VIPs mit Reagan, Bush in Untersuchung über Homosexuellen-Prostitution verwickelt — „Callboys“ auf Mitternachtstour durchs Weiße Haus

Paul M. Rodriguez und George Archibald über den US-Prostitutionsskandal — nein, nicht die „geheime Dienstleistung“ („Secret Service“) unter Obama, sondern das, was laut Washington Times unter Ronald Reagan geschah.

(Die Scans der Washington Times vom 29. Juni 1989 finden Sie hier, oder hier und hier.)

(weitere Anmerkungen in Klammern)

Dies sind drei von Hunderten von Kreditkartenbelegen, ausgestellt auf Professional Services Inc., die der Washington Times zugingen. Namen und Nummern der Kunden, die auf den Originalen zu sehen sind, wurden hier gelöscht.

Bundes- und Bezirksbehörden ermitteln gegen einen Homosexuellen-Prostitutionsring, zu dessen Kunden unter anderem ranghohe Vertreter der Regierungen Reagan und Bush, Militärs, Kongreß-Helfer sowie US-amerikanische und ausländische Geschäftsleute mit engen sozialen Bindungen zu Washingtons politischer Elite gehören, wie Dokumente, die die Washington Times erhielt, zeigen.

Einer der hochkarätigen Kunden des Rings hatte so gute Verbindungen, daß er am Sonntag, dem 3 Juli des letzten Jahres (1988) im Weißen Haus, mitten in der Nacht, eine Tour für seine Freunde arrangieren konnte. Unter den sechs Personen auf der außergewöhnlichen 01.00 Uhr Tour waren zwei männliche Prostituierte.

Die Times erfuhr, daß die Bundesbehörden, darunter der Secret Service, die strafrechtlichen Aspekte des Rings untersuchen wird und daß den männlichen Prostituierten und ihren homosexuellen Kunden mitgeteilt wurde, daß eine Grand Jury während des Sommers über die Beweise beraten wird.

Reporter dieser Zeitung untersuchten Hunderte von Kreditkartenbelegen, ausgestellt auf Firmen- und persönlichen Karten und zahlbar an den Escort-Service, der den Homosexuellenring betrieb. Viele der Belege wurden über ein sogenanntes „Sub-Merchant“ Unterkonto des Chambers Bestattungsinstitutes von einem Sohn des Besitzers gebucht, ohne das Wissen des Unternehmens.

Unter den Namen der Kunden auf den Belegen — identifiziert durch Prostituierte und Escort-Vermittler — sind Regierungsbeamte, lokal stationierte US-Militärs, Geschäftsleute, Anwälte, Banker, Kongreß-Helfer und anderes Fachpersonal.

Redakteure der Times sagten, die Zeitung würde nur die Namen derjenigen drucken, die in sensiblen staatlichen Stellen oder einflußreichen Positionen tätig sind. „Es gibt nicht die reißerische Absicht, irgendwelche Namen oder Fakten über die Operation zu veröffentlichen“, sagte Chefredakteur Wesley Pruden. (Erinnern Sie sich, was geschah, als Hans Meiser einen Prostitutionsskandal aufdecken wollte?)

Das Büro von US-Justizminister Jay B. Stephens, dem ehemaligen stellvertretenden Berater des Weißen Hauses unter Präsident Reagan, koordiniert die Untersuchung, weigerte sich aber, über die Ermittlungen oder die Grand Jury zu diskutieren.

Laut den Kreditkarten-Datensätzen finden sich mehrere ehemalige Mitarbeiter von Jay B. Stephens aus dem Weißen Haus unter den Kunden des Homosexuellen-Prostitutionsringes, und diese Personen haben die Buchungen bestätigt.

Jay B. Stephens‘ Büro, das zuerst zusagte, bei der Untersuchung der Times zu kooperieren, zog das Angebot gestern zurück und lehnte auch ab, zu sagen, ob Stephens den Fall aufgrund möglicher Interessenkonflikte wegen Befangenheit abgibt.

Mindestens ein hochrangiger Vertreter der Bush-Regierung und ein reicher Geschäftsmann, die von dem Escort Service, der den Ring betrieb, homosexuelle Prostituierte bezogen, kooperieren laut mehreren Quellen mit der Untersuchung.

