Weiche Richter lassen pro Woche zehn Kinderschänder laufen

David Wooding über den Kinderschänder von  nebenan  überall.

Schockierende Zahlen zeigen, daß weiche Richter jede Woche zehn Kinderschändern das Gefängnis ersparen.

Das heißt: fast die Hälfte aller schuldigen Pädophilen bleibt frei, trotz vieler Verbrechen, die sich über Jahrzehnte erstrecken.

Unter 531 Perversen, die im vergangenen Jahr gemeinnützige Arbeiten oder Kautionen bekamen, waren 40, die Kinder pornographisch mißbrauchten oder sie zu unsittlichen Handlungen zwangen.

Ein Perverser, den das Gericht gehen ließ, wurde zum 29. Mal verurteilt und ein anderer zum 27. Mal.

Insgesamt wurden von 1174 Pädophilen, die im letzten Jahr für schuldig befunden worden, laut Statistiken des Lustizministeriums nur 643 inhaftiert.

Hunderte weiterer Bestien, die wegen sexuellen Übergriffen auf Erwachsene verurteilt wurden, kamen mit der Art von milden Strafen davon, die den „Nein zu weichen Strafen“-Kreuzzug der Sun ausgelöst haben.

Darunter waren 55 Vergewaltiger und 1155 Männer, die für schuldig befunden wurden, Frauen sexuell angegriffen zu haben — insgesamt die Hälfte.

Gestern Abend beschuldigten Abgeordnete Justizminister Ken Clarke, Kinder in Gefahr zu bringen, wenn er die Zahl der Häftlinge reduziert.

Der Tory Priti Patel sagte: „Dies zeigt auf erschreckende Weise, was mit unserem Justizsystem los ist. Das vorrangige Ziel muß der Schutz der Öffentlichkeit vor diesen abscheulichen Verbrechern sein, die Kindern Schaden zufügen.

„Die Antwort lautet, sicherzustellen, daß diese fruchtbaren Täter hinter Gittern bleiben.“

Windsor-Castle-Berater Ross Thomas, 76, aus Slough, Berks, der sich wiederholt an einem 11-Jährigen verging, gehört zu denen, die nur einen Klaps auf die Hand bekamen: er erhielt eine Bewährunngsstrafe.

Das Justizministerium sagte, Verurteilungen und Gefängnisstrafen für Sexualstraftäter wären hoch, fügte aber hinzu: „Die Strafbemessung ist eine Sache des Richter.“

Hier finden Sie den Originalartikel, Soft judges let off ten child pervs a week.

Das DEUTSCHE ÄTZTEBLATT läßt ahnen, warum Gewalt immer rosiger wird.

Jugendliche Gewalttäter: Therapie statt Strafe

Internationale Erfahrungen zeigen, dass eine Therapie jugendlicher Gewalttäter wirkungsvoller ist als eine Inhaftierung. In Berlin tauschten Wissenschaftler aus 30 Ländern ihre Erfahrungen aus.

Gewalt emotionalisiert. Wenn in den Medien Bilder von Überwachungskameras gezeigt werden, auf denen Jugendliche anderen Jugendlichen gegen den Kopf treten, wird in Politik und Gesellschaft schnell der pauschale Ruf nach harten Strafen laut. Erfahrungen aus verschiedenen Ländern zeigen jedoch, dass lange Inhaftierungen jugendlicher Gewalttäter nicht zu weniger Gewalttaten führen. Das Gegenteil ist der Fall.

Großbritannien beispielsweise hat 1998 den „Crime and Disorder Act“ verabschiedet, mit dem die Plätze für Inhaftierungen von Jugendlichen von 3 000 auf 2 000 reduziert wurden. In der Folge seien sowohl die Anzahl der Inhaftierungen als auch der Rückfälle jugendlicher Straftäter um je ein Drittel zurückgegangen, erklärte die Präsidentin des Royal College of Psychiatrist, Sue Bailey, auf dem dritten Kongress der „European Forensic Child and Adolescent Psychiatry, Psychology and other involved Professions” (EFCAP) Anfang März in Berlin. Infolge des Gesetzes seien mehr Therapeuten besser ausgebildet worden als bislang. „Heute versuchen wir, junge Straftäter wie Kinder und Jugendliche zu behandeln und nicht wie Straftäter“, sagte Bailey. Der Wandel in Großbritannien habe jedoch Zeit gebraucht.

