Elektroauto-Versprechen „nicht machbar“

Tait Trussell über Auslaufbatterien.

(Siehe auch die Meldung Brandgefahr: Rückruf für Chevrolet Volt! vom 29. November auf Autoblog Deutschland — der Rest der deutschsprachigen Medien befand sich zu dieser Zeit in den verlängerten Herbstferien.)

(weitere Anmerkungen in Klammern)

Präsident Obama, der begeistert von einer nahen Zukunft mit Elektroautos träumt, hält den Chevrolet „Volt“ für ein heißes Auto. Es ist wirklich heiß — so heiß, daß seine Batterien in Brand geraten.

Die Regierung untersucht neue Brände an Elektroautos von General Motors, die mit Lithium-Ionen-Batterien ausgerüstet sind, um bei diesen Fahrzeugen das Potenzial und die Häufigkeit der Brandgefahr bei Unfällen zu beurteilen.

Eine Batterie des Chevrolet Volt, die untersucht wurde, geriet am 24 November nach einem Crashtest der Regierung in Brand, sagte die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration). Sie begann eine formelle Untersuchung über die Brandgefahr.

Obama versprach in seiner 2011er Rede zur Lage der Nation großspurig, die Vereinigten Staaten würden „das erste Land werden, das bis zum Jahr 2015 eine Million Elektrofahrzeuge auf der Straße haben wird“. Er kumulierte die Produktions- und Vertriebzahlen für einen 5-Jahres-Zeitraum.

Die Regierung hat als Teil des Versuchs, den Erdölverbrauch zu reduzieren, Milliarden in Forschung und Entwicklung investiert, um die Batterien für Elektrofahrzeuge zu verbessern. Der großen Hochvoltbatterien, die in Autos mit Stecker (plug-in cars, im Volksmund „Rollender Schukostecker“ genannt) verwendet werden, können bei einem Unfall leichter beschädigt werden als herkömmliche Batterien in gasbetriebenen Fahrzeugen. Am 11. November schrieb die New York Times, daß auch isolierte Probleme „in Bezug auf Sicherheit oder Zuverlässigkeit Auswirkungen darauf haben können, wie die Konsumenten und Investoren sie sehen“.

Der Chevrolet Volt hat zusätzlich zur Batterie einen Benzinmotor. Der Benzinmotor springt ein, wenn die Batterie leer ist (und wird im Volksmund zukünftig wahrscheinlich Rollende Bombe genannt werden).

Mit der GM-Aktie fielen in den letzten Monaten die Verkaufszahlen des Chevrolet Volt. Weder der vergangene Februar mit bundesweit 281 verkauften Volts, noch der Juli mit 125 stehen für einen berauschenden Umsatzmonat. Ein GM-Sprecher behauptete, das Unternehmen wäre praktisch „ausverkauft“. (Konsumkritisch betrachtet war es allerdings ein nachhaltiger Erfolg.)

Marc Modica, Forschungsmitarbeiter am National Legal and Policy Center, sagte, daß diese Behauptung falsch wäre, da eine Suche auf der Internetseite cars.com zeigt, daß im ganzen Land fast 500 Volts zum Verkauf angeboten werden. „Die Nachfrage nach Chevrolet Volt ist nicht so stark, wie uns GM glauben machen will.“

Der Präsident hatte auch vorgeschlagen, daß der Kongress die Steuergutschrift in Höhe von 7.500 Dollar in einen Rabatt für jene Verbraucher umwandelt, die „ein Fahrzeug mit fortschrittlicher Technologie“ kaufen, wie den Chevrolet Volt oder den Nissan Leaf, der kein Hybrid-, sondern ein reines Elektrofahrzeug ist. Alles, um aus Angst vor der eingebildeten globalen Erwärmung noch mehr fossile Brennstoffe zu retten. Das ist der religiöse Glaube der Regierung.

Trotz Obamas romantischer Techniksicht sprechen Elektroautos eine relativ kleine Bevölkerungsgruppe an: „nur junge Personen mit einem sehr hohen Einkommen“, jene, die 150.000 bis 200.000 Dollar pro Jahr verdienen, interessieren sich für den Kauf eines Elektroautos.

Laut einer Befragung von Industrie-Experten und 2.000 potentiellen Käufern durch Deloitte Consulting werden die Käufe im nächsten Jahrzehnt gering ausfallen und der Anteil der Elektrofahrzeuge an den gesamten Auto-Verkäufen im Jahr 2020 möglicherweise nur 3 Prozent betragen. Nur 17 Prozent der potenziellen Käufer sagten, sie wären bereit, ihre Autobatterien 8 Stunden lang aufzuladen.