Unter den Kunden, die in den vergangenen 18 Monaten Homosexuellen-Prostituiertendienste über gängige Kreditkarten abrechneten, sind Charles K. Dutcher, ehemaliger stellvertretender Direktor des Präsidentenpersonals der Reagan-Administration, und Paul R. Balach, Verbindungsmann von Arbeitsministerin Elizabeth Dole im Weißen Haus.

Charles K. Dutcher war in den 1970er Jahren ein Kongreß-Berater des ehemaligen republikanischen Abgeordneten Robert Bauman von Maryland, der aus dem Repräsentantenhaus zurücktrat, nachdem er sexuelle Beziehungen mit jungen männlichen Prostituierten einräumte. Charles K. Dutcher arbeitete auch im Mitarbeiterstab von Vizepräsident Dan Quayle, als er im Repräsentantenhaus einen Bezirk von Indiana vertrat.

Ein Zahlungsvorgang wurde auch auf der Kreditkarte eines ehemaligen Mitarbeiters des Weißen Hauses festgestellt, der in der Reagan-Administration die tägliche Zusammenfassung der Nachrichten für den Präsidenten vorbereitete. Todd A. Blodgett sagte, er hätte die Zahlung nicht getätigt.

Einer der zahlungskräftigen Großkunden des Rings ist Craig J. Spence, laut Dokumenten und Interviews mit Vermittlern und Prostituierten, die mit Craig J. Spence Sex hatten, ein Angehöriger der feinen Washingtoner Gesellschaft und ein internationaler Handelsberater.

Craig J. Spence zahlte pro Monat mehr als 20.000 Dollar für männliche Prostituierte, die ihm und seinen Freunden Sex boten, darunter anscheinend Militärpersonal, das sich als seine „Bodyguards“ ausgab. Es war Spence, der die nächtliche Tour durch Reagans Weißes Haus anordnete. Wiederholte Versuche, Spence zu erreichen, per Telefon, Fax und persönlich zu Hause, waren erfolglos.

Kreditkartenbelege bestätigen, daß Craig J. Spence über American Express- und Visa-Karten Tausende von Dollar zahlte und seine Karten für einen Escort-Service namens Professional Services Inc. manchmal auch mehrmals am Tag in Höhe von 600 Dollar belastete.

Professional Services ist laut Werbung in Washingtoner Boulevard-Zeitungen und den Gelben Seiten eine von mehreren Dachgesellschaften (one of several umbrella companies), die von den Betreibern genutzt wird, um männliche Prostituierte als Begleitpersonen zu vermitteln.

Kreditkarten-Unterlagen zeigen, daß auch Mitglieder großer Nachrichtenagenturen Escort-Dienste von dem Ring bezogen. Darunter Stanley Mark Tapscott, der ein assistierender Chef vom Dienst der Washington Times war. (Warum gibt es eigentlich keine investigativen Berichte über das „Coming Out“ von Redakteuren von Tageszeitungen, die käufliche Liebe machen?)

Stanley Mark Tapscott, dessen Rücktritt am 20. Juni 1989 angenommen wurde, sagte, er habe keine homosexuellen Begleitpersonen oder sexuelle Dienstleistungen irgendeiner Art in Anspruch genommen. Er sagte in einem Interview, er habe mit zwei Frauen gesprochen, die er über den Escort-Service im Rahmen einer Untersuchung eines Telefon-Sex-Dienstes traf, die er ein Jahr zuvor begonnen hatte, als er Redakteur des Finanzteils der Zeitung war. (Klingt fast wie die Selbstverteidigung dieses SPD-Freibeuters.) Die Zahlungen wurden auf der American-Express-Karte seiner Firma verbucht. Seinen Redakteuren war eine solche Untersuchung nicht bekannt.

Vor seiner Tätigkeit bei der Times arbeitete Stanley Mark Tapscott in der Reagan-Administration für das Büro des Personal-Managements.

Manager des Escort-Rings sagten, daß für Kunden mit spezifischen Wünschen „ein paar Frauen“ genutzt wurden, daß aber der normale Stall (the regular stable) insgesamt männlich war.

