Wie ich ein Mensch wurde

Henry Makow über Feminismus.

Termini technici
Mensch: [jiddisch] richtiger Mann

(Henry Makow, Ph.D. ist der Erfinder des Brettspiels Skrupel — Beschreibung hier — und Autor von „A Long Way to go for a Date“. Seine Artikel über Feminismus und die Neue Weltordnung erscheinen auch auf Etherzone.com)

(weitere Anmerkungen in Klammern)

Nachdem Feminismus meine Identität raubte

Als ich 21 Jahre alt war und in Israel lebte, bekam ich einen Brief von meiner Mutter. Sie hatte meine Ersparnisse genommen und in ein Stadthaus investiert.

„Jetzt bist du ein Mensch“, sagte sie.

Ich fragte mich, was sie meinte.

Wieso sollte der Besitz eines Hauses aus mir einen Mensch machen? Ich wollte durch meinen Charakter definiert werden, nicht durch mein Eigentum.

Ich wurde zu einer Zeit erwachsen, als die Jugend „nach Identität suchte“. Erst suchte ich danach in Israel. Später wurde ich ein kanadischer Nationalist. In beiden Fällen konnte ich in der „Gemeinschaft“ („community“) keine Identität finden.

Ich hatte einen starken patriarchalischen Vater, ein exzellentes Vorbild. Er absolvierte eine erfolgreiche Karriere und unterstützte eine Familie.

„Arbeit ist das Rückgrat eines Mannes“, pflegte er mir zu sagen. Das ist die wichtigste Entscheidung, die ein Mann trifft. Die zweitwichtigste ist eine Frau.

Aber aus irgendeinem Grund blieb sein Beispiel nicht hängen. Warum nicht?

Seit Jahrhunderten haben Männer ihre Identität in Bezug auf die Männlichkeit definiert. Warum war ich so ahnungslos?

Ich war ein Feminist.

Der Angriff auf Geschlecht und Familie

Ich wuchs in einer Zeit auf, die auf die feministische Lüge hereingefallen ist, daß Männer und Frauen identisch sind. In unserer Kultur werden Frauen angespornt, alles zu tun, was Männer tun, und umgekehrt. Ich glaube an Chancengleichheit, doch ich verwechselte „gleich“ mit „identisch“, und dies verzögerte meine persönliche Entwicklung um 25 Jahre. Ich bezweifle, daß ich allein bin.

„Identität“ ließ mich nach einer Partnerin suchen, die mir nicht nur ebenbürtig, sondern auch mein Äquivalent wäre. Im Grunde suchte ich nach mir selbst. Geschmeidige junge Frauen mit kurzen jungenhaften Frisuren — meine eigene Rolle — zogen mich buchstäblich an.

Ich himmelte also Frauen an, die meine Identität hatten. Sie konnten sie mir zurückgeben. Einige Frauen waren augenblicklich abgestoßen. Andere genossen die Bewunderung eine Weile, letztendlich verloren sie aber den Respekt.

Was ich brauchte, war jemand, der sich von mir unterschied, mein weibliches Gegenstück.

Es ist uns bis jetzt zwar noch nicht klar geworden, letztendlich wird der Feminismus aber als das erkannt werden, was er ist: eine virulent anti-soziale, anti-feminine, anti-heterosexuelle Ideologie, die außergewöhnliche Macht erlangt hat, indem sie vorgab, für die Rechte der Frauen zu kämpfen. Indem die Gesellschaft so zum Narren gehalten wurde, konnten politische Maßnahmen erlassen werden, die Männer entmännlichen und Frauen ermutigen, männlich zu sein. Mit anderen Worten: Frauen haben die die männliche Identität usurpiert, und im Folgeprozeß haben beide Geschlechter ihre eigene Identität verloren.

Unglaublicherweise ist die Zerstörung der Heterosexualität das erklärte Ziel von Feministinnen, die nicht nur glauben, daß geschlechtliche Unterschiede unnatürlich sind, sondern auch, daß sie die Quelle aller Ungerechtigkeit sind.

Die meisten Menschen wissen nicht, daß die aktuelle feministische Bewegung ein lebender Anachronismus aus dem Kalten Krieg und den marxistischen revolutionären Sechzigern ist. Die meisten der führenden feministischen Denker, darunter Betty Friedan und Simone de Beauvoir, waren Marxisten, und viele waren auch Lesben.

