unten.“

Dreifaltigkeits-Pfarrer und Seelsorger Mark Bozzuti-Jones sprach über „Das Evangelium von Occupy Wall Street“ und verwendete Occupy außerdem als Metapher für die Göttlichkeit.

Vor kurzem beendete ich ein Buch, Das Evangelium des Barack Hussein Obama nach Markus. Es ist keine politische Erklärung oder Propaganda, sondern eine Linse, damit wir auf neuen Wegen Gottes „Occupy Humanity“ (how God occupies humanity) sehen, predigte Pfarrer Bozzuti-Jones.

In dem Buch erklärt Barack: „Selig sind die, die in Liebe für die Armen leben … Selig sind die, die vor ihrer Zeit sterben, weil sie arm sind. Wehe denen, die dafür eintreten, die wirtschaftlichen Probleme [mit Belastungen] auf dem Rücken der Armen zu lösen. Sie treten dafür ein, die Schulden durch Kürzungen der Sozialprogramme auszugleichen und weigern sich, die Reichsten im Lande zu besteuern.“

Wer eine soziale Protestbewegung mit göttlicher Inspiration begründet und Besetzung als himmlische Taktik billigt, wird den Besetzern dann nur schwer erklären können, daß sie das Land nicht haben können, weil es ihnen nicht gehört. Die Dreifaltigkeitskirche war bereit, sich mit OWS zu verbinden, um der Bewegung einen Hauch von spirituellem Aktivismus zu geben. Als Gegenleistung für all die positive Publicity über den Klerus, der sich mit sozialen Fragen auseinandersetzt, erhielten die OWS-Führer Zugang zu den Tagungsräumen und Toiletten. Den Duarte-Platz bekamen sie nicht.

Occupy Wall Street ist über den Verrat zwar nie hinweg gekommen, wahrscheinlicher ist jedoch, daß OWS eine leichtere Beute roch. Bankräuber Willie Sutton sagte einst: „Ich raube Banken aus, weil dort die Kohle ist.“ Die Dreifaltigkeitskirche hat viel Geld und war eher bereit, den Gemeinwesenarbeitern aus dem Zuccotti Park zu schmeicheln, als die Nachbarn im Finanzviertel. Liberale Linke sind Erpressungskünstler, und die Hungerstreiks und Angriffe am Duarte-Platz sollten unter Androhung von negativer Publicity etwas von diesem Geld abzweigen. Falls die Dreifaltigkeitskirche irgendwelches Geld gab, war es jedenfalls nicht im Plastikeimer der „OWS Wäscheservice Stiftung“, die anscheinend gerade mal genug Geld hatte, um ein paar schmutzige OWS-T-Shirts zu waschen.

OWS könnte in die Zukunft schauen. Die Wall Street trocknet langsam aus. Was der 11. September nicht schaffen konnte hat die Obama-Wirtschaft geschafft. Das Evangelium des Barack Hussein Obama lautet massive Arbeitslosigkeit und ein geringes Vertrauen in die Wirtschaft und das Evangelium von Michael Bloomberg lautet mehr Regulierungen und höhere Steuern.

Weiter die Straße hinunter, vorbei an den traurigen Resten von „Occupy Trinity“, öffnet sich der Broadway bis zum Fluß, wo die Holländer einst für eine Weile ihre Flagge hissten, wo die Geschütze von Fort Amsterdam versuchten, die Engländer aufzuhalten und scheiterten, und hinunter zum Bowling Green Park, dem ersten offiziellen Park in der Stadt, der auf das Jahr 1686 zurückgeht, als die rebellischen Kolonisten eine Statue von König George für Munition einschmolzen.

Am Rand des Wassers können Sie Newark sehen, einst ein Kraftwerk von Stadt, jetzt eine lokale Ausgabe von Detroit. Was Newark von New York „trennt“, sind, abgesehen vom Hudson River und ein paar Buchstaben, die Wall Street und eine Handvoll alter Branchen wie Zeitschriftenverlage — mit einer kurzen Zukunft.

Auf dem Fluß, der in beide Richtungen fließt, schleppt ein schmutziges Schiff eine Ladung Recyclingmüll. In der Ferne streckt die Freiheitsstatue, ein schwaches grünes Strichmännchen, die Hand mit der einst goldenen Flamme. Und ein paar Meilen weiter, oben auf dem Dach eines Künstlerhauses in Greenwich Village, steht eine Statue von Wladimir Lenin. Die Statue wurde nach dem Fall der UdSSR von einem radikalen Professor importiert, der auch einer der Investoren des Gebäudes war. Die Bank hat inzwischen eine Zwangsvollstreckung eingeleitet, aber Wladimir steht immer noch da, eine Hand drohend erhoben, in Richtung Wall Street und Freiheitsstatue.

Hier finden Sie den Originalartikel, Whatever Happened to Occupy Wall Street?

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