Die Dokumente zeigen, daß eine Reihe von Kunden — Rechtsanwälte, Ärzte und Geschäftsleute — Firmen-Kreditkarten nutzten, um Escort-Dienste in Anspruch zu nehmen und daß eine Reihe von Offizieren aus den Vereinigten Staaten und verbündeten Ländern — darunter ein ausländischer Offizier mit der Kreditkarte eines Verteidigungsministeriums — männliche Escort-Dienste buchten.

Ein ehemaliger ranghoher Vertreter des Pentagon sagte, daß die militärischen und zivilen Geheimdienstbehörden seit den letzten acht Jahren besorgt sind, daß „ein Nest von Homosexuellen“ auf höchster Ebene der Reagan-Regierung von sowjetisch unterstützten Spionen durchdrungen worden sein könnte, die sich als männliche Prostituierte ausgeben.

Ein großes Problem wäre laut dem ehemaligen Vertreter mit langjährigen Beziehungen zu hochkarätigen militärischen Geheimdienst-Offizieren, daß feindliche ausländische Geheimdienste junge männliche Prostituierte nutzen, um ranghohe Regierungshomosexuelle (top administration homosexuals) zu kompromittieren und erpressbar zu machen.

„Uns ist seit vielen, vielen Jahren bekannt, daß es eine Abteilung des KGB gibt, deren Aufgabe es ist, sexuellen Abweichlern nachzustellen“, sagte der pensionierte Generalleutnant Daniel Graham, ehemaliger Leiter des Verteidigungsnachrichtendienstes DIA (Defense Intelligence Agency).

Weil „heimliche“ Homosexuelle im Staatsdienst durch Erpressung für Spionagezwecke leicht „umgedreht“ werden können, so General Graham, „waren wir immer sehr bemüht, bekannten Homosexuellen keine als geheim eingestuften Informationen zu geben“.

Die von der Times Befragten bestätigten, daß es Erpressungsversuche seitens männlicher Prostituierter gab, die Geld und andere Vergünstigungen verlangten, um das geheime sexuelle Leben von Kunden zu schützen.

Die befragten Kunden sagen, daß eine Polizeirazzia am 28 Februar in einem Haus in Washington mit der Adresse 6004 34th Place NW durch Berichte über Erpressung und möglichen Kreditkartenbetrug sowie Beschwerden von Hotelbetreibern über Prostitution in Gang gesetzt wurde. (2011, als ich diesen Artikel entdeckte, fand ich hier noch ein Foto des Hauses mit der Adresse 6004 34th Place NW, das inzwischen verschwunden ist.)

Bei der von der Washingtoner Außenstelle des Secret Service geleiteten Razzia fanden die Behörden eine Telefonzentrale, die genutzt wurde, um ein halbes Dutzend von Homosexuellen-Escortdiensten zu betreiben.

Während der Razzia beschlagnahmten Secret Service Agenten und leitende Ermittler der Bezirkspolizei finanzielle Aufzeichnungen sowie Geschäftsbücher, Fotos, Tagebücher, Telefonaufzeichnungen, Adressverzeichnisse und Kundenlisten des Prostitutions-Netzwerkes und luden im Anschluß vor das Washingtoner Landgericht.

Obwohl das beschlagnahmte Material noch am Tatort der Bezirkspolizei übergeben wurde, sagen Zeugen und Strafverfolgungsbehörden, daß der Secret Service eine Kiste mit Dateien behielt, die Namen und andere Informationen über hochrangige Regierungsbeamte enthielt, die Kunden des männlichen Escortdienstes waren.

Verteter der Bezirkspolizei sagen, daß dies ihres Wissens nach das erste Mal ist, daß der Secret Service jemals an einer solchen Razzia in dieser Gegend beteiligt ist.

Zunächst bestritt der Secret Service, an der Razzia beteiligt zu sein, doch nachdem an der Adresse 34th Place am 18. Mai eine zweite Razzia erfolgte, räumte die Behörde ihre Beteiligung an der Untersuchung ein.