Im Feminismus geht es nicht darum, zwischen etwas zu wählen, sondern um Macht. „Keine Frau sollte ermächtigt werden, zu Hause zu bleiben, um ihre Kinder zu erziehen“, erklärte die Gründerin des Feminismus Simone de Beauvoir am 14. Juni 1975 in der Saturday Review. „Denn wenn es eine solche Wahl gibt, werden zu viele Frauen das vorziehen.“

Wenn es im Feminismus wirklich darum ginge, eine Auswahl zwischen etwas zu treffen, dann würde er Frauen nicht dazu indoktrinieren, arbeiten zu gehen und „unabhängig“ zu werden. Er würde nicht die Männer und die heterosexuelle Liebe verteufeln. Er würde nicht Feministinnen ausgrenzen, die heiraten und Familien gründen.

Lesben waren schon immer Frauen, die die männliche Rolle spielen wollten. Er basiert auf marxistischen Begriffen wie dem diskreditierten und abgelehnten Klassenkampf sowie der „Gleichheit“, Begriffe, die für eine mystische Realität wie die Liebe keine Relevanz aufweisen.

Der durch den Feminismus verursachte Zusammenbruch der traditionellen Familie ist schlicht und ergreifend der Hauptgrund für unsere sozialen, persönlichen und existenziellen Probleme. Immer wieder und zu allen Zeiten haben Menschen ihren primären Sinn und Zweck von familiären Rollen wie Tochter, Ehefrau und Mutter sowie aus dem Lebenszyklus-Ritualen wie Heirat, Geburt und Tod abgeleitet. Ehe und Familie sind in der Tat ein von Gott gegebener Weg, um Liebe und persönliche Entfaltung zu erreichen.

Wir finden nicht zu Ganzheit, indem wir versuchen, in uns Maskulinität und Femininität zu verbinden, sondern indem wir uns mit unserem Gegenteil vereinigen. Heterosexuelle Liebe ist die Anziehung von Gegensätzen. Heterosexuelle definieren sich in der Tat durch diese Unterschiede. Wenn wir männlich sind, dann sind wir nicht weiblich, und umgekehrt, wie hell und dunkel. Weil ich diese Unterschiede ablehnte, verstand ich nicht, wer ich war. Ich verstand Frauen nicht, und ich wußte nicht, wie ich mit ihnen eine Beziehung haben soll.

Die Wiedergewinnung der Maskulinität

Ich sollte fast 50 Jahre alt werden, bevor ich das Rätsel lösen konnte. Das Buch „The Flight from Woman“ aus dem Jahr 1964 von Karl Stern, ein bekannter kanadischer Psychiater, bestätigte das, was mir meine Instinkte sagten. Meine Mutter hatte Recht gehabt. Ein Mann macht das Haus; die Frau macht das Heim.

Laut Stern definiert sich Männlichkeit durch die „Macht“ („power“) über die natürliche und soziale Umwelt. Männer bieten den physischen und kulturellen Kontext für die private Welt der Liebe. Sie sind die Macher: Abenteurer und Erbauer, Beschützer und Brötchengeber.

Femininität (femininity) definiert sich durch „liebevolle Beziehungen“. Feminine Psychologie basiert darauf, Ehemänner und Kinder aufzuziehen, und dadurch geliebt und gebraucht zu werden. Frauen sind die Motoren der Liebe — ähnlich wie das Herz im Körper. Sie sind die Schöpfer der Familie, dem grundlegendem Baustein der Gesellschaft und dem Stahlwerk der Zukunft.

Männer definieren sich durch Taten — Frauen sind Liebe: Schönheit, Anmut, Glaube und Güte. Männer neigen dazu, rational und objektiv zu sein; Frauen subjektiv, intuitiv und emotional. Diese Unterschiede müssen uns nicht einengen. Sie sind ein Thema des Orchesters im Spiel unserer eigenen Variationen. Ein Beispiel: meine Frau mäht den Rasen; ich mache den Einkauf und koche. Doch ohne das Thema entsteht Verwirrung und Chaos.

Das feministische Evangelium, das verkündet, daß die traditionellen Geschlechterrollen „unterdrücken“, ist falsch. Die Flexibilität traditioneller Rollen verhilft vielen Menschen zu Glück und Erfüllung.

Ich extrapolierte Karl Sterns Unterscheidungen. Wenn der Mann durch Macht motiviert wird und die Frau durch Liebe, dann muß die heterosexuelle Liebe ein Austausch von Mann und Frau sein.

