Erfolgreich: Falsche Rassismus-Vorwürfe

David Limbaugh über die Höflichkeitsgesellschaft des Jahres 1999.

Manchmal sind wir als Gesellschaft so besorgt, uns als Vorbilder für Toleranz zu präsentieren, frei von allen rassistischen Vorurteilen, daß wir unseren Sinn für Vernunft und Gerechtigkeit verlieren und schamlos unschuldige Menschen opfern — und unsere Integrität.

Wir können noch so edel handeln, doch unsere Bereitschaft, Menschen für fanatische Taten zu bestrafen, die sie nicht begangen haben, demonstriert nicht unsere Tugendhaftigkeit, sondern unsere Feigheit.

Worauf beziehe ich mich? Erinnern Sie sich, als David Howard, ein Assistent des Bürgermeisters von Washington DC, im Jahr 1999 unter Druck gesetzt wurde, zurückzutreten, weil er in aller Harmlosigkeit das Wort „geizig“ („niggardly“) aussprach, um einen Fonds zu beschreiben, den er verwaltete? Die Leute entschlossen sich, beleidigt zu sein, weil das Wort eine phonetische Ähnlichkeit mit dem „N-Wort“ hatte, obwohl Howard darauf beharrte, daß er „nie daran denken würde, eine rassistische Bemerkung zu machen“.

Die Bedeutung des Wortes ist Lichtjahre von jenem entfernt, das eine rassistische Verunglimpfung darstellt. „Geizig“ bedeutet „übertrieben sparsam“ oder „knauserig“. Das „N-Wort“ ist ein herabsetzender Begriff, um Schwarze zu beschreiben. Jedes Wörterbuch der Etymologie zeigt ferner, daß es zwischen der historischen Entwicklung der beiden Wörter keine Verbindung gibt.

Dennoch nahm Bürgermeister Anthony Williams den Rücktritt von Howard an und sagte den Reportern: „Ich glaube nicht, daß die Verwendung dieses Begriffs die Art von Urteilsvermögen zeigt, das ich in unserem obersten Management sehen möchte.“ Williams fügte hinzu: „Ich engagiere mich dafür, alle Menschen in unserer Stadt zu repräsentieren und dafür zu sorgen, daß meine Regierung wirklich die Vielfalt der Stadt widerspiegelt.“

Kann mir bitte jemand sagen, wie die korrekte und unschädliche Verwendung eines Wortes, das zufällig wie ein rassisches Schimpfwort klingt, ein schlechtes Urteilsvermögen zeigt oder auf die Haltung der Regierung gegenüber der Vielfältigkeit ein schlechtes Licht wirft?

Wenn Sie mich fragen, ist Howards Verwendung des Begriffs ohne die leiseste Absicht, Anstoß zu erregen, eher ein Zeichen dafür, daß er kein Rassist ist, als umgekehrt. Er nimmt offensichtlich nicht an, daß Schwarze durch ein Wort, das nicht im Entferntesten etwas mit Rasse zu tun hat, beleidigt wären. Sofern sein Ziel nicht darin bestand, gefeuert zu werden, glauben Sie, er wäre so dumm, bewußt Afro-Amerikaner zu beleidigen, wenn außer seinem Chef auch noch rund zwei Drittel der Einwohner der Stadt schwarz sind?

Schande über den Bürgermeister, der nicht den Mut hatte, Howards Rücktritt abzulehnen und Schande über unsere Gesellschaft, ihn nicht in Frage zu stellen — abgesehen von einigen Kommentatoren.

Leider forderte „geizig“ („niggardly“) noch ein weiteres unschuldiges Opfer. Stephanie Bell, eine Lehrerin einer vierten Klasse in Wilmington, North Carolina, lehrte ihre Schüler „geizig“ als neue Vokabel bei der Suche nach einem Synonym für „knauserig“. Sie nahm „geizig“, weil das Wörterbuch der Kinder „eigensüchtig“ anbot, was die Schüler bereits kannten.

Ein Elternteil eines Schülers wurde dadurch scheinbar wütend und schrieb Stephanie Bell in einem Brief, daß das Wort in ihrem Haus nicht erlaubt wäre, unabhängig von seiner Bedeutung: „Der gesunde Menschenverstand sagt Ihnen, ein Wort wie dieses nicht auf die Tafel zu bringen.“

Nach einem Treffen zwischen dem Elternteil, der Lehrerin und dem Schulleiter wurde der Schüler schließlich in eine andere Klasse verschoben. Die Schule schickte einen Entschuldigungsbrief an den Elternteil und Bell vereinbarte, das Wort in ihrer Klasse nicht mehr zu verwenden.

Doch diese ungerechtfertigte Entschuldigung war dem Elternteil nicht genug. Sie bestand weiterhin darauf, daß Bell gefeuert wird. Der stellvertretende Superintendent des Schulbezirks erklärte: „Unsere Position ist, daß es nicht angemessen war, dieses Wortes an dieser Klassenstufe in diesem Kontext zu verwenden. Es war eine schlechte Wahl.“

Wie edel von diesem Administrator, sich im Namen einer Lehrerin schuldig zu bekennen, die offenkundig unschuldig war. Stephanie Bell kommt jedenfalls zugute, daß sie ihre Verwendung des Wortes als „angemessen“ verteidigte, obgleich sie sagte, daß es ihr leid tat, jemanden zu beleidigen. Gut für sie.

„Wenn es diese Kinder lesen“, sagte Bell, „müssen sie wissen, was sie lesen. … Welches Wort entfernen wir als nächstes?“ Exakt.

Sowohl in Washington, DC, als auch in Wilmington, North Carolina, wurden die Arbeitsplätze von Menschen riskiert, weil sie ein Wort verwendeten, das andere vielleicht nicht verstanden haben. Politische Korrektheit wiegt mehr als sachliche Richtigkeit.

Wenn wir dieser Art von Mobbing erliegen, weil uns der Mut zur Wahrheit fehlt, schaden wir unserer Gesellschaft und tun nichts zum Abbau von Rassismus.

Die Opferung unschuldiger Menschen auf dem Altar unserer Höflichkeitsgesellschaft (polite society) verramscht (cheapens) rassistische Taten, die wirklich unsere Verurteilung verdienen. Die Vorgesetzten, die Stephanie Bell feuern, zeigen damit nicht ihre Sensibilität und Toleranz gegenüber Minderheiten, sondern ihren Mangel an Mut und Integrität.

Hier finden Sie den Originalartikel, Rolling over on phony charges of racism.

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