Secret-Service-Sprecher Bob Snow sagte, daß die Behörde wegen ihrer Zuständigkeit für Kreditkartenbetrug an der Durchsuchung und Beschlagnahmung teilnahm: „Wir greifen in der Regel auf Antrag eines US-Anwalts in solche Operationen ein … wenn der Betrug 10.000 Dollar oder mehr beträgt … Wir sind an keiner Untersuchung über lokale Prostitution beteiligt.“

Zeugen der Razzia vom Februar sagten, daß 12 Agenten des Secret Service in blauen Parkas das Haus betraten und mehrere Stunden lang Kisten mit Dateien sammelten und wegräumten.

Bundes- und Bezirksermittler haben seitdem sowohl mehrere Prostituierte verhört, die für den Ring arbeiten, als auch Kunden der Homosexuellen-Escortdienste, die unter Namen wie „Jovan“, „Man-to-Man“, „Metrodate“, „Ultimate Models“ und „Ultimate First Class“ arbeiteten.

Zusätzlich zu Kreditkartenbetrug konzentrieren sich die Ermittlungen auf illegale zwischenstaatliche Prostitution, Entführung und Ausnutzung Minderjähriger zum Zweck sexueller Perversion, Erpressung, Diebstahl sowie damit verbundenen illegalen Drogenhandel und -konsum durch Prostituierte und ihre Kunden.

Sowohl einer der wichtigsten Betreiber von Professional Services Inc. als auch ein regelmäßiger Kunde der Dienste spekulierten in getrennten Interviews, daß die Untersuchung eingestellt werden würde (would be restricted), weil „große Namen“ involviert wären.

„Henry Vinson (der Betreiber) sagte, ein hochrangiger Vertreter werde versuchen, die Ermittlungen zu blockieren und möglicherweise Erfolg haben“, erklärte Paul R. Balach, der Verbindungsmann der Arbeitsministerin zum Weißen Haus. Henry Vinson sagte, daß er glaubt, daß ein hochgestellter Regierungsvertreter, den er nicht nennen möchte, daran arbeitet, die Untersuchung zu behindern, wollte dies aber nicht näher ausführen.

Die Behörden untersuchen seit vergangenem Herbst einen möglichen Kreditkartenbetrug durch die Betreiber des Rings.

Bereits im Oktober letzten Jahres — Monate vor der Razzia — wurde Paul R. Balach von Ermittlern zu schwerem Großdiebstahls befragt, der laut ihm von einem männlichen Escort namens Jason Michael Manos begangen wurde.

In einem Interview sagte Paul R. Balach, daß er und Jason Manos im vergangenen Sommer traf und sich mit ihm nach einem bezahlten „Date“ von „Man-to-Man“ anfreundete, einer der von den Betreibern von Professional Services beworbenen Escort-Dienste. Befragungen von Freunden von Paul R. Balach bestätigten seine Beziehung zu Michael Manos.

Laut Paul R. Balach, der im Juni 1988 zum ersten Mal homosexuelle Prostituierte aus dem Netzwerk bestellte, wurden mehrere Kunden, darunter er selbst, von den Prostituierten erpresst.

Die Betreiber des Rings sagten gegenüber der Times, daß Videobänder, Tonbänder und Fotos von den sexuellen — und auch perversen — Handlungen zwischen den Kunden und den Callboys gemacht wurden.

Dokumente belegen, daß den Kunden „Videobänder“ berechnet wurden.

Professional Services versuchte für einige Kunden, den Verwendungszweck der Kreditkartenrechnung zu verbergen und stellte Rechnungen für harmlose Gegenstände wie „Urnen“ oder „Andachtsbildchen“ aus. Eines der Unternehmen für die „Kreditkarten-Abwicklung“ des Rings wurde von Robert A. Chambers gegründet, einem Beerdigungsleiter, dessen Familie Chambers Funeral Home besitzt.

Robert A. Chambers, der ein Interview ablehnte, soll in den Kreditkarten-Konten der Firma Chambers Funeral Home bei der Sovran Bank in Silver Spring sogenannte Sub-Merchant-Konten auf den Namen Professional Services Inc. eingerichtet haben. Über diese Sub-Merchant-Konten wurden die Kreditkarten-Belege und Schecks der männlichen Escort-Dienste abgewickelt.

