Katy Perry erhebt sich für Israel — und setzt sich wieder

Mark Tapson über Propagandamarionetten in der Populärkultur.

(Anmerkungen in Klammern)

Mehrere Promis sprangen kürzlich auf den Pro-Palästina-Zug, um eine „kulturelle Intifada“ gegen Israel zu führen, darunter überwiegend Honoratioren aus der Welt der Hitparaden wie die Band Coldplay sowie Annie Lennox und Elvis Costello, die sich weigern, dort aufzutreten.

Auf die Frage nach dem Nutzen der Unterstützung durch solche Persönlichkeiten sagte der palästinensische Aktivist Omar Barghouti, einer der Gründer der weltweiten Bewegung für „Boykott, Kapitalabzug und Sanktionen“ („Boycott, Divestment and Sanctions“, BDS), die Israel isolieren und delegitimieren will:

Wenn Super-Promis von diesem Kaliber Events in Israel wegen der Menschenrechtssituation absagen, dann helfen sie, Israels wahres Gesicht zu enthüllen — als Besatzer-Staat, der Kolonialismus durch Siedler betreibt und Apartheid ausübt — und sie tragen dazu bei, Israels Verletzung des Völkerrechts abzulehnen und dabei unbestraft zu bleiben.

Es ist erfrischend, wenn ein Promi diesem Trend widersteht. Schauspieler und Oscar-Preisträger Jon Voight ist einer dieser seltenen, aber wachsenden Spezies — ein Konservativer aus Hollywood — und er hat keine Angst, gegen den Strom seiner Kollegen zu schwimmen und sich in der Öffentlichkeit auf Israels Seite zu stellen. Als Präsident Obamas schärfster Promi-Kritiker traf Jon Voight in dieser Woche in Jerusalem den Medien-Giganten Glenn Beck bei dessen Aktion für Zivilcourage namens „Restoring Courage“, und machte deutlich, wem seine Loyalität gehört: „Ich bin gekommen, um mich auf die Seite Israels zu stellen und um den Antisemitismus und die Lügen in der heutigen Welt zu bekämpfen.“

Er ist nicht ganz allein — hier ist eine sich entwickelnde Liste, darunter A-Promis wie Schauspieler Natalie Portman und Harrison Ford, die sich in der Vergangenheit für Israels Unterstützung ausgesprochen haben. Ex-Kiss Bandmitglied Gene Simmons zum Beispiel, hat sich gegen seine Kollegen aus der Musikindustrie für deren Verurteilung des kleinen demokratischen Landes gewandt, und Musiker wie Bob Dylan, Rod Stewart, und Rihanna widerstanden dem Druck, Israel zu boykottieren und traten dort vor kurzem auf. Die Unterstützer sind aber in der Minderheit.

Neben Voight äußerten in dieser Woche auch andere Promis ihre Unterstützung für Israel und viele ihrer Fans schickten sie dafür in die Hölle. Michelle Malkin berichtete über eine Nachricht, die Pop-Sängerin Katy Perry am Montag von einem ihrer Fans auf dem sozialen Netzwerk Twitter erhielt. In einen „Tweet“ bat sie ein junger Israeli nach dem jüngsten Gaza-Angriff (am 18. August 2011) in der Nähe des Urlaubs-Resorts Eilat am Roten Meer, bei dem acht Israelis starben und mehr als dreißig verletzt wurden: „Bitte bete mit uns“ Israelis. „Ich werde es tun“, schwärmte Perry. „Meine Gebete heute Abend sind für euch, SHALOM!“

Weder ein besonders kontroverses politisches Statement noch eine eindeutige Unterstützung. Doch diese sympathische Geste, dieser harmlose Wunsch nach Frieden löste bei palästinensischen, muslimischen, und fortschrittlichen linken Twitter-Anhängern eine Lawine der Mißbilligung aus, die Perrys Twitter-Feed zumüllten — mit Kommentaren, die von enttäuschten Vorwürfen über ihre Unwissenheit über das israelisch-palästinensische Problem reichen, bis zu bösen Angriffen ihrer Unterstützung der israelischen „Baby-Killer“. Hier ist eine giftige Kostprobe mit den vollständigen Twitter-Namen (+ die kuhlen Namenzkürzl tranzportieren den iKuh der Piza-Gewinna von heute = mit):

Umm_Issa: Nett. @katyperry betet für Israel, spuckt aber auf Gaza und die ermordeten Kinder, wie den kleinen 2-jährigen Malik, der durch eine Bombe mit seinem Vater getötet wurde

Afrooooji: @katyperry Du herzlose Lesbe. Israel hat Tausende von Palästinensern getötet, aber du betest für Israel? Du Scheizze.