Eine Frau gibt ihre Macht auf — in Form von Vertrauen. So bringt eine Frau ihre Liebe zum Ausdruck: indem sie vertraut. Auf diese Art und Weise geben Frauen Männern Macht. Wenn ein Mann dieses Vertrauen verrät, verliert er seine Macht.

Eine Frau bekommt im Gegenzug für ihre Macht das, was sie wirklich will: die Macht eines Mannes, die sich als seine ungeteilte Liebe ausdrückt.

Er schließt sie in die Sphäre seines Eigeninteresses ein: So werden zwei Menschen eins. Ihr Glück ist sein Glück. Er kann sie nicht verletzen, ohne sich zu verletzen.

Die Wiedergewinnung der Femininität

Frauen zu lehren, maskuline Kraft zu suchen, verhindert, daß sie bekommen, was sie wirklich wollen.

Frauen wollen von der Liebe eines Mannes besessen zu sein. Gottes Liebe für die Schöpfung spiegelt sich in der Liebe eines Mannes für eine Frau.

Eine Freundin sagte mir einmal: „Ich will benutzt werden.“ Die gleiche Freundin sagte auch, daß sie sich ohne einen Mann, „wie ein Boot ohne Ruder“ fühlt. Ebenso ist ein Mann ohne eine Frau wie ein Ruder ohne ein Boot.

Ein Mann kann keine Frau lieben, die mit ihm konkurriert. Beziehungen zwischen sogenannten „Gleichen“ sind wie Fusionen oder Zimmergenossen.

Die Psychiaterin Irene Claremont de Castillejo bezeichnet sie in ihrem Buch „Knowing Women: A Feminine Psychology“ aus dem Jahr 1973 als „Bruder-Schwester“ Ehen.

Sie können nicht die Intimität aufbauen, wie wenn eine Frau ihren Willen einem Mann hingibt und ein Mann dieses Vertrauen mit der Liebe seines ganzen Herzens erwidert. Laut einigen Psychiatern besteht auch eine Verbindung zwischen ihrer sexuellen Befriedigung und ihrer Fähigkeit, zu vertrauen und sich hinzugeben.

Feminine Frauen sind Geschöpfe Gottes. In der Liebe opfern sie ihr „Selbst“ für die Liebe, die in vielen Religionen der Schlüssel zur Transzendenz ist. Helen Deutsch schrieb über dieses masochistisch-narzisstische Syndrom 1944 in „The Psychology of Women: A Psychoanalytic Interpretation“. Die meisten Frauen erfahren nur als Ehefrauen und Mütter dauerhafte Erfüllung. In ihren Herzen wissen sie es.

Auch Frauen können keine Männer lieben, mit denen sie konkurrieren. Frauen sind hypergam, was bedeutet, daß sie Männer suchen, die einen höheren sozialen Status haben als sie selbst. Selbst die glühendste heterosexuelle Feministin kann nur jemanden lieben, der stärker ist als sie.

Machtkämpfe vergiften die Mann-Frau-Beziehung. Sie sind der Tod der Liebe. Männer können nicht erwarten, Männer zu sein, wenn sie ihre definierenden Charaktereigenschaften aufgeben. Frauen können nicht erwarten, befriedigende Beziehungen zu haben, wenn sie Männer herausfordern und kritisieren.

Als ich das begriff, fühlte ich mich befreit. Ich fand eine gesunde Beziehung zu einer Frau, die mein weibliches Gegenstück ist, und heiratete sie.

Fazit

Männer wissen nicht länger, wie sie Männer sein sollen, Frauen wissen nicht, wie sie Frauen sein sollen. Es ist hilfreich, sich die heterosexuelle Liebe als einen mystischen Tanz vorzustellen. In einem Tanz führt der Mann, die Frau folgt. Es gibt keinen anmutigen Tanz, ohne daß jeder Partner seine Rolle spielt.

Tanz basiert auf Liebe. Das Mann hat immer die Wünsche seiner Partnerin im Blick, weil er sie liebt. In einigen Fällen wird er sie bitten, zu führen.

Was einen Ballsaal betrifft, wer kann sagen, welche Rolle dort wichtiger ist? Beide Partner sind gleich wichtig. Der Tanz erfordert sowohl die Führung und Dynamik des Mannes, als auch die Schönheit, Liebe Gnade der Frau.

Im Tanz der Liebe, werden zwei Menschen eins, und die Frucht dieser mystischen Vereinigung ist oft ein Kind.

Erstveröffentlichung am 8. August 2001

Hier finden Sie den Originalartikel, How I became a Mensch.

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