Laut Angaben des Rechnungsprüfers von Chambers Funeral Home kündigten Vertreter der Firma auf Geheiß von W. W. Chambers, dem Oberhaupt des Familienunternehmens, das nicht genehmigte Professional-Services-Konto nach der Polizeirazzia am 28. Februar. Robert Chambers wurde zu diesem Zeitpunkt von seinem Vater offiziell aus dem Unternehmen gefeuert, sagte ein Unternehmenssprecher.

Henry Vinson, der Callboy-„Abfertiger“ („dispatcher“) von Professional Services, ist gelernter Bestatter, der auch einmal als Sachbearbeiter für das US-Represäntantenhaus arbeitete.

Paul R. Balach, der seine Prokura einmal Michael Manos verlieh, mit dem er eine „Liebesbeziehung“ hatte, sagte er sei durch die betrügerische Verwendung seiner Kreditkarte sowie durch gefälschte Unterschriften auf Schecks und Versicherungen um mehr als 40.000 Dollar geprellt worden.

Paul R. Balach ist wegen MasterCard-Rechnungen von Michael Manos in Paul R. Balachs Namen über die Zahlung von Tausenden von Dollar noch in einen Zivilprozeß mit einer örtlichen Bank involviert.

in einem Interview sagte Paul R. Balach, daß Michael Manos ihn im letzten Herbst hinters Licht führte, als er nach Griechenland reiste, um ein Beschäftigungsverhältnis bei einem griechischen Reederei-Großindustriellen zu finden, dem Michael Manos Homosexuellen-Dienste leistete.

Als Paul R. Balach aus Athen zurückkehrte, stellte er fest, daß Michael Manos von den Girokonten seiner Bank 4.000 Dollar genommen hatte — „meine Bankkonten waren überzogen“ — Sparbriefe eingelöst hatte, und bei großen Kaufhäusern entlang der Ostküste in seinem Namen rund ein Dutzend Spesenkonten eröffnet hatte.

Außerdem sagte Paul R. Balach, daß, als er auf der Reise nach Griechenland war, Michael Manos sein Auto stahl und es demolierte.

„Das war für mein Leben ein Albtraum“, sagte Paul R. Balach und erklärte, daß er sich wegen seiner „Einsamkeit und Bequemlichkeit“ („loneliness, laziness“) mit Michael Manos einließ.

Paul R. Balach sagte, seine finanziellen Verluste traten ein, nachdem Michael Manos drohte, seinen Regierungsvorgesetzten seine homosexuelle Verstrickung in den Prostitutions-Ring darzulegen. Paul R. Balach sagte, er meldete die Erpressungsversuche und andere Probleme im Zusammenhang mit Michael Manos seinem Vorgesetzten Edward Guss bei OPM (kurz für das Personalbüro der Regierung, „US Office of Personnel Management“).

Der Times ist es nicht gelungen, Michael Manos zu finden, der Berichten zufolge in den letzten Wochen in den Bezirk zurückkehrte.

Charles K. Dutcher, der jetzt eine private Beratungsfirma namens „The Dutcher Co.“ leitet, wurde angeklagt, während der letzten Jahre der Reagan-Präsidentschaft im öffentlichen Dienst Reagan-orientierte Konservative platziert zu haben.

Er beschreibt sich selbst als „bisexuell“ und sagte, „Streß“ trieb ihn dazu, zu einem männlichen Prostituierten zu gehen. „Ich nutzte den Dienst nur einmal. Ich sah die Person nur einmal. Diese Person war nicht länger als 35 Minuten da“, sagte Charles K. Dutcher.

Er bestätigte eine Zahlung von 155 Dollar, die über seine Visa-Karte gezahlt wurde. Die sexuelle Begegnung war kurz und der Sex „war sicher — sehr sicher … Ich habe Freunde, die an AIDS starben“, sagte Charles K. Dutcher.

Charles K. Dutcher sagte, er nutzte seine persönliche Position im Weißen Haus Personal nie, um irgendjemanden, von dem er wußte, daß er homosexuell war, in eine Regierungsposition zu bringen. „Meine Arbeit hatte Vorrang, nicht mein Privatleben“, sagte er.