SmithSofia: @katyperry Bist du verrückt, für Israel zu beten, das eine eingesperrte Zivilbevölkerung bombardiert? Räume deinen Kopf auf und informiere dich über das Thema!

Ich habe keine Ahnung, wie informiert Katy Perry über Israel ist — hoffentlich besser als ihr Ehemann, Schauspieler-Komiker Russell Brand, der im britischen Guardian über die Ursachen der jüngsten Unruhen in seiner Heimat England schrieb: „Diese jungen Leute haben keinen Sinn für Gemeinschaft, weil ihnen keine gegeben wurden. Sie haben keinen Anteil an der Gesellschaft, weil uns Camerons Mentor Margaret Thatcher sagte, daß es so etwas nicht gibt.“ Aber vielleicht sind es solche haßerfüllten bzw. ahnungslosen Kommentatoren wie oben, die sich „über das Thema“ informieren sollten, und sich selbst aufklären, wer die Babys tötet. Die Liste von Sultan Knish mit den ermordeten israelischen Kindern und schwangeren Müttern, die von Muslimen gezielt abgeschlachtet werden, wäre ein guter Anfang.

Für Perrys Unterstützung twitterten die Fans in Israel ihre Dankbarkeit. Aber dann versuchte sie, die Hasser zu beruhigen, indem sie ihren ersten Tweet dem Anschein nach zurücksetzte, vielleicht auch klarstellte: „Ein Junge hat mich gebeten, für ihn zu beten und ich tat es. Keinesfalls unterstütze ich irgendwelche Gewalt an irgendeinem Ort aus irgendeinem Grund. „Doch der Versuch, die Schweiz der Popstars zu sein, war einigen nicht beschwichtigend genug, und sie beschossen ihre fade Neutralität noch bösartiger:

ZahraN: @katyperry du bist erstaunlich, bete weiter für Israel, bete weiter für die Menschen, die Babys und Frauen töten! Großartiges Vorbild!

AalN3aimi: ZUR Hölle mit ISRAEL Schlampe

sim_mmo: @katyperry Ich hoffe, dein Privatjet macht in Palästina eine Bruchlandung, damit sie auf dir herumtrampeln können, wie die Hure die du bist, dann kannst du sehen, ob dir Israel zur Hilfe kommt

Dies ist nicht nur der seichte Klatsch der Regenbogenpresse. Kommentare von Promis in sozialen Netzwerken sind in diesem Fall wichtig, weil Katy Perry an der Spitze der Musikindustrie steht. Fünf Lieder aus ihrem aktuellen Album haben bisher die Nummer eins in den Musik-Charts erreicht und damit den Allzeit-Rekord des verstorbenen Superstars Michael Jackson eingestellt. Fast neuneinhalb Millionen Menschen folgen ihr auf Twitter; augenblicklich belegt sie direkt unter Barack Obama Platz vier in der Liste der am meisten gefolgten Twitter-Nutzer, noch vor Kim Kardashian — Lady Gaga und Justin Bieber liegen auf dem ersten bzw. zweiten Platz. Wie bei allen bekannten Pop- oder Filmstars hat praktisch alles, was Perry trägt, sagt, tut und twittert, einen Einfluß auf die vielen Millionen, die sie als Vorbild sehen und wirkt sich entsprechend auf die Populärkultur und den politischen Bereich aus.

Das heißt, wenn Perry eine klare Aussage macht — etwa, um sich offen auf der Seite Israels gegen terroristische Angriffe, politischen Gruppenzwang und Verleumdungen durch die Medien zu wehren — dann könnten unzählige ihrer Anhänger ermutigt werden, die Feindschaft gegenüber Israel zu überdenken und möglicherweise sogar anfangen, selbständig zu denken. Umgekehrt, wenn Perry ihren Kopf einzieht, um ihre Fans nicht zu verprellen und in der sicheren Zone der politischen Korrektheit zu bleiben, dann wird das falsche Bild verstärkt: Palästinenser = Opfer, Israelis = Baby-Killer.

Hier finden Sie den Originalartikel, Katy Perry Stands Up for Israel – Then Sits Down.


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