Detroit Free Press berichtete am 26. November, daß die Sicherheitsbehörden eine formelle Untersuchung über das Brandrisiko des Chevrolet Volt einleiten werden, nachdem bei den oben genannten Tests bei einer Batterie ein Brand und bei einer weiteren Funkenbildung beobachtet wurde. In Wisconsin wurde im Mai ein Test durchgeführt. Drei Wochen nach dem Crash-Test gerieten die Batterien des Chevrolet Volt in Brand.

Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA sagte, ihr wären keine Straßenunfälle bekannt, die bei Chevrolet Volts oder anderen Fahrzeugen mit Lithium-Ionen-Batterien zu Batteriebränden führten. Ein GM-Sprecher sagte, der Chevrolet Volt wurde rund 6.000 Mal verkauft. Er erklärte, daß jeder Chevrolet Volt mit einem Not-Sicherheits-Meldesystem ausgestattet ist. Nissan Motors sagt, daß dem Unternehmen keine Brände in seinem Elektroauto, dem Nissan Leaf, bekannt wären.

Laut dem Institut für Energieforschung berechneten das Energieministerium und andere Behörden, daß die Batteriekosten bei 350 Dollar pro Kilowattstunde liegen müssen, um Elektrofahrzeuge wettbewerbsfähig zu machen.

Scientific American schrieb im Februar über Obamas Vorhersage von einer Million Autos bis 2015: „Es ist schwer zu sagen, wie wahrscheinlich solch ein willkürliches Ziel sein könnte ….“

Die Obama-Administration weiß natürlich, daß dieses Ziel ohne Hilfe der Bundesregierung unmöglich erreicht werden kann. Diesem Zweck dienen die im Artikel erwähntendie Steuergutschriften in Höhe von 7.500 Dollar, die Zuschüsse in Höhe von 2.400.000.000 Dollar für Hochvoltbatterien für Elektrofahrzeuge, die Zuschüsse in Höhe von 300.000.000 Dollar für „saubere Städte“, die Zuschüsse in Höhe von 115.000.000 Dollar für elektrische Ladestationen in Ballungsgebieten und die Zuschüsse in Höhe von 25 Milliarden Dollar, die der Umrüstung der Autofirmen dienen.

Die E-Koalition (Electrification Coalition), eine Organisation führender hoffnungsvoller Elektrofahrzeug-Unternehmen, darunter Nissan, Federal Express und Coda Automotive and Coulomb Technologies, prognostizierten, daß bis zum Jahr 2020 14 Millionen Elektroautos auf Amerikas Straßen sein könnten, wenn der Gesetzgeber in größeren Städten der USA gleichzeitig „E-Ökosysteme“ („electrification ecosystems“) schafft. Extrem unwahrscheinlich.

Selbst mit all den Bundesmitteln „können eine Million Elektrofahrzeuge bis zum Jahr 2015 immer noch ein bloßer Wunschtraum sein“, sagte James Sweeney vom Zentrum für Energieeffizienz der Universität Stanford. Er bezeichnet den Plan als „sehr aggressiv“. Er erklärt, daß es mehr als ein Jahrzehnt dauerte, bis Hybrid-Fahrzeuge drei Prozent des US-amerikanischen Pkw- und Leichttransporter-Marktes eroberten, die „absolut keinen Unterschied in der Infrastruktur erforderten und die eine Reichweite hatten, die so groß war wie bei konventionellen Fahrzeugen — beides ist im Fall der E-Fahrzeuge unwahrscheinlich“. Um Obamas Ziel zu realisieren, müssten E-Fahrzeuge in nur vier Jahren den gleichen Marktanteil erreichen.

Im Januar veröffentlichte eine Jury aus Branchenexperten der Universität Indiana einen 78-seitigen Bericht, laut dem das Ziel von einer Million nicht machbar wäre. Die Ergebnisse basieren auf einer Analyse des Produktionsvolumens und der Verbrauchernachfrage.

Das politisch gläubige Energieministerium schoß mit einem 11-seitigen Bericht zurück, laut dem — basierend auf „konservativen“ Schätzungen der Produktion — bis Ende 2015 insgesamt 1,22 Millionen Fahrzeuge mit Steckern gebaut und verkauft werden könnten.

Erstaunlicherweise, aber nicht überraschend, besteht die Quelle des Energieministeriums nicht aus Automobilherstellern, sondern aus Medienberichten über Pläne, in denen der Chevrolet Volt von Government Motors zwei Drittel der 1,22 Millionen Fahrzeuge ausmacht.

Träume weiter, Energieministerium.

Hier finden Sie den Originalartikel, Electric Car Promise „Undoable“.


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