Laut einem Kreditkarten-Beleg, wurde das Konto von Todd Blodgett am 19. Mai 1988 für männliche Escort-Dienste mit 325 Dollar belastet, „genehmigt“ durch („referral“ by) Professional Services.

Todd Blodgett, ein Mitarbeiter der Landesgruppe der Republikaner (Republican National Committee), zuständig für die landesweite „systematische Beobachtung der gegnerischen Kandidaten“ („Opposition Research“) der Demokraten, sagte in einer Reihe von Interviews, daß ein Freund, der homosexuell ist, seine Karte verwendete, um einen männlichen Escort zu beschaffen. (Homosexuelle sind eindeutig die besseren Freunde — wie viele gute Freunde haben Sie, mit denen Sie die Kreditkarte tauschen?)

Todd Blodgett brachte den Freund, Benedict J. Hastings, Antiquitätenhändler bei der Firma Bostin, am Dienstag zu einem Interview, um seine Behauptung zu untermauern, daß er nichts Illegales getan hat. Er sagte: „Ich bin unschuldig“.

Benedict Hastings sagte, daß Todd Blodgett ihm bei zahlreichen Gelegenheiten erlaubte, seine American-Express-Karte und seine Wohnung zu benutzen, und daß er wiederum Todd Blodgett gelegentlich erlaubte, seine Kreditkarte zu nutzen.

Benedict Hastings sagte, er verwendete Todd Blodgetts Kreditkarte, um unbemerkt von dem Republikanischen Mitarbeiter einen männlichen Escort zu beschaffen.

Benedict Hastings sagte, die Person wurde für ein schnelles Arrangement in Todd Blodgetts Wohnung im Bezirk als Barmann eingestellt. „Ich brauchte … jemanden, der bloß eine schwarze Fliege und Shorts tragen würde“, sagte er.

Todd Blodgett sagte, daß ihm Benedict Hastings diese und andere Rechnungen in bar erstattete, als er in die Stadt zurückkehrte. Er sagte, daß er die Details über diese Geschäfte erst in dieser Woche erfuhr, und daß er seinem Freund seit sechs Jahren „vertraut“.

Jerry Seper trug zu diesem Bericht bei.

Hier finden Sie den Originalartikel, Homosexual prostitution inquiry ensnares VIPs with Reagan, Bush — ‘Call boys’ took midnight tour of White House.

Wie naiv war eigentlich Hans Meiser, als er dachte, er könnte unter seinem Namen über Deutsche Minister im Bordell und Bundestagsabgeordnete als Kinderschänder berichten?

Hans Meiser und die Staatsgeheimnisse – Warum der bekannte Fernsehmoderator Insolvenz anmelden musste

Hans Meiser ist einer der bekanntesten deutschsprachigen Fernsehmoderatoren. Auf RTL moderierte er die Sendung »Notruf«, produzierte »Der heiße Stuhl«, die Talkshows »Bärbel Schäfer« sowie »Hans Meiser« und war auch als Quizmaster tätig. Der Mann ist ein lebendes Erfolgsrezept. Irgendwann hatte Hans Meiser die Nase voll von seichten Sendungen. Er wollte den Deutschen in einem Nachrichtenmagazin Dinge präsentieren, die sie noch nie gehört hatten: Deutsche Minister im Bordell, Bundestagsabgeordnete als Kinderschänder und viele andere wahre Begebenheiten. Doch das waren Staatsgeheimnisse. Und Hans Meiser traf auf eine Mauer des Schweigens. Seine Fernseh-Produktionsfirma hat nun Insolvenz angemeldet. Das freut die Hüter der Staatsgeheimnisse.

In der Leyboldstraße 12 in Köln-Hürth ist der Sitz der Fernsehproduktionsgesellschaft CreaTV. Zusammen mit Erich Wagner hat Hans Meiser dort ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut. Nun musste die Firma Insolvenz anmelden. Und Journalisten berichten, die von Hans Meiser produzierten Formate seien »offenkundig nicht mehr gefragt«. Das Gegenteil war der Fall. Hans Meiser und Erich Wagner hatten eine lange Liste mit Geschichten recherchieren lassen, die offenkundig als Staatsgeheimnisse angesehen werden. Die großen Fernsehsender waren begeistert, mochten sich allerdings mit den brisanten Reportagen nicht die Finger verbrennen.