Berufsausbildungen in der Psychiatrie

Im Rahmen des EFCAP-Kongresses kamen in Berlin Wissenschaftler und Praktiker aus 30 Ländern zusammen, um neue Erkenntnisse aus der forensischen Jugendpsychiatrie und -psychotherapie auszutauschen. Aus der Schweiz berichtete der Chefarzt und Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik an den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel, Prof. Dr. med. Klaus Schmeck. Dort liege die Strafmündigkeit bei zehn Jahren; zudem gebe es keine Jugendgefängnisse. „Auf diese Weise kann man bei jungen Straftätern früh intervenieren und sie mit abgestimmten Maßnahmen positiv beeinflussen“, erklärte Schmeck. Das sei jedoch nur sinnvoll, wenn man nicht mit einem hohen Strafmaß, sondern mit Therapie auf ihre Straftaten reagiere. In den psychiatrischen Einrichtungen werde auch Wert darauf gelegt, dass die Inhaftierten eine Schul- und Berufsausbildung machen. „Denn wenn sie wieder frei sind, ist das für ihre Reintegration in die Gesellschaft von großer Bedeutung“, so Schmeck.

Der Ärztliche Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm und Präsident des diesjährigen EFCAP-Kongresses, Prof. Dr. med. Jörg M. Fegert, relativierte die gängigen Ansichten über Strafe und Therapie. „Therapie heißt nicht immer weichspülen. Und Arrest bedeutet nicht immer die harte Linie“, sagte er. Im Gegenteil: In der Therapie werde der Gewalttäter mit seiner Tat konfrontiert. Dort müsse er sich seine Schuld eingestehen. Das sei für die meisten Straftäter schwieriger, als eine Arreststrafe abzusitzen.

In diesem Zusammenhang kritisierte Fegert auch die Entscheidung des Koalitionsausschusses, sogenannte Warnschussarreste für Jugendliche einzuführen. Dabei werden Jugendliche, die zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurden, für kurze Zeit inhaftiert, um sie auf diese Weise abzuschrecken. „Schon heute haben die meisten jugendlichen Straftäter bereits Arresterfahrungen, die sie offensichtlich nicht abgeschreckt haben“, sagte Fegert. Innerhalb seiner Gang könne der Straftäter durch seine Inhaftierung sogar geadelt werden. Zudem komme er während seiner Inhaftierung mit anderen verurteilten Jugendlichen in Kontakt, die auf seine Entwicklung einen weiteren negativen Einfluss ausüben könnten.

Die unterschiedlichen Entwicklungen in Europa erlauben den Wissenschaftlern einen Vergleich von „politischen Experimenten“ im Umgang mit jugendlichen Straftätern, so Fegert. Wichtig sei es, die gesundheitliche und psychische Situation der betroffenen Jugendlichen zu stabilisieren. Bei diesem Anliegen müsse Wissenschaft und Menschlichkeit miteinander verbunden werden, ergänzte Bailey. Und genau das mache EFCAP.

Die Humanisten-Spezies „Wissenschaftler aus 30 Ländern“ wird sehr schön im Roman „Die böse Macht“ von C.S. Lewis beschrieben. Aus dem Klappentext:

Dieser Roman führt uns in ein Hochschulinstitut, in dem man keine Fage nach Gut und Böse kennt, sondern nur den Aufstieg zu immer perfekteren Formen des Lebens anstrebt. Die Männer dieses Instituts halten sich für eine Elite, die mit übermenschlichen Intelligenzen, „Makroben“ genannt, in Kontakt stehen. Mit ihrer Hilfe wollen sie die ganze Erde unterwerfen und den Menschen auf den „Fürstensitz des Weltalls“ heben.

In den Strudel dieser Ereignisse wird ein junges Gelehrtenpaar gezogen. Professor Studdock, von den phantastischen Möglichkeiten des Institutes fasziniert, tritt in seinen Dienst, während seine Frau – Wahrträumerin und Seherin – ohne Wissen ihres Mannes in den Bannkreis der geheimen Gegenpartei gerät. Im Dienste der beiden gegensätzlichen Mächte durchmessen der Mann und die Frau die verschiedenen Zonen der Einweihung. Und während er, im letzten Augenblick zur Einsicht kommend, mit einem Rest von menschlichem Gefühl sich auflehnt und in einen tödlichen Kampf mit den Häuptern dieser höllischen Macht gerät, dient sie, deren Träume sich als zweites Gesicht erwiesen haben, dem Bunde, der schließlich durch die Hilfe geheimnisvoller Mächte diesem dämonischen Spuk und dem Machttaumel einer hybriden Wissenschaft während eines grandiosen Banketts im Institut, ein ungewöhnliches und jähes Ende bereitet.

Bei all seiner grimmigen Schärfe gibt uns dieser utopische Roman – der in der Presse mit G. Orwells „1984“ verglichen wurde – die tröstliche Gewissheit, daß auch die Bäume der Wissenschaft nicht in den Himmel wachsen und daß die Erde letztlich den guten Menschen gehört.

Sie können „Die böse Macht“ hier lesen oder herunterladen.

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