Hans Meiser hatte im Print-Bereich schon einen Kooperationspartner gewonnen: den Bild-Chefredakteur Kai Diekmann. Die Bild-Zeitung war grundsätzlich bereit, exklusiv am Ausstrahlungstag vorab über die brisanten Fernsehreportagen der geplanten neuen Meiser-Produktion zu berichten – vorausgesetzt, sie waren gut recherchiert, hieb- und stichfest und hatten einen guten Sendeplatz. Hans Meiser hat vielen leitenden Redakteuren bei den bekannten Fernsehsendern eine lange Liste mit wahrlich exklusiven Geschichten vorgelegt.

Ausnahmslos alle Verantwortlichen waren bei den von Hans Meiser angesprochenen Fernsehsendern zunächst begeistert – dann bekamen sie kalte Füße und dachten an ihre eigene Zukunft. Kurzum: Keiner wollte die brisanten Themen im Programm haben.

Was aber waren das für Geschichten? Nachfolgend eine kleine Auswahl von mehr als 100 Themen, die eigentlich ein neues investigatives Sendeformat ergeben sollten:

Hans Meiser wollte einige Namen einer Liste von mehr als 100 deutschen Prominenten veröffentlichen, die neben Michel Friedman Kunden eines exklusiven Call-Girl-Rings gewesen waren. Hans Meiser verstand nicht, warum einzig Michel Friedman 2003 in Zusammenhang mit Zwangsprostituierten in die Schlagzeilen geriet, der Bundesinnenminister die Akte zur Chefsache machte und die Namen der anderen Kunden (unter ihnen ein Fußballtrainer, drei Fußballer der Bundesliga, zwei Schlagersänger, 17 Politiker, acht Unternehmer und 34 Journalisten) aber von der Bundesregierung wie ein Staatsgeheimnis gehütet wurden. Hans Meiser hatte viele solcher Geschichten.

Hans Meiser bot den Fernsehsendern einen Bericht über Bundestagsabgeordnete an, die regelmäßig vom Bundestag mit einem Taxischein – also auf Kosten der Steuerzahler – auf den Berliner Kinderstrich fuhren. Hans Meiser berichtete über einen ehemaligen deutschen Minister, der Stammgast in einem Berliner Bordellbetrieb ist und dort stets für Ekel unter den Prostituierten sorgt, weil sie sich in seiner Gegenwart stets eine Flasche Piccolo in den After schieben mussten – der Herr Minister pflegt den Inhalt der Flasche dann zu trinken. Der Herr Ex-Minister wirkt im Fernsehen immer so sympathisch – da kennen ihn zwei Berliner Prostituierte völlig anders. Sie bekommen Brechreiz, wenn sie den Mann sehen – aber sie brauchen das Geld. Es gab Belege für alle vorgenannten Geschichten. Und es gab bei Weitem nicht nur Rotlichtgeschichten. Hans Meiser hatte recherchieren lassen, welche Unternehmer und Politiker bestechlich waren. Und er hatte recherchieren lassen, welche Politiker eine kriminelle Vergangenheit hatten – und, kaum im Amt, die eigene Ermittlungsakte vernichten ließen.

Die Fernsehproduktionsgesellschaft CreaTV hatte Material, das kein anderer Sender in Deutschland hatte. Und nun meldete man Insolvenz an. Ein Verantwortlicher bei einem privaten Fernsehsender sagte Hans Meiser bei einem Treffen, die brisanten Themen seien wirklich gut und garantierten hohe Einschaltquoten. Er werde den Zuschauern aber vorsichtshalber lieber weiterhin Seifenopern vorservieren – alles andere sei politisch nicht durchsetzbar und schade der eigenen Karriere.

Nachdem Hans Meiser dieses Produktionsvorhaben bei vielen großen Sendern bekannt gemacht hatte, hieß es, seine Formate passten nicht ins Programm. Kurz: Es gab keine Aufträge mehr. Warum nur?

Advertisements

%d Bloggern gefällt das: